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Wahlkampf: Zwei Pressemitteilungen in fünf Minuten

In Ruhrgebiet | Am 18 Februar 2010 | Von David Schraven

Ich habe gerade zwei Pressemitteilungen bekommen innerhalb von fünf Minuten. Die eine von der CDU, die andere von der SPD. Das ist nicht ungewöhnlich. Aber diese Pressemitteilungen beschreiben in meinen Augen wunderbar den Landtags-Wahlkampf, der uns bevorsteht, deswegen dokumentiere ich die mal.

Zunächst kam die Erklärung der SPD ins Büro geflattert. Hannelore Kraft begrüßt da den Tarifabschluss in der Metall- und Elektrobranche.

Der schnelle Abschluss in der nordrhein-westfälischen Metallbranche ist vorbildlich und ein gutes Signal, das auch über NRW hinaus Bedeutung hat. Beide Tarifparteien haben mit Augenmaß verhandelt und einen hoch innovativen Tarifabschluss vorgelegt. Die Sozialpartner haben damit in Zeiten der Wirtschafts- und Finanzkrise Verantwortung übernommen. Insbesondere der ‘Beschäftigungspakt zur Sicherung von Arbeitsplätzen’ ist ein wichtiges Zeichen, das sowohl Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern als auch den Unternehmen Planungssicherheit gibt.

Da steht nicht viel mehr, als erwartbares Wahlkampfgeblubber.

Die andere Mitteilung kam von Hendrik Wüst, Generalsekretär der CDU in NRW. Er schreibt:

Die Kreuze müssen hängen bleiben

Unser Land hat nicht nur eine christliche Tradition, sondern basiert auf christlichen Werten. Deswegen müssen die Kreuze in den Gerichten hängen bleiben. Wenn sich Andersgläubige gestört fühlen, muss dann halt mal der Hausmeister kommen und es abhängen. Aber grundsätzlich gilt: Wenn wir ein Staat mit christlichem Fundament sind, dann gehören Kreuze in die Gerichte.

Als hätten wir nicht andere Probleme. Auch hier Wahlkampfgeblubber. Und die Worte: christliche Tradition, christliche Werte und christliches Fundament. Begriffe, die Wüst für seine Partei besetzen will.

Spannend ist in meinen Augen die Ausrichtung der beiden Wahlkämpfer auf ihre eigene Klientel. Dieser Versuch die Katholischen katholischer zu machen. Wir werden davon sicher noch viel mehr erleben. Mich würde allerdings eher interessieren, was mit dem Land passieren soll. Als die Versuche, im eigenen Lager zu punkten.


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Dortmunder SPD-Theater wird übler

In Ruhrgebiet | Am 18 Februar 2010 | Von David Schraven

dortmund_rathaus

dortmund_rathausIch habe gerade einen Bericht in der Welt gelesen. Von Kristian Frigelj. Eine echt guter Mann, mit dem ich auch hin und wieder zusammenarbeite. Frigelj jedenfalls schreibt eine spannende Geschichte über den neu zu wählenden Kämmerer in der SPD-Hochburg Dortmund. Über den Noch-Kulturdezernent derzeit nur kommissarischen Stadtkämmerer Jörg Stüdemann (SPD).

Die Geschichte ist ziemlich einfach und zeigt, wie teuflisch tief die SPD im Dortmunder Sumpf festgefahren ist. Denn ausgerechnet Stüdemann, der als Saubermann die Partei in der Stadt wieder hoffähig machen sollte, ist für unzulässige Zahlungsanweisungen beim Theater Dortmund mitverantwortlich.

Kristian Frigelj stützt seinen Bericht auf eine Untersuchung des Rechnungsprüfungsamt (RPA) vom Jahresende 2009. Die Kontrolleure kommen nach einjähriger Prüfung in ihrem „Sonderbericht Theater Dortmund“ zu dem Ergebnis, dass es schwere Versäumnisse im Umgang mit Finanzen gab. Demnach gibt es Hinweise, dass sich der frühere technische Direktor der Städtischen Bühnen, Detlef Plümecke, auf Kosten des Theaters bereichert hat. Laut Gesamtbericht hat er für private Zwecke Fernseher, Laptop und Herd gekauft und als Requisite deklariert. Die Staatsanwaltschaft ermittelt bereits wegen des Verdachtes auf Betrug und mögliche Veruntreuung öffentlicher Gelder. Ist das übel?

Denn nun gerät ausgerechnet Stüdemann (SPD) in Erklärungsnot. Selbst seine geplante Wahl zum ordentlichen Stadtkämmerer am heutigen Donnerstag könnte in Frage gestellt sein. Die Rechnungsprüfer haben nämlich festgestellt, dass Plümeckes Machenschaften durch fehlerhaftes oder nachlässiges Verhalten mehrerer leitender Personen erleichtert wurde.


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Waldorf-Kritik: Wenn das Licht ausgeht

In Ruhrgebiet | Am 18 Februar 2010 | Von Stefan Laurin

hacken

hackenSeit Monaten wird bei uns immer wieder über Waldorfpädagogik und Anthroposophie gestritten. Unser Gastautor Valentin Hacken ist Vorstand der WaldorfSV, der bundesweiten Schülervertretung der Waldorfschulen, Schüler der Freien Waldorfschule Offenburg und widerspricht in seinem Beitrag denThesen unseres Stamm-Gastautors Andreas Lichte.

Rudolf Steiner hat mit der Entwicklung der Anthroposophie und den daraus entstandenen Bewegungen in Wirtschaft, Kunst, Medizin, Pädagogik, Landwirtschaft und Forschung erstaunliches angestoßen. Nach knapp hundert Jahren sind viele Ansätze immer noch bemerkenswert aktuell, sind zeitlos, während andere als Kind ihrer Zeit heute keine Berechtigung, keinen Sinn mehr haben.

Die Waldorfschulbewegung verantwortet also einen Teil des „anthroposophischen Erbes“, den Teil, welcher die ersten Entwicklungen der Waldorfpädagogik enthält. Der allgemeine Diskurs über die Anthroposophie oder Steiner ist an den Waldorfschulen falsch aufgehoben, genauso wie bei den biologisch-dynamischen Landwirten oder den Eurythmisten, der Diskurs über Anthroposophie ist am besten bei genuin anthroposophischen Einrichtungen, etwa der Rudolf-Steiner-Nachlassverwaltung oder der Anthroposophischen Gesellschaft verortet.

Die Auseinandersetzung mit Rudolf Steiner ist allein schon wegen der Ausmaße seiner Gesamtausgabe, über 300 Bände, keine einfache Aufgabe. Um sich dabei nicht auf querlesende Kritiker oder interne Untersuchungen verlassen zu müssen, beauftragte die Anthroposophische Gesellschaft in den Niederlanden eine Kommission unter Leitung des international renommierten Menschenrechtsanwalts Th. A. van Baarda mit der Prüfung der Rassismusvorwürfe. Quantitativ handelt es sich in über 89.000 Seiten um 67 nach Bewertung der Kommission diskriminierende Aussagen. In der Analyse des Gesamtwerkes kam die Kommission zu der Ansicht, dass Rudolf Steiner definitiv keine rassistischen Ansichten vertrat; entsprechende Äußerungen Steiners gibt es zur genüge.


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Jamie T.

In Ruhrgebiet | Am 18 Februar 2010 | Von Stefan Laurin


Jamie T., 19. Februar, 19.00 Uhr, Gebäude 9, Köln


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Westerwelle Streit: Kein brauner Sumpf in Sicht

In Ruhrgebiet | Am 18 Februar 2010 | Von Stefan Laurin

westerwelle_public_domainNoch blöder als Karneval ist kein Karneval. Und kein Karneval fängt am Aschermittwoch an. Den gibt es selbstverständlich auch in der Politik, wo er – wie sinnig – politischer Aschermittwoch heißt. Die ganze Veranstaltung kommt aus Bayern. Das Copyright für diesen Event hat eigentlich die CSU, in Person des unvergessenen Franz-Josef Strauß. Von unserem Gastautor Werner Jurga

Im Laufe der Zeit hat sich die Bierzelt-Politik epidemisch auf die anderen Parteien ausgebreitet, teilweise sogar auf Orte außerhalb des bajuwarischen Freistaates. Allerdings: die Top-Veranstaltungen aller Parteien finden auf bayrischem Boden statt. Und die besten, weil die eigentlichen und unerreichbaren, sind nun einmal die Christsozialen.

Horst Seehofer, als ihr Vorsitzender sozusagen der Statthalter Franz-Josefs auf Erden, hatte dann auch den Volltreffer des Kein-Karneval-Auftakttages, als er das Palaver, das seit einer Woche die politische Debatte des Landes zu beherrschen scheint, einordnete als „Kein Tsunami, nur eine Westerwelle“. Kein Karneval scheint doch nicht so schlecht zu sein.

Man empörte sich nach Kräften über Westerwelles Gastbeitrag in der „Welt“ zur Altweiberfastnacht. Am letzten Donnerstag, also den 11. Februar 2010, gab der FDP-Vorsitzende zum Besten: “Wer dem Volk anstrengungslosen Wohlstand verspricht, lädt zu spätrömischer Dekadenz ein.” Dies ist der meist zitierte Satz aus dem auch ansonsten abgrundtief langweiligen Beitrag.

Ich wurde jedoch den Eindruck nicht los, diese Weisheit wie auch jeden anderen Baustein aus diesem die Republik in ihren Grundfesten erschütternden Dokument schon einmal irgendwie, irgendwo und irgendwann von Deutschlands Freiheitskämpfer Nummer Eins vernommen zu haben.


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Ruhrpilot – Das Navigationssystem für das Ruhrgebiet

In Ruhrgebiet | Am 18 Februar 2010 | Von Stefan Laurin

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Ruhrgebiet: Mentalitätswechsel durch Architektur?…Exportabel Pleite: Kündigt Dortmund Sozialarbeitern?…Der Westen Pleite II: Bochum hat gar nix mehr…Der Westen Pleite III: Schlosstheater Moers vor dem Ende…RP Online VRR: Streit um Bahn-Vertrag…RP Online Film: Frauenwunder…Gelsenkirchen Blog Kunst: Anton Stankowski…Hometown Glory Social Media: Schelme wie wir…Blogbar Ruhr2010: RuhrHochDeutsch…Ruhr Nachrichten Online: Demo gegen Netzsperren…Netzpolitik Dortmund: Langemeyer möchte nicht Alt-OB werden…Der Westen Recht: Keine Kreuze im Gericht?…Law Blog Internet: Studenten testen Apps…Ruhr Nachrichten


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Online-Ausstellung-Tasch II: Gladbeck nach Mitternacht

In Ruhrgebiet | Am 17 Februar 2010 | Von Stefan Laurin

gladbeck-nach-mitternacht_k

gladbeck-nach-mitternacht_kIn den nächsten Wochen wird hier bei den Ruhrbaronen unsere erste Online-Ausstellung mit Werken von Stephan Tasch zu sehen sein.

Das zweite Bild trägt den Titel “Gladbeck nach Mitternacht”, 2000, Aquarell, Pastellkreide, Tusche auf Leinwand.

“Gladbeck nach Mitternacht” groß

Zum ersten Bild: Köpfe


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Weitere dubiose Vorgänge im Ministerium von CDU-Uhlenberg

In Ruhrgebiet | Am 17 Februar 2010 | Von David Schraven

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uhlenbergkuhFoto: Umweltministerium / Der Umweltminister Eckhard Uhlenberg (CDU) steht links

Das Ermittlungsverfahren gegen den ehemaligen Abteilungsleiter im NRW-Umweltministerium Harald F. ist festgefahren. Alle Vorwürfe aus dem Haftbefehl mussten fallengelassen werden, nur wenige Randvorwürfe werden von Staatsanwalt Ralf Meyer aus Wuppertal noch aufrechterhalten und vom Landeskriminalamt (LKA) verfolgt. Da geht es um Currywürste und Braten oder sechs mehr oder weniger belanglose Schreiben, die im privaten Büro von Harald F. herumgeflogen sind. Nach Ansicht der Generalstaatsanwaltschaft allesamt Dinge, die kaum zu einer Anklage reichen, und mit denen ich mich hier nicht weiter beschäftige. Denn es gibt noch einen Vorwurf, der allerdings interessant ist.

Es geht um Computerkarten und eine angeblich manipulierte Ausschreibung. Ich habe den Eindruck, als habe die Verfolgung des Staatsanwaltes aus Wuppertal und der Druck des LKA eine persönliche Note bekommen. Eine Note, die man auch Wut nennen könnte. Vernichtungswut.

Zunächst ist bereits klar, denke ich, wie das Ermittlungsverfahren gegen den Ex-Abteilungsleiter angestoßen wurde. Es war eine Art Intrige, die von der Spitze des Umweltministeriums befeuert wurde. Die Spuren dieser Intrige habe ich hier nachgezeichnet. klick

Selbst Minister Eckhard Uhlenberg musste vor dem Untersuchungsausschuss im Landtag NRW zugeben, dass er in Grundzügen über die Nummer informiert war – auch wenn er es nicht für eine Intrige hält, sondern für ein ganz normales Vorgehen, was ein eher schlechtes Licht auf den CDU-Politiker wirft.

Aber egal. Ich will den Vorwurf mit den Computerkarten nachzeichnen. Hier muss ich früh ansetzen. Bei einer Geschichte, die lange zurückliegt. Damals, als Harald F. noch Abteilungsleiter im NRW-Umweltministerium war.


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Apple kommt ins Ruhrgebiet

In Ruhrgebiet | Am 17 Februar 2010 | Von Stefan Laurin

apple

Apple-Stores gibt es in Deutschland in Hamburg, München und Frankfurt  - und bald im Ruhrgebiet. Denn offensichtlich plant Apple einen Store im CentrO in Oberhausen. Mitarbeiter werden schon gesucht. Ich hoffe der Store öffnet im Sommer – ich stelle es mir blöd vor, vier Nächte im Schnee zu schlafen, nur um die Eröffnung mitzuerleben. Via Macwelt


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MSV-Präsi-Hellmich: Ärger bei der Alemannia in Aachen

In Ruhrgebiet | Am 17 Februar 2010 | Von Stefan Laurin

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Duisburg, St. Pauli und jetzt Aachen.Handwerker haben Streit mit der Walter Hellmich Bau GmbH. Der Streit zwischen dem Dinslakener Bauunternehmer und MSV Präsidenten und einem Aachener Maler droht nun zu eskalieren. Es geht um fast 300.000 Euro. Klagen nicht ausgeschlossen.

Der Bauunternehmer Frank Stelljes aus Bremervörde weiß über Walter Hellmich Baugesellschaft nur Gutes zu berichten: „Als es mit den Zahlungen hakte, gab es Streit, dann haben wir uns zusammengesetzt und das Problem gelöst.“ Die Zahlungsmoral auf dem Bau, das sei ein düsteres Kapitel, aber Hellmich sei mit seinem Unternehmen beim Bau der Südtribüne des neuen Stadions am Millerntor, dem Renommeeprojekt des Zweitligisten St- Pauli, ein realtiv fairer Partner gewesen. Immerhin – als mit dem Stopp der Arbeiten gedroht wurde, hat er gezahlt.

Das würden die Handwerker auch gerne sagen können, die sich in der vergangenen Woche in der Wohnung von Maler Michael Severich in Aachen-Laurensberg trafen. Sie alle haben ein gemeinsames Problem: Sie haben als Subunternehmer für die Walter Hellmich Bau GmbH am Neubau des Aachener Tivolis gearbeitet. In einer Rekordzeit von 13 Monaten haben sie das neue Tivoli hochgezogen. Hellmichs Unternehmen wollte sein Versprechen halten, dass die Alemannia den Saisonauftakt 2009/2010 im neuen Stadion feiern konnte. Das gelang – auch wenn die Feier ausblieb: Aachen verlor 0-5 gegen St. Pauli.


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CAST INC. – DAS GESCHÄFT MIT DEM ERFOLG

In Ruhrgebiet | Am 17 Februar 2010 | Von Wattenscheider Schule Bastian Schlange Patrick Joswig

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mugshot_openerBlut. Überall war Blut. An unseren Händen, auf dem Fußboden, überall. Wir sind schuldig. Wir haben unseren Nachbarn erschlagen, seinen Schädel mit einem Spaten gespalten und das Hirn im Geräteschuppen verteilt. Wir hatten keine Wahl. Ihr hättet genauso gehandelt. Tut man nicht alles für den Ruhm? Für die Glitzerwelt der Reichen und Schönen, für Champagner, Groupies und Unsterblichkeit. Die Anklagebank von Barbara Salesch wird unser Sprungbrett sein. Wir waren bei einem Casting der Produktionsfirma filmpool. Ein Erlebnisbericht von Herrn Schlange und Herrn Joswig.

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PROLOG: Die Stehascher am Eingang zum Hotel Bredeney, Essen, 14.12 Uhr:

Erzählerstimme aus dem Off (sonorer, verrauchter Klang): Wie sagte Marilyn Monroe einst? Hollywood ist ein Ort, wo sie Dir 50.000 Dollar für einen Kuss und 50 Cent für Deine Seele zahlen. Deine Seele bedeutet im Jetzt nichts. Existiert ein Stuhl, wenn Du ihn nicht anschaust? Bist Du da, wenn Dich niemand sieht? Wir sind nur die Spiegelbilder in den Augen der anderen. Die einfachste Flucht aus der Bedeutungslosigkeit ist der Weg auf die Bühne. Talent spielt in dieser Welt keine Rolle, es zählt der Wille.

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Regennasser Asphalt. Den Parkplatz vor dem vier Sterne Hotel überzieht ein matter Glanz. Menschen drängen sich unter dem kleinen Vordach des Eingangs, suchen Schutz vor dem Nieselregen. Ihre Finger halten sich an Zigaretten fest, während Anspannung von ihren Gesichtern bröckelt wie der Putz von einer alten Häuserfassade.

„Krass, ich hab da gesessen und fast geheult, so sehr hab ich mich in die Rolle reinversetzt. Und in das da, was mit dem Mädchen passiert ist.“

„Ich bin auch voll froh, dass ich es hinter mir hab. Im Zimmer nebenan hat einer voll geschrien. Das war echt total heftig.“

Das Reden scheint wie ein Akt der Befreiung für die zwei Teenager. Vielleicht 16 oder 17 Jahre alt. Ihre Haare sind blondiert, ihre Ärsche stecken in kurzen Röcken, die kindlichen Züge sind hinter Make-Up versteckt. Daneben eine Mutter, die mit Autoschlüsseln klimpert. Sonntagsausflug – powered by emotion.


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Joey Cape

In Ruhrgebiet | Am 17 Februar 2010 | Von Stefan Laurin

Joey Cape, Donnerstag, 18. Februar, 20.00 Uhr, Underground, Köln


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Ruhrpilot – Das Navigationssystem für das Ruhrgebiet

In Ruhrgebiet | Am 17 Februar 2010 | Von Stefan Laurin

muschel

Studium: Börps…Muschelschubserin Karneval: Pannekopp-Orden für Middelhoff…Ruhr Nachrichten NRW: CDU auf Kuschelkurs…Ruhr Nachrichten NRW II: FDP braucht Wende…RP Online NRW III: FDP will mit Hartz punkten…Welt NRW IV: Wahkampfrede für alle…Pottblog Sekten: Keine Konto für Gelsenkirchener Maoisten…FTD Ruhr2010: U auf Kosten der Kultur?…Der Westen Kultur: Aus für Factory…Der Westen Kultur II: Bier…Genussbereit Computer: Twittern mit dem VC20…Kueperpunk


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3 FÜR 7 – 3 ausgewählte Veranstaltungen der Woche

In Ruhrgebiet | Am 16 Februar 2010 | Von Jens Kobler

tinateubner

tinateubnerEs gibt erstaunlich viele Leute, die so tun, als seien sie total weltoffen und nicht auf typisch deutsche oder europäische Weise kulturell geprägt worden. Im positiven wird dann gesagt: Na klar, gerade wegen Aufklärung und Demokratie und so (die es ja nunmal irgendwie hier gibt), sei der Mensch hier ja so kritikfähig, anderen ja auch so ein bisschen überlegen und – na, klar – auch echt weltoffen. Im negativen Sinne könnte gesagt werden: Hierzulande wird sich in derartig vielen Facetten mit sich selbst beschäftigt, dass andere Kulturen erst dann erkannt werden, wenn sie sich als “das Fremde” manifestieren. In diesem Sinne drei Mal typisch Hiesiges: “Was ist Heimat?”, Tina Teubner & Ben Süverkrüp, “TV Eye Labelfest”.

“Junge Fußballfans in Wort und Bild” kommen bei “Was ist Heimat?”, einer Veranstaltung der Schalker Fan-Initiative in der Flora, zum Zuge. Diese moderne, Sport affine Variante einer Landschaftsjugend hat aber nun erstaunlicherweise genau nicht Hools und renitente Gelsen-Blockwarte zu Gast, sondern “jugendliche Mitglieder eines Gelsenkirchener Galatasaray-Fan-Clubs, die Band „The Herbs“ von Consol 4, Besucher des Schwul-Lesbischen Jugendzentrums „The Point“, Studierende am Weiterbildungskolleg Emscher-Lippe bis hin zu jungen Menschen in der Jugendberufshilfe Stadt Gelsenkirchen”. Weil die ja noch lernen müssen, was Heimat heißt? Weil das, was die zum Thema sagen, total unverdächtig sein sollte, irgendwie rechts oder regionalistisch zu wirken? Der OB, ein paar Sportler und andere lokale (Polit-)Promis werden auch da sein und für hübsche Bilder posieren. Schade, dass niemand aus anderen Heimaten eingeladen ist.

Die spannenden, leicht durch den Kopf-Fleischwolf gedrechselten Tiefen und Untiefen tagtäglichen Beziehungsstresses sind mal wieder Thema bei Tina Teubner und Begleitung (Foto: Promo). Vielleicht endlich mal wieder ein ausverkauftes Katakomben Theater? Dort übrigens immer wieder angenehm: Die freundliche Distanz, mit der die zum Großteil Türkei stämmigen Betreiber sich all die immer wieder auf der Bühne ausgebreiteten, individuellen Zivilisationskrankheiten der Künstlerinnen und Künstler anschauen – auch wenn mal eine frischgebackene Trägerin des Deutschen Kleinkunstpreises 2010 (Sparte Chanson) anwesend ist – oder gerade dann?


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Petition gegen Nacktscanner vor dem Scheitern

In Ruhrgebiet | Am 16 Februar 2010 | Von David Schraven

nacktscannerDie Online-Petition gegen den Einsatz von Nacktscannern in Deutschland droht zu scheitern. Nur knapp eine Woche vor Ende der Zeichnungsfrist haben erst rund 16.000 Menschen die entsprechende Liste des Bundestages unterzeichnet, und so den Petitionsausschuss aufgefordert, elektronische Entkleidungsgeräte an Flughäfen zu verbieten. Damit die Diskussion den Bundestag auch erreicht, müssen aber bis zum 23. Februar mindestens 50.000 Menschen die Petition unterschreiben.

Die Liste wurde von Norbert Hense aufgesetzt. Der Mann ist für die Piratenpartei unterwegs. Aber auch das sollte nicht stören, die Petition mit zu unterschreiben. Meiner Ansicht nach verletzten die Nacktscanner die Würde des Menschen.

Einfach so – ohne Verdacht – Leute auszuziehen, kann nicht OK sein. Ich finde, wir dürfen nicht für einen totalitären Sicherheitsbegriff unsere letzten Intimsphären offenbaren. Hier ein längerer Text zum Thema: “Unsere Würde ist antastbar”

Ich fände es gut, wenn noch Leute bei der Online-Petition unterschreiben.