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Das war es mit den Piraten

In Glaube, Sitte, Heimat | Am 6 Juli 2009 | Von Stefan Laurin

Erst Tauss jetzt Thiesen – Die Piraten haben ein paar Fehler zu viel in zu kurzer Zeit gemacht.

Der Jubel über den Eintritt von Tauss fand ich befremdlich, die Argumentation, er sei formal noch nicht verurteilt eine arg legalistische und nicht politische Argumentation, zumal er den Besitz und auch die Weitergabe von Kinderpornographie ja nicht leugnet, sondern sich nur anmaßt bei seinen „Ermittlungen“ weiter zu gehen als es der Polizei erlaubt ist. Ich hielt Tauss für einen Spinner, der sich heillos überschätzt hat – aber nicht unbedingt für einen Kinderschänder. Das Anhänger der Piraten hier in den Kommentaren Kinderpornographie lässig mit "KiPo" abkürzten fanden wir alle widerwärtig. (Und wir haben beschlossen solche Kommentare nicht mehr freizuschalten)
Ich hoffte bei Tauss er würde nicht aufgenommen und erklärte mir die Begeisterung über seinen Beitritt als ein Zeichen von Naivität und ging davon aus, dass Tauss ja wohl rausfliegt wenn er schuldig gesprochen wird.
Und jetzt Thiesen: Thiesen , ein Holocaust-Leugner und Geschichtsrevisionist,  der sich mit seinen Argument auch in der NPD wohl fühlen würde, wurde gestern auf dem Parteitag der Piraten als Ersatzrichter gewählt – OK, sicher nicht das wichtigste Amt, aber dass so eine dubiose Gestalt nicht hochkant aus der Partei fliegt ist nicht zu rechtfertigen.

Hier ein paar Aussagen von Thiesen:

Nun, bis vor einigen Monaten glaubte ich auch, daß diejenigen, die "Auschwitz leugnen" einfach nur pupertäre spinner sind. Damals hatte ich aber auch noch nicht Germar Rudolf gelesen. Sorry, aber das Buch prägt einfach – zumindest wenn man objektiv ran geht. –Bodo Thiesen 19:50, 15. Jul 2004"

Wenn Polen Deutschland den Krieg erklärt hat (und das hat Polen indirekt durch die Generalmobilmachung), dann hatte Deutschland *jede* legitimation, Polen anzugreifen."

Quelle: Indymedia

Ich kann mich Chris von FIXMBR nur anschließen: „Wer will diese Partei noch ernsthaft wählen? Ich hoffe, niemand.“ Das Parteineugründungen Leute wie Thiesen anziehen wie Scheiße Fliegen ist nichts Neues: Auch bei Gründung der Grünen haben Rechtsradikale  versucht,  sich in der Partei zu etablieren, zum Teil waren, gerade auf Ebene der Ortsverbände, auch ziemliche Spinner unterwegs, aber sie wurden nicht auf  Bundesebene in irgendwelche Ämter gewählt sonder flogen sofort hochkant raus. Dass die Piraten Thiesen gewählt haben, nachdem sie seine Meinung kannten, macht sie unwählbar.

Offensichtlich fehlt es den Piraten an einer gemeinsamen Wertebasis. Schade.



118 Kommentare und 18 Ping(s) zu »Das war es mit den Piraten«

  1. #51 | MistaBreed sagt am 6. Juli 2009 um 15:43

    Endlich spricht mir jemand aus der Seele.
    Ich sehe das ziemlich genauso wie Tharben, und aufgrund der Tatsache, das andere Parteien ganz andere Typen in ihren Reihen haben, mit denen ich auch nicht einverstanden bin, sehe ich das so, das deswegen nicht gleich die ganze Partei der gleichen Meinung ist wie einzelne (wobei ich mal dahingestellt lasse, ob T. noch auf diese Meinung besteht)

    Und ich kann nicht nachvollziehen was sowas wie “Nerd-Partei” in einem sachlichen kontext zu suchen hat, das wirkt nicht sehr professionell!

    Gruss MistaBreed

  2. #52 | David Schraven sagt am 6. Juli 2009 um 15:44

    @ Daniel C:

    Es ist ein Unding, dass der Konflikt um Theisen seit einem Jahr bekannt ist, und der Mann trotzdem gewählt wurde. Danke für den Link. Hier der Text:

    ——–

    TOP 4.1: Revisionismusdebatte:

    Hauke merkt an, dass Bodo Thiesen erst kommunikativ auftrat, als seine Aussagen bereits ohne sein Zutun im Forum aufgetaucht waren, merkt aber weiterhin an, dass Bodo Thiesen nichtsdestotrotz kommunikative Entgleisungen hatte.

    Der Vorstand ändert den bisherigen Vorschlag für eine Verwarnung von Bodo Thiesen wie folgt ab:

    ?Ordnungsmaßnahme

    Der Bundesvorstand der Piratenpartei Deutschland erteilt dem Mitglied Bodo Thiesen hiermit eine Verwarnung gemäß Abschnitt A, §6, Absatz 1,Alternative (1) der Satzung. Das Mitglied hat wie folgt gegen die Grundsätze und die Ordnung der Piratenpartei Deutschland verstoßen und ihr damit Schaden zugefügt:

    Das Mitglied hat in seinen E-Mails an die Haupt-Mailingliste vom 13.5.2008 leichtfertig und unreflektiert Position bezogen zugunsten der pseudowissenschaftlichen Abhandlungen von Germar Rudolf, der vielfach belegt und durch Gerichtsurteile bestätigt die erwiesenen Tatsachen um den Holocaust leugnet oder relativiert. Diese Aussagen verletzen die Menschenwürde der Opfer.

    Da die Piratenpartei im Kern auf der Achtung der Menschenwürde jedes Einzelnen beruht, ist ein solches Verhalten für ein Mitglied der Piratenpartei unangemessen und kann nicht geduldet werden. Um dem Mitglied dies unmißverständlich klarzumachen und um solche Vorfälle in Zukunft zu vermeiden, nimmt der Vorstand diese Verwarnung vor.

    Keinesfalls möchten wir den Eindruck erwecken, kritische oder unliebsame Meinungsäußerungen würden per se von Vorstand sanktioniert. Die geäußerte Ignoranz gegenüber geschichtlichen Fakten im Zusammenhang mit der Außerachtlassung des nötigen Respekts vor der Menschenwürde der Opfer des Nationalsozialismus sowie der Schaden für das Ansehen der Piratenpartei lassen uns in diesem Falle jedoch zu der Parteiordnungsmaßnahme greifen.

    Mit dieser Verwarnung wird dem Mitglied die Möglichkeit gegeben, in Zukunft die Grundsätze der Piratenpartei bei seinen Äußerungen stärker zu beachten.?

    ?

    Die Durchführung der Ordnungsmaßnahme wird von den anwesenden Vorstandsmitgliedern einstimmig beschlossen. Der Vorstand beschließt weiterhin einstimmig mit allen anwesenden Vorstandsmitgliedern, die Verwarnung als eigenen Thread auf der Aktiven-Liste durch Dirk Hillbrecht zu veröffentlichen, sowie Bodo Thiesen vorab per Mail von Hauke zu informieren.

    http://wiki.piratenpartei.de/2008-06-05_-_Vorstandssitzung#TOP_4.1:_Revisionismusdebatte:

  3. #53 | WB sagt am 6. Juli 2009 um 16:01

    Zitat MistaBreed: “Und ich kann nicht nachvollziehen was sowas wie ?Nerd-Partei? in einem sachlichen kontext zu suchen hat, das wirkt nicht sehr professionell!”

    Ganz einfach, der Piratenpartei fehlt es an Werten und sie ist froh, dass sich ein Fleißiger, und sei es ein Holocaustleugner, um Ämter bemüht, die sonst vielleicht keiner übernehmen möchte. Und dessen politische Meinung soll dann allen Ernstes als “Privatsache” abgehandelt werden. Da haben einige der Nerds noch nicht begriffen, worum es bei einer politischen Partei handelt: um Sinnproduktion. Und nicht die von Software.

  4. #54 | Oliver sagt am 6. Juli 2009 um 16:03

    Es geht doch hier um ein Mitglied, das in ein Amt gewählt wurde, und dieser Gewählte hat es bis heute nicht geschafft seine offensichtlich grundfalschen Annahmen über ein ziemlich wichtiges Kapitel in der Deutschen Geschichte zu überdenken. Wie soll man guten Gewissens eine solche Partei mit einem solchen Partei wählen?

    Wertfreie Nerd-Parte trifft es da ziemlich gut.

  5. #55 | Falk D. sagt am 6. Juli 2009 um 16:31

    Nicht alle Piraten denken so. Ich zum Beispiel möchte die Sache klären, leider sah ich mich auf dem BPT09 nicht berufen genug. http://is.gd/1oQ5y

  6. #56 | Stefan Laurin sagt am 6. Juli 2009 um 16:34

    @Falk D: Ich glaube auch nicht dass alle Piraten so denken. Aber die die es nicht tun sollten die Sache klären.

  7. #57 | MatthyK sagt am 6. Juli 2009 um 16:40

    Zitat WB:
    “Anders ausgedrückt: B. T. ist ein Nazi, aber ein fleißiger. Offenbar reicht das, um in der Piratenpartei Karriere zu machen. Bleibt nur zu hoffen, dass diese wertfreie Nerd-Partei Schiffbruch erleidet.”
    Da hast du mich falsch verstanden.

    Richtig ist: Den Leuten, die ihn in dieses (relativ unbedeutende) Amt gewählt haben, waren zwar sein Fleiß und sein Engagement bekannt, nicht aber die Äußerungen, die er vor langer Zeit mal in einem Forum getätigt hat. Daraus ableiten zu wollen, die Partei würde rechtes Gedankengut akzeptieren, ist eine Verbindung, die man wohl nur sieht, wenn man sie sehen will…

  8. #58 | naja sagt am 6. Juli 2009 um 17:01

    Indymedia ist doch keine seriöse Quelle, da kann man sich die “Infos” auch selbst aus den Fingern saugen.

  9. #59 | WB sagt am 6. Juli 2009 um 17:16

    @naja: Ich muss mir nichts aus den Fingern saugen. Thiesens Replik auf die Vorwürfe im Parteiwiki bringt das Denken dieses Herrn schön auf den Punkt.
    @MatthyK: Ich glaube nicht, dass ich Dich falsch verstanden habe. Auf dem Parteitag in Wilhelmsburg wurde eine Diskussion über Thiesens revisionistischen Ansichten abgebügelt und die Piraten-Nerds waren’s zufrieden.

  10. #60 | naja sagt am 6. Juli 2009 um 18:00

    Wer ernstgenommen werden will, benutzt Indymedia nicht als Quelle.

    Ansonsten noch etwas seriöses zum Thema:

    http://www.heise.de/newsticker/Piratenpartei-tritt-fuer-digitale-Freiheit-ein–/meldung/141649

    Piratenpartei tritt für digitale Freiheit ein

  11. #61 | Stefan Laurin sagt am 6. Juli 2009 um 18:58

    @naja: Reicht die der O-Ton aus dem Piraten Wiki?
    Hier ist er: Thiesen im Piraten-Wiki, zuletzt aktualisiert am 19. Mai 2009 um 04:49 Uhr in seiner Replik auf Felix von Leitner: ?Meine Ansichten über die Deutsche Geschichte entsprechen sicherlich nicht der allgemeinen Lehrmeinung, allerdings ist Teil der freiheitlich demokratischen Grundordnung, seine Meinung auch dann äußern zu können/dürfen, wenn sie eben NICHT der allgemeinen Lehrmeinung entspricht.?

    ?Geschichtswissenschaft != Politik. Meine Ansichten darüber, was in Deutschland tatsächlich geschehen ist, hat keinen Einfluss auf meine politischen Forderungen. Ob nun die Juden (und die nicht-jüdischen Opfer, die ich in Folge nicht jedes mal separat aufzählen werde) in Auschwitz vergast wurden oder auf anderem Wege getötet wurden, spielt für die Entscheidung, jedes Menschenleben unabhängig von der Hautfarbe, Religion usw. schützen zu müssen, keine Rolle. Sie spielt auch keine Rolle in der Bewertung, ob die Judenverfolgung ein Verbrechen war, oder nicht. Die Verfolgung war ein Verbrechen und jeder einzelne Mensch, der verfolgt und getötet wurde, war einer zuviel. Das lässt sich nicht schön reden – das versuche ich auch garnicht. Auf der anderen Seite sehen wir uns heute vor dem Problem, daß es unglaublich viele Parallelen zwischen dem Nazi-Deutschland und unserem heutigen Deutschland gibt. Gerade die Tabuisierung des Nazi-Deutschlands aber lähmt uns heute, diese Parallelen wahr haben zu wollen, denn jeder solcher Versuch wird gerne sofort als »Relativierung des Holocausts« fehlinterpretiert. Auch aus diesem Grunde wäre es wichtig gewesen, eine neutralere Sichtweise in Bezug auf die Deutsche Geschichte an den Tag zu legen, und nicht jeden, der eine Meinung gegen den Mainstream hat, sofort als Nazi zu brandmarken.?
    Reicht, oder?

  12. #62 | Jens sagt am 6. Juli 2009 um 19:04

    Die Piratenpartei erfährt hier wieder einmal die Standardbehandlung
    jeder neuen, von normalen Bürgern in Deutschland gegründete Partei:
    sie wird mit der Nazikeule durch die Stadt getrieben. Damit muss sie
    leben. Sie sollte erst gar nicht versuchen, darauf einzugehen. Denn
    erfahrungsgemäß hören die Angriffe sowieso nicht auf, solange es die
    PP gibt. Die PP ist hier sogar besonders anfällig, weil die Freiheit,
    für die die PP eintritt, ja auch NPDlern und anderen Rechten zugute
    kommt. Die Medien werden immer irgendeinen Piraten finden, der privat
    irgendetwas nicht ganz politisch Korrektes gesagt hat. Ganz schlimm
    wird es werden, sollten die Piratenpartei einmal für Ziele eintreten,
    die üblicherweise dem Nazivorwurf ausgesetzt sind, wie Kritik am
    Afghanistankrieg oder an der israelischen oder US-Politik etc.

    ABER wenn die Piratenpartei beginnt, Leute aufgrund von politisch nicht ganz
    korrekten Äußerungen oder aufgrund von Kampagnen von Bild, Spiegel
    und Konsorten rauszuschmeißen, dann sind die Piraten für mich
    unwählbar.

  13. #63 | Christopher sagt am 6. Juli 2009 um 19:17

    Wow, endlich mal ein kritischer Beitrag zu den Piraten. Sicher nicht der erste und ich will damit auch nicht sagen, dass die Piraten nur schlecht sind, aber in der Netzwelt haben diese ja nunmal für gewöhnlich große Unterstützung.

    Die Äußerungen von Herrn Thiesen sind eine Schande, ganz egal, welcher Partei er angehört (oder auch wenn er parteilos wäre). So bekommt die einstmalige Ein-Thema-Partei auf einmal einen ganz anderen Zusatz, natürlich ungewollt.

    Schon bei Tauss fand ich es befremdlich, dass ein vom Volk als SPD-Mitglied gewählter Politiker einfach die Parteizugehörigkeit wechseln kann. Das ist meines Erachtens nicht im Sinne der Demokratie.

  14. #64 | piratenwahl sagt am 6. Juli 2009 um 19:28

    @63 Christopher: Im Sinne der Demokratie ist es doch wohl nicht, wenn eine Partei wie die SPD nach der Wahl was ganz anderes macht als vorher versprochen wurde: Ich erinnere an die Mehrwertsteuererhöhung. Und an Harz4, was der Grundphilosophie der SPD widerspricht. Und an die Zensurgesetze, die der Demokratie widersprechen. Daß die anderen Abgeordneten dabeibleiben, zeigt mir, daß sie für ihr Abgeordnetengehalt ihr Gewissen hintanstellen.

  15. #65 | matthias andré richter sagt am 6. Juli 2009 um 19:40

    Ich habe den Hype um diese NERDS sowieso nicht verstanden. Viele von denen haben wohl auch eher Physik -LK und Squadleader als Geschichts-LK und Asterix hinter sich. Dennoch gibt es einen einfachen Kantschen Imperativ, den auch diese counterverstrikten Pickelhirne verstehen sollten: Was Du nicht willst was man dir tuh, das füg auch keinem Andern zu. Und das heisst auf gut deutsch: Keiner, der im gesellschaftlichen Kontext ernst genommen werden will umgibt sich mit Nazis oder Kinderschändern!!!

  16. #66 | Marcus Meier sagt am 6. Juli 2009 um 19:57

    Offenbar gab es bei den Piraten einen Thread zum Thema Thießen / Holocaust. Der ist wurde offline gesetzt. Offizielle Begründung: Thiesen sei unterstellt worden, er habe eine Straftrat begangen. Das wiederum sei üble Nachrede. Jetzt tobt eine Zensurdebatte – und die Debatte über Thiesen geht weiter.

  17. #67 | Barabbas sagt am 6. Juli 2009 um 19:57

    Ich finde es auch befremdlich, dass Kinderpornographie zunehmend mit “KiPo” abgekürzt wird. Das entspricht zwar dem üblichen Verkürzungswahn und ist deshalb nicht unbedingt eine bewusste Verharmlosung von Missbrauch – aber es ist einfach unangebracht und verdeutlicht, dass der Abkürzende sich vielleicht ein paar Gedanken zu wenig gemacht hat.

    Ist in diesem Zusammenhang aber echt mal egal, weil ich mich eigentlich nur über den Begriff “Kinderpornographie” beklagen will. Das ist auch so ein Schlacht- und Kampfbegriff, den man vielleicht mal überdenken sollte: Denn was bedeutet das? Ist das – im Gegensatz zu “normaler” Pornographie – Pornographie mit Kindern, die wir deshalb doof finden? Geht es darum? Ich habe gehört, dass von einigen seriösen Kinderhilfsorganisationen der Begriff “dokumentierter Missbrauch” genutzt wird – und um ehrlich zu sein finde ich das viel passender und auf den Punkt gebracht. Hört sich vielleicht etwas verharmlosend an in einer Gesellschaft in der alles gleich zu Kampfbegriffen verstummelt wird, aber es bringt es auf den Punkt: Das ist Missbrauch von Kindern, den irgendein Sch*** (dem Täter) filmt.

    Wenn wir überlegen, was Pornographie ist (eher legal (oder zumindest geduldet), weit verbreitet, freiwillig), dann ist Kinderpornographie wirklich etwas ganz anderes! Und ich bin mir nicht sicher, ob man sich da noch darüber unterhalten muss, ob “KiPo” eine blöde Abkürzung ist… der ganze Begriff stinkt doch.

    Schönen Gruß

  18. #68 | Oliver Fink sagt am 6. Juli 2009 um 20:23

    Ich bin auch als FDP-Mitglied, also einer mit der Piratenpartei im Wettbewerb befindlichen Partei, ein wenig erstaunt, über die Heftigkeit, mit der jetzt in dieser Angelegenheit über sie hergefallen wird. Zumindest Einige scheinen auf eine solche Gelegenheit nur gewartet zu haben. Einige grundsätzliche Anmerkungen dazu:

    1. Die Piraten haben dem Diskurs einiger politischer Themen einen wichtigen Drive gegeben. Das ist gut.

    2. Ob die Piraten sich mit der Aufnahme von Herrn Tauss einen über den Moment andauernden Gefallen getan haben, wage ich zu bezweifeln. Selbstverständlich ist ihr neuer MdB juristisch als unschuldig anzusehen, solange er nicht verurteilt ist. Und ebenso selbstverständlich ist es in der Tat möglich, dass er tatsächlich lediglich ungeschickt, aber in der Sache unschuldig ist. Nach außen hin wird die Aufnahme einer Person, die in der öffentlichen Debatte mit dem Makel “Kinderpornografie” behaftet ist, ebenso viele grundsätzlich sympathisierende Menschen von einer Unterstützung abhalten wie der Name “Piratenpartei”. Vielleicht also kein Fehler, aber ein politisch höchst riskantes Manöver. Würde Herr Tauss verurteilt, bliebe Einiges davon an der Piratenpartei hängen.

    3. Die Wahl von Herrn Thiesen ist mit Sicherheit ein Fehler gewesen. Es wundert mich schon, dass von den Vorständen, die von der Verwarnung in dieser Angelegenheit wussten, keiner die Gelegenheit genutzt hat, ihn mit seinen Aussagen in der Versammlung zu konfrontieren. Damit hätte er zum einen die Möglichkeit gehabt, seinen Fehler öffentlich einzugestehen und zu korrigieren, oder alle Anderen hätten gewusst, welch Geistes Kind sie da gerade wählen wollten. Der Parteivorstand scheint seine Arbeit scheint ? freundlich formuliert ? schon reichlich unbedarft zu verrichten.

    4. Ich finde es völlig verständlich, dass ich als Mitglied ein anderes Mitglied, auf Basis dessen, was ich von im weiß, wähle. Kenne ich seinen Einsatz und seinen Fleiß, weiß aber nichts von irgendwelchen obskuren und unhaltbaren politischen Aussagen, dann kann ich meine Wahl auch nicht von Letzteren abhängig machen. Das zu verkürzen zu “Piraten wählen auch Nazis, nur fleißig müssen sie sein!” ist schon mehr als unsauber. Da will jemand keine sachliche Kritik anbringen, sondern abschlachten.

    5. Völlig außer Frage steht, dass die Piratenpartei jetzt handeln muss. Sollte sie es hinnehmen, dass Herr Thiesen auch nach Kenntnis dieser Aussagen ? sofern er diese nicht ausdrücklich und umfassend als Fehler anerkennt und sich davon distanziert ? seine Parteiämter behält, dann würdigte sie diese als für die Partei hinnehmbar. Dann wäre die Piratenpartei allerdings auch zu Recht für viele andere als Wahlalternative nicht mehr hinnehmbar. Warten wir doch einige Tage ab, was geschieht. Und aufgrund des Handelns der Parteigremien kann man dann ein Urteil fällen. (Rein akademisch hätte mich ja vielmehr interessiert, was ohne diese öffentliche Skandalisierung geschehen wäre.)

    6. Für mich sind allerdings weder die “Causa Tauss” noch die “Cause Thiesen” die Kriterien, weshalb ich die Piraten ? zumindest im Moment noch ? für unwählbar halte. Mit der gegenwärtigen Programmatik wählte ich in der kommenden Bundestagswahl eine Wundertüte, bei der ich bei ganz vielen wichtigen Fragen nicht wüsste, wie meine Stimme verwendet würde. Gut, werden jetzt vielleicht Einige einwenden, da kann man sich bei anderen Parteien auch nicht so sicher sein. Denen kann ich aber in der Regel vor den Latz hauen, wenn sie entgegen dem entschieden haben, was sie vor der Wahl versprachen. Und bei den Piraten? Die haben in der Regel überhaupt keine Aussage getroffen, können also guten Gewissens machen, was immer sie wollen. Die inhaltliche Beschränktheit ist der Grund, die Piratenpartei nicht zu wählen. (Dieser Punkt in meinem Blog unter http://is.gd/1p282 etwas ausführlicher.)

    Insgesamt würde ich mir eine sachlichere und in einigen Punkten fairere Umgangsform wünschen. Die Piraten werden als junge Partei sicherlich noch eine ganze Menge Fehler begehen. Sie darauf hinzuweisen ist in Ordnung. Die Übertreibung nützt allerdings der Sache nicht. Allerdings könnte ein Fehler im hier konkret diskutierten Fall in der Tat derjenige werden, der ihnen schon am Anfang einer möglichen politischen Bedeutung das Genick bricht…

  19. #69 | xconroy sagt am 6. Juli 2009 um 21:27

    Tut mir leid, aber ebenso wie das vorherige kritiklose Hochjubeln der Piraten ist auch dieser Beitrag eher unangemessen, halt nur in die andere Richtung.

    Eine Partei ist also dadurch “kontaminiert”, daß jemand in sie eintritt, der fragwürdige Ansichten vertritt. Tschulljung, aber aus welchem Grund noch gleich? Werden die Piraten dadurch zu Nazis? Das wird keiner hier behaupten, denke ich. Und damit ist das Problem aus meiner Sicht auch schon vom Tisch. Mir geht es nämlich nicht um ideologisches Geschwurbel, sondern um konkrete Handlungsmöglichkeiten, die eine Partei anstrebt. Die Ziele der Piraten liegen meines Wissens eher im Bereich Bürgerrechte und nicht im Bereich Geschichtsrevisionismus, also was soll das Buhei?

    Mich wundert eh, daß ach so alternative und eigenständige Blogger den gleichen Empörungsmechanismen erliegen wie der *hüstel* Qualitätsjournalismus. Als ob all das Gute, das ihr bisher mit den Piraten verbunden habt (ziemlich unkritisch, wie gesagt) jetzt plötzlich nix mehr zählt, weil ein oder zwei falsche Hasen im Kohl sitzen. Weder ein Tauss noch ein Thiesen werden einen erkennbaren Unterschied ausmachen, was die Arbeit der Piraten angeht. Die ach so empörte Kritik schießt – typisch deutsch, scnr – auf Bezeichnungen und Ideologioen, nicht auf reale politische Arbeit. Gerade da gäbe es aber genügend zu kritisieren an den Piraten – es ist für mich in Ordnung, als one-issue-Partei zu starten – haben die Grünan ja auch gemacht – aber es bliebe noch genügend Zeit, zumindest grundlegende Fundamente in den Nicht-Kernbereichen zu legen bzw. sich intern wenigstens mal darüber zu verständigen. DAS sind imho die realen, wichtigen Kritkpunkte – die aber wurden in den letzten Hype-Wochen kaum aufgegriffen. Sobald aber sowas Ähnliches wie ein Nazi daherkommt in seiner ganzen Irrelevanz, da ist das Geschrei dann groß.

    Für mich persönlich ist es egal, ob ein Tauss oder ein Thiesen mit an Bord sind. Ich wähle die Piraten (wahrscheinlich), weil sie mittelfristig ein belebendes Element darstellen könnten – vielleicht sowas, was die FDP mal ganz früher sein wollte und nie geworden ist. Inhalte sind mir wichtiger als Namen. Leider sind Namen und das dranhängede Getröte für die meisten offenbar wichtiger – und das haben die Piraten wohl unterschätzt. Tauss mag fachlich eine große Verstärkung sein – aber sein Name ist gebrandmarkt und wird, sobald die Piraten ernst genug genommen werden, gegen sie verwendet. Von Thiesen höre ich heute das erste Mal, aber wer sich in die Nähe von Auschwitzleugung begibt, kontaminiert alles was er anfaßt.

    Ich werde mich in den nächsten Sätzen übrigens auch als Nazi outen (und später noch als Kinderporno-Verharmloser, aber eins nach dem anderen). Von mir aus kann der ganze Käse mit “Auschwitzlüge strafbar” gerne ersatzlos gestrichen werden. Das ist keine Volksverhetzung. Erstmal sprechen die Fakten so dermaßen gegen die Revisionisten, daß man sie ihnen eigentlich nur vor den Latz zu ballern braucht. Dann diskutiert man eben drüber, und entweder der Nazi bockt oder er siehts ein, Ende Gelände. Das Verbot ist aber Schwachsinn hoch zehn, und in dieser Hinsicht (nicht was den “Polen hat angefangen”-Scheiß angeht) finde ich, daß Thiesen recht hat. Der größte Quatsch darf straffrei behauptet werden (und das ist auch gut so), und da in anderen Ländern, die kein Auschwitzlügenverbot kennen, keine daraus resultierenden Diktaturen o.ä. entstanden sind, sehe ich keinen Grund, warum das hier anders sein sollte.
    (davon abgesehen sind mir Nazis, die Auschwitz leugnen, immer noch lieber als solche, die es NICHT leugnen, weil sie es gut und richtig fanden… die gibt es nämlich auch und die sind viel gefährlicher).

    Irgendwer oben schrieb was von “endlich mal Kritik an den Piraten”… oh man… das hier IST keine Kritik. Das ist Boulevardjournalismus. Kritik wäre, auf die Schwächen ihres Parteiprogrammes einzugehen, und zwar knallhart. Aber das erwähnte ich bereits, ja?
    (sieht so aus, als ob ich mich ein bißchen in Rage schreibe xD… aber das hat seine Gründe. Wer sich immer gegenüber den “Holzmedien” positioniert als die bessere Alternative – was ja oft auch stimmt – und dann aber billigsten Empörungs”journalismus” abliefert hat ein von mir rein subjektiv so empfundenes Glaubwürdigkeitsproblem.

    So, jetzt noch was zu “Kinderpornos”. Auch wieder so urdeutsch – man streitet sich darum, wie das Zeug richtig heißen soll. Meine Güte, Namen sind Schall und Rauch… und kennt übrigens jemand den englischen Begriff für “Verharmlosung”? Siehste, ich mußte auch erst bei leo nachschauen. Das heißt übrigens “belittlement” (Verb: “to trivialize”), und das kennt deshalb keiner, weil das Empören über “Verharmlosung” von allem Möglichen scheinbar was äußerst deutsches ist und im englischsprachigen Raum viel seltener verwendet wird. Schau mal an. Also: von mir aus kann das gerne neidlich “KiPo” heißen. Dadurch, daß wir es “dokumentierter Mißbrauch” nennen wird zwar kein Kind weniger mißbraucht, aber wir fühlen uns gleich irgendwie… ernsthafter? Besser? Aber ein Stoppschild wollen wir nicht, is schon klar^^. Das ist ja gaaanz was anderes. Davon mal ab ist keinesfalls alles, was heute so unter “KiPo” läuft oder noch laufen soll, tatsächlich dokumentierter Mißbrauch. Schon mal was von “Scheinminderjährigkeit” gehört? Jugendpornographie? Fiktive Darstellungen? Kann alles unter “KiPo” laufen.

    So, der Text ist lang, und ich habe mir schon genügend Buhrufe verdient damit. Für diejenigen, die nicht so gerne viel lesen (und trotzdem bis hier gekommen sind… hm… egal), hier eine kurze Zusammenfassung:

    Kritk an den Piraten ist durchaus angebracht, gerne auch zur Abwechslung konstruktive solche. Das Parteiprogramm ist noch inkonsistent und vage, die Öffentlichkeitsarbeit läßt zu wünschen übrig. DAS sind gute Gründe, die Piraten eventuell NICHT zu wählen. Denn DADURCH können ihre ja sehr hehren Ziele in Gefahr geraten – NICHT durch die Anwesenheit irgendwelcher Leute mit zweifelhaften Meinungen.

    Das “war” es keinesfalls mit den Piraten, und solche fußaufstampfend-schmollenden Reaktionen sind alles andere als erwachsen. Der Autor will sich nicht den Problemen der Piraten stellen, sich nicht konstruktiv damit auseinandersetzen, sondern wendet sich schmollend ab (“so, das reicht, bis hierher und nicht weiter *stampf*!”)- zu welcher Alternative nochmal? Weil, wenn man aus so fadenscheinigen Gründen die vormals Supporteten verläßt, ist man wohl entweder selber recht boulevard-anfällig, oder es war einem nie so wirklich ernst mit dem Supporten.

    Besten Dank für die Aufmerksamkeit. Es dürfen Tomaten geworfen werden.

  20. #70 | Chris sagt am 6. Juli 2009 um 21:43

    @naja; Indymedia ist nicht die Quelle. Die Quelle ist Bodo Thiesen selbst.

  21. #71 | helmboy sagt am 6. Juli 2009 um 23:09

    Thiesen sagt ja auf seiner Profilseite unter anderem auch zum Thema Gentechnik:
    “Ich bin gegen ein Verbot der Gentechnik, da es in die Rechte jener (theoretischen) Konsumenten eingreift, die genetisch veränderte Nahrungsmittel essen wollen. [...]Daher sollte das Ziel sein, die Auszeichnungspflicht zu erreichen.”
    Abgesehen von der unfassbaren Idiotie dieses Arguments (was ist mit den Rechten der theoretischen Konsumenten, die gerne mit Fäkalien, rostigen Nägeln oder Zyankali versetzte Nahrungsmittel essen wollen?) ? ist diese Haltung nicht das genaue Gegenteil der Forderung “Löschen statt Sperren”?

  22. #72 | Curu's Blog sagt am 6. Juli 2009 um 23:36

    Kann man das bitte mal zur Kenntnis nehmen?…

    Es wird gerade heftig um Bodo Thiesen gestritten. Der Mann ist schon vor Jahren durch äußerst fragwürdige Aussagen zum Thema Zweiter Weltkrieg, Holocaust, Drittes Reich etc. aufgefallen, aber jetzt weckt das eigentlich nur deshalb Interesse, weil er…

  23. #73 | uk sagt am 6. Juli 2009 um 23:46

    Was mich an dem Artikel etwas stört ist die undifferenzierte Quellenführung. Wo kommt denn genau dieser Ausspruch von Thies her? Da steht nur als Quelle Indymedia drunter. Wo wir ja wissen, dass die ziemlich links und nicht unbedingt eine seriöse Quelle sind. Zumindest nicht seriöser als es Wikipedia ist.
    Mir fehlt wo Thies das gesagt haben soll. So weiß man nicht, ob er es denn wirklich gesagt hat. Wer weiß, wo das her kommt!?

    Ohne gute und korrekte Quellenführung kann man nicht argumentieren, da sich der Leser nicht sicher sein kann, dass die genannten Aussagen auch wirklich der Wahrheit entsprechen. Mit geeigneter Quelle ist das wesentlich glaubhafter!

  24. #74 | xconroy sagt am 6. Juli 2009 um 23:49

    @helmboy

    “Unfassbare Idiotie” bezogen auf seine Argumentation zur Gentechnik… hm, womit bezeichnest du denn dann NOCH schlimmere Sachen? Da müßten dir ja die starken Wörter bald ausgehen ;-) .
    Übrigens ist der Vergleich zwischen gentechnisch veränderten Lebensmitteln und rostigen Nägeln etc. ziemlich *hüstel* idiotisch, aber das dürfte dir selber klar sein (oder muß ich wirklich begründen, warum? Nicht echt jetzt, oder?).

    Gentechnik ist kritisch zu sehen. Was du hier vorbringst ist aber keine Kritik, sondern undifferenziertes Bashing. Ich fände es sehr gut, wenn gentechnisch veränderte Lebensmittel einfach erkennbar gekennzeichnet werden, so daß ich selber entscheiden kann, ob ich sie kaufen will oder nicht. Dann weiß ich nämlich, was verändert wurde, welche Bestandteile inwieweit betroffen sind und kann mich darüber informieren. “Sperren” wäre das Verweigern dieser Information, “Löschen” wäre ein Verbot der Genforschung als solche.

    Aber das ist ja gar nicht Thema hier ;-) (hm, da hab ich schon wieder dem Thiesen zugestimmt. Wo bleiben die Tomaten? (gerne auch mit Gentechnik drinne, die fliegen besser))

  25. #75 | Stefan Laurin sagt am 6. Juli 2009 um 23:53

    @uk: Schau bitte in die Kommentare – dort findest Du zahlreich Links und Zitate mit Quellenangaben. Thiesen selbst steht auch zu diesen Aussagen.

  26. #76 | Heinz Mustermann sagt am 7. Juli 2009 um 00:22

    Thiessen ist auf dem Parteitag vor Wahl zu seinen Aeusserungen angesprochen worden. Wer einen Straftatbestand saehe moege ihn bitte anzeigen — aber offenbar ist hinterruecks schwaetzen und generalverdaechtigen wohl das Einfachste? Schwach, wenn dem so waere! Und gar nicht piratig!

    Mitglied werden, selber abstimmen – rummaulen ist nicht kontruktiv!

  27. #77 | helmboy sagt am 7. Juli 2009 um 00:28

    @xconroy:

    “Sperren” vs “Löschen”: Das Löschen entspräche in dem von mir angesprochenen Fall einem Verbot von genmanipulierten Pflanzen und Tieren zur Nahrungsproduktion und genau das stand auch im Programm der Piraten zur Europawahl.

  28. #78 | überschaubare Relevanz sagt am 7. Juli 2009 um 05:43

    Porno-Piraten und der Holocaust…

    Drüben bei den Ruhrbaronen tobt mal wieder die Kinderpornographie-und-Tauss-waren-schon-schlimm-genug-aber-nun-auch-noch-Rechtsextremismus! – jetzt-sind-die-Piraten-wirklich-definitiv-endgültig-für-immer-echt-absolut-unwählbar-Diskussion, zu…

  29. #79 | Jack sagt am 7. Juli 2009 um 06:59

    1) Zur Thiesen Debatte äußere ich mich aus Prinzip nicht. Da werden 6 Jahre alte Wikieinträge als Quelle genutzt, die zeitliche Reihenfolge der Quellen, die auch in den Kommentaren genannt werden, ist absolut nicht mehr deutlich. Ich sehe mich nicht in der Position hier differenziert etwas zu beurteilen. Aber:

    2) Dass jemand rechtsextreme Tendenzen in der Piratenpartei kritisiert halte ich für legitim und wichtig. Aber auf eine Seite wie indymedia zu verlinken, die tlw. extrem linke Tendenzen hat in genau demselben Artikel halte ich für unverantwortlich. Es ist gegen jede(!) Form von Extremismus vorzugehen.

    3) Zu dem Begriff “Kinderpornografie”: Meiner Meinung nach ist “Kinderpornografie” als Begriff eine unglaubliche Verharmlosung! “Pornografie” setzt schließlich eine Freiwilligkeit voraus, sodass der Begriff “Kinderpornografie” eine Freiwilligkeit der Kinder impliziert. Das ist meiner Meinung nach widerwärtig. Und nur deswegen wird meines Erachtens von “dokumentiertem Kindesmissbrauch” gesprochen, was als Begriff deutlich macht, dass keinerlei Freiwilligkeit beim Kind vorhanden war. Und dieser Begriff macht daher erst die ganze Schrecklichkeit korrekt deutlich.

    Und dann noch zu “KiPo”: “Acquired Immune Deficiency Syndrome” ist eine schreckliche Krankheit. Und trotzdem kürzt es jeder als “AIDS” ab. Ist die Benutzung der Abkürzung “AIDS” eine löschenswerte Verniedlichung der Krankheit? Sicher nicht! Kommentare mit der Abkürzung “KiPo” zu löschen empfinde ich fast schon als Willkür.

  30. #80 | Yuri sagt am 7. Juli 2009 um 10:10

    Ja… die Aussage ist von 2004. Ist natuerlich sehr aktuell. Ansonsten wuerde ich empfehlen, lieber seine Stellungnahme zu den Vorwuerfen zu lesen.

    Und, tut mir Leid, aber diese ueberreagierenden Antifas kann ich ohnehin nicht wirklich ernst nehmen. Natuerlich kann man da nicht alle ueber einen Kamm scheren, aber seit ich von denen einmal bar jeglicher Begruendung [oder ueberhaupt Erklaerung] zum nazi deklariert und vom Besuch eines Lokals abgehalten wurde, wa sich Nachhinein als “fruendlich aber bestimmt” bezeichnet wurde, wuerde ich ‘deren’ Aussagen zumindest kritisch betrachten.

    Abgesehen davon haben Ansichten ueber die Ausloeser des Kriegs bzw. allgemein geschichtliche Zusammenhaenge imho nicht automatisch etwas mit der politischen Gesinnung einer Person zu tun [die Piratenpartei schliesst faschistisches Gedankengut sowieso per Satzung und Programm aus].

  31. #81 | WB sagt am 7. Juli 2009 um 10:55

    Zitat: “Ansonsten wuerde ich empfehlen, lieber seine Stellungnahme zu den Vorwuerfen zu lesen.”

    @Yuri: Tja, das habe ich getan und was ich da gelesen habe, ist verquaster Geschichtsrevisionismus. Und natürlich ist es nicht unpolitisch, Polen die Schuld am Zweiten Weltkrieg zu geben. Das lässt sich klar politisch verorten.

  32. #82 | zweitgleis sagt am 7. Juli 2009 um 11:12

    Randbemerkung: Die SPD sei angeblich nach #Zensursula “unwählbar” geworden, die Piraten seien es aber nicht, auch wenn sie Rechtsradikalen eine Heimat geben?

  33. #83 | David Schraven sagt am 7. Juli 2009 um 11:14

    @ zweitgleis.

    Guter Punkt

  34. #84 | Kritiker sagt am 7. Juli 2009 um 12:36

    Wie könnte sich eine Partei wie die Piratenpartei selbst ernstnehmen wenn sie so fundamentale Rechtsstaatsprinzipien wie die Unschuldsvermutung nicht gelten lassen soll? Herr Tauss hat das Recht der Partei beizutreten und dieses Recht verfällt wenn er verurteilt wird und nicht weil ein Verdacht im Raum steht, auch wenn er dies nur bedingt leugnet. Wo soll man dann aufhören? Ich gestehe mal im Parkverbot gestanden zu haben, darf ich jetzt nicht mehr Mitglied werden?

  35. #85 | Jackr sagt am 7. Juli 2009 um 14:10

    @Tauss: Ich finde seine Erklärung, dass er recherchiert hat, schlüssig. Ich finde es eher bedenklich, dass der Bundestag einfach so seine Immunität aufgehoben hat.
    @Thiesig: Deine Logik, wegen einem Parteimitglied, eine Partei für unwählbar zu erklären, würde – konsequent angewandt – praktisch jede Partei unwählbar machen. Die neue Stellungsnahe macht sehr deutlich das die Piraten nicht hinter den Äußerungen steht.

  36. #86 | David Schraven sagt am 7. Juli 2009 um 14:38

    @ Jackr.

    Die Begründung von Tauss ist lächerlich. Er spekuliert auf einen Strafbefehl. Damit kann er weiter argumentieren, er sei nicht von einem Gericht wegen des Besitzes von Kinderpronografie verurteilt worden. Das ist eine PR-Nummer.

  37. #87 | Daniel Mohler sagt am 7. Juli 2009 um 15:06

    Zwei Kommentare:

    1) Jede(r), der/die wegen den Äusserungen einer Einzelperson eine Gruppe von 3400 Menschen (die Piratenpartei) kategorisch über einen Kamm schert sollte sich mal überlegen, ob diese hohle Plappertasche nicht vielleicht zu viel Einfluss auf ihn/sie hat. Jedenfalls hat er auf solche Leute mehr Einfluss als auf die Piratenpartei.

    2) Viele (gerade auch neue) Mitglieder (darunter auch ich) kannten die Aussagen von Herrn Thiesen nicht, oder kannten nur seine neuen statements und nicht die alten Aussagen von 2003.

  38. #88 | Core Dump sagt am 7. Juli 2009 um 15:36

    Ist die Piratenpartei eine Nazi-Partei?…

    (Ja, ich muss mich jetzt auch noch mal zu diesem Thema äußern…)
    Momentan hagelt es ja grad Vorwürfe, die Piratenpartei sei eine Nazi-Partei, «unwählbar» (weil sie Nazis dulde), von Rechten unterlaufen etc. Konkret geht es dabei um…

  39. #89 | Buchnekromant sagt am 7. Juli 2009 um 15:43

    Ich finde in diesem Eintrag wird deutlich zu flach gegen die Piraten gewettert. Ebenso werden sie in breiten teilen des Webs auch sehr flach hoch gejubelt. Aber sollte man als Kritiker dann nicht wenigstens bemüht sein diese Ebene zu durchbrechen und auf einem gehobeneren Niveau zu kritisieren?

    Von einer “Unwählbarkeit” sind die Piraten meiner Ansicht nach noch weit entfernt. Ich halte nichts von oftmals in die Welt geschrienen “politischen Genickbrüchen”. Fehler sind menschlich und sollten einfach ganz offen und transparent Diskutiert werden um Schlüsse daraus zu ziehen und letztendlich aus ihnen zu lernen. Wird bei jedem Fehler immer laut nach Rücktritten geschrien, werden sicher nicht weniger Fehler geschehen, aber um so mehr werden zu vertuschen versucht.
    Politische Fehler werden heutzutage doch leider nur noch instrumentalisiert. Es geht doch zumeist garnicht mehr um einen Fehler an sich, sondern nur noch darum wie man ihn ausschlachten kann um dem politischen “Feind” zu schaden, ihm das “Genick zu brechen”. Ständig hört man doch heutzutage in der Politik von Rücktrittsforderungen wegen irgendwelchen Lapalien ohne dass es überhaupt noch um die Nachwirkungen des Fehlers geht. Sie werden aufgebläht und es wird laut nach Rücktritt geschrien.
    Natürlich will ich die Leugnung des Holocausts nicht als Lapalie hinstellen, jedoch wurde Thiesen nicht AUFGRUND seiner Einstellung von den Piraten gewählt, sondern auf breiter Ebene eher aus Unkenntnis eben dieser Einstellung. Würden die Piraten sich das leugnen des Holocausts auf die Flagge schreiben, DANN wären sie unwählbar.
    So wie die Dinge stehen, ist jedoch alles was man ihnen vorwerfen kann eine gewisse Unachtsamkeit/Nachlässigkeit bei den Wahlen zur Besetzung eines relativ unwichtigen Parteiamtes. Ein Fehler der, unter Berücksichtigung dass die Partei sich in einer Aufbauphase befindet und sehr viele Mitglieder hat die erst frisch “politisiert” wurden, durchaus zu verzeihen ist.

    Allgemein erhoffe ich mir von den Piraten, dass sie sich eben nicht in diesen heuchlerischen Politzirkus einpassen, sondern dass sie es besser machen. Natürlich will eine Partei Wählerstimmen erreichen, aber bitte um welchen Preis? Herr Tauss beispielsweise vertritt bereits seit Jahren Standpunkte im Parlament welche den Piraten sehr nahe sind, er ist ein freier Mann, wieso sollte ihm also ein Parteieintritt verwehrt bleiben? Sollte eine demokratische Partei nur aus taktischem Kalkül solche Grundwerte wie die Unschuldsvermutung mit Füßen treten, nur weil im Falle einer Verurteilung die Medien ein Schlachtfest veranstalten könnten?
    Mir persönlich ist eine ehrliche Partei, die versucht vransparent und vernunftzentriert zu sein tausend mal lieber als eine heuchlerische Partei die dieses ganze politische “Spiel” von Heuchelei und mehr Schein als Sein zu sehr verinnerlicht hat.
    Ich möchte eigentlich nicht auf die SPD “Bash”-Schiene aufspringen, aber das Vorgehen auf ihrem Parteitag… einen Antrag aus der Basis mit der Begründung “Medial Unerwünscht” unter den Tisch fallen zu lassen, verdeutlicht einfach zu gut was ich meine. An dem Tag an dem die Piraten ihr “Image” höher stellen als ihre Ziele und Werte, an dem Tag werden sie für mich unwählbar. Es mag ein längerer und beschwerlicherer Weg sein, wenn man sich nicht zu gunsten von Wählerstmmen windet, posiert, in Szene setzt und selbst verrät, aber ich glaube auf lange Sicht ist dies der Weg um das Vertrauen der Wähler zu verdienen (statt sich ihre Stimmen zu erschleichen).

  40. #90 | WB sagt am 7. Juli 2009 um 16:48

    @Daniel Mohler: Und seine neuen Statements waren dann Grund genug für die Piratendelegierten, diesen Revisionisten in ein Parteiamt zu wählen? Das gibt Aufschluss über das Wesen der Partei. Ebenso diese wachsweiche, parteiamtliche Distanzierung heute.

  41. #91 | Daniel sagt am 7. Juli 2009 um 17:01

    Die PPD hat Stellung bezogen zu Thiesen’s Äußerungen und fordert ihn zu einem klaren Widerruf auf:
    http://www.piratenpartei.de/node/810

    Dass Thiesen in ein Amt gewählt wurde hängt in erster Linie vermutlich auch daran, dass ein Großteil der “Jungpiraten” keine Ahnung von ihm und den Eklat um ihn hatten. Der alte Parteivorstand hat ganz klar versagt bezüglich Thiesen, der neue Vorstand gibt sich alle Mühe die Versäumnisse des alten Vorstands auszugleichen.

    Ich finde die Entrüstung, die durch die Blogosphäre geht verständlich, aber ich finde es genauso unverständlich, dass die PIRATEN gleich zum Grab-Schaufeln abgestellt werden und aktiv torpediert werden. An dem Parteiprogramm hat sich durch Thiesen nichts geändert. Der neue Vorstand beweist, dass es ihm ernst in dem Anliegen ist. Und die Basis der Partei war regelrecht entsetzt über die Zusammenhänge, die den meisten wohl nicht bekannt waren. Ich glaube die Partei hat bewiesen, dass sie durchaus in der Lage ist die gemeinsame Wertebasis zu verteidigen.

    Die Basis hat sich unmissverständlich gegen Thiesen gewehrt und der neue Vorstand der PPD hat angemessen reagiert. Die PPD nun zu zerfleischen ist absolut nicht angebracht und im Endeffekt doch nur Wasser auf die Mühlen der Zensierer, Killerspiele-Verbieter, Vorratsdatensammler und Netzneutralitätsgegner.

  42. #92 | snake_D sagt am 7. Juli 2009 um 20:37

    auch hier möchte ich auf nun folgende aktuelle Stellungnahme des Bundesvorstandes hinweisen:
    http://piratenpartei.de/node/810

  43. #93 | Trudel sagt am 7. Juli 2009 um 21:15

    “Auch bei Gründung der Grünen haben Rechtsradikale versucht, sich in der Partei zu etablieren, zum Teil waren, gerade auf Ebene der Ortsverbände, auch ziemliche Spinner unterwegs, aber sie wurden nicht auf Bundesebene in irgendwelche Ämter gewählt sonder flogen sofort hochkant raus.”

    Ähm, sagen Dir Namen wie Werner Vogel, Baldur Springmann, August Haußleiter usw. nichts? Die Grünen haben eine tiefbraune Vergangenheit.

  44. #94 | David Schraven sagt am 7. Juli 2009 um 21:21

    @ Trudel

    Darum ging es ja.

  45. #95 | Michael Kolb sagt am 7. Juli 2009 um 21:30

    Was ich im Verlauf der ganzen Diskussion, nicht nur auf dieser Seite, regelrecht “putzig” finde sind Formulierungen und Argumente wie: “Wir haben von nichts gewusst!” oder: “Ist doch schon so lange her!” mit denen versucht wird zu argumentieren, warum man es den Piraten nicht ankreiden dürfe, den Typen gewählt zu haben. Na ja, manche Erklärungsmuster sind wohl generationsübergreifend.

    Wenn ich die Kolportage der Vorgänge, zu denen es bei diesem Parteitag gekommen sein soll, richtig verstanden habe, dann kam es vor der Wahl zu etwa folgendem “Dialog”: “Sag mal Bodo, was ist eigentlich dran an den Vorwürfen, Du hättest mal irgendwann revisionischten Unfug erzählt?”, “Steht alles im Wiki!” Bis auf den Hinweis, man solle doch bitte die Suchfunktion benutzen und nicht so doof fragen, ist das eine in Foren und netzaffinen Kreisen durchaus übliche Art und Weise der Kommunikation und Information. Diese RTFM-Attitüde finde ich schon in Foren nicht besonders dolle und es ist ziemlich erschreckend, daß sich die Anwesenden und die Verantwortlichen damit zufriedengegeben, nicht weiter nachgefragt (und wohl auch nicht im Wiki nachgelesen habe…) und dann rechtzeitig gehandelt haben.
    Heute durfte ich dann hier in einer Antwort lesen, zu kritisieren, zu schreiben und zu maulen sei unproduktiv, man solle doch bitte die Klappe halten, in die Partei eintreten und es selber besser machen… Toll, da warte ich doch nur noch auf den Hinweis, wenn es einem nicht passe, dann solle man doch wieder Windows wählen…

    Was mich nachdenklich macht ist die Reaktion der Piraten, hier in diesem Blog und auch anderswo. Anstatt klar Stellung zu beziehen, anstatt zu sagen: “Stimmt, da haben wir groben Mist gebaut!”, wird versucht zu erklären warum, weshalb und wieso… ich hätte hier 3400 Kommentare erwartet (denn so viele Mitglieder, die nicht über einen Kamm geschoren werden wollen, hat die Partei doch wohl), daß man sich klar distanziert. Aber nix, dürre Hinweise auf die offizielle Reaktion der Parteizentrale werden verlinkt. Es wird lieber darüber gejammert, daß hier eine Kampagne gegen die Piraten geführt werden würde, was ein Unfug. Ich kann mich an ein persönliches Gespräch mit einem der Barone erinnern, nur ein paar Wochen her, in dem er mir sehr lang und ziemlich euphorisch von den Piraten erzählte, was sie alles würden bewirken oder anstoßen können, daß sie vielleicht so etwas wie die neue SPD werden könnte. Das sich die Meinung hier gewendet hat, liegt einzig und allein an den Piraten selbst und an einigen sehr ungeschickten Dingen, die sie sich in den letzten Wochen geleistet haben.

    Ich hatte den Artikel gelesen und irgendwann wurde mir die Ironie der Geschichte klar. Letzte Woche lachten noch die Digitalen darüber, daß die analoge Hannelore Kraft die Fähigkeit des Netzes nicht erkannt hätte, niemals etwas zu vergessen, tscha, und heute knallt ihnen das rückschwingende Pendel selbst vor den Latz, doof gelaufen.

  46. #96 | Trudel sagt am 7. Juli 2009 um 21:56

    @David Schraven

    Ehemalige SA, SS und NSDAP-Mitglieder waren z.B. Gründer der Grünen, Parteisprecher oder wurden in den Bundestag gewählt. Wie kommst Du zu der Aussage, Rechtsradikale wären auf Bundesebene nicht in Ämter gewählt worden? Und wer ist denn je hochkant ‘rausgeflogen? Wenn jemand von denen die Grünen verließ, dann doch freiwillig weil ihm der Kurs der Grünen nicht rechts genug war. Andere machten, sobald sich auf Bundesebene Kritik erhob, auf Landesebene weiter. Es ist eine Mär, dass die Grünen links waren.

  47. #97 | David Schraven sagt am 7. Juli 2009 um 22:03

    @ Trudel

    In der Gründungszeit trieben sich bei den Grünen Rechte rum. Ja, das war so, deswegen hat Stefan das ja auch geschrieben. Dann wurde sie rausgeschmissen. Auch das hat er geschrieben. Lies mal den Text ohne Aufregung, dann wirst Du das feststellen.

  48. #98 | Jens Kobler sagt am 7. Juli 2009 um 22:14

    @ Trudel & David:
    Angesichts dessen http://www.derwesten.de/nachrichten/waz/2009/7/7/news-124879555/detail.html auch folgendes:
    Mensch möge auch bedenken, wie viele halbwegs oppositionell eingestellte Leute B90/DieGrünen im Laufe der Zeit von links-alternativ zu rechts-konservativ bis -national geführt haben. Und mensch stelle sich vor, was das für das Web und die oft gepriesene mediale Welt bedeuten würde, wenn der Piratenpartei ähnliches gelänge.
    Und: Im Gegensatz (?) zu den Anfangsjahren von (B90/)DG sind der PiPa zudem ja ernsthafte ethische Themen schon ganz früh anscheinend sehr egal angesichts der eigenen Fixierung (kurz gesagt: Technologieoverkill statt Apokalypse). Kein Wunder auch, was da an unglaublichen persönlichen Projektionen in der Partei abgeladen wird. Auch das erinnert an die Anfangsjahre der ökologischen und auch der 68er-Bewegung. Ergo: Das ist alles eben nicht lustig, gerade von Deutschland aus betrachtet nicht – falls mensch aus den Biografien der Nazikindergeneration lernen will.

  49. #99 | Trudel sagt am 7. Juli 2009 um 22:15

    @David Schraven
    Stefan schrieb, dass sie auf Bundesebene nie Fuß fassen konnten – das ist falsch, im Gegenteil. Und er schrieb, dass sie aus der Partei geschmissen wurden – auch das ist falsch. Und zur Gründerzeit: August Haußleiter saß noch 1987 für die Grünen im Bayrischen Landtag und hatte nur aus Altersgründen sein Mandat niedergelegt.

  50. #100 | Michael Kolb sagt am 7. Juli 2009 um 22:37

    @ Traudel (und mittelbar auch @David)
    Vor ein paar Tagen habe ich David noch eristische Argumentation “vorgeworfen”. Das Herauspicken von Ausnahmen macht die grundsätzliche Aussage (und die grundsätzliche Aussage beinhaltet eben auch die Ausnahme), daß “Die Grünen” braune Einflüsse aus der Gründungsphase eliminiert haben, nicht falsch und ist billig. Wenn “Die Grünen” damals den Fehler gemacht haben, braunes Gedankengut in ihren Reihen zu dulden, dann ist das keine Entschuldigung für heutiges Verhalten der Piraten, eher im Gegenteil. Die Piraten hätten auch aus diesem Teil der Geschichte lernen müssen und dementsprechend sorgfältiger vorgehen können.

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