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Homöopathie: Sparen, wo es gut tut

In Glaube, Sitte, Heimat | Am 11 Juli 2010 | Von Stefan Laurin

Sparen im Gesundheitswesen ist eine heikle Sache. Wer will schon aus Kostengründen auf das lebensrettende Medikament oder die Linderung versprechende Operation verzichten? Bei der Homöopathie ist das anders: Auf Nichts kann man gut verzichten. Und es gibt noch mehr Unfug, den man sich sparen kann

Aber die SPD Forderung, das Homöopathie nicht mehr aus Krankenkassengeldern bezahlt werden, ist vernünftig. Homöopathie wirkt nicht – die Stoffe sind so stark verdünnt dass sie nicht mehr nachweisbar sind. Selbst Überdosierung ist egal.

Ohnehin ist es fraglich, ob man nicht vielen der Scharlatane die als Geistheiler unterwegs sind oder irgendwelche Wundersteine verkaufen, nicht das Handwerk legen sollte. Da wird mit dem Elend und der Angst von Menschen viel Geld verdient. Wie verantwortungslos viele sind, die sich in diesem Bereich tummeln, sieht man bei einem Besuch der Internetseite des Klassischen Homöopathenverbandes: Dort wird gegen eine Impfkampagne der Landesregierung Baden Würtembergs protestiert. Esoterik-Ideologie ohne jeden Skrupel.

Besonders ärgerlich ist es sicherlich, wenn wir alle für so einen Unfug aufkommen müssen. Dabei ist die Homöopathie nur ein Beispiel für Geldverschwendung. Auch Reiki-Seminare wurden schon von Krankenkassen bezahlt. Bei Reiki geht es um “Lebensenergie”, die Menschen positiv beeinflussen soll. Natürlich ist eine Wirkung von Reiki, wie im Esoterikbereich üblich,  nicht wissenschaftlich belegt. Krankenkassen ersetzen auch teilweise die Behandlung von Heilpraktikern. In Österreich dürfen solche Leute ohne ein Medizinstudium nicht die Hand an Patienten legen. In Deutschland reicht, um Heilpraktiker zu werden, ein Hauptschulabschluss, ein polizeiliches Führungszeugnis und eine kleine Prüfung. Mit der Qualifikation  eines Arztes ist das alles nicht zu vergleichen.

Der Maßstab für die Bezahlung einer Behandlungsmethode durch Krankenkassen sollte ein seriöser, wissenschaftlicher Nachweis über deren Wirksamkeit sein. Und statt dem Gerede von “Alternativer Medizin” und “Heilern” sollte man die Dinge beim Namen nennen: Wer Menschen mit  wissenschaftlichen nicht nachgewiesenen Methoden behandelt ist ein Quacksalber und Scharlatan. Ein Dummkopf, wenn er selbst an diesen Unfug glaubt und ein gewissenloser Betrüger, wenn er um die Wirkungslosigkeit seines Handelns weiß, und nur auf das Geld seiner Patienten aus ist.



65 Kommentare und 2 Ping(s) zu »Homöopathie: Sparen, wo es gut tut«

  1. #51 | Nazis und Homöopathie sagt am 15. Juli 2010 um 10:12

    Frühe Homöopathie-Studie: “Wir können doch gar nicht, was wir behaupten”

    Spiegel Online, 14.07.2010, von Veronika Hackenbroch

    Die Nazis wollten der “verjudeten Schulmedizin” die Homöopathie entgegensetzen. Eine Überprüfung der “neuen deutschen Heilkunde” führte jedoch zu katastrophalen Ergebnissen – Homöopathen befänden sich in einer Dauerhypnose, resümierte am Ende der Studienleiter.

    Anfangs waren die Nationalsozialisten noch euphorisch. Der “größte Augenblick in der Geschichte der Homöopathie” solle es werden, verkündete ein Beteiligter stolz. Eine “neue deutsche Heilkunde” statt der “verjudeten Schulmedizin” – das war der Traum, den Hitlers Regime mit Hilfe der Homöopathie verwirklichen wollte. (…)

    weiter: http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,706337,00.html

  2. #52 | Malte sagt am 15. Juli 2010 um 21:59

    Hier wird ja geschossen!

    Mal zum nachdenken: Als wir, reden wir hier von einem Zeitraum von hundert Jahren, keine “chemischen Medikamente” hatten, war alles nur Natur!

    Ach und, ich kenne Menschen, denen z.B. Weleda-Produkte als Alternative zu “Chemie-Keulen” sehr wohl helfen. Es sind die selben Mittel, nur halt pure Natur, wie früher und mit der selben Wirkung. [vor ca. 40 - 70.000 Jahren nutzten Menschen schon Heilpflanzen]

    Bei den Wundersteinen und all den anderen Kram gebe ich dir aber recht, Stefan!

    Gruß
    M.

  3. #53 | alternativlos sagt am 15. Juli 2010 um 23:48

    @ Malte

    was für ein Sumsi-Kommentar!

    Wo ist die Grenze zwischen “Natur” und “Chemie”? “100 Jahre”? Lies nur mal diese beiden Artikel, und fang an zu denken:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Acetylsalicylsäure

    http://de.wikipedia.org/wiki/Morphin

    Und: Im Artikel von Stefan Laurin geht es um Homöopathie.

  4. #54 | Malte sagt am 16. Juli 2010 um 00:54

    Zitat:”Im Artikel von Stefan Laurin geht es um Homöopathie”

    Habe ich was anderes behauptet? Und was möchten Sie denn sonst noch so loswerden?

    Zitat:”Wo ist die Grenze zwischen “Natur” und “Chemie”? “100 Jahre”?

    “Die Neuzeit brachte mit ihren naturwissenschaftlichen Erkenntnissen ganz erhebliche Veränderungen des Arzneischatzes. Zu Beginn des “19. Jahrhunderts” gab es zunächst eine deutliche Reduktion: Übrig blieb, was nach damaligen Stand der Wissenschaft in der Wirksamkeit als gesichert galt.

    Der enorme Erkenntniszuwachs in der “Chemie” führte dann dazu, dass zum Beispiel eine Fülle von wirksamen Inhaltsstoffen aus Arzneipflanzen isoliert wurden, etwa die Alkaloide Chinin, Morphin, Strychnin. Nicht nur Alkaloide, auch viele weitere Pflanzeninhaltsstoffe wurden isoliert und davon eine große Zahl arzneilich verwendet”

    Und weiter:

    “Gegen Ende des 19. Jahrhunderts begann der Siegeszug der organisch-synthetischen Arzneimittel, die von der Teerfarbenindustrie entwickelt wurden, wobei das Herstellungsverfahren dem Patentschutz unterlag. Dies förderte ganz erheblich die industrielle Produktion von Arzneispezialitäten, den in abgabefertiger Verpackung hergestellten Arzneimitteln, wie sie heute das Bild beherrschen. Die Acetylsalicylsäure, allseits bekannt unter dem Namen Aspirin, viele andere Schmerzmittel und weitere auf das Nervensystem wirkende Arzneistoffe gehören hierher (Narkosemittel, Antiepileptika, Antiparkinsonmittel, Psychopharmaka u.a.m.). Weitere Beispiele sind Arzneimittel, die das vegetative Nervensystem beeinflussen, etwa die Sympatholytika (zu denen die “Betablocker” zählen), die als Herz-Kreislaufmittel eingesetzt werden. Die Zahl der synthetisierten Wirkstoffe wurde dann rasch unüberschaubar”

    http://www.pharmacon.net/geschichte/arzneimittel.htm

  5. #55 | Andreas Lichte sagt am 16. Juli 2010 um 08:38

    @ Malte

    Homöopathie zeichnet sich durch eine Abwesenheit von Wirkstoffen aus. Da ist es sowieso schnuppe, wo sie nicht herkommen.

    Murus berlinensis, Berliner Mauer in Potenzierung, finde ich aber nicht gerade “natürlich” …

  6. #56 | Andreas Lichte sagt am 16. Juli 2010 um 08:43

    Zitat Ansgar Martins: “Zusammen mit der Ärztin Ita Wegmann entwickelte Steiner seine anthroposophische „Heilkunst“ aus H O M Ö O P A T H I E und Romantischer Medizin des 19. Jahrhunderts, die er in seine Mitteilungen über Karma und Evolution aus „feinstofflichen Geisterwelten“ verpackte.”

    http://waldorfblog.wordpress.com/2010/06/22/„masern-werden-von-waldorfschule-zu-waldorfschule-ubertragen%C2%A0…“/

    Anthroposophische Medizin = Homöopathie + Wahnsinn Rudolf Steiners

  7. #57 | Arnold Voss sagt am 16. Juli 2010 um 10:58

    Wer glauben, aber nicht wissen will, soll dafür auch selber aufkommen. Die Religionsgläubigen und nur sie bezahlen ihre Priester und die Homöapathiegläubigen und nur sie ihre Homöopathen. Da bliebe eine Menge Geld für mehr Wissen und mehr Bildung über.

  8. #58 | Jan Luiten sagt am 16. Juli 2010 um 18:31

    Der Materialismus ist eine Glaube des 19.Jahrhunderts.
    Hauptdogma: es gibt nur Materie.
    Diese dogmatische Positon ist überhaupt nicht wissenschaftlich.
    Echte Wisschenschaftler sind keine Dogmatiker.
    Wir leben in 21. Jahrhundert, meine Herrschaften!

  9. #59 | Arnold Voss sagt am 16. Juli 2010 um 21:57

    Jan der Allwissende, der allerechteste Wissenschaftler unter den Wissenschaftlern, der durch Steiner dem Allallwissenden erleuchtete, sagt uns endlich und kurz und knapp wo es lang geht. Und das mit dem 21. Jahrhundert stimmt auch irgendwie.

    Dass die Materialisten allerdings glaubten, dass alles nur Materie ist, ist so dämlich, dass man Jan Luiten, sofern man ihm nicht schlichte Debilität unterstellen möchte, das heiße Wetter zu Gute halten muss. Das Materielle lässt sich nämlich nur über das Immaterielle definieren, Jan Luiten.

  10. #60 | Murus Berlinensis sagt am 20. Juli 2010 um 00:50

    Eigentlich ist schon alles gesagt, ich will nur denen, die es immer noch nicht kapiert haben mal zusammenfassen, warum Homöopathie gesitiger Irrsinn ist:

    1. Die “Theorie” hinter Homöopathie ist das “Ähnlichkeitsprinzip”. D.h. man behandelt einen Kranken mit einem Mittel, welches beim Gesunden genau die Symptome des Kranken hervorrufen würde. Im Klartext: Wenn ich Fieber habe, muss ich was einnehmen, das Fieber auslöst. Aha, logisch ist das zwar nicht, aber was soll`s, interessiert die Homöopathen nicht.

    2. In den homöopathischen Mittelchen ist nichts drin, teilweise unter der Nachweisgrenze. Nach Aussage der Homöopathen ist die Information entscheidend. Die Information ist in sog. Clustern im Wasser enthalten. Fragt mal Euren Heilpraktier oder Arzt mit homöopathischer Zusatzausbildung. Da kommt keine sinnvoll Erklärung.

    3. Ich gebe gerne zu, dass man nicht alles auf der Welt kapieren kann, Punkt 1.) und 2.) gehören jedenfalls auch dazu. Blöd nur, dass in qualitativ hochwertige Studien die Erfolge der Homöopathie nicht über den Placebo-Effekt hinausgehen.

  11. #61 | Kritiker sagt am 20. Juli 2010 um 00:52

    Selbstversuch mit Homöopathie, eine wahre Geschichte, die ich selbst vor einigen Wochen erlebt habe!!!
    Ich nehm abends öfter mal ein paar Globuli aus unserem Giftschrank (Reste, die meine Frau mal von der Hebamme bekommen hat) bevor ich ins Bett gehe. Kürzlich habe ich mal ein Fläschchenen erwischt, das angeblich gegen Keuchhusten wirken soll. Ich hab ein Globuli nach dem anderen geschluckt. Erst eins, dann zwei, dann drei usw. So lange bis das Fläschchenenleer war. Gespürt habe ich – nichts! Kein Hustenreiz, nicht mal ein Kratzen – nichts. Aber nach ca. 30 Sekunden hat mein Sohn, er lag im Nebenraum in seinem Bettchen, furchtbar angefangen zu husten. Was bedeutet das jetzt? Wirkt’s nun doch? Aber eben auf die Menschen, die im Nebenraum sind?

    Kann mir das mal einer erklären?

  12. #62 | Elke sagt am 27. Juli 2010 um 16:37

    “Petition: Gesetzliche Krankenversicherung – Leistungen – - Streichung der Homöopathie aus dem Leistungskatalog”

    Da braucht es noch Unterzeichner!

    https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=13042

  13. #63 | jan luiten sagt am 17. August 2010 um 08:53

    @Arnold Voss
    Zuzugeben daß sie ein Dogma haben ist natürlich nicht so einfach für sie.
    Ihr Dogma ist vieleicht nicht “ës gibt nur Materie” aber: “es gibt keine geistige Welt”. Sie dúrfen das glauben. Problematisch wird es aber wenn man auf Grund eines Dogmas weniger Rechte zuteilen will an Menschen mit einer anderen Auffassung.

  14. #64 | Arnold Voß sagt am 17. August 2010 um 10:21

    Jan, nur so als Tipp: Passen sie auf, dass sie andere nicht mit sich selbst verwechseln.

  15. #65 | jan Luiten sagt am 17. August 2010 um 15:01

    Arnold, danke für den Tipp, aber da passe ich tatsáchlich gut auf.

  16. #66 | Mimi Müller sagt am 17. August 2010 um 15:35

    Da les ich die Ruhrbarone, da tu ich, was immer ich sonst noch kann, um mich zu bilden – und nun erfahre ich hier, so ganz neben bei, daß ich ein Dummkopf bin! Häddich nich gedacht, Herr Laurin, dattse mich ma so beleidigen! Un dann für sowatt! Dagegen habbich nich ma Globuli! Tzzzz. Abber macht ja nix: ansonsten bin ich nebbich gesund, seitdem ich zu Quacksalbern und Scharlatanen geh…

  17. #67 | Werner Jurga sagt am 17. August 2010 um 15:52

    @66 Mimi Müller: sicher? Ganz sicher?

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