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Loveparade: Zurücktreten wegen Vertuschungsgefahr

In Glaube, Sitte, Heimat | Am 25 Juli 2010 | Von Autorengruppe

Pressekonferenz auf der Medienbrücke, kurz vor der Liveschalte zum BILD-Stream: Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) nimmt in Gegenwart von Kreativitätschef Gorny und Spaßmaxe Pocher eine Prioritäts-SMS entgegen. rubapic

Sicher, heute kann niemand sagen wer persönlich die Schuld an dem Duisburger-Desaster trägt. Trotzdem gibt es einen Grund für Rücktritte: Vertuschungsgefahr. Von Stefan Laurin und Thomas Meiser

Welche Schuld trägt Duisburgs jovialer Oberbürgermeister Adolf Sauerland? Was hat Duisburgs Sicherheitsdezernent Wolfgang Rabe an Schuld auf sich genommen? Hat die Polizei versagt? Die Veranstalter? Die Ruhr2010 GmbH? Das alles werden wir erst in Wochen, wenn nicht in Monaten wissen.

Auf der Pressekonferenz vorhin haben einige der Verantwortlichen deutlich gemacht, dass sie auf Zeit spielen. Das kann gelingen.

Aber das darf nicht gelingen.

Unabhängig von jeder juristischen Schuld, deren Feststellung einer genauen Prüfung bedarf, müssen Verantwortliche wie Sauerland, Rabe oder der faktische Polizeichef Detlef von Schmeling die politischen Konsequenzen tragen.

Und mit ihrem Rücktritt vorbehaltlose Ermittlungen erst ermöglichen.

Wer das Ruhrgebiet kennt, und das darf man uns getrost unterstellen, kennt den Filz, der das Revier bedeckt.

Dieser geht über Parteigrenzen, vermischt sich mit den Behörden und zahlreichen Unternehmen.

Wer es hier schafft, nach einer Katastrophe die ersten Tage zu überstehen und das Heft in der Hand zu behalten, hat gute Chancen durchzukommen – und die Abschlussberichte und die Ermittlungen in seinem Sinne zu beeinflussen.

Bauernopfer werden nach vorne geschickt und später für ihre Treue belohnt.

Im Ruhrgebiet hat man immer noch gute Gründe gefunden, Versager nicht in die Wüste zu schicken und Verantwortlichkeiten klein zu reden.

Deshalb müssen jetzt die Konsequenzen gezogen werden. Das ist die Grundlage der Aufklärung.

Alle Folgen der historischen PK, in der sich die für die Loveparade-Katastrophe in Duisburg Verantwortlichen der Welt lächerlich machen -  hier (6 von 6).

Und dann würden wir gern noch eines wissen:

Wer war dafür verantwortlich dafür, dass im VIP-Bereich die Party weiterging?

Dass die Lauschepper weiter lustig saufen konnten nach der Katastrophe?

Die Loveparade nicht sofort zu beenden – das mag auch sicherheitstaktischen Gründen die richtige Entscheidung gewesen sein.

Den B-Promis hätte man den Spaß-Stecker ziehen können.


/Ach ja, wer uns zu dieser Sache, deren Vertuschung damit begonnen hat, daß keine Verantwortung übernommen wurde von welchen Zuständigen auch immer, was mitteilen will

- die Tür für Whistleblower ist wie immer offen.



49 Kommentare und 9 Ping(s) zu »Loveparade: Zurücktreten wegen Vertuschungsgefahr«

  1. #51 | hans sagt am 27. Juli 2010 um 21:43

    Den OB von Duisburg mit Morddrohungen zu bombadieren spricht ja wieder für das asoziale Verhalten unserer Spaßgeneration!!!
    So ein tam tam zu machen. War halt ein Unglück. Und aus diesen Fehlern werden alle beteiligten in Zukunft lernen!
    Die Verantwortlichen zu bedrohen ist asozial!!!
    Wer trauert um die hungernden Kinder in Afrika????
    Haiti ist auch schon wieder vergessen!!!

  2. #52 | Stefan Laurin sagt am 27. Juli 2010 um 21:48

    @Hans: Die Morddrohungen sind natürlich kriminell und nicht zu entschuldigen. Aber “war halt ein Unglück” trifft es ja wohl absolut nicht. Die Menschen durch so einen Tunnel zu treiben, Rückstaus nicht einzukalkulieren ist kriminell. Die Menschen in Duisburg sind ja nun einmal nicht durch einen Kometeneinschlag gestorben – das wäre ein Unglück, für das niemand etwas kann.

  3. #53 | Arnold Voß sagt am 27. Juli 2010 um 21:58

    @ Hans

    “….Haiti ist auch schon wieder vergessen!!!”

    Und ihr Comment hoffentlich bald auch. Oder würden sie denselben Mist schreiben, wenn ein ihnen nahestehender Mensch unter den Toten gewesen wäre?

  4. #54 | Herjeh2010 sagt am 27. Juli 2010 um 23:23

    Ein Unglück ist m.W. erst dann ein Unglück, wenn kein Fremdverschulden vorliegt. Solange also die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts auf fahrlässigeTötung ermittelt, ist es demnach kein Unglück.

  5. #55 | Duisburgs wertloser Heuking-Bericht | Ruhrbarone sagt am 4. August 2010 um 18:57

    [...] 25. Juli habe ich geschrieben, dass die Vertuschungsgefahr Grund genug für den Rücktritt (nicht nur) von OB Adolf Sauerland [...]

  6. #56 | “Damit bleibe ich OB der Stadt Duisburg!” – Ein Trauerspiel sagt am 13. September 2010 um 23:31

    [...] der Loveparade, über schnelle, nötige Konsequenzen aus diesem schrecklichen Ereignis schrieben (KLICK HIER). Dem Sinn nach hiess es [...]

  7. #57 | Loveparade, Adolf Sauerland und Duisburgs Image | Ruhrbarone sagt am 15. Januar 2011 um 12:08

    [...] Einen Gedanken will Duisburgs OB Adolf Sauerland in dem Interview zum schlechten Ruf Duisburgs gar nicht erst aufkommen lassen: Dass er  ein Teil des Problems ist und nicht ein Teil seiner Lösung. Duisburgs Ruf ist auch ruiniert, weil diese Stadt von charakterlosen Gestalten regiert wird, von denen Sauerland die erbärmlichste ist. Sein Verweis auf die Ergebnisse der staatsanwaltlichen Ermittlungen, die er abwarten will zeigt das sehr genau. Verantwortung ist dieser Gestalt fremd. Nach den 21 Toten der Loveparade gab es für ihn nur eine Möglichkeit, seiner Stadt einen Dienst zu erweisen: Der sofortige Rücktritt. [...]

  8. #58 | Überflüssige Sorgen um Duisburg sein Image | Ruhrbarone sagt am 30. März 2011 um 06:36

    [...] ist  Oberbürgermeister wie Adolf Sauerland. Er sich weigerte sich nach der Loveparade-Katastrophe die politische Verantwortung zu übernehmen und machte [...]

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