Journalisten bloggen das Revier

11 September 2009

Sahra sülzt

Es war so langweilig. Es ist so fad. Vor hundertzehn Unverdrossenen spulte Sahra Wagenknecht, die Linke, die Kommunistin gar, gestern nachmittag auf der Duisburger Fußgängerzone ihre Standardrede ab. Diese klang wie das Glaubensbekenntnis einer Gesamtschullehrerin. Doch wen interessiert das, wenn die Linkspartei in den Umfragen zur Bundestagswahl steil bergauf weist?

(Ablichtung, Sahra W. in DU: Thomas Rodenbücher)

Ich bin sauer auf die Planwirtschaft, seit dreiundzwanzig Tagen brauche ich dringend eine neue Brille. Der Optiker, er kann die Gläser nicht liefern, seit zwanzig Tagen schleppe ich mich mit Kontaktlinsen im Binnenraum und außen mit ner Sonnenbrille durch.

Meine Augen schreien dumpf: Außen sieht alles aus wie Island im Winter, da kommt mir der Termin im Vorhof des Optikers, auf der Duisburger Fußgängerzone grad recht - Ich seh alles dunkel, ich hab den Hals. Ich bin halbblind.

Wen seh ich denn da? Ich sehe Dunkelheit, ich sehe eine der wichtigen Wahlveranstaltungen der Duisburger Linkspartei, ich sehe die üblichen Verdächtigen, es sind wenige, die Wichtigen tragen ein Ordnerbändchen, der berüchtigte Ratsfraktionsvorsitzende Dierkes, der Kreisgeschäftsführer Wirtgen, der Verdi-Geschäftsführer Keuer. Alte Männer sonnen sich in ihrer Wichtigkeit. Binde statt Gebinde.

Die Ordner-Bändchenbinder haben ihren jungen Star geholt, sie will dem Kapitalismus Mores lehren. Sahra Wagenknecht macht die Honneurs, sie steht rechts an der Bühne rum. Mit Sonnenbrille wirkt sie auf mich scharf und schwarz, und ohne Bille blaß, unscharf und braun wie ein Huhn auf Malle.

Doch erst mal kommt die Sahra Light-Version, eine Duisburger Studierende, die im goldenen Zeitfenster des Fusionsprozesses der Linksparteien WASG und PDS, als jeder, der einigermaßen bei Groschen war, in hohe Ämter gewählt wurde, zur Bundestagsabgeordneten aufstieg.

Was hat die ehrenwerte Abgeordnete Sevim Dagdelen eigentlich in den vergangenen fünf Jahren der Legislaturperiode gelernt?

Ich nehme die Brille ab - und höre: Alarmismus, Hysterie, immerhin eine heisere Singstimme. Aber, der Singsang ist so fad, schaukelt an und dreht sich im Kreis wie ein Sufireigen.

Sagt sie, deren Sprengel Bochum ist, was aktuelles zu Opel? Nö.

Aber - niedliche verschobene Sprachbilder leistet sich die 1975 in Duisburg geborene ehemalige DIDF-Funktionärin:

"Es werden wieder mal Krokodilstränen ausgedrückt" - krächzt die junge Frau mit erneut aussichtsreichem Listenplatz zu den Grünen und deren Afganistanheuchelei.

Ich sehe ohne Brille unscharf, ich sehe ein lebensgroßes Osterei mit Charlie-Brownkopf, ramenternd, krächzend, das kann es doch nicht sein, was diese Linken bieten?

Was bietet Sahra Wagenknecht? Nun ja, das übliche:

Wie mögen sich die zumeist adipösen Frauen der Partei der Entrechteten im Publikum fühlen, wenn die Doktorantin Wagenknecht schlank, frei und gerade heraus spricht? Endlich mal jemand, der in dieser Partei vernünftig und distinguiert gekleidet ist.

Die Hummeresserin stringiert den Kanon runter, "viereinhalb Millionen Arbeitslose sind garantiert nicht das Ende der Fahnenstange, diese Krise ist hausgemacht, Hartz IV hat die Armut verdoppelt" - sie hat ja recht mit allem. Trotz alledem und alledem.

Jetzt übergibt mir eine MLPD-Hippe ihr Traktat, sie trägt eine Jack-Wolfskin-Jacke, Marktpreis: 350 Euro, ein Hartz-Gehalt. Ich frage: "Genossin, Du trägst die LOHAS-Klamotten des Klassenfeindes? - Die Schwäbin schämt sich: "Na, wenn man so oft im Regen steht."

Dieweil trägt der Pressesprecher der Duisburger Linkspartei seine Hauspostille in der versammelten Gemeinde rum, die einzigen die diese aufschlagen und überfliegen, sind die Diensthabenden von der politischen Polizei, sie falten den ‘Standpunkt’ akkurat und stecken ihn in ihre No-Label-Jeans.

Sahra kommt zum Ende. Ich hatte keine Brille auf, ich hab die Pointe nicht verstanden. Hm, ich glaube, Wahrheitspredigerinnen können gar keine Pointen setzen.

Insoweit: Was hat sie nicht gesagt?

Sie hat nicht gesagt, daß die Linkspartei Sprünge nach vorn macht, bei Forsa und bei Allensbach, daß das Volk keinen Krieg will und die meisten auf soziale Gerechtigkeit stehen.

Statt dessen hat sie doziert wie eine Lehrertrine in einem Oberstufengrundkurs einer Gesamtschule.

Sahra is lame. Sahra predigt. Sahra sülzt.

Würd ich sogar mit Brille sagen.

Thomas Meiser ist Journalist, Theaterautor und Producer, mag das Revier, schrieb und schreibt gern darüber und lebt am linken Niederrhein. Zwischen Limburg und Gelderland.

13 Kommentare »

  1. Gonzo. Strike.

    Comment von David — 11. September 2009 @ 07:53

  2. Nun, selbst der Steinmeier war bei seinem Duisburg-Auftritt auf Besonderheiten der Region eingegangen, die Merkel auch. Da bin ich fast schon froh dass die Piratenpartei momentan keinen Tingelvertreter hat, denn das wäre noch furchtbarer als die LINKE. (Die eh schon furchtbar genug ist was deren Zusammensetzung hier im Westen anbelangt in manchen Wahlkreisen…)
    Aber eine schöne Meinung trotz alledem.
    Ad Astra

    Comment von Christian Spließ — 11. September 2009 @ 09:32

  3. Was ich denke? Nun ja das ist einfach. Mit Brille wäre das nicht passiert. Etwas weniger Drogen am Vortag wären auch gut gewesen. Dem Autor gefallen die Linken nicht. Das ist sein gutes Recht. Er sülzt seinen Hass und Frust in einem Artikel ab. Auch in Ordnung.

    Ich denke dieser Artikel ist nur für den Autor nützlich. Vielleicht hilft er seiner kranken Seele. Aber ich bin trotzdem der Meinung, dass ein längere Gesprächsrunde mit einem Arzt wichtiger wäre.

    Ein kluger Brillenträger hat im übrigen eine Ersatzbrille.

    Comment von Jochen Hoff — 11. September 2009 @ 09:45

  4. Ich finde, es ist egal, was Sahra sagt; mit Brille (am Zuschauer) ist sie auf jeden Fall ne süße Maus. ;-)

    Comment von Andreas Scholz — 11. September 2009 @ 10:53

  5. Ohne Brille nix verstanden??
    Dann fehlte ihm ne Hörbrille!
    Mit zwei solch schweren Handicaps sollte er nicht auf Journalist machen.
    Ansonsten:schmierige Linkshetze.
    Meine Empfehlung an Herrn Meiser:
    Ampelfarben wählen und wegducken.

    Comment von Markus — 11. September 2009 @ 12:05

  6. Ich weiß nun wirklich nicht, warum eine Marxistin zum einen, keine schöne Frau sein darf und sich entsprechend kleidet und zum anderen, warum sie beim Essen nicht auch den Genüssen, der Kultur zugetan ist.

    Rosa Luxemburg, Kurt Tucholsky, Bertolt Brecht, um nur einige zu nennen, lebten das Leben sehr intensiv und alles Genüssen zugetan. Sie konnten es, aus eigener Kraft und das war ihr Maßstab. Der Maßstab, das Menschenbild, den sie bei den zutiefst Erniedrigten, den “Schmarotzern” (Westerwelle, Clement), zutiefst seiner Würde beraubt sahen. Was soll daran falsch sein?

    Soll der Maßstab für eine kluge und wohlhabende Frau das Outfit von Angela Merkle sein? Soll der Maßstab für eine Kommunistin der der Harcore-Marxisten sein? Jener, deren Auftreten unkultiviert, asketisch und freudlos, einer “linken” Pius-Bruderschaft gleich, ähnelt? Das kann es doch nicht sein.

    Die LINKEN sind mittlerweile Selbstläufer. Das hat mit dem Lebensstil von Frau Wagenknecht, von Oskar Lafontaine oder Gregor Gysi nichts zu tun. Das hat zu tun mit den Lügen und Denunziationen der Vertreter einer ehemaligen Arbeiterpartei. Das hat zu tun mit einem zutiefst gedemütigten Prekariat. Und zu tun mit dem Verbalfaschismus einer ehemaligen Arbeiterpartei, deren hervorragende Vertreter Westerwelle erfolgreich kopiert.

    Da gilt es einfach abzuwarten. Entwickelt sich das Modell Schröder zur Deutschen Leitkultur oder resozialisiert sich die einstige Arbeiterpartei in der Opposition, macht damit die LINKEN überflüssig. Abzuwarten aber auch, ob das Bürgertum und seine Vertreter in den Parlamenten die eigenen Werte, die Werte der Aufklärung, wirklich in Herrn Westerwelle, dieser Schröder-Kopie, dieser Kopie des ewigen Kleinbürgers, verwirklicht sieht.

    Abzuwarten auch, wie weit die Solidartät “Deutsche Leitkultur” ist. Wie weit dem “Parasiten” das menschenwürdige Lebensrecht in “Diesem unseren Lande” eingeräumt wird, ob es mehrheitsfähig ist. Dafür lohnt der Streit. Der Streit, der mit dem Outfit, der Lebensführung überhaupt nichts zu tun hat.

    PS.: Ich weiß, daß Orthographie und Satzbau für den Bildungsbürger eine Zumutung sind. Das liegt zum einen an der Herkunft aus dem bildungsfernen Prekariat der Adenauer-Republik. Das liegt zum anderen aber auch daran, daß dem “Parasiten” die Brille aus Kostendämpfungsgründen vorerst vorenthalten bleibt.

    Comment von Burkard Schulte-Vogelheim — 11. September 2009 @ 12:10

  7. Das Fehlen einer Brille muß nicht negativ sein. Hier im Artikel hat es klar zu erkennen den Blick fürs Wesentliche geschärft - und sogar zu klärender Hellsichtigkeit geführt.
    Das hat für mich im Grunde nichts mit Zweifeln an der Programmatik zu tun, eher mit Demontage von Plattitüden, wie sie auch von linken Politikern breit getreten werden. Öfter mal die Brille absetzen, dann klappt das auch mit dem großen Ganzen.
    Derjenigen, die sich mit Fug und Recht beklagen könnten, sind die wieder mal als “adipös” titulierten.

    Comment von Ralf Wasselowski — 11. September 2009 @ 13:51

  8. @ Schu-Vo
    Wenn es denn mal so wäre, dass Sarah Wagenknecht und die anderen hier genannten Vertreter der Linken zu den unkonventionell denkenden, den freien und kulturinteressierten Lebensstil pflegenden und genusstüchtigen Bohemien mit Geld zählen würden. Nein, Frau Wagenknecht hat ihre Gourmetdasein aus dem Internet zu löschen versucht. Lanfontaines Frau vetritt haarstäubend rückwärtsgewandte Familienkonzepte. Gregor Gysi macht nur im Fernsehen den verschmitzt-ironischen Großbürger. Und es ließen sich noch weit mehr Beispiele aufführen. Mit einem Satz: Mehr Piefigkeit als in den oberen (wie den sonstigen) Etagen der “Linken” ist im heutigen Deutschland kaum noch zu finden.

    In der mehrheitlich kleinbürgerlich kleinkarrierten Lebensführung tun sich deswegen die Aktiven der SPD und der Linken rein garnichts. So sehr ich ihre grundsätzliche Position zum Verhältnis von Linkssein und Lebensstil teile, der Vergleich mit Tucholski, Luxemburg und Brecht ist nicht nur völlig unangebracht, sondern für die Genannten geradezu beleidigend.

    Comment von Arnold Voß — 11. September 2009 @ 16:08

  9. Auf dieser Ebene, werter Herr Voss, können wir uns trefflich unterhalten. Auf der Ebene zum einen, was die Vertreter des aufgeklärten Bürgertums, was zum anderen die Vertreter der Arbeiterbewegung darstellen, WEN, und das ist entscheidend, sie bedienen.

    Bedient wird der Kleinbürger, den nichts so sehr sorgt, wie die Abzüge auf seinem Lohnzettel, den Abzügen, die Gesundheitswesen, Solidarität mit den Schwachen, und Bildung u. a. finanzieren. Der Kleinbürger, dem mit dem Verbalfaschismus von Clement bis hin zum Westerwelle das Wort geredet wird.

    Und bedient wird er vor allem durch Aufsätze, die inhaltlich überhaupt nichts, sehr viel aber über den Neid und das kulturelle Unverständnis betr. einer Lebensart darstellt, die jenseits von Pfälzer Saumagen und Dieter Bohlen ist.

    Für den aufgeklärten Bürger steht Angela Merkel, steht Guido Westerwelle, steht Renat Künast. Das ist sein Problem.

    Für den klassenbewußten Arbeiter, man gestatte mir altem Sack diese Terminologie, stand Willy Brandt, steht jetzt mit Sicherheit nicht Müntefering. Dafür steht die LINKE. Die LINKE, mit all ihren Fehlern, mit all ihren Schwächen, den unvermeidbaren, vor allem aber den vermeidbaren. Die LINKE, die das Vakuum, welches eine ehemalige Arbeiterpartei hinterläßt ausfüllt. Der klassenbewußte Arbeiter und damit auch ich widerprach sehr deutlich der kleinbürgerlichen Verzagtheit der Partei Gerhard Schröders, widerspricht ebenso deutlich den aufgeführten Hardcore-Marxisten, den “linken” Antisemiten und auch dem kleinbürgerlichen Familienmodell von Frau Müller. Wie allerdings ist es mit dem aufgeklärten Bürger, wem widerspricht er?

    Peinlich, kann ich nur sagen, so Frau Wagenknecht nicht ihrem exklusiven Lebensstil steht. Peinlich, vor allem, weil ich sie im Streitgesrpräch Elsässer-Wagenknecht als kluge und souveräne Marxistin erlebte. Und Marxisten sind aus den bekannten Gründen rar in diesem Land. (Das Gespräch fand vor der Mutation Elsässers zum nationalen Sozialisten statt)

    Was fehlt ist Aufrichtigkeit, dies auf beiden Seiten. Beiden ist bekannt, daß ohne gravierende Einschnitte in die Arbeitszeit Vollbeschäftigung eine Lüge ist. Bekannt sind beiden, die (momentanen) Kräfteverhältnisse zwischen Kapital und Arbeit. Und bekannt ist natürlich, wer im Falle einer solidarischen Vollbeschäftigung die Kosten trägt.Warum also die Lüge, warum diese verbunden mit der Denunziation? Warum also läßt der aufgeklärte Bürger dieses zu? Und warum bedient er wider besseren Wissens den Untertan, den Kleinbürger?

    Ich stelle die Fragen, die Frage nach den Kosten, das in Abwägung der erwähnten Kräfteverhältnisse. Die Fragen nach den Irrungen der Norman Paech, Hermann Dierkes und natürlich auch Oskar Lafontaines und die Fragen stelle ich nicht alleine. Sie werden gestellt dort, wo mein Platz als (Stief)Genosse ist. Bei der LINKEN weil es für den Arbeiter keine andere Partei gibt. Keine ander Partei wie es für den aufgeklärten Bürger die Parteien Merkels, Westerwelles oder Özdemirs sind.

    Auf den Unfug das Outfit, den Lebensstil von z.B. Frau Merkel oder Frau Wagenknecht zur Wahlkampfsache zu machen braucht keiner einzugehen. Es reicht, so ein jeder dort, wo sein Platz ist deutlich widerspricht. Widerspricht dem Bedarfs- und realem Rassismus. Widerspricht dem “linken” wie dem bürgerlichen Antisemitismus. Und widerspricht vor allem dem Faschismus Kleiner Leute, der vermeintlich einfachen Lösung komplizierter, gesellschaftlicher Probleme. Damit ist, so glaube ich, alles gesagt.

    Comment von Burkard Schulte-Vogelheim — 11. September 2009 @ 17:58

  10. Diese von ihnen so trefflich aufgezeigte strukturelle Unaufrichtigkeit auf allen Seiten ist der Grund, wieso ich als freiberuflicher “Kognitarier” und lebensfreudiger “old-urban-professional” zur Zeit nicht weiß, welche Partei ich wählen soll. Dass ich obendrein nicht mehr - wie in meinen jungen Jahren - zum Gefühlspazifismus neige und von einem staatlich klar regulierten marktwirtschaftlichen System mit (sehr) kleinem aber bedingungslosem Grundeinkommen als Solidaritätsbasis überzeugt bin, kommt erschwerend hinzu.

    P.S. Was der aufgeklärte Bürger allerdings an Frau Merkel oder Herrn Westerwelle faszinierend finden könnte ist mir bis heute unergründlich geblieben. Da haben z.B. Frau Künast und Herr Gysi und Herr Steinbrück schon mehr zu bieten.

    Comment von Arnold Voß — 11. September 2009 @ 19:32

  11. Thomas Meiser kommt zum Glück noch zu einem Ende. Er ist lahm, er sülzt, er ist blind und taub. In dieser Situation achtet er auf die Bekleidung und deren Hersteller. Schlimmer gehts nimmer! Die Karikatur eines Kleinbürgers. Was ist nur aus ruhrbarone geworden?

    Comment von niki — 12. September 2009 @ 23:27

  12. Schmierige Hetze, Drogen, Frust und Hass… mein lieber Herr Gesangsverein, das sind starke Worte, mit denen sich einige aber mal mächtig im Ton vergreifen, dies aber nur am Rande.

    Machen wir uns nix vor, Politik ist, auch und gerade im Wahlkampf, Show. Wenn ich “Inhalte” will, dann lese ich Programme, wenn ich mich unterhalten will, dann besuche ich Wahlkrampfveranstaltungen (mal freiwillig und in Fußgängerzonen auch gerne mal unfreiwillig). Wenn nun der Auftritt von Wagenknecht langweilig und wenig bis gar nicht mitreissend war, dann ist es weder lahm, noch ist es Hetze, wenn die Theaterkritik am Ende so ausfällt, wie Thomas Meiser sie geschrieben hat, ganz abgesehen davon, daß ich die genervte Grundstimmung wegen fehlender passender Brille absolut nachvollziehen kann.

    Schmierige Hetze… ich komme nicht darüber hinweg. Man kann über die Ziele der Linken diskutieren, viele davon sind auch die meinen, aber mit dem Text von Thomas kommt diese Truppe von Nörglern noch richtig gut weg. Anstatt sich über Kritik am mauen Wahlkampf zu beschweren, sollten Anhänger lieber die performance der Protagonisten hinterfragen.

    Das Wagenknecht mit dem Verzehr von Hummer der Arbeiterklasse in den Rücken fällt, hat nichts mit dem Preis zu tun, mit dem diese Delikatesse über den Ladentisch geht. Ich meine mich zu erinnern, daß Fabrikarbeiter aus Maine (wegen meiner auch Massachusetts oder ein anderer Neu England state) anno tobak gestreikt haben, um dat Zeuch nicht mehr in der Mittagspause essen zu müssen…

    Comment von Michael Kolb — 13. September 2009 @ 01:10

  13. Auch, wenn ich Frau Wagenknecht alles in allem für doch recht harmlos halte, dieser Typ des asketischen Fanatikers löst bei mir unweigerlich das Gruselgefühle aus, und - nicht minder - bewirkt dies der stets leicht überschnappende Ton, in dem sie sich öffentlichen Angelegenheiten äußert.

    Das Posting ist ein wirklich hübscher Gonzo, der mich glauben lässt, dass diese Textgattung doch etwas taugt.

    Comment von John Dean — 13. September 2009 @ 17:00

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