82

Nordstadt Bashing

In Ruhrgebiet | Am 24 Februar 2011 | Von Stefan Laurin

Die Dortmunder Nordstadt ist kein Kurort. Aber das augenblickliche Quartiersbashing wird keines der Probleme lösen und verdeckt den Blick auf die vielen guten Seiten eines der spannendsten Stadtteile des Ruhrgebiets.

Wenn man die Berichterstattung der letzten Wochen in den Lokalteilen der Westfälischen Rundschau und den Ruhr Nachrichten verfolgt, hat man das Gefühl, dass die Dortmunder Nordstadt ein Krisengebiet ist, dass man am besten nur noch bewaffnet beschreitet. Martialisch kündigen Lokalpolitiker an, dort nun mit eisernem Besen kehren zu wollen.

Die Nordstadt ist seit vielen Jahrzehnten ein nicht ganz einfaches Quartier. Hohe Arbeitslosigkeit, eine starke Umweltbelastung, ein großer Ausländeranteil – hier kommen viele Probleme zusammen. Und dass der Dortmunder Straßenstrich traditionell am Rand des Viertels liegt, macht das Leben auch nicht immer einfacher. Sicher, es gibt die Nutten auf den Straßen, die runtergekommen Häuser und die Luden  - aber dieser Teil der Nordstadt ist nicht allzu groß. Die Probleme konzentrieren sich auf eine relativ kleine Fläche um die Bornstraße und den Nordmarkt. Und diese Probleme sind importiert. Prostituierte und Luden aus Rumänien und Bulgarien sorgen für Konflikte. Ein Problem, das in Dortmund nicht gelöst werden kann, sondern nur mit Hilfe des Bundes und der EU in den Griff zu bekommen ist. Wer so hirnverbrannt war, bettelarmen Schwellenländern wie Bulgarien oder Rumänien den Zutritt zur Europäischen Union freizumachen, sollte sich nun auch um die Folgen kümmern: Das von dort aus Menschen kommen, die weder hier noch dort eine realistische Chance haben, im normalen Wirtschaftsleben zu überleben.  Da hilft kein eiserner Besen, sondern Entwicklungshilfe. Die Hobbypolitiker im Rat werden mit der Lösung dieser Probleme überfordert sein. Mit diesem Problem sollte man sich übrigens schnell beschäftigen: Auch die Bürger Rumäniens und Bulgariens werden bald die volle EU-Freizügigkeit genießen. Die Probleme Dortmunds werden dann auch zahlreiche andere europäische Städte haben.

Aber abseits der Probleme die es gibt und die, wenn auch nicht von vermeintlich omnipotenten Kommunalpolitikern, gelöst werden müssen, ist die Nordstadt eines der attraktivsten Viertel des ganzen Reviers. Nirgendwo sonst findet man einen so schönen Bestand an Gründerzeit- und Jugenstilhäusern. Mit dem Sissikingkong und dem Subrosa sind hier gleich zwei der besten Kneipen Dortmunds. Wer keine Lust darauf hat, im Kreuzviertel in Langeweilerläden Kaninchenfutter an Rotweinkram zu mümmeln, kommt an der Nordstadt kaum vorbei. Es ist die Nordstadt, die mit der Schule Kleine Kielstraße eine der besten Grundschulen Deutschlands hat. Die Nordstadt hat eine spannenden Einzelhandel: Arabischer Gemüseladen neben deutschen Eisenwarenhandel und griechischem Friseur. Hier bestimmen zumeist inhabergeführte Geschäfte das Bild. Im Ruhrgebiet längst eine Seltenheit.

Wer sich die Mühe macht, ein paar Stunden durch die Nordstadt zu laufen, was ich vor ein paar Wochen mal getan habe, kann viel entdecken: Wunderschöne Straßenzüge, gute Restaurants, kleine Parks, freundliche Menschen, Programmkinos, Abwechslung, Spannung. Sicher, es gibt finstere Ecken in der Nordstadt. Aber sie sind die Ausnahme. Und das Quartiersbashing sollte aufhören. Die Nordstadt hat es nicht verdient.

Und weil es passt – Boris Gott:

Update: Den Ruhr Nachrichten hat Dortmund OB Ulrich Sierau ein Interview zum Thema Nordstadt gegeben.



82 Kommentare zu »Nordstadt Bashing«

  1. #51 | Stefan Laurin sagt am 25. Februar 2011 um 15:42

    @movienrz: Herr Lohmann hat gar nichts versucht. Ich habe nach Vermietern gefragt.

  2. #52 | Klaus Lohmann sagt am 25. Februar 2011 um 16:21

    @ movienrz: Ein bisschen mehr Wissen um die Bedeutung des Verbs “aufhetzen” täte auch Ihrem persönlichen Law-and-order-Kreuzzug ganz gut.

  3. #53 | Stefan Laurin sagt am 25. Februar 2011 um 16:24

    @Klaus Lohmann @movienrz: Wir sind hier nicht bei Der Westen…

  4. #54 | Klaus Lohmann sagt am 25. Februar 2011 um 16:30

    @Stefan Laurin: Der Begriff “Nordstadt Bashing” stammt aber aus Ihrer Feder;-)

  5. #55 | Stefan Laurin sagt am 25. Februar 2011 um 16:32

    @Klaus Lohmann: Klar – und ich finde er passte ganz gut zu den Diskussionen der vergangenen Wochen :-)

  6. #56 | movienrz sagt am 25. Februar 2011 um 16:47

    Was Sie als “Nordstadt Bashing” bezeichnen ist nichts anderes als eine schallende mediale Ohrfeige für eine bis vor kurzem nahezu untätige Stadtspitze, die zwar Millionen in der Nordstadt versenkte. dabei aber die Wohnquartiere in der Nordstadt und in Eving verkommen ließ.

  7. #58 | Stefan Laurin sagt am 25. Februar 2011 um 16:52

    @Movienrz: Sehe ich natürlich anders: Es wurde zu wenig deutlich, dass die Probleme nur in einem Teil der Nordstadt wirklich krass sind. Am Hafen sieht die Welt schon anders aus. Und Millionen versenkt? Der Nordmarkt und viele Urban II Projekte fand ich immer gut. Die Stadt hat sich dort viel Mühe gegeben und der Erfolg wäre heute größer, wenn nicht neue Probleme durch eine verfehlte EU-Erweiterungspolitik importiert worden wären. Was mich am meisten störte war das Gelaber vom “Eisernen Besen”, den es überhaupt nicht gibt. Das Interview von Sierau in den RN setzet sich von diesen Sprüchen ab.

  8. #59 | Klaus Lohmann sagt am 25. Februar 2011 um 17:03

    @Stefan Laurin: Zumindest über ein UrbanII-Projekt zur Qualifizierung älterer Arbeitnehmer in der Nordstadt möchte aber selbst die Stadt lieber ganz schweigsam sein, da sie trotz schon damals seltsamer Ereignisse mit EU-Geld Envio die Einstellung und Ausbildung von Arbeitnehmern ermöglichte, die evt. heute als PCB-geschädigt gelten.

    Und den Mittelnachweis für viele andere Projekte möchte ich auch nicht unbedingt lesen, dazu kam mir schon in den Neunzigern zu häufig die Galle hoch.

  9. #60 | Stefan Laurin sagt am 25. Februar 2011 um 17:08

    @Klaus Lohmann: Ich fand die Mikrokredite eine gute Idee, hab allerdings nicht verfolgt, was daraus wurde. Dann gab es noch Projekte zu Differenzierung des gastronomischen Angebots. Fand ich auch gut. Und Qualifizierungen für Jüngere – ok, die ZDF-Reportage vor ein paar Jahren war ernüchternd. Ich halte den “Saufraum” für eine gute Idee und bei meinem Spaziergang sind mir viele Jugendprojekte etc. aufgefallen, die ich so aus Bochum nicht kenne. Ich hatte das Gefühl – auch in den zum Teil schönen Parks – das die Stadt sich viel Mühe gibt. Auch Projekte wie das Depot etc. sind doch gut. Aus welchem Topf sie finanziert wurden, weiß ich allerdings nicht.

  10. #61 | movienrz sagt am 25. Februar 2011 um 17:26

    Den “Eisernen Besen” hat die Stadt Duisburg bereits 2008 ausgepackt und hat dadurch in ihren Problemvierteln mehr Kontrolle, als ihre Dortmunder Kollegen.

    Suchbegriff: “roma sinti bruckhausen” in der Suchfunktion von derWesten.de

    Zu UrbanII:

    mit Millionenaufwand sollten hier Arbeitsplätze geschaffen werden. Wieviele wurden tatsächlich nachhaltig geschaffen? Hier schweigt sich die Stadt aus.

    Zum Thema Mikrokredite können Ihnen die beiden akkreditierten Mikrofinanzierer Dortmunds sicher mehr berichten; Nordhand eG und die KLS GmbH.

  11. #62 | Stefan Laurin sagt am 25. Februar 2011 um 17:41

    @Moviennrz: Jetzt habe ich mal bei Der Westen nachgeschaut. Die Situation in Dortmund ist meiner Meinung eine andere, weil es keine geschlossene Gruppe wie in Duisburg ist sondern “Freiberufler”, die nach EU-Recht in Dortmund sein dürfen. Wie schon geschrieben: Rumänien und Bulgarien hätten nicht so früh in die EU aufgenommen werden dürfen. Was den Umgang mit den Kindern betrifft und ein paar anderen Dingen kann Dortmund allerdings von Duisburg lernen. Da gebe ich Ihnen Recht. Aber die Politik sollte keine schnellen Lösungen versprechen, wenn sie dieses Versprechen nicht einhalten kann.

  12. #63 | teekay sagt am 25. Februar 2011 um 20:56

    Ich finde den Artikel und die Diskussion sehr interessant, weil sie, neben vielen anderen Themen, zeigt, dass Planungsprozesse ‘von oben’ immer durch positiven Druck ‘von unten’ begleitet werden muessen. In begehrten Raeumen wie Hamburg, Berlin oder Muenchen war es eben dieser Druck von unten der aus der ‘Nordstadt’ dort ueber die Jahre hinweg coole Quartiere werden lies. Im Ruhrgebiet fehlt dieser Druck. Zum einen hat ja quasi jede Stadt ihre ‘Nordstadt’. Die guten und schlechten Seiten der Dortmunder Nordstadt lassen sich doch auf andere Stadteile in Duisburg, Bochum, Oberhausen, Essen usw. uebertragen. Aber zum anderen fehlt der Nachfrage-Druck. Es will ‘keiner’ ins Ruhrgebiet (junge Familien, Akademiker, Studierende)-und selbst wer dort ankommt steht vor einer bunten Auswahl an Quartieren, Stadtteilen und billigem Wohnraum-es ist ja nicht so, dass man in die Nordtstadt muss, weil die Mieten in, sagen wir mal, Hagen explodieren. Man darf keine zu hohen Erwartungen an den Wandel haben. Natuerlich kann man EU-Gelder investieren und Sonntagsreden schwingen, aber es gibt eine Abstimmung mit den Fuessen. Und wer und warum soll ich denn in sagen wir mal 5 Jahren nach Dortmund ziehen?

  13. #64 | Julia sagt am 25. Februar 2011 um 23:56

    Als Frau traue ich mich alleine nicht mehr durch die Nordstadt, aber das ist Ihnen wohl egal, Herr Laurin ?

  14. #65 | Stefan Laurin sagt am 26. Februar 2011 um 10:47

    @Julia: Ich weiten Teilen der Nordstadt können Sie alleine auf die Straße gehen.

  15. #66 | Emely sagt am 26. Februar 2011 um 11:34

    @julia, ich bin als frau sowohl tagsüber als auch abends allein mit der bahn und zu fuß in der nordstadt unterwegs, seit jahren, und habe niemals etwas negatives erlebt!!!

  16. #67 | Frau Rose sagt am 26. Februar 2011 um 11:41

    “Und wer und warum soll ich denn in sagen wir mal 5 Jahren nach Dortmund ziehen?”

    Vielleicht, weil bis dahin evtl. tatsächlich das Zentrum für Kunst und Kreativität lockt. Es kann für junge Kreative eine sehr interessante Plattform werden, wenn man der Institution ein wenig Zeit läßt und nicht im Vorfeld schon kaputt redet.
    (Und: Ich rede hier nicht vom ecce.)

    In Leipzig sind bspw. die Rahmenbedingungen auch nicht so verlockend, es gibt ebenfalls genügend Wohnungsleerstand, der Arbeitsmarkt ist auch nicht so prickend… aber nicht zuletzt durch das Literaturinstitut und die Kunsthochschule (Hochschule für Grafik und Buchkunst) zieht die Stadt junge Leute an. OK, man kann sagen, die Institutionen haben Tradition etc., aber selbst “die” hat ihren Ursprung und mußte mal klein anfangen.

  17. #68 | Arnold Voss sagt am 26. Februar 2011 um 11:45

    @ Stefan #65 @ Julia #64 @ Emiliy #66

    Ihr habt alle drei recht, denn Angst ist immer subjektiv. Deswegen ist darüber auch eine Diskussion sinnlos. Es ist das Mehrheitsgefühl bezüglich Sicherheit und Vetrauen das letztlich über die Zukunft eines Stadtteils entscheidet.

    Ich sehe da in der Nordstadt eine ziemliche eindeutige Tendenz zum Negativen, wenn die Stadt bzw. die Bewohner die keine oder weniger solcher Unsicherheitsgefühle haben wie sie z.b. Julia hier äußert nicht ernst nimmt.

  18. #69 | Arnold Voss sagt am 26. Februar 2011 um 11:56

    @ Frau Rose # 67

    Ihr Wort in das Ohr des Gottes der Kreativen. Im Gegensatz zu Leipzig allerdings konkurrieren im Ruhrgebiet mehrere sogenannte Kreativviertel/Zentren in sehr nahe beieinander liegendenen Städten um die, die da wahrscheinlich nicht hinziehen.

  19. #70 | Arnold Voss sagt am 26. Februar 2011 um 12:12

    @ Julia #65

    Könnten sie ihre Nordstadtängste vielleicht etwas genauer bzw. differenzierter beschreiben? Das könnte die spannende Diskussion hier ein weiteres und gutes Stück voran bringen.

  20. #71 | Frau Rose sagt am 26. Februar 2011 um 13:39

    @ Herr Voß: Ich glaube, da sind wir dann wieder bei der Frage der Schwerpunkte bei der Stadtausrichtung. Und da rede ich jetzt erstmal nicht davon, ob sich jede Stadt bspw. ihr Opern- oder Schauspielhaus leisten sollte. Aber es gibt ja m.W. nicht nur in Dortmund das Interesse eine PopAkademie a la Mannheim aufzubauen, sondern auch in den Nachbarstädten. Ich fände es spannend, wenn die Städte sich auf kulturelle Schwerpunkte konzentrieren und sich dann im nächsten Schritt viel mehr mit- und untereinander vernetzen würden. Was vermutlich auch hieße, dass man sich auch als (werdende) Metropolregion verstehen würde.

    Und was die Nordstadt angeht, vielleicht sollten von seiten der Stadt insbesondere auch die schönen Dinge viel mehr gepflegt und in “Szene” gesetzt werden: Z.B. ist das Freibad Stockheide eine absolute Oase und kann es durchaus mit jenem Bad, welches im Schatten der Roten Erde liegt, konkurrieren. Dennoch es war von der Schließung bedroht und findet kaum Beachtung (leider!). Oder die 7 Zwerge, das Lavendelschlösschen oder die Eulenburg und man kann noch mehr im Bereich der Architektur entdecken.

    Die Stadtauswahl an sich, wenn nicht gerade durch den Job oder Uni vorgeben, ist ein schwieriges Pflaster… hängt aber nicht zuletzt von der Lebensqualität ab, die eine Stadt bietet. Und da hapert es nach meinem Empfinden in Dortmund allgemein auch an einigen Stellen – bspw. würde ich es nicht als tolle Einkaufsstadt bezeichnen, auch wenn es hier und da ein paar gute Läden gibt. Das Kneipen- und Clubleben – ja, gibt es auch in Dortmund, aber nur vereinzelt. Mir persönlich fehlt in der Stadt ein Fluß, auch wenn gleich bestimmt kommen wird, es hat doch einen Kanal.

  21. #72 | Mir sagt am 2. März 2011 um 10:37

    An alle, die gerne Nordstadt-Feeling erleben möchten: In der Dortmunder City ist das auch möglich und zwar in der Brückstraße. Die Brückstraße entlang flanieren, etwas essen, die Läden aufsuchen und unbedingt mit den Leuten einfach übers Wetter oder etwas anderes belangloses quatschen! Wirklich, absolute Nordstadtatmosphäre. Andere Shopping-Meilen haben das nicht, können das erreichen.

  22. #73 | DEWFan sagt am 8. März 2011 um 19:44

    @#71: der Fluss ist noch in Planung ;-)
    Scherz beiseite, wir haben nicht nur irgendeinen, sondern den schönsten Kanal – zumindest den mit dem klarsten Wasser – und der ist nicht wie sonst so ruhrgebietstypisch überall mit Industriekulisse umbaut. Und einen kleinen Fluss (ist halt der Oberlauf) haben wir auch: die Emscher wird gerade wieder in ihren natürlichen Zustand der vorindustriellen Zeit versetzt. Die Ruhr fließt leider nur am Stadtrand entlang aber die Lippe im Norden ist auch nicht weit von Dortmund entfernt. Pech halt, dass es überall drumrum plätschert, nur nicht in der City.

    Aber was heißt hier keine tolle Einkaufsstadt? Es gibt wirklich alles zu kaufen, von ganz billig bis zum 5.000 € Klunker und Armbanduhren im Wert von Kleinwagen. Auch klamottentechnisch gilt das Selbe.

  23. #74 | Aufruf der Dortmunder Straßenprostituierten zu einer Demonstration am 24. März « antifaschistische union dortmund sagt am 22. März 2011 um 10:23

    [...] in eine lange Reihe von antiziganistischer Mobilmachung gegen RumänInnen und BulgarInnen und der populistischen Stimmungsmache gegen einen ganzen Stadtteil und dessen BewohnerInnen, an dem sich sowohl LokalpolitikerInnen, Polizei als auch die Presse [...]

  24. #75 | euromayday ruhr :: dortmund 2011 « Land For Free :: Land For What sagt am 6. April 2011 um 03:36

    [...] auch zu aktuellen Konflikten in der Stadt Dortmund Stellung nehmen. Zu fehlenden Freiräumen, zu Vertreibungen, zur Verwandlung der Stadt in ein Unternehmen und zu Nazis“. wer den euromayday ruhr 2011 [...]

  25. #76 | Dortmunder sagt am 12. April 2011 um 10:57

    @#72 | Mir sagt am 2. März 2011 um 10:37

    [...] und zwar in der Brückstraße. Die Brückstraße entlang flanieren, etwas essen, die Läden aufsuchen und unbedingt mit den Leuten einfach übers Wetter oder etwas anderes belangloses quatschen! Wirklich, absolute Nordstadtatmosphäre.

    sorry, aber von “tuten und blasen keine ahnung”, wenn ich auch davon ausgehe, dass du Dortmunder bist: Die NORDstadt beginnt erst hinter der bahnlinie; die Brückstrasse ist höchstens der “einlauftrichter” Richtung norden.

    Der bereich Hansastrasse bis Brückstrasse war immer schon Einkaufsviertel – ich erinnere an DEFAKA in der Hansastrasse und bspw. die Hauptstelle der Stadtsparkasse und Willi Witthoff, den Fahrradhändler.

  26. #77 | Klaus Lohmann sagt am 12. April 2011 um 11:40

    @ Dortmunder

    Die Hansa-/Brückstraße war als “Einkaufsviertel” spätestens seit der Schließung der Hauptpost am Wall und dem Wegbleiben der Laufkundschaft tot. Parallel dazu wurde die Vergnügungsindustrie in den Achtzigern(!) u.A. durch die Verlagerung des damaligen Straßenstrichs weg von der Steinstraße/südlichen Münsterstraße (also nach Ihrer Definition Nordstadt) in die Brückstraße gedrängt.

    Ihr folgender Kommentar zu einer Nordstadtbewohner-Meinung zeigt nur, dass Sie es sind, der keine Ahnung von der Nordstadt hat. Von wegen “Tuten und Blasen”…

  27. #78 | Mir sagt am 12. April 2011 um 12:38

    @76
    Ausgehend von der Einkaufsmeile in der Münsterstraße in Richtung Wall und dann über die Ampel ins Brückstraßenviertel: Ich sehe da keine großen Veränderungen, was Läden, Kneipen, Kultur betrifft. Die internationalität ist nicht nur in der Nordstadt gegeben und dieses Viertel hat noch immer etwas verruchtes an sich. Eben wie in der Nordstadt. Ganz nach meinem Geschmack.
    Weder das Konzerthaus noch das Orchesterzentrum machen aus der Kundschaft, die sich im Brückviertel befindet eine gehobene. Sie ist eine gänzlich andere als die Kundschaft im Westenhellweg oder vom teueren DAVID.
    Wenn auch noch das Thiergelände im Herbst in der Do-City eröffnet, ist das Brückviertel als Alternative ideal was Vergnügen, Einkauf und Preise angeht.

  28. #79 | Dortmunder sagt am 12. April 2011 um 13:03

    #77 | Klaus Lohmann sagt am 12. April 2011 um 11:40

    Danke für den tippp – lasse mich gern belehren.

    schon 1967 machte ich die flatter – nach intensiven 21 Jahren – da hat sich sicher viel getan. Bei einem kürzlichen besuch in diesem bereich kam mir die Brückstrasse allerdings nicht “als zum Norden zugehörig” im Sinne des Kiez vor; und nach wie vor bleibe ich bei der historischen meinung, dass der NORDEN nach der bahn beginnt: Burgtor nordwärts: Münsterstrasse und das genannte.

  29. #80 | Allesschön sagt am 13. April 2011 um 20:33

    Wie sicher und toll die Nordstadt ist konnte ich erst kürzlich durch zwei Zwischenfälle erleben. Eine Freundin von mir wurde Nachts auf offener Straße fast vergewaltigt und eine andere Bekannte wurde ebenfalls Nachts, aber auf belebter Straße von einem Mann zum Spaß verprügelt.

  30. #81 | willbee.de | Videos Sounds Planung » Nordstadt Bashing sagt am 5. Juni 2011 um 15:46

    [...] Der Dortmunder Norden ist traditionelles Arbeiter- und Vergnügungsviertel. Wer Ruhe haben will, sollte sich lieber im Kreuzviertel oder gleich in Hombruch niederlassen. Das soll nun hier keine Aufforderung sein, die Ordnungshüter abzuziehen und Anarchie walten zu lassen. Nein, vielmehr gilt mein Aufruf an die verantworlichen Planer und Politiker die Nordstadt endlich differenziert zu betrachten, um differenziert auf Chancen und Gefahren einzugehen. Ein polyrationales Handeln wäre hier, wie überall anders, erwünscht. Der Knüppel und Verbote allein wreden die Nordstadt nicht sicherer machen. Dazu gehören mindestens noch die Einbindung der Eigentümer und Ladenbesitzer, die den Wettbewerb verfolgen sowie die Rücksprache mit der hiesigen Bevölkerung (alle Gruppen) durch ganz konkrete pragmatische Konfliktlösungsmaßnahmen. Das ist immer leicht daher gesagt, nichtsdestotrotz führt an solchen Maßnahmen kein Weg dran vorbei, wenn man Ursachen ergründen und nicht nur Symptome bekämpfen will. Wäre die WM 2006 nicht in Deutschland ausgetragen worden, hätte es nie einen Straßenstrich in Dortmund gegeben. Hätten Prostituierte eine politische Stimme in dieser Stadt, wäre der Strich nie geschlossen worden. [...]

  31. #82 | Sinti und Roma: „Jeden Tag verlieren wir jemanden.“ | Ruhrbarone sagt am 14. Juni 2011 um 08:56

    [...] An der Politik, die auch in Dortmund auf Ausgrenzung und Vertreibung setzte, änderte das freilich nichts. Und von der Landes- und Bundesregierung war nichts zu hören. Dabei wäre es ihre Aufgabe, auf [...]

Hinterlasse eine Antwort

XHTML: Diese Tags sind erlaubt: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>