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Großevent der Hamas in Berlin geplant

Bis zu dreitausend Unterstützer der Hamas wollen am 25. April in Berlin tagen, darauf macht der Verein für demokratische Kultur aufmerksam. Die von vielen Israelis besonders geschätzte Stadt soll als Bühne für ein Großevent der antisemitischen Terrorszene genutzt werden.

Die jährliche Konferenz, die vom Palestinian Return Center mit Sitz in London organisiert wird, fand zuletzt 2010 in Berlin statt. Damals kam der Verfassungsschutz zu der Einschätzung, die Konferenz verdeutliche „die Vorgehensweise von Hamas-Aktivisten in Deutschland. Diese halten sich mit martialischen Aussagen weitestgehend zurück, rufen nicht zur Gewalt oder zum bewaffneten Kampf auf und betonen stattdessen die Rechte der Palästinenser auf Selbstbestimmung sowie auf Rückkehr und betreiben vor allem politische Lobbyarbeit“. Auch 2011 fand die Konferenz in Deutschland statt, in Wuppertal (Ruhrbarone berichtete). Damals war von solcher Zurückhaltung allerdings nichts zu spüren – es sprachen hochrangige Hamas-Vertreter wie Ghassan Obaid  und Abd al-Aziz Duwaik. 

Benjamin Steinitz von der Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (RIAS) erwartet am 25. April die „wichtigste Veranstaltung für Sympathisanten der von der EU als Terrororganisation geführten Hamas in Europa“. Auf der Konferenz werde die „Beseitigung des Staates Israel“ propagiert. Neben Vertretern von Hamas und Fatah, die eine Einheitsregierung bilden, sei auch Marokkos Justizminister Mustafa Ramid sowie Yasin Aktay, Vizevorsitzender der türkischen Regierungspartai AKP, als Redner angekündigt. Die Hamas unterhält in der Türkei einen wichtigen Stützpunkt.

Derzeit haben die Veranstalter allerdings Ärger mit ihrer Location. Die angemietete Arena Berlin, deren Betreiber auch Musiker wie Farin Urlaub und die Scorpions vertritt, kündigte den Hamas-Unterstützern den Nutzungsvertrag, als klar wurde was es mit den potenziellen Hausgästen auf sich hat. Die wollen jetzt juristisch gegen den Rauswurf vorgehen.

Update: Das Bündnis Berlin gegen Hamas will am 25. April vor der Arena gegen die Tagung demonstrieren. Die Kundgebung soll um 10 Uhr beginnen.

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11 Kommentare zu “Großevent der Hamas in Berlin geplant

  • #1
    nussknacker56

    Angesichts der Demonstrationen gegen die reaktionäre Pegida und ähnlichen Gruppen wird es in Berlin konsequenterweise zu gewaltigen Gegendemonstrationen kommen. Alles, was auch nur entfernt kritisch, links, liberal und demokratisch ist, wird auf den Beinen sein und protestieren.

    Schließlich ist die Pegida geradezu ein Lämmchen, ein Kindergarten, eine geradezu mustergültige demokratische Bewegung gegen diese Mischung von Antisemiten, Klerikal-Faschisten, Nazis, Terroristen, Mördern, Islamisten und Hitlerfans, wie sie die Hamas darstellt.

    Bin mal gespannt, was da für ein Orkan losbrechen wird. Oder übersehe ich hier eine Kleinigkeit?

  • #2
    discipulussenecae

    @ #1:

    Warum sind alle, die „auch nur entfernt kritisch, links, liberal und demokratisch … sind“ notwendig die besseren Menschen gegen die „Klerikal-Faschisten“? Ich weiß von einer Menge Frauen und Männer, die genau deshalb in den Tod gegangen sind, weil sie eben keine Nazis und auch nicht „links“ und keine „Hitlerfans“ aber trotzdem „klerikal“ waren. Z. B.:

    http://de.wikipedia.org/wiki/L%C3%BCbecker_M%C3%A4rtyrer
    http://de.wikipedia.org/wiki/Maria_Restituta_Kafka

  • #3
    Frank

    @Autor:
    Danke für den Hinweis. Diese Veranstaltung braucht kein Mensch.
    Wozu braucht es überhaupt ein „Return Center“? Schon diese Bezeichnung ist suggestiv.

    @Nussknacker:
    Voriges Jahr gab es in Berlin in der Tat breiten Protest gegen den Al Quds-Tag. Das lässt hoffen. Jeder aufrechte anti-faschistische (was nicht mit Antifa zu verwechseln ist), freiheitliche Demokrat sollte dann auf den Beinen sein.
    – Gegen jedweden Antisemitismus, gegen No-Go-Areas in Berlin.
    – Für das selbstverständliche Existenzrecht Israels.
    – Gegen den palästinensischen Terror in Israel.
    – Gegen die doppelte Moral einiger UN-Institutionen.

  • #4
    Thomas Weigle

    @ Frank Die Unterscheidung zwischen „anti-faschistisch“ uns „antifa“, die Sie vornehmen, ist richtig und wichtig. „Antifaschismus“ ist zunächst einmal völlig wertfrei, sagt nichts über die menschlichen und politischen Qualitäten derer aus, die diesen Begriff wie eine Ikone vor sich hertragen. Ich erinnere nur an den unsäglichen Begriff „antifaschistischer Schutzwall“.

  • #5
    Aimée

    @Frank,
    #3 „..Voriges Jahr gab es in Berlin in der Tat breiten Protest gegen den Al Quds-Tag. „, letztes Jahr zum Al Quads-Tag gab es 2 Demos, richtig .. aber von einem breiten Protest kann keine Rede sein. Beide Demos zusammen hatte in etwa genauso viele Demonstranten wie die Al Quads-Veranstaltung und war lediglich so gut besucht, weil es davor (besonders) und danach mehr als ein Dutzend „Anti-Israel“ bzw. Judenhetzerdemos gab.

    Nö, der Widerstand gegen „Pegidas“ oder Nazis ist da „… ziehen Glatzen durch das Land…“ bei Judenhetze von islamischer Seite funktioniert weder der „Spruch“ noch der Widerstand der breiten Masse.

  • #6
    nussknacker56

    #2 Hallo discipulussenecae,

    die von Ihnen angeführten Personen haben selbstverständlich nichts mit dem von mir verwendeten Begriff „Klerikalfaschisten“ zu tun. Ich habe nichts dergleichen behauptet sondern den damit gemeinten Adressaten deutlich benannt.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Klerikalfaschismus
    Ich persönlich habe vor den kirchlichen Kreisen, die sich gegen die Nazis gewendet haben mehr Respekt als vor Militärs, die sich erst nach Stalingrad gegen diese mörderische Ideologie gestellt haben.

  • #7
    Michael Lang

    Nussknacker56 – ja, du übersiehst eine Kleinigkeit: es geht gegen Israel, und deshalb wird kein Orkan losbrechen – ist doch der Israel-Hass der gemeinsame Nenner, von Hamas, ganz Rechts bis ganz Links. Traurig, aber wahr..

  • #8
    Thomas Weigle

    apropos Israel und Palästinenser. Gibt es irgendwo einen Aufschrei wg der Morde an Palästinensern kurz vor Damaskus? Oder habe ich da was übersehen?

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  • #11
    Sebastian

    @ Thomas Weigle

    Meinst du den Angriff auf das Flüchtlinglager?

    Nun wer finanziert und unterstützt den IS? Die UN hat sich da klar positioniert.

    Pfui…der sog. Westen.

    Ja dann ist klar wieso der Aufschrei ausbleibt. Gut das Sie das nochmal angesprochen haben.

    Liebe Grüsse

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