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Moskitos Essen: Zäher Pflichtsieg beim Tabellenschlusslicht

Das Eisland Farmsen: Heimstätte der Hamburg Crocodiles. Und von der Optik her in den Sommermonaten auch für den örtlichen Schützenverein interessant. (Foto: Simon Ilger)

Das Eisland Farmsen: Heimstätte der Hamburg Crocodiles. Und von der Optik her in den Sommermonaten auch für den örtlichen Schützenverein interessant. (Foto: Simon Ilger)

Nach dem zähen Spiel gegen die Piranhas aus Rostock am vergangenen Freitag am heimischen Westbahnhof ging es für die Mannschaft von Frank Gentges nach Hamburg zu den Crocodiles. Das Truppe aus der Hansestadt ist abgeschlagen Tabellenletzter und damit war die Favoritenrolle klar verteilt. In den letzten Wochen hatten die Mücken jedoch häufig wenig Glück beim Abschluss und mit einer besseren Chancenauswertung wäre es heute nicht mehr nur noch um den undankbaren neunten Platz gegangen. Ohne Unterstützung aus Köln und Düsseldorf ging es für die Moskitos an die Elbe, aber auch die Crocodiles gingen arg dezimiert in das Spiel. Beide Trainer konnte nur drei Reihen aufbieten. Auf Essener Seite war erneut Melvin Schumacher aus dem DNL2-Team mit an Bord.

Das Spiel beginnt wie erwartet. Die Moskitos spielen sich bereits in den ersten Minuten einige Möglichkeiten heraus, sind vor dem Tor aber zu unkonzentriert um zählbares daraus zu machen. Auf Hamburger Seite passiert nach vorne recht wenig bis zur siebten Minute. Enrico Saccomani sitzt auf der Strafbank, da knallt der Puck an den Pfosten des von Justin Schrörs gehüteten Tores. Den ca. 20 mitgeresiten Essener Fans schwante böses. Wie so oft in den letzten Spielen war man in der Torschussstatistik deutlich überlegen, auf der Anzeigetafel spiegelte sich dies jedoch nicht wieder. In der elften Minute spielen die Stechmücken in Überzahl und Jan Barta kann das 0:1 erzielen. Bereits zwei Minuten zuvor geschieht jedoch ebenfalls berichtswertes. Erneut verletzt sich einer der Linesmen in einem Spiel der Moskitos. Nachdem letztes Wochenende Denis Nimako das Eis vorzeitig verletzungsbedingt verlassen musste, blieb den Unparteiischen heute erneut nichts anderes übrig, als das Spiel zu zweit zu leiten. Der Rest des ersten Drittels verläuft so wie die letzten Wochen. Die Essener stehen mehrfach in guter Position vor Elmar Trautmann im Hamburger Tor, sind aber nicht in der Lage den Puck im Netz unterzubringen. In der 19. Minute sollte es sich dann in Form von Stefan Gebauer rächen, welcher den Ausgleich erzielt. Mit einem 1:1 geht es in die Kabine.

Auch im zweiten Drittel ist Essen das spielbestimmende Team und in der 24. Minute ist es Michal Velecky, der die erneute Führung erzielen kann. Ein schön herausgespieltes Tor, beginnend bei Maik Klingsporn, der die Scheibe aus der Verteidungszone zu Cornelius Krämer ins Mitteldrittel spielt, welche diese direkt zu Velecky weiterleitet. Der Essener Top-Scorer fährt mit dem Puck ins Hamburger Drittel und will die Scheibe unten rechts ins Tor schießen. Nahezu alle Anwesenden vermuten, dass der Puck an den Schoner von Trautmann ging, nur die beiden entscheidenen Herren und schwarz und weiß sind anderer Meinung und entscheiden auf Tor. Glück für Essen. Spielmittelpunkt ist weiterhin das Hamburger Verteidigungsdrittel, jedoch kommen die Crocodiles nun besser ins Spiel und setzten Justin Schrörs das ein oder andere Mal unter Druck. In der 30. Minute zieht Tobias Brazda von der blauen Linie ab, Andrej Bires hält seinen Schläger in den Schuss und fälscht unhaltbar ab. Wer nun aber hoffte die Essener würden den Sack nun zu machen, der irrte. Rene Wegner saß auf der Strafbank als die Moskitos in einem erneut unterirdischen Powerplay die Scheibe unnötigerweise an der Hamburger blauen Linie verlieren. Tobias Bruns kann allen Essener Verteidigern davonlaufen, lässt Schörs keine Chance und erzielt den zweiten Hamburger Treffer an diesem Abend.

Frank Gentes scheint passende Wort in der zweiten Drittelpause gefunden zu haben, zumindest kommt seine Mannschaft höchstmotiviert aus der Kabine. Für die Crocodiles gilt jedoch das gleiche, die Hamburger wittern ihre Chance. Insgesamt ist das Spiel zu beginn des dritten Drittels recht ausgeglichen. Gute Chancen auf beiden Seiten und ein guter Justin Schrörs im Essener Tor hält mehrfach die knappe Führung für sein Team fest. Mücken-Coach Gentges wird langsam ungehalten hinter der Bande. In der 50. Minute sitzt Stefan Gebauer auf der Stafbank und die Moskitos zeigen, dass sie doch noch Tore schießen und Powerplay spielen können. Ganze 16 Sekunden benötigen Enrico Saccomani und Michal Velecky um Cornelius Krämer vor dem Hamburger Tor freizuspielen, sodass dieser die Scheibe nur noch über die Liene schieben muss. Aufgegeben haben sich die Crocodiles dennoch nicht, immer wieder überwinden sie die Essener Defensive und stellen Schrörs auf die Probe. In der 53. Minute macht Andrej Aires den Sack dann aber zu und erzielt nach einem schönen Alleingang das 2:5.

Laut Crocodiles-Coach Sven Gösch sahen die 201 Zuschauer in Hamburg-Farmsen heute ein überragendes Oberliga-Spiel. Die Meinung dürfte sein Essener Pendant nicht teilen. Frank Gentges ließ sich bei dieser Aussage während der Pressekonferenz nach dem Spiel auch nur zu einem kurzen Lächeln hinreißen. Die Moskitos treffen zwar weiterhin das Tor nicht, gewinnen nun aber mittlerweile zum Glück wieder, allerdings hatten die Gegner an diesem Wochenende auch anderes Format als die in den letzten Wochen. Fazit aus Sicht der Stechmücken muss sein: drei weitere Punkte für die Festigung des neunten Tabellenplatzes. Dadurch, dass die Rostocker heute zuhause gegen die Indians aus Hannover verloren haben, beträgt der Abstand auf das Team von der Ostsee nun sechs Punkte bei einem Spiel weniger für die Essener. Am kommenden Freitag ist man erneut Favorit, die Beach Boys vom Timmendorfer Stand kommen an der Westbahnhof. Das Hinspiel an der Ostsee gewann man mit 5:1. Eine deutliche größere Herausforderung steht dem Team und Kapitän Jan Barta dann am kommenden Sonntag bevor. Der unangefochtene Tabellenführer aus Duisburg empfängt die Moskitos zum Revierderby im heimischen Fuchsbau. Dass die Füchse – obgleich sie einsam ihre Bahnen an der Tabellenspitze ziehen – nicht unschlagbar sind, haben Barta und Co in dieser Saison bereits zwei Mal bewiesen. Aktuell ist man gegen die Füchse noch ungeschlagen. Am Westbahnhof ist man sich einig: das soll so bleiben.

Tore:
0:1 (10:13) Barta (Velecky, Saccomani) PP1
1:1 (18:36) Gebauer (Michalek, Varianov)
1:2 (23:35) Velecky (Krämer, Klingsporn)
1:3 (29:27) Bires (Brazda, Barta)
2:3 (36:59) Bruns (Turek, Bär) SH1
2:4 (49:46) Krämer (Saccomani, Velecky) PP1
2:5 (52:46) Bires (Hildebrand, Brazda)

Strafen:
Hamburg 12 – Essen 6

Zuschauer:
201

 

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