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Imam Idriz in Erlangen

Benjamin Idriz, ein Imam aus Penzberg ist oft und gerne Gast in Erlangen, wenn Politik oder Kirche zum interreligiösen Dialog aufrufen. “Penzberger Imam elektrisiert Erlanger Muslime-Freunde” und “Erlanger Bürgermeisterin unterstützt Islamische Gemeinde” war dann in den “Erlanger Nachrichten” zu lesen. Von unseren Gastautoren von Haskala Bayern.

Nun hatte Pfarrer Johannes Mann den Imam zur Kanzelrede in die Hugenottenkirche eingeladen. Sein Gast Idriz propagiert ganz offen seine Hinwendung zur Ideologie Husein Djozo, den er als „Pionier islamischer Reformen in Bosnien und Herzegowina” hochleben lässt. Nun ist Prof. Husein Djozo auch bekannt als Militär-Imam von Hitlers Gnaden in der sogenannten „Handschar-Division“ der Waffen-SS. Er war Hauptsturmführer der Waffen-SS, Kriegsteilnehmer auf dem Balkan und Judenhasser.

“Die „Handschar“ sollte nach Himmlers Vorstellung eine rein muslimische Division sein. Faktisch zählten zu den rund 20 000 Soldaten auch etwa 2800 Katholiken. Da sie in der Minderheit waren, blieb der Modellcharakter der Division für eine weltweite nationalsozialistisch-muslimische Allianz gewahrt.

Zur Schulung des geistlichen Personals gründete die SS im brandenburgischen Guben ein Imam-Institut. Bei dessen Eröffnung am 21. April 1944 sprach erst der Großmufti von Jerusalem, dann Militärimam Djozo.
Mufti al-Husseini erklärte, die Muslime würden keinen besseren Verbündeten finden als das Deutsche Reich, und das nationalsozialistische Deutschland habe „keinen loyaleren Freund als die Muslime“. Djozo, der das Institut leitete, schloss sich an: Das Institut werde die „freundlichen Bande zwischen der islamischen Welt und dem nationalsozialistischen Deutschland weiter stärken“. Die Imame seien bereit, „unsere größten Anstrengungen auszuweiten, um die Neue Ordnung zu verwirklichen“ – das von den Nazis beherrschte Europa also.
Im Dezember 1943 hatte Djozo auf Deutsch an Himmler geschrieben, „uns Muselmanen“ sei es eine Ehre, „unser Leben im Kampfe für den großen Führer Adolf Hitler und das Neue Europa“ einzusetzen.(…)Auf der vierten islamischen Konferenz in Kairo mit Würdenträgern aus 34 Ländern wurde laut Lebl ein Aufruf verabschiedet, wonach Jerusalem im „heiligen Krieg“ von den Juden zu „befreien“ sei. Djozo versprach „im Namen der jugoslawischen Muslime“, durch Freiwillige und durch Spenden zum „Sieg des Dschihad im Nahen Osten“ beizutragen.” (Quelle)
Report München sendete bereits in diesem Jahr einen Bericht mit dem Titel: ” Imam Benjamin Idriz in Erklärungsnot“. Dort wird sein Besuch im “Europäischen Institut für Geisteswissenschaften Chateau Chinon“ thematisiert. Früher ein Ferienlager, seit zwanzig Jahren – so die Ansicht von Experten, eine Einrichtung mit islamistischen Bezügen.
Im Zuge der Debatte um das Mohammedvideo sagte Idriz. “Die Menschen, die diesen Film gemacht haben und zeigen, sind wertlos”, was Ali Yildiz vom Blog “Der Kosmopolit” empört: “Wer von wertlosen Menschen spricht offenbart eine Gedankenwelt, die von der Würde des Menschen noch nichts verstanden hat.”
Wir sind der Überzeugung, die Toleranz von Stadt und Bürgerschaft Erlangens ist mit den Besuchen des Imam Idriz überstrapaziert. Keinesfalls sollte ihm mehr ein Podium geboten werden, die religiösen Gemeinden sind ebenso wie die Politik aufgefordert, ihm keine Bühne mehr zu bieten.
Crosspost: Der Artikel erschien bereits auf Haskala Bayern.
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15 Kommentare zu „Imam Idriz in Erlangen

  • #1
  • #2
    Stefan Laurin

    @Schinken: Es fällt mir schwer es zuzugeben, aber Franken ist keine Ruhrbarone-Hochburg….

  • #3
    Schinken

    poasst scho……,trotzdem HUT AB vor diesem blog. hier erscheint ein text, der anderswo wegen angeblicher”islamphobie” nicht publiziert werden könnte/dürfte. für so viel offenheit ein herzliches dankeschön

  • #4
    Helmut Junge

    Wenn ich einen Gast in meinen Räumen reden lasse, gibt es zwei Möglichkeiten. entweder ich stehe hinter dem, was diese Person sagt, dann muß ich mich nicht weiter zur Rede äußern, oder ich empfinde es als Gegenposition zu meiner eigenen Auffassung. Dann würde ich sagen, dass das gesagte zwar nicht meine Meinung ist, aber…
    Was aber, wenn der Gast solche Sachen sagt, wie hier, wo von Menschen gesprochen wird, die aus Sicht dieses Gastes als “wertlos” gelten?
    Solche Gedanken sind eigentlich ungeheuerlich, vielleicht sogar strafbar.
    Weiß ich nicht, könnte ich mir aber vorstellen.
    Ich persönlich würde mich aber Gastgeber von solchen Äußerungen sofort distanzieren.
    Hat der einladende Pfarrer das nicht getan?
    Wenn nicht, was sagen seine Pfarrerkollegen dazu?

  • #5
    Macbeth

    @ Helmut

    Pfarrer fragen sich meist nie etwas. Und in dem Fall, wo es um “interreligiösen Dialog” geht, schon gleich dreimal nicht. Schließlich hat jede Religion ihre Vertreter mit identischer Geisteshaltung und gerade die Christen sind neidisch auf die Durchsetzungsfähigkeit und die Härte der Moslems und ihrer Vertreter/innen. Der Erfolg gibt ihnen schließlich recht. Siehe die Debatten um Blasphemie, Karrikaturen, Einfluss der Religion auf Politik, Steuergelder für Religionen etc.

    Und ansonsten wird das Thema halt totgeschwiegen (auch von der Lokalzeitung),
    weil man die schöne neue Welt ungern mit hässlichen Flecken sehen will.
    Aber dafür gibt es ja das Internet :-D

  • #6
    Helmut Junge

    @Macbeth (5),
    Ganz, ganz früher hieß es mal.”Wer zum Klapperstorch geht, kriegt auch Kinder”.
    Das meinte, dass schlechter, und überhaupt jeder Umgang abfärbt.
    So wird es auch hier kommen.
    Das werden wir merken, wenn gemeinsame Wurzeln gefunden und zitiert werden.
    Die finden sich fast ausschließlich im Alten Testament, das bei den Christen zur Zeit nicht so häufig zitiert wird, wie andere Teile der Bibel.
    Wenn also der besagte Pfarrer erst einmal einzelne Aspekte der Scharia für gar nicht so schlecht hält, weil er ähnliches im Pentateuch findet, und das verkündet, werden wir wieder von ihm hören.
    Umgekehrten Einfluß, nämlich christlichen Einfluß auf Moslems, hat es meines
    Wissens noch nie gegeben. Denn da gibt es nicht so viele Schnittmengen.
    Wir werden es also an dem Pfarrer erkennen.
    Dann müssen sich aber seine Kollegen mal äußern.

  • #7
    Wolfram Obermanns

    Vertue ich mich oder ist die hier augewärmte Klamotte von 2010?

    Wurde Ude schon verhört, der gehörte doch auch zu den Unterstützern von Indriz “Zentrum für den Islam in Europa”?

  • #8
  • #9
    Helmut Junge

    @Wolfram Obermanns (7),
    ich verstehe das so, dass diese Story bereits 2010 begann, jetzt aber weitergeführt wurde, also eine Entwicklung stattfindet, bzw. stattgefunden hat.
    Aber Herr Obermanns, ich weiß ja, dass Sie einen starken Bezug zur Religion haben. Wir haben schließlich schon des öfteren miteinander diskutiert.
    Wie schätzen Sie es eigentlich ein, wenn Gedanken der Art in einer Kirche fallen, wie sie im obigen Artikel dem Herrn Idriz zugeschrieben werden? Er spricht wohl offensichtlich mehrfach das Wort Toleranz aus, aber er hält andererseits Menschen für “wertlos”. würden Sie so einen ein zweitesmal einladen?

  • #10
    Wolfram Obermanns

    Nö, würde ich nicht, es sei denn er könnte das irgendwie plausibel erklären, schließlich kann man nicht außer Acht lassen, daß Idriz kein Muttersprachler ist.

    Für viel kritischer (weil es da gar nichts zu deuteln gibt) halte ich es, daß er sich nachweislich mit fremden Federn geschmückt hat und fälschlich behauptet hatte, er habe in Beirut ein Theologiestudium abgeschlossen. Wer so als Lügner auffällt, hat ein erhebliches Glaubwürdigkeitsproblem. Damit ist einem Dialog über irgendwelche Konfliktlinien hinweg, die Grundlage entzogen. Die fehlende Kompetenz machte sich dann ja auch bemerkbar, als er einräumte nichts über die faschistoid, rassistische Ideologie seines Helden Djozo gewußt zu haben.

    Folgt man übrigens allen Links kommt man zu dem Ergebnis, daß Indriz Ende November 2012 in einer Hugenottengemeinde gepredigt hat.
    http://www.nordbayern.de/region/erlangen/imam-idriz-toleranz-ist-der-hochste-grad-von-starke-1.2526521

    Grundsätzlich halte ich ein solches Ereignis für begrüßenswert, wäre aber darauf bedacht, eine unbelastete Person auf die Kanzel zu stellen. So gemacht ist das ein Bummerang und spielt, wie im verlinkten Artikel auch zu lesen ist, nur den falschen Leuten in die Hände.

    Für die, die sich für die aktuelle Entwicklung des Islam in D interessieren, empfehle ich die ARD-Sendung Sonntagsgespräch vom 25.11. mit Khorchide. Der Mann ist gewiß kein Schönfärber, was die eigene Community betrifft (s. Wikipedia).

  • #11
    Helmut Junge

    @Wolfram Obermanns (10),
    dass Sie so kenntnisreich in diese Diskussion eingestiegen sind, zeigt mir, dass diese Geschichte auch außerhalb Süddeutschlands aufmerksam verfolgt wird.
    Ich denke, dass sich auch andere Angehörige, bzw, Repräsentanten christlicher Gemeinschaften, ähnlich wie Sie zu solchen “interreligiösen Dialogen” äußern müßten, denn wenn solche “Dialoge” in der Öffentlichkeit eher als Kumpanei, denn als Dialog empfunden werden, schadet es ihnen allen. Und ich nehme sogar an, dass es mehr als diesen einen Fall geben wird.

  • #12
    Wolfram Obermanns

    @Helmut Junge (11)

    Ich glaube da vertun Sie sich, wenn Sie meinen ich wäre wahnsinnig kenntnisreich bezüglich der vielfältigen interreligiösen Dialoge. Ich habe z. B. nicht die geringst Ahnung, wer in einer Hugenottengemeinde “den Hut auf hat”, wem der Pfarrer gegenüber rechenschaftspflichtig wäre.
    Die evangelische Kirche ist nicht zentral organisiert, da macht mehr oder weniger jede Gemeinde oder jeder Kirchenkreis was er will bzw. kann. Das heißt die Veranstaltungen sind auch so ziemlich jeder zentralen oder überregionalen Kontrolle entzogen.

    Was im interreligiösen Dialog geht, hängt stark vom Gegenüber ab. Das heißt, daß meistens kein wirklicher theologischer Austausch stattfinden kann, weil auf muslimischer Seite häufig entweder die sprachlichen oder die theologischen Kenntnisse fehlen. Im Ergebnis sind das bisher wohl doch meistens nicht viel mehr als good-will-Veranstaltungen. Im Kontakt mit der hiesigen Moschee kann ich aber eben unbestreitbar festhalten, dieser good-will ist selbstverständlich auch in unserer Moscheegemeinde vorhanden. Und diesen guten Willen bei allen gegebenen Restriktionen zu mißachten, würde ich für einen blöden Fehler halten.

    Falls Sie Interesse haben, ein nächstes Treffen des interreligiösen Kreise von Witten findet übrigens morgen Nachmittag um 17h im Café Möpschen Ruhrstraße 33 statt.

    Die Dinge geraten immerhin so langsam in Bewegung. Die DITIB will nur noch Hodschas nach D entsenden, die deutsch können. Auf Treffen von regionaler oder nationaler Bedeutung findet man inzwischen verstärkt junge Muslime mit denen man sich auf muttersprachlichem Niveau theologisch fundiert austauschen kann, die Lehrstühle für muslimische Theologie in D machen sich bereits bemerkbar.

    Um auf den Gastartikel nochmal konkret zurückzukommen. Der Aufreger ist doch der Satz “Die Menschen, …, sind wertlos”. Ein 467-Wörter-Artikel in dem ein Muttersprachler es nicht schafft, eindeutig den beklagten Vorgang zu beschreiben, und man erst Links auf verlinkten Seiten folgen muß, um den Hergang zu rekonstruieren, scheint mir als Quelle der Erregung dann doch schlicht ungeeignet („Kann sich selbst nicht klar ausdrücken, aber anderen…“).
    Der Einsatz der Ruhrbarone gegen Antisemitismus ist ohne Zweifel lobenswert, aber auch hier gilt: Geht man dabei nicht sorgfältig vor, profitieren die Falschen. Außerdem ist islamophober Chauvinismus in D über alle politischen Ausrichtungen hinweg eine Realität, die man auch mit Blick auf die eine gute Sache nicht aus den Augen verlieren sollte.

  • #13
    Macbeth

    @Wolfram Obermanns,

    der “Aufreger” ist nicht die Äusserung, Menschen seien wertlos. Das ist schon erkenntlich an der nahezu Fußnotenhaften Erwähnung.

    Die Aufregung ist, dass trotz Idriz´Wissens um Djozo´s faschistischen Hintergrund (bis zu seinem Tod!) bisher keine kritische inhaltliche Auseinandersetzung erkenntlich ist. Im Gegenteil wird er immer noch verherrlicht:http://www.islam-penzberg.de/125548/117601.html

  • #14
    Macbeth

    btw: “Die DITIB will nur noch Hodschas nach D entsenden, die deutsch können.”
    Was soll daran positiv sein? Auch Djozo (und viele andere) sprachen/sprechen/schreiben deutsch. Nationalismus, Rassenwahn und elitäres Gruppendünkel sind unabhängig von der ausgeübten Sprache.

  • #15
    Wolfgang T.

    @ Helmut
    Prof. Dr. Holm Putzke sprach auch in der Hugenottenkirche über Beschneidung
    http://www.youtube.com/watch?v=UczfbWi8mcc&feature=plcp

    über Pfarrer Mann:
    PS
    Selig sind die Unwissenden
    Bei der Diskussionsveranstaltung zum Thema “Das Kölner Beschneidungsurteil und seine Folgen” in der Ev.-ref. Hugenottenkirche Erlangen am Dienstag, 25. September 2012, entschuldigte sich Pfarrer Johannes Mann für das Fehlen eines jüdischen Vertreters. Er habe nicht gewusst, dass das höchste Fest Jom Kippur, wie alle jüdischen Festtage, am Abend des Vortages beginnt. Er hätte sich auch bei den Atheisten vom Bund für Geistesfreiheit Bayern informieren können. (http://www.bfg-bayern.de/ethik/Realschule/juedische_feiertage.htm, http://gbs-erlangen.blogspot.de/2012/09/die-erosion-des-religiosen-diskurses….)

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