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„Hogesa“-Kundgebung in Hannover – In direkter Nähe zu Flüchtlings-Protestcamp

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IMG_0568Nach den schweren Krawallen in Köln wurden gleich mehrere “Hogesa”-Demonstrationen als Nachfolge-Events am 15. November angemeldet. In Berlin stellte sich die Anmeldung als Fälschung heraus, in Hamburg zog der Veranstalter die Anmeldung zurück, nachdem Hamburger Hooligans erklärt hatten, sie würden nicht an einer Demonstration durchs Schanzenviertel teilnehmen wollen. Eine weitere Demo-Anmeldung aus dem “Hogesa”-Spektrum am vergangenen Wochenende wurde ebenfalls kurzfristig zurückgezogen – und für die gut 30 Hooligans und Neonazis, die trotzdem kamen zu einer peinlichen Lachnummer.

Trotz des Versuchs der Hannoveraner Polizei, die dort angemeldete Demonstration zu verbieten, werden am kommenden Samstag bis zu 5000 Teilnehmer der “Hogesa”-Demo erwartet. Das Verwaltungsgericht Hannover hat dem Eilantrag des Versammlungsleiters heute morgen teilweise stattgegeben – die Hooligans dürfen unter strengen Auflagen eine stationäre Kundgebung hinterm Hannoveraner Hauptbahnhof abhalten.

Für Kritik sorgt die Nähe des Versammlungsortes zu einem seit Mai bestehenden Protestcamp von Flüchtlingen am Weißekreuplatz. „Der Ort der rassistischen Kundgebung liegt fast in Sichtweite des
Refugeecamps. Für die Bewohner_innen des Camps besteht an diesem Tag höchste Gefahr. Die Hooligans werden sich nicht dafür interessieren, dass es sich um Menschen handelt, die vor dem fundamentalistischen islamischen Regime im Sudan geflohen sind“ erklärt Ingo Mertens vom Hannoveraner Bündnis gegen Rassismus und religiösen Fundamentalismus.

Bereits am 3. Oktober seien Unterstützer des Camps von Rechten angegriffen worden, so Mertens: „Am ersten Oktoberwochenende gab es Gerüchte, dass durchreisende Neonazis das Refugee Camp in der Nähe des Hauptbahnhofs angreifen würden. Deshalb machten sich Antifaschist_innen auf dem Weg Richtung Hauptbahnhof. Hier wurden sie von Mitgliedern der Gruppe ‚Vulture Hannover (VH) 13‘ angegriffen. U.a. schlugen die Angreifer mit einem Werbeschild auf den Kopf einer am Boden liegenden Antifaschistin ein, die schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht werden musste.“

Tanja Rißland, Pressesprecherin der Hannoveraner Polizei, erklärte gegenüber diesem Blog: „Die Polizei hat die Versammlung auf dem Weißekreuzplatz im Auge und wird am Samstag mit genug Beamten präsent sein, um Gefahren von dem Camp abzuwenden.“ Ob die Hannoveraner Polizei die Lage besser im Griff haben wird als ihre Kollegen in Köln wird sich am Samstag zeigen. Zumindest angesichts der bislang kommunizierten Lageeinschätzung und -planung spricht einiges  dafür.

Das antifaschistische Bündnis mobilisiert weiterhin für Samstag, 10 Uhr auf den Steintorplatz in Hannovers Innenstadt. In der Nähe wird auch die Kundgebung des DGB stattfinden. Vom Steintor soll es im Laufe des Tages auch eine Demonstration gegen Rassismus und religiösen Fundamentalismus starten.

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5 Kommentare zu “„Hogesa“-Kundgebung in Hannover – In direkter Nähe zu Flüchtlings-Protestcamp

  • #1
    Hubi

    „Ob die Hannoveraner Polizei die Lage besser im Griff haben wird als ihre Kollegen in Köln wird sich am Samstag zeigen.“

    Zumindest kann/muss man aus Köln lernen, dass 1300 Polizisten nicht ausreichen werden.

    Tippe diesmal auf bis zu 10.000 Hooligans, dann sollte mindestens die doppelte Anzahl von Polizisten vor Ort sein?

  • #2
    Stefan Laurin

    @Hubi: Keine 2000, eher unter 1000. Und schätzungsweise 4000-6000 Polizisten. Viele davon schon in den Bahnen: BFE-Hundertschaften der Bundespolizei. Und viele von denen sind sauer wegen ihrer 50 Verletzen Kollegen aus Köln. Und BFE-Einheiten sind etwas ganz besonderes: „Mitglieder von Beweissicherungs- und Festnahmeeinheiten stehen seit 1998 wiederholt wegen gewalttätigen Verhaltens gegenüber Demonstrationsteilnehmern, Fußballfans und Mobbing in den eigenen Reihen in der Kritik.[3] Da sie in der Regel nicht mit Kennzeichnung auftreten, müssen mögliche Ermittlungen und Verfahren meist eingestellt werden, da die Identität der Beamten nicht festgestellt werden kann.“
    http://de.wikipedia.org/wiki/Beweissicherungs-_und_Festnahmeeinheit

  • #3
    Hubi

    @Stefan Laurin:

    4000-6000 Polizisten ist eine ordentliche Hausnummer! Dann sollte man Ralf Jäger mal zur Nachhilfe nach Hannover schicken…

  • #4
    Stefan Laurin

    @Hubi: Bei Aufmärschen mit weniger als 1000 Nazis waren noch vor kurzem in Dortmund über 3000 Beamte im Einsatz. Jetzt nicht mehr. NRW ist pleite… http://www.welt.de/regionales/nrw/article134113034/Wenn-die-Polizei-beim-Einsatz-in-Gefahr-geraet.html

  • #5
    ichoderdu

    Also ich bin ja kein Experte aber ich würde das ähnlich sehen wie Stefan. Die werden ordentlich auf die Fresse kriegen die Nazis weil die Polizei mega sauer ist und sich so eine Situation wie in Köln nicht noch einmal leisten kann. Hat man in HH gesehen was da los war an den Tagen nach der Schlägerei Kurden vs Salafisten. Das wird für die Nazis glaub ich kein lustiger Tag morgen.

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