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Ruhrpilot

In Ruhrgebiet | Am 11 Mai 2009 | Von Stefan Laurin

Das Navigationssystem für das Ruhrgebiet

ThyssenKrupp: Proteste gegen Stellenabbau…Der Westen

Opel: Einschnitte bei Opel…FAZ

Medien: WAZ will raus aus Österreich…Meedia

Pro Köln: "Ihr seit keine Karnevalsverein"…Hometown Glory

Karstadt: Kaufhauskonzer hat noch einen Monat…Der Westen

Ruhr2010: Metropolentäume in der Provinz…Bo Alternativ

NRW: Der entschleunigte Wittke…RP Online


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BOMBENWETTER – ICH BIN DRAUSSEN

In Ruhrgebiet | Am 10 Mai 2009 | Von David Schraven


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Ruhrpilot

In Ruhrgebiet | Am 10 Mai 2009 | Von Stefan Laurin

Das Navigationssytem für das Ruhrgebiet

 

Pro NRW: Rechter Wanderzirkus…Der Westen

Einkaufszentren: Eine Mauer bauen…Gelsenkirchen Blog

CDU: Rüttgers gewählt…Spiegel

Ruhr2010: Zwangsdiät für die Kulturhauptstadt…Welt

Abu Dabhi: Kein Interesse an Opel…Frankfurter Rundschau

Verbote: Jetzt auch noch Gotcha…Kueperpunk

Medien: NRW-Presse gleichgeschaltet?…taz

Zocken: Living Games Festival…NGA

Verbote II: Meine Fresse..Unkreativ


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Die Labyrinth-Höhle des Minotaurus auf Kreta

In Umland | Am 9 Mai 2009 | Von Rhetormusic

Griechenland und vor allem Kreta ist nicht umsonst das Land der Mythen und Sagen. Von der Sage des Minotaurus, des Ungeheuers halb Mensch, halb Tier mit dem Stierkopf der vom Kretischen König Minos in eine Höhle gesperrt wurde, hat fast jeder schon mal gehört. Seit der Ausgrabung des Palast von Knossos durch Evans ist die Labyrinth-Höhle jedoch in Vergessenheit geraten. Dann gab es noch die Höhle, in der die Nazis bei der Besetzung von Kreta eine Munitionsdepot einrichteten. Aber wo genau liegt diese Höhle und was ist dran am Mythos des Minotaurus?

Bis weit in die 90er Jahre hinein entsinne ich mich nachts an den Stränden der Südküste der Insel Kreta dumpf durchdringende Explosionen zu Hören. Begleitet von kretischen Fischern, die am frühen Morgen mit Keschern die tot an der Oberfläche schwimmenden Fische einsammeln. Noch im Sommer letzten Jahres wurde ein befreundeter Taucher am gleichen Ort gewarnt und aufgefordert, das Wasser schnellstens zu verlassen, da man mit Dynamit fischen wolle. Damals wie heute fragte ich mich, woher diese Fischer das Dynamit haben.

Die Höhle des Minotaurus: Nur eine griechische Sage? Seit Generationen schwelt unter Archäologen der Konflikt, wo genau sich dieser Ort auf der Insel Kreta befindet. Als einer von drei möglichen Orten wird der große unterirdische Steinbruch auf der Südseite der Insel nahe der Stadt Mires angesehen. Aus diesem Steinbruch stammt ein Großteil des Baumaterials der Siedlung Gortys, die als eine der größten antiken Stätten Griechenlands gilt. Zur Römerzeit war Gortys die Hauptstadt von Kreta mit einer geschätzten Einwohnerzahl von 10.000 Menschen. Doch die Geschichte des Ortes reicht über eine Zeitdauer von 6000 Jahren und in ihren Mythen lassen sich Namen der Apostel Paulus und Titus wie auch der Götter Zeus, Europa, Demeter und des Gottkönig Minos und des Minotaurus finden.

Auf historischen Kretakarten wird die Höhle bis ins 19 Jahrhundert hinein als Labyrinth eingezeichnet. Erste dokumentierte Begehungen der Höhle nach der Antike stammen aus dem 15. Jahrhundert. Belegt werden sie mit den eingeritzten Jahreszahlen im „Salle Trapeza“, einem großen Raum der Höhle. Die älteste stammt aus dem Jahr 1415. Angebracht wurde sie von vom Venezianer Christoforo Buondelmonti, der auch den ältesten Plan des Labyrinths veröffentlichte. Weitere Jahreszahlen aus den folgenden Jahrhunderten zeigen die Popularität der Höhle bei den Reisenden aus dieser frühen Epoche der Tourismus. Entsprechend gibt es eine Anzahl von Reiseberichten über das Labyrinth. 

Mit der Ausgrabung von Knossos durch Sir Arthur Evans und seiner Interpretation des Palasts als Labyrinth des Minotaurus Anfang des 20. Jahrhunderts geriet die Höhle auf der Messara Hochebene jedoch in Vergessenheit. Die Gegend von Gortys mit den Überresten der Titus Basilika, der ersten christlichen Gemeinde außerhalb von Kleinasiens und ihren vielen häufig noch auf den Äckern herumliegenden antiken Fundstücken fasziniert mich seit meiner ersten Kretareise Mitte der 80er Jahre. Begeistert von der antiken Geschichte las ich in Paul Faures „Das Leben im Reich des Minos“ erstmals vom Labyrinth des Minotaurus. Seit 2001 unternahm ich verschiedene Anläufe den Eingang des Labyrinths zu entdecken. Doch erst durch den zufälligen Fund der Fotodokumentation des Schweizers Thomas Waldmann im Internet gelang es mir, den richtigen Weg den Berg hinauf zu finden. Seit mehr als zehn Jahren arbeitet er sich durch den Berg und erstellt eine umfassende kartografische Dokumentation aller Gänge und Räume des Labyrinths. Sein umfangreicher Bericht findet sich unter www.labyrinthos.ch.

Nördlich des halbverlassenen Dorfes Kastelli erhebt sich ein Hügel von gut 400 m Höhe, der von den Ortschaften Roufas, Ambelouzas, Moroni, Plouti eingekreist wird. Weit oben auf dem Hügel befindet sich die Labyrinth-Höhle, die aus einem weitverzweigten Netz von gut 2,5 Km langen Gängen und Räumen besteht. Die begehbare Fläche umfasst annähernd 9000m². Doch die Nutzung eines Teils der Höhle als Munitionsdepot durch die Wehrmacht im 2. Weltkrieg und dessen Sprengung beim Verlassen der Insel machte die Höhle zu einer Gefahr durch die bis heute dort lagernde Munition. Die Nazis ließen den drei Kilometer langen Weg bergauf von der Ortschaft Kastelli befestigen.

Die damals zur Begrenzung angelegten Randsteine sind heute zum Teil noch sichtbar. Während meiner abenteuerlichen Fahrt den Berg hinauf waren sie für mich ein Zeichen dafür, nach vielen Fehlversuchen diesmal auf dem richtigen Weg zu sein. Für westeuropäische Verhältnisse ist der Weg bergauf recht schlecht. Jedoch gibt es im Süden von Kreta häufig noch schlechtere Straßen. Wobei im August hat der kretische Sommer oftmals mehr als 45 Grad im Schatten hat. Genau den gibt es den Berg hinauf natürlich nicht. So gerät der Weg zur historischen Stätte in der Bruthitze extrem schweißtreibend und Nerven aufreibend. Vor allem die letzten 500 Meter, wo hohe Sträucher auf der Wegkuppe die Verlassenheit der Gegend deutlich anzeigten, waren eine Herausforderung für den geliehenen Renault Twingo. Im ersten Gang endlich oben angekommen, dankte er es mir mit einem dampfenden Motor. Von der Parkgelegenheit klettere ich knapp 50 Meter den kurzen Talkessel hinein. Plötzlich vor einer 15 Meter hoch aufragenden Felswand am Ende des Talkessels stehend, sehe ich, dass ich am Höhleneingang vorbei gelaufen bin. Dieser liegt ebenerdig hinter einem Olivenbaum von einigen größeren Felsbrocken umsäumt. Auf dem Gitter des Eingangs stehend, verspürt man deutlich den kühlen Luftzug, der dem Hades gleich aus der Tiefe emporsteigt. Warnschilder von denen berichtet wird sind im Sommer 2008 bis auf eines, das direkt auf dem Eingangsgitter liegt, verschwunden. Der Stacheldrahtzaun, der nach einer schweren Explosion mit mehreren Todesopfern im April 1961 um das Eingangsgelände angelegt wurde, ist gleichfalls bis auf wenige Reste nicht mehr vorhanden. Bei dieser Explosion innerhalb der Höhle kamen acht Einwohner der Dörfer Kastelli und Roufas ums Leben. Zwei der Leichen wurden bis heute nicht gefunden und sind wohl noch immer unter den Einbrüchen begraben, die sich an mehreren Stellen der Höhle befinden. 

Vom eigenen Einstieg ins Labyrinth ist abzuraten. Nicht etwa, weil der Weg hinaus zu schwierig ist. Gefahr droht von den dort immer noch offen herumliegenden Granaten aus dem 2. Weltkrieg. Auch Abbrüche des Gesteins in der Höhle geschehen recht häufig. Vermutlich entnehmen die Fischer der Gegend bis heute das Dynamit aus der Labyrinth-Höhle. Dies erklärt wieso Kreter, die in dieser Gegend aufgewachsen sind, noch heute nicht gerne über die Höhle sprechen und das Labyrinth des Minotaurus darüber immer mehr in Vergessenheit gerät.


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Ruhrpilot

In Ruhrgebiet | Am 9 Mai 2009 | Von Stefan Laurin

Das Navigationssystem für das Ruhrgebiet

CDU: Parteitag in Essen…Der Westen

Ruhr2010: Gelsenkirchen will trotzdem feiern…Der Westen

Nahverkehr: VRR und Bahn verhandeln wieder…Ruhr Nachrichten

ThyssenKrupp: 2000 Jobs weg…Frankfurter Rundschau

Ruhr2010 II: Essens kreative Seite…Der Westen

Pro NRW: Lieber KGH…Hometown Glory

Ansiedlung: Neuer Knast in Hagen...Ruhr Nachrichten

 


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Goldrausch auf der Rü

In Ruhrgebiet | Am 8 Mai 2009 | Von Meriem Benslim

 

Morgen eröffnet der „Gold Club“ im Giradethaus. Wie der Name schon anklingen lässt, besteht eine direkte Verbindung zur Essener „Gold Bar“. Der neue Laden soll nun das tanzbare Pendant zur Kneipe bilden.

 

In Anlehnung an seine kleinen Schwester, gibt sich auch der Große in barockem Stil: üppiges Dekor in prunkvollem Gold und laszivem Rot. Neben dem verspielten Innenleben legt der Neuling ebenfalls Wert auf ein charmantes Äußeres. Ein kleiner Außenbereich mit Sitzen und Theke ist an den Klub angeschlossen und im Vorderbereich befindet sich der „Goldstrand“. Erfrischung für Körper und Geist.

Geöffnet wird 7 Tage die Woche. Das üppige Programm beginnt allerdings erst donnerstags. An diesem Tag wird der kulturell Interessierte beglückt. Der Freitag steht…


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Abschied für einen, der mal so eine Art Ruhrbaron war

In Ruhrgebiet | Am 8 Mai 2009 | Von David Schraven

Wulf Bernotat ist Chef des Energiekonzerns E.on. Er führte das Unternehmen nach der Fusion von VEBA und VIAG weg von seinen Wurzeln als Firma der Ruhrbarone hin zum größten Energiekonzern Europas. Nun wird Bernotat seinen Posten räumen.

Foto: Kai-Uwe Knoth

Wenn Wulf Bernotat zu reden anfängt, werden die Menschen leise. Sie hören zu. Der E.on-Chef spricht mit einer sanftrauchigen Stimme, bestimmt und eindeutig. Er sagt Wahrheiten, die mancher nicht hören will. Zum Beispiel sagt er, dass man bei aller Begeisterung für die Öko-Energien nicht vergessen dürfe, dass diese auch in den kommenden 20 Jahren nicht ganz Deutschland mit Strom und Wärme versorgen könnten. Irgendwo müsse der Rest herkommen. Aus Gas, aus Kohle oder aus der Kernkraft. Irgendwoher. Das versteht jeder. Auch der politische Gegner. "Wer soll den Rest liefern?" fragt Bernotat dann. "Das müssen wir tun." Wenn Bernotat seinen Punkt gemacht hat, lehnt er sich zurück, hebt seinen Kopf und lächelt. Dann sieht Deutschlands mächtigster Energiemanager ein wenig aus, wie ein Universitäts-Professor, der seinen Studenten eine Lehre erteilt hat.

Auch auf der Hauptversammlung seines Konzerns E.on lächelte Bernotat am Ende seiner langen Rede entspannt. Auch hier hatte er seinen Punkt gemacht: unerwartet, doch nachvollziehbar und klar. Bernotat will seinen Vertrag nicht über Mai 2010 hinaus verlängern. Der Chef des mit Abstand größten Energiekonzerns Europas gibt sein Amt ab, freiwillig und ohne Streit.

Und damit sticht Bernotat heraus aus der Klasse der deutschen Topmanager. Gerade in den Dax-Konzernen gab es in den vergangenen Jahren kaum einen Vorstand, der freiwillig abgezogen wäre. Ob Telekom, Post, Siemens oder Bahn: Immer gab es Krach, Krawall und Chaos. Der Skandal war Standard beim Führungswechsel. Lange bevor die Wirtschaftskrise das Vertrauen der Öffentlichkeit in Elite der Unternehmensführer erschütterte, hatten Krawall-Manager das Ansehen ihres Berufsstandes bereits verspielt.

Selbst in Bernotats eigener Branche, der relativ krisenfesten Energiewirtschaft, ging in den vergangenen Jahren kaum etwas ohne Hauen und Stechen. Schon die Art, wie der Chef des Erzrivalen RWE, Harry Roels, trotz unbestreitbarer Erfolge aus dem Amt gemobbt und durch den Stahlmagnaten Jürgen Großmann ersetzt wurde, stieß bei Aktionäre sauer auf.


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Ganz schön deutsche Muslime

In Ruhrgebiet, Umland | Am 8 Mai 2009 | Von Christoph Schurian

Die wirklich interessante Gallup-Studie zu Muslimen in Westeuropa erschüttert lieb gewordene Ansichten: Deutsche Muslime, fanden die Londoner Meinungsforscher in Zusammenarbeit mit der Coexist Foundation heraus, sind kreuzbrave Leute, die Vertrauen haben in deutsche Gerichte, Polizei und Wahlen, nur ein Viertel ist für die Todesstrafe, genauso wie der Rest der Bevölkerung.

Foto: ruhrbarone

Deutsche Muslime legen zudem großen Wert auf gute Aus- und Sprachbildung und sie sehen optimistisch in die Zukunft: Während nur ein Dittel der nicht muslimischen Bevölkerung damit rechnet, sich wirtschaftlich zu verbessern, glaubt  jeder zweite Deutsch-Muslime an den persönlichen Aufschwung. Nochmal: Befragt wurden muslimische deutsche Staatbürger.

Auch die WAZ hat der Studie eine halbe Seite eingeräumt, freilich etwas weniger Platz als dem Porträt von Müntes Neuer, was…


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“Das Anbringen der Israelfahnen war eine Solidaritätsbekundung”

In Ruhrgebiet | Am 8 Mai 2009 | Von Stefan Laurin

Während einer antiisraelischen Demonstration am 10. Januar in Duisburg hatte der Student Michael P. zwei Israelfahnen am Balkon und dem Fenster seiner Wohnung an der Demostrecke angebracht. Die Polizei stürmte die Wohnung und entfernte die Fahnen. Ein Gutachten bestätigte das Vorgehen der Polizei. Bei den Ruhrbaronen nimmt P. zu diesem Gutachten Stellung.

Das Stürmen einer Wohnung durch die Polizei, um zwei Israelfahnen zu entfernen, die antiisraeilische Demonstranten erzürnten, die mit Fahnen der terroritischen und in Deutschland verbotenen Hamas durch Duisburg zogen sorgte international für Aufmerksamkeit. Michael P., der die Fahnen anbrachte, erklärte uns damals die Gründe für sein Handeln.

In der vergangenen Woche war die ganze Angelegenheit Thema im Landtag. Ein Gutachten eines FH-Juristen bestätigte das Vorgehen der Polizei und unterstellte P. den Sturm seiner Wohnung durch die Polizei beabsichtigt zu haben. Bei den Ruhrbaronen nimmt P. Stellung zu dem Gutachten:

Selbstverständlichkeit den Judenfeinden entgegenzuwirken

 

Das Rechtsgutachten, das dem Innenministerium NRW seit einer Woche vorliegt, attestiert der Polizei nun ein unverholendes Recht auf ihr Beleidigt sein, wurde doch insbesondere die Polizeiführung demnach im Januar zu unrecht kritisiert.

Das Eindringen in die beiden Wohnungen und die Sicherstellung der israelischen Fahnen war laut dem Gutachter Prof. Vahle rechtmäßig. Warum jedoch lediglich 280 Polizeibeamte für rund 10.000 Demonstrationsteilnehmer aus dem Spektrum von Milli Görüs einberäumt wurden, bleibt weiterhin Berufsgeheimnis. Zumal Duisburgs Polizeisprecher damals noch verlauten ließ, „wer die muslimischen Mitbürger kenne, wüsste, dass sie emotional oft schnell in Fahrt gerieten“.

Zur Entschuldigung verhalf diese Äußerung damals auch nicht mehr, jedoch vermittelte sie einen guten Eindruck über den Geisteszustand einiger Verantwortlicher. Auch die Beweggründe, während und nach der Demonstration von Festnahmen abzusehen, bleiben bisweilen unklar.

Ebenfalls wird der spätere Vorfall außer acht gelassen,


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Ruhrpilot

In Ruhrgebiet | Am 8 Mai 2009 | Von Stefan Laurin

Das Navigationssystem für das Ruhrgebiet

Interview: Franz Müntefering und Michelle Schuhmann…Pottblog

Duisburg: Ban on Israel Flag during Rally upheld…Jerusalem Post

Ruhr2010: Essener Reisebedarf…Kölner Stadtanzeiger

Verbote: Linkspartei will Duisburger Stadtteil trockenlegen…Der Westen

Verbote II: SPD-Ministerin will Computerspiele verbieten…Spiegel

Zensur: 50.000…2.0

Opel: Betriebsrat sieht dramatische Lage…Der Westen

Nazikrawalle: Resolution im Dortmunder Rat…Ruhr Nachrichten


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Nazi-Angriff auf DGB keine Überraschung

In Ruhrgebiet | Am 7 Mai 2009 | Von Barbara Underberg

 

Der Dortmunder DGB-Chef Eberhard Weber hat die Polizei bereits am 30. April auf die möglichen Gefahren, die für den 1. Mai von rechts drohen, hingewiesen. Damit widerspricht er entschieden der Darstellung der Dortmunder Polizei, der Angriff der Neonazis auf die DGB-Kundgebung sei eine Überraschung gewesen.

So hatte sie begründet, dass zunächst zu wenig Polizeikräfte vor Ort waren, um die friedlichen Gewerkschaftsdemonstranten vor den rechten Attacken zu schützen. Bereits am Spätnachmittag des 30. April hat Weber die Polizei darauf aufmerksam gemacht, dass in Hannover der geplante Aufmarsch der Neonazis am 1. Mai verboten bliebe und somit eine neue Lage entstanden sei. Er habe unter Angabe einer Internetadresse auch einschlägige Textpassagen vorgelesen: „Demo ist verboten – Werdet anderswo aktiv! Bleibt nicht zu Hause! Besucht die anderen angemeldeten Demonstrationen oder reagiert mit kreativen Aktionen flexibel! Widerstand lässt sich nicht verbieten! Sprung auf marsch, marsch!"

 


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Keymis: Unternehmen lassen Ruhr2010 hängen

In Ruhrgebiet | Am 7 Mai 2009 | Von Stefan Laurin

Oliver Keymis ist Kulturpolitischer Sprecher der Grünen im Landtag und zugleich dessen Vizepräsident. Im Ruhrbarone-Interview fordert Keymis mehr Engagement der Revier-Unternehmen für die Kulturhauptstadt.

Ruhrbarone: Die Eröffnungsfeier des Kulturhauptstadtjahres in der Schalke Arena fällt aus. Bei uns im Blog gab es einige Kommentatoren, die das begrüßt haben.

Oliver Keymis: So eine Haltung verstehe ich nicht. Es wäre für das Ruhrgebiet wichtig gewesen, fulminant in das Kulturhauptstadtjahr zu starten. Im Augenblick sieht es so aus, als ob diese Chance vertan wäre. Ich hoffe, dass man noch was retten kann.

Ruhrbarone: Das ZDF könnte die gesamten Kosten einer solchen Show übernehmen.

Keymis: Das ZDF war bereit sich mit zwei Millionen Euro an den Kosten zu beteiligen. Das ist eine Menge Geld. Hinter den Gebühren stecken Menschen wie meine Mutter, die keine tausend Euro Rente hat und ordnungsgemäß ihre Rundfunkgebühren zahlt. Gerade die öffentlich-rechtlichen Sender müssen sorgsam mit den Gebührengeldern umgehen.


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Es gärt im Münsterland. Kommunen tun sich zusammen gegen RWE

In Ruhrgebiet | Am 7 Mai 2009 | Von David Schraven

Foto. Flickr.com / lychee_vanilla

Das Münsterland ist flach und voller Wasserburgen. Dass man sich hier wehren muss, wissen die Menschen seit Jahrhunderten. Gerade bereiten sie sich auf einen heftigen Streit mit dem Energieversorger RWE vor. Ein Bericht von Gast-Ruhrbaron Ralf Köpke

Wie ein Rädelsführer, mit langen Haaren, zotteligem Bart und bis an die Zähne bewaffnet, wie in der Literatur beschrieben, sieht Dieter Emthaus nicht aus. Wie auch − der 59-jährige mit gelichtetem Haupthaar ist Bürgermeister der Kleinstadt Ascheberg mit rund 15 000 Einwohnern südlich von Münster. Dass ihn das Düsseldorfer Handelsblatt dennoch als „Rädelsführer“ bezeichnete, hängt damit zusammen, dass Emthaus auf die Barrikaden gegangen ist – im übertragenen Sinne, versteht sich: Er koordiniert den Widerstand von anfangs neun, mittlerweile acht Kommunen aus dem Kreis Coesfeld gegen den Energiekonzern RWE.

Das Oktett mit zusammen rund 120 000 Einwohnern will die Netze zurückkaufen und ein gemeinsames Stadtwerk gründen, Arbeitstitel: Gemeinsame oder Vereinigte Stadtwerke Münsterland (GSM). Bei der Übernahme der Netze allein soll es nicht bleiben, auch die Strom- und später die Gasversorgung soll das Gemeinschaftsunternehmen übernehmen. Wenn das geschafft ist, so der Wunsch, soll das interkommunale Stadtwerk auch die Bäder managen und schnelle DSL-Verbindungen anbieten. Denn außer mit RWE haben die Kommunen im Kreis Coesfeld auch mit der Telekom schlechte Erfahrungen gemacht. Dass manche Gewerbeansiedlung an fehlenden Internetverbindungen scheiterte, hat in der Region oft genug für Gesprächstoff und Frust gesorgt.

Das Wegbrechen von acht Kommunen aus dem RWE-Reich auf einen Schlag wäre ein Novum in der bundesdeutschen Energiegeschichte. Warum Ascheberg, Billerbeck, Havixbeck, Lüdinghausen, Nordkirchen, Olfen, Rosendahl und Senden, alles Städte mit überwiegend satten CDU-Mehrheiten in den Rathäusern, RWE die rote Karte zeigen wollen, hat einen Grund: Tiefe Verärgerung über das Geschäftsgebaren der Essener. „Wir fühlen uns zumindest von dem Unternehmen nicht ernstgenommen, falsch informiert und nicht als Partner akzeptiert“, beschreibt Emthaus die Seelenlage. „Zu Zeiten der früheren VEW sah das ganz anders aus.“

Dass RWE nach den Worten von Emthaus zunehmend Tarif- zu Sondervertragskunden umfirmiere, um so die Konzessionsabgabe zu senken, habe die Verbitterung noch gesteigert. Dagegen fällt kaum ein böses Wort über die Gelsenwasser AG, den zweiten Versorger im Kreis Coesfeld, der die Mehrzahl der Kommunen mit Gas und Frischwasser beliefert.


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RWE nimmt wichtige Hürde bei Essent-Kauf

In Ruhrgebiet | Am 7 Mai 2009 | Von David Schraven

Es ist das wichtigste Geschäft des RWE seit der Fusion mit dem Dortmunder Regionalversorgers VEW. Die Übernahme des holländischen Energieunternehmens Essent. Und jetzt ist RWE einen großen Schritt vorangekommen. Gestern abend stimmte das Regionalparlament der Provinz Overijssel den Plänen zu, die kommunalen Anteile an RWE zu verkaufen. Die Provinz Overijssel hält rund 20 Prozent an Essent.

Zuvor hatten sich gerade Abgeordnete der holländischen Arbeiterpartei kritisch zu dem Verkauf geäußert. Es hieß, RWE tue nicht genügend für den Umweltschutz. Unter anderem aus diesem Grund hatte auch das Regionalparlament der Provinz Brabant den Verkauf seines Anteils von rund 30 Prozent abgelehnt. Hier sind allerdings nicht die Stimmen der Abgeordneten entscheidend, sie geben lediglich eine Empfehlung ab. Die Provinzregierung von Brabant wird in der kommenden Woche über den Verkauf bestimmen. Das Geschäft hat ein Volumen von insgesamt rund 9,3 Mrd. Euro.


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Dadajugend Polyform

In Ruhrgebiet | Am 7 Mai 2009 | Von Stefan Laurin


Dadajugend Polyform, Freitag, 8. Mai, 21.00 Uhr, T5, Duisburg