Die Waldorfschulen informieren

Heute: Die Johannes-Schule Berlin. Von unserem Gastautor Andreas Lichte.
Musikalisch ohne Waldorfschule: Mozart Foto: Wikipedia
Fünf vor Zehn. Und um Zehn soll der Eltern-Info-Abend zum Thema „Der musische, handwerkliche, künstlerische Unterricht“ an der Johannes-Schule vorbei sein. Da kann man doch mal fragen, oder?
„Ich habe eine Frage zur Musik: Wir haben während meiner Ausbildung zum Waldorflehrer ganz oft Mozart gesungen und ich habe mich immer gefragt, was passiert wäre, wenn Mozart in den Genuss einer Waldorf-Erziehung gekommen wäre … hätten wir dann die Zauberflöte? Wenn für Kinder nur die Pentatonik richtig ist.“
Tick-Tack, Tick-Tack, Tick-Tack. Drei Waldorflehrerinnen suchen eine Antwort. Tick-Tack, Tick-Tack, Tick-Tack. Endlich antwortet nicht die Musik-, sondern die Klassenlehrerin, Heilgart B.*.:
„Mozart war eine Ausnahme. Und ich habe mit meinen Schülern ja auch nicht nur pentatonische Musik gemacht, wir haben auch mal was anderes gesungen.“
„Wieso soll Mozart denn eine Ausnahme sein? Und wenn die Pentatonik nur eine Alternative wäre, gäbe es doch gar kein Problem. Aber Sie wissen doch genau, dass Rudolf Steiner mit seiner »Jahrsiebtelehre« vorgibt, was für das jeweilige Alter der Kinder richtig ist, und das ist laut Steiner in einem bestimmten Alter A U S S C H L I E S S L I C H pentatonische Musik, nichts anderes. Warum sagen Sie das den Eltern nicht?“
„Es ist mir ja selber sehr schwer gefallen, mich an die Pentatonik zu gewöhnen, aber ich habe damit bei den Kindern gute Ergebnisse erzielt …“
Während dieses kleinen Dialoges hat sich im Raum eine schwere Gewitterfront aufgebaut.
„Ihre Fragen tun hier doch gar nichts zur Sache, sind völlig uninteressant!“, donnert es.
„Ich finde die Fragen des Herrn sehr wohl interessant.“
Das kommt von dem Herrn, der vorher zu fragen gewagt hat, ob in der Waldorfschule denn „auch mit Plastik, Styropor, gearbeitet wird, beispielsweise zum Bau von Architektonischem?“
Nun antworte ich ihm: „Dies ist keine Informations- sondern eine Werbeveranstaltung der Waldorfschule. Es wird überhaupt nicht darüber aufgeklärt, dass A L L E S , was in der Waldorfschule passiert, auf der Anthroposophie Rudolf Steiners beruht. Sie haben vorhin gefragt, ob denn auch Plastik benutzt wird. Natürlich kann mal jemand aus der Reihe tanzen, aber das ist nicht vorgesehen. Was hier vorgeführt wurde, z.B. die Herstellung eines Holzkochlöffels im Werkunterricht, ist ganz fest von Steiner vorgegeben.“
Einundzwanzig … weiter komme ich nicht, der Blitz ist ganz in der Nähe: „Jeder der hier ist, weiss doch, dass dies eine anthroposophische Schule ist, das kann man doch ganz schnell im Internet nachschauen!“
Ich denke: „Was du wohl im Internet gefunden hast … ist doch alles fest in Anthroposophen-Hand, z.B. wikipedia, eine einzige anthroposophische Manipulation“ und sage:
„Ja, aber was bedeutet »Anthroposophie«? Das wird doch überhaupt nicht deutlich. Ist erklärt worden, welche Bedeutung Steiners »Jahrsiebtelehre« für den Unterricht hat?“
„Das hier ist ja nicht die erste Informationsveranstaltung, wenn Sie auf der anderen gewesen wären, dann wüssten Sie, worum es geht.“
„Ich W A R beim ersten Info-Abend der Johannes-Schule.“ Soll mal reichen, ich sage nicht „Was Gunhild A. hier letztes Mal »für das Kollegium« gebracht hat, war die reine Volksverdummung.“
„Wenn es Ihnen nicht gefällt, dann können Sie ja gehen, was wollen Sie hier überhaupt?“
„Ich will wissen, wie über die Waldorfschule informiert wird, will einen Artikel darüber schreiben.“
„Ach, dann sind Sie gar kein Vater?!!!“
Der Rest geht im Sturm unter. Ein Waldorfschüler neben mir stellt mir eine Frage. Ich mache „Pssst!“, man will ja nicht unhöflich sein. Und auch nicht riskieren, dass die Waldorf-Anhänger vielleicht doch noch zur Lynch-Justiz greifen. Und gehe.
Ich warte vor der Schule. Der Tabubrecher – „Plastik“ – spricht mich an. Der Herr hatte sogar eine noch weit heiklere Frage gestellt: „Welche Rolle spielen denn die modernen Medien in der Waldorfschule?“ War er nur naiv? „Medien“ – das Fernsehen – sind verboten, sind sie doch des Ahrimans – „Ahriman“: Teufel auf anthroposphisch –, das weiß man doch, wenn man an die Waldorfschule glaubt.
„Die Reaktion war sehr aussagekräftig …“
„Ja“, stimme ich zu. „Sie waren der Einzige, der gute Fragen gestellt hat. Schon unheimlich, wie gross die Zustimmung war …“ Dann versuche ich, auf die Schnelle die größten Lügen anzusprechen:
„Wenn es immer wieder hieß, »Wie neueste Ergebnisse der Hirnforschung bestätigen«, dann ist das totaler Quatsch. Rudolf Steiners esoterische »Menschenkunde«, auf der die ganze Waldorfpädagogik basiert, hat nichts, aber auch rein gar nichts, mit moderner Erziehungswissenschaft geschweige denn mit Hirnforschung zu tun …“
Ich glaube, dieser Herr – wenn er denn ein Vater war – meldet sein Kind nicht an der Johannes-Schule an. Aber vielleicht möchte jemand anders sein Glück versuchen? Die nächste Informationsveranstaltung ist am 20.1.2010, 20 Uhr: „Einführung in die Waldorfpädagogik IV – Der Sprachunterricht an der Johannes-Schule Berlin“
Infos bei: Johannes-Schule Berlin, Bundesallee 35, 10717 Berlin, Telefon 030 – 288 33 7 88,
Zum Autor: Andreas Lichte ist ausgebildeter Waldorflehrer und Grafiker, lebt in Berlin. Er ist Autor kritischer Artikel zur Waldorfpädagogik und Anthroposophie. Er erstellte für die „Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien“ (BPjM) ein Gutachten zur Indizierung zweier Werke Rudolf Steiners, die fortan nur noch in kommentierter Form erscheinen dürfen.
Glossar
Glossar
(in der Reihenfolge des Auftauchens der Begriffe):
Mozart: Inbegriff des Wunderkindes: Schon im „Kindergarten-Alter“ komponiert Mozart und gibt Konzerte. Hätte er einen Waldorfkindergarten besucht, hätte er nur diese Musik kennengelernt:
Pentatonik: Als Pentatonik (gr. πεντα- penta- „Fünf-“) oder Fünftonmusik bezeichnet man in der Musik Tonleitern, die aus fünf verschiedenen Tönen bestehen und meist keine Halbton-Schritte enthalten, sowie die dazugehörigen Tonsysteme.
Auch für die Pentatonik gilt, was der Erziehungswissenschaftler Prof. Klaus Prange ganz allgemein zur Waldorfpädagogik sagt, „Erziehung zur Anthroposophie“, Seite 86: „In der Tat entsteht aus der Differenz von allgemeiner, öffentlicher Präsentation, die sich der üblichen Vokabeln und Formeln bedient, und dem, was eigentlich damit gemeint ist, der Eindruck, man habe es bei der anthroposophischen Pädagogik mit einer Art Mogelpackung zu tun, die ein sehr eigenwilliges Produkt in einer geläufigen und höchst normalen Verpackung an den Mann zu bringen versucht.“
Was mit der „eigenwilligen“ Pentatonik in der Waldorfpädagogik gemeint ist, ist die Frage: „Wollt ihr die totale Harmonie?“ Oder anders gefragt: „Wollt ihr euer Leben in einem Schlaf-ähnlichen Zustand zubringen?“ Nur werden die Kinder das nicht gefragt. Weil, wie die Musiklehrerin und Eurythmistin auf dem Informationsabend der Johannes-Schule ausführte, es „menschenkundlich“ (d.h. laut Steiner) so ist, „dass sich Kinder erst ab dem 9ten Lebensjahr öffnen, das Herz vorher noch eine Blüte ist“, sprich: den Kindern vorher wesentliche seelische und emotionale Fähigkeiten fehlen, womit wir hier wären:
„Jahrsiebtelehre“: Rudolf Steiners esoterische Einteilung der Individualentwicklung des Menschen in Abschnitte von 7 Jahren. Neben der „Temperamentenlehre“ der für die Praxis der Waldorfpädagogik folgenreichste Aspekt der esoterischen „Menschenkunde“ Rudolf Steiners.
In der Waldorfpädagogik ist eine viergliedrige Unterteilung in „Jahrsiebte“ üblich:
– von 0–7 Jahre wird der physische Leib entwickelt
– von 8–14 Jahre der Ätherleib
– von 15–21 Jahre der Astralleib
– vom 21 Lebensjahr an wird das „Ich“ ausgebildet, erst dann ist der Mensch ein Mensch, vollwertig.
Das Ergebnis ist ein „Mensch“, der nach dem Baukastenprinzip zusammengesetzt ist. So hölzern und unpädagogisch Steiners Entwicklunglehre daherkommt, so wenig zutreffend ist dafür das beliebte Schlagwort „ganzheitlich“.
Für die Unterrichtspraxis bedeutet die Jahrsiebtelehre, dass der Waldorflehrer nur die Fähigkeiten ansprechen darf, die der Schüler laut Steiner seinem Alter entsprechend auch schon besitzt. Beispiel: Ein Schüler der 1sten bis 8ten Klasse, – der Klassenlehrerzeit, sie ist identisch mit dem 2ten Jahrsiebt –, verfügt noch nicht über einen voll ausgebildeten „Astralleib“ oder gar ein „Ich“. Was soll der Lehrer mit einem so unvollständigen Schüler anfangen? Richtig, er gibt „Frontalunterricht“. Und zwar in seiner extremsten Form: Der Schüler soll nachahmen, nachahmen, nachahmen …
Hören wir zu den Jahrsiebten noch den Anthroposophen Prof. Dr. Wolfgang Schad, der im „Seminar für Waldorfpädagogik Berlin“ als eine „Kapazität der Waldorfpädagogik“ vorgestellt wurde. In „Der Umschwung in der Reifezeit – Lebensprozesse und Seelengeburt“ erklärt Schad, Zitat:
„Es sei eine unendliche Hilfe für die ganze Biographie, wenn dem Kinde und dem Jugendlichen dieser Sieben-Jahre-Rhythmus durch die Pädagogik vermittelt werde. – Er ist also nicht fertig mitgegeben und so diagnostisches Resultat, sondern er ist THERAPEUTISCHE AUFGABE [sic! hervorgehoben auch im Original]. Durch die Abweichungen vom Sieben-Jahre-Rhythmus zeigt das Kind seine karmische Individualisierung. Aber wenn durch Mithilfe der erziehenden Erwachsenen der Anschluß an diesen Sieben-Jahre-Rhythmus wiedergefunden wird, dann kann das individuelle Schicksal wieder mit dem in Beziehung treten, was alle Menschen miteinander verbindet: mit dem Menschheitlichen. Das ist tief karmisch wirkendes Therapeutisches. Diesen Sieben-Jahre-Rhythmus gäbe es nur dann für jeden Menschen in der menschlichen Ordnung, wenn die Widersachermächte Luzifer und Ahriman in die Menschheitsevolution nicht eingegriffen hätten. Führen wir die uns Anvertrauten zum Sieben-Jahre-Rhythmus zurück, so helfen wir ihnen bei der Bewältigung der Gegenmächte gegen alles Menschliche.“
Mit anderen Worten: dem Wolferl (Mozart) hätte die Waldorfpädagogik schon noch die Flauseln ausgetrieben.
„Holzkochlöffel“: Alles in der Waldorfschule wird von Rudolf Steiner vorgegeben, so auch die Aufgabe „Holzkochlöffel“ für den Werkunterricht der 6ten Klasse. Ausgehend von einem rohen Holzklotz wird der Kochlöffel geschnitzt. Daran soll insbesondere das Scheitern gelernt werden: Diese Aufgabenstellung verzeiht keine Fehler.
Ich möchte hier nicht auf den „menschenkundlichen“ Hintergrund eingehen (Glück gehabt, Liebe Leser!), sondern mich an der Praxis orientieren. Frage: Welcher Sechstklässler kann trotz eines Verbotes der modernen Medien in der Waldorfschule noch nicht bei google „Holzkochlöffel“ eingeben? Richtig, die meisten werden es wohl können. Und was finden sie da? „Holzkochlöffel, 34 Cent“. Könnte es sein, dass sich da der ein oder andere fragt, was er 4 Wochen lang getan hat?
„Aber das ist doch ein Unikat, das ist doch ganz was anderes!“
Siehe den Friedhof der Kuscheltiere, Pardon, Friedhof der Schaukelpferde, in der Rudolf Steiner Schule Berlin Dahlem: Der Werklehrer, Herr B., zeigte mir seinen Keller: Dutzende von den Schülern aufgegebene Schaukelpferde … alles Unikate, mühsam von den Schülern gebaut.
Weiterführende Artikel der Ruhrbarone:
„Wie gut sind Waldorfschulen?“
Erfahrungsbericht einer Mutter
„Ich würde mein Kind nie an einer Waldorfschule anmelden.“
Eine ehemalige Waldorflehrerin blickt zurück.
„Waldorfschule: Vorsicht Steiner“
Interview mit Andreas Lichte
*Namen geändert






#101 | Michael sagt am 5. Januar 2010 um 09:01
@ H. Junge
Zitat:”Dieser (alte) Witz ist aufschlußreich. Ich könnte nämlich, wenn ich das Wort Kartoffel unterstrichen hätte, kein passendes Lied dazu singen.
Öhh, mehr käm da nicht raus. Jedenfalls so spontan.”
einige wenige haben es geschafft
….zumindest gleichzeitig unterstreichen und sprechen
…sind dann Schauspieler und Bauer geworden… aber das ist auch nicht die Regel
http://de.wikipedia.org/wiki/Martin_L%C3%BCttge
#102 | Andreas Lichte sagt am 5. Januar 2010 um 12:49
“Die Kartoffel” – Rudolf Steiner:
“Also sehen Sie, während wir beim Menschen vom Bauch zum Kopf gehen müssen, von unten herauf, müssen wir bei der Pflanze den umgekehrten Weg machen, von der Blüte zu den Wurzeln. Die Wurzel der Pflanze ist mit dem Kopf verwandt. Wenn wir das bedenken, wird uns gewissermaßen ein Licht aufgehen über die Bedeutung der Kartoffel. Denn die Kartoffel, die hat Knollen; das ist etwas, was nicht ganz Wurzel geworden ist. Man ißt also, wenn man viel Kartoffeln ißt, vorzugsweise Pflanzen, die nicht ganz Wurzel geworden sind. Wenn man sich also beschränkt auf das Kartoffelessen und zu viel Kartoffeln ißt, kriegt man nicht genug in den Kopf hinein. Es bleibt unten in dem Verdauungstrakt. So daß es also so ist, daß mit dem Kartoffelessen die Menschen in Europa ihren Kopf, ihr Gehirn vernachlässigt haben. Diesen Zusammenhang sieht man erst, wenn man Geisteswissenschaft treibt. Da sagt man sich: Seit in Europa diese Kartoffelnahrung immer mehr und mehr überhand genommen hat, seit der Zeit ist der Kopf der Menschen unfähiger geworden.”
Rudolf Steiner, “Rhythmen im Kosmos und im Menschenwesen – Wie kommt man zum Schauen der geistigen Welt”, GA 350, Elfter Vortrag, Dornach, 18. Juli 1923, S. 203f
Zum besseren “Verständnis” der gesamte Vortrag:
http://fvn-rs.net/index.php?option=com_content&view=article&id=3719:elfter-vortrag-dornach-18-juli-1923&catid=248:ga-350-rhythmen-im-kosmos-und-im-menschenwesen&Itemid=19
#103 | J. Luiten sagt am 5. Januar 2010 um 17:22
In zwei Kommentare von Kritikern wird Steiner auf schöner Weise verteidigt.
Im Steinerzitat von Ramon DVJ wird hingewiesen auf die äußerste Gleichheit der Menschen aus anthroposophischer Sicht, dadurch dass jeder Mensch in die verschiedene “Rassen” nacheinander inkarniert.
Aus dem Steinerzitat von Andreas Lichte geht klar hervor dass Steiner auch die nicht immer vorteilhafte Merkmale der (weissen) Europäer beschreibt. Die haben also nicht immer eine Vorsprung.
#104 | Andreas Lichte sagt am 5. Januar 2010 um 18:03
@ J. Luiten
Stimmen Sie also mit Rudolf Steiner darin überein, dass es die von Steiner angeführten “Rassen”-Unterschiede bei Menschen gibt?
Dann sind Sie ein Rassist.
Können Sie bitte so freundlich sein, den von mir in Kommentar 72, http://www.ruhrbarone.de/die-waldorfschulen-informieren/#comment-38562
zitierten Vortrag Steiners aus Ihrer anthroposophischen Sicht zu erklären? Insbesondere die spezielle Funktion des “Hinterhirns” bei Schwarzen, respektive des “Vorderhirns” bei Weissen.
#105 | Michael sagt am 5. Januar 2010 um 18:23
Die Wurzel – Oskar Wilde
“Es ist wichtiger, dass sich jemand über eine Rosenblüte freut, als dass er ihre Wurzel unter das Mikroskop bringt.”
Oscar Wilde
http://www.wala.de/umwelt/seite3.php
…. zeitgemäße Kosmetik….
#106 | Michael sagt am 5. Januar 2010 um 18:53
@ Andreas Lichte
Da sind sie ja mal wieder schnell bei der Sache, einen anderen Rassist zu nennen, wenn
So einfach ist das nicht!
Lesen Sie doch mal folgendes mit den entsprechenden Jahreszahlen dazu…. 1996 Stellungnahme… Unesco
http://www.politische-bildung-brandenburg.de/extrem/rassen2.html
weiterhin:
Memmi
?Rassismus (ist) die verallgemeinerte und verabsolutierte Wertung tatsächlicher oder fiktiver biologischer Unterschiede zum Nutzen des Anklägers und zum Schaden seines Opfers ist, mit der eine Aggression gerechtfertigt werden soll?.
aus: Memmi: ?Rassismus?, Hamburg 1992, S. 151
Wo ist der Nutzten des angeblichen Anklägers und der Schaden des angeblichen Opfers und vor allen Dingen die Agression, die gerechtfertigt werden soll?????
Hier noch eine andere Sichtweise:
Rasse und Wissenschaft
In den sozialen und politischen Wissenschaften wird der Begriff Rasse meist auf zwei unterschiedliche Arten angewandt. Er kann sich auf die Abkömmlinge eines gemeinsamen Vorfahren beziehen, indem die biologische Abstammung einer Bevölkerung hervorgehoben wird. Mehrheitlich versteht man jedoch darunter eine Klasse oder Art von Individuen mit gemeinsamen Charakteristiken, Erscheinungsbildern und Erfahrungen, von denen man annimmt, dass sie aus einer gemeinsamen Abstammung oder Herkunft herrühren.
In Europa entstand der Begriff Rasse im 16. Jahrhundert in Zusammenhang mit der Kolonisierung und dem Bestreben nach moderner wissenschaftlicher Klassifikation. Er wurde variabel eingesetzt, um Unterschiede und Ungleichheit bezüglich Abstammung, Art, Stellung und sozialer Klasse zu beschreiben und zu rechtfertigen. Seine spezifische Anwendung ist eng verknüpft mit den sozialen, ökonomischen, kulturellen und politischen Ansprüchen von Individuen oder Gruppen in einer bestimmten zeitlichen Periode. Sein Gebrauch reflektiert tendenziell historische Entwicklungen und politische Anliegen. Als Forschungskonstrukt gehört Rasse zu den ältesten und wichtigsten Themen in der Umfragenforschung.
In Anerkennung der subjektiven Natur der Klassifizierung von Rassen bedienen sich nur wenige soziale und politische Wissenschaftler rassenbezogener Kategorien, obwohl der Begriff Rasse in den angelsächsischen Sozialwissenschaften als Synonym für ethnische Abstammung verwendet wird. Die drei wichtigsten Forschungsgebiete, die sich mit dem Begriff Rasse im biologischen Sinne befassen, sind derzeit Untersuchungen in den Bereichen Bildungs- und Erziehungsreform, Reform der Wohlfahrtspolitik und Rassismus. Derart betriebene Forschung ist naturgemäß umstritten, weil heute die menschliche Natur eher anhand von sozioökonomischen als von biologischen Faktoren beschrieben wird.
Obwohl ihre Existenz als biologisches Phänomen sehr umstritten ist, hat die Auffassung von Rasse als soziales Konstrukt weiterhin einen großen Einfluss auf öffentliche Meinung, Vorurteile, Grundsatzdiskussionen und soziale Interaktion.
#107 | Helmut Junge sagt am 5. Januar 2010 um 18:54
@ J. Luiten,
Da haben Sie sich ja jetzt selber reingeritten. Denn, was man bei Steiner zur Not noch als Zeitgeist durchgehen lassen könnte, geht bei einem, der heute lebt, nicht. Jetzt bin ich mal gespannt, wie Sie sich da wieder rauskämpfen wollen. Da hilft auch die Rassismusdefinition von Memmi nicht. Ich würde mich nämlich als Nichteuropäer verletzt fühlen, wenn jemand sagen würde, daß die weiße Rasse den anderen Rassen zur Zeit nur deshalb nicht überlegen ist, weil ihre Angehörigen zu viel Kartoffeln gegessen haben.
Also hier liegt dann ein Schaden vor, den das Opfer erleidet.
#108 | Hans-Florian Hoyer sagt am 5. Januar 2010 um 21:58
… wenn’s denn helfen sollte:
Http://www.hagalil.com/antisemitismus/deutschland/steiner-7.htm
“… ein Fehler der Weltgeschichte”? -
Judentum, Zionismus und Antisemitismus aus der Sicht Rudolf Steiners
Von Ralf Sonnenberg
War Rudolf Steiner ein “völkischer Antisemit”? Kritische Kurzbibliografie und Resümee
Vor allem seit Mitte der neunziger Jahre äußern Autoren den Verdacht, die Anthroposophie transportiere antisemitische bzw. rassistische Inhalte und sei mitunter sogar Wegbereiterin des Nationalsozialismus gewesen.(89) Für kurzweiliges Medieninteresse sorgte ein 2007 bei der “Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien” (BPjM) eingegangener Antrag auf die Indizierung zweier Vortragszyklen Steiners wegen “rassistischer Passagen”, dem jedoch nicht stattgegeben wurde. (90)
Tatsächlich bediente sich der Gründer der Anthroposophie aus dem Repertoire theosophischer und anderer Rassentheorien (91), auch wenn der Behandlung des Themas “Rassen” ? sofern dieser Begriff somatische Varietäten und nicht bewusstseinsgeschichtliche Etappen im Sinne theosophischer Terminologie meint ? in Steiners umfangreichem Werk eine recht marginale Stellung einnimmt.(92) Steiner ersetzte zudem ? was von Anthroposophie-Kritikern bisweilen unterschlagen wird ? den von Helena P. Blavatsky in erster Linie zu Periodisierungszwecken verwendeten Begriff “Wurzelrasse” durch semantisch zutreffendere Ausdrücke wie “Epoche”, “Hauptzeitraum” oder “Zeitalter”. Blavatskys “Unterrassen”, welche die “Wurzelrassen” untergliedern sollten, nannte er nach 1907 zunehmend und dann ausschließlich “Kulturepochen”, “Kulturperioden” oder “Kulturzeitalter”, worin ein deutlicher Versuch gesehen werden kann, rassenbiologische Konnotationen in den Hintergrund treten zu lassen.(93)
…
Die zuerst von Julia Iwersen (138) verbreitete, dann von Helmut Zander (139) und Micha Brumlik (140) reproduzierte Kolportage, Steiner habe “die Juden” für den Ausbruch des Ersten Weltkrieges verantwortlich gemacht und sei somit als Multiplikator antisemitischer Verschwörungsmythen in Erscheinung getreten, zeigt jedoch, wie ausgeprägt selbst unter renommierten Wissenschaftlern die Bereitschaft ist, sich im Umgang mit devianten Strängen der jüngeren Religions- und Ideengeschichte eher auf Vorurteile zu verlassen denn auf ein sorgfältiges Studium einschlägiger Quellen: Den Kontext der betreffenden Aussage bildete eben nicht die von Iwersen postulierte Schuldzuweisung an Juden, sondern eine Kritik an dem europäischen Nationalismus, der zum Ersten Weltkrieg geführt habe. Den Zionismus nahm Steiner von dieser Kritik nicht aus, sofern dessen politische Programme mit dem europäischen Nationalismus konvergierten.(141)
Die “Protokolle der Weisen von Zion”, in denen sich der judeophobe Verschwörungsmythos idealtypisch verdichtete, wies Steiner ausdrücklich als “Fälschung” politisch reaktionärer Kreise zurück.(142) In der Verbreitung der so genannten Dolchstoß-Legende erblickte er den Versuch deutscher Militärs, die Verantwortung für die Niederlage im Ersten Weltkrieg auf politisch missliebige Gruppen abzuwälzen, zu denen vor allem Juden und Kommunisten gehörten.(143) Eine unfreiwillige Pointe liegt freilich darin, dass Steiner den antisemitischen Verschwörungsmythos seiner Zeit zu entkräften suchte, indem er bei einem anderen ? damals nicht minder populären ? Konspirationsglauben Zuflucht nahm: Die “Protokolle” werden nicht den Juden, sondern den Machinationen fortschritts- und demokratiefeindlicher Jesuiten angelastet.
#109 | Andreas Lichte sagt am 6. Januar 2010 um 02:14
@ Hans-Florian Hoyer
Herr Hoyer verraten Sie den Lesern doch einmal ob Sie das sind:
http://www.berufsverband-heileurythmie.de/bvhe.html
“DER BERUFSVERBAND HEILEURYTHMIE (BVHE), Geschäftsführender Vorstand: Hans-Florian Hoyer”
Warum geben Sie eine internet-Adresse an, die ins Leere führt?
Warum zitieren Anthroposophen wie Sie nur andere Anthroposophen zur Verteidigung Steiners? Meinen Sie, damit könnten Sie irgendwen überzeugen?
#110 | Michael sagt am 6. Januar 2010 um 10:09
Guten Morgen Herr Lichte,
Wollen Sie jetzt Hern Hoyer outen ?
Mensch, gegen sie ist ja Rosa von Praunheim gar nichts, der hat zumindest gewusst, dass er auch ein Elch ist.
Tic tac tic tac
die Waldorfschulen informieren:
tic tac tic tac
Ist es ihnen entgangen, das ich Ihnen pünktlich zu Silvester die Grundlage für Ihre nicht ausgesprochenen Unterstellung für den Blog in Frage gestellt habe.
Hier noch einmal:
“Ich mag auch u.a. pentatonische Musik und bin kein Freimaurer. Die mir unterstellte Unterstellung habe ich so nicht gemacht. Les bitte noch mal meinen Beitrag durch.
ich habe einfach mal eine Gegenthese aufgestellt. Fakt ist, dass Mozart die Zauberflöte kurz vor seinem Tod geschrieben hat- da wäre er längst aus der Unterstufe der Waldorfschule, in der er ausschließlich pentatonisch ( 1-3 Klasse ) unterrichtet worden wäre. in der Zwischenzeit hätte er sich natürlich um andere Stilrichtungen kümmern können und in aller Ruhe zwischen der 4 ( Korrektur) Klasse und seinem 34 Lebensjahr die Zauberflöte fertig stellen können. Unwahr ist, das Waldorf Schüler während ihrer gesamten Schulzeit nur pentatonische Musik erlernen. Schau dir auch Beitrag 15 dazu an.!”
tic tac tic tac es ist 8.50 Uhr und ich muss gleich wieder an die Arbeit ( Klientenbesuche, Steuererklärung )
Man wird doch wohl noch einmal darauf hinweisen dürfen
Ich habe folgendes Zitat auf einer Antifa_ Homepage gefunden, Das hat mit zum Nachdenken angeregt:
Wer im Feind den Menschen ignoriert,
der ist des Menschen Feind.
Wer für den Frieden kämpft,
nicht aber für des Feindes Frieden,
der ist des Friedens Feind.
Und zuletzt noch ein link, zudem was aus dem Musikunterricht der Waldorfschulen entstehen kann oder besser gesagt, wie sich Menschen entwickeln können trotz “Quinten” in den ersten 2- oder 3 Klassen . – Anthroposophen wie ich zitieren so etwas gerne oder weisen darauf hin.
Für den Part, Anthroposophen als dümmliche Anhänger eines Rassisten zu diffamieren sind sie anscheinend zuständig, oder?
Ansonsten ist ihr Vorwurf des Rassismusses auf der juristischen Ebene gleichzusetzen mit dem Straftatbestand der Volksverhetzung ( zumindest der Schweiz). Klagen Sie doch und nutzen sie die ihnen zur Verfügung stehenden Rechtsmittel! Wenn sie es wirklich ernst meinen, dann sollten Sie das wirklich tun.
Ich bin darauf gespannt, wie der Staatsanwalt und der Richter (aber dazu wird es erst gar nicht kommen) auf ihrer Klageschrift antworten. Ich nehme an, das Verfahren würde gar nicht eröffnet werden.
Und nun wie versprochen eine Waldorfschülerbiographie:
http://www.simongaudenz.com/
#111 | Jan Luiten sagt am 6. Januar 2010 um 18:48
Wie ein Richter macht Andreas Lichte aus wer Rassist ist oder nicht. Dabei hat er nicht explizitiert was er genau unter Rassismus versteht. Er bringt ein Zitat und… ja, das ist doch klar das ist rassistisch. Rein gefühlsmäßig. Dagegen habe ich eine wissenschaftliche Definition gebracht. Lichte hat sich nicht über diese Definition ausgesprochen. So haben wir kein Ausgangspunt um zu bestimmen was genau rassistisch ist oder nicht. Das ist ihm wahrscheinlich auch lieber. Nun kann er beliebig diese oder jene als Rassist hinstellen. Und jetzt hat er mich erwischt und bin ich einer. Wenn man sagt er oder sie sei ein Rassist dann ist das eine sehr schwere Beleidigung, wenn er oder sie gerade das entgegengesetzte nachstrebt. Die Meinungsfreiheit ist mir sehr lieb, hat aber doch auch eine Grenze in der Beleidigung.
Ich glaube fest an die Gleichwertigkeit aller Menschen. Darum sehe ich viel in dem sozialismus und bin Mitglied einer sozialistischen Partei. Ich habe viel gearbeitet mit Menschen aus die verschiedenste Kulturen (u.a. Asylanten) und habe beitragen können an ihre Emanzipation in der Niederländischen Gesellschaft.
Rassen schreibe ich immer zwischen “…..” weil Rassen in ursprunglicher Form nicht mehr existieren und übrigens allmählig verschwinden werden. Das man jetzt doch noch von “Rassen” spricht ist vorübergehend.
Steiners sozial-politisches Anliegen findet man in einer seiner Hauptwerken: “Die Kernpunke der sozialen Frage” und in vielen Aufsätzen. Er hat es “Dreigliederung des sozialen Organismus” genannt. Sie fordert die absolute Gleichwertigkeit und Gleichberechtigung aller Menschen.
Wenn Sie Herr Lichte diese Ideen nicht kennen und doch sagen dass Steiner ein Rassist ist, dann sind Sie ein Scharlatan und auch ein Reaktionär weil Sie neue Ideen bekämpfen ohne genau zu wissen warum es geht.
#112 | Andreas Lichte sagt am 6. Januar 2010 um 19:19
@ Jan Luiten
ist doch ganz einfach, Herr Luiten:
distanzieren Sie sich GANZ DEUTLICH von Steiner. Insbesondere von Rudolf Steiners rassistischem Schwachsinn, den ich in Kommentar 72 zitiert habe, siehe:
http://www.ruhrbarone.de/die-waldorfschulen-informieren/#comment-38562
#113 | Jan Luiten sagt am 7. Januar 2010 um 00:32
Herr Lichte, Sie sind hier die angreifende Partei, der Kritiker.
SIE sollen doch bitte schön mal erklären was dann so rassistisch ist in den Zitaten. Und dann nicht auf der emotionalen Ebene (“jeder sieht doch daß dies rassistisch ist”) aber sachlich. Zeige uns dann auch was Sie unter Rassismus verstehen, ansonsten wissen wir nicht worüber wir hier eigentlich reden.
Sie können von mir aus auch die Memmi-Definition nehmen und die anwenden auf die Zitaten, mal schauen was da raus kommt.
Werde bitte mal sachlich und höre auf mit bloß Zeter und Mord zu schreien.
#114 | Michael sagt am 7. Januar 2010 um 09:18
@ Jan Luiten
…. das sehe ich ähnlich mit der Beleidigung. An anderer Stelle meldete sich jemand zu Wort und fühlte sich beleidigt und bat darum, den Blog auszuschalten. ( Zensur)
Gott sei Dank hat sich dann der “Chefredakteur ” anders entschieden.
Andreas Lichte möchte hier die Rolle des Anklägers spielen, leider hat er nicht bemerkt, das er dieses de facto nicht ist.
Herzlichen Gruß!
#115 | Michael sagt am 7. Januar 2010 um 09:19
@ Andreas Lichte
Dieser ganze Blog fußt auf Halbwahrheiten und Unwahrheiten!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Ich will nicht Lügen sagen, denn dieses selbst jemanden voraus, der bewusst lügen will. Die Chance der Entwicklung und einer Revision sollte man Herrn Lichte doch lassen!
Angefangen mit der Unwahrheit, dass an Waldorfschulen ausschließlich pentatonisch unterrichtet würde,
Weiter geht es dann, mit der Unterstellung, dass an Waldorfschulen keine Medien erlaubt sein.
Dann die Unterstellung, dass sich streng an eine von Rudolf Steiner vorgegebene Jahrsiebtenlehre gehalten wird und der Mensch an diese Lehre angepasst wird.
(sorry, was für ein Schwachsinn!!!)
Dann die Unterstellung, dass lediglich den Worten Steiners gefolgt wird. (es gibt listenweise!!! e i g e n s t ä n d i g e Veröffentlichungen von Waldorfpädagogen).
Herr Lichte, sie haben nicht die Autorität hier als Kläger aufzutreten.
Stellen Sie Ihre Unterstellungen richtig, sonst werde ich sie wiederholt darauf hinweisen!!!!
Es ist ganz einfach: Distanzieren sie sich von dem von ihnen verbreiteten polemischen Schwachsinn.
#116 | Andreas Lichte sagt am 7. Januar 2010 um 10:53
@ Jan Luiten
Sie schreiben: “Herr Lichte, Sie sind hier die angreifende Partei, der Kritiker.”
Was den Aspekt “Rassismus bei Rudolf Steiner” angeht, ist das falsch. “Rassismus” habe ich in meinem Artikel “Die Waldorfschulen informieren” bewusst ausgespart, er war auch kein Thema des Eltern-Info-Abends der Johannes-Schule. Das Thema “Rassismus” wurde mir von Anthroposophen in der Diskussion aufgedrängt.
Daraufhin habe ich Rudolf Steiner zitiert, damit sich jeder Leser selber ein Urteil bilden kann. Jetzt kann der Leser auch noch beurteilen, wie Sie darauf reagieren.
Ich sage es Ihnen noch einmal:
Wenn Sie nicht als Rassist erscheinen wollen, dann distanzieren Sie sich GANZ DEUTLICH von Steiner. Insbesondere von Rudolf Steiners rassistischem Schwachsinn, den ich in Kommentar 72 zitiert habe, siehe:
http://www.ruhrbarone.de/die-waldorfschulen-informieren/#comment-38562
#117 | Michael sagt am 7. Januar 2010 um 11:42
@ Andreas Lichte
Das neue Jahr
Gott segne das neue Jahr für dich.
Er segne deinen Winter
und deinen Frühling,
deinen Sommer
und deinen Herbst.
Er segne deine Pläne
und lasse gelingen,
was gut für dich ist und andere.
Er segne deine guten Vorsätze
und helfe dir,
sie in Tat umzusetzen.
Er schenke dir genügend Arbeit
und Zeit zur Musse und zum Ausruhen.
Er schenkte dir Menschen,
die dir zur Seite stehen, wenn die Tage schwer werden,
und die sich mit dir freuen,
wenn du glückliche Tage erlebst.
Gott segnete dieses neue Jahr für dich,
und lasse dich zu einem Segen werden.
Rainer Haak
#118 | Michael sagt am 7. Januar 2010 um 12:26
Mozarttagebücher in Hamburg gefunden
Soeben erreichte mich die Nachricht, dass die Mozarttagebücher bei Ausgrabungen in Hamburg gefunden wurden.
Natürlich sollte man vorsichtig sein, bei solchen Meldungen …..
Hier einangeblicher Auszug aus der frühkindlichen Phase des Genies:
Kleiner Wal
Es war einmal ein kleiner Wal,
dem war die Schule eine Qual.
Es gibt ja – mancher weiß das nicht-
für Wale Walpflichtunterricht.
Dort herrschenden Konsequenz und Strenge,
hauptsächlichlernt man Walgesänge
und hat Walpflichten und Walküren …
der Wal entfloh nach Ibenbüren,
denn dort gibt’s eine Mozartschule
in einem Riesenswimmingpoole
wo Milde und Verständnis walten.
Dort konnte sich der Wal entfalten.
Und was nach kurzer Zeit schon klar war,
war, dass der Wal total genial war.
Er hatte, fand sein Lehrer Stör,
das absolute Walgehör
und schrieb, befreit von aller Enge,
ganz tolle neue Walgesänge,
die besser als die alten klingen
und die heut alle Wale singen.
Dies lehrt: Das Regelsschulsystem
ist segensreich und angenehm
für bodenständige, normale,
kurz, all die vielen Durchschnittswale,
jedoch beengend und fatal
für den total genialen Wal.
Ganz schön elitär, dieser Mozart, wenn er es denn wirklich geschrieben hat.
#119 | Stefan Laurin sagt am 7. Januar 2010 um 12:29
@Michael: Und Geniers gehören in überfüllte Klassen der Waldorfschulen mit Lehrern, die keine vernünftige akademische Qualifikation zu haben brauchen und beschäftigen sich mit Zwergen und Elfen… .
#120 | Helmut Junge sagt am 7. Januar 2010 um 12:43
@Andreas Lichte,
Jetzt bleiben Sie aber dem Herrn J. Luiten eine Definition dessen, was Sie alles unter dem Begriff Rassismus einordnen, schuldig!
Ich finde nämlich, daß Luiten seine Positon (111) in für mich glaubhafter Form dargelegt hat.
Ich halte ihn nicht für einen Rassisten, nur weil er an Steiner glaubt. Es kann ja auch nicht sein, daß wir wieder Verdächtige zwingen, abzuschwören. Abschwören lassen ist out, megaout.
Mitglieder des Kukluxklan und faschistische Massenmörder möchte ich nicht in einem Topf mit Leuten stecken, die solch ein wirres Zeug wie Steiner faseln. Schon gar nicht seine Anhänger, die ihren Meister irgentwie rechtfertigen wollen.
Durch die in Mode gekommene, fast inflationäre Anwendung, des Rassismusvorwurfs, der mittlerweile schon die Mehrheit ganzer Bevölkerungen trifft, erreicht man nur, daß man sich selber als Ausnahme einer bösen Regel darstellt.
Dann steht man aber alleine da.
Dann sind nämlich alle Rassisten und dadurch werden die wirklichen rassistischen Verbrecher verharmlost. Das möchte ich aber nicht. Übrigens gibt es bei Wikipedia noch einige weiterreichende Definitionen für Rassismus als die von Memmi. Da können sie sich ja bedienen. Nur werden Sie dann wirklich feststellen, daß Sie und Ihr jeweiliger Diskussionspartner, den Begriff unterschiedlich benutzen.
Innerhalb der breiteren linken Bewegung wird der Vorwurf gelegentlich als politischer Blattschuß für interne Gegner eingesetzt. Ist mir selber mal passiert. Man hat mir “unterschwelligen” Rassismus vorgeworfen, weil es vermutlich für einen richtigen Vorwurf nicht reichte. Es war aber eine politische Absicht damit verbunden, über Diffamierung, einem Gegner zu schaden.
Was die hier zitierten Ansichten von Steiner betrifft, halte ich sie für horrenden Blödsinn. Sie sind ja auch genau deswegen hier zitiert worden, damit man das sofort sieht.
Wenn so einer wie Michael dann schreibt,:
(73)Zu Ihrer Frage, ob ich den Rudolf Steiner verstanden hätte:
Nein , habe ich nicht, letztendlich. S o e i n f a c h i s t d a s, Herr Lichte!
- Da kann ich dann einfach nur sagen, aus meiner Sicht: Quatsch, kann ich nicht nachvollziehen.
Allerdings bemerke ich sehr wohl dabei, dass es meine Meinung ist und ein anderer Mensch vielleicht einen ganz anderen Zugang dazu hat.
denke ich, daß er auch sieht, daß es sich da um blühenden Unsinn handelt, dies aber nicht sagen will. Das ist ihm aber unbenommen. Auch er muß nicht abschwören. Das Beharren auf überholten Ansichten kenne ich von anderen Religionen schon länger. Über die Anthrosophie habe ich erst seit dieser Diskussion nachgedacht.
#121 | Andreas Lichte sagt am 7. Januar 2010 um 13:16
@ Helmut Junge
Brauchen Sie wirklich eine “Definition”, um zu verstehen, dass Steiner Rassist ist, und so etwas wie in Kommentar 72 Zitiertes dem Kriterium “Rassismus” entspricht?
Sagen Sie doch einmal das, was Steiner über die Schwarzen äussert, einem Schwarzen … gut, es könnte sein, dass man es Ihnen nachsähe, weil man Sie für unzurechnungsfähig hielte … lesen Sie wirklich einmal den gesamten Vortrag Steiners, der link ist bei Kommentar 72, unten, angegeben:
http://www.ruhrbarone.de/die-waldorfschulen-informieren/#comment-38562
#122 | Andreas Lichte sagt am 7. Januar 2010 um 13:20
@ Helmut Junge
Hier für Sie auch noch eine Definition für Rassismus – “Rassenhass” -, die auf Steiner ANGEWANDT wurde, im Verfahren der der “Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien” (BPjM) gegen 2 Bücher Rudolf Steiners:
?Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien? (BPjM) zu Rudolf Steiner, ?Geisteswissenschaftliche Menschenkunde?, Original-Wortlaut:
?Nach § 18 Abs. 1 S. 2 JuSchG sind Medien jugendgefährdend, wenn sie unsittlich sind, verrohend wirken, zu Gewalttätigkeit, Verbrechen oder Rassenhass anreizen.
Der Inhalt des Buches ist nach Ansicht des 12er-Gremiums in Teilen als zum Rassenhass anreizend bzw. als Rassen diskriminierend anzusehen.
Der Begriff der zum Rassenhass anreizenden Medien konkretisiert das allgemeine verfassungsrechtliche Diskriminierungsverbot des Art. 3 Abs. 3 Satz 1 GG. Mithin ist der Begriff ?Rasse? weit auszulegen. Zum Rassenhass anreizende Träger- und Telemedien sind solche, die geeignet sind, eine gesteigerte, über die bloße Ablehnung oder Verachtung hinausgehende feindselige Haltung gegen eine durch ihre Nationalität, Religion oder ihr Volkstum bestimmte Gruppe zu erzeugen, welche zugleich bei Kindern und Jugendlichen einen geistigen Nährboden für die Bereitschaft zu Exzessen gegenüber diesen Gruppen schafft (Nikles, Roll, Spürck, Umbach; Jugendschutzrecht, 2. Auflage; § 18 Rn. 5). Ein Medium reizt mithin zum Rassenhass an, d.h. stellt Rassenhass als nachahmenswert dar, wenn darin Menschen wegen ihrer Zugehörigkeit zu einer anderen Rasse, Nation, Glaubensgemeinschaft o.ä. als minderwertig und verächtlich dargestellt oder diskriminiert werden (Ukrow, Jugendschutzrecht, Rn. 284). Auch wenn ein Medium nicht direkt zum Rassenhass anreizt oder aufstachelt, fällt es dennoch unter § 18 Abs. 1 S. 1 JuSchG, wenn es das namentlich aus Art. 3 und 4 GG ersichtliche Toleranzgebot der Verfassung z.B. dadurch verletzt, dass es Kinder und Jugendliche dazu verleitet, andere zu missachten, die eine andere Hautfarbe, einen anderen Glauben und eine andere Weltanschauung haben (Ukrow; a.a.O.; Rn. 284).
Nach Auffassung des Gremiums finden sich im Achtzehnten Vortrag vom 3.5.1909 (S. 277-294) Textpassagen, die aus heutiger Sicht als Rassen diskriminierend einzustufen sind, weil der Autor darin Menschen verschiedener ethnischer Herkunft aufgrund körperlicher Merkmale in unterschiedliche Wertungsstufen einteilt. Dort wird u.a. ausgeführt:
Was wäre nun geschehen, wenn nun keine Veränderung innerhalb der Erdentwickelung eingetreten wäre? Dann hätten überhaupt die besten der Seelen der polarischen Länder nicht hineinsteigen können in eine physische Körperlichkeit. Und auf der anderen Seite wäre sozusagen die Bevölkerung um den Äquator herum mehr oder weniger dem Untergange verfallen. Weil sie zu früh in eine physische Leiblichkeit hinuntergestiegen war, verfiel sie ja gerade in jene Laster und Untugenden, die zum Untergange von Lemurien geführt haben. Und die Folge war, dass der beste Teil der Bevölkerung auswanderte in jene Gegenden, die zwischen dem Äquator und den nördlichen Ländern lagen. Denn in den lemurischen Zeiten haben wir die zukunftssichersten Glieder der Menschheit in den Zwischenländern zwischen dem Äquator und dem Nordpol. Gerade am besten entwickelten sich die Menschenleiber, die dann wieder Träger werden konnten der besten Menschenseelen, in jenen Gegenden der alten Atlantis, die in der heute sogenannten gemäßigten Zone lagen. (S. 283)
Diejenigen Völker, bei denen der Ich-Trieb zu stark entwickelt war und von innen heraus den ganzen Menschen durchdrang und ihm die Ichheit, die Egoität aufprägte, die wanderten allmählich nach Westen, und das wurde die Bevölkerung, die in ihren letzten Resten auftritt als die indianische Bevölkerung Amerikas. Die Menschen, welche ihr Ich-Gefühl zu gering ausgebildet hatten, wanderten nach dem Osten, und die übriggebliebenen Reste von diesen Menschen sind die nachherige Negerbevölkerung Afrikas geworden. Bis in die körperlichen Eigenschaften hinein tritt das zutage, wenn man die Dinge wirklich geisteswissenschaftlich betrachtet. Wenn der Mensch sein Inneres ganz ausprägt in seiner Physiognomie, in seiner Körperoberfläche, dann durchdringt das gleichsam mit der Farbe der Innerlichkeit sein Äußeres. Die Farbe der Egoität ist aber die rote, die kupferrote oder auch die gelblichbraune Farbe. Daher kann tatsächlich eine zu starke Egoität, die von irgendeinem gekränkten Ehrgefühl herrührt, auch heute noch den Menschen von innen heraus sozusagen gelb vor Ärger machen. Das sind Erscheinungen, die durchaus miteinander zusammenhängen: die Kupferfarbe derjenigen Völker, die nach Westen hinübergewandert waren, und das Gelb bei dem Menschen, dem die ?Galle überläuft?, wie man sagt, dessen Inneres sich daher bis in seine Haut ausprägt. Diejenigen Menschen aber, die ihre Ich-Wesenheit zu schwach entwickelt hatten, die den Sonneneinwirkungen zu sehr ausgesetzt waren, sie waren wie Pflanzen: sie setzten unter ihrer Haut zuviel kohlenstoffartige Bestandteile ab und wurden schwarz. Daher sind die Neger schwarz. ? So haben wir auf der einen Seite östlich von Atlantis in der schwarzen Negerbevölkerung, auf der andern Seite westlich von Atlantis in den kupferroten Völkern Überreste von solchen Menschen, die nicht in einem normalen Maße das Ich-Gefühl entwickelt hatten. Mit den Normalmenschen war am meisten zu machen. Sie wurden daher auch dazu ausersehen, von dem bekannten Orte in Asien aus die verschiedenen anderen Gebiete zu durchsetzen. (S. 286)
Diejenigen, die nach dem Osten hinüberwanderten und die schwarze Bevölkerung wurden, waren stark beeinflussbar durch die Außenwelt, besonders für die Sonnenwirkung, gerade weil sie ein geringes Ich-Gefühl hatten. Nun aber wanderten in dieselben Gegenden, wenigstens in dieser Richtung, Völkerschaften, die ein starkes Ich-Gefühl hatten. Das ist eine Bevölkerung, die sozusagen die östliche Richtung der westlichen vorgezogen hat. Diese hat gemildert die kupferrote Farbe, welche sie bekommen hätte, wenn sie nach Westen gezogen wäre. Und aus ihr entsprang jene Bevölkerung, die ein starkes Ich-Gefühl hatte, das sich die Waagschale hielt mit dem Hingegebensein an die Außenwelt. Das ist die Bevölkerung Europas, von der wir im letzten öffentlichen Vortrag sagen konnten, dass das starke Persönlichkeitsgefühl von Anfang an bei ihr das Wesentliche war. (S. 287)
Sehen Sie sich diese Farben an, von den Negern angefangen bis zu der gelben Bevölkerung hin, die in Asien zu finden ist. Daher haben Sie dort Leiber, die wiederum Hüllen der verschiedensten Seelen sind, von der ganz passiven Negerseele angefangen, die völlig der Umgebung, der äußeren Physis hingegeben ist, bis zu den anderen Stufen der passiven Seelen in den verschiedensten Gegenden Asiens. (?) So dass wir im Grunde genommen zwei Gruppen von Bevölkerungen haben, welche die verschiedenen Mischungsverhältnisse darstellen: auf europäischem Boden die einen, welche den Grundstock der weißen Bevölkerung bildeten, die das Persönlichkeitsgefühl am stärksten ausgebildet hatten, aber sich nicht dort hinwandten, wo das Persönlichkeitsgefühl den ganzen Leib durchdrang, sondern wo das Ich-Gefühl sich mehr verinnerlichte. Daher haben Sie in Westasien, zum Teil auch in den älteren Zeiten in Nordafrika und in den europäischen Gegenden eine Bevölkerung, die innerlich ein starkes Ich-Gefühl hat, aber äußerlich im Grunde genommen wenig sich verliert an die Umgebung, die innerlich starke und gefestigte Naturen sind, aber diesen inneren Charakter nicht der äußeren Leiblichkeit aufgeprägt haben. Dagegen haben wir in Asien Bevölkerungen, die passive, hingebende Naturen sind, bei denen gerade das Passive im höheren Grade zum Ausdruck kommt. (S. 288)
Wenn wir jetzt in die Zeiten zurückschauen, können wir sagen: Daran, dass gewisse Bevölkerungsteile der Erde nicht die Möglichkeit gefunden haben, richtig mit der Erdentwickelung Schritt zu halten in der Herausentwickelung ihres Ichs, daran können wir uns die Lehre nehmen, wie viel verfehlt werden kann in bezug auf die Entwickelung des höheren Ichs aus dem niederen Ich. (S. 291)
Da gab es zum Beispiel in der alten Atlantis Völker, die dann zu Indianern geworden sind, die sich sozusagen verloren haben von der Erdenbevölkerung. (?) Und sie haben dieses Ich so stark entwickelt, dass es bei ihnen bis in die Hautfarbe gegangen ist: sie wurden eben kupferrot. Sie haben sich in der Dekadenz entwickelt. (S. 291/292)
Das andere Extrem waren die, welche da sagten: Ach, das Ich ist nichts wert! Das Ich muss sich selber ganz verlieren, muss ganz und gar aufgehen, muss sich alles sagen lassen von außen! ? In Wirklichkeit haben sie es nicht gesagt, denn sie reflektierten ja nicht so. Aber das sind die, welche so ihr Ich verleugnet haben, dass sie schwarz davon wurden, weil die äußeren Kräfte, die von der Sonne auf die Erde kommen, sie eben schwarz machten. Nur diejenigen, welche imstande waren, die Balance zu halten in bezug auf ihr Ich, das waren die, welche sich in die Zukunft hinein entwickeln konnten. (S. 292)
Da gab es auch schon diese drei Teile unter den Menschen: Die einen, die ihr Ich wirklich entwickeln wollten, Neues und immer Neues aufnahmen und dadurch wirklich zu Trägern der nachatlantischen Kultur wurden. Es gab die anderen, die ihren Gottmenschen nur aus sich sprechen lassen wollten, und ihr Ich durchdrang sie mit der kupferroten Farbe. Und die dritten, welche nur nach außen hin den Sinn wandten, und dieser Teil wurde schwarz. (S. 294)?
#123 | Stefan Laurin sagt am 7. Januar 2010 um 13:24
@Andreas: Gibt es den Text von Steiner auch getanzt?
#124 | Andreas Lichte sagt am 7. Januar 2010 um 13:27
@ Helmut Junge
“Rassismus” ist ein Thema meines Interviews mit den Ruhrbaronen, siehe:
“Waldorfschule: Vorsicht Steiner”
http://www.ruhrbarone.de/waldorfschule-vorsicht-steiner/
Dort hatte ich die Entscheidung der BPjM schon einmal in einem Kommentar gepostet und auch viele andere – sich wiederholende – Fragen beantwortet.
Ich zitiere hier nur noch einmal eine Passage aus dem Interview, damit Sie die Tragweite von Steiners Rassismus nachvollziehen können:
“(…) Ruhrbarone: Sie sagten vorhin, dass in Atlantis ?die Rassen entstehen? ?
Lichte: Und nach anthroposophischer Auffassung bis mindestens zum Jahre 3573 bestehen bleiben, dann endet die ?Fünfte Nachatlantische Kulturepoche?. ?Rassen? wie ?Rassismus?. Das ist nicht meine Privatmeinung, sondern wurde von einer Deutschen Bundesbehörde, der ?Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien? (BPjM) festgestellt, in ihrer Entscheidung zu zwei Büchern Steiners, Zitat: ?Der Inhalt des Buches ist nach Ansicht des 12er-Gremiums in Teilen als zum Rassenhass anreizend bzw. als Rassen diskriminierend anzusehen.?
Die BPjM nahm eine juristische Bewertung vor, sie konnte nur Textstellen beanstanden, die eindeutig ihren juristischen Kriterien entsprachen. Auch beurteilte sie nicht Steiners Gesamtwerk. Das tut der Historiker Helmut Zander in seinem preisgekrönten Monumental-Werk ?Anthroposophie in Deutschland?, Zitat:
?Steiner ordnete die Rassen einer Fortschrittsgeschichte zu, in der beispielsweise heutige Indianer als »degenerierte Menschenrasse« im »Hinsterben« (GA 105, 106, 107 [1908]) oder schwarze Afrikaner als defiziente Spezies der Menschen- und Bewusstseinsentwicklung, als »degenerierte«, »zurückgebliebene« Rasse (ebd., 106) erschienen. Umgekehrt habe die weisse Rasse »das Persönlichkeitsgefühl am stärksten ausgebildet« (GA 107, 288 [1909]). Dies sind nur Kernsätze einer Rassentheorie, die Steiner 1904 erstmals formulierte, um sie 1910 in einem komplexen System und in zunehmender Abgrenzung zu theosophischen Positionen auszufalten. Mit seinem Ausstieg aus der Theosophie hat er diese Vorstellungen keinesfalls über Bord geworfen, sondern sie 1923 nochmals in Vortragen vor Arbeitern des Goetheanum in vergröberter, »popularisierter« Form wiederholt, aber ohne Revision im inhaltlichen Bestand. Die weisse war nun »die zukünftige, die am Geiste schaffende Rasse« (GA 349, 67 [1923]). (?) Steiner formulierte mit seinem theosophischen Sozialdarwinismus eine Ethnologie, in der die Rede von »degenerierten«, »zurückgebliebenen« oder »zukünftigen« Rassen keine »Unfälle«, sondern das Ergebnis einer konsequent durchgedachten Evolutionslehre waren. Ich sehe im Gegensatz zu vielen Anthroposophen keine Möglichkeit, diese Konsequenz zu bestreiten.? (…)”
#125 | Helmut Junge sagt am 7. Januar 2010 um 14:40
Andreas Lichte,
Geht`s noch?
Unterstellen Sie mir bitte nicht, daß ich Steiner in einem einzigen meiner Diskussionsbeiträge verteidigt hätte!
Was soll das?
#126 | Helmut Junge sagt am 7. Januar 2010 um 15:09
Stefan Laurin,(119)
Heutzutage werden die Texte nicht getanzt, sondern gesampled. Da kann man ellenlange Texte in kürzester Zeit zusammenbasteln, ohne lange nachdenken zu müssen. Damit ballert man dann Freund und Feind mit zu. Sollen die doch gucken was drin steht.
Und ich bin so blöd, und glaube immer wieder, daß jemand wirklich diskutieren will.
#127 | Hans-Florian Hoyer sagt am 7. Januar 2010 um 23:02
@ Andreas Lichte
a) Kann mich nicht erinnern, diese Adresse hier irgendwo angegeben zu haben. Die haben Sie gegoogelt
b) Wer sagt denn, dass die Adresse ins Leere führt? Haben Sie Schwierigkeiten bei der Handhabung des Browsers?
c) Warum zitieren Gegner der Anthroposophie wie Sie immer nur Gegner der Anthroposophie?
#128 | J. Luiten sagt am 9. Januar 2010 um 10:40
Herr Lichte, Sie haben recht dass die Diskussion ursprünglich über die Waldorfschulen war und nicht über Rassismus. Man kann aber nicht verkennen dass Sie Steiner jetzt angreifen wegen vermeintlichen Rassismus.
Wie der Sozialismus strebt auch die Anthroposophie nach Einheit unter den Menschen. Alles was die Menschen verteilt wird in der Anthroposophie nicht als vorteilhaft gesehen, stärker gesagt, führt in die Abgrund hinein.
Auf vielen Plätzen wird von Steiner auf die Gefahr des Nationalismus hingewiesen, und auf das Aufhetzen der Völker gegeneinander. Das gilt auch für die sogenannten Rassen. Auch für Steiner gibt es eigentlich kein wirkliche Rassen mehr. Sie sind vorübergehend und schon am verschwinden. Dennoch wird um zu kommunizieren von “Rassen” gesprochen. Es würde gegen die Anthroposophie sein eine “Rasse” Superiorität zu zusprechen um andere “Rassen” damit zu verdammen. Das wird von Steiner dann auch nicht gemacht. Er beschreibt Prozesse sowohl bei Weissen als Schwarzen und bei anderen Hautfarben. Die Beschreibungen sind ganz und gar nicht nur vorteilhaft für die Weissen. Er macht in seiner Intention um bestimmte Prozesse zu Beschreiben kein Unterschied. Er fixiert sich nicht auf eine “Rasse” um die zu bejubeln oder auf eine andere um andere zu verdammen.
Sie versuchen jetzt meine Kritik daß Sie keine Definition von Rassismus verwenden zu umgehen. Ich unterstelle daß Sie eine Definition lieber nich haben weil es Ihnen viel bequemer ist mit Zitaten zu kommen um auf der emotionalen Ebenen wirken zu können.
Zum Schluß: Die soziale Dreigliederung fordert gleiche Rechte fúr alle Menschen ohne Unterschied nach Hautfarbe, Gender, Religion, Nationalität, Hetero- oder Homosexualität, kulturelle Herkunft, usw.
#129 | Alle reden vom Wetter sagt am 9. Januar 2010 um 11:06
@ J. Luiten
ich habe eine Definition für Rassismus – “Rassenhass” – angegeben, in Kommentar 122, klick:
http://www.ruhrbarone.de/die-waldorfschulen-informieren/#comment-39040
Sie schreiben: “Es würde gegen die Anthroposophie sein eine ?Rasse? Superiorität zu zusprechen um andere ?Rassen? damit zu verdammen.”
Das ist falsch: Steiner nimmt dauernd WERTUNGEN von “Rassen” vor. Aus der Entscheidung der “Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien” (BPjM) zu Rudolf Steiner, Zitat: “Nach Auffassung des Gremiums finden sich im Achtzehnten Vortrag vom 3.5.1909 (S. 277-294) Textpassagen, die aus heutiger Sicht als Rassen diskriminierend einzustufen sind, weil der Autor darin Menschen verschiedener ethnischer Herkunft aufgrund körperlicher Merkmale in unterschiedliche Wertungsstufen einteilt.”
Sie stellen Behauptungen in den Raum, die durch nichts nachgewiesen sind. Diskutieren Sie doch anhand der vorgestellten Steiner-Zitate, insbesondere in Kommentar 72, klick:
http://www.ruhrbarone.de/die-waldorfschulen-informieren/#comment-38562
In dem zitierten Steiner-Vortrag heisst es unter anderem:
?Auf der einen Seite hat man die schwarze Rasse, die am meisten irdisch ist. Wenn sie nach Westen geht, stirbt sie aus. Man hat die gelbe Rasse, die mitten zwischen Erde und Weltenall ist. Wenn sie nach Osten geht, wird sie braun, gliedert sich zu viel dem Weltenall an, stirbt aus. Die weiße Rasse ist die zukünftige, ist die am Geiste schaffende Rasse.?
Dabei ist es geblieben, bis zu Steiners Tode.
#130 | Stefan Laurin sagt am 9. Januar 2010 um 11:21
Bringen wir es doch einfach auf den Punkt: Steiner war ein Schwachkopf. Einer der überdrehten Spinner, von denen es zur Jahrhundertwende verdammt viele gab. Die meisten von ihnen sind vergessen. Auf der Basis der Lehre dieses Trottels wurde indes eine ganze pädagogische Schule begründet.
#131 | Jan Luiten sagt am 9. Januar 2010 um 16:06
Herr Lichte,
Ich habe geschrieben:
?Es würde gegen die Anthroposophie sein eine ?Rasse? Superiorität zu zusprechen um andere ?Rassen? damit zu verdammen.?
Sie schreiben:
“Das ist falsch: Steiner nimmt dauernd WERTUNGEN von ?Rassen? vor”.
Bitte: Steiner und die Anthroposophie sind nicht eins und dasselbe!
Steiner bleibt der Gründer, die Anthroposophie wird sich aber über Steiner hinaus entwickeln. Ich finde das sehr wichtig. Die Anthroposophie ist keine geschlossene Lehre. Ich bin aber hier um Steiner zu verteidigen.
Zeuerst bedenke man dass ein Inviduum (also jeder Mensch ) durch die verschiedene “Rassen” hindurch geht, so dass Niemand benachteiligt wird. Dies kann man Unsinn finden, das wäre dann eigentlich dogmatisch gedacht. Dogma: “es kann und darf nicht wahr sein was Steiner sagt”.
Zweitens: “in unserer Zeit wird der Rassencharakter allmählich überwunden” Steiner in die “Mission einzelner Volksseelen” Taschenbuchausgabe, S.79.
Drittens: Die auch von Steiner Entwickelte soziale Dreigliederung fordert gleiche Rechte, also auch für die “Rassen”.
Zu den Zitaten: Man liest in den Zitaten nicht: Diese “Rasse” muss vernichtet werden, oder darf nicht da sein oder hat keine Rechte. Er ruft nicht auf eine “Rasse” aktiv zu bekämpfen, oder sagt dass eine bestimmte Gruppe Schuld ist an der wirtschaftlichen Krise oder so.
Die Unterschiede die er macht sind nicht “zum Nutzen des Anklägers und zum Schaden seines Opfers mit der eine Aggression gerechtfertigt werden soll”(Memmi-Definition).
Es ist klar das man das Wort “Neger” natürlich nicht mehr nützen darf weil das als verletzend empfunden wird.
#132 | Andreas Lichte sagt am 9. Januar 2010 um 17:34
@ Jan Luiten
Sie schreiben: “Steiner und die Anthroposophie sind nicht ein und dasselbe!”
“wishful thinking”? “Wunschdenken”?
Lesen Sie, was der Waldorfschüler Ansgar Martins auf seinem “Waldorf Blog” dazu schreibt – und kommentieren Sie dort:
“Steiner = Jesus. Ein Gott, seine Gläubigen, die Ketzer und ein »trojanisches Pferd«”
http://waldorfblog.wordpress.com/2010/01/08/steiner-jesus-ein-gott-seine-glaubigen-die-ketzer-und-ein-trojanisches-pferd/
#133 | Hans-Florian Hoyer sagt am 9. Januar 2010 um 19:13
@ Laurin
Auf Basis der hier nicht zitierten weiteren Vorträge und Schriften des von Ihnen als Schwachkopf bezeichneten Steiners gibt es auch noch Landwirtschaft, Kliniken, Pharmahersteller, Banken, Kindergärten, Schulen, Altenheime, die allesamt vor sehr vielen Schwachköpfen geschätzt werden und von weiteren Schwachköpfen in den jeweils zuständigen Behörden gefördert bzw. gelten gelassen werden.
Sie scheinen mit ihrem Pauschalurteil über Steiner real und numerisch doch relativ alleine. ((Aber die Wahrheit war noch nie die Sache der Massen – gell?))
#134 | Helmut Junge sagt am 9. Januar 2010 um 21:20
Jetzt habe ich auch mal einen Text kopiert und ballere damit rum. Soll ihn lesen, wer will. Aber ich fühle halt zu Tucholsky
eine große geistige Nähe. Übrigens möchte ich darauf hinweisen, daß Tucholsky, der Steiner hier regelrecht seziert, das Wort Rassismus nicht benutzt. Warum auch immer, vielleicht ist Steiner in seiner Zeit gar nicht aufgefallen.
Kurt Tucholsky Kritiken und Rezensionen 1923-1924
Rudolf Steiner in Paris
»Abrakadabra kadibar kadabra ?
Palle ? palle! Muff! Muff! Muff!«
Zauberer in einem Kindertheater
Rudolf Steiner, der Jesus Christus des kleinen Mannes, ist in Paris gewesen und hat hier einen Vortrag gehalten. Es war eine streng geschlossene Gesellschaft, man hatte mich nicht eingeladen, und so hatte ich Gelegenheit, den Ausführungen Herrn Steiners zu lauschen.
Mit Paris hatte die Veranstaltung nicht allzuviel zu tun. Sie fand im Saal einer hiesigen wissenschaftlichen Gesellschaft statt, die nur die Räume, nicht die Wissenschaftlichkeit dazu gegeben hatte, und sie war in der Hauptsache von jenem ein wenig internationalen Mischmasch verbogener Menschen besucht, die ihr Manko auf Steiner abgewälzt haben: wenn aber eine den Geliebten nicht bekommen kann, einer gekündigt, einer überhaupt unbefriedigt ist, so ist das noch kein Grund, in der Philosophie umherzuschludern.
Steiner trat auf. Der erste Eindruck: Klöpfer als Tartuffe. Auch eine gewisse Ähnlichkeit mit Alfred Abel ist da ? aber ohne dessen schönes Auge. Im ganzen sieht Steiner aus wie ein aus den Werken Wilhelm Buschs entlaufener Jesuit: Bauernschädel, gefalteter Komödiantenmund, Augen, die sich beim Sprechen nervös schließen und nur manchmal ? in ff. Dämonie ? die Zuschauer ansehen. Man hatte mir gesagt, dass ganze Nationen diesem Zauber unterliegen.
Ich habe so etwas von einem unüberzeugten Menschen überhaupt noch nicht gesehen. Die ganze Dauer des Vortrages hindurch ging mir das nicht aus dem Kopf: Aber der glaubt sich ja kein Wort von dem, was er da spricht! (Und da tut er auch recht daran.)
Der Prophet sprach deutsch. Nach je zehn Minuten pausierte er, und dann übersetzte Jules Sauerwein vom Matin das, was er gesagt hatte, ins Französische, übrigens ausgezeichnet.
Das Ganze war ausdrücklich als einleitender Vortrag angesagt, ich kann also verlangen, dass ich bei einigermaßen gutem Willen zum mindesten verstehe, was da vorgetragen wird. Es ergab sich, aus dem verblasenen und in mißverstandener Terminologie abgefaßten Zeug herausgeschält, dies:
Der Mensch ist imstande, durch schärfste Konzentration zu drei Stufen der Erkenntnis vorzudringen: zu der imaginären, der inspirierten und der intuitiven. Nun wäre der Spott über die menschliche Unbeholfenheit, von diesen Dingen zu Neulingen klar zu sprechen, sehr billig ? ich weiß, wie schwer es ist, einem Blinden klarzumachen, was das bedeutet: violett. Und da gibt es nur ein Kriterium dafür, ob jemand die Wahrheit sagt oder schwindelt: das ist die kristallklare Selbstüberzeugtheit.
Nichts davon.
Sein Gerede wimmelte von Fehlern: ob ein Bügeleisen wirklich heiß oder nur »eingebildet heiß« sei, zeige das Leben. Das ist falsch. Schon Charcot hat herausgefunden, dass Hysterische sich am kalten Eisen »wirklich« verbrennen, und dass diese Empfindungen rein subjektiv sind. Wenns mulmig wurde, rettete sich Steiner in diese unendlichen Kopula, über die schon Schopenhauer so wettern konnte: das Fühlen, das Denken, das Wollen ? das »Seelisch-Geistige«, das Sein. Je größer der Begriff, desto kleiner bekanntlich sein Inhalt ? und er hantierte mit Riesenbegriffen. Man sagt, Herr Steiner sei Autodidakt. Als man dem sehr witzigen Professor Bonhoeffer in Berlin das einmal von einem Kollegen berichtete, sagte er: »Dann hat er einen sehr schlechten Lehrer gehabt ?!«
Und der Dreigegliederte redete und redete. Und Sauerwein übersetzte und übersetzte. Aber es half ihnen nichts. Dieses wolkige Zeug ist nun gar nichts für die raisonablen Franzosen, die grade in der Philosophie eine außerordentlich klare und präzise Ausdrucksweise lieben (daher sie selbst für die echten Mystiker wie Angelus Silesius nicht viel übrig haben). Neben mir saß ein alter Herr mit den vernünftigen, braunen Augen des gebildeten Franzosen: sie tränten ihm ? so litt er unter der Schläfrigkeit. Die Zuhörer schliefen reihenweise ein; dass sie nicht an Langerweile zugrunde gingen, lag wohl an den wohltätigen Folgen weißer Magie.
Immer, wenn übersetzt wurde, dachte ich über diesen Menschen nach. Was für eine Zeit ?! Ein Kerl etwa wie ein armer Schauspieler, der sommerabends zu Warnemünde, wenns regnet, im Kurhaus eine »Réunion« gibt, alles aus zweiter Hand, ärmlich, schlecht stilisiert … und das hat Anhänger ?! Wie groß muß die Sehnsucht in den Massen sein, die verlorengegangene Religion zu ersetzen! Welche Zeit ?!
Sein »Steinereanum« in der Schweiz haben sie ihm in Brand gesteckt, eine Tat, die durchaus widerwärtig ist. Es soll ein edler, kuppelgekrönter Bau gewesen sein, der wirkte wie aus Stein. Er war aber aus Holz und Gips, wie die ganze Lehre.
Der Redner eilte zum Schluß und schwoll mächtig an. Wenns auf der Operettenbühne laut wird, weiß man: Das Finale naht. Auch hier nahte es mit gar mächtigem Getön und einer falsch psalmodierenden Predigerstimme, die keinen Komödianten lehren konnte. Man war versucht, zu rufen: Danke ? ich kaufe nichts.
Der Redner hatte geendet. Mäßiger Beifall pritschelte. Auch zu Anfang waren nur zwei Reihen Unentwegter ehrfürchtig bei seinem Nahen aufgestanden, wie vor einem Gott oder einem besiegten General.
Und nur eines kann ich nicht verstehen, wenn ich die Figur dieses Menschen betrachte, der mit Hartleben herumgesoffen hat, und von dem man sagt, er habe in diesen fröhlichen Kneipnächten die Figur des »Serenissimus« erfunden ?:
Christian Morgenstern liebte ihn. Dieser feine, gütige, hohe und tiefe Geist liebte Rudolf Steiner. War das Weltfremdheit? Ist dennoch wirklich etwas hinter dem Gerede dieses unüberzeugten, unsereinen nicht überzeugenden, geschwollenen Predigers? Spricht das gegen Morgenstern? Für Steiner? Ich weiß es nicht.
Ignaz Wrobel
Die Weltbühne, 03.07.1924, Nr. 27, S. 26.
Quelle: http://www.textlog.de
#135 | Andreas Lichte sagt am 9. Januar 2010 um 22:37
@ Helmut Junge
Danke für den Tucholsky-Text! Ich finde ihn schon lange sehr gut … so gut, dass folgendes entstanden ist:
http://www.novo-magazin.de/88/novo8856.htm
“Rudolf Steiner in Berlin
Von Markus Beauchamp, Nicole Glocke und Andreas Lichte.
Rudolf Steiner, der Jesus Christus des kleinen Mannes, ist in Berlin und hält hier Vorträge. Das ?Seminar für Waldorfpädagogik Berlin? hat ihm dazu die Räume und die Stimmen gegeben: Mit tausend Zungen verkünden die Dozenten des Waldorf-Seminars die Botschaften ihres ?Menschheitsführers?, die sie aus der geistigen Welt empfangen, bzw. aus der 370-bändigen Steiner-Gesamtausgabe. Das Publikum besteht aus angehenden Waldorf-Lehrern, in der Hauptsache verbogenen Menschen, die ihr Manko auf Steiner abgewälzt haben: Wenn aber eine den geliebten Arbeitsplatz nicht bekommen kann, Hartz-IV-Empfängerin ist, einer überhaupt unbefriedigt ist, so ist das noch kein Grund, in der Pädagogik herumzuschludern.
Wir haben so etwas von unüberzeugten Menschen überhaupt noch nicht gesehen. Die ganze Dauer der Vorträge hindurch geht uns das nicht aus dem Kopf: Aber die glauben ja kein Wort von dem, was sie da sprechen! (Und da tun sie auch recht daran.)
Wenn?s mulmig wird, retten sich die Dozenten in diese unendlichen Kopula, über die schon Schopenhauer so wettern konnte: das Fühlen, das Denken, das Wollen ? das ?Seelisch-Geistige?, das Sein. Je größer der Begriff, desto kleiner bekanntlich sein Inhalt ? und die Dozenten hantieren mit Riesenbegriffen.
Immer, wenn die Dozenten Steiners Botschaften aus der geistigen Welt übersetzen, denken wir über diese Menschen nach: Was für eine Zeit! Kerle, etwa wie arme Schauspieler, die sommerabends zu Dornach, wenn?s regnet, im ?Goetheanum? eine ?Konferenz? geben, alles aus zweiter Hand, ärmlich, schlecht stilisiert … und das hat Anhänger! Wie groß muss die Sehnsucht in den Massen sein, die verlorengegangene Religion zu ersetzen! Welche Zeit!
(…)”
#136 | Stefan Laurin sagt am 9. Januar 2010 um 23:51
@Helmut: Super Text! Vielen Dank!!!
@Hans-Florian Hoyer: Die meisten Menschen kaufen ihr Essen nicht bei Demeter, vertrauen einem ordentlichen Arzt und gehen lieber auf Hochschulen die nicht ständig von der Schließung bedroht sind und wegen mangelnder wissenschaftlicher Leistungen abgemahnt werden. Beschäftigen sie sich mal mit der Wendezeit vom 19. zum 20. Jahrhundert – nie wieder gab es so viele überspannte Gestalten die sich so intensiv mit Unsinn beschäftigt haben. Steiner war einer von Ihnen und seine Wirkung ist zum Glück recht begrenzt geblieben. Die allermeisten Menschen bekommen von diesem Unfug doch nichts mit.
#137 | Hans-Florian Hoyer sagt am 10. Januar 2010 um 13:39
@ Laurin
… und das schönste ist, dass die aller-aller meisten Menschen von dem Quatsch in einigen Kommentaren hier keine Kenntnis nehmen müssen!
#138 | Christoph Buchacher sagt am 10. Januar 2010 um 14:48
Na ja ein echter Lichte,
so weit ich weiss haben sich die Eltern über ihn ziemlich aufgeregt.
Aktion Kinder des Holocaust, Gebrüder Grand, und jetzt Lichte….
Gell, so kann man sich richtig wichtig machen, wenn mann als “Gutachter und Sachverständiger” nicht mehr so gehört werden will. Ein Blog ist doch da noch die einzige Möglichkeit zur 5-Minuten Berühmtheit….
Es gibt solche und solche Schulen. Doch die Lehererin des Abends an der Johannes-Schule-Berlin hatte sich ausdrücklich an Eltern gewand.
Und … Schau mal Kuck, welch soziales Engagement…. Sie hat in den Favelas in Brasilien mehrere Jahre unentgeldlich Kinder unterrichtet. Sie kennt mehr als nur die Waldorfpädagogik. Sie hat lange auf Einkommen Sicherheit und Rentenpunkte verzichtet.
Herr Lichte, na wie ist denn das mit dem sozialen Engagement bei Ihnen ???
Erst Handeln, dann schwafeln, Herr “Ober”-Sachverständiger
Gruß
Christoph Buchacher
#139 | mambo sagt am 10. Januar 2010 um 16:06
“quatsch in einigen kommentaren”
der allergrösste quatsch hier überhaupt: der müll, den steiner erzählt
die grösste leistung der anthroposophie: dass sie der öffentlichkeit seit 100 jahren verbergen konnte, was für ein geisteskranker rudolf steiner war
#140 | Hans-Florian Hoyer sagt am 10. Januar 2010 um 16:40
@ rambo
Die Anthroposophie läßt die Wenigsten kalt. Schon zu Steiners Zeiten hat es haßerfüllte Gegner gegeben. Seit fast 100 Jahren sind die Texte öffentlich und werden alles andere als verheimlicht.
Die Gegner haben jeweils mit Energie gekämpft, letztendlich haben sie nichts erreicht. Ist die Welt halt selbst schuld, dass sie so dumm ist a) auf die Anthroposophie reinzufallen, und b) nicht auf die Warner zu hören.
#141 | J. Luiten sagt am 10. Januar 2010 um 19:49
Herr Lichte,
man soll unterscheiden zwischen der Anthroposophie und der Anthroposophischen Subkultur.
In großen ganzen ist die anthroposophische Subkultur auch für mich eine traurige Angelegenheit.
Ich habe zu kämpfen mit Kritikern wie Sie UND mit dieser Subkultur. Steiner war ein Mensch. Wenn man ihn anders sieht tut man ihm Unrecht.
2
Die Anthroposophie wird sich tatsächlich über Steiner hinaus entwickeln. So sah Steiner das auch. Die Anthroposophie ist letztendlich eine Methode. Eine Methode generiert immer neue Erkenntnisse(vorausgezetzt das auch wirklich mit dieser Mehtode gearbeitet wird).
3
Es wird viel geschimpft hier. Bedenke: als man die Mikroskop oder die Teleskop noch nicht hatte, hat man die Wissenschaftler die damit Wahrnehmungen machten auch für verrückt erklärt. So hat die alte Kirche sich Gallileo Gallilei gegenüber ernsthaft blamiert. Jetzt blamieren viele Leute sich die Geisteswissenschaft gegenüber. Unter diesen Leuten leider also auch Tucholsky (mit Dank an Herrn Junge)
4
Ich glaube daß einen neuen Diskurs über den Rassismus-Begriff notwendig ist. Jetzt wird eine viel zu enge Definition gehandhabt. Man darf fast keine Unterschiede mehr machen. Die Leute SIND aber verschieden. Man soll nur nicht (negativ) diskriminieren (= menschen nicht beurteilen oder behandeln auf Grund ihrer persöhnlichen Qualitäten sondern auf Grund der Merkmalen einer Gruppe zu der sie gehören).
#142 | solaris sagt am 22. Januar 2010 um 18:14
das schlimme ist die gier der walddorfschulen nach geld
ahriman lässt grüssen
ein bordellbesitzer(siehe schwäbisch gmünd) bekommt seine 3 kinder problemlos auf die walddorfschule,natürlich bei entsprechender spende,eine arbeiterfamilie hat da wenig chancen ,das ist zum kotzen.
#143 | Hans-Florian Hoyer sagt am 25. Januar 2010 um 23:52
@solaris
Genau, die Kinder eines Bordellbesitzers haben keine vernünftige Ausbildung verdient. Sollen sie doch im Bordell bleiben.
Zum Kotzen.
#144 | solaris sagt am 27. Januar 2010 um 19:41
Natürlich haben auch die Kinder eines bordellbesitzers eine vernünftige Ausbildung verdient.
Es geht aber in dem Fall darum,dass man sich in der walddorfschule wegen ihrer Geldgeilheit schulische Ausbildung kaufen kann.
Christus,Sokrates und Buddha gaben ihre Lehren allen und
kostenlos,sie könnten doch vorbild sein .
Die anthroposophische Bewegung ist leider zu einer oberflächlichen Sozialreformbewegung ohne Tiefgang geworden.
die verteufelung der Jesuiten einerseits und die Ablehnung Tombergs der Steinernachfolger(bes. von Marie Steiner) entlarvt die momentan führenden köpfe als kalte ideologen. Wachsen oder Bauen.
#145 | Philip sagt am 27. Januar 2010 um 21:43
@solaris
Hat die Waldorfschule die Kinder einer Arbeiterfamilie (womöglich zugunsten der Bordellbesitzerkinder) abgelehnt oder wird das nur gemutmaßt?
Mir fiel gleich die Ungleichbehandlung von Privat- und Kassenpatienten beim Arzt ein. Dort ist Fakt, dass die meisten wenn nicht alle Ärzte ihre Praxis dichtmachen könnten, hätten sie keine Privatpatienten.
Eine Privatschule hat nunmal zu schauen, wo die Knete herkommt, auch wenn – im Falle der meisten Waldorfschulen soweit ich informiert bin – ein großer Teil staatlich gefördert ist.
#146 | Hans-Florian Hoyer sagt am 29. Januar 2010 um 16:40
@solaris
Wer hat denn Christus usw. etwas zu essen gegeben? Hatten die auch Gebäude zu bauen und zu unterhalten?
Wenn Sie Anthroposophen, die möglicherweise in höherem Maße kritikwürdig sind als der sonstige Bundesbevölkerungsdurchschnitt, schon kritisieren wollen, sollten Sie nicht allzu naiv vorgehen.
#147 | Andreas Lichte sagt am 29. Januar 2010 um 17:43
@ Philip
Du fragst: “Hat die Waldorfschule die Kinder einer Arbeiterfamilie (womöglich zugunsten der Bordellbesitzerkinder) abgelehnt oder wird das nur gemutmaßt?”
In diesem speziellen Fall weiss ich es nicht.
Grundsätzlich gilt: Waldorfschulen sind “Ausländerfreie Zonen” und Schüler aus “sozial schwachen Verhältnissen” gibt es in Waldorfschulen so gut wie gar nicht. Vergleiche:
http://www.ruhrbarone.de/waldorfschule-vorsicht-steiner/#comment-37883
#148 | Philip sagt am 29. Januar 2010 um 18:14
@Andreas
ja, gut, mir ging es gerade um die Arbeiterfamilie, deren Kinder jetzt womöglich in die Röhre gucken, weil die Waldis wegen ihrer Gier lieber Kinder aus zwielichtigem Milieu mit Geld nehmen, als Arbeiterkinder mit normal viel oder wenig Geld.
Das mit den Ausländern finde ich auch interessant. Wieviel weniger Ausländer und arme Kinder gibt es denn an Waldorfschulen verglichen mit anderen Privatschulen? Kenne eine private Montessorischule im Rheinland, da scheint es mit sozial schwachen und Ausländerkindern auch nicht so weit her. Oder lässt sich das nicht vergleichen? Weiss ja nicht, inwieweit Montessori- mit Waldorfschulen zu tun haben.
#149 | Hans-Florian Hoyer sagt am 1. Februar 2010 um 20:44
@Lichte
Statt im Nebel zu rühren sollten Sie mal zu Kenntnis geben:
http://www.bildungsoekonomie-waldorf.de/pdfs/aktuelles/wirtschaftl-lage2009.pdf
Die Freien Waldorfschulen sind die einzigen Schulen, die jedes Jahr über die Präsentation eines
Gesamtjahresabschlusses nahezu aller Schulen ihren Haushalt komplett offen legen; damit übernehmen
sie bereits seit Jahrzehnten eine besondere Vorbildfunktion in der Bildungslandschaft.
Aufgrund der Tatsache, dass die Freien Waldorfschulen öffentliche Mittel erhalten entspricht die
Offenlegung ihrer wirtschaftlichen Verhältnisse auch dem Anspruch der Öffentlichkeit auf Dokumentation
und Transparenz öffentlicher Mittelempfänger. Zwar wird jede einzelne Schule bereits von der
für sie zuständigen öffentlichen Stelle im Sinne eines Verwendungsnachweises auf Herz und Nieren
geprüft, aber ein konsolidierter Jahresabschluss aller Mitgliedschulen kommt dieser gesamtgesellschaftlichen
Verpflichtung nach Transparenz weitergehend nach.
Wo ist bloß das viele Geld von den Bordellbesitzern?
Womöglich auf einem Nummernkonto in der Schwyz?
#150 | solaris sagt am 1. Februar 2010 um 22:44
mir gehts nicht um bordellbesitzer oder arbeiter
was zum kotzen ist ,ist die heuchelei der waldorfianer
sie geben sich als sehr sozial,du findest aber weder ausländer noch sozial schwache bei ihnen auf ihren so sozialen schulen.
die tatsachen decken ihr sozialgeschwafel als heuchelei auf
und die tatsachen sind nun mal der beste prüfstein,da können sie noch so viel von drei oder viergliederung faseln.wobei steiner mit sicherheit ein grosser geist war,den ich auch gerne lese.