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ECCE: Existiert noch Leben am Fuße des U-Turms?

ecce
Vor ein paar Wochen, ich war gerade auf dem Weg zu einer Performance im Dortmunder U-Turm, kam ich an den Büros von ECCE vorbei. Es brannte Licht in ihnen und ein Mensch saß an einem Computer und blickte auf einen Monitor. „Ach schau an,“ dachte ich versonnen während ich durch den kühlen Nieselregen lief und versuchte, mich vor dem Wind zu schützen, „die gibt es immer noch“ und erinnerte mich an all die kleinen und unterhaltsamen Streitigkeiten die dieses Blog mit dem ominösen   European Centre for Creative Economy in all den Jahren die da hinter uns liegen hatten. 
Gestern dann warf ich kurz einen Blick auf die Homepage von ECCE. Und was ich sah erschreckte mich: Keine aktuellen Einträge, die letzte Meldung aus Oktober 2015. Da zogen noch die Mammuts durch das Ruhrgebiet und ging der Säbelzahntiger in der Nordstadt auf die Jagd.

Auch die Seite „Kreativquartiere“ gibt es nicht mehr. Klickt man auf den betreffenden Link landet man auf der öden Homepage von ECCE. Einzig auf der Facebookseite der Kreativquartiere passiert noch etwas: Dort werden Artikel zum Thema Kreativdingsbums gepostet. Eigenes findet sich dort auch nicht. Hat der ECCE-Unsinn ein Ende gefunden? Bekommen die Mitarbeiter von ECCE nur noch Geld wenn sie versprechen, keinen Schaden zu anzurichten und keine Dummheiten zu machen? Ist das vielleicht das lang gesuchte innovative Konzept für die  Kreativwirtschaft im Ruhrgebiet? Oder finden die Perfomances nicht nur im U-Turm sondern auch in den gegenüberliegenden Büros statt? Ein nicht enden wollenden Prokastinations-Inn, bei dem alle versuchen, möglichst lange nichts zu tun? Oder wird gerade ein ganz großes Rad gedreht und ECCE will uns alle in mörderische Spannung versetzen und hüllt sich daher in Schweigen? Wir werden versuchen, all diese Fragen zu beantworten.

Hinweis: Der Autor ist sehr froh darüber, dass er einmal im Leben den coolen Satz „ich war gerade auf dem Weg zu einer Performance“ schreiben konnte.

 

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4 Kommentare zu “ECCE: Existiert noch Leben am Fuße des U-Turms?

  • #1
  • #2
    Gerd Herholz

    Insgesamt müssen’s viele, viele Millionen gewesen sein, allein für 2016 noch einmal 1,1 Mio.
    Kann man (leider) nachlesen in einer Pressemitteilung vom 15.12.15 auf der Homepage des Regierungspräsidiums Arnsberg, wo Ecce zum Ruhrgebiets-Erlöser stilisiert wird.
    http://www.bezreg-arnsberg.nrw.de/presse/2015/12/205_15/index.php
    Also: Zumindest am 14. Dezember muss Ecce noch gelebt haben, da hat Gorny sich in Dortmund nämlich die Förderbescheide für 2016 von der Regierungspräsidentin aus Arnsberg geben lassen.
    Herr, schmeiß Hirn vom Himmel, möchte man selbst als Atheist rufen, aber dann schmeißt er doch bloß wieder mit Geld nach Gorny.

  • #3
    Klaus Lohmann

    @#1 Arnold Voss: Allein 2012/13 hat die BezReg Arnsberg für das Land an ecce wohl 1,6 Mio. Förderkohle bewillgt:

    http://www.bezreg-arnsberg.nrw.de/presse/2013/01/011_13/index.php:
    "die european centre for creative economy (ecce) GmbH, der neben einem Zuschuss für die Betriebskosten (283.620 für 2012, 600.000 Euro für 2013/2014) durch mehrere Bescheide Projektförderungen bewilligt wurden (insgesamt mehr als 1.600.000 Euro, z.B. für die Reihen „Kreativ Quartiere Ruhr“ und „Labkultur.TV“ sowie das Forum d‘ Avignon Ruhr 2013)"

    2011 wurden vom Land eine knappe halbe Million reingesteckt: http://www.dortmund.de/de/freizeit_und_kultur/u/nachrichten_u/nachricht.jsp?nid=125753

    Bochum als eine der Gesellschafterinnen der ecce gmbh wollte 300.000,-€/pa für 3 Jahre "spenden": https://politik-bei-uns.de/file/549c99671ae6a013c25277ce

    Und das waren jetzt nur die ersten paar Beträge, die man so rechieren kann.

  • #4
    Pommeskind

    Eigentlich möchte man im Angesicht dieser Zahlen den Monitor zertrümmern. Stattdessen tut es aber auch ein irres Kichern. Der ganz normale Aberwitz.

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