Nun moniert Roger Schwedes: Die extrem rechtspopulistische "Pro"-Bewegung zeichne sich durch Lug, Trug und Niveaulosigkeit aus
Einst war er Vorsitzender des Bezirksverbandes Ruhrgebiet der extrem rechtspopulistischen "Pro"-Bewegung, die mit Kampagnen gegen Moschen und Anti-Islamkongressen für Furore sorgte. Nun hat Roger Schwedes ein neues ideologisches Zuhause gefunden: Der 50-Jährige ist ausgerechnet zum Islam konvertiert, wie er in einem Interview mit der islamistischen Webseite muslim-markt.de darlegt. Schwedes sagt, er habe sukzessive die Schriften des Islam studiert. Schon "Lektüre der ersten Biographien Mohammeds" habe in eingenommen. Beeindruckt habe ihn die "Glaubwürdigkeit und Zuverlässigkeit des Geschriebenen". Dann habe er als Gast Moscheen besucht und an Gebeten teilgenommen. Schwedes:
Und jeder Tag, jede Stunde des Lesens, jedes Gespräch mit einem wahrhaft Gläubigen hat mich mehr und mehr eingenommen und glücklich gemacht.
Nun beklagt der ehemalige Polizeikommissar Schwedes die "ansteigende Diffamierung des Islam". Zur "Pro"-Bewegung sei er gestoßen, weil "Einer aus dem Dreigestrin" (das Dreigestirn umfasst die "Pro"-Funktionäre Markus Beisicht, Markus Wiener oder Judith Wolter) ihn bekniet habe. Schwedes zitiert den namentlich nicht genannten Dreigestirnler wie folgt:
Herr Schwedes, wir müssen dringend das Ruhrgebiet besetzten, machen Sie das bitte, Sie haben ja auch was vorzuweisen, "Doktor" soundso hat leider zurückgezogen usw.
Dabei, so Schwedes, sei es weder um Qualifikation, noch um Ambitionen oder Befähigung gegangen. Seine ehemaligen Kameraden kritisiert Schwedes scharf: Die "Pro"-Bewegung habe sich auch im Ruhrpott durch einen "Stürmer-Light-Populismus" und Niveaulosigkeit ausgezeichnet. Treffen seien geprägt worden "von frustrierten Spießern, die meinten, endlich mal Dampf ablassen zu können, gegen den ‘Ali’ von nebenan". Meldungen über angebliche Erfolge beim Parteiaufbau seien "Lug und Trug".
Auch wenn es auf den ersten Blick so erscheinen mag: Schwedes hat keine hunderprozentige Wende vollzogen. Im Interview mit dem Muslim Markt wiederholt er altbekannte Klischees der extremen Rechten und vermengt sie mit Inhalten seines neuen Glaubens. Das der "Pro"-Bewegung mitunter nahe stehende Weblog Politically Incorrect wirft Schwedes vor, Antisemit zu sein. Das würde zum radikalen Islam passen, wie ihn der oft auf Linie des iranischen Regimes liegende Muslim-Markt propagiert. Der Weg vom Islambekämpfer zum möglicherweise radikalen Muslim - er ist offenbar kleiner, als mancher denkt.




Die Wandlung eines ewigen Kleinbürgers vom Faschismus light zum Klerikal-Faschismus. So what? Und ebenso wenig, wie die Pro-dioten auch nur halbwegs ernst genommen wurden, dies aus gutem Grund, das Klientel im Höchstfall von Charakteren wie Roland Koch oder Wolfgang Clement angefixt werden, angefixt aber nicht bedient, so wird der Klerikal-Faschismus eines ewig zu kurz Gekommenen nicht der Rede wert sein.
Wesentlich ärgerlicher das Auftreten eines ewigen Konvertiten. Vom Katholiken zum Protestanten - oder umgekehrt? - vom Maotiker zum DKP-”Parteidichter”, von Letzerem zum Denunzianten seiner ehemaligen Genossen, als vorerst letzte Station hin zum Muslimen. Egal in welcher Glaubensrichtung, der Typ nervte, der Typ nervt auch weiterhin. Er nervt weil, wie es Konvertiten nun mal so an sich haben, er bei jedem Abschnitt seiner Konversion, zum einen, die abgeschlossene Glaubenrichtung gnadenlos denunziert wird und zum anderen, er jeden mit dem neuen Glauben auf den Zeiger geht. Gemeint ist Peter Schütt.
Die Konversion eines Pro-dioten ist uninteressant. Da fehlt sogar der Unterhaltungswert im Schmuddel-TV eines anderen *-dioten, jenes “Gnadenlos” aus Hamburg.
Comment von Burkard Schulte-Vogelheim — 28. September 2009 @ 09:55
Ein Anti-Semit und Nazi wird Moslem. Na Spitze…
Comment von Bert — 28. September 2009 @ 17:26
öhm, wen juckt Peter Schütt?
Sektierer aller Länder beschimpft euch?
Comment von Andreas Scholz — 28. September 2009 @ 19:48
[...] Von der Islamophobie zur Konversion ist es manchmal nur ein kleiner Schritt. Ein ehemaliges Mitglied der Republikaner und Gründungsmitglied des Bezirkverbandes Ruhrgebiet von Pro NRW hat ihn getan und ist Muslim geworden. [...]
Pingback von Von der Islamophobie zur Konversion | TRANSATLANTIC FORUM — 30. September 2009 @ 13:04
Der Friede sei mit dem, der der Rechtleitung folgt. Hat jemand schonmal daran gedacht, dass Herr Schwedes tatsächlich die Wahrheit gefunden hat? Ich habe es getan und die Wahrheit gefunden. Suchen Sie auch danach…
Comment von Mahdi — 6. Januar 2010 @ 00:56