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10 Jahre iPhone: „Das war mein Arbeitsplatz“

Vor zehn Jahren stelle Steve Jobs das iPhone vor und ich schaute mir damals mit einem Freund die Präsentation an. Der war seinerzeit Ingenieur bei Nokia und entsetzt, denn ihm war klar, dass Nokia gegen das iPhone keine Chance haben würde. Nicht weil die Geräte der Finnen technisch unterlegen, sondern weil sie so miserabel zu bedienen waren, dass kaum ein Kunde die vielen, oftmals verborgenen, Fähigkeiten der Nokia-Devices nutzen konnte. Ein paar Wochen später hörte ich dann von ihm, dass ein hoher Nokia-Manager in einer Mail an die Entwickler geschrieben hatte, Nokia  habe kein Smartphone in der Planung, dass es mit dem iPhone aufnehmen könne. Kurz darauf verließ der Mann das Unternehmen. Tja, so war das damals. Die Nokia-Ingenieure gingen nach der Schließung des Werks in Bochum zu Blackberry. Viele von ihnen arbeiten heute in der Entwicklung bei einer VW-Tochter in Bochum. Ich bin glücklich und zufrieden mit meinem iPhone6S. Herzlichen Glückwunsch Apple und schade, dass Steve Jobs nicht mehr da ist. Ach so: Wer ein wirklich gelungenes Stück Marketing-  – und Technikgeschichte sehen möchte, sollte sich das Video anschauen. Es ist noch immer großartig.

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3 Kommentare zu “10 Jahre iPhone: „Das war mein Arbeitsplatz“

  • #1
    Gerd

    Das iPhone hat den Trend zum sehr benutzerfreundlichen Smartphone in Gang gesetzt. Was Nokia das Genick gebrochen hat war m.a. Android. Apple Produkte sind recht teure Statussymbole und deswegen nicht unbedingt Massenware. Seitdem es Android gibt liegt der Marktanteil von iPhones bei ca. 15%. Das war 2010/11. Bis dahin hätte Nokia noch eine Chance gehabt. Ob die gut gewesen wäre, kann man bezweifeln. Selbst der Softwaregigant Microsoft hat es nicht geschafft sein OS zu etablieren.

  • #2
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Gerd: Sony, Motorola, Blackberry – viele Große von damals spielen ja heute keine Rolle mehr. Der Fall Microsoft hat mich allerdings gewundert: Für mich ist deren OS das zweitbeste System auf dem Markt. Schade, dass sie es nicht geschafft haben, sich zu etablieren.

  • #3
    Klaus Lohmann

    Nokia war damals völlig überrumpelt von der Agilität und Agressivität, mit der Apple und Google ihre OSse (und Apple seine Hardware) in den Markt gequetscht haben, allerdings hatten beide Konkurrenten die lahmen Finnen auch schon seit Jahren beobachtet und sich den "richtigen" Zeitpunkt zum Angriff ausgesucht, als Nokia weder mit Symbian noch mit anderen Experimenten, weder allein noch in JointVentures mit vielen anderen großen Telcos (und mit Intel bei MeeGo) was Zählbares zustande brachte.

    Ich fand den Nokia-Klotz (aka Communicator) damals überragend (teuer;-), hab mir später dann noch ein E7-00 zugelegt (hab’s noch immer ab und an im Einsatz, beste Klapp-Schieb-Volltastatur ever!!!) und bin – auch als gestandener Macianer – aufgrund der ganzen "Bug"-Wellen bei jeder Neuerscheinung immer noch nicht bereit, mir ein iPhone zuzulegen. Aber Android ist aufgrund des völlig intransparenten Update-/Upgrade-Dschungels und der fehlenden Unterstützung für Pro-Audio-Apps auch keine Lösung.

    Die damalige, aus der Not der Bedrängnis geborene Idee von Nokia, mit einem völlig quelloffenen und von der Linux Foundation als Gegenpol zu den Datenkraken Android und IOS selbst unterstützten OS (erst MeeGo, später Tizen) einen größer werdenden Kundenkreis von Leuten, denen Datenschutz und Sicherheit immer wichtiger wird, zu bedienen, war keine schlechte Idee. Halt nur zu spät, zu lausig umgesetzt und für sturbirnige Finnen wohl zu "revolutionär". Schade.

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