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„Es war ein großer Fehler, diese Rede gehalten zu haben“

In Ruhrgebiet | Am 12 Juni 2012 | Von Martin Niewendick

Daniel Krause, Foto: Facebook

Am vergangenen Samstag protestierte die rechtspopulistische Partei Pro NRW gegen eine Veranstaltung von Salafisten in Köln. Als Überraschungsredner trat der sich als „links“ bezeichnende Politiklehrer Daniel Krause auf (wir berichteten). Er bekundete seine Sympathien für Pro NRW im Kampf gegen “Islamismus”. Dafür erntete er massive Kritik von links. Den Ruhrbaronen gab er ein schriftliches Interview zu seinen Beweggründen.

Ruhrbarone: Sie haben auf der Pro NRW-Veranstaltung am Samstag eine Rede gehalten. Was bewog sie, dort zu sprechen?

Ich habe meine Rede spontan gehalten – und zwar unabhängig von dieser Partei. Ich bin mit ein paar linken Begleitern zu dem Gelände gegangen, um gegen Salafismus und für Meinungsfreiheit einzutreten. Es war keineswegs die Absicht, Pro NRW zu unterstützen. Leider wirkte das zeitweise so – da habe ich mitunter sehr fahrlässig formuliert. Immerhin war ich anhand meiner Kleidung eindeutig als ‘links” identifizierbar. Diese Distanzierung ist mir wichtig. Auch im Artikel auf der Homepage von Pro NRW ist zu lesen, dass ich keinesfalls Teil dieser Bewegung bin, sondern ein unabhängiger Redner mit linker Gesinnung.

Ruhrbarone: Der Vorsitzende Markus Beisicht ist Ex-Funktionär der Neonazi-Truppe „Deutsche Liga für Volk und Heimat“. Dort setzte er etwa ein Kopfgeld von 5000 DM auf eine von Abschiebung bedrohte Roma-Frau aus. War ihnen das bewusst?

Nein. Ich wusste bis dahin recht wenig über Pro NRW. Erst im Nachhinein habe ich recherchiert. Rückblickend meine ich: Es war ein großer Fehler, diese Rede gehalten zu haben.

Ruhrbarone: Die etwas gemäßigtere Partei „Die Freiheit“ war in Köln ebenfalls zugegen, mit einer eigenen Veranstaltung. Wieso haben sie sich für die radikalere Gruppierung entschieden?

Ich habe mich nicht “für” Pro NRW entschieden, sondern wie gesagt für das Sprechen als unabhängiger Redner. Die Partei “Die Freiheit” kenne ich nur vom Namen her.

Ruhrbarone: Sie sagen, der Islamismus sei eine „so große Gefahr (…), dass wir bürgerlichen Deutschen uns nicht auseinandertrennen sollen“. Was sind sie denn nun, „herrschaftskritisch“, wie sie auf ihrer Facebook-Seite betonen, oder „bürgerlich“?

Ich gehöre zum linksliberalen Bürgertum. Dieses zeichnet sich durch hohe Empathie für herrschaftskritische Gedanken aus. Dass man etwas “kritisch” sieht, heißt ja noch lange nicht, dass man es automatisch “bekämpfen” will.

Ruhrbarone: Sie suggerieren damit eine Trennung zwischen „Islamisten“ und Deutschen. Können Deutsche keine „Islamisten“ sein?

Natürlich können auch Deutsche Islamisten sein – gerade unter den Salafisten sind viele Konvertierte. Übrigens: “Deutsch” ist für mich in jenem spontanen Zusammenhang jede und jeder, die oder der in Deutschland lebt. Unabhängig von Nationalität sollten möglichst viele, die hier leben, gegen Salafismus eintreten.

Ruhrbarone: Geert Wilders, den sie in ihrer Rede heranziehen, fordert ein Verbot des Korans. Sehen sie das auch so, und wenn ja, welche religiösen Schriften müssten dann im Sinne der Gleichberechtigung, die sie einfordern, als nächstes verboten werden?

Ein Verbot halte ich für verfassungsrechtlich bedenklich. Und im Zuge der Gleichbehandlung müsste dann ja auch die Bibel verboten werden. Denn auch die Bibel ist homophob und sexistisch. Ich mag überhaupt keine Religion.

Ruhrbarone: Der niederländische Rechtspopulist Pim Fortuyn war expliziter Speziesist („Wählt mich, dann dürft ihr Pelzmäntel tragen“). Warum loben sie ihn als „Antispeziesist“ dennoch, obwohl er das Wohl von Menschen ganz eindeutig über das von Tieren stellt?

Ich schätze Pim Fortuyn als legendären Kämpfer für die Rechte von Homosexuellen. Andere Aspekte seines Lebens sehe ich kritisch – insbesondere seinen arroganten Speziesismus habe ich gehasst.

Ruhrbarone: Wie definieren sie Querfront?

Das Wort habe ich nie benutzt. Ich definiere es auch nicht.

Ruhrbarone: Könne sie sich vorstellen, Pro NRW zu wählen oder gar einzutreten?

Auf gar keinen Fall! Ich bin “links” und diese Partei ist “rechts”. Dazu kommt: In ihrem Parteiprogramm äußert sich Pro NRW kritisch zum Recht auf Abtreibung. Als Feminist bin ich aber konsequent Befürworter eines liberalen Abtreibungsrechts, etwa so wie in den Niederlanden. Eine Frau muss für mich das Recht haben, bis zum siebten Monat abzutreiben. In vielen Ländern ist dieses möglich. Ich finde, in Deutschland sollte das auch möglich sein.

Ruhrbarone: Können sie muslimischen Schülern, die unter ihrer Obhut als Lehrer stehen, noch neutral begegnen?

Ich trenne klar zwischen dienstlichen und weiteren Lebensbereichen. Darum beantworte ich diese Frage nur ganz allgemein: Ich akzeptiere Muslime wie ich Christen akzeptiere. Das Problem bei den Religionen sind in beiden Fällen die radikalen Ausläufer, wie z.B. im Islam die Salafisten. Kinder können übrigens nichts dafür, in welcher Familie sie sozialisiert werden.

Vielen Dank für das Interview.



95 Kommentare zu »„Es war ein großer Fehler, diese Rede gehalten zu haben“«

  1. #51 | Ben sagt am 13. Juni 2012 um 13:00

    @Namenlos:

    Weißt du, damit, dass du sogar jemanden wie Ralph Giordano mal im Zweifelsfall tüchtig anpinkelst, bestätigst du genau das Verhalten, was ich meine. Wie absurd ist das denn, der Mann hat den Holocaust knapp überlebt, aber du stellst ihn echt mal eben in die Ecke der “verkappten Faschisten”. Genau das ist es, was ich meine. Du und deinesgleichen, ihr seid SEHR schnell dabei, dass sich eigentlich JEDER irgendwie diskreditiert, der hier mal Kritik anbringt.

    So ist es natürlich leicht. Mit mir muss man nicht diskutieren, ich hab mich ja schon selbst diskreditiert. Mit dem ÜBerlebenden des Nazi-Regimes, und persönlich absolut 100% integeren Ralph Giordano muss man nicht diskutieren, der hat mal auf eine Anfrage von Pax Europa positiv reagiert, und damit zählt ALLES was sonst war nicht mehr. Der Lehrer könnte den ein oder anderen korrekten Punkt gehabt haben, aber klar, falsche Demo, er hat sich diskreditiert.

    Nur *DU* und deinesgleichen (“Links”, jahaaaa, klar!), *IHR* erscheint zwar bei keiner einzigen Salafisten-Aktion, ihr bekommt den Arsch nicht hoch, und ihr schreibt auch nichts dazu, wo ihr sonst schon bei einem drittklassigen Treffen der Jungen Union Euskirchen im Zweifelsfall lieber einmal zu viel, als einmal zu wenig was sagen würdet. ABer IHR seid NICHT diskreditiert, nein, gar nicht! Nur die anderen! Solange man selbst als ordentlicher Linker noch Gender_innen-gerecht schreibt, ist alles okay.

    Mal weniger polemisch: Genau das ist das Problem. Die erhebliche Diskrepanz zwischen einem Handeln, nach dem mittlerweile selbst Giordana also im Prinzip ein verkappter Nazi, auf jeden Fall aber diskreditiert ist, aber zugleich türkischstämmige Ultrafaschisten und extremistischte Moslems neben vielen anderen vollkommen unbehelligt gelassen werden. Übrigens, Stichwort “Gegen Generalisierung” (“Der Islam”): Hört endlich mal auf, euch in die Tasche zu lügen. Als ob es irgendeinen Aufschrei gäbe, wenn jemand über “DEN Katholizismus” oder “DIE christliche Kirche” herziehen würde. Jahrelang konnte ich mich nach Herzenslust polemisch über die Hanseln in Rom lustig machen, aber wenn ich den Islam als bescheuert und rückständig kritisiere, dann bin ich auf einmal der schlimmste Hetzer seit Göbbels? Nicht dein Ernst, oder?

  2. #52 | Klaus Lohmann sagt am 13. Juni 2012 um 14:28

    Sorry Ben, aber Dein “Wer nicht für mich ist, ist gegen mich!”-Gelaber hier ist ziemlich kindisch. Schau Dir einfach nochmal das Youtube-Video von Krauses Rede an und sag uns dann, warum dieser so vehement-exaltiert gegen die Demo-Teilnehmer von “Die Freiheit” polemisieren musste, wenn diese ebenso die grundsätzlichen Ziele von Pro NRW verfolgen.

    Ich sag’s Dir: Weil es eben nicht um Argumente, sondern ums populistische Stänkern geht. Und wie immer darum, wer den Längsten hat.

  3. #53 | lehrerkritischer sagt am 13. Juni 2012 um 15:03

    Ein Politiklehrer, der zu einer Kundgebung von ProNRW geht, dort spricht, aber keine Ahnung von ProNRW und der Freiheitspartei hat?
    Feuert den Mann!
    Der darf so wenig als Politiklehrer arbeiten, wie ein Mathelehrer, der nicht zwei und zwei addieren kann!

  4. #54 | Stefan Laurin sagt am 13. Juni 2012 um 15:16

    @Bart: Nur zu Info: Wir haben Deine IP, wir werden Deine Adresse und Deinen Namen herausbekommen und wenn es Ärger geben sollte, sind wir schneller mit diesen Infos beim Staatsschutz als Du Prozesskostenbeihilfe beantragen kannst.
    Und natürlich sorgen wir auch dafür, dass die Öffentlichkeit erfährt wer Du bist :-)

  5. #55 | abraxas sagt am 13. Juni 2012 um 15:31

    Wieso kann man bei der Scheinalternative rechts oder links nicht einfach gerade(her)aus sein?
    Geht es alles auch ein wenig sachlicher?

  6. #56 | Stefan Laurin sagt am 13. Juni 2012 um 15:33

    @Abraxas: Es geht immer nur um autoritär vs. antiautoritär. Und Pro NRW und die Salafisten sind beides autoritäre Gruppierungen.

  7. #57 | abraxas sagt am 13. Juni 2012 um 15:40

    Nö, lieber Stefan, eben nicht. Ob Du es nun rechts / links, autoritär oder antiautoritär nennst bleibt sich, für mich, gleich.
    Ich mag keine einfachen, für die Wirklichkeit zumeist unterkomplexen, Schwarz-Weiss Unterscheidungen. Das ist, bei aller Freundschaft und Respekt, Freund-Feind-Denke, die ich sehr kritisch sehe.
    Die Farbe der Wahrheit ist nicht Schwarz oder Weiss, die Farbe hat alle Zwischenstufen des Grau(ens) ;-)
    Aber:
    Jenseits aller logischen Deduktion aus obersten Prinzipien, können wir in der Ablehnung beider Gruppen überein stimmen. Warum? Siehe oben.

  8. #58 | Ben sagt am 13. Juni 2012 um 15:54

    @Klaus Lohmann:

    Erstens, kannst du dir dein “Sorry” sparen, es ist nicht ernstgemeint. Zweitens, wer betreibt denn hier das “Wer nicht für mich ist, ist gegen mich”-Gelaber? Ich?! Hallo?! Mit Verlaub das sind doch wohl eher jene, die sagen “Der Lehrer ist diskreditiert”, “Der Ben ist diskreditiert” und “Der Giordana ist sowieso Nazi irgendwie, und somit diskreditiert”.

    “Nicht diskreditiert” (was ja noch die nette Form ist!) sind offensichtlich nur zwei Gruppen, nämlich a) die Salafisten, und b) ihr selbst. Okay, a) war polemisch, aber was es euch selbst betrifft, so bekommt ihr schon seit Monaten und Jahren euren Arsch nicht hoch, weil es natürlich unbequem ist. Schon allein, weil man dann wahnsinnig aufpassen muss, sich von den rassistischen Gründen handelnden Rechten abgrenzen zu müssen. Weil es sein kann, dass man für so was von den Salafisten zusammengetreten wird.

    Und noch ein Problem warum keiner aufsteht: weil man auch noch mit selbsternannten “linken” Moralwächtern zu kämpfen hat, die die moslemischen Extremisten ganz toll finden, weil die ja auch irgendwie gegen den Westen, den Kapitalismus und all das Zeug sind. Aber verdammte Axt, es ist irgendwann auch mal eine Frage der persönlichen Glaubwürdigkeit. Wenn wir es als Linke weiterhin zulassen, dass jede noch so Frauen- und menschenfeindliche Ideologie unwidersprochen verbreitet werden kann, dann werden wir mit unserem Gerechtigkeitsstreben irgendwann nur noch als erbärmliche Lachnummer wahrgenommen, und zwar vollkommen zu Recht! Entschuldigung, aber ICH möchte nicht, dass unsere Gesellschaft sich so entwickelt. Nazis raus! Das gilt auch für moslemische Nazis!

    Übrigens, er hat EINEN Satz zur “Freiheit” geäußert. Ja, du hast Recht, der war scheiße. Ja, den hätte er sich sparen können, ebenso wie die Tatsache, sich da zu Pro Köln zu stellen. Aber es war kein unendliches lamentieren, und wenn ihm wirklich nicht klar war, dass Pro Köln alles andere als nur rechtspopulistische Spießer sind, dann wird das Problem deutlich. Deswegen unter anderem hat der Beisicht im Hintergrund sich ja auch geradezu kaputtgelacht.

    Aber nochmal, es ist EUER Verhalten, welches dafür gesorgt hat, dass der nicht bei der Antifa stehen KONNTE. DAS ist der eigentliche Skandal, und dafür habt ihr mal eben NULL Empathie! Sag mal an, wann kommt denn mal die Zeit von konsequenten linken Aktion gegen Salafisten, Wahabiten, Graue Wölfe und die anderen Arschgeigen? Dass da nichts kommt, und dass Leute wie du damit kein wirkliches Problem haben, das ist einfach nur noch widerlich!

  9. #59 | D.Arndt sagt am 13. Juni 2012 um 16:00

    Und alle Salafisten sind ja bekanntlich Muslime? Und alle Atheisten Fans von Geert Wilders? Mitunter ist es eben sehr sinnvoll Schwule vor religiösen Fanatikern zu schützen und Religiöse vor rechtslastigen, durchgeknallten Atheisten.

  10. #60 | Namenlos sagt am 13. Juni 2012 um 16:27

    @Ben
    Hör mit Deinen Unterstellungen auf!
    “Mit mir muss man nicht diskutieren, ich hab mich ja schon selbst diskreditiert.”
    – In der Tat muss mensch das nicht. Mensch muss gar nichts. Und ja, Du hast Dich entsprechend positioniert, Du “inhaltlich insgesamt nichts Verwerfliches an der Rede finden kannst”. Als antifaschistisch würde ich Deine Position nicht begreifen.

    “Mit dem ÜBerlebenden des Nazi-Regimes, und persönlich absolut 100% integeren Ralph Giordano muss man nicht diskutieren, der hat mal auf eine Anfrage von Pax Europa positiv reagiert, und damit zählt ALLES was sonst war nicht mehr.”
    – Das sagst DU, nicht ICH. Ich finde es jedenfalls politisch mehr als fragwürdig, sich solche Bündnispartner zu suchen. Seine Aussage zu PRO NRW mag zustimmenswert sein. Seine Position insgesamt ist doch um Einiges ambivalenter. Das wolte ich mit dem Hinweis “Pax Europa” andeuten.

    “Nur *DU* und deinesgleichen (“Links”, jahaaaa, klar!), *IHR* erscheint zwar bei keiner einzigen Salafisten-Aktion, ihr bekommt den Arsch nicht hoch, und ihr [...]”
    – Na, im Pauschalisieren bist Du scheinbar Weltmeister!

    “Mal weniger polemisch [...]”
    Warum nicht gleich so?

    “Der Lehrer könnte den ein oder anderen korrekten Punkt gehabt haben, aber klar, falsche Demo, er hat sich diskreditiert.”
    Tja, als “links” gilt es wohl nicht, auf einer PRO NRW-Demo den Rechten das Wort zu reden. Kommunikationsguerilla war es jedenfalls nicht. Darüberhinaus ist der Typ Politiklehrer.

    “[...] dann bin ich auf einmal der schlimmste Hetzer seit Göbbels? Nicht dein Ernst, oder?”
    Nicht mein Ernst. Deiner? Tja, schade, Du hast nicht wirklich etwas an Deinem (polemischen) Stil geändert …

  11. #61 | Klaus Lohmann sagt am 13. Juni 2012 um 16:39

    @Ben: Deine penetrant-pauschalen Unterstellungen gegenüber Leuten, die Du weder kennst noch anhand derer Kommentare hier einzuschätzen weißt, diskreditieren Dich für jegliche Diskussion. Punkt.

  12. #62 | Ist Vorsichtig sagt am 13. Juni 2012 um 16:40

    @Stefan Laurin #55: Nach Ihrer Warnung an Bart (keine Ahnung was er geschrieben hat) bin ich leicht verunsichert. Mit einer Drohung (editiert) den Staatsschutz einzuschalten, vermittelt das Forum hier gleich einen anderen Eindruck. Weiß nicht, ob Bart sich zu weit “Links” oder zu weit “Rechts” rausgelehnt hat. Doch nach solch einer “autoritären” Drohung (nicht nur löschen des Beitrages) werde ich mein Vorhaben, mich hier auch mal mit in Diskussionen einzuschalten, verwerfen.

    Da Sie diese Drohung einfach mal so dahin klatschen und man den Inhalt nicht kennt, der von Ihnen kritisiert wird, scheint dies kein Ort der freien Rede zu sein.

    Mag sein das Bart beleidigend, Rechtsradikal oder Linksradikal oder sonst was war und sein Beitrag ZU RECHT gelöscht wurde. Allerdings dann so einen Kommentar zu posten ist für Neue Leser dieses Blogs sehr verunsichernd.

    Ab wann wird man bei Ihnen denn beim Staatsschutz oder Verfassungsschutz gemeldet??

    Bis wohin darf Kritik gehen. Ab wann sagen Sie dem Verfassungsschutz bescheid, dass “man mal lieber ein Auge auf diesen User hält”?

    Ich hoffe ich bin nicht zu weit gegangen. Ansonsten bitte löschen. Und ich bitte sie darum, mich nicht zu melden. ;-)

  13. #63 | Stefan Laurin sagt am 13. Juni 2012 um 16:42

    @Von Ist Vorsichtig zu: Ganz einfach: Man sollte nie einen Autoren bedrohen.

  14. #64 | Ben sagt am 13. Juni 2012 um 16:46

    @Namenlos:

    Ich sag dir jetzt mal, was ich vermute. Ich vermute, dass der politisch tatsächlich ziemlich schlecht informierte Lehrer tatsächlich im Prinzip links ist. Und zwar ziemlich weit sogar, in dem Spektrum, wo sich mit Verlaub auch viele komische und intellektuell nicht gerade granatenstarke Leute aufhalten. Die aber dafür alle schön darauf achten “mensch” statt “man” zu schreiben…

    Nun hat der erkannt, auch aufgrund ganz ersönlicher Erfahrungen, dass er gerade als offen bekennender Homosexueller vermutlich zehnmal mehr Stress mit extremistischen Moslems hat, als mit dem Häuflein versprengter Nazis an seinem Wohnort.

    Und dann kommt von seinem linken Umfeld NICHTS gegen diese Arschlöcher! Im Gegenteil, wer es kritisiert, der wird auch noch angegriffen. Vermutlich sind ihm jetzt am Samstag die Pferde mit ihm durchgegangen. Ja, alles scheiße! Trotzdem, die Wut, die der Mann hatte, die kann ich sehr gut nachvollziehen. Und was kommt nun von Links? Der Mensch wird so richtig schön fertig gemacht, als warnendes Exempel, und man klopft sich selbstgerecht auf die Schultern. Und das nächste Treffen von 3000 faschistischen “Grauen Wölfen” in Essen wird wieder komplett unbehelligt geschehen. Die nächsten Koranverteilungsaktionen der Nazi-Salafisten werden zumindest von Links problemlos durchgewunken. Da ist man nämlich noch zu beschäftigt damit, sich fürs fertigmachen des einen Abweichlers gegenseitig auf die Schulter zu klopfen!

    Zu polemisch? Dann zeigt mir doch EURE Aktionen gegen Salafisten, Wahabiten und co. Und? Fehlanzeige! Und es ist euch nicht einmal für eine gottverdammte Millisekunde peinlich, und im nächsten Moment wird aber wieder ganz, ganz genau auf Gender_Innen-gerechte Schreibweise geachtet!

  15. #65 | Ist Vorsichtig sagt am 13. Juni 2012 um 16:48

    @Laurin: Keine Frage. Sie sollten eine solche Person auch melden und weitere Schritte einleiten.

    Das Problem, welches ein solcher Post mit sich bringt, bleibt aber bestehen. Sorry

  16. #66 | Ben sagt am 13. Juni 2012 um 17:09

    @Klaus Lohmann:

    Wenn ich also hier ach so böse Unterstellungen betreibe, die mich ja eh “diskreditieren” (Ha, gottseidank, man hat einen Grund nicht mehr auf meine Kritik eingehen zu müssen!), dann beweise mir doch einfach mal das Gegenteil:

    1.) Wo sind die massiven linken Aktionen gegen Salafisten?

    2.) Wo werden die “Idealistenvereine” AKA Graue Wölfe von links systematisch angegangen?

    3.) Wo wird mit extrem konservativen muslimischen Vertretern, die auch bei den meisten Muslimen so viel Rückhalt haben, wie Kardinal Meißner bei den Katholiken mal fundierte, linke und laute (!) Kritik betrieben?

    Beispiele? Fehlanzeige! Dafür sehe ich aber hier reichlich Leute, die sich wie Bolle auf dem Milchwagen amüsieren, dass da ein komischer Lehrer in seine Grenzen gewiesen wurde. Mit Verlaub, da wird man schon mal polemisch, unterstellt anderen was, und ganz wichtig “diskreditiert” sich damit von selbst, womit die Fragen 1, 2 und 3 nicht mehr ernsthaft beantwortet werden müssen. Die sind ja ebenfalls “diskreditiert”, nicht wahr?

  17. #67 | Stefan Laurin sagt am 13. Juni 2012 um 17:14

    @Ben: Es gab sowohl in Bochum als auch in Essen Proteste gegen die Grauen Wölfe. Du vereinfachst also arg. Generell hast Du allerdings recht: Man muss gegen die Salafisten und andere Fundamentalisten, auch christliche, genauso protestieren wie gegen Nazis. Auf diesem Blog haben wir uns allerdings auch mit diesen Themen schon auseinandergesetzt. Man sollte das Thema nicht rechtsradikalen Gruppen überlassen.

  18. #68 | Ben sagt am 13. Juni 2012 um 17:28

    @Stefan Laurin:

    Vielleicht ist die Lage nicht überall so schlimm, wie ich denke, aber es gibt mindestens zwei Dinge, die ich halt sehen kann. Erstens passiert zumindest in meiner Heimatstadt Köln GAR NICHTS von Links gegen die Salafisten und ähnliche, aber gerade hier klopft man sich von ganz links bis hin zur CDU auf die Schulter für’s “Arsch huh!”-Konzert. Zum zweiten, mag sein, dass in Essen doch was war, aber bitte, wo denn?

    Stellt euch mal vor, was hier abginge, wenn sich in Deutschland 3000 Rechtsradikale versammeln wollen, egal wo! Da würde die Luft brennen, und die Demonstranten von überall bundesweit anreisen. Es gibt keinen, aber wirklich keinen Grund dass das bei den türkischstämmigen Rechtsradikalen anders läuft.

    Wir sind nicht mehr in den 80ern, die Zeit des Welpenschutzes sollte vorbei sein. Die Türken gehören zu uns, und gehören deswegen auch genauso behandelt, und genauso gemessen, wie wir das bei Bio-Deutschen auch täten. Ich rate DRINGEND zu einer Änderung der Attitüde, sonst ist “Links” in ein paar Jahren nur noch eine ekelhafte, hohle und selbstgerechte Lachnummer im Prenzelberg-Milljö.

  19. #69 | Stefan Laurin sagt am 13. Juni 2012 um 17:32

    @Ben: Das hat mein geschätzter Kollege Tobias Kaufmann vom Kölner Stadtanzeiger in einer Kolumne Köln betreffend auch zu Recht kritisiert: http://www.ksta.de/html/artikel/1338997247682.shtml
    Nehmen wir das doch zum Anlass, künftig genauer hinzuschauen. Ein Feind mehr – was solls. Wir sind doch keine Lehrer die rumheulen vor Angst :-)

  20. #70 | Ben sagt am 13. Juni 2012 um 17:48

    @Stefan:

    Das ist ein guter Ansatz. Ich werde zumindest versuchen, das nächste mal meinen Teil zu tun. Ich hoffe aber auch, dass man links mal insgesamt aufwacht, und das kapiert, dass DIESE Typen weder unsere Freunde sind, noch “unsere” Moslems repräsentieren. Das wäre so, als würde man Skins aus Rostock für Repräsentanten der Deutschen Durchschnittsmeinung halten, und deswegen nur vorsichtig und mit Samthandschuhen anfassen, um “die Deutschen” nicht zu verärgern.

  21. #71 | ht sagt am 13. Juni 2012 um 20:08

    Ich kenne dieses Blog erst seit einigen Tagen und bin auch nicht aus der Region, deshalb hoffe ich, dass man mir nachsieht, wenn ich mich zu Kommentaren und der Diskussion äussere:

    Teilweise empfand ich Bens Formulierungen auch etwas “unglücklich”, aber das ist ja schon stark beanstandet worden. Inhaltlich stimme ich ihm aber oft zu, die Muslime sind hier, der Islam gehört spätestens damit zu D&Europa. Probleme sollten beanstandet werden, bei deutschen Themen schreien gerade die Linken immer, sobald es aber um Themen bei Migranten geht, darf man nichts sagen. Ich hätte insgeheim gerne eine offene Diskussion über viele Probleme.
    Allerdings beinhaltet eine Diskussion über muslimische/ migrierte Gruppen immer die Gefahr, dass so etwas von rechts mißbraucht wird, man sieht ja überall in D und Europa, dass Recht (-spopulisten) damit offene Türen einrennen, mal mehr, mal weniger. Also vielleicht doch “Welpenschutz”. Und für Welpenschutz für warum auch immer problematische Familien und deren Kinder bin ich sowieso.

    Schöne Grüße aus dem Südosten

  22. #72 | Dirk sagt am 14. Juni 2012 um 01:28

    Es geht hier nicht um rechts oder links, es geht um Charakter oder Erbärmlichkeit. In diesem Sinne: Glückunsch für das dreifache Zensieren, ihr Freiheitskämpfer!

  23. #73 | Arnold Voß sagt am 14. Juni 2012 um 02:30

    @ All

    Glaubt hier wirklich Jemand, dass man religiöse Fanatiker dadurch ändert oder auch nur behindert, in dem man gegen sie demonstriert?

  24. #74 | Carll Weizinger sagt am 14. Juni 2012 um 09:08

    Wie erbärmlich, diese ganze Aktion, und die meisten Beiträge hier. Gesinnungsschüffelei, Leute aufgrund von unliebsamen politischen Meinungsäuserungen beruflich fertigmachen, etc.
    Deutschland, das Land der duckmäuserischen Hexenverfolger. Seit dem Mittelalter habt ihr wenig dazugelernt, die Aufklärung fand wohl hier nicht statt. Gute Autos bauen und Fussball, viel mehr ist nicht.

  25. #75 | DH sagt am 14. Juni 2012 um 10:05

    Die Ruhrbaron’sche Gesinnungsprüfungsbloggerei ist nicht Neues; ebenso wenig, wie sich nun über die verständlichen beruflichen Existenzängste dieses Lehrers mokiert wird.

    Lehrer Krause hat sich, nach alles, was man weiß, ein etwas unorthodoxes Weltbild zusammengebastelt, das die üblichen Koordinatensysteme, mit denen „Gesinnung“ normalerweise gemessen und verortet wird, nicht so recht zu erfassen vermögen. Das Feixen Beisichts im Video und die Häme Laurins im Blog sind die dazu komplementären Reaktionen. Lehrer Krause vermag offensichtlich nicht nur sich selbst zu verwirren.

  26. #76 | Stefan Laurin sagt am 14. Juni 2012 um 10:17

    @DH: “Wer die Hitze nicht verträgt, soll nicht in die Küche gehen” Joschka Fischer :-)

  27. #77 | Helmut Junge sagt am 14. Juni 2012 um 10:27

    @Arnold Voss,
    jemand glaubt, dass es brennt und ruft “Feuer”.
    Das kann ich normalerweise überprüfen.
    Wenn es nicht stimmt, also kein Feuer ist, muß ich anders reagieren, als wenn es tatsächlich ein Feuer gibt.
    Wenn es aber ein Feuer geben sollte, kann ich nicht kritisieren, dass der Warner zu leise, oder wie hier, in die falsche Richtung ruft, es sei denn, ich mache es besser als er.
    Also müssen wir klären, ob es ein Feuer gibt. Wir, das sind wir alle.
    Nehmen wir mal an, wir kämen zu dem Schluß, dass es zwar ein Feuer gibt, dieses aber vergleichsweise klein sei.
    Wie gehen wir mit einem vergleichsweise kleinem Feuer um?
    Wenn es aber aus unserer Sicht kein Feuer geben sollte, müssen wir auch das beweisen.

  28. #78 | Martin Niewendick sagt am 14. Juni 2012 um 14:08

    @ DH,

    Du tust so, als ob das alles ne riesen Medienkampagne gegen Unschuldig wär. Nein, Der Krause hat sich selbst in die Öffentlichkeit gedrängt, er wusste, dass er gefilmt wird. und wenn er sagt, er wusste nix über pro nrw – nunja, als “antifaschist” sehr unglaubwürdig. hinzu kommt, dass er freiwillig und bereitwillig auf die interviewfragen geantwortet hat; auch dazu hat ihn keiner gezwungen. was also soll diese stupide diffamierung des blogs? du hast einfach ein verzerrtes verständis von pressefreiheit, DAS ist Gesinnungsgeschwurbel.

  29. #79 | DH sagt am 14. Juni 2012 um 15:31

    @#78 (Martin), ich denke, Sie haben meinen Kommentar nicht verstanden. Denn da steht nichts über Ihr Problem („Medienkampagne“, „unschuldig“, „gezwungen“, „Pressefreiheit“ etc.) – ich schrieb darüber, dass a. Lehrer Krause offensichtlich eine nicht ganz konsistente Weltsicht hat, die einzuordnen sowohl Beisicht als auch Laurin (und vermutlich einige andere) überfordert und b. dieses Blog immer wieder dazu neigt, simple, mitunter unseriöse, aber immer persönliche Gesinnungscheckerei mit tatsächlicher Aufklärung zu verwechseln. Ich erwarte nicht, dass sich das ändert, denn es ist das Ergebnis einer beruflichen Deformation – genau so wie der Umstand, dass, wenn man Journalisten kritisiert, sie immergleich mit der „Pressefreiheit!“ herumfuchteln müssen.

    @#76 (Stefan), ich schreib’ Dir’s gerne noch mal auf: Eine Mikrowelle (wie Dein Blog) ist noch keine Küche. (-:

  30. #80 | Jan Sören K sagt am 14. Juni 2012 um 16:01

    @#79 DH
    “Wer schon die Wärme einer Mikrowelle nicht aushält sollte um die Küche einen weiten Bogen machen.”
    so verständlicher?

    Ein Blog ist auch nicht da um Aufklärung zu betreiben, sondern um die eigene Meinung kundzutun. Aufklärung sollte in den ernsthafteren Medien und über Pressemitteilungen stattfinden.

    Ist das ein ernsthaftes Medium?
    Ist das eine Pressemitteilung?

    Merke: Man sollte hier keine Aufklärung, sondern Kolumnen, Kommentare und Meinung erwarten.

  31. #81 | “Linker Lehrer” suspendiert: Reaktionen | Ruhrbarone sagt am 14. Juni 2012 um 16:26

    [...] den Vorfall. Im Vorfeld wurde er suspendiert. Den Ruhrbaronen gab Krause vor seiner Suspendierung ein Interview zu seinen Beweggründen. (Die Fragen wurden einen Tag später von einem Redakteur der WAZ zum Teil [...]

  32. #82 | DH sagt am 14. Juni 2012 um 16:51

    @#80: Ach, wem zu Küche immer nur Hitze einfällt, dessen Küche verdient tatsächlich jeden noch so weiten Bogen, den man um sie herum machen kann.

    Kein ernsthaftes Medium? Keine Aufklärung? Das machen Sie bitte mit dem Blogbetreiber aus.

  33. #83 | Ben sagt am 14. Juni 2012 um 17:33

    @Martin Niewendick

    > Du tust so, als ob das alles ne riesen Medienkampagne
    > gegen Unschuldig wär. Nein, Der Krause hat sich selbst
    > in die Öffentlichkeit gedrängt, er wusste, dass er gefilmt
    > wird.

    Er ist also irgendwie Schuldig? Mag sein, aber genau das kritisiere ich hier. Was dir ganz offensichtlich gar nicht klar ist, von deinem hohen, selbstgewählten Ross: *DU*, mein Freund, bist eine ganze Größenordnung schuldiger, als Krause! Zumindest, wenn du dich selbst als Kämpfer gegen Faschismus und totalitäre, menschenverachtende Ideologien siehst.
    Krause hat sich gewehrt, leider beim falschen Verein stehend, *DU* und deinesgleichen, ihr habt aber die Fresse gehalten, und GAR NICHTS gesagt. Mal wieder! Oder anders gesagt: Wie eigentlich fast immer.

    > und wenn er sagt, er wusste nix über pro nrw – nunja,
    > als “antifaschist” sehr unglaubwürdig. hinzu kommt,
    > dass er freiwillig und bereitwillig auf die

    Ganz offen, wenn ich mich entscheiden müsste zwischen zum Teil gewiss verpeilten Leuten wie Krause, die aber den Mund aufmachen, und einer “Linken”, die all dies systematisch NICHT, oder wenn, dann nur extrem unzureichend tut, dann nehme ich lieber Krause.

    Ich wäre aber mal dankbar, wenn der eigene, “linke” Anspruch von Leuten wie dir, oder den Meisten Lesern dieses Blogs auch gegenüber Grauen Wölfen und moslemischen Extremisten oder auch Konservativen genau so verteidigt wird, wie dies gegenüber “traditionellen” Rechtsradikalen und erzkonservativen Christen eine absolute Selbstverständlichkeit ist. Denn offen gesagt, eigentlich möchte ich mich nicht so gerne für Krause entscheiden müssen, weil sich nahezu das komplette linksliberale Deutschland selbst aktiv in die Tasche lügt, sobald die Faschisten leider einen Migrationshintergrund besitzen.

    Nazis -die ja auch die “eigene” Community aufmischen und drangsalieren!- haben einfach keinen Welpenschutz verdient, vollkommen egal, welche Herkunft sie haben!

  34. #84 | Martin Niewendick sagt am 14. Juni 2012 um 19:47

    @Ben,

    Ich stelle fest, dass du ohne kenntnis meines journalistischen wirkens lospolterst.woher weißt du, was ich politisch so mache? daher, und einfach um dich zu ärgern, erspar ich mir ne kleine linksammlung meiner “islamkritischen” (kotz) artikel.

    shavua tov

  35. #85 | Namenlos sagt am 14. Juni 2012 um 21:01

    Die Position, in die Krause in der Rede im Zusammenhang von ProNRW tendiert, wird Homonationalismus genannt. Eine Erläuterung hierfür von Judith Butler steht im nachfolgendem Zitat. Der Anlass für das nicht mehr ganz aktuelle Interview in der Jungle-world war übrigens Butlers Ablehnung einer Ehrung durch den CSD. Damit drückte sie die Kritik am CSD aus, der sich nicht von Rassismus distanziere. Stattdessen nahm sie auf dem CSD die Chance wahr, um für die Arbeit von mehrheitlich LGBTs of Color werben. Diese sind es auch, die sich u.a. gegen antimuslimischen Rassismus und Homophobie engagieren. Hier ein paar Links:
    GLADT (www.gladt.de), LesMigraS (www.lesmigras.de), SUSPECT (http://nohomonationalism.blogspot.de) und ReachOut (www.reachoutberlin.de)

    “[...] In den USA, Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Belgien und den Niederlanden, um nur ein paar Länder zu nennen, können wir den Anstieg des sogenannten Homonationalismus beobachten, also der Vorstellung, dass Freiheiten für Homosexuelle vor nicht-europäischen ImmigrantInnen geschützt werden müssten. Wenn »Homosexuellen-Rechte« zu einem Merkmal für den »fortschrittlicheren« Status europäischer Kulturen instrumentalisiert und benutzt werden, um staatliche Sicherheitsapparate auszubauen, dann ist diese Politik von einem europäischen Nationalismus und der Ausweitung sicherheitspolitischer Machtregime vereinnahmt worden. Auf dieser Basis macht man sich mit Maßnahmen gegen ImmigrantInnen und der abscheulichen Tradition, Europa rassisch rein zu halten, gemein. Hier werden Formen kultureller Überlegenheit unterstützt, die unannehmbar sind. Wenn EuropäerInnen diese Haltung akzeptieren, dann verunmöglichen sie die Zusammenarbeit mit Queer-Gruppen aus Beirut, Kairo oder Ankara. Aber es gibt viele Formen, den Kampf gegen Gewalt und Pathologisierung zu führen. Eine globale Bewegung muss mit lokalen Gruppen arbeiten und regionale Kämpfe in Betracht ziehen, damit eine Koalition aus vielen Ländern entstehen kann. In diesem Kampf gibt es keinen Platz für Rassismus. [...]”
    http://jungle-world.com/artikel/2010/30/41420.html

  36. #86 | Helmut Junge sagt am 15. Juni 2012 um 00:11

    @Namenlos,
    was und wieviel kann man sich eigentlich aus den Fingern saugen, ohne dass es wehtut?

  37. #87 | Arnold Voß sagt am 15. Juni 2012 um 08:53

    @ Martin Niewendick

    Die Diskussion mit Leuten wie Ben ist sinnlos. Überhaupt tummeln sich hier Leute denen es vor allem darum geht, sich als mutige und große Kämpfer darzustellen. Und das unter Decknamen. Die ihre eigen Betroffenheit rausposaunen, als wären sie bei RTL in der Nachmittagstalkshow und die es einen Scheisdreck interessiert was du oder andere machen, wenn es nicht genau dasselbe ist, was sie machen.

    Die einzig angemessene und zugleich wirksame Reaktion auf die Salafisten ist die Polizeirazzia und die weitere strafrechtliche Verfolgung. Sie sind in der Mehrzahl Feinde unserer demokratischen Verfassung und sie sind bereit mit Gewalt gegen sie zu kämpfen. Dabei ist es völlig egal ob sie Muslime sind oder nicht.

    Und wie gesagt: Religiöse Fanatiker bekämpft man nicht mit Gegendemonstrationen. Das stärkt sie nur in ihrer Einstellung und gibt ihnen die mediale Wirkung die sie sich wünschen.

  38. #88 | Carll Weizinger sagt am 15. Juni 2012 um 09:57

    Sorry, sollte @Arnold Voß heissen in meinem vorherigen Beitrag.

  39. #89 | Helmut Junge sagt am 15. Juni 2012 um 10:41

    Arnold,
    “Die einzig angemessene und zugleich wirksame Reaktion auf die Salafisten ist die Polizeirazzia und die weitere strafrechtliche Verfolgung. Sie sind in der Mehrzahl Feinde unserer demokratischen Verfassung und sie sind bereit mit Gewalt gegen sie zu kämpfen. Dabei ist es völlig egal ob sie Muslime sind oder nicht.”

    Sehe ich zwar genauso, aber es hat doch, bevor die Innenminister aktiv wurden, eine längere Zeit des Zauderns gegeben. Während dieser Zeit gab es etliche Diskussionen zu diesem Thema.
    Auch hier waren wir uns, (während des Wahlkampfs NRW, einig, dass sich beide Seiten in Bezug auf Verachtung der verfassungsmäßigen Grundrechte in nichts nachstehen, wobei es Pro offensichtlich genießt, sich unter der Maske der bewahrenden Biedermänner zu zeigen, während die Salafisten freiwillig den anderen Part einnehmen.
    Jetzt gibt es zu der Gewalt, die von den Salafisten ausgeübt wird, tatsächlich nur noch eine einzige konsequente Antwort.
    Die legen es sogar darauf an.
    Ob Demonstrationen oder Diskussionen gegen diese religiösen Eiferer etwas bewirkt hätten? Du sagst Nein.
    Vermutlich hast Du in dem Punkt sogar Recht.
    Aber wenn jemand trotzdem Demonstrieren möchte, warum soll ich den verurteilen?
    Ganz eindeutig Recht hast Du mit Deiner Ansicht über die Helden mit Nicknamen.
    Es gibt in Köln demnach also einen unbekannten Helden, der unter dem Namen “Ben”,
    Den “Arsch hoch kriegt” und kämpft, und niemand weiß, wer er ist.
    Vielleicht ist es auch nicht in Köln, und der Held heißt nicht mal Ben, aber immerhin ist es wohltuend zu wissen, dass irgendwo ein Held heimlich kämpft, wo wir uns alle nicht trauen. Alle Achtung.

  40. #90 | Was geht Dich das an sagt am 15. Juni 2012 um 11:05

    Mich verwundert, dass niemand Kenntnis nimmt von
    “Antifaschistische Aktion”.
    Dieses T-Hemd trägt der Lehrer.
    Faschisten stellen für “die Szene” Linke dar.
    “Die Feinde” = Linke und Islamisten
    angeblich.
    In Wahrheit beginnt man halt irgendwo
    bzw. mit irgendwem.
    Klar geht es gegen die Kirchen -
    hatten die Nationalsozialisten des “3. Reiches” etwa
    Religionen im Sinn?
    Nein, ihre Großimperiumsideologie sollte Religion genug sein.
    Opium
    Wenn da nun also ein Lehrer, eine Berufskaste, von der bekannt ist, dass sie unterwandert wird, sich hinstellt und sich als vermeintlicher Schwuler und Feminist “ortet”, Personengruppen, die ja eigentlich gehasst werden,
    so stellt das doch nur eine Täuschung dar -
    was auch sonst.
    Man hält auf einem Pro NRW-Kundgebungsaufmarsch keine “spontane Rede”,
    schon gar nicht als angeblicher “Linker”.
    Die Grenzen zwischen links und rechts sollen gänzlich verschwimmen, lechts, rings – wen interessiert das schon.
    Neu-Rechte, Kulturkonservative, Nationale und Sozialisten sind und bleiben,
    was sie sind: Faschisten, Rassisten, Nationalsozialisten.

  41. #91 | Was geht Dich das an sagt am 15. Juni 2012 um 11:21

    Auch nicht uninteressant und aufschlussreich:
    1. der Ort, der Hintergrund, wo der Herr Doktor sich ablichten ließ und
    2. das T-Hemd, das er da trägt,
    3. die Farben seiner Kleidung: schwarz-weiß-rot

    Wer hier meint, das alles sei Zufall, hätte nichts zu bedeuten, dem sei schon mal vorauseilend geantwortet:
    Doch!

  42. #92 | Martin Niewendick sagt am 15. Juni 2012 um 14:13

    Nur noch mal kurz zum Mitschreiben: Auf dem T-Shirt, dass Krause trägt, steht “Antispeziesistische Aktion” und nicht “Antifaschistische”. Ist aber in sofern egal, alss dass Antispes sich i d Regel auch als Antifas betrachten.

  43. #93 | newcomerin sagt am 16. Juni 2012 um 00:02

    …Nachtrag:

    Und was soll eigentlich diese Albernheit mit dem Welpenschutz? Das ist doch hochgradig diskriminierend.
    Die Muslime, die ich kenne, sind sehr wohl in der Lage, sich um ihre Belange selbst zu kümmern. Die brauchen mit Sicherheit keine Bevormundung von irgendwelchen selbsternannten Weltverbesserern.

  44. #94 | Theo-Soziologe sagt am 4. November 2012 um 13:10

    Ich kenne Daniel schon recht lange und recht gut, wir haben gemeinsam Sozialwissenschaften studiert. Deshalb fühle ich mich veranlaßt, auch etwas zu sagen.

    Eines ist völlig klar: ENTWEDER hat Daniel sich mit seiner Aussage, er kenne Pro NRW nicht, selbst ein Armutszeugnis ausgestellt ODER er hat gelogen. Was nun der Fall ist, weiß man bei ihm nie. Auf jeden Fall waren die Interviews, die er danach geführt hat, sicherlich nicht der Weisheit letzter Schluß.

    Einige der hier geäußerten Vorwürfe sind berechtigt – z.B. daß Daniel einen an Rassismus grenzenden Anti-Islamismus an den Tag legt. Unberechtigt sind dagegen Vorwürfe, sein Anti-Speziezismus sei rezent. Ich kenne Daniel schon aus dem Studium als bekennenden Veganer.

    Daniel ist, was heutzutage nicht unüblich ist, ein religiöser Analphabet aber als solcher FANATISCH ANTIRELIGIÖS und diese seine fanatisch antireligiöse Haltung trifft mit seinem Tierrechtsfanatismus und der berechtigten Kritik an Homophobie und der Frauenverschleierung, die er undifferenziert als Akt der Unterdrückung der Frau interpretiert, zusammen und verbindet sich mit diesem zu einem üblen Konglomerat des Anti-Islamismus und zwar nicht im Sinne des gegen den Islamismus sondern des gegen den Islam sein, was bei seiner fanatisch antireligiösen Haltung nur konsequent ist. Erschwerend zu seinem Rigorismus kommt, daß er ein DEMAGOGE ist, der sich z.B. nicht dafür zu Schade dafür ist, wie Goebbels in “Der ewige Jude” zu argumentieren nur daß es bei ihm nicht konkret gegen Juden, sondern gegen Muslime gerichtet ist.

    Ob Daniel homosexuell ist, da bin ich mir, trotz seines Bekenntnisses dazu, nicht so sicher. Auf mich hat er immer einen asexuellen Eindruck gemacht, was aber ggf. an seinem ausgeprägten Egozentrismus und Mangel an Empathie für seine Umwelt liegt. Und an dieser Stelle möchte ich aus dem ersten Korintherbrief des Apostels Paulus zitieren:

    “Wenn ich in Menschen- und in Engelszungen redete, HÄTTE ABER DIE LIEBE NICHT, wäre ich ein dröhnendes Erz und eine klingende Schelle. Und wenn ich prophetisch reden könnte und alle Geheimnisse wüßte und allen Glauben hätte, um Berge zu versetzen, HÄTTE ABER DIE LIEBE NICHT, wäre ich nichts.”

    Denn hier liegt Daniels Problem: Es fehlt ihm an Liebe und Empathie, an Bewußtsein für seine Umwelt und Nachsicht, weshalb er alles nur in Schwarz-Weiß-Schemata wahrnimmt. Er hätte sich, in einer anderen Zeit, sicher als Inquisitor ganz gut gemacht: Gutes Wollend und Schlimmes anrichtend.

    All das macht ihn zum gefundenen Fressen für die Rechtsradikalen, die ihn im Kampf um die Deutungshoheit im Internet längst für ihre Zwecke instrumentalisiert haben.

  45. #95 | Valentinian sagt am 5. November 2012 um 23:48

    ZITAT:
    “#28 | Stefan Laurin sagt am 12. Juni 2012 um 21:33

    @Alle Freunde des VegetAriers: Mit seiner Angst passt er doch ganz gut zu den Anhängern von Pro NRW – die fürchten sich auch den ganzen Tag. ich erkläre mir das immer mit einem eher gering ausgeprägten Hang zur regelmässigen Erwerbsarbeit. Da haben einige zu viel Zeit.
    Und das er Angst hat ist mir auch egal – das ist erst einmal sein privates Problem und wenn es das nicht mehr ist das seines Arztes.”
    ZITATENDE

    1. Krause hat den Islam nicht von einem deutschnationalen fremdenfeindlichen Standpunkt aus kritisiert, sondern von einem emanzipatorisch-humanistischen. Nicht das “Undeutschsein” des Islams stört ihn, sondern dessen Schwulenfeindlichkeit und Menschenrechtswidrigkeit. Das macht ihn zu einem Linken, nicht zu einem Rechten. Den VegetArier-Kalauer kannst du dir also sparen. In die Nazi-Ecke gerückt gehören eher jene Muslime, die Krause wegen dessen Schwulseins drangsaliert haben.

    2. Deine Bemerkungen über Krauses Angst sind zynisch. Krause hat als Schwuler Ärger mit schwulenfeindlichen, reaktionär-faschistoiden Muslimen bekommen und deshalb guten Grund zur Angst. Oder würdest du die Angst eines Ausländers vor rechtsextremen Deutschen auch zu seinem privaten Problem oder zum Problem seines Arztes erklären?

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