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Terrorisierter Priester verlässt Bochum

In Ruhrgebiet | Am 23 Oktober 2009 | Von Olga Kapustina

Foto aus dem Privatarchiv von Ribakovs

Alexejs Ribakovs (33) ist ein IT-Manager von Beruf und ein russisch-orthodoxer Priester von Berufung. Er wohnt mit seiner Frau und zwei Kindern in einem Mehrfamilienhaus im Bochumer Stadtviertel Querenburg. Nun will Ribakovs die Stadt an der Ruhr verlassen, weil er als Priester in seiner Nachbarschaft terrorisiert wird.

 Als er am Sonntagabend, den 18. Oktober, in seiner schwarzen Soutane vom Gottesdienst kam, wurde Ribakovs von drei jungen Männern bedrängt. Ein Jugendlicher spuckte ihm mitten ins Gesicht und schlug ihm mehrfach auf die Brust. Die Männer haben Ribakovs als einen "Scheiß-Priester" beschimpft. Als der Geistige sein Handy rausholte, um Polizei zu rufen, flüchteten die Angreifer.

Das war kein Einzelfall. Laut Ribakovs spürt er die Bedrohung von den jungen Nachbarn schon seit etwa vier-fünf Jahren. Unbekannte haben ihn mehrmals auf der Straße beschimpft. Sein Auto wurde mit Erbrochenem und Fäkalien beschmiert.

Das Moskauer Patriarchat hat die Angreifer gerügt. Die Bochumer Polizei hat am Donnerstag einen Tatverdächtigen ermittelt. Es handelt sich um einen türkischstämmigen Jugendlichen (17), den Ribakovs auf der Polizeiwache auf einem Foto wieder erkannt hat.

Ruhrbarone haben mit dem russisch-orthodoxen Priester gesprochen.

Vater Alexejs, haben Sie sich fest entschieden, Bochum zu verlassen?

Ganz fest. Ich habe es mir schon früher einige Male überlegt, etwa als mein Auto beschädigt wurde. Der letzte Angriff brachte das Fass zum Überlaufen. Ich will so schnell wie möglich weg.

Sie wohnen seit zehn Jahren in Bochum…

Ja, und ich habe viele Freunde hier. Es ist schade, diese Stadt zu verlassen. Ich habe Bochum immer gemocht, weil es nicht so groß wie Köln oder Düsseldorf und weil es sehr grün ist. Ich wohne am Rande eines Waldes. Frische Luft ist gut für meine Kinder. Die hiesige Schule ist auch gut… Nun muss meine Tochter die Schule wechseln. Für den Sohn müssen wir auch noch einen Kindergartenplatz im neuen Wohnort finden. Das wird nicht einfach.

Erzbischof Longin von Klin, Vorsteher der Mariä-Obhut-Kirche in Düsseldorf, wo Sie regelmäßig Gottesdienste feiern, hat einen Brief an die Bochumer Stadtregierung geschickt, mit der Bitte, die Täter schnellst möglich zu finden. 

Der Erzbischof hat diese Tat sehr ernst wahrgenommen. Er hat mir gesagt, dass der Überfall nicht gegen mich als Person, sondern gegen mich als einen Vertreter der christlichen Religion gerichtet war. Die Jugendlichen haben sich nicht für mein Handy, das silberne Kreuz oder meine Sachen interessiert. Das war nur ein Zeichen im Sinne: „Das ist unser Territorium, geh weg von hier“.


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Trust me

In Ruhrgebiet | Am 23 Oktober 2009 | Von Stefan Laurin

Windows 7 ist raus. Und Apple begrüßt das neue Microsoft Betriebssystem mit einem eigenen Werbespot… Via Macnews


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Ruhrpilot

In Ruhrgebiet | Am 23 Oktober 2009 | Von Stefan Laurin

Das Navigationssystem für das Ruhrgebiet

Theater: Keiner kennt das Ruhrstadt-Abo…Ruhr Nachrichten

Dortmund: Rot-Grün am seidenen Faden…Der Westen

Bochum: Aus für DHL…Pottblog

Shopping: Essen will Kunden aus Düsseldorf…RP Online

Duisburg: Finanzierung des Landesarchivs unklar…Der Westen

Urheberrecht: Schwarz-Gelbplant dritten Korb…Netzpolitik

Quarks & Co: Die Macht des Internets…Wirres

IT: Open-Access-Woche…Ruhr Digital

Kuboshow: Kunstmesse in Herne…Hometown Glory

Fürth: Und wieder Strukturwandel…FAZ

 

 


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…und noch eins

In Ruhrgebiet | Am 22 Oktober 2009 | Von Stefan Laurin

Die Eröffnung des Centros 1996 war eine Sensation. Die Fertigstellung des Limbecker Platzes macht klar, dass das Konzept Einkaufszentrum im Ruhrgebiet an seine Grenzen stößt.

Limbecker Platz Foto: ECE

Die Innenstädte im Ruhrgebiet sind nicht für ihre Schönheit bekannt. Im Krieg fast vollständig zerbombt und in den 50er und 60er Jahren zum größten Teil von einer Generation geschmackloser und weitgehend talentfreier Stadtplaner wieder aufgebaut, sind sie fast alle von einer seltsamen Monotonie. Die städtebaulichen Traditionen der Vorkriegszeit wurden begeistert aufgegeben. Noch in den 70er und 80er Jahren kam es aus heutiger Sicht zu unvorstellbaren Planungssünden: Die Abrisse von einstmals die Innenstädte prägenden Gebäuden wie dem alten Rathaus in Essen, dem Stadtbad in Bochum oder dem alten Hauptbahnhof in Gelsenkirchen zeigten, dass viele Planer


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The Thermals

In Ruhrgebiet | Am 22 Oktober 2009 | Von Stefan Laurin


The Thermals, Freitag, 23. Oktober, 20.00 Uhr, Bahnhof Langendreer, Bochum


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Ruhrpilot

In Ruhrgebiet | Am 22 Oktober 2009 | Von Jens Matheuszik

Das Navigationssystem für das Ruhrgebiet

Ruhrgebiet: RVR kann planen…Bild

Ruhrgebiet II: Ruhrgebiet will noch mehr Macht…Westfälische Nachrichten

Bochum: "German Tüchtigkeit" begeistert Blackberry-Hersteller RIM… Ruhr Nachrichten

Dortmund : Sieraus aufgeräumtes Büro… DerWesten

Duisburg: Jamaika oder Rot-Rot-Grün… Ruhr Nachrichten

Essen: Limbecker Platz: 2. Bauabschnitt öffnet… Pottblog

Boyzone: No matter what the end is…Coffee & TV

World of Goo: Happy Birthday…FIXMBR

Claire Waldoff: Auf Gelsemkirchen geboren…Hometown Glory

Grafitti Pop: Bansky…Zoom

 


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Emil Bulls

In Ruhrgebiet | Am 21 Oktober 2009 | Von Stefan Laurin

Emil Bulls, Donnerstag, 22. Oktober, 19.00 Uhr, Underground, Köln


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Linkspartei: Adieu, Astra?

In Ruhrgebiet | Am 21 Oktober 2009 | Von Stefan Laurin

Mehr Spaß mit der Zentralverwaltungswirtschaft. Die Linkspartei in NRW hat den Kampf um eine  sozialistische Zukunft noch nicht aufgegeben. Nach der Landtagswahl im kommenden Frühjahr sollen die Weichen im bevölkerungsreichsten Bundesland der Republik  so gestellt werden,  das auch an Rhein und Ruhr bald die Sonn unterlass scheint.

Eines ist sicher: Die Zukunft in NRW wird schön – wenn die Linkspartei sich durchsetzt. Wir arbeiten nur noch 30 Stunden in der Woche, haben unsere Haschischpflänzchen auf dem Balkon und Intersexualität wird endlich zu einem wichtigen Thema im Schulunterricht.

Die Begeisterung über den Entwurf des Wahlprogramms der Linken war entsprechend groß: Spiegel, WAZ und Welt berichteten ausführlich und das Lachen von Jürgen Rüttgers soll Zeugen nach in ganz Düsseldorf zu hören gewesen sein.

Mir ist beim…


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Ruhrpilot

In Ruhrgebiet | Am 21 Oktober 2009 | Von Jens Matheuszik

Das Navigationssystem für das Ruhrgebiet

Ruhrgebiet: Neuer Ruhrbischof gewählt… Der Westen

Dortmund I: Langemeyers letzter Tag als Oberbürgermeister… DerWesten

Dortmund II: Langemeyers Abschied voller Symbole… Ruhr Nachrichten

Dortmund III: Video: Zum Abschied von Gerhard Langemeyer Ruhr Nachrichten

Essen: Video: Abschied von Oberbürgermeister Reiniger… DerWesten

Bochum: WAZ mal wieder etwas langsam… Pottblog

Duisburg: MSV darf wieder nicht Gastgeber für Venlo sein… DerWesten

Kulturhauptstadt 2010: Ritter Rost wird Botschafter… BILD

Spielemesse: Live von der Pressekonferenz… Vinsalts Spieleblog


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00Ricke drückt auf die Tränendrüse

In Ruhrgebiet | Am 20 Oktober 2009 | Von Paul Havers

Kai-Uwe Ricke ist aus meiner Sicht der schlechteste Vorstandschef der Deutschen Telekom gewesen. Unter seiner Führung war keine Strategie erkennbar, der Laden stolperte von Panne zu Panne. Nicht vergessen sollte man die Spionageattacken gegen Betriebsräte und Journalisten, die unter seiner Ägide stattgefunden haben. Jetzt outet sich Ricke als Heulsuse.

Um eines vorneweg klarzustellen: Gegen Ricke wird wegen der Schnüffelei ermittelt, bewiesen ist nichts. Die Staatsanwaltschaft führt ihn als Beschuldigten. Zu den betroffenen Journalisten gehört auch ein früher Mitarbeiter von Capital.

Etwas krude wirkt es daher, dass ausgerechnet das Wirtschaftsmagazin heute vorab aus einem Interview mit dem Ex-Telekom-Chef zitiert. In dem Gespräch durfte sich Ricke über eine Kultur des Misstrauens in den Topetagen auslassen. „Je höher man steigt, um so misstrauischer muss man sein, weil jeder, der um die Ecke kommt, im Zweifel…


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Tschüß Gerhard

In Ruhrgebiet | Am 20 Oktober 2009 | Von Stefan Laurin

Heute hat Dortmund Obertbürgermeister Gerhard Langemeyer seinen letzten Arbeitstag. Er  war ein Mann mit Ideen und ein skrupelloser Trickser.

Unter der eher blassen Riege der Revier-Oberbürgermeister stach Gerhard Langemeyer immer heraus. Nicht weil er ein guter Redner war oder durch sonderlich viel Charme auffiel – in jedem Finanzamt der Republik gibt es Sachbearbeiter mit mehr Charisma, sondern weil er Ideen hatte und sie durchsetzte.

Klar, vieles und milde gesagt riskant finanziert, aber wenn in zehn Jahren die Bötchen auf dem Phoenixsee schippern und die vielen von ihm angestoßenen Gewerbegebiete sich füllen wird sich kaum einer mehr daran erinnern, wie all das im einzelnen finanziert wurde und wie das Land ein fürs andere Mal dazu gebracht wurde Steuermillionen nach Dortmund zu stecken. Ein schönes Beispiel…


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3 FÜR 7 – Essen-Special

In Ruhrgebiet | Am 20 Oktober 2009 | Von Jens Kobler

Übetrieben gute Deutsche gibt es auch unter Türken, Machismo und Kontrollwahn auch unter Linken. Aber das Glück ist immer woanders. Bitte? Ganz einfach: Bei der Auswahl der Themen für diese Woche fiel schon auf, dass diesen wirklich anfechtbare Konzepte zugrunde liegen. Was en detail natürlich gleich weiter unten jeweils vorsichtig angedeutet wird. Sonst noch Gemeinsamkeiten? Hm, ja. Es geht schon immer auch um Heimatbegriffe. Wie kulturhauptstädtisch! Glücksritter. Alec Empire. LiteraTürk.

Mirjam Strunk diagnostiziert zumeist anscheinend einen gewissen Handlungsbedarf und macht dann ein Theaterstück, so letztens "Flüchtlinge im Ruhestand", so nun "Glücksritter". Ging es bei ersterem um ein zunächst physisches und letztlich vielleicht auch psychisches Ankommen in Deutschland, ist diesmal eher das Glück vor oder hinter der eigenen Haustür Thema. Dazu wurden denn auch vorher diese "Glückliche Orte"-Schilder unter die Bewohner Essens gebracht. Und jetzt ist es wieder eine irgendwie quotiert wirkende Truppe von Schauspielern, die davon und von glücklichen Momenten generell berichtet. Das wirkt alles seeehr integrativ manchmal, etwas zu nett um wahr zu sein. Hat aber auch immer gutes Beobachten und echte Erfahrung intus.


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Ruhrpilot

In Ruhrgebiet | Am 20 Oktober 2009 | Von Jens Matheuszik

Das Navigationssystem für das Ruhrgebiet

Dortmund I: OB Gerhard Langemeyer geht in Politrente… Ruhr Nachrichten

Ruhrgebiet I: 25 größte Unternehmen im Pott… BILD

Essen I: Bauten mit Milliardenwert… Der Westen

Bochum: Schrank steuert Ampeln… Ruhr Nachrichten

Essen II: Unperfekthaus ist Baumarkt der Möglichkeiten… DerWesten

Ruhrgebiet II: Skulpturen mit angeblichem Wert… BILD

Dortmund II: TU-Seminare überfüllt… DerWesten

Ruhrgebiet III: Ruhrolympiade nach Duisburg… Gelsenkirchen-Süd

Datteln: Eon baut weiter am Kohlekraftwerk… DerWesten

Emscher-Lippe: Gelsenkirchen und Recklinghausen streiten sich um Einkaufszentrum… Ruhr Nachrichten

Spielemesse: Pottblog(ger) berichtet im Extra-Blog… Pottblog


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Das Buch, das nicht erscheinen sollte.

In Ruhrgebiet | Am 19 Oktober 2009 | Von Michael Klingemann

Heute erscheint der umstrittene Kriminalroman der Bochumer Autorin Gabriele Brinkmann. Der Düsseldorfer Droste-Verlag hatte sich geweigert das Buch zu drucken, weil es islamfeindlich sei und die Verlagsmitarbeiter und ihre Familien gefährde. Mit dem Leda-Verlag aus Niedersachen hat sich nun aber doch jemand gefunden, der in den letzten Tagen das Buch gedruckt und am Freitag öffentlichkeitswirksam auf der Frankfurter Buchmesse vorgestellt hat.

Gabriele Brinkmann und der Droste-Verlag. Das war bisher eine Erfolgspartnerschaft. Erst im September erschien ihr Roman "Für kein Geld der Welt". Außerdem hat Droste Brinkmann als Teil des Autorenduos Minck & Minck unter Vertrag, das mit den skurrilen Maggie-Abendroth-Ruhrpottkrimis hohe Auflagen erzielt.

Im August vergangenen Jahres hat Droste mit Brinkmann den Vertrag über einen neuen Kriminalroman geschlossen. Damals war schon klar, dass es um das Thema Ehrenmord gehen würde. Im August dieses Jahres sollte das Buch dann in Druck gehen, doch Verlagsleiter Felix Droste nahm den Roman aus dem Programm. Brinkmann hatte sich nach heftigem Streit geweigert folgende Textpassagen zu ändern. "Die stehen vor dir und heulen und lügen das Blaue vom Himmel herunter – und haben zehn Minuten vorher ihre Frau abgestochen, weil der Prophet es so wollte." oder "Schiebt euch euren Koran doch …". Droste befürchtete ähnliche Reaktionen wie bei den Mohammed-Karikaturen.


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Kurze Demonstration des Schüler VZ – Crawlers…

In Ruhrgebiet | Am 19 Oktober 2009 | Von David Schraven

Das ist der totale Daten-Unfall, das Tschernobyl des Persönlichkeitsrechts. Wer jemals geglaubt hat, seine Adressen, Kontonummern oder Geburtstage seien irgendwo sicher aufgehoben, sollte sich das hier ansehen. Ein Bot macht alles sichtbar.