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Ein Lautartikel zum 60. Geburtstag

In Ruhrgebiet | Am 3 April 2008 | Von Christoph Schurian

Foto:flickr.com/schuttmasse

Die Westdeutsche Allgemeine Zeitung wird heute sechzig. Und der Chefredakteur bietet eine Sensation: Den gebellten Leitartikel. klick
"Revolution? Ja klar!" heißt das Stück (warum auch immer), und es gehört ins Stilbuch eines jeden Printlers. Eine Festschrift wie eine Dienstanweisung. Oder: Wenn Franz Müntefering eine Zeitung wäre, so würde er bedruckt werden. Markig, zackig, schnoddrig. Ulrich Reitz, der x-fache Familienvater, X-Chef der Rheinischen Post und x-konservative fetzt die Sätze aus der Hüfte, da kauen andere noch verzagt an ihrem Bleistift herum.

Zum Geburtstag meine private Reitz-Sätzliste als Top-Ten:   

Platz 10)   2008, das ist die Bewältigung von Überfluss.
Platz 9)    1948, das war der Umgang mit Knappheit.
Platz 8)    Hier wird aus dem Gestern das Morgen.
Platz 7)    Aber es ist nicht mehr nur das Gestern.
Platz 6)    Sondern auch das Heute und Morgen.
Platz 5)    Das hat Folgen.
Platz 4)    Das Anspruchsvolle bodenständig dargebracht.
Platz 3)    Die Nachricht bleibt, aber die Analyse holt auf.
Platz 2)    Nicht wir haben den Scoop geschafft, sondern: Sie.
Platz 1)    Und wer weiß, was noch alles kommt.


Christoph Schurian

Christoph Schurian ist freier Journalist, lebt in Tallinn und Bochum, arbeitet für Printmedien und Rundfunkanstalten, Museen, Film- und Medienproduktionen.



Ein Kommentar zu »Ein Lautartikel zum 60. Geburtstag«

  1. #1 | Thomas sagt am 6. April 2008 um 12:20

    Ulrich Reitz muß seine Weltsicht als Staccato bellen.

    Weil er weiss, daß er nicht mehr viel Zeit hat, sich im auslaufenden Geschäftsmodell, im auslaufenden publizistischen Konzept Tageszeitung darzustellen.

    Mein Lieblingsverleger Arthur Sulzberger ist da wesentlich relaxter:

    Arthur Sulzberger – Given the constant erosion of the printed press,
    do you see the New York Times still being printed in five years?

    “I really don’t know whether we’ll be printing the Times in five
    years, and you know what? I don’t care, either,” he says. He’s looking
    at how best to manage the transition from print to Internet.

    http://www.haaretz.com/hasen/objects/pages/PrintArticleEn.jhtml?itemNo=822558

    Ich wüßte gern, ob Frau Brost dem zustimmt. (:

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