Kategorie-Archiv: Ruhrgebiet

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“Nazi” sagen – Eine Pflicht und Leidenschaft

0_Andreas-Theissen_Nazi-SchildRealität ist das, was nicht weggeht, wenn man aufhört, daran zu glauben. (Philip K. Dick) So verhält sich das eben auch mit der Nazi-Realität in Deutschland. In letzter Zeit, insbesondere seit Aufkommen der – sich selbst als Friedensbewegung bezeichnenden – Aluhüte, sehe ich mich zunehmend häufig mit dem Vorwurf konfrontiert, zu leichtfertig mit dem Nazi-Vorwurf zu konfrontieren oder den Begriff gar “inflationär” zu verwenden.

Ganz besonders in linken Zusammenhängen will man da lieber differenzieren: Gefährlich sei es, weil niemand mehr wisse, wer nun wirklich ein Nazi ist, wenn ich rede und es sei immerhin problematisch, weil wir gerade auf einem guten Weg waren, die Begriffe Faschismus und Nationalsozialismus zu feststehenden Terminologien zu machen. Mein Problem dabei ist, dass ein Nazi gar keine saubere, wissenschaftliche Bezeichnung verdient hat.

Im Falle der Aluhüte zum Beispiel muss man sich ganz klar auf die kleine römische Weisheit besinnen, die so manches Rechtssystem erst sinnvoll macht: “Unwissenheit schützt vor Strafe nicht.” Auch wenn ein Mensch nicht weiß wovon er spricht, bin ich, als Wissende, dazu verpflichtet ihn einen (glühenden) Antisemiten zu schimpfen, wenn er denn einer ist. Und wenn eine Gruppe langhaariger Friedenspfeifen sich der Agitationsmittel der NSDAP bedient oder diesen zum Opfer fällt, dann gibt es, ungeachtet der zeitlichen Distanz, kein besseres Wort dafür. Nazis. Nazis, Nazis, Nazis!

So oft wie nötig und so wenig wie möglich

Und lieber einmal zu oft gepöbelt, als einmal zu wenig. Dass einige Aussprüche und Verhaltensweisen, die man früher einem Nazi zugeordnet hätte, mittlerweile wieder in der deutschen Mitte angekommen sind, liegt unter anderem sicher daran, dass in vielen richtigen Momenten nicht „Nazi“ geschrien wurde in den letzten Jahrzehnten, weil sich das Wort ja nicht gehört. Nun wäre es natürlich schöner, wenn man auf die sog. Nazikeule häufiger verzichten könnte; Nach meinem Dafürhalten wäre es am Besten, wenn man es überhaupt nicht mehr sagte. Nur liegt das leider nicht in der Hand der sich so Äußernden. Die Gefahr, die von tatsächlich Rechtsextremen ausgeht, wird wahrlich nicht dadurch abgeschwächt, dass man diese ignoriert oder sie sich nicht beim Namen zu nennen traut.

Zur Frage des Wertes

Und was ich mir keinesfalls gefallen lasse, ist Begriff der Inflation in diesem Kontext. Es ist ein Glück, dass es Menschen gibt, die für indirekte Gewalt oder Diskriminierung sensibilisierter sind als andere. Obgleich es wohl immer schlimmere Nazis gibt, als die, die ich ad hoc Nazis heiße, bagatellisiere ich durch meinen täglichen Fingerdeut auf einen (bis zwanzig) von ihnen, keinen anderen. Es behauptet ja auch niemand, dass die Grausamkeit Hitlers dadurch verniedlicht wird, dass man seine Anhänger Nazis nannte. So führt sich die Definitionshoheit der Deutschen und ihre illusionistische Grundhaltung, der nach nach 45 alle Verwandten wieder ganz normale Menschen wurden selbst ad absurdum. Was bei Nazis wirklich gefährlich ist, ist nun einmal die Masse. Die Geschichte spricht da Bände. Außerdem können weder Nazis, noch die Benennungen etwas an Wert verlieren, weil Nazis keinen Wert haben; Weder für mich privat, noch für unsere Leistungsgesellschaft. Ganz ehrlich, ich hasse Leute, die ständig differenzieren wollen.

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Schluss mit Ruhri-Industrieromantik!

Henrichshütte

Industrie und Natur – die Henrichshütte in Hattingen (Foto: Michael Westerhoff)

Zeche auf der Umhängetasche, illuminiertes Stahlwerk auf der Imagebroschüre, verfallene Industrie als Filmkulisse. Wirtschaftsjournalistik-Professor Hendrik Müller fordert eine Abkehr von der Ruhri-Romantik.

Die Ruhris sind stolz auf ihre verfallenen Industrieareale. In allen Städten boomen Souvenirs, die irgendwie etwas mit Bergbau, Stahl oder Bier zu tun haben. Der aus Norddeutschland stammende Professor hält die Vermarktung dieses alten Bilds des Ruhrgebiets für falsch.

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Der Ruhrpilot

kraft_gutesNRW: Hannelore Kraft – Die Warhols waren nur Dekoration…Welt
NRW: Westspiel hält an Warhol-Versteigerung fest…RP Online
NRW: Land lässt Kunstschatz vergammeln…RP Online
NRW: Katzen in den Kochtopf…taz
NRW: Weniger Einsatzkräfte beim Fußball – Bericht wertet Pilotprojekt als Erfolg…Spiegel
NRW: Minister will giftige Haustiere verbieten…RP Online
NRW: Flüchtlingspolitik – Zum Handeln gezwungen…Pottblog
Ruhrgebiet: Die Sonderregion…Der Westen
Bochum: Zahl der Lehrlinge sinkt…Der Westen
Bochum: Johanna Honischs Kunst wohnt ein Geheimnis inne…Der Westen
Dortmund: Tatort hat Premiere auf Lüner Kinofest…Der Westen
Duisburg: Landes-Asyl soll im November belegt werden…Der Westen
Essen: Sportpolitik fühlt sich unfair gebremst…Der Westen

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POTTemkin – Ein Fass ohne Boden namens Ruhrgebiet

Weltkulturerbe Zollveverein

Weltkulturerbe Zollveverein

Die Zahlen lassen keine andere Betrachtung zu: Wir sind bankrott. Müssten wir sofort die Schulden unserer Städte und Gemeinden bezahlen müsste jeder von uns, Kinder und Greise eingeschlossen, bis morgen im Durchschnitt ca. 6000 Euro aus eigener Tasche locker machen. Pro Familie sind das also im Schnitt 18000 €. Das könnten aber höchsten 10% der Ruhrgebietsfamilien. Die anderen müssten sich dafür selbst verschulden. Das Problem dabei: ca. 25% der Betroffenen Familien und Einzelpersonen bekämen überhaupt keinen Kredit, geschweige denn einen in dieser Höhe.

Das heißt, dass sich die verbleibenden Schuldner ihren Kredit um die fehlende Summe, also bei den Familien auf 22500 € und den Einzelpersonen auf 7500 € aufstocken müssten. Das aber würde noch nicht reichen, denn ab übermorgen würden, trotz erhöhter Steuereinnahmen Weiterlesen

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iPhone6: Telekom sieht Krümmung als bekanntes Problem von Apple

iphone6_krumm

Die Telekom weiß, dass es Probleme mit dem iPhone6 gibt – und schiebt das Problem weiter an Apple. Und weiter geht es mit dem Ärger um mein kleines, krummes iPhone

Zur Vorgeschichte: Mein iPhone6 – die kleine Version, nicht das große iPhone6plus – war nach zwei Wochen verbogen. Ich hatte es, wie alle iPhones zuvor, immer mal wieder in der Hosentasche getragen. Die Telekom wollte sich der Sache nicht annehmen. Apple teilte mir mit, das die normale Nutzung eines iPhone6 das Telefonieren und die Ablage auf einem Tisch sei – da es sich dabei nicht verbogen hätte, würde man das Gerät auch nicht austauschen. Man könne damit nun einmal nicht so umgehen wie mit den Vorgängermodellen. Carsten Drees hat darüber gestern auf Mobilegeeks einen Artikel geschrieben und heute ein Update veröffentlicht.

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iPhone 6: German Telekom Sees Crookedness As A Known Problem Of Apple

iphone6_krumm
German Telekom, the biggest Apple-Reseller on the American corporation’s biggest European Market, confirms a serious technical shortcoming of the iPhone 6: It gets bended in normal use. Ruhr Area On 21st of October 2014 by Stefan Laurin

The number of Telekom clients affected is unknown. Employees of Telekom affirm reports of the problem with the iPhone6 – and refer to Apple.  Yet, Apple tries to downplay the trouble, wanting to know nothing of it. Apple spokeswoman Trudy Muller said in a mail to Reuters “Under normal useage extremly rarely the iPhone will bend”. From my point of view this must be a blunt lie. Since Telekom admitted to the shortcoming and being one of the biggest Weiterlesen

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Der Ruhrpilot

rex_kinoRuhrgebiet: Kommunen kommen nicht aus der Schuldenfalle…Welt
Ruhrgebiet: Ruhrgebiet immer weiter abgehängt…Der Westen
NRW: Armin Laschet breitet schon die Kraft-Ablöse vor…Welt
NRW: Demos gegen IS in mehreren Städten…RP Online
NRW: 46 Millionen Euro mehr – Land schnürt Hilfs-Paket für Flüchtlinge…Der Westen
NRW: Flüchtlinge – Betroffenheit gibt’s gratis…General-Anzeiger
Debatte: Der Prophet sitzt mitten unter ihnen…FR-Online
Debatte: Am Ende wird es Ramelow…FAZ
Debatte: Der Sündenfall von Erfurt…Cicero
Debatte: Ein Bodo Ramelow ist nicht das Ende der Demokratie…Welt
Bochum: Freie Szene in Bochum fürchtet weitere Einsparungen…Der Westen
Dortmund: Karstadt gut aufgestellt?…Radio91.2
Duisburg: Die künftige Wirtschaft…Der Westen
Duisburg: Umstrittene Zeltstadt wird Ende Oktober abgebaut…Der Westen
Essen: SPD auf OB-Kandidaten-Suche…Der Westen
Essen: Alle werben fürs Design…Der Westen

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Warum eigentlich Smalltalk? Teil 1: Von Stachelschweinen und Elvis´ Haarfarbe.

Jennifer Apolinario-HagenWozu eigentlich Smalltalk? Glaubt man den unzähligen Karriereblogs, ist Smalltalk in aller Munde. Eine griffige Übersetzung hat sich bislang nicht durchgesetzt. Stattdessen wird er umschrieben – als beiläufige Konversation mit banalem Inhalt (vgl. Mehl et al., 2010). Wer nun meint, das klinge nach einer Trivialität des Alltags, die der Rede nicht wert ist, wird von der “Karrierebibel” eines besseren belehrt: „Smalltalk genießt in Deutschland keinen besonders guten Ruf. Doch die Annahme, dass er bloß, weil dabei über Belangloses gesprochen wird, keine Bedeutung habe, ist falsch. Gekonnter Smalltalk kann ein Türöffner sein.“ Hinter dem scheinbar Bedeutungslosen soll sich demnach ein Werkzeug für die soziale Anerkennung in Privatleben und Beruf zu verbergen. Von unserer Gastautorin Jennifer Apolinário-Hagen.
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Schauspielhaus Bochum “Die Kinder von Opel – DAS DETROIT PROJEKT”: Irgendwo zwischen Industrieregion und Kreativstandort

Die Kinder von Opel, Foto: Schauspielhaus Bochum

Die Kinder von Opel, Foto: Schauspielhaus Bochum

Am Freitag feierte in Bochum das Stück „Die Kinder von Opel“, ein gemeinsames Projekt vom Schauspielhaus Bochum, kainkollektiv und Urbane Künste Ruhr, Premiere. Aktueller Anlass für das Stück ist die angekündigte Schliessung des Opel-Werkes in Bochum im Dezember diesen Jahres. Angesichts des laut IHK anstehenden Verlustes von fast 10.000 Arbeitsplätzen in der Region, eine Katastrophe. Glaubte man doch im Ruhrgebiet den Strukturwandel, trotz hoher Arbeitslosenquoten und Städten kurz vor der Pleite, insgesamt gut hinbekommen zu haben. Die Regisseure des Stückes, Fabian Lettow und Mirjam Schmucke, haben sich aufgemacht, die Lebensfäden der Menschen aufzunehmen, deren Vita eng mit dem Autowerk verbunden ist. Verschiedene Generationen – die Enkelin, deren Großvater schon bei Opel lernte, die Tochter eines Betriebsrates, der Opel-Arbeiter mit 39 Jahren Betriebszugehörigkeit, treffen sich auf der Bühne. Was beim Dortmunder Nordstadt Crashtest hervorragend gelungen ist – die Zuschauer in fremde Welten zu führen und sie dort unmittelbar andocken zu lassen – ist dem Regie-Duo am Freitag Abend nicht ganz gelungen.

Die Menschen, aus ihrem gewohnten Alltags-Kontext herausgenommen und auf die Bühne gestellt, haben an Authentizität eingebüsst. Gisberth Rüther, der als Farbmischer bei Opel fast vier Jahrzehnte gearbeitet hat, spielt zwar nicht sich selber, er ist er selbst. Doch war man bei dem Nordstadt-Stück wortwörtlich “zu Gast daheim” bei den Leuten und für einen Weile Teil ihrer Lebenswelt, wird man bei der Bühneninszenierung von Opels Kindern zum Voyeur. Der Protagonist sitzt im Guckkasten, der Zuschauer ist außen vor. Angenehm war das nicht in allen Fällen. Ansehen sollte man sich das Stück trotzdem.

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Jüdische Rundschau – die neue Monatszeitung

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Die antisemitischen Ereignisse im Sommer 2014 waren schockierend. Selten fühlten sich Juden in diesem Land, 69 Jahre nach dem Ende der Schoah, so bedroht und alleine gelassen. Brutalste antisemitische Parolen wurden von Pro-Palästinensern auf Demonstrationen im ganzen Land gebrüllt. Juden wurden bedroht und attackiert, Wohnungen ausgespäht, Scheiben eingeworfen und ein Brandsatz flog gegen eine Synagoge in Wuppertal. Extreme Linke und Rechte machten eifrig mit. Kaum ein Aufschrei – nur eine von den Betroffenen selbst organisierte Kundgebung am 14. September in Berlin, die eher den Narzissmus der nicht-jüdischen Beteiligten bediente, denn einen wehrhaften Antifaschismus gegen den islamistisch-grünen neonazistischen Straßen-Antisemitismus darstellte.

Gerade in diese Zeit fällt nun die Herausgabe einer neuen Monatszeitung – Jüdische Rundschau. Seit Juli 2014 erscheint das 40-seitige unabhängige Monatsblatt, herausgegeben von Dr. Rafael Korenzecher. Aktuell ist die No. 4 Oktober 2014 / Tishrei-Cheschwan 5775 auf dem Markt, erhältlich im Bahnhofsbuchhandel, in ausgewählten Kiosken und Verkaufsstellen im ganzen Land.

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Geradezu anachronistisch zur digitalen Zeit präsentiert sich die Jüdische Rundschau als Printmedium. Ist das naiv? Wie lange hält so eine Zeitung in diesen Zeiten durch? Weiterlesen

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Der Ruhrpilot

landtag_frontNRW: Ein klares Wort…Post von Horn
NRW: Warhol-Bilder – Grütters warnt vor Tabubruch…Welt
NRW: Grüner Stabilisator…Post von Horn
NRW: Sozialarbeiter gegen Neosalafismus…Welt
Ruhrgebiet: So litten Reisende aus dem Revier am Streik-Wochenende…Der Westen
Bochum: Unverständnis in der Politik über Schließung der VfL Frauenfußball-Abteilung…Pottblog
Bochum: Theater über die Lücke, die rund um Opel entsteht…Der Westen
Dortmund: Museum für Kunst und Kulturgeschichte wird zum Labor…Ruhr Nachrichten
Duisburg: Alltours verlässt den Innenhafen…Der Westen
Duisburg: Hochofen wieder unter Feuer…Der Westen
Essen: Die „109“ rollt über den Berthold-Beitz-Boulevard…Der Westen
Essen: Spielemesse endet mit neuem Besucherrekord…Der Westen

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Der Ruhrpilot

Hannelore Kraft - tanzend.  Foto: Staatskanzlei Nordrhein-Westfalen / Foto: Ralph Sondermann

Gute Laune
Foto: Staatskanzlei Nordrhein-Westfalen / Foto: Ralph Sondermann

NRW: Warhol-Verkauf  – Kraft erklärt Politik für machtlos…FAZ
NRW: Polizei startet Verbrecherjagd mit Prognose-Software…Welt
NRW: CDU fordert Ombudsstelle für Flüchtlingsfragen…RP Online
NRW:  Teenies ziehen in Dschihad…Bild
Bochum: Studenten erforschen Senioren…Der Westen
Duisburg: Die digitale Bibliothek erkunden…Der Westen
Essen: Protest vor Primark fordert Solidarität mit Näherinnen…Der Westen

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