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Unperfekthaus-Chef irritiert mit Juden-Vergleich

Reinhard Wiesemann, Chef des Essener Unperfekthauses, irritiert zur Zeit mit einem unpassenden Juden-Vergleich wieder einmal viele Essener. Auf Facebook setzte er die zurückgehenden Umsatzzahlen eines Essener Trump-Fans und Burger-Braters in Zusammenhang mit dem von den Nazis organisierten Boykotts Jüdischer Geschäfte, der  eine Vorstufe der Shoah war. Der Essener Nicholas Smith klagt in einem Artikel in der Rheinischen Post darüber, dass er weniger Kunden hat, seitdem Trump den „Muslim-Ban“ beschlossen hatte. Smith ist Trump-Fan und hat sich öffentlich zu dem US-Präsidenten bekannt. In dem ganzen Artikel ist, im Gegensatz zur Überschrift, nicht von einem organisierten Boykott die Rede – es geht nur um zurückgehende Gästezahlen.

Bereits vor einem Jahr sorgte Wiesemann unter seinen Freunden für Unmut, als er sich dafür aussprach, das Unperfekthaus für das Treffen eine Bürgerwehr zur Verfügung zu stellen.

Mehr zu dem Thema:

Unperfekthaus Essen: Ein Herz für die Bürgerwehr

 Unperfekthaus-Schließung: „Die Gefährder der Demokratie (von links und rechts) haben einen Erfolg“ 

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10 Kommentare zu “Unperfekthaus-Chef irritiert mit Juden-Vergleich

  • #1
  • #2
    Christian Spließ

    Da ist dem nur die Maus ausgerutscht. Mensch, kann doch passieren. Oder nicht bezieht sich auf alle Sätze. Oder so.
    Ad Astra

  • #3
    Marc Olejniczak

    Manchmal schießt Herr Wiesemann mit seinen Äußerungen über’s Ziel hinaus. Nur muss es dann auch ausgesprochen werden, dass man für Unsinn hält, was er sagt. Und vor allem, warum es Unsinn ist. Auf keinen Fall darf dann wieder so etwas passieren, wie im letzten Jahr im Zusammenhang mit der Bürgerwehr-Diskussion. Das ist kontraproduktiv.

  • #4
    abraxasrgb

    Hm, was ist denn gegen ein "wehret den Anfängen", das in der letzten Zeit von bestimmten APOkalyptiikern inflationär oft bemüht wurde, einzuwenden?
    Ist es erst legitim, wenn es (fast) zu spät ist?
    Ist Besorgnis illegitim?

    Wobei ich ehrlich gesagt die Vermengung von Person (R. Wiesemann) und Projekt / Initiative (UPH) im Titel des Artikels ebenso unappetitlich finde, wie "kauft keine Burger bei Trump Wählern" …
    Zum Glück sind Liberale ja froh darüber, wenn jemand anderer Meinung ist, als sie selbst. Gilt jedenfalls für mich 😉 Insofern kannst Du, Stefan, dass gerne degoutant finden, ich finde das Posting plausibel. YMMV

  • #5
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @abraxasrgb: Klar, Wiesemann ist ein besorgter Bürger – aber wie viele von denen nicht in der Lage passende Vergleiche zu ziehen. Und zur Vermengung von Person und Projekt: So ist das nun mal, wenn man eine Person des öffentlichen Lebens ist und sich öffentlich äussert.

  • #6
    abraxasrgb

    Klar, nicht alles, was hinkt ist ein (passender) Vergleich. In den Kommentaren zu einem anderen Artikel hat ein Schwachmat die Hotspots für Asylbewerber in Nordafrika ernsthaft mit KZs verglichen. Da ist mir auch die Spucke weg geblieben … auch darüber, dass der Kommentar freigeschaltet wurde … aber "e pluribus unum". 😉

  • #7
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @abraxasrgb: Sag mal wo – das ist uns durchgegangen. Das sollte nicht vorkommen.

  • #8
    Helmut Junge

    Ich war einmal zu einem Treffen mit einem anderen Kommentator der Ruhbarone im UPH.
    Es war dort eine angenehme Atmosphäre, Den Chef hatte ich dort nicht gesehen. Aber außer mir und meinem Gesprächspartner waren nur wenige Gäste dort. Wenn das UPH wegen des Ausbleibens weiterer Gäste geschlossen würde, hätte das Ruhrgebiet einen kulturellen Verlust zu erleiden.
    Ich bin beileibe kein Fan von Trump, aber jemanden zu boykottieren, nur weil er Trump mag, finde ich schwach. Daß der Besitzer das erst recht nicht mag, ist logisch. Es gibt aber von ihm einen Spruch, den ich auch negativ werte.,
    So!
    Aber wegen eines Spruchs jemanden in die Pleite treiben, der mit seinem Projekt einen Turm darstellt, ist falsch. Ich denke da erst einmal wie @Christian Spließ (2), daß dem Reinhard Wiesemann die Maus abgerutscht ist.
    Ich werde bevor das UPH weg ist, ein weiteres Treffen mit meinen anonymen Ruhrbaron- Freund anregen. Und du lieber Stefan bist herzlich eingeladen, dabei zu sein.

  • #9
    Klaus Lohmann

    Über den Begriff "Boykott" kann man im Zusammenhang mit der Freiheit des Konsumenten, dort einzukaufen, wo man einkaufen will, sicher diskutieren, aber ich sehe nicht, wie und wo das UPH gefährdet sein könnte, wenn dessen Inhaber mal wieder vergisst, vor dem Reden das Hirn einzuschalten. Da es über Essener Grenzen hinaus nur selten mit dem Namen des Gründers verknüpft wird (es sei denn, er greift so wie jetzt mal wieder verbal daneben), wäre eine elegante Nachfolge-Regelung doch kein Problem.

  • #10
    Helmut Junge

    @Klaus Lohmann, ein kluger Wirt sollte sich politisch tatsächlich nicht quer zu seinen Gästen stellen.
    Das stimmt. Viele seiner Gäste werden wohl erklärte Trumpgegner sein. Nur vermute ich bei einem Trumpfan nicht zusätzlich noch, daß er israelfeindlich sein wird. Er hat nicht zum Boykott israelischer Waren aufgerufen, sondern ein Teil derjenigen, die das gerne tun, haben wohl seinem Laden den Rücken gekehrt.
    Er hat aber einen völlig unpassenden Vergleich gezogen. Schlimm genug. Nur ist der Fall verwickelter und ich kann aus diesem Satz ohne Zusatzinformation zunächst noch keine bewußte israel-oder gar judenfeindliche Haltung ablesen. Aus meiner Sicht hat der sich mit dem Vergleich einfach vergriffen.
    Gefährdet ist jedes Geschäft mit negativen Zahlen, entweder direkt durch eine Pleite, oder indirekt durch Streichung von Fördermitteln. Eines von beiden wird passieren, wenn Gäste ausbleiben.
    Und das fände ich schade, weit über Essen hinaus. Sonst hätte ich kein Wort über dieses Thema verloren.

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