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Dortmund: „BVB und Rock’n’Roll“ – Ein Leben zwischen Westfalenstadion und Rockpalast

DSC06416 (504x600)So langsam wartet auch das Jahr 2016 endlich mit den ersten wirklich interessanten Entdeckungen und Neuerscheinungen auf dem Buchmarkt auf: Fußball und Musik begleiten ja gefühlt fast schon naturgemäß das Leben vieler Menschen hierzulande. Gerade eben und ganz besonders auch hier bei uns im Ruhrgebiet, wo diese Leidenschaften dann auch häufig deutlich emotionaler als andernorts ausgelebt werden. Dass man aus diesen beiden großen Leidenschaften auch durchaus ein gemeinsames Buch machen kann, das beweist gerade eine nette, kleine Neuerscheinung aus dem gerade zu Ende gegangenen Februar, welche ich hier heute einmal kurz vorstellen möchte:

Das unterhaltsame Werk: „BVB und Rock ’n‘ Roll: 09 Geschichten eines Lebens zwischen Westfalenstadion und Rockpalast“ erzählt auf seinen knapp 200 Seiten von den ganz persönlichen Vorlieben von Tom.

Tom, der bereits als Siebenjähriger im Jahre 1975 zum ersten Mal ein Spiel des BVB im großen Westfalenstadion erlebt, ist von dieser Erfahrung seinerzeit auf Anhieb so fasziniert, dass die Borussia zu seiner ersten großen Liebe im Leben wird. Das kann man nachvollziehen, ist das doch eine Erfahrung wie sie sicherlich auch sehr viele andere Menschen hier im Revier auf ähnliche Art und Weise gemacht haben, und sei es bei einem benachbarten Traditionsverein. 😉

Wenige Jahre nach dem Fußball treten dann auch die Rock-Giganten Deep Purple, Queen und AC/DC in das Leben unseres Protagonisten. Fortan pendelt er emotional permanent zwischen Fußballstadion und Rockpalast hin und her. Auch dies sicherlich eine Erfahrung, die Tom so hier längst nicht alleine haben dürfte.

Dieses kleine Büchlein erzählt in neun kurzen Geschichten aus dem Spannungsfeld zwischen Musik- und Sport-Geschichte und anhand von neun konkreten und realen Spielen Borussia Dortmunds, alle angesiedelt irgendwo zwischen Aufstieg, Meisterschaften, Europapokalerfolgen und Finalniederlagen, das Auf- und Erwachsenwerden Toms. Eine Fanleidenschaft, wie sie aktuell sicherlich viele Menschen, die aktuell bereits in der mittleren Lebensspanne angekommen sind, auf ganz ähnliche Art und Weise erlebt haben dürften. Und das macht das Werk eben durchaus auch für Nicht-BVB-Anhänger lesenswert.

Dieser Wiedererkennungswert der Parallelen zum eigenen Leben ist aber eben auch genau der Effekt, den das Buch beim Lesen eben auch auf mich gehabt bzw. ausgeübt hat. Man erkennt sich und seine persönliche Lebensgeschichte in vielen Situationen, Gedanken und Erlebnissen sofort wieder. Teilweise sogar in den selber miterlebten und noch immer präsenten Fußballspielen.

In leicht abgewandelter Form hat man das so oder ganz ähnliche eben auch selber erlebt. Freud und Leid der Romanfigur lassen eigene Erinnerungen wieder aufleben, nette und weniger schöne Erlebnisse aus der Musik- und Fußball-Vergangenheit wieder präsent werden.

Die separaten Kapitel, die ein BVB-Fan- und Rockmusikerleben von 1975 bis 2015 mit allen Höhen und Tiefen beschreiben, lesen sich allesamt angenehm und flüssig. Sicherlich nichts weltbewegendes, keine große Literatur, aber eben durchaus sehr nett. Ich hatte jedenfalls viel Spaß mit diesem Buch. Und das auch ganz unabhängig von Verein und Stadion. Wobei mir als Dortmunder auch dabei eben besonders viele Parallelen zu ‚Tom‘ aufgefallen sind, auch wenn ich mit meinen eigenen Erlebnissen, den mich prägenden Fußballspielen und auch dem Musikgeschmack nicht ganz deckungsgleich zu den erzählten Geschichten liege. Ist ja auch kein Wunder, denn Autor Stefan Langenbach ist im Gegensatz zu mir nicht nur Sauerländer, sondern eben auch Jahrgang 1967, und damit rund vier Jahre älter als ich.

Schön auch: Der Roman liefert zudem ein umfangreiches Spieler-, Trainer- und Bandregister.

Das Buch gibt es aktuell bereits in der Buchhandlung Eures Vertrauens.

Schaut da ruhig mal rein! 🙂

Broschiert: 192 Seiten
Verlag: Arete Verlag
ISBN-13: 978-3942468664
Preis: 12,95 Euro

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2 Kommentare zu “Dortmund: „BVB und Rock’n’Roll“ – Ein Leben zwischen Westfalenstadion und Rockpalast

  • #1
    Klaus Lohmann

    Wir sind damals Anfang der Axtziger nach dem samstäglichen Heimspiel vom Stadion immer direkt in unsere Proberäume nach Menglinghausen, Dorstfeld, ins alte CEAG-Gebäude oder nach Wambel gedüst, dementsprechend abhängig vom Spielverlauf war damals, zu den trüben Jahren in der 1. Liga auch unsere Mucke – viel Trash Metal oder Blues, aber manchmal auch Hymnen:-)))

  • #2
    Robin Patzwaldt Beitragsautor

    @Klaus: In meinen wildesten Zeiten entschied der Spielausgang beim Heimspiel darüber ob ich abends noch ausgegangen bin, oder betrübt daheimblieb. Schön blöde! Das habe ich solange gemacht bis ich mal ein Interview mit Thomas Berthold im TV gesehen habe, der nach einer Klatsche in der er auch noch eine Rote Karte sah fröhlich lächelnd in die Kamera blickte und dort bestens gelaunt erzählt hat, dass er sich nun auf eine Party am Abend freue. Das hat mir dann die Augen geöffnet. Zumindest ein Stück weit, denn auch heute noch kann mir so ein Spielverlauf mächtig auf die Stimmung schlagen. Warum, das weiß ich manchmal selber nicht… 😉 😀

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