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Facebook gibt „Asylschmarotzer“-Video frei

asylschamrotzer

In den sozialen Netzwerken war das Video „Asylschmarotzer“ in den vergangenen Wochen ein großer Erfolg. In dem Video werden Szenen aus dem Krieg in Syrien  Aussagen sogenannter „besorgter Bürger“ gegenübergestellt. Auf Youtube wurde das Video, dass der rheinland-pfälzische FDP-Politiker Tobias Huch produziert hat, fast 20 Millionen Mal angesehen. Auf Facebook wurde es häufig geteilt, unter anderem von FDP-Chef Christian Lindner und demrheinland-pfälzischen SPD-Landtagsabgeordneten Alexander Schweitzer

Doch gegen das Video regte sich auch Protest: Rechtsradikale und Wutbürger meldeten das Video auf Facebook und erreichten dessen Sperre – und die Sperre das FB-Profis von Huch dazu.

Normalerweise war es das dann. Facebook mag zwar der Marktplatz für über eine Milliarde Menschen sein, die sich dort treffen, austauschen und streiten, das Unternehmen selbst gilt allerdings nicht als besonders Kommunikationsfreudig. Meistens. Huch jedoch gelang es mit einer Beschwerde das Unternehmen zu überzeugen: „Facebook hat sich das Video angesehen und kam zu dem Schluss, dass es nicht gegen die Regeln verstösst. Es ist jetzt wieder zugänglich. Weil einige Szenen jedoch wirklich hart sind, musste ich es als „explizit“ kennzeichnen.“

FB_entschuldigung

Doch Facebook ging noch weiter und schaute sich die Seite von Huch genauer an. Die hatte das Unternehmen in der Vergangenheit ebenfalls immer wieder nach Beschwerden gesperrt. Ob Neonazis oder Salafisten – mit seinem Engagement für Flüchtlinge und gegen Rechtsradikale und Islamisten hat sich Huch im Netz viele Feinde gemacht und denen gelang es über Beschwerden immer wieder Facebook dazu zu bringen, sein Profil zu sperren. Auf Facebook bedankte sich Huch:

VIELEN, VIELEN DANK an die Hetzer „kiss“-Emoticon „heart“-Emoticon „heart“-Emoticon „heart“-Emoticon

Durch die vielen Meldungen meiner Seite und das fehlerhafte Löschen eines unproblematischen Inhalts, hat Facebook heute meine Seite und meinen Privataccount genau überprüft, jegliche Sperren zurückgenommen und gesondert als geschützt gekennzeichnet. Massenmeldungen durch ISIS-Anhänger, Salafisten, Neonazis, Graue Wölfe, Hamas-Fans, Antisemiten und allen anderen Faschisten laufen seit heute 12 Uhr ins Leere.

Ich hätte nie gedacht, dass Facebook so klug und schnell reagiert. „like“-Emoticon DICKEN DAUMEN HOCH an Facebook „like“-Emoticonfantastisch.

FB_Dank_Huch

 

RuhrBarone-Logo

5 Kommentare zu “Facebook gibt „Asylschmarotzer“-Video frei

  • #1
  • #2
    Gerd

    Ein ganz normaler Vorgang in der digitalen Welt bei jedem Thema, das die Emotionen der User in Wallung bringt. Auch absurde Vorwürfe sind kurzfristig erfolgreich, weil sie von den Plattformen nicht auf sachliche Richtigkeit geprüft werden. Die Software nimmt bei x Beschwerden im Zeitraum y an, dass diese berechtigt sind und schon wird gelöscht/gesperrt. „Palestinian Media Watch“ ist bei YouTube mal komplett rausgeflogen, weil ihnen die Verbreitung von … Hassrede(!!) vorgeworfen wurde.

  • #3
    Klaus Muecker

    @Walter: Unsinn. Wenn eine Software das automatisiert erledigen würde, wären die mistgesehenen und -geteilten Beiträge bei FB inexistent und der Werbekanal (der FB ist, damit wird das Geld verdient) wäre nichts wert. Im Übrigen geht’s hier um ‚besorgte Bürger‘ und deren Hassäusserungen und nicht um nahöstliche Lobbyorganisationen.

    Ich frage mich nur, warum Huch die Namen der widerlichen Hassprediger verpixelt. Das wäre nicht nötig. Siehe https://www.youtube.com/watch?v=eyZrEhTp9KQ – "Darf ich Nazis verpetzen". Ja, darf ich, darf auch Huch.

  • #4
    Gerd

    1. Gerd!
    2. Das Prinzip ist das gleiche. Eine Gruppe fühlt sich ans Bein gep… und macht einen Shitstorm, der von der Internetplattform als Ausdruck von Schwarmintelligenz interpretiert wird. Ist Huch ja nicht das erste Mal passiert, wie man lesen kann.

  • #5
    Klaus Lohmann

    @#4: Es gibt kein "Prinzip" bei Facebook, welches (halb-)automatisch nach quantifizierbaren Ereignissen bzw. massenweise Triggern irgendwelche Repressionen erzeugt.

    Facebook sieht so langsam ein, dass es sich mit einer deutschen Dependance, deutschen AGB und deutschen User-Verträgen nicht vom deutschen Strafrecht abkoppeln kann. Und das ist auch gut so, auch wenn es den Nazi-Hohlbirnen nicht in den Kram passen will, dass man sie *legal* in die Tonne bekommt.

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