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Dortmund: Ein Abgang von Jonas Hofmann beim BVB würde zeigen wie schnelllebig Profifußball ist

Jonas Hofmann. Foto: Robin Patzwaldt

Jonas Hofmann stand beim BVB zuletzt häufiger im Abseits. Foto: Robin Patzwaldt

Wieder einmal zeichnet sich ein vorzeitiger Abgang eines ehemaligen, großen Hoffnungsträgers beim BVB ab.

Dem Vernehmen nach soll nur noch die sportmedizinische Untersuchung Jonas Hofmann von einem Wechsel zu Borussia Mönchengladbach trennen. Die offizielle Bestätigung des Wechsels könnte also bereits in Kürze erfolgen.

Wenn sich das tatsächlich so bestätigen würde, dann hätte der Fanliebling seinen Durchbruch beim BVB endgültig nicht geschafft.

Bereits im Vorjahr war der Mittelfeldakteur bekanntlich an Mainz 05 ausgeliehen worden, nachdem er mit seinen Einsatzzeiten in Dortmund nicht zufrieden war. Auch in dieser Spielzeit stehen für Hofmann bisher nur 285 Einsatzminuten in der Liga zu Buche. Ein Treffer sprang dabei heraus. Deutlich zu wenig für seine eigenen Ansprüche.

Doch konnte der 23-Jährige, wenn er denn mal von Thomas Tuchel das Vertrauen erhielt, wie in der Vorwoche in Köln, auch nicht nachhaltig auf sich aufmerksam machen.

Ein Abgang wäre für die Schwarzgelben daher, wenn man mal ganz ehrlich ist, sportlich wohl auch kein ganz großer Verlust. Das Mittelfeld der Dortmunder Elf ist aktuell für Spieler mit seinen Qualitäten eindeutig zu hochkarätig besetzt.

Und das ist, wenn man mal ein paar Monate zurückdenkt, schon sehr bemerkenswert.

Denn vor rund einem Jahr, als der BVB mit ähnlicher Stammelf das Tabellenende zierte, da war Hofmann noch als einer derjenigen angesehen worden, um den herum man den ‚neuen BVB‘ aufbauen wollte, nachdem für den Sommer 2015 dann ein großer Umbruch im Kader erwartet wurde.
Zusammen u.a. mit Moritz Leitner sollte unter Hofmann eine ‚neue‘, eine junge, eine erfolgshungrige Mannschaft aufgebaut werden. Zumindest eben, wenn es nach den Einschätzungen vieler Fans und Medienvertreter noch im vorigen Winter ging.

Es kam bekanntlich komplett anders.

Getauscht wurde beim BVB dann nur das Personal auf der Trainerposition und an einigen ausgewählten Positionen im Kader. Der große, der erwartete Umbruch im BVB-Kader blieb jedoch aus. Der sportliche Erfolg kehrte auch so zurück nach Dortmund.

Ein Jonas Hofmann spielte dabei, ebenso wie Rückkehrer Moritz Leitner, der an den VfB Stuttgart ausgeliehen war, bisher keine große Rolle dabei.

Denn der Kader, dem viele vor rund zwölf Monaten noch jedwede Qualität abgesprochen hatten, der war dann doch deutlich besser als von vielen analysiert. Und ein Jahr später sieht die Situation rund um Dortmund dann auch wieder völlig anders aus.

Ein Abgang von Jonas Hofmann in den nächsten Tagen in Richtung Borussia Mönchengladbach wäre dann jedenfalls auch ein weiteres Indiz für die überraschend große Kontinuität im Kader der Westfalen nach der enttäuschenden Vorjahressaison und gleichzeitig ein weiterer Beweis dafür, wie schnelllebig Profifußball inzwischen gleichzeitig sein kann.

Denn als Jonas Hofmann im letzten Sommer wieder zurück nach Dortmund kam, da hatte auch er persönlich sicherlich noch ganz andere Erwartungen. Daraus scheint jetzt nichts zu werden. Ein endgültiger Transfer des ‚Talents‘ wäre ein für alle sichtbares und offenkundiges Eingeständnis, dass es in Dortmund für Hofmann eben dann doch nicht gereicht hat. Und das wäre dann doch auch irgendwie schade!

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5 Kommentare zu “Dortmund: Ein Abgang von Jonas Hofmann beim BVB würde zeigen wie schnelllebig Profifußball ist

  • #1
    Klaus Lohmann

    Mit Hofmann verhält es sich ein bisschen wie mit dem ebenso gehypten Leonardo Bittencourt, den wir damal von Cottbus kommend als zukünftigen "Heilsbringer" feierten und der sich exakt genauso wenig in der ersten Mannschaft durchsetzen konnte wie Jonas. Nach der Zwischenstation in Hannover – wo er dieses Jahr gegen uns ja bis zur gelbroten Karte eine überragende Partie bot – ist ohne Rückkaufoption nun Köln mit Schlitzohr Schmadtke und Vernunfttrainer Stöger eigentlich das perfekte "neue Ufer" für einen Mittelfeldstrategen wie Bittencourt. Das Gleiche lässt sich für Hofmann hoffen, denn seine Entwicklung muss woanders strahlen, aber nicht beim BvB.

  • #2
    Robin Patzwaldt Beitragsautor

    Ja, Klaus. Das scheint mir der Preis dafür zu sein, dass der BVB eben dauerhaft ein Top-Club sein will. Zeit für Entwicklungen gibt es da nicht mehr so viel. Entweder man verstärkt das Team, oder man ist eben rasch wieder weg. Weder die Talente selber noch die Clubs sind aktuell besonders geduldig, wie es scheint. Manchmal schade, aber grundsätzlich nicht zu ändern, wenn der eigene Club unter den ersten 3 oder 4 landen soll. Ist ja auch mit Gaudino und anderen Talenten bei den Bayern aktuell nicht anders. Stellt natürlich auch etwas den Nutzen der ‚zweiten Mannschaften‘ in Frage. Denn wer schafft es von dort schon noch in die Stammelf der Ersten?

  • #3
    WALTER Stach

    Robin,
    ich hätte versucht, Hoffmann zu halten, weil ich meine, daß er a.) zu den besten 18 Spielern des BVB gehört und weil er b.) "perspektivisch" für den BVB interssant ist.

    Aber…
    Ich kann nachvollziehen, daß Hoffmann jetzt und sofort Stammspieler in der Bundesliga sein will und wenn nicht anders möglich, dann eben bei einem anderen Verein. Möglicherweise denkt er dabei auch an Bittencourt -sh.Klaus Lohmann -1-.
    In einer solchen Situation kann es durchaus auch im Interesse des BVB liegen, Hoffmann gehen zu lassen

    Ich bin gespannt, was uns bis zu Beginn der Rückrunde noch an Disk.stoff in Sachen Spielerwechsel national und international geboten wirrd -und Trainerwechsel-.
    Robin, gut so, wenn. Du uns jeweils dazu " die Vorlagen " lieferst.

  • #4
    kE

    Der Wechsel ist sinnvoll. Hoffmann ist mehrfach gut in die erste Halbserie gestartet, hatte dann aber immer wieder stark nachgelassen. In den Einsätzen blieb er auch immer wieder hinter diesen Start-Leistungen zurück.

    Im offensiven Bereich ist der BvB auch gut besetzt. Es wird sich zeigen, wer sich in der Rückserie durchsetzen wird. Hierbei spielt natürlich auch die Gesundheit eine wichtige Rolle.

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