44

Wir sind die Guten und kämpfen gegen … die anderen Guten!

Sind Netzfeministinnen Feministinnen? Katrin Rönicke erklärt´s. (Foto: privat)

Sind Netzfeministinnen Feministinnen? Katrin Rönicke erklärt´s. (Foto: privat)

Feminismus – Es gibt vier Themen, die hier zu maximalen Klickzahlen führen: Nazis, Piraten, Pazifismus und Feminismus. Gerade letzteres Thema ist immer wieder Gegenstand erbitterst, unsachlicher und ausuferndster Debatten, wie ich selbst leidlich erleben durfte. Umso froher bin ich, mit Katrin Rönicke eine ausgewiesene Expertin für einen zweiteiligen Beitrag gewonnen zu haben, der sich mit dem Verhältnis von Feminismus zu Netzfeminismus beschäftigt. Unlängst erschien ihr Buch „Bitte freimachen„, von dem wir je ein Exemplar verlosen (Ende des Artikels). Nun ab schweigt der mittelalte, weiße Mann und läßt Katrin Rönicke zu Wort kommen. (sb)

von Katrin Rönicke

Warum der Netzfeminismus zugleich Segen, wie auch Fluch ist – Katrin Rönicke über ihre Erfahrungen in der feministischen Netzszene und welche Schlüsse sie daraus für ihre digitale Arbeit gezogen hat.

Wie alles begann

Im Jahr 2001 gründete Lauren Bruce in den USA eines der bis heute wichtigsten feministischen Medien im Netz, die Website Feministe. Dort grübelte sie über verschiedene feministische Praxen, das alltägliche Leben, Klassenwidersprüche, Popkultur, Teenage-Schwangerschaften und vieles mehr. Damit ist Feministe eines der ältesten feministischen Blogs, die wir kennen. Ein paar Jährchen später kamen die Dinge so richtig ins Rollen, das Web 2.0 entfaltete seine Wirkung. Frauen wie Jill Filipovic oder Jessica Valenti begannen, diese neuen Medien zu nutzen um feministische Texte dort zu veröffentlichen. Für sie war das Blog der Anfang, über Feminismus zu schreiben. Einfach so, ohne eine besondere Reputation vorher dafür zugestanden bekommen zu haben. Sie hatten etwas zu sagen, schrieben es auf und die ganze Welt konnte mitlesen, wenn sie wollte. Jill Felipovic ist ebenfalls eine Autorin von Feministe, wo sie seit 2005 über Konsenspraktiken, Vergewaltigungen, internationale Frauensolidarität und viele andere Themen schreibt. Jessica Valenti startete im Jahr 2004 die Plattform Feministing und setzte mit “Full Frontal Feminism”, einem Buch über die Notwendigkeit von Feminismus für junge Frauen, eine neue Welle des Feminismus in den USA in Gang. Man kann es also nicht anders sagen: Für den Feminismus war das Netz ein Segen!

Auch hier

2008 fing ich an bei der Mädchenmannschaft zu bloggen, die damals von den drei Autorinnen des Buches „Wir Alphamädchen“ betrieben wurde. Susanne Klingner, Barbara Streidl und Meredith Haaf hatten mit diesem Buch versucht, den Begriff „Feminismus“ von den vielen Vorteilen, Klischees und Stigmata zu befreien, die ihn umgaben. Durch die drei verstand ich, dass der Begriff nicht nur wegen der langen Geschichte der Frauenbewegung nicht einfach so verworfen werden sollte (da man diese dann gleich mit verwirft), sondern dass weltweit Frauen und Männer mit „Feminism“ eine Bewegung vernetzten, deren Anliegen es vor allem ist die Geschlechterbeziehungen in der Gesellschaft sowohl politisch, als auch wirtschaftlich und im Sozialen ins Gleichgewicht zu bringen. Die Autorinnen zeigten etliche Punkte auf, an denen das bis 2008 noch nicht so war: In den Medien, in den Betten, im Internet, in der Politik – eigentlich quer durch die gesamte Gesellschaft. Und sie fingen an zu bloggen, denn täglich trafen sie auf Meldungen, die nicht in das Buch passten, also griffen sie diese in der Mädchenmannschaft auf, die 2007 als Nebenprodukt gegründet wurde und bis heute existiert. Ich wurde mit offenen Armen aufgenommen als ich fragte, ob ich mitschreiben dürfte.

Unsere Arbeit bei der Mädchenmannschaft bestand sehr bald nicht nur aus dem Bloggen, sondern wir hatten in den traditionellen Medien unseren Platz, wir saßen auf Podien und wir diskutierten 2009 zum ersten Mal auf der re:publica über feministische Netzkultur. Von dort begann eine neue Welle der Vernetzung in Deutschland. Es gründete sich die Gruppe „Girls on Web Society“, die Bloggerinnen vernetzte und heute mehr als 1.000 Mitglieder hat. Es wurde das Gender Camp aus dem Boden gestampft, ein Barcamp zur feministischen Vernetzung. Und die Mädchenmannschaft wuchs. Neue Autorinnen kamen hinzu, die mit genauso offenen Armen empfangen wurden und einfach drauflosschrieben. Es war Magie in der Sache. Doch all das funktionierte nur, weil wir einander vertrauten. Wir vertrauten darauf, gemeinsame Ziele zu haben und vertrauten darauf, dass bestimmte Werte wie Vielfalt, gegenseitiger Respekt und Offenheit geteilt wurden.F-Word

Zersplitterung

Was dann passierte ist rückblickend schwer in Worte zu fassen, zumal ich keine objektive Beobachterin bin, sondern eine am Konflikt Beteiligte. Das Ergebnis ist jedenfalls, dass der Netzfeminismus in viele kleine Teile zerfallen ist, dass Konflikte schwelen und viele Leute miteinander nicht nur nicht reden, sondern sich aktiv aus den fraktionierten Bereichen der ehemals gemeinsam agierenden Szene ausschließen. Barbara, Susanne und ich verließen 2011 wegen eines extrem groß gewordenen Misstrauens gegen uns die Mädchenmannschaft, die seither komplett andere Wege geht. War sie einst ein auf den Mainstream gerichtetes Medium, so ist sie nun davon abgekommen. Sprache, Stil und Themen orientieren sich stark an einer linken, radikalen Zielgruppe. Lange Zeit setzte man vor allem auf Angriff, statt Dialog – wie es heute ist, kann ich nicht beurteilen, da ich schon lange nicht mehr mitlese.

Es ist auch nicht so sehr von Bedeutung, wer was genau wann gegen wen gesagt hat und wo die Konfliktlinien verlaufen. Interessant ist, dass dieses Phänomen kein Einzelfall ist – die Geschichte passierte auch in den USA. Laut einem Artikel in The Nation mit dem vielsagenden Titel „Feminism’s Toxic Twitter Wars“ betraf es die Vorreiterinnen von Feministing genauso wie die Gründerin der unglaublich tollen Plattform Jezebel, Anna Holmes, genauso wie frische Gesichter und marginalisierte Gruppen. Schwarze und transgender Bloggerinnen schilderten darin, dass sie vor jedem Blogpost Angst hätten, dass andere Feministinnen wegen einer Ungenauigkeit oder einer unbedachten Ausdrucksweise darüber herfallen könnten. Anna Holmes, die Jezebel 2010 verlassen hat, gibt darin zu Protokoll, dass sie heute keine solche Webseite mehr gründen würde, da die weibliche Blogosphäre sich „sehr viel mehr wie eine abgeschottete, abwehrende und morsche Umwelt anfühlt“. Was es ziemlich gut trifft – auch hierzulande. Jan Böhmermann brachte es einmal mit den Worten auf den Punkt:

Das Gute an diesem modernen Feminismus ist ja, dass man außerhalb des Internets überhaupt nichts von ihm mitbekommt.

Elefant

Spricht man mit Feministinnen aus der Frauenbewegung der 70er und 80er Jahre, dann schlagen diese nicht selten die Hände über den Kopf, wenn man ihnen von diesen Entwicklungen erzählt. Eine Bekannte von mir ist Gründerin und Geschäftsführerin eines größeren Frauenkultur- und Bildungszentrums einer großen Stadt. Sie meinte kopfschüttelnd, sie habe gehofft, die Zeiten in denen sie vor jeder Rede in der Szene sich habe entschuldigen müssen, dass sie heterosexuell und weiß und Mittelschicht und was nicht alles sei, seien vorbei. Aber genau diese Zeiten sind wieder da. Unter dem sogenannten „Privilegien“diskurs verstehen manche, dass jene, die man als „privilegiert“ ausmacht, nicht das gleiche Recht zu sprechen hätten, wie jene, die man als „marginalisiert“ kennzeichnet. Die Grenzziehungen hier können ziemlich willkürlich verlaufen. Entscheidend ist, dass diese „Identitätenpolitik“ vor allem darauf abzielt, die sozialen, psychischen und ethnischen Hintergründe schwerer wiegen zu lassen, als das was eine zu sagen hat. Die Mädchenmannschaft schmiss aufgrund dieser Logik eine Autorin raus: Auf dem fünften Geburtstag des Blogs, eine Veranstaltung, die ein Mix aus Workshops und Party war, gab es einen Workshop von einer der Autorinnen der Mädchenmannschaft, Hannah Wettig. Sie ist professionelle Journalistin und als solche regelmäßig in Nord-Afrika unterwegs. Die arabische Revolution hat sie vor Ort miterlebt und so bot sie einen Workshop zur Rolle der Frauen in den Arabischen Revolutionen an. Im Nachhinein warf man ihr vor, dass eine Weiße hier über die (nicht anwesenden) arabischen Frauen geredet habe. Dies sei Rassismus.

  – Ende Teil 1 (weiter geht´s am Donnerstag – unter der Titel „Alles wird zum Ismus“) –

 Verlosung: Wenn ihr ein Exemplar von Katrin Rönickes Buch „Bitte freimachen“ gewinnen wollt, schickt eine Mail! Der Gewinner wird am Donnerstag bekannt gegeben.

RuhrBarone-Logo

44 Kommentare zu “Wir sind die Guten und kämpfen gegen … die anderen Guten!

  • #1
    Samuel

    Sehr schöner Text der die Problematik aufzeigt, aber andererseits auch zeigt, dass eine Feministin wie Katrin trotzdem nicht aufhört für die Sache einzustehen, trotz dieser merkwürdigen Leute, die sich dort rumtreiben. Feminismus ist halt nicht gleich Feminismus und wer ihn aufgrund irgendwelcher dummen Leute per se verteufelt, der ist auch nicht besser. Das ist ungefähr so, als würde man sagen, die komplette SPD sei wie Thilo Sarazzin.

  • #2
    Nina

    Sachlicher Beitrag, ich bin gespannt auf Teil 2.
    Was allerdings "die Sache" sei, die mein Vorkommentator anpreist, ist mir nicht klar. Schaue ich mich im Netz um begegne ich oftmals einem wirren Mix meist junger, akademischer Frauen die sich mal über das Diktat der Körper-Enthaarung aufregen, mal über Krieg und Gewalt gegen Frauen bloggen um im nächsten Moment wieder die böse, böse Porno-Industrie an den feministischen Pranger zu stellen und verbal zu exekutieren.
    Ich bin keine Feministin (mehr) und ich möchte es auch nicht mehr sein. Es muss ein komplett neuer Begriff her und eine neue Lobby aus Männern und Frauen, die die Verbindung zwischen den einzelnen Gewaltformen_physisch und strukturell_aufzeigen. Gewalt ist immer vergesellschaftet und betrifft Männer wie Frauen gleichermaßen.

  • #3
    Sebastian Klein

    Gottseidank, endlich mal ein paar differenziernde, nachdenkliche und vorallem selbstkritische Worte aus dem Feminismus. Als Außenstehender kann man bei vielem, was sonst aus dieser Sphäre publiziert wird nur die Hände über dem Kopf zusammenschlagen: Dogmatisch, ideologisch, kritik- und dialogunfähig versucht man, die Definitionen von Rassismus und Sexismus so weit umzudefinieren, dass man sich an einem einfachen Feindbild abarbeiten kann. Das man dabei selbst einer unerträglichen sexistischen und rassistischen Doppelmoral auferliegt wird billigend in Kauf genommen, denn Schuld am Elend der Welt ist derjenige, der das Pech hatte auf weißer, heterosexueller Mann auf die Welt zu kommen. Aber Gnade dir Gott, wenn du unter einem so von Sexismus strotzendem Artikel den kleinen Hinweis gibst, dass es im Sinne des Anti-Sexismus/Anti-Rassismus möglicherweise nicht so klug ist, pauschalisierende Ausagen über Menschen zu treffen, bloß aufgrund gewisser Attribute…..

  • #4
    John Dean

    Fraktionskämpfe, rigides Meinungsklima, Ideologisierung bis hin zu Dogmatismus, Aggression an Stelle von effektiver Bündnispolitik: All dies gibt es auch in anderen Politikbereichen.

    Manchmal habe ich allerdings den Eindruck, als interessierter Beobachter, dass diese Prozesse im aktuellen Netzfeminismus etwas stärker ausgeprägt sind, und dies, obwohl hier zumeist in besonderer Weise auf Vielfalt gesetzt wird. Vielfalt ist ja grundsätzlich nicht der schlechteste Ansatz – und sollte tendenziell zur Toleranz erziehen, imho. Nur, woher rührt der Knatsch, woher rühren die teils intensiven und gleichwohl überraschenden Abgrenzungsprozesse und warum – vielleicht täusche ich mich auch in meiner Beobachtung – warum ist all dies bei den Vertreter/innen des Netzfeminismus besonders stark ausgeprägt?

    Ich glaube, das könnte damit zu tun haben, dass Feminismus für feministische Aktivistinnen sehr oft tatsächlich "mehr" ist als dies für andere Politikbereiche üblich ist: Philosophischer Überbau (bis dahin, dass fast alle ! Erscheinungen des Lebens unter feministischer Perspektive betrachtet werden), Live-Style (pardon – durchaus nicht despektierlich gemeint), Quelle der persönlichen Sinngebung (also Antwort auf die Frage: "Wofür lebe ich – wohin strebe ich?"), Identiätsangebot (!) und bei einigen Aktivistinnen auch eine (teils vermutlich notwendige) Abgrenzungsstrategie gegenüber dem Rest der Gesellschaft.

    Dieses "mehr" und auch die deutlich umfassende Betroffenheit zentraler Bereiche des eigenen Lebens von der gewählten feministischen Perspektive macht es den Beteiligten, glaube ich, schwieriger, mit gegensätzlichen Ansichten locker umzugehen. Die verschiedenen Feminismen bieten tatsächlich eine ungeheure Tiefe und Durchdringung von noch so nebensächlichen Alltäglichkeiten, dass hier eine gewisse Gefahr bestehen könnte, dass "alles und jedes" in besonderer Weise aufgeladen wird und sich zur Konfliktquelle auswachsen kann.

    Ob nun lautes Sprechen (von nicht- oder weniger Privilegierten), ob es die Gruppenzusammensetzung und ihre Themensetzungen betrifft, ob es die Gesprächspartner sind ("Was?? Du redest mit <i>dem</i>?), ob es Bündnispolitik ist, die eigene Sexualität, psychische Probleme, der bzw. die jeweilige Partner/in, die eigene Schreibweise, die Musik, die mensch mag. Auch die Sprache und die Art und Weise, wie mensch über Dinge spricht, wird vom modernen Third Wave-Feminismus intensiv betrachtet und kritisiert. Nach meinem Verständnis geht das mitunter so weit, dass von einem regelrechten "Sprachfimmel" vieler moderner Feministinnen gesprochen werden kann, einer sogar massiven Überbewertung von Sprache und von Formulierungen, ja fast sogar von einem magischen Glauben an Sprachzauber. Ich hoffe, ich täusche mich da, denn das wäre in doppelter Hinsicht verhängnisvoll: Weil es am Ende, über den Umweg einer rigide gehandhabten Sprache, viele Menschen ausgrenzt und einen falschen Schwerpunkt setzt, und sogar so weit reichen kann, dass feministische Aktivistinnen sogar den Habitus eines Mc Carthy entwickeln, auf der steten Jagd nach Sprachabweichlern und anderen furchtbaren Missetätern. Im Ergebnis ergibt sich dann ein rigides Meinungs- und Sprachklima, das ausgrenzt und zudem kaum noch anschluss- und bündnisfähig ist zum Rest der Gesellschaft.

    Diese Gefahr sehe ich jedenfalls.

    Es gibt in einer von Feminismus durchdrungenen Aktivisten/innen-Welt im Grunde genommen nichts, was vor Konflikten bewahrt wäre. Keine Freundschaft, keine Freizeitaktivität, keine einzige persönliche Ansicht, und sei es die eigene Vorliebe für die Band Depeche Mode: bei der in dahingehend bemühter feministischer Analyse vor allem die Lachhaftigkeit melancholischer junger Männer heraus gefunden werden kann. Irgendwie scheint moderner Feminismus eine besondere Begabung zu haben, andere Dinge (und zwar nicht nur Männer und das, was diese treiben) vor allem schlecht zu finden und abzuwerten. Die moderne feministische Aktivistin steht also ständig vor dem praktischen Problem, irgendetwas "falsch" zu machen.

    Vielleicht ist es so, dass bestimmte Formen von Feminismus, und hier besonders bei aktivistischem Netzfeminismus, eine gewisse Tendenz zu Totalität (die sich aus dem "Alles durchdringen durch feministische Perspektiven" ergeben kann) und Unverträglichkeit gibt.

    Wie gesagt, ich bin nur interessierter Beobachter – und habe oft den Eindruck, dass die jungen Feministinnen es sich oft genug auch selber schwer machen. Ob die Mädchenmannschaft, die hier von der Autorin angesprochen wurde, die vielleicht wirklich auch als besonderes und typisches Beispiel taugt, heute ein offenes und einladendes Gesprächsklima hat und bei der weniger feministischen Restgesellschaft erfolgreich für die eigenen Anliegen und Sichtweisen wirbt, davon mag sich ein jeder Mensch eine eigene Meinung machen.

    Ich wäre hier aber sogar überrascht, wenn die heutigen Betreiber mit dem heutigen Stand zufrieden wären – jedenfalls gemessen am Maßstab, ein offenes Gesprächsklima zu ermöglichen, bei dem das eigene Anliegen erfolgreich beworben wird.

    Hinzuweisen ist aber auch, unter welchen Stress (und das ist noch ein sehr verharmlosendes Wort, denn es gibt regelrechte Bedrohungen) die Betreiber derartiger Webangebote gesetzt werden, von Seiten gekränkter Männer (oder gar echten Antifeministen) und anderen Menschen.

    Das macht es effektiv schwer – und trägt dann vermutlich nicht zu knapp zur Radikalisierung und zu einem aggressiven Grundton bei. Wer ständig angegriffen wird, wird – oft jedenfalls – wehrhaft. Oder sogar rigid.

    Nur, ist dies genau das Bild, das "der" (genauer gesagt, die etwas radikaleren Spielarten) Feminismus von sich haben möchte?

  • #5
    Feministin

    Tja, Feminismus muss halt Eier abschneiden, sonst ist er nicht wirklich echt. Das, was Rönicke macht, ist Labelfeminismus, ein Business Model. Sie wäre ehrlicher, wenn sie es Frauenpolitik nennen würde. Das macht die Leute wohl so sauer auf sie, außerdem hat sie gewisse Debatten, die zum Bruch mit der Mädchenmannschaft führten, natürlich verschwiegen.

  • #6
    Davbub

    @ # 5: "Tja, Feminismus muss halt Eier abschneiden, sonst ist er nicht wirklich echt."
    Das ist der Feminismus, wie man ihn kennt & liebt: Bevormundend, herabwürdigend, hochnäsig.

    "… außerdem hat sie gewisse Debatten, die zum Bruch mit der Mädchenmannschaft führten, natürlich verschwiegen…"
    Nee, ehrlich? Erzähl mal….

  • #7
    Sebastian Klein

    Wunderbar, diese Doppelmoral. Schreib mal auf Mädchenmannschaft, ein gesellschaftliches Problem würde behoben, wenn es nur gelänge, die ganzen Titten raus zu halten.

    Bemerkenswert, diese kognitive Disonanz. Anti-Sexismus, anti-hatespeech predigen, aber Eier abschneiden wollen….

  • #8
    Rainer Möller

    Außerordentlich vernünftig. Diese Kritik der Identitätspolitik mit ihrer Gegenüberstellung von "privilegierten" und "marginalisierten" Kollektiven kenne ich sonst von der amerikanischen Rechtsopposition.
    Und wenn wir diese Kritik nun auf die Identitätspolitik "marginalisierter" Rassen und Volksgruppen übertragen?

  • #9
    Rainer Möller

    Nebenbei: das Thema "Wir sind die Guten und kämpfen gegen die anderen Guten" ist schon mal literarisch bearbeitet worden. Von G.K. Chesterton ("The man who was Thursday").

  • #10
    Nina

    John Dean, das sind interesante Gedanken. Und sachlich und respektvoll formuliert. Genau das vermisse ich bei meinen gelegentlichen Streifzügen in die virtuellen Welten des Feminismus und auch bei den wenigen Feministinnen, mit denen ich persönlich hin und wieder zu tun habe. Die jungen Frauen bis 30 erlebe ich manchmal als schrecklich weise, in der Tat haben sie zu alles und allem eine feststehende Meinung, die sie vehement und reflexhaft wiederholen. Das verlässliche Amen in der Kirche ist nichts dagegen! Andere Meinungen oder Gedanken werden persönlich genommen. Das erlebe ich auch regelmäßig, wenn ich mich im Netz an Diskussionen beteilige. Wer andere Gedanken hat, der wird persönlich angegriffen (nicht auf der sachlichen Ebene) und von einem Rudel homogener Studierter und Überengagierter angegangen. Das hat mit Diskussionskultur nichts zu tun.

  • #11
    Christian Szymanek

    Natürlich spaltet sich der Feminismus und die einzelnen Ableger bekriegen sich. Das kennt man ja von Religionen.

    Wahrscheinlich ist die ganze Welt gynozentrisch. Der Westen ist es aber auf jeden Fall. Feminismus hat schon nur Sonderrechte gefordert, als es um das Wahlrecht ging, welches immer auch den meisten Männern vorenthalten war, wenn Frauen nicht wählen durften. Parallel erwartete niemand von den Frauen, ihr Leben in Kriegen zu lassen, wie es die Männer zu Millionen taten. Frauen trugen nur hin und wieder die Konsequenzen einer Niederlage.

    Mit Vorbildern wie Jessica „ich bade in Männertränen“, „wir hassen keine Männer, das würde aber keinen Unterschied machen“ Valenti, zwingt mich der Artikel nicht gerade, meine Meinung über Feminismus zu ändern.

    Jeder der nicht für Menschenrechte einsteht, sondern mir weiß machen möchte, man dürfte das nicht so weit fassen, oder es reiche aus, sich nur auf eine Gruppe zu fixieren, oder man könne „aus historischen Gründen“ auch ruhig mal Leute im hier und heute im Regen stehen lassen, wird meine Unterstützung nicht erhalten.

    <a href="https://youtu.be/_JJfeu2IG0M">Was passiert, wenn sich eine ehrliche Philosophin mit Feminismus beschäftigt.</a>

    <a href="https://youtu.be/ePCMMFJIolo">Möchte man den linken, autoritären Feminismus verstehen, muss man Bell Hooks kennen.</a> Frau Wizorek ist auch ein Fan.

  • #12
    keineEigenverantwortung

    Was motiviert eigentlich Frauen, sich an solchen Aktivitäten zu beteiligen?

    Die großen Themen sind in Deutschland seit Jahren abgearbeitet. Jetzt geht es nur noch um das Sichern von Geldtöpfen und Jobs.
    => Viele Diskussionen, wenig INhalt

    Die großen Probleme bzgl. Gleichberechtigung etc. in der Welt werden von den dt. Feministinnen ignoriert.

  • Pingback: | Ruhrbarone

  • #14
    Vollständig

    @ #6:
    <blockquote cite="Das ist der Feminismus, wie man ihn kennt & liebt: Bevormundend, herabwürdigend, hochnäsig."/>
    Wenn ich mir den den zitierten Kommentar anschaue, dann felht in dieser Liste eindeutig noch "gewalttätig."

  • #15
    IRL

    Seien wir doch mal ehrlich , diese Debatten finden mit gutem Grund ausschließlich online statt.
    Es ist mehr als augenscheinlich.

    Frau gehe mal mit der "Eier abschneidenden" Version des Feminismus in die echte Welt.
    Der vorige Erwerb von Katzen und Eiscreme wird empfohlen.

    Die seltsam anmutenden Blüten, die einige Ableger des modernen Feminismus (überwiegend online) getrieben haben, resultieren in einer sehr weit gehenden gesellschaftlichen Diskreditierung des ganzen Projekts, was für den Rest von uns absolut zu bedauern ist.

    Einfacher Test: in Gesprächen mal ein paar Marker aufblitzen lassen. Feminismus. Religion. Was politisches, evtl. Kommunismus. Kaum einer Überzeugung wird so automatisch mit Augenrollen und Gesprächseinstellung begegnet wie dem Feminismus. Das war mal anders, zumindest in meiner Wahrnehmung.

    Wie das Frauen weiterbringen soll, ist mir schleierhaft.

  • #16
    Nina

    @keineEigenverantwortung
    Ihre Frage "Was motiviert eigentlich Frauen, sich an solchen Aktivitäten zu beteiligen?" macht mich nachdenklich. In Deutschland geht es uns sehr gut, wenn ich mir andere Länder ansehe, da möchte ich nicht leben… Tätliche Gewalt_gegen Frauen_ und sexuelle Gewalt ist in vielen Ländern leider weitaus gravierender vertreten als hier.
    Ich weiss jetzt nicht, welche Aktivitäten Sie meinen, aber aus meinem Alltag kann ich Ihnen sagen, dass es nahezu täglich passiert, dass man als Frau angepfiffen, angeschnalzt, blästigt, begutachtet wird. Dass Männer anzüglich grinsen während sie einen selbstverständlich und breit genüsslich taxieren.
    Das ist das, worunter ich persönlich am meisten leide-die ständige Exponiertheit im öffentlichen Raum.
    Wenn man das jeden Tag erlebt und konstant über viele Jahre, dann sieht man das nicht mehr als einzelnen Kavaliersdelikt. Es ist ein strukturelles Problem. Und es geht um Verfügungsmacht letztendlich über den weiblichen Körper oder auch über den feminisierten (ein "femininer Mann" erlebt das Gleiche auf der Straße).
    Frauenquoten indes interessieren mich persönlich weniger. Ich bin in einer Branche mit einer nahezu 100 %igen Frauenquote tätig, so what. In den Vorstand von Siemens hat es mich nie gezogen und Chefinnen sind nicht besser als Chefs.
    Das Thema strukturelle Gewalt, das betrifft ja Frauen wie Männer gleichermaßen, es stellt sich nur anders dar und an dem Punkt müssten eigentlich beide zusammen nachdenken, wie man aus dieser Spirale rauskommt. So etwas wie Feminismus scheint mir global absolut notwendig, auch in Deutschland, aber ich wünschte mir einen anderen Namen dafür und eine andere Lobby.

  • #17
    Helmut Junge

    @IRL "Frau gehe mal mit der "Eier abschneidenden" Version des Feminismus in die echte Welt."
    Ich vermute, daß sie von denjenigen, denen man das bereits angetan hat, nicht mehr viel zu befürchten hätte.
    Allerdings sind diese "Männer" dann auch keine große Hilfe, falls sie pro-feministisch sein sollten.
    Und Hilfe haben die Feministinnen immer gebraucht. Und zwar von Männern, die Sympathien für die damalige Forderung nach Gleichberechtigung aufbrachten, und die Frauen mit ihren Stimmen und ihrem Einfluß unterstützten. Wie hätte es ohne Mehrheitsbildung mit den Männern auch nur einen Hauch von der heute erkennbaren Emanzipation geben können.
    Allerdings spaltet sich jede Bewegung auf und bildet manchmal radikale Flügel, die aber immer weit im Abseits stehen und keine Hilfe in der eigentlichen Sache sind. Aber lautstark sind sie allemal.

  • #18
    IRL

    @Nina
    re: Exponiertheit im öffentlichen Raum
    Die von ihnen geschilderten Vorkommnisse sind nicht justiziabel.
    So man dieses Phänomen als ein aktiv zu bekämpfendes voraussetzt, was schwebt Ihnen da methodisch vor? Der britische Ansatz?

    @Helmut Junge
    Ich bin mir nicht sicher, dass es sich um den gewöhnlichen Flügelkampf politischer und gesellschaftlicher Bewegungen handelt.
    Mir will viel mehr scheinen, dass bei schwindender Legitimität mit steigender Agitation auf immer kleiner werdende Ziele geschossen wird. Wenn der moderate Flügel zum Status Quo wird, braucht man ihn dann noch als separates Konstrukt?
    Analog kommt mir die Anti-Atomkraft-Bewegung in den Sinn.

  • #19
    Kai V

    Sehr geehrte Frau Rönicke,
    Ich finde es sehr interessant, dass Sie Sich zum einen auf eine Kontinuität des Feminismus berufen, weshalb sie eine neue Begriffswahl für Ihre politischen Aktivitäten ablehnen („dass der Begriff nicht nur wegen der langen Geschichte der Frauenbewegung nicht einfach so verworfen werden sollte“), aber sich hier im Artikel über die Auswüchse genau dieses Feminismus aufregen. Ihre Bekannte, „Gründerin und Geschäftsführerin eines größeren Frauenkultur- und Bildungszentrums“, hat doch den alten Feminismus in genau gleicher Weise erlebt wenn Sie schildert „sie habe gehofft, die Zeiten in denen sie vor jeder Rede in der Szene sich habe entschuldigen müssen, dass sie heterosexuell und weiß und Mittelschicht und was nicht alles sei, seien vorbei“. Doch dieser Feminismus er hat sich nicht geändert, genau diese Auswüchse der Version 2.0 des Feminismus sind es doch, die wir heute bekämpfen.
    Die SPD, insbesondere die Juso’s und auch die Grünen z. B. kennen (einseitig) quotierte Redelisten, wo dann meist Männer, weil häufiger als Parteimitglied in Versammlungen vertreten, eben nicht mehr reden dürfen wenn vor ihnen 2 (oder 3) Männer geredet haben und sich keine Frau mehr meldet. Um es im Netzjargon auszudrücken, sozusagen die Version 1.0 von Mansplaining. Sie wollen nicht „die sozialen, psychischen und ethnischen Hintergründe schwerer wiegen zu lassen, als das was eine zu sagen hat“ aber beim Geschlecht hat der Feminismus genau dafür gekämpft. Sorry, ich verstehe nicht ganz, was Sie als Autorin hier anprangern? Sind es die Geister die ich rief, oder wollten Sie nur spielen und sind dabei gebissen worden aber alle anderen die gebissen wurden sind nicht ganz so schlimm? Es sind genau diese fashoiden Tendenzen die den Feminismus, egal in welcher Version und egal zu welcher Zeit, so gefährlich machen. Bei der Frauenrechtsbewegung, die um die Jahrhundertwende aufkam, ging es um das Wahlrecht, aber niemals um die Wehrpflicht. Frauen durften also darüber mitbestimmen ob, wann und unter welchen Bedingungen Männer in den Krieg ziehen, blieben aber selber schön zuhause.
    Bei der Version 2.0 des Feminismus ging es um die rechtliche Gleichberechtigung von Frauen, aber niemals um die der Männer. Auch deshalb hat z. B. eine feministische Verfassungsrichterin (Jutta Limbach) betont, dass eine Ungleichbehandlung z. B. im Sexualstrafrecht verfassungskonform ist. Vor unserem Grundgesetz sind alle Menschen gleich, doch „Art. 3 Abs. 2 und 3 GG ist auf diese Bestimmung des Sexualstrafrechts nicht anwendbar“. Huraa!!! http://www.bundesverfassungsgericht.de/entscheidungen/rk19990322_2bvr039899.html
    Und noch unverhohlener geht es in der Version Feminismus 3.0 zu, wo sich dann z. B. Quotenjuristinnen mit feministischem Netzwerk darüber auslassen das zwischen männlicher und weiblicher Genitalverstümmelung ein Unterschied besteht, weil die weibliche Genitalverstümmelung der Unterdrückung der Frau dient, die männliche hingegen nicht, wie die Damen zu dieser Auffassung geraten, egal. Nicht egal hingegen ist, dass eine Straftat immer strafbar ist, egal aus welchem Grund sie ausgeübt wird, die Gründe für diese Tat können nur strafmindernd sein. Und dieser Beispiele gibt es viele beim neuen bunten (Netz-) Feminismus.

    Sie Frau Rönickehaben sich, so scheint es, am Scheiterhaufen auf dem unser Rechtsstaat und unsere Demokratie dem Feuertod übergeben werden sollen, verbrannt. Sie schreien hier, der Scheiterhaufen ist gut, aber können wir ihn nicht so einrichten das ich mich nicht daran verbrenne.

  • #20
    IRL

    @Kai V
    "Feuertod unserer Demokratie", hottens des net a Nummer kleiner?

    Ja es gibt da Themen über die geredet werden muss, wo übers Ziel hinausgeschossen oder nur einseitig (und somit ungleich) gehandelt/reglementiert wurde.
    Aber überbordernde Rethorik ist da wenig hilfreich. Und zum Thema Beschneidung, ich unterstelle doch mal, dass sie anerkennen, dass (selbst wenn man beide ablehnt) zwischen beiden ein signifikanter Unterschied besteht?

  • #21
    Vollständig

    @20:
    Also ich erkenne das nicht an.
    Die mit Abstand häufigste Art der weiblichen Beschneidung (Typ I) ist mit der männlichen Beschneidung durchaus sehr gut vergleichbar.

  • #22
    Kai V

    Liebe IRL,

    ich hätte auch noch ne Nummer grösser gekonnt, denn in meinen Augen gehört der ganze feministische Haufen vom Verfassungsschutz beobachtet. Ich weiß nicht wie Sie darüber denken wenn feministische Verfassungsrichterinnen meinen im Sexualstrafrecht Unterschiede zwischen Geschlechtern machen zu müssen. Wenn Verfassungsrichter glauben ein Loblied auf die Mutter singen zu müssen um ein gemeinsames Sorgerecht (natürlich gegen den bösen Vater) zu verhindern etc. Oder wie bei Genitalverstümmelung einen Unterschied zwischen den Geschlechtern zu machen, so offenkundig, dass es schon krank ist oder wie z. B. Schwarzer, die Unschuldsvermutung bei Vergewaltigung am liebsten abschaffen wollen. Die Liste kann jederzeit beliebig erweitert werden.

    Und ja, es gibt bei der Beschneidung einen kleinen Unterschied, während z. B. weibliche Genitalverstümmelung auch bei einer symbolischen Beschneidung (WHO Typ 4 Genitalverstümmelung – Sonderformen) also z. B. das einstechen der Klitorisvorhaut verboten ist und diese auch unter absolut hygienischen Bedingungen gerügt wird, oder die weibliche Typ 1a Verstümmelung (ganze oder teilweise Beschneidung der Klitorisvorhaut) ebenso in anderen Ländern gerügt wird (diese häufigste weibliche Beschneidungsform (80 bis 90% der weibl. Beschneidungen) wird von Ärzten oftmals mit der männlichen Vorhautbeschneidung verglichen) , ist es unserer Regierung augenscheinlich scheissegal wenn allein in Südafrika jährlich hunderte von Jungen an einer WHO Typ 1a Genitalverstümmelung sterben oder z. B. in Australien Typ 3 Beschneidungen (öffnen der Harnröhre) an Männern vorgenommen werden… Oder meinten Sie mit kleinem Unterschied dass der Eingriff einer Typ 1a Beschneidung bei einer Frau wesentlich geringer ist wie bei einem Mann, weil einfach weniger Vorhaut da ist? Oder das unsere feministische Lobby die weibliche Genitalverstümmelung zu einem Riesenfass aufgeblasen hat, während es bei Jungen ja nicht ganz so schlimm ist, ein Indianer kennt ja keinen Schmerz…

    Bitte klären Sie mich auf…
    Ansonsten die Klassifizierung laut WHO ist für FGM hier zu finden, die MGM findet man leider nur nach längerer Suche, weil ja nicht ganz so schlimm…
    http://www.who.int/reproductivehealth/topics/fgm/overview/en/

  • #23
    Nina

    @IRL
    #18
    "@Nina
    re: Exponiertheit im öffentlichen Raum
    Die von ihnen geschilderten Vorkommnisse sind nicht justiziabel.
    So man dieses Phänomen als ein aktiv zu bekämpfendes voraussetzt, was schwebt Ihnen da methodisch vor? Der britische Ansatz?"

    Nun ja, einiges ist nicht justiziabel, das hält mich nicht davon ab, es zu ändern. 😉
    Zum Thema: Britischer Ansatz sagt mir leider nichts. Kurze Info Ihrerseits erbeten.
    Diese strukturelle Exponiertheit, auch als Street Harrassment bekannt, ist ein grundlegendes Problem. Was diesem "Phänomen" zugrunde liegt…. oh, oh, da begebe ich mich auf dünnes Eis. Ich habe Vermutungen, persönliche und berufliche Empirie, aber ob das stimmt kann ich nicht sagen. Ich vermute, dass der Durchschnittsmann ein Augenmensch ist. Das ist ein Fakt (den ich annehme). Er reagiert impulshaft auf den Anblick primärer und sekundärer Geschlechtsmerkmale sowie auf "feminine" Accessoires wie Absätze, Strümpfe etc. Ob angeboren oder über Sozialisation oder beides ist mir dabei egal-ich nehme dies wahr und im Übrigen lebe ich davon (Branche: Sexarbeit). Das bewerte ich nicht und sehe da auch kein Problem. Problematisch wird es, wenn dieser Durchschnittstyp draussen auf der Straße sich nicht diskret verhält (wie so viele andere) und schweigend genießt, sondern wenn er glotzt, taxiert, Ficki-Ficki-Gesten macht, hupt, schnalzt, brüllt, schmatzt, dich mit Blicken auszieht. In dem Moment bist du als Frau nur eine Fläche der Verfügbarkeit. Der Kontext ist hier ebenfalls entscheidend, geht es nicht um eine einmalige Erfahrung sondern um tagtägliches Negativ-Erlebnisse.
    Was schwebt mir methodisch vor? Ehrlich gesagt fängt es bei der Erziehung an. Ich würde mich freuen, wenn dies Teil der Sexualerziehung wird. Dass Jungs und Mädchen in der Schule in Projektwochen auch gesagt wird hey, es ist ok, wenn ihr Pornos guckt, denn Jungs sind Augenmenschen. Für Frauen gibt es auch Pornos, aber meist haben sie einen anderen Bezug zum Sex. Sie sind weniger Augenmenschen, ihr Sex ist ein Gesamtkonzept. Jungs dürfen gucken, aber bitte glotzt nicht zu sehr, so dass sie sich unwohl fühlt und ruft ihr nicht blöd hinterher.
    Ich könnte mir auch Plakat-Kampagnen vorstellen gegen Street Harassment, ABER die machen nur Sinn, wenn sie positiv sind und die Leute da abholen, wo sie sind.

  • #24
    John Dean

    @ Kai V

    "Quotenjuristinnen"?

    Was für ein niveauloser Ausdruck!

    Kai, der Fünfte, kann es sein, dass Sie mit Frauen ganz allgemein ein Problem haben, zumindest jedenfalls dann, wenn diese eine Meinung vertreten, welche nicht Ihre eigene ist? Oder gehören Sie vielleicht zur Gattung der Maskulinisten, welche aus gekränkten männlichen Stolz, aus Ignoranz und aus fehlenden Urteilsvermögen heraus gerne jedes Thema kommentieren müssen, welches sich mit Feminismus beschäftigt?

    Das wäre ja schade – denn es würde bedeuten, dass Sie nicht lernfähig sind – und ein ständiges "Angefressensein" der Hauptgrund ist, warum Sie irgendwelche Artikel kommentieren.

    Tatsächlich, auch wenn dies die zumeist brunzdummen maskulinistische niemals (!) begreifen werden, gibt es zwischen der weiblichen Genitalverstümmelung und der männlichen Beschneidung massive Unterschiede. Auch Sie wollen das nur einfach nicht wahr haben. Warum eigentlich?

    Es ist doch leichxt zu begreifen, dass es massive Unterschiede gibt zwischen a) einen Eingriff, der das sexuelle Empfindungsvermögen vollständig (!) beseitigt und b) einen Eingriff, der das sexuelle Empfindungsvermögen i.d.R. nur etwas verringert (was die Sache immer noch nicht zu einer Harmlosigkeit macht, imho). Der Unterschied zwischen Totalzerstörung und Einschränkung eben. Und auch der Unterschied zwischen einer brutalen Unterdrückungstechnik und einer – unter Betäubung erfolgten – tendenziell eher harmlosen religiösen Tradition.

    Der Unterschied ist in der Tat groß – was natürlich noch lange nicht bedeutet, die Beschneidung von männlichen Kindern/Jugendlichen gut zu heißen.

    Aber über diese fundamentalen Unterschiede wollen Sie weder etwas lesen, noch sich inhaltlich damit auseinander setzen, und schon gar nicht können Sie es ertragen, wenn eine Juristin (pfui! eine Frau!) diese Unterschiede in Worten erklärt, die Ihnen offenkundig deutlich zu hoch sind. Es mag sogar sein – ich kenne Ihre "Quotenjuristen" nicht – dass diese die Beschneidung von Jungen in ihren Auswirkungen bzw. in der juristischen Bewertung verharmlost, bzw. einfach anders bewertet als Sie es tun. Oder – doppelt pfui! – dass diese Juristin zugleich eine Feministin ist, welche im politisch-rhetorischen Überschwang die männliche Beschneidung für komplett egal hält.

    Da mag es an dieser Stelle, wo Sie als Person quasi selbst betroffen sind, als Mann also, evtl. eine falsche Bewertung gegeben haben, eine empfindliche Stelle zumal, wo sich ihr männlicher Stolz getroffen massiv gefühlt haben mag. Aber eine Gleichsetzung dieser beiden Eingriffe, in ihrer Bedeutung für die Betroffenen, das ist mit Abstand der größere Klopps, ganz egal, was diese "Quotenjuristin" auch geschrieben haben mag.

    So entsetzlich brunzdumm bzw. ignorant, wie es so mancher Maskulinist es zweifelsfrei ist, war diese Frau dann doch nicht. Oh, und im Grunde genommen müsste ich meinen Kommentar zu Ihrem Kommentar sogleich umschreiben, weil er nämlich in Reinform einen Fehler enthält, den kämpferische bzw. radikale Feministinnen mitunter auch machen:

    Er ist an einigen Stellen womöglich kränkend – mag in der Sache sogar recht haben – und verfehlt auf diese Weise sein Ziel. Vielleicht ist auch ein tiefer liegender Grund, nämlich das mitunter zurechte Empfinden von Diskriminierten (hier: politisch aktiven Frauen), das Empfindung einer Kränkung (z.B. wie oben gut beschrieben durch taxierende Blicke im öffentlichen Raum), welche das Auftreten entsprechender Aktivistinnen prägt.

    Und wie prägt es? Möglicher Weise zu Teilen eben auch ungut, in einer Haltung nämlich, wo durchaus auch mal gerne "zurückgekränkt" werden möchte (siehe Beispiel der Kommentarin, die über "Eier abschneiden" als ideale Stilvorgabe für politische Aktivität im Feminismus sprach) bzw., was auch nicht immer gut kommt, wo von Beginn an die eigene Betroffenheit und Gekränktheit den Diskurs prägt.

    Das macht es dann für alle Beteiligte schwieriger – deutlich schwieriger z.B. einen guten Dialog zu finden, schwieriger, Bündnisgenossen zu finden, schwieriger auch, sich untereinander zu verständigen usw. Umgekehrt steigt vor dem Hintergrund derartiger Schwierigkeiten ggf. die Veranlassung, mit Feindbildern zu operieren ("Maskus"), und auch dort, wo das ausgesprochen unangemessen ist.

    Denn kaum etwas eint untereinander mehr als ein gemeinsames Feindbild. Nur, leider gibt es so manchen Haken an dieser Sache. Zum Beispiel dieser:

    Diskurse, die von Feindbildern bestimmt sind, führen selten zu guten Ergebnissen.

    (das gilt auch für Maskus)

  • #25
    Kai V

    @JohnDean
    „Kai, der Fünfte, kann es sein, dass Sie mit Frauen ganz allgemein ein Problem haben, zumindest jedenfalls dann, wenn diese eine Meinung vertreten, welche nicht Ihre eigene ist? Oder gehören Sie vielleicht zur Gattung der Maskulinisten, welche aus gekränkten männlichen Stolz, aus Ignoranz und aus fehlenden Urteilsvermögen heraus gerne jedes Thema kommentieren müssen, welches sich mit Feminismus beschäftigt?“
    Kann sein, kann aber auch nicht sein. Aber egal was ich hier antworte, Sie Herr JohnDean, werde ich mit Sicherheit nicht von meinen Absichten überzeugen können. Warum sollte ich es also versuchen?
    „Tatsächlich, auch wenn dies die zumeist brunzdummen maskulinistische niemals (!) begreifen werden, gibt es zwischen der weiblichen Genitalverstümmelung und der männlichen Beschneidung massive Unterschiede. Auch Sie wollen das nur einfach nicht wahr haben. Warum eigentlich?“
    Brunzdumm? Schöne Wortwahl… Natürlich gibt es Unterschiede zwischen weiblicher Genitalverstümmelung und männlicher Beschneidung, das kapieren auch brunzdumme maskulistische (fehlt da ein Wort?). Die weibliche FGM findet an einer Vagina statt, die männliche FGM an einem Penis. Ansonsten kann man zwei Eingriffe so nicht miteinander vergleichen, kommt es doch darauf an unter welchen hygienischen Bedingungen sie vorgenommen wurden, wie umfassend der Eingriff ist etc. etc. etc. Man kann aber den Umfang und die Folgen solcher Eingriffe vergleichen. Die Klitorisvorhaut hat bei der Frau den gleichen Zweck wie die Penisvorhaut beim Mann. Sie dient dazu die Klitoris vor äußeren Reizen zu schützen und sie feucht zu halten, auch viele brunzdumme maskulistische Verbande wie der der Kinderärzte sehen dass z. B. so.
    http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/55142/Kinderaerzte-fordern-Schutz-von-Jungen-vor-Beschneidung
    Hieraus:
    „Der entsprechende Beschluss macht aber auch deutlich, dass der Gesetzgeber Jungen und Mädchen unterschiedlich behandelt“, sagte BVKJ-Präsident Wolfram Hartmann. Er verwies darauf, dass das Gesetz Mädchen vor Veränderungen an den Genitalien, unter anderem auch schon vor einer nur teilweisen Entfernung der Klitorisvorhaut schütze. „Diese Vorhaut ist das Gegenstück zur Vorhaut der Jungen – deren Beschneidung ist kürzlich ausdrücklich legalisiert worden“, sagte Hartmann.
    Hartmann, ein brunzdummen maskulinistische irgendwas… Mr. JohnDean, gerne können wir diskutieren, wir können uns auch gerne beleidigen oder sonst was. Doch falls Sie Sich anstatt zu beleidigen für das Diskutieren entscheiden sollten, wäre es von Vorteil sich an Fakten zu halten. Ich gebe zu, beleidigen ist da irgendwie einfacher, da man nur über eine ausreichende Anzahl von Schimpfworten verfügen muss, nicht aber über Argumente und Fakten. Übrigens ist die Beschneidung der Klitorisvorhaut (die auch in einigen muslimischen Glaubensrichtungen gefordert wird) die weltweit häufigste Form. Und es gibt auch brunzdummen maskulinistische Juristen, die hier die Hände über dem Kopf zusammenschlagen:
    http://www.beschneidung-von-jungen.de/home/gesellschaftliche-aspekte-der-beschneidung/beschneidung-und-recht/eschelbach-kommentar-zu-223-stgb.html
    http://www.beschneidung-von-jungen.de/home/gesellschaftliche-aspekte-der-beschneidung/beschneidung-und-recht/fischer-becksche-kurzkommentare.html
    etc. etc. etc.
    Wenn also vom Umfang vergleichbare Eingriffe einmal gesetzlich zugelassen werden weil es sich um Jungen handelt, und direkt danach ein Gesetz erlassen wird, dass diese Eingriffe ausdrücklich verbietet, wenn es sich um Mädchen handelt, dann ist das natürlich nicht eine Ungleichbehandlung vor dem Gesetz, sondern brunzdummen maskulinistische irgendwas. Wenn ausgebildete Juristinnen (Künast, Witzorrek-Zeul etc.) dann darauf hinweisen, dass es, selbst wenn die beiden Eingriffe vom UMFANG vergleichbar sind, sie trotzdem unterschiedlich zu behandeln sind, weil die Beschneidung von Mädchen ja ihrer Unterdrückung dient, und ich dieses als vorsätzlichen Verfassungsbruch von Quotenjuristinnen kritisiere, dann bin ich ein brunzdummen maskulinistische irgendwas… LOL
    Herr JohnDean, nochmals zum mitschreiben: Die Tat an sich ist Strafbar, nur das Motiv kann zur Straffreiheit führen! Deshalb sind beide Gesetze nicht mit unserem juristischem Selbstverständnis, noch mit unserer Verfassung vereinbar!

    In einem anderen Beitrag schreiben Sie:
    „Hinzuweisen ist aber auch, unter welchen Stress (und das ist noch ein sehr verharmlosendes Wort, denn es gibt regelrechte Bedrohungen) die Betreiber derartiger Webangebote [Anm: z. B. Mädchenmannschaft] gesetzt werden, von Seiten gekränkter Männer (oder gar echten Antifeministen) und anderen Menschen.“
    Genau das bemerkt die obige Autorin ja, das sie von Feministinnen angefeindet wird, weil sie sich erdreistet ihre Meinung zu sagen, obwohl sie weiß, hetro, nicht behindert etc. ist…

    Sehr geehrter Herr JohnDean, danke für die ausführliche Charakterstudie Ihrer Person, die sie hier ungefragt vorgelegt haben!

  • #26
    John Dean

    @ Kai, der Fünfte

    Es sollte Ihnen Sorge bereiten, dass Ihr Urteil über "Charakterstudien" auf so dünnem Eis gelagert ist. Es mag Sie ja ärgern, dass ich Maskulinisten für brunzdumm halte – und das auch sage. Nicht gesagt habe ich, dass Sie einer sind, obwohl Ihre Wort- und Themenwahl durchaus Hinweise darauf gibt.

    Aber dennoch fühlen Sie sich beleidigt. Interessant. Waren Sie es nicht, der eine Juristin, die eine andere Auffassung als Sie vertrat, gleich mal als "Quotenjuristen" herabgewürdigt haben? Sollten Sie also tatsächlich ein Maskulinist sein, seien Sie – in Bezug auf Ihre Standpukte – meiner Verachtung sicher.

    Im Übrigen sind Sie, beim Reiten des für Deutschland eher unbedeutenden Themas Vaginalverstümmelung nicht mit einer Silbe auf mein zentales Argument eingegangen. Oder aber, das fände ich dann allerdings erschütternd, Sie gehen tatsächlich davon aus, dass die klassische Vaginalverstümmelung in etwa das Gleiche beim Opfer bewirkt wie eine hierzulande i.d.R. unter Betäubung und unter hygienischen Bedingungen stattfindende Beschneidung von Jungen.

    Sie setzen das gleich. Und wenn jemand (z.B. die Juristin oder ich) diese Gleichsetzung für unzutreffend erklärt, dann reagieren Sie beleidigt.

    Verzeihen Sie bitte, aber ein derart grob falscher Standpunkt schafft nicht gerade Vertrauen in Ihr Reflektionsvermögen. Kann es sein, dass Sie in Bezug auf das Thema Genitalverstümmelung persönlich betroffen sind? Und könnte es sein, dass dieses Thema, in Bezug auf das Ausgangsthema (Netzfeminismus in seinen verschiedenen Varianten) ziemlich unbedeutend ist, und zwar ganz unabhängig von Ihrer persönlichen Betroffenheit?

    Ja, ja, ich weiß: Für Sie ist die weibliche Genitalverstümmelung und die männliche Beschneidung im Wesentlichen völlig identisch in Bezug auf die Folgenschwere für die jeweils Betroffenen. Sie werden sich auch unter keinen Umständen (z.B. Sexualwissenschaftler und deren Stellungnahmen) vom Gegenteil überzeugen.

    Und Sie sind eben doch ein Maskulinist und Sie lesen gelegentlich so Zeugs wie Danisch etc. Dort informieren Sie sich. So ist es doch, oder?

  • #27
    Beelzebub

    @ John Dean

    Lange Zeit war es üblich, bei einigen Hunderassen Ohren und Schwänze zu "kupieren", vulgo abzuschneiden. In Deutschland ist das mittlerweile verboten. Nicht verboten ist es, bei männlichen Säuglingen an der Stelle mit der größten Dichte an sensorischen Nerven ohne Betäubung etwas wegzuschneiden. Du zollst mithin einer Rechtslage Beifall in der die körperliche Unbersehrtheit von Hunden besser geschützt ist, als die von (männlichen) Menschen.

    Und wenn du die Drohung "Eier abzuschneiden" oder gar die Umsetzung dieser Drohung für ein angemessenes Mittel geschlechterpolitischer Auseinandersetzung hältst, dann stell doch passender- und konsequenter Weise deine eigenen Klöten zur Verfügung.

    Und falls du keine hast, weil hinter John Dean tatsächlich eine Frau steckt, dann versuch’s mal bei mir. Vorausgesetzt, du möchtest die Erfahrung sammeln, wie es sich anfühlt, von einem Dildo aus glühendem Eisen gefickt zu werden.

  • #28
    oelius

    "Eier abschneiden" und zur Revanche "mit einem Dildo aus glühenden Eisen gefickt werden"…
    Lol, die Debatte hier geht ja wieder mal sehr seriös und sachlich zu.

  • #29
    Lomax

    Lieber John Dean,

    "Es ist doch leichxt zu begreifen, dass es massive Unterschiede gibt zwischen a) einen Eingriff, der das sexuelle Empfindungsvermögen vollständig (!) beseitigt und b) einen Eingriff, der das sexuelle Empfindungsvermögen i.d.R. nur etwas verringert (was die Sache immer noch nicht zu einer Harmlosigkeit macht, imho). Der Unterschied zwischen Totalzerstörung und Einschränkung eben".

    Das mag so sein, das kann ich nicht beurteilen. Sie stimmen mir aber sicherlich zu, dass das eine in Deutschland verboten und das andere ("einen Eingriff, der das sexuelle Empfindungsvermögen i.d.R. nur etwas verringert") erlaubt ist.

    Freundliche Grüße

  • #30
    DschinDschin

    Ad: Die Beachtung (Belästigung) im öffentlichen Raum
    Es gibt für jeden zugängliche Artikel, in welchen sich als Feministin bezeichnende Frauen darüber klagen, dass mit zunehmendem Alter diese Beachtung schwindet.
    Es fällt auf, dass viele Frauen, ob bewusst oder unbewusst, viel dafür tun, beachtet zu werden.
    Es gibt auch jedem zugängliche Artikel, die zeigen, dass die große Anmache nicht statt findet, sondern nur unter definierten Bedingungen (heißes Mädel, provokative Kleidung, prekäres Umfeld).
    Natürlich wird jeder (Mann und Frau), der sich in der Öffentlichkeit bewegt, von unerwünschten und unangenehmen Begegnungen mit unangenehmen Mitmenschen berichten können.
    Nun, da die gesellschaftliche Konvention vorschreibt, dass der Mann den ersten Schritt bei sexuellen Beziehungen tut, bekommt die Frau eben auch unerwünschte Angebote. Denn klar ist, dass sie die Avancen eines ihr sehr sympathischen Mannes nicht unter Anmache verbuchen wird.
    Südamerikanische Frauen beschweren sich regelmäßig, dass sie von deutschen Männern wie Luft behandelt werden. Was den nun?
    Feministische Frauen leiden am Frau-Sein als solchem, was ich gut verstehen kann. Das hat aber nichts mit Männern zu tun, an deren Arbeitsleistung die Subgattung Frau parasitiert. Es ist der Preis, den die Gattung Mensch dafür zahlt, eine so immense Vermehrungskapazität zu haben, obwohl es so schrecklich Aufwändig ist, ein Menschenkind auszubrüten und aufzuziehen.
    Auf der anderen Seite ist das Frau-Sein von der Gesellschaft mit vielen, vielen Privilegien ausgestattet, von denen der fehlende Zwang zum Wehrdienst nur ein ganz, ganz kleiner ist.
    Man kann eben im Leben nicht alles haben, Freiheit und Sicherheit, Demokratie und Harmonie, Prominenz und Anonymität, ….

    DschinDschin

  • #31
    IRL

    Meine Güte erhitzte Gemüter allenthalben.

    @Vollständig & Kai
    Nun, da Sie auf die Unterformen der Beschneidung hinweisen, sind Sie doch gleich schon von der Aussage abgerückt, dass es keine Unterschiede gibt?
    Dass es vergleichbare Eingriffsformen gibt (von denen, verstehen Sie mich bitte nicht falsch, ich persönlich keine Einzige gut heiße) möchte ich nicht in Abrede stellen. Doch die Aussage MGM = FGM ist zu pauschal um stehen gelassen zu werden.
    Im deutschen Kontext ist der Fokus auf männliche Kleinkinder sicherlich gerechtftertigt. Ich finde die Rechtslage ebenso unhaltbar wie Sie. Hinter dem Recht des Kindes auf körperliche Unversehrtheit haben m.E. sämtliche anderen Erwägungen zurückzustehen. *schulterzucken* Ich habe dem nichts hinzuzufügen.

    @Nina
    Zunächst danke für die umfangreiche Antwort.
    Ich werde nicht weiter auf den britischen Ansatz eingehen, das bringt Sie nur auf Ideen…

    Zunächst würde ich die von Ihnen geschilderten Vorkommnisse in die Kategorien ‚Blicke‘ und ‚Anmachen‘ unterteilen. Ich kann Ihnen verprechen zu letzterer Kategorie wird es Ihnen (m.E. zurecht) schwer fallen Unterstützung zu mobilisieren.
    Das Thema ‚Anmachen‘ ist da schon griffiger.

    Ihre Lösungsansätze sind ebenfalls zweierlei. ‚Sexualerziehung‘ und ‚Plakatkampagne‘.
    Sexualerziehung ist m.E. zunächst mal Aufgabe der Eltern. Meiner Erfahrung nach ist das, was zum Thema in den Schulen statt findet, ein schlechter Scherz. Selbst wenn diesem Thema mehr Gewicht und Raum zugebilligt würde, so ist doch die Bilanz von Sexualkundeunterrichtung in Ländern, wo dem bereits so ist, z.B. im Bezug auf Minderjährigenschwangerschaften gänzlich unbeeindruckend. Darüber hinaus halte ich es für einen fragwürdigen Trend, immer mehr Erziehungsaufgaben auf die Schulen abzuwälzen. Selbt wenn man sie diesbezüglich grundsätzlich für fähig erachted, sind sie angesichts gesellschaftlicher Entwicklungen, politischer Entscheidungen, sowie derzeitiger Vorkommnisse (Flüchtlingssituation) ohnehin auf absehbare Zeit ausgelastet.
    Es ist einem Lehrer kaum abzuverlangen Schülern positive Geschlechter-bilder und -umgang zu vermitteln, wenn es schon an der Beherrschung der Sprache mangelt (Realität an vielen Schulen, wie ich aus zugegeben zweiter Hand weiß)
    Zum Thema Plakatkampagne muss ich ebenfalls meine Skepsis kundtun. Es ist m.E. nicht so, dass Menschen dumme oder schädliche Dinge mangels, sondern wider besseren Wissens tun. Die letzte mir in Erinnerung gebliebene wohlmeinenden Kampagne hinsichtlich Alkoholgenuss unter Jugendlichen z.B. "Kenn dein Limit" blieb im Bezug auf das hier anzusprechende Klientel völlig erfolglos.
    Abschließend noch ein Kommentar aus meiner persönlichen Situation:
    Ich lebe in einem urbanen Umfeld, das wohl als ghettoesque zu bezeichnen ist. Es vergeht kaum eine Woche, in der nicht ein Bewohner dieses Viertels lauthals ein Fellatio-gesuch an mich richtet.
    Ich bin mir der Realität des "Street Harrassment" (mir fällt kein gefälliger deutscher Begriff ein) überaus bewusst.
    Allerdings bin ich weitaus pessimistischer als Sie, dass diesem Phänomen wirkungsvoll beizukommen ist. Idioten gehören leider zu den nachwachsenden Resourcen und der Trend unserer Gesellschaft geht wohl kaum hin zu mehr Anstand und Respekt, ganz im Gegenteil.

  • #32
    ReVolte

    @John Dean

    "Und auch der Unterschied zwischen einer brutalen Unterdrückungstechnik und einer – unter Betäubung erfolgten – tendenziell eher harmlosen religiösen Tradition."

    Mal abgesehen von der traumatischen Erfahrung – hier ein Bericht zu den physischen Folgen der "harmlosen religiösen Tradition":

    "Ich selbst wurde mit 20 beschnitten (radikal). Das wurde im Rahmen der Entfernung einer zu langen Vorhaut gemacht, der Arzt hat mich überhaupt nicht aufgeklärt, sondern nur gemeint, das wäre einfach super-

    Die ersten Jahre waren das super: keine Smegma mehr, Sex war definitiv toller, Freundin freute sich, dass ich länger kann, und generell fanden Frauen das geil.

    Nach circa 10 Jahren ohne Pflege (mein Arzt hat mir da nichts gesagt) wurde der Sex immer mühsamer. Ich brauchte immer länger, und die Eichel war nur mehr auf einer Seite wirklich empfindlich.

    Ich hatte aber keinen Ahnung, dass das von der Beschneidung kam. Ich dachte, ich werde halt älter!

    Was ich nun seit drei Wochen mache: Ich trage den ManHood als Vorhauterssatz. Der ist vom Material nicht so gut wie der SenSlip, aber weit einfacher zu tragen. Mit dem Senslip kam ich überhaupt nicht klar.

    In der Früh nach dem Duschen creme ich die Eichel ganz wenig mit Roche Posay Iso Urea Milch ein. Die Lotion ist wirklich ein Hit.

    Nachts trage ich keinen ManHood, sondern verwende ca 1-2 Stunden vor dem Schlafen nochmal die Urea Milch und wenn ich dann schlafen gehe entweder die Barielle Intensive Hand Treatment Cream oder La Roche-Posay Cicaplast Baume B5. Die Barielle ist fettfrei und spendet enorm viel Feuchtigkeit. Die Cicaplast verringert die Keratinschutzschicht auf der Eichel, die für das gedämpfte Gefühl verantwortlich ist.

    Mit dieser Methode hatte ich schon nach einer Woche völlig neue Gefühle und jetzt bin ich überglücklich, denn mir ist sooo viel Gefühl beim Sex verloren gegangen. Das merkt man halt nicht, weil der Prozess sehr langsam ist. Aber wenn es wieder kommt …WOW 🙂 Meine Freundin ist völlig begeistert, denn davor konnte sich mich oral auch nach einer Stunde nicht zum Höhepunkt bringen, heute innerhalb von 15 Minuten (wenn sie es drauf anlegt) 🙂

    Ich würde mich freuen, wenn Du das im Rahmen des Blogs oder bei Agens zum Thema machen könntest. Dass Beschneidung nicht okay ist, darüber gibt’s viele Artikel. Aber was ein beschnittener Mann dann machen kann, da steht mann echt alleine da. Und es ist verdammt schade, dass wir die Täter anprangern, den Opfern aber keine Hilfe zukommen lassen."

    (via genderama.blogspot)

    Ihre Ignoranz/Doppelmoral, John Dean, ist symptomatisch für die ‚Erfolge des Feminismus‘.

  • #33
    Kai V

    Lieber JohnDean,
    Sie behaupten nach zwei ausführlichen Beiträgen zur FGM/MGM von mir immer noch ich würde Äpfel mit Birnen vergleichen. Ich habe die Einschätzung eines Ärzteverbundes verlinkt, der hier eine absolute Vergleichbarkeit sieht. Ich habe zwei Einschätzungen von Juristen verlinkt (von denen es noch 100 andere gibt), ich habe erklärt dass es auch bei MasculinGM Formen gibt, die bis zum Einschneiden der Harnröhre führen und somit zur Zeugungsunfähigkeit beim Geschlechtsverkehr durch den Mann (etwas das von australischen Ureinwohnern praktiziert wird) oder darauf verwiesen das in Süd Afrika hunderte von Jungen an den Folgen einer Vorhautbeschneidung gestorben sind. Hierauf kann man alles, Belege für einzelne Behauptungen fordern, man kann Gegenargumente bringen, man kann meine Argumente anzweifeln etc. etc. etc. Aber immer noch stumpf behaupten ich wäre desinformiert und würde Danisch lesen (dem die Diskussion um MGM übrigens relativ egal ist und bei dem ich in 99% der Fälle nur die Überschriften zur Kenntnis nehmen, wie bei der Mädchenmannschaft übrigens auch), zeugt davon, dass Sie an einer offenen Diskussion kein Interesse haben, weil Sie Argumente die nicht in Ihr Weltbild passen einfach nicht zur Kenntnis nehmen.

    Wenn Sie dann aber die Genitalverstümmelung von Jungen in Deutschland mit der von Mädchen in Afrika vergleichen und hier auf die Diskussion zum deutschen Recht verweisen, ist das nur noch ein Armutszeugnis. Natürlich verbietet der dt. Gesetzgeber auch FGM in anderen Ländern durchzuführen wenn das Mädchen in Deutschland seinen gew. Aufenthalt hat. Nichts destotrotz sind auch Beschneidungen der Klitorisvorhaut, die oben genannter Ärzteverband mit der Beschneidung von Jungen gleichsetzt, in Deutschland unter hygienischen Bedingungen verboten! Hierauf, und nur hierauf, habe ich meine Argumentation zur Ungleichbehandlung bezogen. Und hierüber, und NUR HIERÜBER habe ich meine Aussage bezgl. der Quotenjuristinnen bezogen. Und diesen feministisch geprägten Juristinnen geht nun einmal unser Grundgesetz, nach dem alle Menschen gleich sind, am Allerwertesten vorbei! Auch hierauf sind Sie nicht eingegangen, sondern drehen die Diskussion immer noch um die Nichtvergleichbarkeit von MGM und FGM ohne auf Argumente einzugehen.

    Auch wenn sie 100 mal auf dem Wort Quotenjuristin herumreiten, die Quote in der SPD und bei den Grünen hat nicht bewirkt das mehr Frauen in die Partei eintreten, sondern einzig dass mehr Feministinnen nach oben gespült werden die dann hier eher feministische Agendapunkte vertreten. In der SPD schafft es kaum eine Frau (noch ein Mann) sich gegen die AG-Frauen zu positionieren und eine Mehrheit zu erhalten. Zu diesen Frauen gehört z. B. auch Jutta Limbach, die durch Parteienproporz ins Verfassungsgericht vorgedrungen ist und hier mal eben das GG feministisch auslegt. Aber auch viele andere Politikerinnen wie z. B. Witzorrek-Zeul, die ebenfalls Juristin ist und auf die ich mich hier bezogen habe.

    Auch haben Sie mich mit der Aussage „brunzdummen maskulinistische“ angesprochen wenn Sie schreiben:
    „Tatsächlich, auch wenn dies die zumeist brunzdummen maskulinistische niemals (!) begreifen werden, gibt es zwischen der weiblichen Genitalverstümmelung und der männlichen Beschneidung massive Unterschiede.“

    Aber geschenkt, ich habe mich zumindest massiv geirrt wenn ich Ihre Aussagen als eine von Ihnen abgegebene Charakterstudie qualifiziere. Hierfür möchte ich mich entschuldigen! Denn Sie scheinen nicht einmal einen Charakter zu besitzen. Deshalb verabschiede ich mich jetzt aus der Diskussion mit Ihnen.

    @IRL
    "Dass es vergleichbare Eingriffsformen gibt (von denen, verstehen Sie mich bitte nicht falsch, ich persönlich keine Einzige gut heiße) möchte ich nicht in Abrede stellen. Doch die Aussage MGM = FGM ist zu pauschal um stehen gelassen zu werden."

    Die Weltgesundheitsorganisation hat verschiedene Formen der Genitalverstümmelung gegenübergestellt und nach Typen bezeichnet. Zu jedem Typ bei FGM gibt es eine entsprechende Form des MGM. Sie sollten also, wenn sie vergleiche ablehnen, hier direkt mit der WHO reden und nicht mit mir.

    Die am weitesten verbreitete Form des FGM (80 bis 90%) ist die (teilweise) Beschneidung der Klitorisvorhaut, wie sie auch bei einigen muslimischen Glaubensrichtungen gefordert wird. Diese Form ist ebenfalls in Deutschland verboten. Noch häufiger ist die Beschneidung der Vorhaut bei Jungen, da diese vom Judentum und vom Islam gefordert wird. Bei australischen Ureinwohnern wird der Penis nicht nur beschnitten, sondern z. B. auch die Harnröhre eingeschnitten. Ähnliches wird bei einigen afrikanischen Ureinwohnern betrieben, wo es z. B. auch die pharaonische Beschneidung anzutreffen ist (Typ 3 FGM).

    Ich weiss nicht warum man jetzt hier darüber reden muss ob FGM=MGM oder FGM ungleich MGM oder sonstwas ist. Wenn der Gesetzgeber die männliche Vorhautbeschneidung ausdrücklich erlaubt und ein Jahr später ein Gesetz erlässt dass die weibliche Beschneidung (auch die Typ 1a) verbietet, dann ist nun mal bei Jungen erlaubt was bei Mädchen ganz schlimm ist. Ein Verbot zum auftrennen der Harnröhre bei Jungen gibt es im deutschen Gesetz übrigens auch nicht. Aber um Sie zu beruhigen, MGM ist nicht gleich FGM, eine Beschneidung der Klitorisvorhaut unter hygienischen Bedingungen in einem ägyptischen Krankenhaus durch einen ausgebildeten Arzt kann man mit Sicherheit nicht mit der Beschneidung eines afrikanischen Jungen durch einen Scharlatan vergleichen.

    Hierzu:
    http://www.welt.de/gesundheit/article131369741/Qualvolle-Tortur-mit-verdreckten-Klingen.html

    Überall wo FGM durchgeführt wird, existiert auch MGM. Die Jungen werden dann unter gelichen hygienischen Bedingungen beschnitten wie die Mädchen. Aber nicht überall wo MGM durchgeführt wird gibt es auch FGM…

  • #34
    Davbub

    Was sagt eigentlich Bettina Wegener zur Beschneidung von kleinen Jungs mit kleinen Händen, Füßen und Mündern?

  • #35
    ReVolte

    "Meine Güte erhitzte Gemüter allenthalben."

    Da ist es aber noch ein ganzes Stück bis zur Grimme-Preis gekrönten aufschrei-Mentalität, @IRL.
    Zumal der faschistoiden "Eier ab" Fraktion das geltende Beschneidungsgesetz ja noch nicht weit genug geht.

    "Gleiches Recht – jedes Geschlecht"
    So tönt es aus Justiz- und Frauenministerium. Und wir haben bekanntlich X Geschlechter. Verweist man hingegen auf das geltende, klassisch in Mann und Frau teilende Beschneidungsgesetz, ist schweigen, löschen, denunzieren, stigmatisieren angesagt.
    Gesetzlich verankerter Sexismus sollte noch sehr viel mehr die Gemüter erhitzen, denn er dürfte gemäß GG gar nicht rechtswirksam sein.

  • #36
    IRL

    @Kai V
    Im Bezug auf die WHO und die als 1a bezeichnete Form der FGM:

    http://apps.who.int/iris/bitstream/10665/43839/1/9789241596442_eng.pdf
    " […] common tendency to describe Type I as removal of the prepuce, whereas this has not been documented as a traditional form of female genital mutilation. […] (Type Ia) […] appears to be relatively rare […] Almost all known forms of female genital mutilation that remove tissue from the clitoris also cut all or part of the clitoral glans itself."

    http://www.who.int/mediacentre/factsheets/fs241/en/
    "Procedures
    Female genital mutilation is classified into four major types.
    1.Clitoridectomy: partial or total removal of the clitoris (a small, sensitive and erectile part of the female genitals) and, in very rare cases, only the prepuce (the fold of skin surrounding the clitoris)."

    Ich behaupte nicht, Detailwissen in dieser Frage zu besitzen, aber Ihre Darstellung, dass "Die am weitesten verbreitete Form des FGM (80 bis 90%) […] die (teilweise) Beschneidung der Klitorisvorhaut" sei, finde ich so im Infomaterial der WHO nicht wieder.

    Vielleicht irrt die WHO, vielleicht lese ich die Informationen der WHO auch nur falsch (Englisch ist für mich eine entfernte Schulsprache). Falls dem so ist, bitte ich Sie um Aufklärung.
    Ich habe kein persönliches Interesse an der Frage und lasse mich nur all zu gern eines besseren belehren.

  • #37
    vortex

    Für mich liest sich der Artikel folgendermaßen:

    Jemand geht im tiefsten Winter mit einer Spitzhacke bewaffnet auf einen gefrorenen See. Diese Person fängt nun an ein Loch in die Eisdecke zu schlagen. Nachdem diese erledigt ist springt sie durch das Loch in den See. Daraufhin wird um Hilfe geschrien, immerhin befinde sich die Person im kalten Wasser. Überraschend!

    Einerseits wird hier aufgeführt wie rassistisch und klassistisch der "alte Feminismus" war, nur um sich darüber zu wundern warum der heutige Feminismus solche Züge trägt. Überraschend!

    Thema Zersplitterung:
    Misstrauen gegenüber Andersdenkenden, Uneinigkeit in der Zielsetzung, Ausschluss von ehem. Weggefährten und all diese Zustände sind in ähnlicher Form auch in anderen Ländern aufgetreten.
    Hört sich für mich nach einer politischen Kraft an, die keine relevanten Ziele hat und sich nur um den persönlichen Mehrgewinn kümmert ( emotional oder finanziell ).

    Aber wie dieser Zustand erreicht wurde scheint der Autorin egal zu sein, was ein wiederkehrendes Thema im Feminismus ist. Vollkommen wurscht wie ein Ergebnis zustande kam, wenn das Ergebnis nicht gefällt muß es, unabhängig von realen Umständen, abgeändert werden. Also fifty-fifty in STEM, Politik usw, trotz der ( verschwiegenen ) Unwilligkeit der Frauen im benötigten Maße daran mitzuwirken. Diese selektive Wahrnehmung von Feministen ( weibl. und männl. ) erzeugt diese ungerechten Luftschlösser, leider werden diese Luftschlösser immer wieder gerne als Blaupause für Gesetze verwendet. Höchstwahrscheinlich um vor der nächsten Wahl Stimmen von der größten "Minderheit" der Welt zu sichern.

    Was bedingt das Andere? Der unlogische Feminismus oder die unlogischen Feministen?

    @Nina ( 16 )
    "So etwas wie Feminismus scheint mir global absolut notwendig, auch in Deutschland, aber ich wünschte mir einen anderen Namen dafür und eine andere Lobby."

    Also wollen sie einen Feminismus mit anderem Namen und anderen Advokaten, Quote ist auch nicht so wichtig, und nötig ist dieser weil sie auf der Straße von Männern angestarrt werden?
    Meine Dame, sie brauchen kein synonym zum Feminismus, sie brauchen die gesellschaftlichen Regeln eines spätmittelalterlichen Europas. Mit Ihnen und allen Frauen in der Rolle der Aristokratie und uns niederen Männern als Leibeigenen. Wenn ich mir allerdings die Kontributionen beider Geschlechter zur Gesellschaft ansehe, weiß ich nicht so ganz ob wir uns nicht schon im dieser Rollenverteilung befinden.

    "WAS erdreistet sich dieser Pursche MICH anzublicken, HA!"

    @IRL

    "…. dass sie anerkennen, dass (selbst wenn man beide ablehnt) zwischen beiden ein signifikanter Unterschied besteht?"

    Ich sehe nur dass bei beiden Vorgängen die sexuelle Empfindlichkeit ( und damit auch Lust ) drastisch reduziert wird. Ein Vorgang ist allerdings, mit ausdrücklicher Rückendeckung vom Rechtsgeber, legal, während der andere Vorgang nicht nur illegal, sondern auch gesellschaftlich ( im europäischen Sinne ) absolut geächtet ist. Der eigentliche Unterschied beider Verstümmelungen ist somit ein gesellschaftlicher Unterschied zum Nachteil des Jungen. Allerdings ist die Relativierung von männlichem Leiden täglich zu beobachten.

    Feminismus: Taucht nur dort auf wo alle echten Probleme durch Technik gelöst wurden. Versucht mir das Gegenteil zu beweisen.

  • #38
    karlotta

    Was daran falsch sein soll, wenn in Bewegungen, die sich der Gleichberechtigung aller verschrieben haben, Privilegierte zugunsten Marginalisierter zurückstehen (sollten), muss mir mal jemand erklären.

  • #39
    Davbub

    @5:
    Ich bin weiß, mittelalt & männlich, also "privilegiert".
    Als Kind war ich weiß, männlich & arm. Heute würde man vom Sub-Proletariat oder einer bildungsfernen Herkunft reden.
    Dank des Fleißes meiner Eltern, insbesondere meines Stiefvaters, durfte ich gute Schulen besuchen. Ebenso meine Schwestern. Auch diese sind dank unserer Anstrengungen nunmehr in einer "privilegierten" Lebenssituation.
    Früher wurden wir diskriminiert, weil wir arm waren und Platt sprachen, heute müssen wir uns wegen unserer aus eigener Kraft erworbenen "Privilegien" rechtfertigen bzw. als "Besserverdiener, Kapitalistenschweine, reiche Arschlöcher u. Ä." beschimpfen lassen.
    Glauben Sie mir, es gibt nur zwei Gleichmacher: den Tod & das Geld.
    Interessant am derzeitigen Feminismus ist doch z.B., daß Frauen in Aufsichtsräten ein Thema sind, die Lebensbedingungen des Sub-Proletariats hingegen kaum bis gar nicht thematisiert werden. Könnte daran liegen, daß all die gutsituierten Damen in den diversen feministischen Zirkeln Angst davor haben, daß Sie womöglich für ihre Putzfrauen und Kinder-, Hunde-, & Katzensitterinnen Steuern und Sozialabgaben zahlen müßten.

  • #40
  • #41
    McSchreck

    Karlotta, die Frage ist doch sehr leicht zu beantworten: wenn es um Diskussionen geht, sollte immer entscheidend sein, was jemand sagt und nicht wer es sagt. Wenn ein Privilegierter bessere Argumente hat, sollte es möglich sein, dass sie gehört werden.

    Gerade in Deutschland ist ja oft zu lesen und dürfte auch stimmen, dass die Bildung sehr stark am Geldbeutel hängt.

  • #42
    M

    Feminusmus, diese bis ins Extrem gesteigerte Weiblichkeit mit allen ihren Schattenseiten, dieses organisierte Jammern nach den Resourcen der Männer, kann von mir aus von innen heraus vergammeln.

    Mich als Mann widert das seit langer Zeit an.

  • #43
    Julia Seeliger

    <blockquote>Feminusmus, diese bis ins Extrem gesteigerte Weiblichkeit</blockquote>

    Nichts verstanden, sechs, setzen.

    Weiblichkeit kriegst du bei Regina Pacis.

  • #44
    vortex

    @Julia Seeliger

    Aber er hat recht. Typische Negativeigenschaften von Frauen ( Quengeln statt arbeiten um etwas zu bekommen, Opferposition einzunehmen um etwas zu bekommen, Sex zu instrumentalisieren um etwas zu bekommen, irrationale Angst vor der Welt und Undankbarkeit gegenüber dem eigenen Gönner ) werden im Feminismus nicht nur in Ehren, sondern auch mit hohem Niveau gehalten.

    Übrigens, weiblich und feminin sind Synonyme. Jetzt dürfen sie mal raten woraus das Wort "Feminismus" zusammengebastelt wurde. Im Grunde wäre die Übersetzung ins deutsche die "Ideologie des Weiblichen".

    Wenn sie schon Noten vergeben wollen, dann sollten sie wenigstens ein fundamentales Verständnis von Worten und ihrer Bedeutung haben. Daher sollten sie sich setzten und anfangen zu lernen.

    Wünsche ihnen eine gelehrige Zeit

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.