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Nils Oskamp: „Das ist eine Kontinuität des Hasses“

Träger des Rudolph Dirks Awards 2016: Nils Oskamp für die autobiografische Graphic Novel „Drei Steine“ (Foto: Sebastian Knoke)

Dortmund – Diese Stadt hat ein Naziproblem. Neonazis schlagen Schüler zusammen und verbreiten ihre Hetze in den Schulen – und Lehrer sind mitunter Teil des Problems. Wir sind in den 1980ern. In der autobiografischen Graphic Novel „Drei Steine“ von Nils Oskamp.  Der Dortmunder erhielt für sein Werk im Dezember 2016 den wichtigsten deutschen Comicpreis, den Rudolph Dirks-Award, der im Vorfeld der ComicCon in Dortmund verliehen wurde. Weiterlesen

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Mehr Deniz Yücel lesen

Facebook-Seite zur Unterstützung von Deniz Yücel

Deniz Yücel, der Türkei-Korrespondent der Tageszeitung „Die Welt“ befindet sich in der Türkei in Polizeigewahrsam. Ihm wird die Mitgliedschaft in einer terroristischen Organisation vorgeworfen. Yücel hatte über E-Mails von Berat Albayrak, dem Energieminister und Schwiegersohn des Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdoğan, geschrieben, die eine türkische Hackergruppe verschiedenen Medien zugespielt hat.  In einer Demokratie kein Problem, in einem Land wie der Türkei, das auf dem Weg in die Diktatur ist,  ein Grund auch einen deutschen Journalisten festzunehmen. Yücel teilt damit das Schicksal hunderte Journalisten, die in türkischen Gefängnissen sitzen, verfolgt werden oder nicht mehr arbeiten dürfen.  Deniz Yücel und all die anderen verfolgten Journalisten und Journalistinnen müssen frei gelassen werden. Sie müssen ihre Arbeit in der Türkei wieder machen können. Ohne Pressefreiheit gibt es keine Demokratie.

Doch Deniz Yücel ist nicht nur ein Journalist, der sich kritisch mit dem Erdogan-Regime auseinander setzt. Yücel ist auch einer der besten Autoren Deutschlands, witzig, meinungsstark und mutig. Ganz einfach ein hervorragender Schreiber.  Wir haben seit gestern ein paar Texte gesammelt, die zu lesen wir euch ans Herz legen wollen. So richtig ist es, für die Freiheit von Deniz zu demonstrieren, so wichtig ist es auch, Deniz Yücel zu lesen:

20 Gigabyte E-Mails, die Erdogan in Bedrängnis bringen können
Hacker haben Korrespondenzen des türkischen Energieministers Berat Albayrak geknackt. Darin geht es um türkische Verbindungen zum IS und die Kontrolle der Medien
Die Welt

Erdogans bizarre TV-Rache am ZDF und an Böhmermann
Erdogan rächt sich nicht nur über politischen Druck – sondern auch mit eigenen Reportern. Einer ist nach Mainz gefahren. Herausgekommen ist ein Beitrag, der selbst für AKP-Medien irrsinnig ist.
Die Welt

Nein, du darfst nicht
Es gibt kein Menschenrecht auf Israelkritik. Schon gar nicht für Deutsche. Dass du nicht darfst, heißt übrigens nicht, dass du in der Sache recht hättest.
taz

Rambo auf türkisch
Wie Migranten in Berlin den umstrittenen Film „Tal der Wölfe“ wahrnehmen
Jüdische Allgemeine 

Super, Deutschland schafft sich ab!
In der Mitte Europas entsteht bald ein Raum ohne Volk. Schade ist das aber nicht. Denn mit den Deutschen gehen nur Dinge verloren, die keiner vermissen wird.
taz

Die richtige Seite
Die derzeitige Lage in Syrien und dem Irak macht es notwendig, die PKK/PYD als fortschrittliche Kraft zu unterstützen.
Jungle World

Schunkeln, singen, Fahnen schwingen
Deutschland, Deutschland! Über den Fußball und die Fahnen.
Jungle World

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„Wir und Heute“ – Arbeit auf der Baustelle

Heute machen wir unseren kleinen Familien-Podcast unter erschwerten Bedingungen. Wir arbeiten auf einer Baustelle. CORRECTIV ist gewachsen. Wir ziehen um in neue Büros. Martin Kaysh bringt eine Gewalterfahrung mit – so Zeug, das man eher auf einer Baustelle erwarten würde. Er wurde beim Geierabend von einem Mann „angegriffen“, der den Satz „Paul ist faul“ nicht lustig fand. David Schraven freut sich, weil er endlich eine gesellschaftliche Vision hat. Die größte Baustelle von allen.

Zu den anderen Folgen des „Wir und Heute“-Podcastes – und zum Abo des YouTube-Kanals geht es hier.

Die Hörversionen des Podcasts, sowie die Abos für iTunes und Spotify sind hier zu finden.

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Der Ruhrpilot


Ruhrgebiet:
 Proteste gegen Yildirim-Rede…FAZ
Ruhrgebiet: „Gebt eine Antwort, die die ganze Welt hören kann!“…Welt
Ruhrgebiet: Yildirim schafft sich ab…FAZ
Ruhrgebiet: Die Türkei macht im Ruhrpott Wahlkampf für Erdogan…BZ
Ruhrgebiet: 10 000 Deutsch-Türken jubeln bei Erdogan-Show…Bild
Ruhrgebiet: Tausende Deutsch-Türken bejubeln in Oberhausen Erdogans Kurs…WAZ
NRW: Das Kraft-Phänomen…Handelsblatt
NRW: Alle für Hannelore Kraft…Süddeutsche
NRW: CDU spült eigenes Wahlprogramm weich…RP Online
Debatte: Es ist das Narrativ, Dummkopf!…Wirtschaftswoche
Debatte: Wie sich die Handelskammer Hamburg kaputt siegt…Welt
Debatte: Der Umbau von Deutschland…Cicero
Debatte: Die Mitte ist zurück…FAZ
Ruhrgebiet: Nationalismus ersetzt Klassenbewusstsein…Jungle World
Bochum: Großer Beifall für beherzt aufspielende Theater-Eleven…WAZ
Dortmund: So funktioniert der Check zum Unterrichtsausfall…WAZ
Duisburg: Stadtbibliothek freut sich über mehr Kunden und Ausleihen…WAZ
Essen: Wiesemann eckt mit Juden-Vergleich an…WAZ

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Fake-News: Lügen verbinden

Fake-News gelten als Bedrohung der offenen demokratischen Debatte und als ein Geheimnis der Erfolge von Trump, Le-Pen und der AfD. Doch Fake-News sind mehr als schlichte Propaganda: Sie sind ein Element politischer Religion und verbinden die Anhänger autoritärer Ideen.

Die Berliner Journalistin Elke Wittich hat sich auf den Facebook-Seiten von „Breitbart“ umgetan, und es war nicht nur der oft geringe Wahrheitsgehalt der Artikel, der ihr auffiel: „Unter der dürren Meldung, dass der POTUS (Anmerkung: Kürzel für President of the United States) gleich nach dem Amtsantritt gelbe Vorhänge im Oval Office aufhängen ließ, entspinnt innerhalb von Minuten eine erstaunliche Diskussion: Endlich sei Schluss mit den scheußlichen Gardinen von Obama, heißt es dort zunächst. Denn dass die rot waren, sei ja nun kein Zufall, denn Rot sei bekanntlich die Farbe des Islam. Und jeder wisse doch, obwohl die Lügenpresse das nie schreibe, dass Obama Muslim sei.. Zarte Einwände, dass die Farbe des Islam eigentlich Grün sei, werden beiseite gewischt. Rot sei es und fertig. Und außerdem sei das ja auch die Farbe des Kommunismus und Obama definitiv ein „Kommunistenmuslim.“ In ihrem „Jungle World“-Text „Scheiß auf Fakten“ hat die Kollegin die „Debatte“ dokumentiert.

Egal welche Quellen angeführt wurden, wer glauben wollte, rot sei die Farbe des Islams, ließ sich davon nicht abbringen. Fakten interessierten niemand. Die bei „Breitbart“ versammelten Trump-Anhänger ignorierten sie. Und sie taten das nicht nur, weil sie angeblich dumm sind. Der Glaube an Lügen, verbunden mit der Ignoranz aller Fakten, hat eine Funktion: Gruppen bilden sich, indem sie sich auf eine Wahrheit einigen, die von allen Ungläubigen bestritten wird. Und umso besser die Argumente sind, die gegen den Unfug angeführt werden, je stärker wird der Zusammenhalt.

Das ist weder neu noch ein Phänomen rechter oder rechtspopulistischer Bewegungen. Alle autoritären Gruppen, in denen es letztlich um Unterordnung und nicht um offene Debatten geht, nutzen dieses Element von religiöser Politik. Viele Intellektuelle leugneten lange die bestens belegten Verbrechen Stalins, in ökologisch gesonnenen Kreisen lassen sich die Ängste vor Gentechnik und Glyphosat ebenso wenig durch Fakten abbauen wie der Glaube vieler Linker, die Armut würde weltweit zunehmen. Wer sich den Glaubenssätzen unterwirft, gehört dazu, wer sie anzweifelt ist draußen oder wird als Häretiker stigmatisiert.

Natürlich ist es nicht verkehrt, dem faktenresistenten Wahnsinn mit Faktenchecks zu begegnen. Solange der Glaube, dass alle Flüchtlinge Frauen vergewaltigende Wilde sind, das Ende des Freihandels zu mehr Wohlstand führt oder die Regierung Chemtrails einsetzt, um die Bevölkerung zu verseuchen, Teil einer Gruppenidentität ist, kommen rationale Argumente an ihrer Grenzen. Sie sind zu identitätsstiftend.

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Der Ruhrpilot

Binali Yıldırım Foto: ITU Lizenz: CC BY 3.0


Oberhausen:
„Eine weitere Zumutung für die deutsch-türkischen Beziehungen“…Zeit
Oberhausen: Erdogans langer Arm nach Deutschland…FAZ
NRW: Polizei fordert mehr Personal…RP Online
NRW: CDU will neues Internet-Ministerium…RP Online
Debatte: Türkei-Korrespondent Deniz Yücel in Polizeigewahrsam…Welt
Debatte: Schutz des Balkans vor Europa…NZZ
Debatte: A Chokehold on South African Universities…New York Times
Debatte: Trump macht einen kriegerischen Konflikt wahrscheinlicher…Welt
Duisburg: Kleine Fraktionen klagen gegen neues Rats-Budget…WAZ
Essen: Stadt bekämpft das organisierte Banden-Betteln…Welt
Essen: Zahl der Familiennachzüge steigt an – Wohnungen werden knapp…WAZ

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Fans fordern: Abschaffung der Aufstiegsrelegation der Fußball-Regionalligen

Foto: Robin Patzwaldt

Auf- und Abstieg sind hierzulande im Sport in der Regel üblich. Dieses seit Jahren erprobte System macht in den Augen vieler Fans einen großen Reiz des Mannschaftssports aus.

Aus Sicht der Clubs ist das natürlich eine ganz andere Sache. Bessere Planbarkeit ist hier häufig eines der höchsten Güter, welches Clubverantwortliche anstreben. Ein drohender Abstieg ist für viele Vereine daher der ‚Super-GAU‘, da er Kader- und Finanz-Planung maximal erschwert und gefährdet.

Im Spitzenbereich haben sich die wirtschaftlichen Vorteile der ‚Großen‘ inzwischen so verdeutlicht, dass in den dort üblichen Relegationsspielen zwischen den höherklassigen und den Unterklassigen Teams in der Regel der ‚große‘, sprich höherklassige Relegationsteilnehmer am Ende die Oberhand behält.

Die letzten Jahre in Auf- und Abstiegsfragen der Fußball-Bundesliga zeigen das recht deutlich. Nicht wenige Fans fordern deshalb schon die Abschaffung der Relegation zwischen 1. Und 2. Fußball-Bundesliga, um die Durchlässigkeit der Ligen so zu erhöhen, möglichst immer die ersten drei der 2. Liga am Ende, zur Belohnung für ihre starke Saisonleistung, aufsteigen zu lassen.

Etwas anders stellt sich die Lage aktuell weiter ‚unten‘ dar: Im Bereich der Regionalligen reicht derzeit nicht einmal die Meisterschaft für den sicheren Aufstieg in Liga 3. Das ärgert viele Beobachter, und vor allem auch die Fans dieser Mannschaften. Weiterlesen

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Unperfekthaus-Chef irritiert mit Juden-Vergleich

Reinhard Wiesemann, Chef des Essener Unperfekthauses, irritiert zur Zeit mit einem unpassenden Juden-Vergleich wieder einmal viele Essener. Auf Facebook setzte er die zurückgehenden Umsatzzahlen eines Essener Trump-Fans und Burger-Braters in Zusammenhang mit dem von den Nazis organisierten Boykotts Jüdischer Geschäfte, der  eine Vorstufe der Shoah war. Der Essener Nicholas Smith klagt in einem Artikel in der Rheinischen Post darüber, dass er weniger Kunden hat, seitdem Trump den „Muslim-Ban“ beschlossen hatte. Smith ist Trump-Fan und hat sich öffentlich zu dem US-Präsidenten bekannt. In dem ganzen Artikel ist, im Gegensatz zur Überschrift, nicht von einem organisierten Boykott die Rede – es geht nur um zurückgehende Gästezahlen.

Bereits vor einem Jahr sorgte Wiesemann unter seinen Freunden für Unmut, als er sich dafür aussprach, das Unperfekthaus für das Treffen eine Bürgerwehr zur Verfügung zu stellen.

Mehr zu dem Thema:

Unperfekthaus Essen: Ein Herz für die Bürgerwehr

 Unperfekthaus-Schließung: „Die Gefährder der Demokratie (von links und rechts) haben einen Erfolg“ 

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Recht kurzweilig: Chef, gib mir ein schlechteres Zeugnis!

Gina Bronner-Martin erklärt ausgewählte Themen und Urteile aus dem Wirtschaftrecht. (Foto: Andre Sebastiani)

Gina Bronner-Martin (50) ist schreibende Juristin und Medienpsychologin und lebt bei Landsberg. Ihre Artikelserie „Recht kurzweilig“ handelt von Themen und Urteilen aus dem Wirtschaftsrecht, die wir nun wöchtlich auch bei den Ruhrbaronen bringen. Den Anfang macht die Frage: habe ich einen Anspruch auf Verschlechterung meines Arbeitszeugnisses – und warum interessiert das jemanden?

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