69

Sicherheitswahn und Freiheit

dom_koeln

Die Ereignisse in der Silvesternacht rund um den Kölner Dom und den Kölner Hauptbahnhof sind widerlich. Ein enthemmter Mob, der Frauen zu Freiwild erklärt, bestiehlt und erniedrigt, hat in dieser Nacht gewütet. Das Ausmaß der Ereignisse von Köln ist bislang noch unklar. Noch immer melden sich Opfer der Übergriffe bei der Polizei. Doch obwohl die Dimension der Verbrechen unbekannt ist und die Hintergründe der Täter äußerst fraglich sind, haben einige Kommentatoren aus Politik und Medien schon Antworten gefunden. Es sind die immer gleichen Antworten, nachdem es Straftaten im großen Umfang gegeben hat. Mehr Polizei, mehr Überwachung, und da es sich bei den Tätern um Migranten handeln soll: „Abschieben, Abschieben, Abschieben“.

Der Rechtsstaat solle hart durchgreifen, ist eine Forderung, die selbst Bundeskanzlerin Merkel gestellt hat. Nun sollte die Bundeskanzlerin am besten wissen, dass der Rechtsstaat nicht hart oder sanft durchgreift, sondern eben nach den Gesetzen. Für die Ereignisse von Köln bedeutet dies, dass Täter identifiziert werden müssen und dass diesen individuell Taten zugeordnet werden müssen. Darauf folgen Strafverfahren, bei denen unabhängige (!) Richter ein individuelles Strafmaß festlegen, das für die angeklagten Taten angemessen ist. So funktioniert der Rechtsstaat.

Eine andere große Debatte nach den Ereignissen dreht sich um die Rolle der Kölner Polizei. Diese hatte am Neujahrsmorgen geschrieben, die Feiern seien „weitgehend friedlich“ verlaufen. Die Räumung des Bahnhofsvorplatz wegen der unkontrollierten Zündung von Pyrotechnik wurde erwähnt, danach sei die „Einsatzlage entspannt“ und die Polizei gut aufgestellt gewesen. Eine Fehleinschätzung, wie sich später zeigte. Allerdings hatte die Polizei zu dem Zeitpunkt, als sie diese Meldung veröffentlichte (08:57 Uhr am 1. 1. 2016) auch erst wenige Anzeigen von betroffenen Frauen der Übergriffe in der Nacht entgegengenommen. Man konnte bei der Polizei also von einer normalen Silvesternacht ausgehen. Schon am zweiten Januar folgte eine weitere Meldung der Polizei. In drastischen Worten schilderte sie die Übergriffe in der Silvesternacht und erklärte, dass sie eine Ermittlungsgruppe eingerichtet habe. Die Polizei Köln hat also in kurzen Zeitabständen ihren jeweiligen aktuellen Kenntnisstand mitgeteilt. Was sollte sie anderes tun?

Auch die aufkommende Forderung nach mehr Polizei ist nicht zielführend. Bei konkret anstehenden Ereignissen, wie etwa Demonstrationen kann sich eine Polizeibehörde vorbereiten und entsprechend der Lage zusätzliche Kräfte anfordern. Dass die Polizei Köln hier bei HoGeSa im Herbst 2014 versagt hat, spielt für die Silvesternacht eine untergeordnete Rolle. An Silvester herrscht im ganzen Bundesgebiet eine Art Ausnahmezustand. Zahllose Brände, Schlägereien, Diebstähle scheinen an diesem Tag dazuzugehören. Ein Blick in die Silvesterbilanz der Bundespolizei im Ruhrgebiet zeigt, was in dieser Nacht als „normal“ bewertet wird ( Hier ist der Bericht zu lesen.). Jede Polizeibehörde würde sich für die Silvesternacht mehr Einsatzkräfte wünschen. Aber auch die Menge an einsetzbaren Polizeikräften ist endlich. 50 Polizisten mehr vor dem Kölner Hauptbahnhof hätten möglicherweise an den Ringen gefehlt, oder in der Düsseldorfer Altstadt oder sonstwo. Es gibt derzeit keine Erkenntnisse darüber, wo und wie sich die Täter von Köln im Vorfeld verabredet haben. Woher sollte die Polizei dies also im Voraus wissen? Die einfache Antwort auf diese Frage ist natürlich mehr Überwachung. Doch diese Antwort ist ein Trugschluss, die Übergriffe in Köln sind in ihrer Menge bisher einzigartig. Die Polizeibehörden hätten also vermutlich nicht gewusst, wen sie im Vorfeld überwachen sollen.

Wir leben in einer offenen Gesellschaft, und zu dieser offenen Gesellschaft gehört, so schlimm das auch sein mag, ein gewisses Risiko. Islamisten können unsere Fußballstadien in die Luft sprengen, Verbrecherbanden können Frauen sexualisiert erniedrigen und bestehlen, oder wir können in einer Kneipe von einem besoffenen Hohlkopf zusammengeschlagen werden. Das alles kann passieren. Die Antwort darauf kann aber nicht in dem Ruf nach einem starken Staat bestehen, sondern sie muss lauten, dass wir unsere Freiheiten verteidigen. Und dafür kann jeder selbst seinen Teil tun. Seht nicht weg, wenn in der Bahn oder der Disco Frauen angegrabscht werden. Greift ein, wenn Ihr seht, dass Menschen in unangenehme Situationen geraten. Seid einfach aufmerksamer für Eure Umwelt.

RuhrBarone-Logo

69 Kommentare zu “Sicherheitswahn und Freiheit

  • #51
    Gerd

    Danke, aber ich bin davon ausgegangen, dass interessierte Personen selber auf WO vorbei schauen. Grund genug gibt, was sich die Polizeiführung der Klüngelmetropole geleistet hat, übersteigt die schlimmsten Erwartungen.

    http://www.welt.de/politik/deutschland/article150733779/Vorrangig-ging-es-den-Taetern-um-Sexualstraftaten.html

  • #52
    Klaus Lohmann

    @Gerd: "…was sich die Polizeiführung der Klüngelmetropole geleistet hat, übersteigt die schlimmsten Erwartungen" – Selten, dass wir mal wie hier einer Meinung sind, allerdings ist weder die Polizei für die Straftaten verantwortlich noch ist die Meinung dieses Bundespolizisten in irgendeiner Weise allgemeinverbindlich oder rechtlich verpflichtend. Es fehlen immer noch konkrete Beweise.

    Mich würde es übrigens nicht verwundern, wenn sich in den nächsten Tagen Kölner Polizei, Bundespolizei und die jeweilige Polizeiführungen eine verbale Schlammschlacht liefern, wer alles für was nicht oder gerade extra zuständig war und wer wann und wo nichts getan, zuviel getan oder das Falsche getan haben soll.

  • #53
    Thorsten Stumm

    Ich für meinen Teil habe beschlossen, mich mit Kommentaren und Rückschlüssen zurückzuhalten. Ich hoffe, dass Politik, Medien und Polizei sich mit halbgaren Forderungen zurückhalten bis alle Fakten aufgedeckt sind. Dann sind sie zu bewerten. Ohne idiologische Scheuklappen, ohne in Kulturrelativismus zu verfallen, ohne Hysterie und Schaum vorm Mund. Das diese Nacht Deutschland ändern wird, sollte klar sein.

    Ich will auch in Zukunft in einer Gesellschaft leben, in der Frauen in Sicherheit sich überall bewegen können egal wie sie angezogen sind und wie lang ihr Arm ist, in der Religionen auf der Basis einer säkulären Gesellschaftsordnung gelebt werden können oder eben nicht.

    Ich will auch weiterhin mich vor Opfer jeder Art von Gewalt zu stellen.Aber auch die Ursachen diese Gewalt müssen benannt und bekämpft werden können. Und zwar ohne falsche Rücksicht darauf wer davon politisch profitieren könnte. Ohne die Opfer zu instrumentalisieren, sei es zur Verharmlosung oder zum Ausbau des Überwachungsstaat.

    Die Täter, soweit sie zu ermitteln sind, sollen auf der Basis unsere Gesetze bestraft werden.

    Schafft dies unsere Gesellschaft nicht, profitieren davon mit Sicherheit nur rechte Strömungen. Das will ich nicht.

  • #54
    Thorsten Stumm

    @Walter Stach
    Der Vorwurf, dass ich mich nur anhand von Bild und Welt informiere ist mir als Ruhrbaron zu dümmlich, als das ich darauf ernsthaft eingehen werde.

  • #55
    Helmut Junge

    Nach meiner Meinung geht es um den Schutz der Bevölkerung, der hier von den zuständigen Staatsorganen nicht gewährleistet wurde. Die Frage danach, warum das in der Silvesternacht im und am Kölner Bahnhof so gelaufen ist, wurde bisher nicht wirklich beantwortet.
    Weil diese Antwort fehlt, dasöffentliche Interesse aber riesig ist, schießen wilde Spekulationen durch die Medien und Köpfe der Einwohner.
    Das ist auch zu erwarten. Denn es geht doch um schwere Verbrechen in einem zahlenmäßigen Ausmaß, wie ich Nachkriegsgeborener es bisher nicht kannte.
    Die Bevölkerung will jetzt wissen, was da gelaufen ist, und auch wie das gelaufen ist.
    Und wer das nicht kapiert, der ist irgendwie nicht von dieser Welt.

  • #56
    Thomas Weigle

    @ Walter Stach Genau diese unsere Geschichte der 1000 Jahre verpflichtet uns ganz dringlich, allen unguten Anfängen zu wehren, egal ob pegida, Antisemitismus, organisierte Straßengewalt, was auch immer. Wir haben, und darauf weist Du ja immer wieder überzeugend und zu Recht hin, eine vorzüglichen Handlungsrahmen namens Grundgesetz, dass zu dem BESTEN gehört, was unserem Land neben der Befreiung vom NS "zugestoßen" ist. Die 20 UhrTagesschau hat aus schriftlichen und mdl.Berichten aus Kölner Polizeikreisen zitiert, die, so sie zutreffen, zeigen, dass sehr wohl auch Syrer mit " gültigen Flüchtlingspapieren" kontrolliert wurden und dass Polizisten angesichts der gegen sie ausgehenden Gewalt auf Grund kleiner Anzahl handlungsunfähig waren. Ich fürchte, da kommt einiges auf uns zu, zu mal auch im beschaulichen Bielefeld sich ähnliches in kleinerem Maßstab im neuen Bahnhofsviertel zutrug, wie mensch heute in der NEUEN WESTFÄLISCHEN lesen konnte.

  • #57
    Helmut Junge

    für Leute die sich vornehm im Spiegel informieren, habe ich zwar noch nichts, aber dafür im Kölner Stadtanzeiger und im Focus

    http://www.ksta.de/koeln/-polizei-silvester-uebergriffe-silvesteruebergriffe-sote-koeln,15187530,33475226.html

    http://www.focus.de/politik/deutschland/uebergriffe-in-koeln-im-news-ticker-landes-polizeibehoerde-verweigerte-koelner-polizei-weitere-einsatzkraefte_id_5195161.html
    Das wird als Beweis natürlich ausreichen, aber wenn morgen der Spiegel nachziehen sollte, sind wir hier in der Diskussion wahrscheinlich schon wieder etwas weiter, ob es dann im Habermas`schen Sinne ausreichen wird, wage ich zu bezweifeln, wegen des Informationsgefälles. Solange der Spiegel nicht auch diese Fakten anerkennend berichtet, wird es dann wohl keinen derartigen Diskurs geben können. eigentlich schade.

  • #58
    Klaus Lohmann

    @Thomas Weigle: "..dass sehr wohl auch Syrer mit " gültigen Flüchtlingspapieren" kontrolliert wurden und dass Polizisten angesichts der gegen sie ausgehenden Gewalt auf Grund kleiner Anzahl handlungsunfähig waren. Ich fürchte, da kommt einiges auf uns zu, zu mal auch im beschaulichen Bielefeld sich ähnliches in kleinerem Maßstab im neuen Bahnhofsviertel zutrug, wie mensch heute in der NEUEN WESTFÄLISCHEN lesen konnte."

    Zunächst verstehe ich die von Ihnen textlich vorgenommene Korrelation zwischen "Syrer mit "gültigen Flüchtlingspapieren" kontrolliert" und "Polizisten angesichts der gegen sie ausgehenden Gewalt auf Grund kleiner Anzahl handlungsunfähig" nicht. Gab es bei der Kontrolle der angeblichen Flüchtlinge aus Syrien denn Gewaltübergriffe gegen Polizeibeamte? Gibt es dazu nähere Infos?

    Und weiter verstehe ich gerade nicht, weshalb ausgerechnet das lt. einhelliger Netz-Meinung nicht-existente Bielefeld nun in die Liga der "betroffenen Städte" aufsteigen will, wenn sogar echte Städte wie Dortmund – besser gesagt: die örtlichen Käseblättchen – ein Problem damit haben, die seit zig Jahren immer wiederkehrenden Übergriffe gegen Frauen an Silvester oder vergleichbaren Events mit den Thema "Flüchtlinge" in Einklang bringen zu können?

  • #59
    Klaus Lohmann

    @Helmut Junge:
    Die zumindest für mich neue und sehr interessante Information steckt in diesem Textabsatz aus Ihrem Link:
    "Im Vorfeld der Kölner Silvesternacht mit zahlreichen Raubüberfällen und sexuellen Angriffen auf Frauen hat nach FOCUS-Informationen das Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste (LZPD) des NRW-Innenministers Ralf Jäger die Bitte der Kölner Polizei um eine zusätzliche Einsatz-Hundertschaft abgelehnt. Dies geht aus einem Einsatzleiter-Report hervor, der dem FOCUS vorliegt. Weil die Anfrage keinen Erfolg hatte, stellte die Kölner Polizei in jener Nacht lediglich 143 Beamte. Im Bahnhof selbst war die Bundespolizei mit 70 Leuten unterwegs."

    Zu fragen wäre jetzt, wie die Anfrage nach zusätzlichem Personal von der Kölner Polizei begründet und welche konkrete Begründung für die Absage durch das LZPD erteilt wurde. Ich schrieb ja schon, dass die interne Schlammschlacht der beteiligten Polizeibehörden nicht lange auf sich warten lassen wird.

  • #60
    Walter Stach

    In Sachen "Polizei/Polizeieinsätze" am Sylvester-Abend muß ich für mich (!) nach wie vor feststellen,
    daß der Sachverhalt immer noch nicht hinreichend geklärt zu sein scheint. Daß da noch Vieles offen ist, beweisen die unterschiedlichen Inhalte der Aussagen aus Polizeikreisen – die offiziellen, die persönlich-privanten-und die divergierenden Berichte in den Medien.

    Insofern bin ich nicht in der Lage, in Sachen Polizei/Polizeieinsätze für mich (!) zu einer abschließenden Bewertung zu kommen, was zwangsläufig zur Folge hat, daß ich noch nicht in der Lage bin, abschließend und umfassend Konsequenzen einzufordern -sh ua..unserer Disk. über Min.Jäger und den Polizeipräsidenten in Köln-.
    .
    Mein derzeitiger Eindruck:
    Da scheint gewaltig etwas schief gelaufen zu sein – im Führungstab der Polizei bei der Planung des Einsatzes, aber auch vor Ort enschließlich der Kommunikation zwischen den vor Ort eingesetzen Polizisten und der Polizei-Leitung sowie in der Koordinierung zwischen den Polizeikräften (des Landes), die für den öffentlichen Raum vor dem Bahnhof zuständig sind und den Polizisten (des Bundes), die für die Sicherheit im Bahnhofsgelände da sind.

    "Handwerkliche" Fehler? Oder "nicht voraussehbarer, außergewöhnliche" Ereignisse, die man nicht beherrschen konnte?
    Noch sind viele wichtige Fragen nicht klar beantwortet.
    Wenn die nicht alsbald "zufriedenstellend" beantwortet werden , "droht dann ein Untersuchungsausschuß des Landtages? Ausschließen kann ich das nicht.

  • #61
    kE

    @57:
    Die Abläufe im Vorfeld (angeforderte Personalstärke wird nicht bewilligt), die Abläufe in der Nach und die Kommunikation müssen aufgeklärt werden.

    Ich frage mich, ob hier nicht dringend auch im Bereich der Polizei ermittelt werden muss.

    Die politische Dimension kann aus meiner Sicht auch nur durch einen Untersuchungsausschuß geklärt werden.

    Es bleibt zu hoffen, dass die Opposition endlich aus dem Winterschlaf aufwacht.
    Herr Lindner hat ein Update für Deutschland angekündigt. Bisher war von ihm wenig zu sehen.

    Die Regierung Kraft, die wohl nicht mit der Katastrophe in Verbindung gebracht werden will und abgetaucht ist, ist kaum noch zu halten, wenn es nicht einen kompletten Neustart gibt.

    Die NRW Städte sind bzgl. der Kriminaltiät wieder weit vorne. Dortmund und Düsseldorf (hier ist der Ex-Dortmunder Polizeipräsident aktiv) sind in der Spitzengruppe.

  • #62
    Thomas Weigle

    "Ich fürchte, da kommt einiges auf uns zu", schrieb ich gestern. und tatsächlich kommen immer mehr unerfreuliche Tatsachen ans Licht. Insofern kann ich mich, wie z.B. @ Walter Stach in der Beurteilung der Kölner "Ereignisse" und der Feststellung der Schuldigen nur zurückhalten. Eines allerdings ist sicher: So wie die slowakische Regierung, die gestern mit Blick auf Köln erklärt hat, keine muslimischen Flüchtlinge mehr aufzunehmen ( haben die überhaupt welche aufgenommen?),wird es sicher weitere Erklärungen und Forderungen geben. Der worst case wäre natürlich, wenn es sich tatsächlich bestätigt, dass auch syrische Flüchtlinge beteiligt waren. Auf jeden Fall wird es die eh schon ungute Diskussion um die Aufnahme von Flüchtlingen weiter verschärfen

  • #63
    Walter Stach

    Helmut -54-,
    wenn es um Fakten geht, das bweisen mir als SPIEGEL-Leser die vergangen 6o Jahre-, konnte ich mich in der Regel auf den Spiegel verlassen. Deshalb ist und bleibt seine Berichterstattung die für mich wichtiges Informationsquelle , auch im Vergleich zu vielen (!II) anderen, die ich nutze, und das gilt sowohl für den SPIEGEL als auch für SPIEGEL ONLINE.

    Ich gebe zu, daß die SPRINGER-Blätter -WELT,BILD- von mir nicht gelesen werden. Das ehe konsvervative Spektrum decken bei mir die FAZ, die FAS ab, das ehe liberale die Süddeutsche und die ZEIT und das ehe linke die TAZ -u.a.-
    Wenn es um "Überörtliches" geht, ist die tägliche Lektüre meiner "Heimatzeitung" -die Waltroper-Zeitung-für mich belanglos.

    Das nur, Helmut, zu Deiner Information, damit nicht der Eindruck entsteht, meine Menungsbildung resultiere aus nur einer einzigen Informationsquelle -aus SPIEGEL und SPIEGEL ONLINE; aber Letztere sind für mich von heruaragender Bedeutung!

    Helmut, wenn ich Dich mit "Habermas" nerven sollte, dann bitte ich um Nachsicht.

    Ich zitiere ihn zugegeben oftmals, ua. dann ,wenn es mir darum geht, Stil und Inhalt einer vorgeblichen Diskussion kritisch zu hinterfragen . Um diese meine Kritik "auf den Punkt" bringen zu können, ist mir die Definition eines Diksurses durch Habermas hilfreich. Sie ist kurz. Sie ist präzise. Sie könnte (!)jedem Diskuierende Anlaß sein, über sich und die Mitdiskutierenden, über das was gesagt wird nachzudenken: Ein Diskurs ist "der Schauplatz rationaler Kommunikation".

    Thomas Weigle -53-
    einverstanden.

    Ich denke, daß nur derjenigen glaubwürdig gegenüber einem "Sündern", gegenüber einem "Schuldigen" auftreten kann, der das im steten Bewußtsein -und ggfls. im Bekennen- der eigenen Sünden , der eigenen Schuld tut.

    Scheinheiligkeit , um in der Sprache der Religion zu bleiben, ist nicht nur kontraproduktiv. Sie macht mich -im großen wie im kleinen-zornig, so auch jetzt, wenn es um "Sünde und Schuld " der Täter von Köln geht.

    Zudem meine ich, könnte in der Diskussion sorgfältiger als das vielfach der Fall ist, unterscheiden werden
    zwischen
    a.)
    der Rechts-(!!)frage, ob und mit welcher Begründung hier dem Staat -dem Bund, dem Land-, konkret seinen Polizeibehörden, rechtmäßiges oder unrechtmäßiges Tun oder Unerlassen zuzurechnen ist und
    b.) der politischen Frage, ob und inwieweit Gesellschaft und Staat als (mit-)verantwortlich dafür gelten können, daß es zu den dem Sachverhalt zugrundliegenden Zuständen kommen konnte.

    Wenn über a.) diskutiert wird, ist diese Diskussion ein relativ einfache, eine strukturierte, die -selbstverständlich- zu unterschiedlichen Ergebnissen zur Rechtslage führen kann.

    Wenn über b.) diskutiert wird, ist die Diskussion ein schwierige, ein oftmals unstruktierte und eine von gewichtigen Vorurteilen belastete, wie die hier laufende Debatte zeigt.
    Allein die " "verwirrend bunte Mischung " " von moralischen, ethischen ,kulturellen, ,sozialen, historischen, wirtschaftlichen und manchmal auch (partei-)politischen Aspekten, bedingt , daß nichtt nur oftmals aneinander vorbei geredet wird , sondern sie ermöglicht zwangsläufig "jedermann" einen großen Freiraum für die eigene Meinungsbildung/Meinungsbekundung und sie produziert zwangsläufig ein extrem differnziertes Meinungsbild . Das finde ich gut so, solange das Bemühen erkennbar ist, sich dabei primär auf die Vernunft und nicht auf die Emotion zu stützen. Letzteres scheint insbesonder dann, wenn es generell um Flüchtlnge, um Zuwanderer geht, umgekehrt der Fall zu sein, vor allem jetzt und hier in Sachen "Sylverster-Nacht 2o15/2o16 in Köln" mit all den schrecklichen Ereignissen, und zwar primär schrecklich für die betroffenen Frauen!.

  • #64
    Thorsten Stumm

    @Walter Stach
    Hier mal was Spiegelmacher so ablassen….echter Qualitätsjournalismus…den Sie so hoch schätzen

    http://www.stern.de/panorama/gesellschaft/koelner-silvester-nacht–wie-jakob-augstein-die-opfer-verhoehnt-6638112.html

  • #65
    Klaus Lohmann

    Und weil wir ja auch und gerade Medienkritk betreiben, wird der Irrsinn um die Kölner Polizei auch täglich unvorstellbarer: http://www.derwesten.de/politik/koelner-polizei-lehnte-silvester-angebotene-verstaerkung-ab-id11443983.html

    Im Gegensatz zum oben zitierten FOCUS-Artikel ist es nun die Kölner Polizei, die abgeblich eine an Silvester vom LZPD angebotene, zusätzliche Unterstützung abgelehnt hatte. Wie ich befürchtete – Hauen, Stechen, Lügen, Schlammschlacht…

  • #66
    Klaus Lohmann

    Und soeben meldet der WDR, dass IM Jäger PP Albers in den zeitweiligen Ruhestand versetzt hat.

  • #67
    kE

    HIer hilft wohl wirklich nur noch ein Untersuchungsausschuss.

    Die OB distanziert sich erst jetzt als klar ist, dass der POlizeichef in den Ruhestand geht.
    Liest sie keine Medien, hat sie keine Kontakte? Hier wäre ein aktiver Part in der Aufklärung hilfreich gewesen.

    Spannend ist auch, warum die Kölner Polizei Verstärkung abgelehnt hat. Wie lange würde es bspw. dauern, bis Polizisten das Zentrum von Köln Silvester erreichen?

    Irgendwie sieht es danach aus, dass alle wieder etwas abstimmen, so dass sie irgendwie wieder nicht in Verwantwortung genommen werden können.

    Wo ist unsere Landesmutter?
    Haben wir in einer solchen Krise nicht auch Anspruch auf Leistung oder zumindest Anwesenheit für unsere STeuern?

  • #68
    kE

    Herr Jäger war in seiner PK auch nicht bereit, Details zu nennen.
    Es ist der 8. Tag.

    Wie soll der Bürger so vertrauen gewinnen?

  • #69
    Walter Stach

    Thorsten Sturm -61-,
    ich schätze dem Journalisten Jacob Augstein sehr!

    So unterschiedlich können nun ‚mal die Meinungen über Qualitätsjournalismus, über Qualitätsjournalisten sein. Ihnen steht es selbstverständlich frei, Gegenteiliges zu behaupten. Und mir steht es frei, dann und wann für mich unqualifizierten Journalismus und unqualifizierte Journalisten als solchen zu benennen und zu kritsieren und zugleich dann und wann meiner Wahrnehmung Ausdruck zu verleihen, nach der es eine "zu stark begrenzte", eine " zu stark einseitige" Nutzung von Medien durch den einen oder den Anderen geben könnte, da ich mir ansonsten dessen Meinungsbildung nicht erklären kann.

    Was mich betrifft:

    Mir hilft es jedenfalls in meinem Willensbildungsprozess nicht weiter, das lesen, das hören zu können, was auch ich denke, was ich meine, was ich sage bzw. schreibe, , auch wenn es durchaus dann und wann " gut tut!", mich in meiner Meinung bestätigen zu sehen.

    So lese ich z.B. regelmäßig deshalb die FAZ, die FAS,weil ich erfahrungsgemäß davon ausgehen kann, daß dort Meinungen vertreten werden, die gegensätzlich zu meiner sind. Daß das in FAZ und FAS von Qualitätsjournalisten in journalistischer Qualität geschieht, um so besser!
    Das gilt, um bei FAZ und FAS zu bleiben grundsätzlich auch für deren Objektivät in der Berichterstattung.

    Thorsten Sturm,
    ich respktiere nicht nur ihre Meinung, z.B. zu Augstein, zu den Flüchtlingen, zu den Ereignissen in Köln, ich resepktiere es ebenso selbstverständlich, wenn Sie bezogen auf ihre Meinungsbildung z.B. auf WELT und FOCUS Bezug nehmen. Ich hoffe, daß Sie respektieren, wenn ich bei allem gebührenden Respekt eine von mir wahrgenomme Nutzung von Medien, die bekanntermaßen extrem einseitig und extrem "linientreu" berichten und kommentieren,kritisch hinterfrage .Wenn Sie Ihrerseits meinen, mich wegen solcher kritischen Anmerkungen kritisieren zu sollen, dann nehme ich das zur Kenntnis -selbstverständlich und unaufgeregt.-

    Klaus
    -62-,-63-
    so ist es.

    Ob der Rücktritt des Polizeipräsidenten dazu beitragen wird, daß wir am Tage X, ohne dann noch nennenswerte Lücken im Sachverhalt wahrzunehmen, über da Geschehen am Sylvesterabend in Köln informiert sein werden -über alle Taten, über alle Täter, über das Tun bzw. Unterlassen der Polizei und so auch in der Lage sein könnten, begründet "die " Polizei zu belasten, weil sie schuldhaft rechtswidrig……… oder sie begründe zu entlasten? Warten wir ‚mal ab.

    kE
    1.
    Mich wundert es ein wenig, daß nur wir hier über die Möglichkeit eines Untersuchungsausschuß
    zu reden scheinen. Oder habe ich da ‚was verpaßt?
    2.
    Unser MP Kraft?
    Nicht nur bezogen auf Frau Kraft, sondern bezogen auf die große Mehrheit unseres politischen Führungspersonales (parteiübergreifend, alle Länder und den Bund
    einbezogen, die Kanzlerin eingeschlossen), meine ich (!), in dieser wie in anderen Extremsituationen feststellen zu können, daß da "irgendwie" etwas fehlt, was eine politische Führungspersönlichkeit ausmacht. Es mag sein, daß ich zuviel erwarte.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.