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Homophobie hat viele Namen…

In Ruhrgebiet | Am 1 Dezember 2012 | Von Martin Niewendick

„Unser Leitbild ist die Liebe zwischen Mann und Frau sowie die Ehe, ‚bis dass der Tod uns scheidet‘! Aber deswegen diskrimieren wir keine anderen Formen des Zusammenlebens!!!“ (Fehler im Original) schreibt Pro NRW auf seiner Facebook-Seite. Und präsentiert dazu ein buntes Bildchen mit dem Slogan: „Homophobie hat einen Namen: Islamismus!“ Das ist zwar im Grunde richtig. Homophobie hat aber noch einen weiteren Namen: Pro NRW.

Bildchen von der Pro NRW-Facebookseite

Nicht nur, dass die erste Garnitur des „islamkritischen“ Pfeifenvereins eine handfeste rechtsradikale Vergangenheit hat. Vom Vorsitzenden Markus Beisicht erschienen Texte auf dem homophoben Nazi-Blogs „kreuz.net“  - Beisicht betont jedoch, die seien gegen seinen Willen dort erschienen. In diesen Texten hetzt er jedoch nicht minder gegen Homosexuelle. Unvergessen ein Artikel Beisichts vom Juli 2008. Unter der Überschrift „Wird sich der Kardinal dem Homo-Perversen fügen?“ polemisiert er unter anderem gegen den „kirchenfeindlichen Homo-Marsch“ genannten Christopher Street Day in Köln. Damit wird schnell klar, dass Homophobie auch noch einen dritten Namen hat: (fundamentalistisches) Christentum. Ach ja, und ganz zufällig zählt der offen schwul lebende Grünen-Politiker Volker Beck zu den Lieblingsfeinden von Pro NRW. Wie das wohl kommt? Fazit: Es ist relativ müßig, „der Homophobie“ einen Namen geben zu wollen. Es sind unzählige. Am allerwenigsten aber sollte sich der „christliche“ Wanderzirkus um Markus Beisicht anmaßen, in der Sache Deutungshoheit zu beanspruchen. Heuchelei hat einen Namen.


3 Kommentare zu »Homophobie hat viele Namen…«

  1. #1 | Ben sagt am 1. Dezember 2012 um 16:13

    Nun bin ich zwar auch kein Freund der Kirche und ein überzeugter Atheist, aber zumindest hier muss ich eine Lanze für bestimmte christliche Gruppierungen brechen: Ich kenne einige protestantische Gemeinden, in denen offen schwul lebende Menschen hohe Ämter innehaben und voll akzeptiert sind. Insofern ist die Klammer um “fundamentalistisch” nicht ganz korrekt, da gerade die Tendenz zur fundamentalistischen Auslegung des Christentums wesentliches Merkmal für Homophobie unter Christen ist.

    Im Übrigen gibt es im rechtsradikalen Spektrum auch nicht gerade wenige Schwule. Die Gleichung “rechtsextrem=homophob”, die in dem kurzen Text zumindest angedeutet wird, ist daher auch nicht ganz so korrekt. Zumindest ist sie angreifbar.

  2. #2 | odobenus sagt am 3. Dezember 2012 um 06:05

    @Ben

    Wer sind denn die “nicht wenigen Schwulen” im “rechtsradikalen Spektrum”? Und was hat der Hinweis zu bedeuten? Dass Nazis Schwule gar nicht terrorisieren und ermorden?

    Und wieso müssen Sie als angeblicher Atheist eine Lanze für “bestimmte christliche Gruppierungen brechen”, die sogar die ungewohnte Großherzigkeit besitzen, Schwule nicht zu diskriminieren. Wie kommt es denn, dass ausgerechnet die vermeintlich gemäßigte christliche Partei, die derzeitig mit ihrem vermeintlich liberalen Wurmfortsatz regiert, die staatliche Diskrimierung von Schwulen und Lesben zementiert?

    Wer wenn nicht ChristInnen terrorisieren Schwule und Lesben, die in ihren Diensten stets dem Risiko der Entlassung ausgesetzt sind? Etwa ein kleines Grüppchen FundamentalistInnen?

  3. #3 | Wolfram Obermanns sagt am 3. Dezember 2012 um 17:16

    Wenn ich mich an die dümmlich homophoben Witze aus der Opposition über unseren geliebten Außenminister erinnere…

    Die Gleichung Homophobie = X ist unterbestimmt.

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