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Lanz, Wagenknecht und bessere Gründe für eine Petition

lanz_wagenknecht

In einer Talkshow geraten mit ZDF-Frisur Markus Lanz und  Rosa-Luxemburg Double Sahra Wagenknecht zwei Medienprofis aneinander. Nun ist die Aufregung groß – und der Anlass gering.

Markus Lanz war in seiner Talkshow unhöflich zu Sahra Wagenknecht – das allein genommen ist so bedeutsam, wie die Zahl der Zwiebelringe auf dem Boden eines Gurkenglases, führt allerdings zur ersten großen Medienhysterie des Jahres. Erneut geht ein Aufschrei durchs Land, werden Unterschriften gegen Lanz gesammelt und gefordert,  er solle seinen Stuhl räumen. Für letzteres gibt es hundert gute Gründe – Lanz ist langweilig, mit Wetten dass erfolglos und vermittelt selbst unter größten Anstrengungen kaum glaubhaft, das Bernd das Brot im ungebackenen Zustand nicht klüger und humorvoller ist als er.

Aber die Patzigkeiten gegen Wagenknecht rechtfertigen das ganze Theater nicht. Ein Blick auf die Facebookseite des italienischen Mikrofonhalters zeigt  Entgrenzungen, die über jedes Maß gerechtfertigter Kritik  hinaus gehen: Lanz als Knecht des Kapitalismus, dessen Abschaffung für viele Kommentatoren ebenso überfällig ist wie die Absetzung der Talk-Show und natürlich der Vorwurf, Lanz sei gekauft, eine Missgeburt – wie konnte er auch nur unfreundlich zu so einem engelsgleichen Wesen wie Wagenknecht sein, wenn  ihm nicht die Knechte des Mammons seine Seele abgekauft hätten? Man hat das Gefühl, das  Zonen-Zombies aus ihren Gräbern auferstanden sind, nur um sich auf der Facebook-Seite ein letztes Mal auszutoben. Und wenn man schon einmal dabei ist, springen auch zahlreiche Rechte der roten Dutt-Trägerin bei – Insassen  aller Landeskrankenhäuser, vereinigt Euch!

Merkwürdigerweise haben viele Aussagen von Wagenknecht in den vergangenen Jahren nicht für so einen Aufstand geführt. Ich erinnere mich jedenfalls nicht an eine Petition gegen die Linkspartei-Politikerin, als sie nach der Rede von Simon Peres  im Bundestag nicht aufstand und so  den israelischen Präsidenten brüskierte.  Auch dass sie die DDR als nicht undemokratischer als die Bundesrepublik empfand, im Gegensatz zu Gregor Gysi und anderen während der Rosa-Luxemburg Demonstration nicht auch den Opfern des Stalinismus gedenkt,  störte niemanden.   Protest? Aufschrei? Petitionen? Doch nicht wegen Israel und den Gulag-Toten. Da ist doch Lanz ein viel schöneres Ziel, um sein Mütchen zu kühlen

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33 Kommentare zu “Lanz, Wagenknecht und bessere Gründe für eine Petition

  • #1
    Arnd

    Ich hab die Petition ja unterschrieben. Nicht wegen Wagenknecht. Sondern weil das dort gezeigte Verhalten zum Standardrepertoire von Lanz gehört, ganz unabhängig von der politischen Ausrichtung des Gastes.

    Vor allem habe ich aber unterschrieben, weil Lanz die Ruhr.2010-Show ruiniert hat!

    Sein Verhalten, als Assauer vom Tod seins Vaters erzählte, sagt mehr über Lanz aus, als jeder Ausfall Wagenknecht gegenüber.
    Aussauer erzählt: Vater im Krankenhaus sagt: „Rudi, ein Bier noch, dann ist es in Ordnung!“, Assauer rennt zum Kiosk, beide trinken das Bier, Vater schläft friedlich ein – einfach eine schöne und ans Herz gehende Geschichte. Wie reagiert Markus Lanz darauf? Kaum hat Assauer geendet brüllt Lanz: „So, jetzt kommen wir aber mal wieder zu was lustigem!“ Einen solchen Mangel an Empathie bei einem Talkshowmoderator halte ich für unerträglich. (Und ich kann mich noch immer richtig darüber aufregen!)

    Dieser Mann hat nichts im Fernsehen zu suchen, und wenn er über Sarah Wagenknecht stolpert, dann ist mir das auch Recht.

  • #2
    Helmut Junge

    Bin ich weltfremd? Ich habe den Namen Lanz vor diesem bedeutenden Medienereignis zumindest bewußt nie gelesen. Ich kannte den bisher einfach nicht. Schlimm?
    Vermutlich glaubt mir das nicht einmal jemand. Vielleicht liegt das daran, daß ich mich seit vielen Jahren diesen Plauderstunden verweigere.
    Seit Christiansen auf jeden Fall.
    Muß wohl mal wieder gucken, wenn das so spanend ist.

  • #3
    Nansy

    Wie hat der Blogger Stefan Niggemeier über Lanz und Hans-Ulrich Jörges in der Talkshow vermutet?: “..die beiden sich offenbar vorab zu einem Wettbewerb verabredet hatten, wer Wagenknecht schneller, lauter und dümmer über den Mund fährt”.
    Es geht hier auch um Gesprächskultur – auch weil sich solche Formate im Fernsehen immer schwerer damit tun. Lanz hatte Wagenknecht eingeladen und hat sie dann nicht zu Wort kommen lassen. Sie konnte fast keinen Satz und keinen Gedanken zuende bringen. Man könnte jetzt einwenden, wenn einem das nicht passt, kann man ja immer noch abschalten – ich sehe aber keinen Grund, warum man sich nicht mal gehörig darüber aufregen sollte.
    Aus diesem Grund hat sich wohl auch Frau Maren Müller aufgeregt und spontan eine Onlinepetition ins Leben gerufen – und war offensichtlich selbst erstaunt über den Zuspruch, den diese Petition gefunden hat.
    Jetzt wird sich darüber aufgeregt, dass man massenhaft gegen eine solche Schwatzsendung protestiert, während wichtige politische Themen einfach nicht wahrgenommen werden.
    Menschen wollen unterhalten werden, und wenn möglich mit einem Mindestmaß an Niveau und Anstand – das ist für mich eine gute Nachricht…

  • #4
    Walter Stach

    Erwähnesnwert, daß die TAZ(!!) im Ergenis ähnlich argumentiert wie Stefan Laurin -TAZ;24.1.S14 -taz2medien@taz.de ( Die „Petition“ ist fragwürdig.).

    Ich sehe mir die Talkshow von Lanz nie an. Ich habe also nur aus diversen Aufzeichnungen einen Eindruck davon gewinnen können.

    Mein Resümee:

    „Journalistisch unter aller Sau“ -bei Anwendung normaler Anforderungen an Journalismus, an den Gastgeber einer poltischen Talkshow.

    Als Entschuldigung für einen Journalisten kann und darf nicht gelten, daß die Befragte,daß ihre Partei Meinungen vertritt, die der befragende Journalist absolut nicht teilt.
    Von Sachverstand getragener, von Distanz zur Person und deren Meinung -positiv wie negativ,geprägter und um Erkärung/Aufklärung für die Zuschauer/Zuhörer bemühter Journalismus ist nun ‚mal etwas völlig anderes als das was Lanz abgeliefert hat.

    War Besseres zu erwarten?

    Da Lanz-Talkshows für mich ein Tabu sind, kann ich dazu nichts sagen.

    Warum wird Jörges vom STERN nicht in die Kritik einbezogen? Den habe ich im Gegensatz zu Lanz nun einige Male erleben und erleiden müssen -in Fernsehauftritten, in seinen STERN-Beiträgen-; ein stets besserwisserisch auftretener, arroganter Selbstdarsteller, regelmäßig mit Polemik und weniger mit Sachverstand präsent.

    Und nun die Petition kontra Lanz?

    Ich teile im Ergebnis die Meinung von Stefan Laurin.

    Ich halte es jedoch für legitim, wenn viele Menschen nicht bereit sind, diese Art von Journalismus als „normal und den Regel gemäß“ hinzunehmen, vor allem nicht in dem von ihrem Gebühren finanzierten öffentlich-rechtlichem ZDF.
    Massive Kritik an Lanz scheint mir danach duchaus begründet einschließlich der Frage, ob er als Gastgeber für eine politische Talkshow des ZDF hinreichend qualifiziert ist und dafüri muß, wie meine Recherchen mir gezeigt haben, nicht allein die Causa Wagenknecht herangezogen werden.
    Also statt Petition: Demnächst Lanz abschalten!!!

  • #5
    Jan

    Der Artikel spricht einen durchaus richtigen Punkt an. Ärgerlich ist aber, dass der Autor dann so tief sinkt, ein degradierendes Wort wie „Mikrofonhalter“ mit „italienisch“ zu attributieren. Foulspiel!

  • #6
    Edita

    Ich teile die Kritik an Sarah Wagenknecht. Neben der untragbaren Haltung Israel gegenüber, fischen Teile der Linkspartei ja auch mit nationalen Tönen wie den „Fremdarbeitern“, „Fremdstudenten“ versus dem deutschen Arbeiter und Studenten am rechten Stammtischrand. Trotzdem habe ich die Petition unterschrieben, denn es steht etwas drinnen, was leider im Empörungsdiskurs unter den Tisch zu fallen droht: Markus Lanz als Beispiel dafür, dass das öffentlich rechtliche Fernsehn nicht in der Lage ist „dem politischen Spektrum links von der Mitte mit einem Mindestmaß an Höflichkeit zu begegnen“. Während Sarrazin, Buschkowsky und Konsorten ihre Thesen quer durch die Medienlandschaft zirkulieren lassen, werden Thesen und Haltungen „links von der Mitte“ diskreditiert und kriminalisiert. Ich habe einfach die Hoffnung, dass die Begründung der Petition in dieser Weise dazu beiträgt, dass in Zukunft auch Haltungen „links von der Mitte“ als Ernstzunehmende diskutiert werden, auch wenn mir bewusst ist, dass das vermutlich nicht die Intention eines Großteils der Unterzeichner ist.

  • #7
    JoS

    Dass es bessere Gründe gegen Lanz gibt ist durchaus richtig. Andererseits hätte eine Petition gegen sämtliche Musikantenstadl auch ihre Berechtigung. In dieser Form aber gleich noch deine Ablehnung gegen Sahra Wagenknecht so zu artikulieren? Mir ist klar, dass du jeden Verstoß gegen das Völkerrecht gut heißt, solange er nur von Israel begangen wird. Aber du wirst sicher auch akzeptieren müssen, dass Menschen mit einer pazifistischen Grundeinstellung nicht für alte Strauss-Kumpel und Atomwaffenfreaks aufstehen. Das war ja schon fast Lanzjournalismus hier 😉

  • #8
    Martin Böttger

    In der Wirkung ist das Verhalten der Herren Lanz und Jörges die wirkungsvollste Werbung für die Linke und Wagenknecht. Denn erstens erzeugen sie Aufmerksamkeit, die sonst fehlen würde, zweitens schaffen sie Solidarität durch ihr flegelhaftes Benehmen und drittens ersparen sie der Linken inhaltliches Argumentieren, weil sie sie nur zeigen, aber nicht zu Wort kommen lassen (Mitleid mit dem Opfer!). Das ist das Optimum an Werbung, das für die Linke herstellbar ist.
    Wenn die CDU wirklich was gegen die Linke hätte, müsste der CDU-nahe Intendant Bellut also deswegen Lanz rauswerfen. Mein These ist jedoch: Die Linke mit der Strategie Wagenknechts ist genau das, was in Frau Merkels Machtstrategie passt. Darum wird sie so gerne eingeladen und so gerne schlecht behandelt. Sie selbst ist klug genug, das auch zu wissen. Und nimmt die zahlreichen Talkshoweinladungen zuverlässig an.
    Um diese politische Führung ist die Linke wirklich zu bedauern.

  • #9
    TuxDerPinguin

    Naja. Das „Interview“ mit Wagenknecht war ja nur Auslöser.
    Lanz galt schon immer als intelektuell… ähm… sagen wir wir, bemüht.

    Diese Austrahlung war aber wohl so plump, dass es alle Kritik an die Politik-Talkshows und die ÖffentlichRechtlichen insgesamt bindet.
    Alle Politik-Talkshows in ARD und ZDF könnten abgeschafft werden. Es geht nichts fruchtbares aus der Diskussion hervor. Zugleich werden gerne Proleten eingeladen, die nicht diskutieren wollen, sondern ihre Meinung herumgröhlen.
    Einziges positives Beispiel für Polit-Talkshows wäre für mich Unter den Linden auf Phoenix.

    Generell nähern sich die Öffentlich-Rechtlichen dem Niveau der Privaten immer mehr an. Das ist auch die Strategie dahinter, Moderatore wie Lanz oder Jauch oder… einzustellen. Die verdienen alle nicht schlecht. Daher kommt in die Kritik auch die Kritik an den Zwangsabgaben zu Vorschein. Man könnte sparsamer mit den Gebühren umgehen…

    Wenn Wagenknecht eine merkwürdige Meinung hat. Kann man das kritisieren. Man muss sie nicht wählen. Den Gebühren der ÖR kann man sich nicht enziehen, weshalb man da schon Ansprüche stellen kann, mal demokratisch angehört zu werden, wie mit dem Geld umzugehen ist.

    Die Petition ist natürlich auch irgendwie blöd. Aber da das ÖR die Boulevardisierung vorantreibt und keine sonstigen Beteiligungsmöglichkeiten hat, entlädt sich all die Wut eben in Petitionsform gegen einen (wohl das krasseste Beispiel) von vielen.

  • Pingback: Petition gegen Markus Lanz erreicht 150.000 Unterzeichner

  • #11
    Wolfram Obermanns

    Ob es sich bei den Unterzeichnern tatsächlich um eine Massenausbruch aus den Landeskrankenhäusern handelt wäre zu hinterfragen.
    Der Kommentar von Chritstian Tretbar im Tagesspiegel könnte aber auch richtig liegen, der als eigentliches Angriffsziel den Öffentlich Rechtlichen Schundfunk als Ganzes sieht und Lanz nur als Vehikel.

  • #12
    Jochen Hoff

    Ja, ja. Wenn einer auf die Linken haut, dann gefällt das dem Herrn Laurin. Das ist ok. Was aber nicht ok ist, das alle Bürger über eine Steuer diese Machenschaften auch noch finanzieren müssen. Genau darum geht es. Dieser Lannz wird vom Steuerzahler subventioniert und dann ist es richtig dafür zu sorgen, dass er gefeuert wird, wenn er nur blöde Propaganda betreibt. Jörges darf das. Der gehört zu Bertelsmann und damit ist klar wessen Lied er singt.

  • #13
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Jochen Hoff: Ich bin immer für Steuersenkungen und den Abbau von Subventionen – auch bei den Staatssendern. Schön, Sie auf meiner Seite zu wissen 🙂

  • #14
    Berlingonaut

    Durch verschiedene Blogs auf die Sendung aufmerksam geworden, habe ich sie mir gestern im Netz angesehen. Ansonsten meide ich Sendungen mit Lanz.

    Man kann zu Sahra Wagenknecht stehen wie man will, aber was Lanz und Jörges da veranstaltet haben, hat nichts mit einer Talkshow zu tun; das war gemeinsame Verabredung zwecks einer Hinrichtung. Beide sind überhaupt nicht auf Argumente und Antworten von Wagenknecht eingegangen und haben stattdessen versucht, sie durch unzählige Unterbrechungen und Beleidigungen („Stuss“,“Blödsinn“) aus dem Konzept zu bringen und öffentlich vorzuführen.

    Was sollte die unpassende Frage nach Wagenknechts Gehalt im EU- Parlament anderes bezwecken als dem Publikum zu suggerieren, dass es hier keiner Anwältin der kleinen Leute zuhört? Zum Thema passte die Frage jedenfalls nicht. Hätte es Lanz wirklich interessiert, hätte sein Rechercheteam es herausgefunden.

    Ganz gleich, wen Lanz und Jörges da malträtiert haben, so etwas gehört sich einfach nicht. Eine Talkshow lebt von Gesprächen; davon war in dieser Sendung wenig zu erkennen. Die Sendung hatte das Niveau einer nachmittäglichen Doku- Soap im Privatfernsehen. Und dafür möchte ich nicht auch noch Rundfunkbeitrag entrichten.

  • #15
    Helmut Junge

    Ich habe mir einen Teil der Aufzeichnung zu der Lanz-Sendung online beim ZDF angesehen. Jetzt kenne ich Herrn Lanz also und kann mitreden.
    Das aber scheint Lanz zumindest bei politischen Themen nicht zu können.
    Deshalb ist das Nichtausredenlassen eben seine persönliche Strategie mit unliebsamen Gästen, die sich ihrerseits gut artikulieren können, umzugehen.
    Kurz, der Mann ist Frau Wagenknecht einfach nicht gewachsen.
    Würde er der Sahra Wagenknecht solche Fragen stellen, bei deren Beantwortung sie ein Problem hätte, wäre das ok. und niemand würde ihn dafür schelten.
    Er hätte sein mögliches Ziel, diese Frau aus dem Ruder zu bringen, elegant gelöst.
    Das Problem hätte umgekehrt dann Wagenknecht.
    Dafür aber wird offensichtlich schon jemand anderes als Herr Lanz benötigt.
    Wenn es dem Sender mal gelingen sollte, eine Sendung auf solch hohem Niveau zu machen, guck ich auch wieder.

  • #16
    La Pulga

    Diese Sendung hat ganz klar Lanz‘ Grenzen aufgezeigt:
    „Polit-Talk-Shows“ kann er nicht. Er kann „Boulevard“: Betroffenheit suggerieren, populistische Fragen stellen und am liebsten noch eine Story von sich selbst erzählen, in der er mit seiner Eitelkeit kokettiert. Er versucht „Entertainment“.
    Lanz ist natürlich ein schlechter Moderator, denn ein guter nimmt sich zurück und stellt die Gäste in den Vordergrund bzw. moderiert – im wahrsten Sinne – die Diskussion, ohne seine eigene Meinung kundzutun.

    Doch ist das alles ein Grund, ihn abzusetzen?
    Müssen die Menschen, die vorgeben, einen größeren intellektuellen Horizont zu besitzen, die anderen unbedingt „zwangserziehen“?
    ÖR-Rundfunkgebühren hin oder her, die Menschen wollen ihn sehen. Denn die Quoten scheinen ja zu stimmen. Zumindest daraus lässt sich seine „Moderatoren-Berechtigung“ ableiten.

    Übrigens gibt es noch „gute“ Talkshows mit „echten“ Moderatoren:
    bspw. die Phoenix Runde und „Unter den Linden“ – beides ör. Rundfunk und somit gebührenfinanziert.

  • #17
    Al

    Es geht hier nicht um politische inhalte, daher ist eine kritik an wagenknechts politischer meinung irrelevant. Es geht darum dass,
    1. Lanz schlechten journalismus betreibt. 2. Sich zusammen mit einem anderen gast wagenknecht zur zielscheibe gemacht hat. 3. Dem anspruch offentlicher ssender debatten neutral zu gestalten nicht gerecht wird und daher gegen richtlinien verstoesst. 4. Dass die sendung chauvinistische zuege hatte

  • #18
    Helmut Junge

    @La Pulga,
    „Doch ist das alles ein Grund, ihn abzusetzen?
    Müssen die Menschen, die vorgeben, einen größeren intellektuellen Horizont zu besitzen, die anderen unbedingt “zwangserziehen”?“
    Ja! Muß!
    Und zwar, weil m.W. das staatliche Fernsehen einen Auftrag hat. Und der heißt nicht Unterhaltungsshows, sondern Information, Bildung, Kultur und auch Unterhaltung. Aber wegen der Einschaltquote konkurriert es mit den Privaten um
    Zuschauer. Das Rezept heißt dann „Niveau runter“. Aber das funktioniert nicht einmal, weil es eben immer mehr Zuschauer gibt, die gar nicht mehr einschalten, und es gibt auch immer mehr Zuschauer, die bei den Nachrichten abschalten, weil die wiederum schwieriger zu verstehen sind. So weit hat der jahrzehntelange seichte Einheitsbrei geführt. Wenn solche wie Lanz jetzt politische Sendungen auch noch runterziehen, ist das Werk fast vollbracht. Kann das gewollt sein, daß in Deutschland niemand mehr versteht, was die Politiker so treiben? Das ist nämlich die Konsequenz solcher Sendungen.
    Und wenn Sie annehmen, daß die Anhebung der Meßlatte eine Form von Zwangserziehung ist, gebe ich zu bedenken, daß die rauhen politschen und wirtschaftlichen reale Zusammenhänge noch viel komplizierter sind, als es die Tageschau darstellen kann. Aber da müssen wir schon noch einmal hinkommen, daß die wenigstens leidlich verstanden wird. Früher war das nämlich so.
    Dann kamen die Shows. Ein Showmaster der Fünfziger, oder anfang der Sechziger hat damals gesagt, daß er jede Sendung an einem aufgeweckten 11-jährigen testet. Wenn der etwas nicht versteht, müßte das geändert werden. Mir scheint, es ist offenbar nicht bei einem 11-jährigen gebleiben, wenn ich durch die Sender zappe. Da müssen auch 2-jährige dabei sein. Soll der Lanz doch so etwas machen.

  • #19
    Nansy

    Interessant finde ich, dass hier in den Kommentaren ein Wettbewerb stattfindet, der da lautet: „ich kenne Herrn Lanz nicht…“ oder „eigentlich schaue ich solche Sendungen überhaupt nicht“ oder „ich bin erst durch diesen Beitrag auf die Sendung gekommen“ –
    Und ich habe den Playboy früher nur wegen der interessanten Kurzgeschichten gelesen… 😉
    Aber gut, bevor sich jemand angegriffen fühlt – auch ich gehöre zu den Lanz-Verweigerern und kenne seinen Namen nur von einer früheren Sendung, die mir nur aus einem bestimmten Grund in Erinnerung geblieben ist:

    http://www.youtube.com/watch?v=YcJKeJnbl1o

    Und dafür bin ich ihm heute noch dankbar….

  • #20
    Arnold Voss

    Man kann Einladungungen zu Talkshows ablehnen und Fernseher abschalten. Das ist die einzige Strafe die Leute wie Lanz und Co ernst nehmen.

  • #21
    Klaus Lohmann

    Mein Gottchen. Ich hab in die Sendung reingesehen, fands total albern, ein echter „Wetten, dass“-Lanz halt, und hab dann wieder abgeschaltet. Die einzige Frage, die mir offen blieb, war: Wann geht Wagenknecht ins Dschungelcamp – so bemüht obercool, wie sie da tat?

    Diese tobsuchtsartige „Petition“, die dann lief, hake ich mal auf der Liste „12 Sachen, warum das Internet nie die Bedeutung haben wird, die manche Konsumenten ihm zubilligen möchten“ ab.

  • #22
    Tanja

    Das Bild zu diesem Artikel zeigt mehr als tausend Worte. eine einzige Frau und fünf Männer, von denen – wie wir wissen – zwei dann verbal auf sie einschlugen, wie Jörges, sie rede „Stuss“, und sexistische Sprüche ablieferten, wie Lanz, was sie „erregt“. Das alles, so kann man sagen, ist auch bei Jauch oder Plasberg kaum anders. Fast immer ist nur eine einzige Frau zu den Schlipsrunden zugelassen. Statt Respekt oder Anstand gegenüber Frauen anzumahnen, pöbelt der Autor, wenn er von ihr als einer „roten Dutt-Trägerin“ spricht. Ihm fehlen Petitionen gegen Frau Wagenknecht: „Merkwürdigerweise haben viele Aussagen von Wagenknecht in den vergangenen Jahren nicht für so einen Aufstand geführt“. Abgesehen von dem falschen Deutsch dieses Satzes: Seit wann vergleichen wir Äpfel mit Birnen, also Zwangszahlungen für einen flegelhaften Millionär mit Machoallüren, mit einer Protestaktion einer Politikerin gegen die Besatzungspolitik Israels? Wenn dem Autor daran gelegen ist: warum macht er denn keine eigene Petition für diese Politik, die von der UN immer wieder verurteilt wird? Wenn eine Frau Müller bei Lanz das kann? In Wahrheit scheint es ihm gar nicht darum zu gehen, sondern um pöbelhafte Diskriminierung von über 200.000 Unterstützern der Petition gegen die Zwangszahlung des flegelhafte Verhaltens eines „Journalisten“.

  • #23
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Tanja: Ich finde Antisemitismus nun einmal schlimmer als einen patzigen Moderator. Sie nicht.

  • #24
    Jochen Hoff

    @#23 | Stefan Laurin

    Ich finde es immer wieder toll wie gut in diesem Land die Antisemitismuskeule funktioniert. Ob man wirklich zur Antisemitin wird, weil mannach einer Propagamdarede von Simon Peres nicht jubenlnd aufspringt ist zumindest zweifelhaft.

    Aber für Herrn Laurin der ja hier sogar Werbung für Herrn Huch und die FDP zulässt, ist der Wunsch der USA und ihres Kettenhundes der israelischen Regierung natürlich Befehl. Da ist es völlig in Ordnung wenn das eine semitsche Volk namens Israel, das andere israelische Volk ausrottet, ihnen das Land stiehlt und sie vertreibt.

    In Israel selbst wird das zum Glück anders gesehen. Aber so Journalisten wie Laurin und Moderatoren wie Lanz haben ja schließlich die Aufgabe die Menschen zu manipulieren und nicht die Wahrheit zu schreiben. Bei Herrn Lanz bin ich mir sicher dass er sie auch nicht kennt, bei Herrn Laurin weiß ich es nicht.

  • #25
    Müller

    Und ich dachte immer Herr Hoff, dass die US-Regierung von Israel gesteuert wird. Das behaupten zumindest die üblichen Verdächtigen….

    Und by the Way die Palästinenser scheinen das einzige Volk zu sein, dass trotz 60 Jahren „Ausrottung“ durch die bösen Juden immer noch wächst. Irgendwas scheint an Ihrer Behauptung nicht zu stimmen.

  • #26
  • #27
    Martin Brandt

    Demokratie funktioniert nicht allein über ihre Institutionen, sondern auch über die Gesprächskultur im öffentlichen Raum. Nie hat sich nach einer der vielen schlechten Lanz Sendung so eine Lawine der Empörung gelöst. Die Menschen wissen ganz genau worum es hier geht. Das will kaum ein Journalist wahrhaben. Leider nur Georg Diez hat das Problem in seiner gesamten Dimension verstanden. http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/das-undemokratische-zdf-markus-lanz-und-sahra-wagenknecht-a-945361.html

  • #28
    Martin Brandt

    Ich finde es sehr beunruhigend, dass so viele Journalisten kein Problem damit haben, dass eine politische Diskussion im Fernsehen so eindeutig tendenziös, unfair, repressiv geführt wird. Das Verständnis von Demokratie ist in dieser Berufsgruppe offenbar unterentwickelter als im Rest von Deutschland. Beängstigend.

  • #29
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Hoff: Sie drehen wieder durch… Kommentar gelöscht und Tschüß…

  • #30
  • #31
    tomtom

    Wagenknecht war nicht ausschlaggebend. Zumindest nicht für mich. Das postdemokratische Gehampel des #Lanz ist ja schon länger ein Zeichen dafür, dass das Öffentlich-Rechtliche seinen Auftrag nicht nachkommt und mit Zahlungen an solche Wannabe-Journalisten unser Geld verschwendet.

    Der aktuelle Anlass mag klein gewesen sein, aber so ist das eben immer mit dem Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt.

  • #32
    Walter Stach

    -28-Martin Brandt
    Volle Zustimmung!!

    Aber, sh. – 30-Arnold Voss-: Das frage ich mich jeden Tag auf ein Neues.

    Gründe????

  • #33
    All

    Ich bin gerade zufällig über diesen Artikel gestossen, der besagt dass die EU Truppen nach Zentralafrika schickt. Ehrlich gesagt dachte ich auch dass der EU-militarismus eher wenig akut ist, anscheined nicht.
    http://www.aljazeera.com/news/africa/2014/01/un-approves-use-force-eu-troops-car-201412816928460281.html

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