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Duisburg: Demonstration gegen Antiziganismus und Rassismus am 30. April

Am Vorabend des 1. Mai wollen antifaschistische Gruppen aus NRW in Duisburg gegen die antiziganistische Stimmung in der Stadt demonstrieren. Für den 1. Mai haben PRO NRW und die NPD Veranstaltungen angemeldet. 

Diese „Provokation“, so Bündnissprecherin Johanna Haldemann,  „wollen wir nicht unkommentiert lassen.“

Allerdings seien nicht nur rechtsradikale Gruppierungen für die rassistische Stimmung in der Stadt verantwortlich, welche sich seit zwei Jahren entwickeln konnte. „Auch Stadtverwaltung, Polizei und Lokalpolitik agieren und äußeren sich immer wieder rassistisch. Unsere Demonstration richtet sich daher explizit auch gegen den Antiziganismus und Rassismus der ‚bürgerlichen Mitte‘.“

“Die alltägliche Hetze von “ganz normalen Bürger*innen”, Mordaufrufe in sozialen Netzwerken, das Verhalten der Stadtführung und Polizei, der Zulauf den rechtsradikale Gruppierungen erfahren – alle genannten Phänomene bedingen einander. Mit der Demonstration am 30. April wollen wir die skandalösen Zustände in Duisburg benennen und deutlich machen, dass wir ebendiese jetzt und in Zukunft nicht unwidersprochen hinnehmen werden!”

Das Demonstrationsbündnis ist über die Homepage www.duisburgmonamour.org erreichbar. Dort finden sich unter anderem auch die Termine einiger Mobilisierungsvorträge, die im Vorfeld der Demo in verschiedenen Städten geplant sind.

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8 Kommentare zu “Duisburg: Demonstration gegen Antiziganismus und Rassismus am 30. April

  • Pingback: LabourNet Germany: Treffpunkt für Ungehorsame, mit und ohne Job, basisnah, gesellschaftskritisch » Brauner 1. Mai 2014 (im Ruhrgebiet)

  • #2
    Jürgen Rohn

    Theoretisch eine Glanzleistung. Der Artikel bringt es in seiner Analyse auf den Punkt. Auch ist ausdrücklich zu begrüßen, dass unter den aufrufende Gruppen sind: A2K2 [westliches Ruhrgebiet] | Antifa Essen (Z) | Antifaschistische Aktion Soest | Antifaschistische Union Dortmund | Emanzipatorische Antifa Duisburg | Gruppe et2c (Münster) | Gruppe Phoenix (Bonn) | Initiative gegen Duisburger Zustände | Linke Liste (Siegen) | Liste Undogmatischer StudentInnen (Bonn) Trotzdem, es fehlt der Bezug zur Praxis, es fehlt der Bezug zu denen, die Gegenstand des Aufrufs zur Demo sind und die Opfer der rassistischen und antiziganistischen Zustände in Duisburg wurden – die Roma selbst. So wird aufgeführt, „dass bedingt durch die Freizügigkeit innerhalb der EU eine Abschiebung der zumeist aus Bulgarien oder Rumänien kommenden Menschen gar nicht möglich wäre.“ Das mag ja sein, aber es sollen nach Aussagen der „Stimme der Migranten e.V.“, ein gemeinnütziger Verein, wo Roma für Roma sich einsetzen, ca. 20 Abschiebeverordnungen der Stadt Duisburg vorliegen. Und das zeigt den Mangel des Aufrufs und der beteiligten Gruppen. Es fehlt ihnen an der Legitimation durch die Roma selbst und am Wissen der aktuellen Situation. Das Ganze wirkt wie eine Verlängerung einer studentischen Veranstaltung. Kopflastig mit gekonnter Gesellschaftskritik, dabei abgehoben von denen, die zu befreien sind. Wer mit den Roma nicht reden will, die sich selbst organisiert haben, wer stattdessen lieber unter sich bleiben will, der wird scheitern.

  • #3
    Hubi

    @#2 | Jürgen Rohn: Seh ich auch so. Solange an der Demo keine Roma teilnehmen, ist alles nur heisse Luft.

  • #4
    Jürgen Rohn

    Der SDS scheiterte u.a. daran, dass er keine Beziehung zur Arbeiterschaft fand. Gesellschaftlich progressiv gestalten wollen viele. Die Analyse der bestehenden Duisburger Verhältnisse sind von der Theorie recht brauchbar. Aber mal ernsthaft, außer dem warmen Bad einer Ingroup kommt dabei nichts rum. Eine Verlängerung einer universitären Veranstaltung, abgehoben von denen, um die es geht, gerät möglicherweise zum Selbstzweck, zur Selbstdarstellung der Akteure. Will man sich profilieren mit Theorielastigkeit oder in der Praxis Solidarität mit den Roma leben?

    Wer meint, Solidarität zu „gewähren“ wie einen Antrag, der sollte besser vom Thema die Finger lassen. Solidarität ergibt sich immer aus der Sache mit den Beteiligten. Hier hat eine intellektuelle Elite das Sagen und bestimmt wie der Türsteher an der Disco, wer dazu gehört. Duisburger Zustände sind noch miserabler, als wir alle befürchtet haben. Dass zu der Polizei, der Stadt, den Medien, den so genannten Integrationsprofiteuren zu allem Elend noch Aktivisten dazu kommen, die den Roma nur ja nicht zu nahe kommen wollen.

    Antifaschistische und antirassistische Gruppen aus NRW demonstrieren in Duisburg gegen Antiziganismus und Rassismus am 30. April. Die Roma, um die es geht, sind nicht dabei. Fakt ist, dass die Aktivisten scheinbar genau so wenig ehrlich mit den Roma reden und handeln wollen wie die Duisburger Stadtverwaltung, rechtspopulistische Anwohner, die Presse, die Polizei

    Und während diese Aktivisten am Layout ihrer Demonstrationen feilen, hungern weinende Kinder, werden Roma Familien obdachlos. Wenn man sie ausgrenzt anstatt sie zum Teil einer Gegenwehr von der Basis zu machen, dann sollten sie nicht als Aufhänger für diese Demonstration gemacht werden.

  • #5
    Klaus Cpaleczg

    Ihre Kommentare, Herr Rohn, sind ja schon etwas älter, noch kurz hinzufügen möchte ich dennoch als Antwort auf Ihren Schrieb, den Sie in Ihrem Sendungsbewustsein in gleichem Wortlaut ja auch auf diversen anderen Seiten gepostet haben, folgendes:

    – Durch welche Roma sind Sie denn legitimiert? Nennen Sie mal ein paar Namen. 10 sollten als Legitimation genügen vermute ich?

    – Aus Ihrem Gejammer über „kopflastige Studenten“ (noch eine Gemeinsamkeit Ihres Textes mit der BILD Zeitung) folgere ich das Sie Probleme mit der Uni hatten, oder nie eine besuchen konnten. I’m so sorry! Aber man lernt ein Leben lang, Herr Rohn!

    – „Und während diese Aktivisten am Layout ihrer Demonstrationen feilen, hungern weinende Kinder, werden Roma Familien obdachlos.“ – Würden Sie ein bisschen mehr an Ihrem eigenen Layout (www.duisburg-gegen-rechts.de) feilen, würde wenigstens Ihr Blog nicht verhungern.

  • #6
  • #7
  • #8
    Jürgen Rohn

    Ja, es waren Roma dabei. Die »BI Duisburg gegen Rechts« hat es organisiert, dass Roma dabei waren. Hier ein anonymisiertes YouTube Video der Demo http://youtu.be/vfhiJH1r4s8

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