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Das Ende der Brezelzellen

In Ruhrgebiet | Am 8 Dezember 2008 | Von Ulrike Traub

Ein Wochenende mit Keksen, Brezeln und Bratwurst: Theater in Bochum, Weihnachtsmarkt in Hattingen

Am Freitag war ich in den Kammerspielen und habe mir „die Komödie der Irrungen“ angesehen. Das war jetzt keine vollständige Katastrophe, aber ich hätte auch 2 Stunden zu Hause bleiben, meine Beine ausstrecken und Laurel und Hardy auf Youtube gucken können. Alleine die James Last-Platte hätte mir gefehlt, aber man kann ja nicht alles haben. Es ist begrüßenswert, dass der Abschlussjahrgang der Bochumer Schauspielschüler sich in einer Inszenierung in den Kammerspielen präsentieren darf, aber leider werden immer Komödien ausgesucht, die sonst nicht gespielt werden, und das aus guten Grund. Verwechslungsgeschichten können lustig sein, sind aber meistens nur verwirrend, und wenn man mal verstanden hat, wer wer…


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Land plant Entlastungen für Pleite-Städte

In Ruhrgebiet | Am 8 Dezember 2008 | Von Stefan Laurin

Die Oberhausens, Hagens und Waltrops des Landes dürfen hoffen: Das Land arbeitet an einem Rettungskonzept für Pleite-Städte.

Landtag NRW. Foto: nrw.de

Nach unseren Informationen plant das LAnd NRW einen Rettungsfonds für Pleite-Städte. So soll die Lebensfähigkeit von Kommunen gesichert werden, die unter dem Nothaushaltsrecht des Landes stehen. Auch Städte wie  Hagen, die ihre schlechte Haushaltssituation unter anderem durch Zockergeschäfte mitverursacht haben, könnten so wieder Luft zum Atmen bekommen. Durch das Geld des Landes soll vor allem sichergestellt werden, dass Kommunen den Eigenanteil aufbringen können, den sie benötigen, um Fördergelder zu erhalten. Städte die seriös gehaushaltet haben lernen nun: Sparen lohnt sich nicht.…


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Olli Schulz

In Ruhrgebiet | Am 8 Dezember 2008 | Von Stefan Laurin

Olli Schulz, 9. Dezember, 20.00 Uhr. Matrix, Bochum


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Merkels Reise ohne Wert

In Ruhrgebiet | Am 8 Dezember 2008 | Von Paul Havers

Der Klimaschutz ist eine prima Sache: Um beim Wahlvolk zu punkten, holt man ihn aus dem Schrank und wenn es wirtschaftlich eng wird, dann kommt er da wieder rein. So verfährt auch Angela Merkel.

Medienwirksam ließ sich die Bundeskanzlerin an den Nordpol schippern, um den Eisbergen beim abtauen zuzuschauen. Sie war dann auch gleich ganz schockiert und kündigte an, sich stärker für den Schutz unserer Umwelt einzusetzen. Klimaschutz müsse stärker im Bewusstsein der Bürger verankert werden, lautete die Parole nach der Bootstour im August vergangenen Jahres. Jetzt kippt Merkel das Thema Klimaschutz über Bord, die Wirtschaft geht vor. Der „Bild“-Zeitung sagte die Kanzlerin: „Der EU-Gipfel wird keine Klimaschutz-Beschlüsse fassen, die in Deutschland Arbeitsplätze oder Investitionen gefährden. Dafür werde ich sorgen.“

Zwischen Merkels Nordpolreise und heute hat sich einiges in der Welt verändert. Teile der Wirtschaft wie das Bankenwesen oder die Automobilindustrie sind kollabiert oder stehen mit dem Rücken zur Wand. Der Staat – also wir – machen Milliarden locker, um die Konzerne vor dem Aus zu retten. Rund läuft es weiterhin bei den Unternehmen aus den Bereichen der Erneuerbaren Energien, die Branche weist weiterhin hohe Zuwachsraten aus. Auch dafür schießen wir Bürger eine Menge Geld zu: Subventionen beim Aufbau neuer Werke und durch höhere Strompreise.


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Klink: Nur nicht anecken

In Ruhrgebiet | Am 8 Dezember 2008 | Von Stefan Laurin

Gleich hält RVR-Chef Klink seine Rede vor dem Ruhrparlament: Ihre Überschrift: "Zukunft des RVR"

Visionäres hat ohnehin kaum jemand von Heinz-Dieter Klinks Rede erwartet – und diese eher geringe Erwartungshaltung enttäuscht Klink nicht: Vor allem ist seine Rede, deren Manuskript mir vorliegt, geprägt von Rücksichtnahme auf die Städte. Was ist das Ruhrgebiet?  Klink: "„Metropole Ruhr“ ist in diesem Sinne keine allein administrative Einheit, schon gar keine hierarchische Begriffskategorie einer Überordnung der Region gegenüber den Städten und Kreisen des Ruhrgebiets, es ist auch keine einfache Addition der kommunalen Potentiale, sondern „Metropole Ruhr“ ist eine politische Strategie, die die Qualitäten, Dynamiken und Perspektiven der Kommunen der Region durch Vernetzung und gemeinsame Profilschärfung in einen größeren Bezugsrahmen stellt, der auch externer Aufmerksamkeit sicher sein kann. So…


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Unterwegs zu Leiharbeitern – es wird kalt

In Ruhrgebiet | Am 7 Dezember 2008 | Von David Schraven

Foto. flickr.com / Mananis Welt

In der vergangenen Woche war ich bei Leiharbeitern unterwegs. Es war traurig, was ich gesehen habe. Womit Menschen leben müsen, welche Verträge sie unterschreiben sollen und unterschreiben.

Ich fang an Abdelmajid Hadjeri. Der 58-jährige hat eingefallene Wangen, graue Haare und dunkle, traurige Augen. Er scheint einer der Menschen zu sein, die lieber schweigen, als zu reden. Abdelmajid Hadjeri ist gelernter Maschinebautechniker. Als Facharbeiter hat er 35 Jahre in Fabriken gearbeitet. Wegen einer Erkrankung musste er in Frührente. Weil die zu klein ist, muss er sich etwas als Leiharbeiter dazu verdienen. Hadjeri lebt in Wuppertal, in einer kleinen Wohnung mit seiner Frau. In der Lokalzeitung fand er ein Jobangebot bei einer Zeitarbeitsfirma. Er fuhr hin.

Was Hadjeri dann erlebte, ärgerte ihn so stark, dass der Mann anfängt zu sprechen: „Wir prangern Kinderarbeit und Ausbeutung in der dritten Welt an. Doch hier in Deutschland haben wir Hungerlöhne.“

In einer Eidesstattlichen Versicherung, die mir vorliegt, beschuldigt Hadjeri die Firma Gens Personalmanagement in Wuppertal ihm einen Stundenlohn in Höhe von 2,71 Euro Brutto als Fahrer angeboten zu haben.


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Ex-WAZ-Chef Uwe Knüpfer: “Der Fisch stinkt vom Kopf”

In Ruhrgebiet | Am 7 Dezember 2008 | Von Stefan Laurin

Uwe Knüpfer, von 2000-2005 Chefredakteur der WAZ, zum Stellenabbau bei der WAZ-Gruppe und den Perspektiven von Regionalzeitungen. Mit er der WAZ als Tageszeitung ist er aufgewchsen.

Uwe Knüpfer Foto: Privat

Ruhrbarone: Die WAZ hat am Freitag das Aus für 260 Redakteure  verkündet. Wäre so etwas in Ihrer Zeit denkbar gewesen?
Uwe Knüpfer: Nein, die WAZ war damals eine erfolgreiche Zeitung, die in
einem erfolgreichen Verlag erschien. Außerdem verstand sich die WAZ immer als „entschieden sozial“, und Anneliese Brost achtete in der Tradition ihres verstorbenen Mannes, des WAZ-Gründers Erich Brost, darauf, dass mit den Mitarbeitern menschlich umgegangen wurde.

Ruhrbarone: Aber die WAZ-Gruppe macht im Ruhrgebiet Verluste.
Knüpfer: Es werden von der Geschäftsführung Zahlen genannt, die nicht überprüfbar sind. Aber man darf nicht vergessen: NRZ, WR und WP wären seit Jahrzehnten defizitär, wenn sie nicht  in der WAZ Gruppe aufgegangen wären. Aufwändige  Lokalausgaben im ländlichen Raum und in Konkurrenzgebieten erhält  man nicht aus betriebswirtschaftlichen Gründen, sie wurden aufrecht erhalten, weil man darin einen publizistischen Auftrag sah.

Ruhrbarone: Künftig sollen die Mantelteile von WAZ, NRZ und WR von einem gemeinsamen Newsdesk erstellt werden und in keiner Stadt es soll mehr zwei Lokalteile geben.
Knüpfer: Dass die WAZ Mediengruppe in Strukturen der 1970er Jahre erstarrt war und sich daraus befreien muss, weiß jeder, der sich über das Zeitungs-Angebot im Ruhrgebiet ärgert. Aus  einer Ansammlung zechenfixierter  Industriedörfer ist hier eine komplexe Riesenstadt geworden. Wenn das Publikum sich rasant ändert, das publizistische Angebot aber kaum, entsteht ein wachsendes Problem. Nur sollte man, wenn man ein hergebrachtes Porzellangeschäft renoviert, tunlichst nicht damit beginnen, sämtliches Porzellan im Laden zu zerdeppern. Newsdesk ist ein Modebegriff. Dahinter steht die Idee, Zeitung so zu produzieren wie Brötchen:


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SPD kontra WAZ-Sparpläne

In Ruhrgebiet | Am 6 Dezember 2008 | Von Stefan Laurin

Der Landesvorstand der SPD hat sich mit einer Erklärung gegen die Pläne der WAZ gestellt, Lokalredaktionen zu schließen und Redakteure zu entlassen.

Die Sozialdemokraten befürchten, dass die  Pläne der WAZ-Gruppe zu einem "demokratisch fragwürdigen Meinungsmonopol führen." Zudem erklärte die SPD, dass wegen des bevorstehenden Kulturhauptstadtjahres eigentlich ein Ausbau des journalistischen Angebotes nötig wäre.…


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Shamelessness and lies

In Ruhrgebiet | Am 5 Dezember 2008 | Von Marcus Bensmann

Die Deutsche Welle hat sich von dem usbekischen Partnerinstitute getrennt. Deren Leiterin Gulnara Babadschanowa hatte in einem Hassfilm gegen Journalisten mitgemacht. Damit wurde sie und ihre Organisation für die Deutsche Welle nach anfänglichem Zögern dann doch untragbar. Sie und ihre Organisation ist von der Webseite der Deutschen Welle verschwunden. Ich hatte über den Skandal auf Ruhrbarone, im NDR und in der Taz berichtet. Gulnara Babadschanowa beschreibt nun auf der regimenahen webseite uzreport.com in Usbekistan ihre Sicht der Dinge. Der Text wurde extra für geneigte Leser außerhalb Usbekistans auch ins Englische übersetzt. The floor is open…

"Shamelessness and lies as life principles

Western periodicals have recently published the materials of a scandalously known journalist, Markus Bensmann. Shortly after


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Das Jahr der schlechten Nachrichten

In Ruhrgebiet | Am 5 Dezember 2008 | Von Christoph Schurian

Ein Drehbuch, das wär jetzt gut,

wie man die Krise überstehen tut.

Doch statt der Kladde mit nem Plot,

labern Konsumankurbler, Steuersenker, Beraterschrott.

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Sie rufen: Erleichterungen müssen her

 für Mittelstand, Arbeiter und Handwerker!

Erleichterungen, die jeder merkt,

 drums Geld nicht spart und nicht vermehrt.


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Schacht 8: Soziokultur light

In Ruhrgebiet | Am 5 Dezember 2008 | Von Stefan Laurin

In den 90er Jahren war der Schacht 8 in Marl eines der wichtigsten soziokulturellen Zentren des Revier – 2001 kam dann das vorläufige Aus. Nun soll es wieder losgehen. Ganz ordentlich.

Der Kreis Recklinghausen ist nicht gerade bekannt für sein aufregendes Nachtleben: Das Flexi in Recklinghausen Süd – ältere Menschen werden sich noch daran erinnern – wurde durch immer absudere Auflagen so lange gefoltert, bis es schließlich geschlossen wurde und auch der Schacht 8 in Marl hatte ein ähnliches Schicksal:  Zur dauerhaften Finanznot gesellte sich noch der Ärger mit querulantisch-veranlagten Nachbarn und so kam 2001 dann das endgültige Aus für den Schacht 8.

Nun soll es  weiter gehen – eine gute Nachricht für die Stadt Marl, denn so muss sie  die in den Jahren…


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Das Elend geht weiter – Zeit für neue Ideen

In Ruhrgebiet | Am 5 Dezember 2008 | Von David Schraven

Die WAZ entläßt, Gruner und Jahr kürzt. Und andere wollen folgen. Selbst die taz steht, wie Gerüchte besagen, im kommenden Jahr mal wieder vor einer Rettungskampagne

Ach, da wird einem ganz kalt ums Herz. Und dann wieder warm. Wozu die Trauer? Es geht immer weiter. Irgendwie. Die Menschen wollen immer Geschichten hören. Es kommt darauf an, sie zu erzählen.

Wie so oft, sind uns die Amerikaner voraus. Dort gibt es analog zu Poetry Slams sogenannte Moth-Story-Slams. Da werden die besten Geschichtenerzähler gesucht. Cool. Sowas sollten wir auch bei uns machen.


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Tom Liwa

In Ruhrgebiet | Am 5 Dezember 2008 | Von Stefan Laurin

Tom Liwa, 5.12., 21.00 Uhr, Area51, Hilden

Mehr Kultur gibt es bei Unruhr – dem Magazin für ruhrbane Destabilisierung


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Aufguss 2008 – Coffee & TV lässt wählen

In Ruhrgebiet | Am 5 Dezember 2008 | Von Stefan Laurin

Coffee & TV bereitet den Aufguss 2008: In 20 Kategorien "die besten Irgendwasse des zurückliegenden Kalenderjahres" geählt werden.

In 20 Kategorien wie "Album des Jahres", "Beste Fernsehserie" oder "Beste Website" können die Leser ihre Lieblinge angeben und mit ein wenig Glück auch etwas gewinnen. Zum Beispiel Grand Hotel van Cleef Fanpakete oder ein Mixtape von Coffee & TV.
Mit große Spannung wird in Berlin sicher auch die Wahl zum "Depp des Jahres" erwartet. Im vergangenen Jahr sicherte sich Wolfgang Schäuble diesen begehrten Preis – mal schauen, ob es für ihn auch in diesem Jahr wieder reicht.

Hier geht es zur Wahl


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Gewerkschaftsfunktionär wird WR-Chef

In Ruhrgebiet | Am 4 Dezember 2008 | Von Stefan Laurin

Kurz vor der Betriebsversammlung am morgigen Freitag in der Lichtburg muss sich ein Kollege aus der WAZ-Gruppe keinen Sorgen um seinen Job machen.

Malte Hinz, seines Zeichens Vorsitzender der Deutschen Journalisten Union (DJU) bei verdi, wird neue Chefredakteur der Westfälischen Rundschau. Er folgt nach einem Bericht der FAZ der bisherigen WR-Chefin Kathrin Lenzer, die überraschend gekündigt hat und sofort beurlaubt wurde.

Im Blog der WAZ-Mitarbeiter hält sich die Begeisterung über die Berufung von Hinz, der auch im Betriebsrat der WAZ-Gruppe ist, in Grenzen. Was die FAZ als einen "geschickten Schachzug der Geschäftsführung" bezeichnet, kommentieren die WAZ-Mitarbeiter in ihrem Blog durchaus differenziert.   …