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Dortmund: Von Pfefferspray und Schlagstöcken

Am vergangenem Wochenende gab es bei den Demonstrationen zahlreiche Verletzte. Über die verletzten Polizeibeamten wurde in vielen Medien ausführlich berichtet. Für die verletzten Demonstranten interessierte sich kaum jemand. Ein Bericht der Demo-Sanitäter des Alerta Bündnisses könnte das ändern.

Die Demonstrationen des Alerta-Bündnisses am vergangenenWochenende wurde von sogenannten „Demo-Sanis“ begleitet. Ärzte und Sanitäter, die in ihrer Freizeit ehrenamtlich Demonstrationen begleiten, Verletzte vor Ort erstversorgen  oder für eine Einlieferung in Krankenhäuser sorgen.

Die Demo-Sanis haben nun ihren Bericht vorgelegt. Er beschreibt nur die Geschehnisse im direkten Umfeld der Demonstration des Alerta-Bündnisses, ist also nur ein kleiner Ausschnitt, aber klar scheint zu sein: Es gab deutlich mehr als die von der Polizei veröffentlichte Zahl der sieben verletzten Demonstranten.

Vor allem der Einsatz von Pfefferspray sorgte für viele Verletzte, dazu kamen eine Wirbelsäulenverletzung sowie zahlreiche durch Schlagwaffen verursachte Verletzungen.

Hier geht es zum Bericht.

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13 Kommentare zu “Dortmund: Von Pfefferspray und Schlagstöcken

  • #1
    Robin

    Beeindruckende Bilder im verlinkten Bericht. Da fragt man sich wie es zu so Behauptungen kommen kann, wie hier in der Vorwoche unter den Kommentaren von Lesern zu lesen, die Polizei verwende das Spray nicht und es gehöre auch gar nicht zur Ausrüstung der Polizei…..

  • #2
    Rosa

    ist so ein Vorgehen der Polizei noch legal?

    Habe den verlinkten Bericht gelesen, und bin geschockt …

  • Pingback: Links anne Ruhr (10.09.2011) » Pottblog

  • #4
    Thomas

    Hm,

    ich erkenne in den massiven und offensiven Pfeffersprayeinsätzen praktisch ein konzeptionelles Versagen der Dortmunder Polizeiführung hinsichtlich ihrer Einsatztaktik.

    Man hätte so gut wie jede – friedliche – Blockade bzw Sperrlage, nach allem, was ich so hörte, mit viel Kommunikation und etwas Wegtragen befrieden bzw bereinigen können.

    Diese vermeintlich niedrigschwellige Distanzwaffe so massiert ohne Not einzusetzen, ist eine Verrohung der polizeilichen Demonstrationsobwaltung sondergleichen;

    mir wird bislang noch viel zu wenig problematisiert, das offensichtlich das polizeiliche Gegenüber erstmals hier in Nordrhein-Westfalen ausprobiert hat, eine neue Waffengattung in ihre Taktik einzubringen.

    Eine Waffengattung, die ja ursprünglich zum Selbstschutz gedacht ist.

    Oder massiv angewandt wird, gern in Unrechtsstaaten, halt zur Aufstandsbekämpfung.

    Ich frage mich, wie der Dortmunder Pfefferspraytest jetzt polizeilicherseits evaluiert werden wird.

    Im Prinzip ist es ja nicht mehr weit vom Capsaicin bis zum Gummigeschoss.

  • #5
  • #6
    Katja

    Was wurde eigentlich aus der Petition der Linksfraktion das die Polizei das Pfefferspray nur noch im Notfall einsetzen darf? Ansonsten sollte man immer ein Erste-Hilfe Mittel: http://www.pfefferspray.net/behandlungsmassnahmen.html : oder wenigstens Wasser dabei haben um die Augen zu spülen

  • #7
    Thomas

    >Ansonsten sollte man immer ein Erste-Hilfe Mittel: http://www.pfefferspray.net/behandlungsmassnahmen.html : oder wenigstens Wasser dabei haben um die Augen zu spülen

    Katja, darum gehts nicht.

    Es geht nicht darum, wie man sich bei derlei polizeilich induzierten Angriffen hilfsweise einigermaßen aktualisieren kann, übrigens trag‘ mal Kontaktlinsen, viele Knipser sind dazu gezwungen, dann kannste völlig am Arsch sein bzw zeitweise erblinden wg des Reizstoffes.

    Es geht darum, daß es zureichenden Anhalt gibt darüber, daß Dortmund erstmals in NRW eine neue polizeiliche Waffe für Großlagen ausprobiert worden ist.

  • #8
    Berry

    Informiert die Dortmunder Presse eigentlich auch?

    Sinnvoll wäre es, unabhängige Gutachter bei Demos wie diese zu installieren und berichten zu lassen. Sie begleiten Polizei und Demonstranten und schreiben einen Bericht.

  • #9
    Sandra

    Ich bin ernsthaft gespannt wie die Petiotion ausgeht: http://www.pfefferspray.info/news/petition-gegen-pfefferspray-bei-der-polizei-gestartet-110.html habe mich wie beim letzten Mal wieder eingetragen und mit Sicherheit geht das wieder baden. Ich denke (oder hoffe) zumindest die Kennzeichnungspflicht wird aber einige Polizisten zweimal überlegen lassen, ob weiterhin sinnlos rumgesprüht wird.

  • #10
    Dirk Planert

    Im Idealfall sind die „unabhängigen Beobachter“ Journalisten, die dabei sind. Wenn da mal einer sagt wie es war und nicht die Polizei kritisiert, dann will`s keiner hören. Ich war mitten drin und habe mehrere hundert „gewaltsuchende Vermummte“ beobachtet, die sich immer wieder unter normale Demonstranten mischten, um abzutauchen. Was den Einsatz von Tränengas betrifft: Es ist ein Ding das zu kritisieren – ein völlig anderes als Polizist eine Sperre halten zu müssen wenn hochagressive besagte Vermummte darauf zu stürmen. Ich habe, obwohl ich mitten drin war, keinen Polizisten gesehen, der mal eben so zur Pfeffergasflasche griff. Aber das zu sagen ist ja nicht „In“. Neonazis und Polizei kritisieren, das kommt immer gut. Da rein zu gehen und über das zu berichten, was da war, das kommt nicht immer gut an. Schade. Man kann sich die Realität ja immer so drehen, das es einem ins Konzept passt. Ich gehöre bestimmt zu den ersten, die Polizeiarbeit kritisieren, wenn es einen Grund dafür gibt. Bei dem, was ich da drin erlebt habe, gab es das nicht. Ich war 10 Stunden unterwegs und habe mich immer bemüht vorne zu sein, sowohl Schiller- Uhlandstraße als auch bei der Räumug der Blockade Schützenstraße. Dortmund braucht die Nazis nicht, „gewaltsuchende Vermummte“ aber auch nicht.

  • #11
    Stefan Laurin Artikelautor

    @Dirk Planert: Wo waren denn die „vermummten Autonomen“ auf der Schützenstraße? Die Blockade im nördlichen Teil bestand vor allem aus Jugendlichen, die hinter aus zumeist angegrauten Kommunalpolitikern.

  • #12
    Dirk Planert

    Auf der Schützenstraße waren keine Autonomen, hab ich auch nicht gesagt. Die Blockade ist nach mehrfacher Ankündigung durch die Polizei aufgelöst worden – wie Du sicher weißt ohne Pfefferspray oder Knüppel. Vielleicht sollten sich alle Blockierer für das nächste Mal einen Pastor besorgen. Bei der unteren Blockade hat es ja funktioniert. Ob das wirklich an dem Pastor lag, der davor stand, das kann man nur vermuten?

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