xx Neu: Interview mit Herbert Schunk xx
Letzte Woche gelangte eine Liste mit IP-Adressen, die angeblich vom Bundesnachrichtendienst verwendet werden, an die Öffentlichkeit. Benutzer der IP-Adressen änderten unter anderem wikipedia-Einträge über den BND und „schmutzige Bomben“ und besuchten Webseiten eines Berliner Escortservice.
Auch die Angabe im wikipedia-Artikel zum BND, viele Auslandsniederlassungen des Goethe-Instituts dienten als Residenturen des BND, wurde in ihr Gegenteil geändert. Laut chip.de lassen sich außerdem Einträge auf wikipedia-Seiten der kambodschanischen und russischen Regierung sowie in einem Panzeraufklärer-Forum einer der IP-Adressen zuordnen.
Das Dokument, das aus Telekom-Unterlagen stammen soll, wurde auf der Seite wikileaks.org veröffentlicht. Dort können User ungeprüft Inhalte veröffentlichen, die Echtheit des Dokuments steht daher nicht sicher fest.
Whois-Abfragen der IP-Nummern führen laut einem Bericht von heise online unter anderem zu der Domain bvoe.de. Diese Seite ist von einer Firma namens „Informationsbörse“ registriert, die als Adresse ein Münchner Postfach angibt. Zwischen der Firma „Informationsbörse“ mit ihrer Seite bvoe.de und dem Telekom-Konzern bestehen nach Recherchen der ruhrbarone direkte Verbindungen. Das, obwohl nun der Verdacht besteht, die Firma „Informationsbörse“ könnte eine Tarnfirma des BND sein.
Als administrativer Ansprechpartner der Seite bvoe.de wird auf Domainabfrageseiten eine Person mit dem Namen Herbert Schunk vom „BVOE-Management“ genannt. Die Person gibt dabei eine E-Mail-Adresse von T-Systems, eine Telefonnummer, die wohl zum T-Mobile GeschäftskundenCenter München gehört, sowie eine Faxnummern, die offenbar der T-Systems CDS GmbH in Bamberg oder der Bamberger Computerfirma "Nice Networks" zuzuorden ist, als Kontakt an. Nach Aussage eines Mitarbeiters von T-Systems ist der ensprechende Mitarbeiter im Bereich „Vertrieb Large Enterprises“ tätig. Zudem verwendete die „Deutsche Telekom AG, Niederlassung 2“ die Postfachadresse der Firma „Informationsbörse“, als sie vor längerer Zeit in einer Stellenanzeige „IT-Systemelektroniker, Kaufleute für Bürokommunikation" und "Energieelektroniker“ suchte.
Schunk selbst wollte heute auf Anfrage keine Stellung zu den Vorwürfen nehmen. Er wollte weder Auskunft darüber geben, ob er für T-Systems arbeitet noch zu der Frage, warum er eine Faxnummer angibt, die offenbar der T-Systems CDS GmbH in Bamberg oder der Bamberger Computerfirma "Nice Networks" gehört. Auf die Frage, ob dies ein Geheimnis sei, verwies er auf die Pressestelle von T-Systems. Martina Weidmann, Pressesprecherin von T-Systems schrieb am Donnerstagmorgen (20.11.2008): "Ihre Anfrage ist bei uns eingegangen. Sobald wir den Sachverhalt geklärt haben, werden wir Sie wieder kontaktieren". Stefan König von der Deutschen Telekom teilte am Donnerstagmittag mit: "Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Informationen zu unseren Mitarbeitern nicht veröffentlichen". Auf die Frage, ob dies bedeute, dass Herbert Schunk T-Systems-Mitarbeiter ist, sagte König: "Wir geben grundsätzliche keine Auskünfte über Mitarbeiter. Wir kriegen öfter Anfragen, wonach Personen angeblich oder wirklich bei uns beschäftigt sind und wir geben dazu keine Auskünfte." Die Frage warum Schunk eine E-Mail-Adresse von T-Systems und gleichzeitig als Adresse "BVOE-Management" angebe, könne er nicht beantworten.
WikiLeak will herausgefunden haben, dass „eine Analyse durch einen mit der Namensgebung und Infrastruktur von T-Systems vertrauten Spezialisten zeigte, dass ein Großteil der Netze im Raum München ‚endet’. Ein weiterer Teil der Netze lässt sich auf Aufklärungsstellen des BND in Deutschland zuordnen, so z. B. nach Flensburg (Peilanlage), Freiburg (Satellitenaufklärung in Rheinhausen) oder Braunschweig (Satellitenaufklärung in Helmstedt)“.
Nach Bekanntwerden der IP-Adressen verschob T-Sytems laut WikiLeak die Adressen in verschiedene große Pools verschoben und anonymisierte sie dadurch. Zuvor soll sich T-Systems per Email mit WikiLeak in Verbindung gesetzt und darum gebeten haben, die Datei mit den IP-Adressen zu löschen.



http://carta.info/1865/arbeitet-t-systems-fuer-den-bnd/
Comment von Marvin Oppong — 24. Mai 2009 @ 00:11
Als ich mein Blog aufegmacht hatte, bekam ich ebenfalls fast täglich Besuch von den Herren. Die benutzen übrigens - wie von einer deutschen Behörde nicht anders zu erwarten - veraltete Software, aber das nur nebenbei …
Die haben dann erst nach dem 6. Besuch (in Worten: s-e-c-h-s !) nach einer Woche den Counter bemerkt.
Solche Dilettanten müssten vor Ihrem eigenen Bundestrojaner Angst haben.
Comment von Der Moslem — 2. August 2009 @ 10:41
Auch mir haben die “Herren” bereits mehrere Besuche abgestattet, die ich dann durch blocken der “neuen” BND IP Adressen unterbunden habe.
Die BND Mailserver stehen soweit ich sehen konnte mittlerweile in Oldenburg und Kiel weil es da ja ruhiger sein soll
In die USA führen zu vielen Servern in Washington und New York immer noch zig Traceroutes und das ganze bundesweit von den Rechenzentren des BfV.
Es gibt bundesweit um die 20 Scheinfirmen die qualifizierte IT und TK Spezialisten mit hohen Gehältern ködern.
Fazit: Bevor man sich bewirbt sollte man die Firmendomain bei Ripe.net eingeben um zu wissen was man später für einen Arbeitgeber hat.
Besonders Interessant sind auch die schnellen internen Umstrukturierungen des Telekom Konzernbereiches GBS wie man online im proT-in Magazin (soll wohl Protein heissen) lesen kann.
Auch wird dort viel von Audits und der psychischen Belastung aller DTAG und BND Schnüffler gesprochen und wer die dann in die Beamten Frührente schicken darf.
Na da zahle ich doch gerne weiter brav meine Steuern.
Comment von Jim Knopf — 14. September 2009 @ 19:20