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Frei.wild ganz zahm?

Geisteswandel einer Band oder Mimikry? Von unserer Gastautorin Ulrike Märkel.

Die Distanzierungsversuche der Band Freiwild sind nachvollziehbar. Der Vorwurf, nationalistisches Gedankengut in Songtexten zu verpacken, ist schlecht für das Geschäft – besser man ist Mainstream anstatt die kommerziell untaugliche Außenseiterrolle der „buckligen national Gesinnten“ aus Südtirol zu übernehmen. Dennoch sendet Frei.Wild deutliche nationalistische Botschaften – offenbar will man die Fans vom rechten Rand nicht vergräulen. Ein Beispiel dafür ist das Video „Halt deine Schnauze“ auf dem Freiwild You-Tube-Channel mit  über 2,6 Millionen Zugriffen, das mit Bildern, Andeutungen und Symbolen nicht nur spielt – sondern arbeitet: Ein Bilderalbum aus Südtirol.

Im Zusammenhang mit der Diskussion um das Frei.Wild-Konzert in den Westfalenhallen Dortmund wurden die Kritiker in altbekannter Weise als „Gutmenschen“ bezeichnet und die immer wieder gern zitierte „Nazikeule“ genannt. Ein alter Hut, an dem der angegraute Gamsbart schlapp herunterhängt. Sänger Philipp Burger rechtfertigt sich in einem Interview in den Ruhrnachrichten und sieht sich als Opfer falscher Unterstellungen – bei seiner Biografie etwas gewagt.

Die selbstmitleidige Darstellung Burgers, man „werde in die Ecke gedrängt“ weil man Texte in deutscher Sprache singt, ist falsch. Kritisiert wurde von den Grünen, den Jusos, Bündnis nazifrei und anderen Parteien wie der SPD, den Linken und der Bürgerliste nicht, wie von Burger behauptet, das Singen deutscher Texte. Das machen viele – und nach Burgers These müssten von Xavier Naidoo bis Silbermond alle unter Kritiker-Dauerbeschuss stehen. Das ist aber nicht der Fall. Denn bei Frei.Wild macht sich die Kritik an der Verwendung von kaum verschlüsselten Begriffen mit völkisch-nationalistischer Konnotation fest. Kaum möglich, bei den Texten nur an modern-alpine Heimatmusik und südtiroler Gemütlichkeit zu denken.

Immer wieder rudert Burger verbal zurück – doch der Eindruck liegt nahe, dass es für Frei.wild allein um ein bisschen Fassadenpflege geht. Er gibt nette Interviews in der lokalen Presse, bei dem Konzert in Dortmund wird ein Banner „Gemeinsam gegen Rassismus“ aufgehängt und die Band skandiert„Wir sind gegen Extremismus“. Sicher ist das leichter, als sich in der Diskussion um Anspielungen und nationalistische Subtexte zu rechtfertigen. Aber macht allein das Rufen „Keine Nazis!“ gegen jeden Vorwurf immun?

Nachdem sich zahlreiche rechtsgesinnte Kommentatoren in die Forendiskussionen einschalteten und der nach Auskunft des Verfassungsschutzes Pro NRW nahestehende  Blog „freiheitlich leben und bloggen“ sich aufgeschwungen hat, Frei.Wild zu verteidigen, kam einem schnell der Gedanke, dass man doch eigentlich ganz gerne ein Idiot „aus dem Land der Vollidioten“ ist.

Anders als Bandleader Burger es gerne suggerieren möchte, geht es den Kritikern nicht darum, dem Publikum kollektiv eine rechte Gesinnung zu unterstellen. Die Behauptung der Band gegenüber den Fans beim Dortmunder Konzert „die würden jeden von Euch an den Pranger stellen“ ist Unsinn und soll nur die Opferrolle der vermeintlich unerschütterlichen Alm-Rebellen weiter heroisieren.

Eine noch deutlichere Sprache als die Texte sprechen die Bilder des Videos „Halt die Schnauze“, das Frei.Wild auf seinem offiziellen You-Tube Channel veröffentlicht hat.: Da tritt jemand mit dem Fuß in Richtung Kopf einer hilflos am Boden liegende Person – das erinnert an sehr reelle Vergleichsbilder gewalttätiger Rechter, die zum Beispiel DGBler oder in der Dortmunder Hirsch-Q anders denkende Jugendliche zusammenschlagen.

Dennoch rechtfertigt Burger sich damit, dass „nahezu jede Volksmusik-Kapelle“ über Heimat singt. Aber ist es glaubwürdig, dass dies nur ein Video von ein paar harmloser Südtiroler Bergburschen ist, die Rockmusik machen und ihre Hoamat recht gluenig gern hon?

Den Heimatbegriff der Volksmusik zu entleihen und sich ans zünftige Alpenglühn & Edelweiß-Idyll anzubiedern, ist ein schwacher Versuch  – gibt es Musikvideos, in denen die Kastelruther Spatzn einen anderen zusammentreten?

Eindeutiger wird es noch bei dem Bild im Video, das einen rasierten Hinterkopf zeigt, auf dem ein 100%-Tatoo zu sehen ist. Dieser Zahlencode bedeutet „100 % arisch“. Burger sagt: „In erster Linie aber verabscheuen wir jegliche Form von Extremismus.“ Vielleicht ist also die Frage gar nicht ob Frei.Wild mit rechtsextremen Symbolen und Anspielungen spielt, sondern vielmehr, wo für Burger denn der Extremismus überhaupt anfängt. Bei 100 % arisch offenbar noch nicht.

Unsere Gastautorin Ulrike Märkel ist Mitglied der Grünen und des Dortmunder Rates.

 

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68 Kommentare zu “Frei.wild ganz zahm?

  • #51
    empathiepirat

    zu den zahlencodes der rechtsextremen szene gibt es auf wikipedia einen sehr gut recherchierten artikel: http://de.wikipedia.org/wiki/Rechtsextreme_Symbole_und_Zeichen und auf blickschaerfen.de gibt es einen artikel der auch klamottenmarken mit einbezieht: http://www.blickschaerfen.de/info-mix/rechte-symbole/

    100% bezieht sich bei den jungs sicherlich auf 100% arisch. in der skinheadszene findet man die 100% in folgenden zusammenhängen: „100% skinhead, 100% antifascist“ oder auch „100% oi!“ oder „100% skinhead“. es gibt sicherlich noch weitere slogans mit 100%. aber alleinstehend wird man die 100% sicherlich nicht finden.

  • #52
    empathiepirat

    Wenn wir schon dabei sind jedes Wort in texten kleinlich zu reflektieren, sollten wir vielleicht mal darüber sprechen weshalb es auf ruhrbarone.de eine Rubrik mit dem Titel „Glaube, Sitte, Heimat“ gibt. Ist das denn überhaupt politisch Korrekt? Immerhin würde es der Band Frei.Wild sicherlich angekreidet werden wenn sie von „Glaube, Sitte und Heimat“ singen würden.

    Ich will die Band jetzt nicht in Schutz nehmen (ich mag die nicht mal ansatzweise!), aber ich finde das hier teilweise mit zweierlei Maß gemessen wird.

  • #53
    pascal

    Hallo Herr Voss,
    irgendwie scheine ich mich zum Anwalt der Band aufgeschwungen zu haben:) Weiss gar nicht ob ich das sein will. 🙂 Es gibt viele Kontroversen was die Band anbelangt. Ich sehe die Vergangenheit des Sängers und die Problematik die damit einhergeht. Ich verfolge die Band schon eine Weile und die Distanzierungen, auch auf den Konzerten finden schon viele Jahre statt. Die Band macht nun seit fast 12 Jahren Musik. Dieses Thema kocht allerdings erst jetzt so richtig hoch, da sie die großen Arenen füllen.
    Ich kann natürlich auch nicht in die Köpfe der Leute schauen. Was im Hintergrund abläuft und was sich wer wobei denkt, kann auch ich nur mutmaßen.
    Irgendwie glaube ich die Band freut sich gerade zu Hause wie ein Schneekönig. Auch durch schlechte Presse ist man present. Wird sogar für viele erst richtig interessant. Ich glaube auch dass nach der Tour noch einiges kommen wird.

    Ich wurde einfach nach dem Grundsatz „In dubio pro reo“ erzogen. Und das werde ich auch vorerst bei dieser Band so weiterführen.
    Mir kommt es vor als wäre ich um 15 Jahre zurück versetzt und hätte das alles schonmal erlebt. Stichwort „böhse Onkelz“
    Mir wäre eine Sendung z.B. bei Jauch mit Burger und Kritikern sehr lieb. Vielleicht würde man sehen ob sich Burger nur in Widersprüche verstrickt oder ob er alles schlüssig erklären kann. Ich glaube wirklich zu Wort gekommen ist er im TV noch nicht.

    Kurz noch zu diesem Video hier. Ich glaube einfach nicht dass man dermaßen dumm seine eigene Karriere aufs Spiel setzen würde. Die haben doch auch ein Management, das die Jungs berät. Das Video ist glaube ich seit 5 Jahren online.
    Es ist ja nicht so dass die 100 % irgendwo versteckt in der Ecke stehn wo nur die Szene genau hinschauen würde.

    Nun zur Problematik mit dem Begriff „Hass“ in der Musik. Die berechtigten Fragen sind eben: ruft jemand zur direkten Gewalt auf? Oder kann allein diese Musik jemanden dazu bringen? Oder bringt sie jemanden sogar zum nachdenken.
    Ich kenne einige Menschen die sehr Hass geladene Musik hören sich am Wochenende auf Konzerten im „Pogo“ die Birne einhauen und am Montag Morgen wieder alte Menschen pflegen. Sie sollten mal das Wacken Festival besuchen.
    Da haben übrigens auch schon Frei.Wild gespielt und dem Rassismus die rote Karte gezeigt.
    Der Bedeutung des „Gutmenschen“ als Kampfbegriff ist mir bewusst. Allerdings ist er manchmal sowas von passend :)Ich muss ihnen sagen mir ist diese „Falschheit“ auf dieser Welt einfach auch zu wieder.

    Ein Mensch der nicht hinterfragt kann beim Song „Halt deine Schnauze“ verstehen: „halt deine Schnauze und hau drauf“. Jemand anderes sagt: „wie meint der das? Gewalt ist doch Mist.“ Kennt man die Band kann man meiner Meinung nach die Intention „Gewalt ist Scheisse“ raushören.
    Gerade die Grünen trauen den jungen Menschen doch soviel zu. Dürfen sie doch bald ab 16 wählen.
    Ich kenne sehr viele Bands die ähnliche Inhalte propagieren und es interessiert keinen Menschen. Haben sie in der letzten Zeit mal die Texte von Rammstein gelesen ? Sido ist auch so ein Kandidat. Aber irgendwie hat er es in die Mitte der Gesellschaft geschafft.
    So und jetzt bitte wieder Steine werfen 🙂

  • #54
    Arnold Voß

    @ MJ #50

    Ich nehme gerne ihre Textstelle auf, denn sie birgt wirklich eine Ironie, die allerdings den Autoren nicht gefallen wird:

    Ich glaube nämlich, dass gerade die Fans von Frei.Wild die sind, die blind wie Lemminge ihrer Band folgen und sehr leichtfertig die verurteilen, die bezweifeln, dass diese Band eben vieles nicht ironisch meint sondern in bestimmten Songs sehr systematisch an dumpfe fremdenfeindliche Gefühle appelliert. Von bestimmten Gewaltfantasien ganz zu schweigen.

    Natürlich kritisiere ich Menschen die anders denken, wenn ich dieses Denken für problematisch oder schädlich halte. Umgekehrt lasse ich mich natürlich auch von denen kritisieren. Genau davon lebt die Demokratie und ich bin ein überzeugter Demokrat.

    Wenn aber eine Band z.B. gleich ein ganzes Land zu Vollidioten erklärt, dann mag das zwar eine durchaus erlaubte, ja gewollte Zuspitzung sein. Aber in der Diskussion hilft so eine Position natürlich nicht weiter.Erst recht nicht, wenn ganz viele Fans das einfach Nachplappern, sobald sie auf die Widersprüche und Doppeldeutigkeiten in den Textenund Videos ihrer Band aufmerksam gemacht werden.

  • #55
    Arnold Voss

    @ Pascal # 53

    „In dubio pro reo“ ist vom Prinzip her ein gute Vorgehensweise. Es gibt einen ganz kurze und zugleich sehr treffende Definition der Toleranz von Tucholsky die Ähnliches weniger juristisch formuliert: „Toleranz ist der Verdacht, dass der andere Recht hat.“

    Bei Videos und/oder Texten z.B. zur Gewalt, erst recht wenn sie von brutaler und menschenverachtender Art ist, ist das jedoch nicht so einfach hinzukriegen. Natürlich führt nicht jeder Text und jedes Bild zur Tat, aber selbst wenn das nur ein einziges Mal und meinetwegen auch auf Grund eines Missverstehens geschieht, ist das einmal zuviel.

    Ganz abgesehen davon, dass es dem Opfer dieser Gewalt überhaupt nichts nutzt, wenn ihm nachhinein von den Autoren des Textes und der Bilder behauptet wird, dass sie das als Position gegen Gewalt gemeint haben. In den Augen des Opfers und auch in meinen Augen ist das nicht mehr und nicht weniger als die Verhöhnung seines Leidens und seiner Schmerzen.

    Was den Heimatbegriff betrifft ist die Sache ähnlich problematisch. Mit ihm sind nämlich immer auch viel Ängste und Wünscher verknüpft, die die Menschen die ein solches Heimatgefühl haben, ich habe das z.B. gegenüber dem Ruhrgebiet, manipulierbar machen. Die Heimat als das Wir enthält nun mal automatisch auch die Anderen, die nicht dazu gehören.

    Bei frei.wild wird dieses Wir ganz besonders unkritisch betont und gefeiert und auf diese Weise unausweichlich mit Fremdenfeindlichkeit und Fremdenangst verknüpft. Vor allem die Fremdenangst sitz tief in uns Menschen und ist deswegen emotional leicht ausbeutbar. Erst recht in der Musik und im Tanz.

    Musik und Tanz kann nun mal ganz besonders unsere Gefühle anregen und die sind nun mal nicht alle positiv und menschenfreundlich, denn dazu gehören auch Hass und Wut. Diese sind leichter zu schüren als die meisten Leute denken und es gibt Leute die das durchaus absichtlich tun. Dazu muss man keineswegs ein expliziter und überzeugter Nazi sein.

    Mit einem Satz: Bei Gewaltvideos und Heimattümelei ist meine Toleranz sehr begrenzt, d.h. ich gehe da eher nicht von Ironie und Provokation sondern von absichtlicher Manipulation zum eigenen Vorteil aus.

  • #56
    MJ

    @ Arnold Voß

    Vielleicht ist es Ihnen noch nicht aufgefallen, aber die Band distanziert sich in ihren Songs, mit Statements und mit Aktionen von jeglicher Form des Extremismus!

    „Das ist das Land der Vollidioten, die denken Heimatliebe ist gleich Staatsverrat! Wir sind keine Neonazis und keine Arnachisten, wir sind einfach gleich wie ihr, von hier!“

    „Patriotismus heißt Heimatliebe, Respekt vor dem Land und Verachtung der Kriege“

    „Rot und Braun, keinem darfst du trau’n“

    „Nicht von gestern, Realisten, wir hassen Faschisten, Nationalsozialisten

    Dann noch diverse Statements und Aktionen gegen Extremismus, die Fans werden animiert auf den Konzerten „Nazis raus!“ oder „Wir wollen keinen Extremismus!“ zu rufen.

    Klarere Statements gegen Extremismus kann man gar nicht geben, aber in ihren Augen und in den Augen der Medien ist das alles belanglos. Wissen sie was? So langsam fang ich an zu glauben, dass Sie sich durchaus zurecht angesprochen gefühlt haben, als Frei.Wild vom „Land der Vollidioten“ gesungen hat.

    Glauben sie wirklich dass eine Band, die völkisch-nationalistische Meinungen übermitteln will, sich so gegen Extremismus einsetzen würde? Glauben sie wirklich, dass eine Band, die sich von Extremismus jeglicher Form distanziert, im Endeffekt doch nur Täuschung im Sinn hat, ja sich sogar in den eigenen Songtexten über die eigenen Fans lustig macht, die ihnen wie Lemminge folgen – angeblich?

    Ich glaube eher, dass sie nicht wahrhaben wollen, dass es da eine Band gibt, die für ein Heimatgefühl steht, dass in Deutschland 70 Jahre lang tabu war. Dass diese Band auf einmal – wie aus dem Nichts – die großen Hallen der Republik füllt, wie aus dem Nichts an der Spitze der Album-Charts steht.
    Sehen sie es doch ein, dass sie sich von den Medien eiskalt manipulieren haben lassen!
    In allen Medien, die behaupten, Frei.Wild würde nationalistische Botschaften unters Volk bringen, finden die Aktionen gegen Extremismus, die Texte gegen Extremismus gar keinen Anklang, die Band kriegt keine Möglichkeit, sich zu den Vorwürfen zu äußern, eine ganze Szene wird in die rechte Ecke gedrängt!

    Wenn die Vorwürfe doch so einwandfrei belegbar sind, wieso ist dann noch keines der neun Alben (acht Studio-Alben, ein Live-Album) indiziert worden, wieso wird gegen die Auftritte dann nicht gerichtlich vorgegangen?

    Es kann nur daran liegen, dass die Vorwürfe vollkommen haltlos sind!

  • #57
    Arnold Voss

    @ MJ

    Sorry, MJ. Was sind denn das für Plattparolen:

    „Rot und Braun, keinem darfst du traun.“

    Das ist politischer Kindergarten und ganz nebenbei wird damit die Farbe Rot grundsätzlich mit Extremismus gleich gesetzt. Ein Schlag ins Gesicht all der Sozialdemokraten und demokratisch gesinnten Kommunisten die unter der Naziherrschaft umgebracht und drangsaliert wurden.

    “Patriotismus heißt Heimatliebe, Respekt vor dem Land und Verachtung der Kriege”

    Das ist einfach Quatsch. Die schlimmsten Kriege dieser Welt basieren und basierten auf Patriotismus.

    “Nicht von gestern, Realisten, wir hassen Faschisten, Nationalsozialisten“

    Natürlich können Nationalisten gegen Faschisten sein. Das ändert doch nichts daran, dass unreflektierter Nationalismus immer wieder zum Krieg geführt hat.

    Tut mir leid, MJ, sie können mich nicht überzeugen. Heimatliebe hat mit Patriotimus oder Nationalismus nämlich erst einmal gar nichts zu tun. Sie wird politisch dazu gemacht.

    Deswegen habe ich auch nichts gegen Heimatliebe, aber ich habe etwas gegen Leute die mit diesem Gefühl politische Spielchen treiben und dann auch noch so tun, als hätten sie mit Politik rein gar nichts am Hut.

    Ach ja, sie sollten mittlerweile gemerkt haben, dass ich mich hier nirgendwo für ein Verbot dieser Band ausgesprochen habe.

    Ach, und das noch: Mit Heimatliebe wurde immer schon viel Geld verdient.

  • #58
    pascal

    @ Arnold Voß

    Ja schauen sie, ich bin jetzt Anfang 30. Bin mir meiner Herkunft bewusst und weiss genau was in diesem Land schon alles passiert ist. Ich habe das KZ in Ausschwitz besucht und dort mit einem Zeitzeugen gesprochen. Das war eine sehr eindringliche Begegnung. Auf die Schuldfrage, sagte mir dieser Mann: „Ihre Generation trägt keine Schuld. Sie dürfen es nur niemals vergessen. Und das ist für mich wirklich eine Aussage die ich verinnerlicht habe.
    Und ihre These vom Angstschüren kann ich absolut nachvollziehen. Nur müssen wir irgendwann anfangen wieder ein gesundes Verhältnis zu unserer Nation zu entwickeln. Eine gewisse Identifikation mit diesem Land halte ich für wichtig. Übrigens vorallem auch für die Menschen mit Migrationshintergrund. Sie sind für mich genau so ein Teil dieses Landes.
    Und ich renne natürlich auch nicht jeden Tag mit der BRD Fahne durch die Gegend oder mache mir dauernd Gedanken darüber. Es gibt viel wichtigers 🙂

    Ich hoffe dass die Generationen die jetzt aufwachsen vielleicht wieder ein Verhältnis zu Deutschland entwickeln können, das besagt es ist ok dass ich Deutscher bin, aber es gibt mir nicht das Recht deshalb andere zu hassen.

    Die Vergangenheit dürfen wir nie vergessen aber die Zukunft liegt vor uns.

    Gott jetzt wirds lyrisch 🙂

  • #59
    Mosh

    Also ich hab auch ein 100% TATTOO und das bedeutet definitiv nicht 100% arisch . Ich kenne auch jede Menge Leute mit 100% tattoos bei denen das auch nicht stimmt . Also bitte vorsichtig mit solchen Behauptungen . Wenn sich das verbreitet muss ich wieder jedem erklären das ich kein Nazi bin

  • #60
    MJ

    @ Arnold Voß

    Wenn ihnen „Rot und Braun, keinem darfst du trau’n“ zu platt argumentiert ist, müsste ihrer Meinung nach dann „Nazis Raus!“ auch zu platt sein!

    Die Farbe Rot wird übrigens fast immer zur Bezeichnung von Kommunisten und Sozialisten verwendet. Sozialdemokraten werden nicht als ‚Rote‘ bezeichnet.
    Im übrigen müssen sie mir den Kommunismus der mit einer Demokratie vereinbar ist, mal näher erklären. Bisher war nämlich jedes kommunistische Land auf dieser Welt eine Diktatur!

    Und wo führt Frei.Wild bitte ‚politische Spielchen‘ mit Heimatliebe?
    Indem sie Patriotismus vertreten? Patriotismus IST unpolitisch. Nur in Deutschland wird er politisiert, weil damit sofort alle rechte Ideologien verbinden. In jedem anderen Land ist der Nationalstolz und Patriotismus extrem groß und ihm wird keine politische Gewichtung gegeben.
    Es ist einfach ein Vorurteil, dass Patriotismus politisch ist!

    Mir ist klar, dass sie sich nicht für ein Verbot der Band aussprechen, aber mit den Vorwürfen, unterschwellig völkisch-nationalistische Botschaften zu vertreten, zählen sie Argumente auf, die für ein Verbot eventuell reichen würden.
    Wenn diese Vorwürfe denn stimmen würden, und nicht einfach nur dazu dienen würden, unter dem Deckmantel des Antifaschischmus‘ auf eine der aktuell beliebtesten deutschsprachigen Bands stumpfsinnig einzuprügeln, dann hätte es längst indizierte Alben oder Verbotsklagen gegeben!

  • #61
    Max Mustermann

    Und wieder einmal wird nur das gesehen was man sehen will.
    Der Liedtext wurde in diesem Artikel nicht einmal ansatzweise seriös erklärt.
    Darüberhinaus wurde der Text in verbindung mit diesem Video nicht annähernd verstanden!

  • #62
    Arnold Voss

    @ MJ

    „Wenn ihnen “Rot und Braun, keinem darfst du trau’n” zu platt argumentiert ist, müsste ihrer Meinung nach dann “Nazis Raus!” auch zu platt sein!“

    Ja ist es. Die rechtsradikale Partei Pro NRW lässt regelmäßig Leute die offenkundig wie Neonazis aussehen bzw. ihre Symbole tragen aus ihren Demonstrationsreihen entfernen.

    Der Kommunismus wurde übrigens nicht von den Apparatschiks der Sowjetunion erfunden sondern von den Urchristen. Er ist von seiner Idee her zutiefst demokratisch, wurde aber durch die Parole von der Diktatur des Proletariats praktisch so deformiert, dass er heute mit Fug und Recht mit einem undemokratischen und menscheinfeindlichen Herrschaftssystem gleich gesetzt wird.

    Die Idee des demokratischen Sozialismus hat sich deswegen sehr früh als Alternative entfaltet, wurde aber im Herrschaftsbereich der Sowjetunion immer wieder brutal unterdrückt.

    Die Farbe der Sozialdemokratie war immer schon und ist auch heute noch das Rot. Wenn sie das noch nicht gemerkt haben sollten, dann sperren sie demnächst einfach mal die Augen auf, wenn sie ein SPD-Fahne sehn oder die Ohren auf wenn im Ruhrgebiet vom „roten Filz“ die rede ist.

    Ich glaube ihnen, dass ihr Patriotismus nichts mit dem Niedermachen anderer Nationen, Völker und Ethnien zu tun hat. Ich empfehle ihnen allerdings mal darauf zu achten, wer sich außer ihnen alles sonst noch so als Patriot oder Patriotin bezeichnet und ob die das genau so sehen.

    Ich selber kann mit Heimatliebe sehr viel anfangen, mit Nationalstolz und Vaterlandsliebe allerdings überhaupt nichts. Ich liebe die Gegend aus der ich komme, weil sie mich sehr geprägt hat, aber ich wüsste nicht wieso ich besonders stolz sein sollte ein Deutscher zu sein. Ich kann auch nichts mit dem Nationalstolz der Franzosen oder der Amerikaner oder sonst einem anderen Land das sich gaaaanz toll findet, anfangen. Auch nichts mit wildem Fahnenschwenken.

    Wem soll das nützen? Jedes Land hat seine Vor und Nachteile. In jedem Land gibt es Gutes und Schlechtes. Umstandslos stolz auf ihre Nation können deswegen für mich nur Menschen sein, die sich über ihre eigenes Land was vormachen. Oder die einen solchen kollektiven Taumel brauchen, damit sie sich stark und groß fühlen.

    Leute die ihre „Vaterland“ auch noch ganz öffentlich „lieben“, sind mir besonders suspekt. Ich lebe gerne in Deutschland und ich halte dieses Land im Ernstfall durchaus für verteidigenswert. Aber die Liebe habe ich in meinem Leben für konkrete Menschen reserviert, und nicht für die abstrakte Gemeinschaft irgendeiner Nation oder eines ganzen Volkes.

  • #63
    Leon

    Leute, nicht schon wieder das hatten wir alles schon und die jungs sind eindeutich nicht rechts. Kümmert euch mal um die wirklich rechten wie KC oder ähnliches.
    Das ihr immer nur auf diese eine Band losgeht zeigt eindeutig ihr habt zu viel zeit!
    Aber tut mir den gefallen und müllt andere Leute voll. Leute die es verdient haben vollgemült zu werden.
    Cheers and Oi

  • #64
    LOOOOOOL

    OMG ihr wisst nichts, aber auch gar nichts…. Jogl’s 100% Skinhead-Tatoo LOOOOOOOL. Ich hau mich weg… ihr Freu.Geister, da war wohl zu viel Geist in der Flasche 🙂 LÄCHERLICH …und damit ihr nicht basht: http://de.wikipedia.org/wiki/Skinhead#Gesinnungen_und_Vereinigungen_der_Skinheads Jogl ist OI

  • #65
    1ng0

    ich bremse nicht für frei.wild

    dein vater war ein tumber wicht
    noch blöhder gar: dein onkel
    die fahne hoch, die birne dicht
    im kopf bleibts zappendonkel

    du südtiroler schluchtenschmock
    bist jetzt ins heimreich einmarschiert
    dein unterschichtschwachmatenrock
    mit nationalholz ausstaffiert

    dank beißreflex und selbstmitleid
    den letzten krümel hirn gekillt
    entkernt der geist, es ist so weit:
    nun bist du frei, nun bist du wild

  • #66
    hier nochmal..

    ..was zum thema grüne, antifa, frei.wild und die sache mit den nationalismen.

    http://absprung-verpasst.blogspot.de/2012/11/fur-antifa-volk-vaterland-die-linken.html

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