Radikales Rauchverbot in der Gastronomie… und wie geht es weiter?
Die wenigsten Bürger sind sich bewusst, dass die Pläne der rot-grünen Landesregierung, ein radikales Rauchverbot in der Gastronomie einzuführen wahrscheinlich nicht das Ende der Verbotsforderungen sind. Eine Rückschau auf die Entwicklung der Rauchverbote und auf ausländische Erfahrungen lässt vielmehr erwarten, dass die Verbotsdebatte und die Ausgrenzungen der Raucher nach kurzer Pause weitergehen werden. Von unserem Gastautor Nansy.
Auf der dritten „Weltkonferenz Rauchen und Gesundheit“ 1975 1)unter der Leitung des britischen Mediziners George Godber hat man bereits die Strategien entwickelt, mit denen unsere Gesellschaft heute auseinanderdividiert wird (Nichtraucher gegen Raucher). Eingeleitet wurde dort eine Erziehungsdiktatur, die Raucher zunehmend ins Abseits der Gesellschaft verbannt. Die Taktik, Tabakrauch als Gefährdung für die Gesundheit und das Leben der Nichtraucher darzustellen, wurde auf dieser Konferenz weiter entwickelt . Als weitere Ziele wurden u.a. genannt:
- Ein soziales Umfeld sollte geschaffen werden, in dem Rauchen nicht akzeptiert wird (Create a social environment in which smoking is unacceptable),
- Rauchen sollte in der Öffentlichkeit immer mehr erschwert werden (..we can and should make it more and more difficult for the individual to smoke cigarettes in public),
- Das Personal im Erziehungs- und Gesundheitswesen sollte einer Gehirnwäsche gegen das Rauchen unterzogen werden (Those in education and public health will be the first to be brainwashed into antismoking)
- Die Tabakindustrie sollte verteufelt werden (Demonize the tobacco industry)
- Sogar die Frauenemanzipationsbewegung sollte für die Zwecke der Antiraucherbewegung eingespannt werden (The utilization of the women’s liberation movement to encourage rebellion against the old social systems by the act of not smoking ).
Die Auswirkungen dieser Strategie sind heute schon in den USA und anderen Ländern zu erkennen. New York hat das Rauchen in allen öffentlichen Parks, auf Plätzen und an Stränden verboten. Einige Bundesstaaten in den USA und Australien haben mittlerweile auch das Rauchen in privaten Fahrzeugen verboten. EU-Gesundheitskommissar John Dalli gab schon im Jahr 2010 einen Überblick über seine Vorstellungen von einem rauchfreien Europa: Aschenbecherverbot, Geldstrafen, Raucher-Jäger und öffentliche Prozesse gegen Prominente 2) Die Presse berichtete zu diesem Zeitpunkt bereits von den Vorstellungen der WHO, sogar gezielten Telefonterror erfahrener Fachleute gegen Raucher anwenden zu wollen. Sie sollen versuchen, die Uneinsichtigen zu bekehren. Bis auf einen Kommentar in der „Bild“ 3) sind Artikel mit dieser Aussage (z. B. in der Märkischen Allgemeinen) inzwischen nicht mehr abrufbar. Einen Eindruck von den Zielen vieler Gesundheitsfanatiker erhält man auch in den Leserkommentaren, wo jetzt schon Rauchverbote in den Außenbereichen der Gastronomie gefordert werden. Somit erweist sich die Behauptung, Rauchverbote in der Öffentlichkeit dienten dem Schutz der Nichtraucher vor sogenanntem Passivrauch, als Lüge zur Erreichung eines Etappenziels.
Die weltweite Umsetzung des Zieles einer „tabakfreien Welt“ hat sich die Tabakkontrolle der Weltgesundheitsorganisation WHO auf die Fahnen geschrieben. 1998 hat sie eine offizielle „Tobacco Free Initiative“ eingerichtet. Die Paraphierung des Rahmenübereinkommens der Weltgesundheitsorganisation zur Eindämmung des Tabakgebrauchs (Framework Convention on Tobacco Control, FCTC) aus dem Jahr 2003 durch die deutsche Regierung -wie durch 168 anderen Staaten auch- erlaubt es der WHO ständigen Druck auf die Regierungen auszuüben. In diesem Übereinkommen heißt es ausdrücklich: „Die Vertragsparteien erkennen an, dass wissenschaftliche Untersuchungen eindeutig bewiesen haben, dass Passivrauchen Tod, Krankheit und Invalidität verursacht.“ Eine äußerst befremdliche Methode, ein bestimmtes Ergebnis bisher nicht einheitlicher Studien jetzt und in alle Zukunft als unumstößliche Wahrheit festschreiben zu wollen (man könnte es auch Glaubensbekenntnis nennen).
Für die Umsetzung dieser Ziele in Deutschland ist auch Frau Dr. Martina Pötschke-Langer, ihres Zeichens Chefin der „Stabsstelle Krebsprävention“ des „Kollaborationszentrums für Tabakkontrolle der WHO im DKFZ“, tätig. Ihre Beiträge zu Passivrauch, E-Zigaretten etc. werden in der Presse meistens unkommentiert und ungeprüft übernommen, wobei sie in Zeitungsartikeln nur als Leiterin der Stabsstelle Krebsprävention im DKFZ in Erscheinung tritt. Ihre Arbeit für das „Kollaborationszentrum für Tabakkontrolle“ als Lobby-Organisation der WHO bleibt meistens unerwähnt. Bekannt geworden ist das „DKFZ“ mit der Behauptung, in Deutschland würden jedes Jahr 3301 Menschen am Passivrauch sterben. Ganz abgesehen davon, dass es sich bei der zugrunde gelegten Studie um ein statistisches Konstrukt handelt und nicht um reale Tote (es wurde ja schon viel darüber diskutiert), fällt an dieser Behauptung auf, dass hier eine genaue Anzahl von Passivrauchtoten in die Welt gesetzt wird, nämlich exakt 3301 (nicht 3300 oder 3302)! Das hat einen einfachen Grund: man will hier den Eindruck wissenschaftlicher Genauigkeit vermitteln, wo es gerade keine wissenschaftlich nachvollziehbaren Ergebnisse gibt.
Der Durchbruch in der Debatte um Rauchverbote kam mit der Verbreitung des Passivrauches (Second-Hand-Smoke) als Argument. Danach „entdeckte“ man den Third-Hand-Smoke (Kleidung, Tapeten und Teppiche in Wohnungen) um nun auch auf den geschützten privaten Bereich der Wohnungen Zugriff zu bekommen. Nun hat man, kaum zu glauben aber wahr, den Fourth-Hand-Smoke 4) entdeckt, um die Ausgrenzung von Rauchern weiter voranzutreiben. Und das geht so: in Haaren und Kleidung von Personen, die mit Rauchern in Kontakt kommen, haben sich angeblich viele Giftstoffe festgesetzt. Kinder sollen also gefährdet sein, wenn sie mit Nichtrauchern in Kontakt kommen, die selber mit Rauchern Kontakt hatten. Man versucht also jetzt, nach der Verdrängung der Raucher aus der Öffentlichkeit, nach der Angstmacherei vor giftigen Rückständen in Wohnungen, den Nichtraucher Angst vor gesellschaftlichen Kontakten mit Rauchern zu machen. Soweit der Stand der Dinge in den USA.
Inzwischen wird aber auch bei uns den Rauchern immer mehr das Recht auf selbstbestimmte Lebensführung vorenthalten. Wer gerne raucht, sucht oft vergeblich nach einem Arbeitsplatz, kann kein Restaurant besuchen, findet kaum noch ein Raucherzimmer im Hotel, muss sich überlegen, ob er noch Bahn fahren oder das Flugzeug benutzen will, und bei Klinik- oder Sanatoriumsaufenthalt droht ihm ein Zwangsentzug. Wer sich gegen diese Art der Zwangsbeglückung wehrt, wird gerne mit dem Vorwurf des Lobbyismus für die Tabakindustrie mundtot gemacht. Gerade die Tabaklobby galt und gilt immer noch vielen bis weit in die Mitte der Gesellschaft hinein als Inbegriff einer anonymen Macht (wir erinnern uns: „demonize the tobacco industry“) die im Hintergrund die Fäden zieht.
Dabei wir völlig außer Acht gelassen, dass es noch eine andere Lobbygruppe gibt, die ein starkes wirtschaftliches Interesse an Rauchverboten hat – die Pharmaindustrie mit ihren Nikotinersatz- und Entwöhnungsprodukten! Zum Beispiel die Robert-Wood-Johnson-Stiftung, die zu 100% dem Pharmakonzern Johnson & Johnson gehört, gibt Spenden an Universitäten, Wissenschaftler und die nationalen Gesundheitsorgane 5) . Was der Robert-Wood-Johnson-Stiftung nutzt, nutzt auch der Firma Johnson & Johnson. Glaxo und auch Pfizer sind voll zahlende Mitglieder der WHO- „Tobacco Free Initiative“. Und was könnte für einen Anbieter von Nikotinersatzprodukten besser sein als Rauchverbote, die Dämonisierung der Tabakindustrie und höhere Zigarettenpreise? Das geht sogar soweit, dass die US-Pharmafirma MSD es geschafft hat, eine von ihr bezahlte Mitarbeiterin im Anti-Raucherprogramm der WHO unterzubringen 6) .
Begründet werden die Rauchverbote und die damit verbundenen Eingriffe in die persönliche Lebensführung immer noch mit dem Argument des Nichtraucherschutzes. Das mag zu Anfang noch eine gewisse Logik gehabt haben, inzwischen wird aber immer deutlicher, dass es hier nur noch um Ausgrenzung und die Verbannung von Rauchern aus dem öffentlichen Leben geht. Wer die Pläne für ein radikales Rauchverbot in der Gastronomie in NRW nur unter dem Gesichtspunkt des Nichtraucherschutzes sieht, erkennt nicht die wirklichen Absichten der Gesundheitsapostel. Nach einer kurzen „Ruhepause“ wird es weitergehen mit der Volkserziehung im Namen der WHO. Sei es das Rauchverbot, sei es das Trinkverbot oder sei es der Versuch eines Salzverbots für Speisen in New Yorker Restaurants 7) – selbst Essverbote für dickleibige Menschen werden bereits diskutiert: Alles läuft darauf hinaus, einen gewissen Teil der Mitbürger zunehmend wegen ihrer selbst gewählten Lebensgewohnheiten zu diskriminieren. Wir müssen uns darüber klar werden, ob wir in einer solchen Welt leben wollen, oder ob wir uns nicht endlich gegen diese Art der Gesundheitsdiktatur wehren wollen.
1) http://www.rampant-antismoking.com/
2) http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/europa/Mit-voller-Kraft-gegen-die-Raucher/story/14188586
4) http://tobaccoanalysis.blogspot.com/2010/11/article-warns-of-dangers-of-fourth-hand.html
5) http://www.data-yard.net/infocoalition/detail_index2a.htm
6) http://www.bukopharma.de/uploads/file/Pharma-Brief/Phbf1999_04.htm
7) http://www.medienkultur.at/index.php?article_id=725






#51 | Peter Podewitz sagt am 29. Juni 2012 um 02:59
Werter Schinken
Abermalen und nochmals: wenn ich als Raucher mit anderen Rauchern in einer dafür geschaffenen Raucherkneipe sitzen und – Überraschung – rauchen möchte, inwiefern werden dadurch Nichtraucher belästigt, es sei denn, diese hätten freiwillig das Martyrium des Betretens einer Raucherkneipe auf sich genommen? Und, entschuldigung, auch ihrem Beitrag entnehme ich, daß ich bitte schön gleichsam in Sippenhaft genommen werden soll, weil es – wieder: Überraschung – unter Rauchern rücksichtslose Blödmänner gibt? Zur näheren Erklärung: ich kann mich wahrlich nicht erinnern, jemals in Gegenwart asthmakranker Kinder geraucht zu haben. Und selbst wenn: was hatten die in einer Raucherkneipe zu suchen? Täglich höre ich im Verkehrsfunk Meldungen über “Kinder auf der Autobahn”. Was jetzt? Generelles Autoba hnverbot oder was? Im Übrigen schulden Sie mir nach wie vor das überzählige “U” aus einem früheren Post. Ich will ja nicht drängeln, aber ich brauche es, um zu raUchen? Oder brauchen Sie es, um passivzuraUchen? Dann schnell her damit, bevor Sie LUngenkrebs kriegen.
#52 | Nansy sagt am 29. Juni 2012 um 03:07
@Schinken:
Du gestattest doch, dass sich der “arme Gastautor” zu deinem Kommentar #47 äußert?
Mit dieser “Initiative mit der Freiwilligkeit” ist das so abgelaufen:
Am 01.03.2005 gab der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband eine freiwillige Selbstverpflichtung ab, dass bis zum 01.3.2006 in 30% der Speisegastätten mindestens 30% der Plätze für Nichtraucher und bis zum 01.03.2007 in 60% der Speisegastätten mindestens 40% der Plätze für Nichtraucher ausgewiesen werden. Ausgenommen waren Kleinbtriebe mit weniger als 75qm oder weniger als 40 Sitzplätze. Normale Kneipen waren also von dieser Vereinbarung gar nicht betroffen!
Der Vertrag zwischen der damaligen Regierung Schröder und und der DEHOGA hatte eine festgelegte Laufzeit bis zum 1. März 2008. Am 13.12.2006 wurde der Vertrag von der Regierung Merkel ohne nähere Angabe von Gründen aufgekündigt. Grund war wohl massiver Druck von Seiten der Antiraucherlobby, wofür es allerdings – das liegt in der Natur der Sache – keine Unterlagen gibt. “Nichtraucherorganisationen” posaunten damals hinaus, dass die freiwillige Vereinbarung nicht funktioniert hätte – sie unterschlugen natürlich, dass die Laufzeit des Vertrages noch gar nicht erreicht wurde und daher eine Bewertung über ein Scheitern gar nicht möglich war.
#53 | Karl Fasbracke sagt am 30. Juni 2012 um 11:57
Oft hört man das Argument: “die wollen das Rauchen letztlich komplett verbieten”. Ich kann mir nicht vorstellen, dass eine rauchfreie Welt tatsächlich das Ferrnziel der Gesundheits-Industrie ist.
Das DKFZ, ASH und all die anderen player leben ja momentan nicht schlecht. Würde niemand mehr rauchen, wüden sie ihre Existenzberechtigung verlieren und müssten sich zumindest anderen Gefahren zuwenden. Sie wären in der gleichen Situation wie eine Firma, deren Produkte niemand mehr kauft.
Nein, die drei wichtigsten Ziele dieser Industrie sind Selbsterhalt, Selbsterhalt und Selbsterhalt. Wenn, wie hier, diskutiert wird, dass die Maßnahmen unvernünftig oder sinnlos sind, muss man sich vergegenwärtigen, dass es eben nicht um Vernunft und Sinn geht, sondern um Selbsterhalt.
Auch hier bekriegen sich Raucher und Nichtraucher. Das ist ein durchaus errwünschter Effekt. Gesellschaftliche Spaltung ist gut, wenn man im Gespräch bleiben möchte.
Rauchverbote in der Ganstronomie haben überhaupt nicht mit dem Schutz der Volksgesundheit zu tun. Es geht nur darum ein Bischen Wirbel zu machen. Man konnte damit rechnen, dass die Nichtraucher energisch Partei ergreifen würden und dass es Raucher und Gastwirte ordentlich schmerzt. Nicht zuviel, sonst wäre es nicht durchsetzbar und nicht zuwenig, sonst gäbe es zu wenig öffentliche Aufmerksamkeit. Es handelt sich um den sogenannten “selbstmut-effekt”.
Dass in Zukunft noch viele andere Dinge verboten werden ist tatsächlich zu erwarten. Es handelt sich dabei aber nicht um eine Konspiration von Verbotsfanatikern, sondern ist einfach ein Geschäftsmodell, das derzeit gut funktioniert. Daher sind in der Zukunft noch viele weitere solche “Produkte” zu erwarten.
#54 | Nansy sagt am 30. Juni 2012 um 20:47
@Karl Fasbracke:
Zitat: “Ich kann mir nicht vorstellen, dass eine rauchfreie Welt tatsächlich das Ferrnziel der Gesundheits-Industrie ist.”
Nun, natürlich ist eine total rauchfreie Welt nicht unbedingt das Ziel der Gesundheitsindustrie, sprich: Pharmalobby, man will ja schließlich weiter verdienen. Es ist aber das selbsterklärte Ziel der WHO – das müsste inzwischen bekannt sein! Und da sind wir schon bei diesem seltsamen “Verein” WHO, der auf der eine Seite gute Lobbybeziehungen mit der Pharmaindustrie unterhält (sprich Geld, Spenden und sogn. “Experten”) Siehe auch:
http://www.who.int/inf-pr-1999/en/pr99-04.html
Auf der anderen Seite hat die WHO eine fast schon religöse Auffassung von Gesundheit und ist auch bereit, sie gegen den Willen von Menschen durchzusetzen. Wie heißt es schon in der Verfassung der WHO?:
“Gesundheit ist ein Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens und nicht nur das Fehlen von Krankheit oder Gebrechen.” Damit gibt sich diese Organisation selbst die Handlungsvollmacht, in alle Bereiche des menschlichen Zusammenlebens hineinreden zu dürfen.
Es geht hier auch nicht um eine Konspiration von Verbotsfanatikern, sondern um die schleichende Entmündigung der Menschen im Namen der angeblich guten Sache (natürlich mit Unterstützung der Pharmaindustrie, wenn sich daraus ein gutes Geschäft ergibt).
Dass es so etwas wie Gesundheitsfanatismus gibt, der auch ohne geschäftlichen Hintergrund auskommt, mag folgendes Beispiel verdeutlichen:
In der Gesundheitsbehörde in New York wird von den Mitarbeitern verlangt, keine duftenden Körperpflegemittel oder Parfüms zu benutzen und ihre Essgewohnheiten am Arbeitsplatz (einschließlich der Kantine) umzustellen. Das Essen von Keksen ist mit Inkrafttreten der neuen Dienstanweisung genauso Vergangenheit, wie der Verzehr von frittierten Nahrungsmitteln. Das bevorzugte Getränk soll gefiltertes Wasser sein, weil es gesünder ist und um Müll zu vermeiden. Wenn ein Angestellter seinen Kollegen trotzdem etwas anderes anbieten möchte, darf das Getränk 25 Kalorien pro großes Glas nicht überschreiten.
Es geht nicht allein um Geschäftsmodelle.
#55 | Puck sagt am 30. Juni 2012 um 23:37
@Schinken #47
Zitat:
“(…)War da nicht die Hoffnung darauf, das Raucher zur Rücksichtnahme fähig seien? Das alles waren aber nur Träumereien von Idealisten, die an Werte wie Empathie , Toleranz und Verantwortungsgefühl glaubten. In der Realität konnte selbst die Anwesenheit von unter Asthma leidenden Kleinkindern die Raucher nicht dazu bewegen, ihr Verhalten irgendwie in Frage zu stellen. (…)Ihr habt es selbst verbockt. Das Rauchverbot geht auf Eure Kappe.”
Werter Schinken!
Danke für diesen Beitrag.
Er regt zu ganz praktischen Betrachtungen nicht nur zum Schutz von Nichtrauchern an.
Als Fahrradfahrer frage ich mich schon lange, warum das Autofahren eigentlich noch erlaubt ist. Es tötet tausende Menschen jedes Jahr, verpestet die Luft, trägt zum Klimawandel bei und belästigt obendrein durch Lärm.
Jahrzehntelang hatten wir Fahrradfaher darauf gehofft, daß Autofahrer sich an Verkehsregeln halten, in Städten nur 50 fahren und auf Autobahnen den Abstand einhalten. Aber das waren nur Träumereien von Idealisten. In der Realität wurde bei Verkehrskontrollen selbst vor Grundschulen schon eine Spitzengeschwindigkeit von 140 km/h gemessen! Ich finde, daß es jetzt tatsächlich reicht, und die Autofahrer haben sich das selbst zuzuschreiben. Sie haben das selbst verbockt, das Autofahrverbot geht auf deren Kappe!
Wir FAhrradfahrer sind keine Unmenschen: Wir schaffen ein paar Reservate für Autofahrter, wo sie ihrem Vergnügen auch weiterhin frönen können.
Als gesund essender Mensch frage ich mich außerdem, warum nicht längst Pommesbuden, Mc. Doof und Burger-King verboten werden. Diese “Restaurants” verschlechtern seit Jahrzehnten den Gesundheitszustand weiter Bevölkerungsschichten, tragen – via Rindfleischverbrauch – ebenfalls zum Klimawandel bei und und treiben die Kosten des Gesundheitssystems in die Höhe. Jahrzehntelang hatten wir Gesundernährer gehofft, daß die Menschen das begreifen. Aber schon wieder nix als Träumereien von Idealisten! Statt dessen müssen wir sehen, wie Eltern ihren Kindern statt einer Frühstücksbox mit Vollkornbrot und einem Apfel einen Heiermann in die Hand drücken mit der Empfehlung: “Gehste halt zu Mc. Doof.” Man sieht zuweilen sogar Eltern, die schon Kleinkinder mit Frittiertem füttern!
Ach… Sie meinen, die Beispiele wären irgendwie unzutreffend, weil sich die Mehrheit der Autofahrer an die Verkehrsregeln hält und die meisten Eltern ihren Sprößlingen doch die Frühstücksbox mit dem Vollkornbrot und dem Apfel mit zur Schule geben und ein Burger oder eine Curry-Wurst dann und wann nicht schaden?
Weil hier das extreme Fehlverhalten einzelner als Allgemeinverhalten unterstellt wird?
Ja, das könnte sein.
Und jetzt müssen Sie mal erklären, warum Raucherclubs verboten werden müssen und Eckkneipen rauchfrei, an Tischen draußen nicht mehr geraucht werden darf und räumlich abgetrennte Raucherbereiche in sonstigen Kneipen verboten gehören. Genau darum geht es nämlich in dem geplanten neuen Gesetz.
Vor allem wegen der Ihnen so am Herzen liegenden astmakranken Kinder.
In Raucherclubs kommt man erst ab 18. Die sind also für Kinder außen vor.
Ich auch will gar nicht bezweifeln, daß Eltern zuweilen ihre astmakranken Kinder mit in die Eckkneipe nehmen. Allerdings dürfte man in diesem Fall den Eltern eine gewisse Verantortungslosigkeit unterstellen. Ich will ferner auch nicht bezweifeln, daß Eltern ihre – womöglich astmakranken – Sprößlinge in den Raucherbereich einer Kneipe oder eines Restaurants mitschleppen, um sich über den Qualm aufzuregen (wie ja auch gelegentlich Veganer bei Maredo aufkreuzen, um sich darüber aufzuregen, daß dort Fleisch serviert wird) -
das käme dann allerdings Kindesmißbrauch ziemlich nahe.
#56 | Links vom 27.06.2012 | endorphenium Links vom 27.06.2012 | photography & other stuff sagt am 2. Juli 2012 um 08:43
[...] Radikales Rauchverbot in der Gastronomie… und wie geht es weiter? | Ruhrbarone – [...]
#57 | Nansy sagt am 2. Juli 2012 um 14:25
Die Piraten in NRW haben sich in einem Positionspapier gegen das von Rot/Grün geplante Rauchverbot positioniert:
http://www.lokalkompass.de/bochum/politik/viele-frische-kraefte-im-vorstand-der-piraten-nrw-und-positionspapier-nichtraucherschutz-d184606.html
#58 | Karl Fasbracke sagt am 11. Juli 2012 um 19:51
@Puck
Ihre Argumentationsweise ist als “Nuttism” bekannt. Das bezieht sich auf , der eine Liste von Drogen erstellt hat in der sie nach ihrer Gefährlichkeit sortiert sind. Das für einige überraschende Ergebnis war, dass die gefährtlichsten Drogen mitnichten die “verbotensten” waren.
Wenn sie sich nun fragen warum fast-food noch nicht verboten ist, sage ich Ihnen: glauben sie mir, daran wird bereits gearbeitet. John Banzhaff einer der bestbezahlten und bekanntesten professionellen Verbieter wollte schon Ronald McDonals aus dem Verkehr ziehen (wegen der Kinder natürlich).
Die Verbotsindustrie ist an sich nicht sehr wählerisch. Abgesehen von der Milde, sie sie gegenüber der Pharamaindustrie an den Tag legt, sind ihr alle Themen recht. Rauchen ist nur eines davon. Argumente wie ihr “warum ist dasunddas nicht auch verboten” regen die Verbieter bestenfalls zu einem “gute Idee, darum werden wir uns kümmern” an.
#59 | Nudelauflauf sagt am 16. Mai 2013 um 13:02
Immer wieder ein spannendes Diskussionsthema. Und wie faszinierend einfach es manchen Menschen fällt, auf einer Gruppe herumzureiten, sobald dies politisch “en vogue” ist. Nichtraucher zeigen mit dem Finger auf “blöde” Raucher, machen sich lustig über sie und / oder beschweren sich über deren lächerliches -achtung, jetzt kommts – Suchtverhalten. Ja. Genau. Suchtverhalten. Raucher sind tatsächlich Drogenabhängig. So wie Alkoholiger. Oder Junkies. Für die hat man Verständnis, man arbeitet mit Aufklärung, eignen Einrichtungen und Beratungsstellen. Kaum ein Deutscher käme auf die Idee, in Foren derart über Alkis oder Junkies herzuziehen. Das tut man nämlich nicht, weil man weiß, das hinter ihrem Verhalten eine Abhängigkeit steht und diese häufig schwer zu überwinden ist. Aber bei Rauchern ist es okay, sie als schwach, frech, asozial & co hinzustellen. Na klar.
Leute: überprüft mal eure gesellschaftlichen Umgangsformen und dann können wir gerne diskutieren. Sachlich, aufklärend und mit Respekt. Alles andere kann man getrost- in der Pfeife rauchen.
#60 | Frank sagt am 22. Mai 2013 um 10:20
Vielleicht bringt das was : https://www.openpetition.de/petition/online/gegen-den-nichtraucherschutz-in-nrw
Ich denke mal es ist zumindest einen Versuch wert.