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Update Loveparade: Der Zombie der Ruhrbürokraten frisst 19 Menschenleben, 342 sind verletzt

In Ruhrgebiet | Am 24 Juli 2010 | Von Stefan Schroeder

(Foto: sascha_p)
Die Loveparade ist erledigt. Für alle Zeiten, so hoffe ich. Was als antiautoritäre Demonstration der Berliner Partyszene begann, endete in einem totalen Desaster – verursacht von unfähigen Ruhrpott-Bürokraten. Eine Abrechung.

Mein Mitgefühl ist mit den Opfern. Mindestens neun Frauen, sechs Männer. Ihr Tod hätte nicht sein müssen. Mein Mitgefühl ist mit ihren Familien.

Mein Zorn gilt den Bürokraten in Duisburg.

Seit dem Chaos in Dortmund war klar, dass die Loveparade im Ruhrgebiet anders ist, als die Szenenummer in Berlin. Aber geblendet von Zahlen und schönen Bildern, hielten ausgerechnet die Bürokraten aufgepeitscht von Public Relation Hoffnungen an der Technobespaßung fest. Dabei war schon Berlin die Fratze hinter den Beats für jeden, der es wissen wollte, zu sehen. Drogenfressen, Livepornodrehs im Tiergarten, Hecken knietief in Pisse und Schlamm dazu tonnenweise Müll.

Berlin hatte keine Lust mehr auf den Scheiß. Den Berlinern war es egal, dass haufenweise Verrückte aus dem ganzen Land kamen, um in ihrer Stadt einen drauf zu machen. Deswegen wurde der Gig da abgesagt. Nicht weil das so schön war. Die Loveparade war da schon tot.

Im Pott merkten die Bürokraten nix davon. Im Gegenteil. Sie finanzierten auch noch die irrsinnige Orgie. Steckten Millionensummen in die Orga des Unfugs. Weil der Veranstalter, weil die DJs, weil die alle Geld wollten, um weiter zu machen.

Die Bürokraten erweckten die Loveparade zu neuem Leben. Sie schufen einen Zombie.

Fünfzehn Menschen sind in Duisburg tot, sagte die Polizei gerade. Etliche verletzt. Einige müssen reanimiert werden, einige schweben noch zwischen Leben und Tod. Ich trauere mit Ihnen.

Dortmund war das Signal, dass es hier nicht geht. Dortmund zeigte, dass die Menschenmassen zu viel sind für unsere Kapazitäten. Hier haben die Polizisten keine Erfahrung mit diesen Techno-Riesendingern. Die haben das mit Fussballspielen verglichen – da kommen 100.000 Menschen, nicht eine Millionen. Die Bahn ist sowieso unfähig bei so Sachen. Das sehe ich jeden Morgen. Essen, trinken, alles muss klappen. Dortmund ging im Schlamm und Chaos unter, zum Glück starben keine Menschen.

Das Stilleben auf der A40 war ein schönes Fest. Es machte Glauben, dass es doch geht mit der Loveparade. Aber anders als beim Stilleben, verteilen sich bei der Loveparade nicht die massen. Sie konzentrieren sich an einem Ort, bei den Bässen, bei den Beats. Alle wollen da hin, wollen nach vorne, in die erste reihe. Sie drängen, sie schieben, sie wollen dabei sein. Ein Megakonzert. Ein Konzert mit Millionen Zuschauern. Nach Duisburg kamen angeblich 1,4 Millionen.

Duisburg hatte die wahnsinnige Saufsause eigentlich schon aus Geldmangel abgesagt. Der Rat hatte Einsicht bewiesen und das Ding beerdigt. Es war zu Ende. Aber der Duisburger Oberbürgermeister Sauerland hat die Leiche zum zweiten Mal erweckt. Hat den Zombie beatmet. Mit Geld – mit frischem Geld. Warum? Weil er Ruhm wollte für sich und seine Stadt. Sauerland, hättest Du doch dieses Geld nie besorgt. Hättest Du nur auf die Stimmen deines Rates gehört. Niemand wäre gestorben. Niemand.

In Berlin, in Essen, in Dortmund war die Loveparade in Innenstädten. Viele Zugänge, Viele Ausgänge, Menschen strömen heran, Menschen strömen hinweg. Wie ein Fluss, wie eine bebende Masse können Sie weg, entweichen, wenn der Druck zu groß wird.

In Duisburg suchten die Organisatoren einen Platz aus, in einem Gewerbegebiet. Der Hauptzugang führte durch einen Tunnel. Stickig, eng, enger, voller Menschen. Sie müssen warten. Warten, tanzen, drängen, schwitzen. Warten. Warten. Über eine Stunde. Von hinten drängen weitere heran. Mehr Menschen, mehr Leiber, mehr Enge.

Wer hat diesen Platz ausgesucht? Wer hat gesagt, hier durch müssen sie alle gehen, um auf den Loveparadeplatz zu kommen?

Am Freitag habe ich gefragt, wie viele Menschen auf den Platz passen. Der Sprecher der Stadt wollte es nicht sagen. Er meinte, das sei geheim. Er wolle und dürfe das nicht sagen. Ich habe in der Verordnung nachgesehen, die regelt, wie viele Menschen bei öffentlichen Veranstaltungen auf Plätzen zugelassen sind. Daraus ergab sich, dass auf den Platz maximal 500.000 Menschen durften. Zwei Menschen je Quadratmeter. Heute heißt es, 800.000 seien drauf gewesen. Fast doppelt so viele wie erlaubt.

Und es drängten 600.000 Menschen nach. Viele durch den Zugang unter der Brücke. Andere versuchten ihr Glück über Gleise, über Umwege, über Zäune. Es war klar, dass da was passieren muss. Es war sicher, dass das schief geht. Die Planer des Technobastards hätten das Ding verneinen müssen. Weil sie gesehen haben, dass das nicht geht. Wo sind die Mahner gewesen? Was haben sie gesagt? Warum wurden sie nicht gehört? Weil Oberbürgermeister Sauerland die Party des Berliner Guhls wollte? Weil er Ruhm wollte?

Ich denke zurück an die Polizei in Duisburg. Ich denke an die Demos in Duisburg. Besonders denke ich zurück an die Hamasdemo vor einiger Zeit, als die Polizei eine Tür eintrat, zu einer privaten Wohnung und eine Israel-Fahne vom Fenster riss, weil sie unten auf der Straße hilflos einem antisemitischen Mob gegenüber stand.

Diese Polizei hatte schon bewiesen, dass sie nicht in der Lage ist kritische Großveranstaltungen zu meistern. Diese Polizei hat eine Mitverantwortung für das Desaster bei der Love-Parade. Sie hätte wissen müssen, dass sie das Monster nicht beherrschen kann. Sie hätte die Parade absagen müssen – aus Sicherheitsgründen.

Der Zombie, der zweimal wiedererweckte Leichnam der Loveparade, begann heute Morgen mit den üblichen Meldungen: Bahnverkehr zusammengebrochen. Besoffene im Anmarsch. Die Wartezeiten im Tunnel wurden länger, enger, heißer, staubiger, dunkler, schreiender, gellender, drängender. Angst. Panik. Getreten, gestoßen, gefallen, blutend, erstickend. Tot. Mindestens fünfzehnmal.

Oh Gott.

Es brennt. Noch sagt ein Sprecher der Stadt Gelsenkirchen, das muss Konsequenzen haben. Er sagt nicht: Diese untote Veranstaltung wird nie wieder stattfinden. Er ist ein Bürokrat und hält sich eine Tür auf. Zunächst müsse der Veranstalter gehört werden, was der sage.

Nein: der Veranstalter muss nicht mehr gehört werden.

Die Polizei sagt, es gab im Zugangstunnel eine Massenpanik. Wodurch sie genau ausgelöst wurde, weiß man noch nicht. Aber selbst wenn es ein Anschlag war. Nie hätte diese Veranstaltung so stattfinden dürfen.

Der Zombie der Loveparade ist unter den Händen der Pottbürokraten heute zu dem geworden was er ist. Eine blutige Bestie, bislang nur am Leben gehalten aus Gier nach Geld und Ruhm.

Im VIP-Bereich geht die Loveparade-Party weiter. Gerade um 22:00 Uhr rief  Thomas Meiser an:

Es werden noch Getränke ausgeschenkt. Kostenlos. Und die Stimmung war durchaus nicht so, daß die Anwesenden trübe in ihr Bier starrten.

Die Stimmung der VIPs war auch nicht Tanz auf dem Vulkan.

Die Stimmung der VIPs war – Party bis der Arzt kommt.

P.S. Das Bild oben stammt aus dem Internet. Ich weiß nicht, wer es gemacht hat. Oben stand ein Bild, das hatte ich von nem Kumpel geschickt bekommen, aus Facebook. Es war aber wohl aus dem Westen. Hier kriegt man die Bilder.

http://www.derwesten.de/staedte/duisburg/Tote-bei-Loveparade-id3278851.html

Es soll den Tunnel kurz vor der Panik zeigen. Hinten sieht man Leute klettern. Ich nehme an, die wollten da raus. Mein Gott. Wie kann sowas sein. (Bild und Text ergänzt gegen 23.00 Uhr)



104 Kommentare zu »Update Loveparade: Der Zombie der Ruhrbürokraten frisst 19 Menschenleben, 342 sind verletzt«

  1. #51 | Maschinist sagt am 25. Juli 2010 um 03:23

    Die Besten wussten hinterher alles vorher.

    War schon immer so.

  2. #52 | Oma Schmitz sagt am 25. Juli 2010 um 06:03

    Gornys Leichen!
    Wer hat noch mal den Druck aufgebaut, trotz eines ungeeigneten Geländes die Loveparade auf keinen Fall abszusagen ? Wer hat zusätzliche Gelder von der CDU-Landesregierung lockergemacht?
    23.1.2010 DerWesten: Auf das drohende Aus reagierte Dieter Gorny, künstlerischer Direktor für die Kreativwirtschaft bei Ruhr.2010, „bestürzt und erschrocken”. Gegenüber der WAZ sagte er: „Es gibt keine bessere Gelegenheit, sich international zu blamieren, als wenn man diese Chance verpasste.” In dieser Situation erwartet er eine politische Allianz. „Man muss sich an einen Tisch setzten und den Willen bekunden, die Loveparade durchzuführen, statt klein beizugeben.” Die Politik müsse sich dahingehend erklären, dass sie sagt: „Wir wollen die Veranstaltung und alle Kraft einsetzen, sie zu retten!” Die Loveparade in Duisburg sei „wesentlicher Bestandteil des Ruhr-2010-Programms”. Man müsse die Kulturhauptstadt als Ganzes sehen und die verheerenden Folgen, wenn eine Säule der Kulturhauptstadt wegbreche.

    Das ist noch schlimmer als Profitgier.

  3. #53 | Linkrheiner sagt am 25. Juli 2010 um 07:34

    TEAR DOWN THAT FENCES!

    Diese schreckliche Tragödie ist eine weitere Folge des Kommerzialisierungswahns, die in der Duisburger Kultur”vermarktung” immer mehr m sich greift. Im Bestreben, die letzten nicht-warenförmigen Schlußlöcher zu schließen und dazu notwendigerweise die Bewegung der Menschen zu kontrollieren, greift man in Duisburg in diesem Jahr reihenweise zu Zäunen. Erinnert sei in diesem Zusammenhang nur an das “Traumzeit-Festival”, wo auf Geheis der Duisburg-Marketing und sehr zum Ärger des Mitveranstalters WDR, der Platz zwischen den Hallen dieses Jahre ebenfalls eingezäunt und in den Versuch einer kommerziellen Fressmeile konvertiert wurde. Besser als an den entnervten Reaktionen des Personals am Kassenbuss und der massenhaften Security, die man nun bezahlen musste, um den Zugang zum Käfig abzusichern, konnte man nicht sehen, was die DuisburgerInnen von diesem Kommerzialisierungs-Mist hielten. Beim Traumzeit-Festival ist zum Glück nur die Atmosphäre der Veranstaltung durch den Kommerzwahn der Duisburger Kulturvermarkter kaputt gegangen – dei der Loveparade hatte der leider tödliche Folgen.

  4. #54 | Sammelmappe » Blog Archive » Panik sagt am 25. Juli 2010 um 08:55

    [...] Der Zombie der Ruhrbürokraten frisst 19 Menschenleben, 342 sind verletzt Juli 24th, 2010 in Leben | tags: Loveparade, Panik, [...]

  5. #55 | Tim sagt am 25. Juli 2010 um 09:31

    Danke für den Kommentar. Das war Selbstbesoffenheit von größenwahnsinnigen Provinzpolitikern. Selbst beim Still-Leben eine Woche vorher sind die Leute über Böschungen und Eisenbahngleise, inkl. Kinder und Fahrräder, geklettert, um auf die A40 zu kommen, als der Zugang wegen des Gedränges geschlossen worden ist. Da kam es zu haarsträubenden Szenen.

    Im Grund ist es einfach. Da waren Leute, die es unbedingt durchziehen wollten, aus Eitelkeit, Gewinnstreben oder nur um es den Nachbarmetropolen Dortmund, Essen oder Köln mal zu zeigen. Aus Mangel an geeigneten Locations wurde ein fauler Kompromiss schöngeredet.

    Unglücke und Unfällen passieren und gehören zum Lebensrisiko. Aber zusätzlich zu dem schmerzlichen Leid und Verlust, der zu ertragen für Betroffene, Angehörige und auch uns alle schon schwer genug ist, ist es geradezu unerträglich, wenn diese Tragödie durch die systematische Ignoranz von Leuten verursacht worden ist, die zwar die Verantwortung dafür tragen, jedoch durch die komplexe Zuständigkeiten, erkaufte “Sicherjeitsgutachten”, usw. wohl nicht zur Verantwortung gezogen werden können.

  6. #56 | Pilz sagt am 25. Juli 2010 um 09:37

    Ich war das letzte Mal im Jahr 2000 auf der Love Parade in Berlin. Und dies aus gutem Grund. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Love Parade schon Ihren wahren Spirit verloren. Was mal als Bewegung der Techno Gemeinde gestartet war, war zu diesem Zeitpunkt schon von Kommerz und Bürokratie zerfressen. Unter die Menschen mischten sich immer mehr abzockende Händler, Bier trinkende oberflächige Zaungäste und solche die mit der Bewegung noch nie etwas zu tun hatten. Die Love Parade im Ruhrgebiet war schon immer ein billiger Abklatscht der selbigen aus Berlin, die außer dem Namen nichts mehr gemeinsam hatten. Die Ereignisse aus Duisburg sind das traurige Ende einer einst großartigen Veranstaltung, die Ihren Zenit schon lange erreicht hatte.

  7. #57 | Ex-Linker sagt am 25. Juli 2010 um 09:54

    Auch ich trauere um die Toten, denke an die Angehörigen.

    Diese Trauer wird von unsäglicher Wut begleitet. gegen die Unverantwortlichen von Duisburg. Gegen einen sich selbstgefälligen Oberbürgermeister, einen Sicherheitsbeauftragten ohne Schuldgefühl.

    Und ich danke dem Autor, dass er so mutig diesen text gschrieben hat.Er beschreibt so zutreffend, was in Duisburg abgegangen ist.

    Ergänzend möchte ich noch schreiben, dass es offenbar dieser Wahn von Bildern war, die um die Welt gehen sollten, Duisburg als tolle metropole bewerben sollten. Und diesen Bilder-Wahn haben vor allem die herren Pleitgen und Scheytt ausgelöst. Sie tragen mit an der Verantwortung, denn ohne Sie wäre wohl kaum zusätzliches Geld nach von der Landesregierung geflosen, um den Zoombie zu wecken. Denn auch Pleitgen war vom Bilder-Wahn beseelt, sprach er immer wieder davon, zuletzt auf den pressekonfernezen zum Still-Leben.

    So haben sie sich gegenseitig aufgeputscht: Die “Kulturgeldverschwender” der “Ruhr 2010″ und die (Lokal-)Politiker.

    Nun gehen Bilder um die Welt. Von Toten, notdürftig bedeckt mit Leichtentüchern. Von rettungswagen. Und einem Tunnel, der vollgepfercht mit Menschen wurde – eine Rinderhorde gleich. So wurde die “Kulturhauptstadt” von einem Millionen auch noch zu einem Massengrab – für 19 junge Menschen.

    Sauerland, Pleitgen, Scheytt, Gorny – sie sollten schleunigst zurücktreten. Sie haben aus Prestig- und Profitsucht gehandelt. Und den Menschen im Revier so großen Schaden zugefügt, dass die “Kulturhauptstadt” gleich mit beerdigt werden sollte. Ohne diesen Wahn nach Bildern, die um die Welt gehen von Bürokraten, selbstsüchtigen politikern und großmannssüchtigen Kulturfetischisten könnten 19 junge Menschen auch heute noch Spaß am Leben haben.

  8. #58 | Ruhrbarone in heller Panik | Reizzentrum sagt am 25. Juli 2010 um 11:00

    [...] Ruhrbarone stehen ja nicht mehr auf der Liste der von mir beobachteten Medien, aber die folgende Headline bezüglich des Dramas in Sachen Loveparade in Duisburg fiel mir dann bei Rivva doch ins Auge:Der [...]

  9. #59 | Fragen über Fragen « Ab jetzt im Pott sagt am 25. Juli 2010 um 11:13

    [...] dieser „ich habe es ja immer gewusst“ Journalismus der Ruhrbarone kurz nach dem Unglück ist kaum auszuhalten. Bei diesen beiden Textpassagen kann sich jeder sein [...]

  10. #60 | Aquii sagt am 25. Juli 2010 um 11:17

    Finde deine Darstellung sehr eingeschränkt.

    Du machst hier ja ein regelmäßiges Update, könntest du da nicht mal deine Rechtschreibfehler, so als bloggender Journalist, beseitigen (Artikel & Kommentare)?

  11. #61 | Daniel Lücking sagt am 25. Juli 2010 um 11:26

    Netzgemeinde fordert Aufklärung! Werden hier Fakten geliefert oder Fakten geschaffen? http://bit.ly/d2TeNU

  12. #62 | Duisburg Death-Parade: Die kalkulierte und prognostizierte Katastrophe /// Justizskandale.de sagt am 25. Juli 2010 um 12:04

    [...] den Ruhrbaronen rechnet Stefan Schroeder mit den aus seiner Sicht Veranwortlichen [...]

  13. #63 | drkkes sagt am 25. Juli 2010 um 12:10

    Einer der Kommentatoren hier hat angemerkt, es handele sich (sinngemäß) um Leichenfledderei, diesen Artikel so kurz nach dem Unglück zu schreiben.

    Ich glaube nicht, dass es einen falschen Zeitpunkt für die richtigen Worte gibt.
    Dieser Artikel hier, das sind nicht die richtigen Worte. Das ist inhaltlich Stammtisch-hätte-tätte und stilistisch einfach nur übel.

    Ich kenne den beruflichen Hintergrund des Autors nicht und weiß nichts über seine Blog-Credibility, aber das hier ist weder überzeugend, noch scheint es mir angesichts der Tragödie angebracht.
    Wer nicht schreiben kann, sollte lieber nicht bloggen, sorry.

  14. #64 | MartinHAJ sagt am 25. Juli 2010 um 13:17

    Es ist richtig und notwendig, den Irrsinn der verantwortlichen Kommunalverwaltung anzuprangern. Inhaltlich volle Zustimmung!

  15. #65 | Heiner sagt am 25. Juli 2010 um 14:04

    Kommerz fordert Opfer.Die dummen Ausreden auf der Pressekonferenz bestätigen den Artikel.
    Schuld hat nach meinem Ermessen der Veranstalter und die mit Ihm agierenden Vetreter der Stadt einschließlich einer überforderten Polizei.
    Was bleibt ist die Trauer um die Opfer und der Verlust eines Stückes gelebter Lebensfreude und hoffentlich eine Verurteilung der Verantwortlichen ,auch der politischen!

  16. #66 | „Individuelle Schwächen“ und das Übernehmen von Schuld | Ratlosigkeit und Katzen sagt am 25. Juli 2010 um 14:09

    [...] die die großmannsüchtigen Veranstalter mit ihren Kleingeistern genug, um diesen Massenirrsinn zu begraben. Dieser Artikel wurde veröffentlicht in Menschheit im Kleinen und Großen, Wahnsinn der [...]

  17. #67 | Loveparade 2011 in Gelsenkirchen abgesagt / Ist das Ruhrgebiet doch keine Metropole Ruhr? » Pottblog sagt am 25. Juli 2010 um 14:10

    [...] Die effektheischende Sprache eines Stefan Schroeders, der bei den Ruhrbaronen mit dem Artikel Loveparade: Der Zombie der Ruhrbürokraten mal wieder polarisiert, liegt mir in diesem Fall nicht auf der Zunge bzw. der [...]

  18. #68 | kelin sagt am 25. Juli 2010 um 14:15

    “Dortmund zeigte, dass die Menschenmassen zu viel sind für unsere Kapazitäten. Hier haben die Polizisten keine Erfahrung mit diesen Techno-Riesendingern. Die haben das mit Fussballspielen verglichen – da kommen 100.000 Menschen, nicht eine Millionen. Die Bahn ist sowieso unfähig bei so Sachen. Das sehe ich jeden Morgen”

    Auch Du liebe Güte! Ich hoffe Ihr seht Euch nicht als moderne Journalisten, nur weil Ihr einen Blog schreibt. Wenn uns das nach der Umwälzung der Zeitungslandschaft erwartet, werde ich ab jetzt täglich jedes Printblatt kaufen um uns davor so lang wie möglich zu bewahren.

    Journalismus ist das nicht! Und: Eine damit verbundene moralische Bewertung dieses Artikels …

  19. #69 | Ex-Linker sagt am 25. Juli 2010 um 14:21

    Sauerland, dieser selbstgefällige, großmannssüchtige Provinzpolitiker und sein handlanger Rabe gingen gleich in Abwehrhaltung – und trugen zur Information auf der Pressekonfernez nichts bei.

    Hätte dieser Oberbürgermeister Anstand, er wäre zurückgetreten. Und hätte nicht so kläglich “seine” Stadt bejammert; denn eigentlich meinte er sich selber.
    Da war wohl Pleitgen ein wenig mutiger, der sich zumindest zu seiner Verantwortung bekannte, aber auch keine Konsequenzen zog.

    Nein, das können Sie eben nicht, diese eitlen Bürokraten.

    Bloß nicht vom schönen Amt zurücktreten, bloß keine Verantwortung übernehmen.

    Auch diese Bilder, Pleitgen, Sauerland, Rabe und von Schmelling, werden um die Welt gehen und eine Kaste eitler Unverantwortlicher zeigen, die vorher zwar groß getönt, aber nun ganz kleinlaut die Staatsanwälte machen lassen, bis, ja bis sie vielleicht selbst dann wider Erwarten doch noch auf der Anklagebank sitzen könnten. Dann aber werden sie in großes Selbstmitleid fallen und öffentlich beteuern, dass nicht gewollt, sondern nur das Image der Stadt im Sinngehabt zu haben. Mit Verlaub: Das macht so ohnmächtig zornig, denn es zeigt, dass diese 19 Menschen, einen so sinnlosen Tod gestorben sind.

  20. #70 | Ebse sagt am 25. Juli 2010 um 14:23

    Ich finde den Kommentar treffend.

    Der Zusammenhang zwischen “Kommerz” und “Bürokratie” ist offensichtlich. Und dies kann und muß m.E. klar und deutlich – in einem Kommentar auch emotional – benannt werden.

    Wischiwaschi hilft nicht.

    Hinter der Wut über die Unfähigen und Unwilligen steckt doch gleichzeitig die Trauer um die Opfer und das Mitgefühl mit den Angehörigen.

  21. #71 | Heiner sagt am 25. Juli 2010 um 14:29

    Das hier war kein politischer Fehltritt sondern eine Tragödie und ein Desaster. Oberbürgermeister Adolf Sauerland sollte zurücktreten.

  22. #72 | Blog Fürst » O-Töne zur Loveparade-Tragödie sagt am 25. Juli 2010 um 15:07

    [...] Kommentar der Ruhrbarone [...]

  23. #73 | drkkes sagt am 25. Juli 2010 um 16:10

    #68: So kann man es auch sagen.

  24. #74 | abc sagt am 25. Juli 2010 um 16:41

    Hallo,

    es ist richtig, sich nicht den Mund verbieten zu lassen. Nicht von Moralpredigern, die es für pietätlos halten “angesichts der Opfer” Kritik zu üben (was für ein Schwachsinn). Dieses Bremsen von Kritik bedeutet nur einen Zeitvorteil für die Täter, die sofort mit der Vertuschung und Vernebelung anfangen, während die blöden Schafe noch brav “Pietät” zeigen.

    “Es ist nicht die Zeit für Schuldzuweisungen” ist ein genauso schwachsinniger Satz.

  25. #75 | Loveparade 2010 in Duisburg – Livestreams und TV-Programm | TVSongs.de sagt am 25. Juli 2010 um 16:56

    [...] Weiterführende Links: zeit.de ruhrbaronen.de [...]

  26. #76 | Loveparade – die pervertierte Idee – Duisburg – Panik « Monikas Gedanken sagt am 25. Juli 2010 um 20:07

    [...] hat auch Stefan Schoeder – ja die Bürokraten wollten Geld [...]

  27. #77 | Schock und Trauer.2010 | USmith Blog sagt am 25. Juli 2010 um 21:05

    [...] alle auf Bochum eingeschlagen, weil sie die Loveparade-2009 abgesagt hatten und ach wie komisch, heute haben die selben es plötzlich schon immer gewusst.: Love-Parade und Ruhrgebiet das geht mal [...]

  28. #78 | Wie neue und alte Medien mit der Loveparade 2010 umgehen « Medienlotse sagt am 26. Juli 2010 um 08:33

    [...] eingesehen werden) oder Blogger bereits wenige Stunden nach der Katastrophe Vermutungen über die Kapazitäten des Bahngeländes anstellten – das Internet zeigte sich in seiner ganzen menschlichen Vielfalt. Wer das [...]

  29. #79 | Hocherfreut sagt am 26. Juli 2010 um 09:31

    Auf der Jagd nach Seitenabrufen ist jedes Mittel recht. Das beweist Ruhrbarone eindrucksvoll schon per Überschrift. Vorschlag für eine Subheadline: “Geltungssüchtige Veranstalter opfern junge Menschen am Altar der hirnlosen Spassgesellschaft”. Das kommt dem Niveau dieser Blogveranstaltung recht nah hinunter. Mein Vorschlag für einen alternativen Titel dieses Internetangebots: “ruhrarschohne”.

  30. #80 | Arnold Voss sagt am 26. Juli 2010 um 10:41

    @ Hocherfreut

    Hätten sie gerne selbst solche Einschaltquoten? Oder was treibt sie zu ihrer kleinen Hasstirade, Hocherfreut?

    Warum schreiben sie stattdessen nicht was Inhaltliches zur Diskussion hier? Was Substanzielles? Oder fällt ihnen dazu nichts ein?

    Dazu müssten sie allerdings auch alles lesen was hier steht, oder? Und all das was hier schon früher zur Love-Parade im Ruhrgebiet an Gefahren und Bedenken diskutiert wurde, oder?

    Stattdessen: „Ruhrarschohne“. Wahnsinnig witzig und niveauvoll. Und nicht mal die Traute seinen richtigen Namen drüber zu schreiben, Hocherfreut?Ist das die Art von Journalismus die sie gut finden?

    Ooooh Mann (oder Frau?), was sind sie nur für ein erbärmlicher kleiner Wicht.

    Ach ja, noch einen Tip zum Nachdenken: Könnte es vielleicht am Sachthema selbst liegen, dass die Einschaltquoten so hoch sind?

  31. #81 | so, so sagt am 26. Juli 2010 um 11:13

    so, so “Zombie der Ruhrbürokratie”. Es sieht doch wohl eher so aus, daß aus der Ruhrbürokratie heraus gewarnt wurde (Polizei, Feuerwehr). Und daß ein dynamischer Bürgermeister es wohl mal allen Bedenkenträgern zeigen wollte. Natürlich im Verbund mit einer geschäftstüchtigen Veranstalterriege für die das sowieso nur alles Geld kostet. Dann fand sich noch ein alerter Professor, der das Sicherheitskonzept begutachtet hat, und fertig wars. Und das ganze entspricht doch auch der Stimmung, die von den Medien etc. geschürt wir. Wir brauchen weniger Bürokratie, mehr Kreativität etc. etc.. Als Bochumer Bürokraten absagten, wo waren denn da die positiven Kommentare (Veratwortungsbewusstsein etc.?, wäre ja auch eine Möglichkeit gewesen). Stattdessen Spott und Hohn.

  32. #82 | Arnold Voß sagt am 26. Juli 2010 um 11:48

    @ soso #81

    Als die Bochumer abgesagt haben, da haben sich die Essener und die Dortmunder und die Duisburger Stadtspitzen natürlich mehr oder weniger still die Hände gerieben, weil die Bochumer es mal wieder nicht bringen. So ist das nun mal hier in unserem schönen Ruhrgebiet.

    Hier wollen die meisten OBs die großen Eventmeriten selbst einfahren und sie nicht mit anderen teilen. Anstatt im Fall der Loveparade einen wiederkehrenden optimalen Ort/Raumkomplex, egal in welcher Stadt oder zwischen welchen Städten, zu suchen und gemeinsam die logistischen und sicherheitstechnischen Probleme zu lösen, wollte auf Grund der Städtekonkurrenz jeder Mal für sich dran sein. Diese Kritik habe ich übrigens schon zur allerersten Loveparade im Ruhrgebiet hier geäußert.

    Wenn das also mit “Zombie der Ruhrbürokratie” gemeint gewesen ist, dann ist die Überschrift (leider) doch korrekt. Im übrigen sind die OBs nichts anderes als die verantwortlichen Spitzen der Ruhrbürokratie, also die Oberbürokraten der Region.

  33. #83 | Zur Loveparade: Überheblichkeit und Verantwortungslosigkeit | Bottblog.de - Blog zum Ruhrmetropölchen Bottrop anne Emscher sagt am 26. Juli 2010 um 12:19

    [...] ihr Lieblingsthema – die unfähige Ruhrpott-Bürokratie – aufsprangen und sich dabei deutlich im Ton vergriffen so haben sie meiner Ansicht nach in der Sache durchaus [...]

  34. #84 | Der Watz sagt am 26. Juli 2010 um 12:52

    … diese nachträgliche klug-schwätzen geht mir auf den Zeiger …
    Einige Leute dürten Ihre Meinung gerne für sich behalten.
    Das Nachtreten aus Richtung Berlin ist dumm.
    Wer in Essen dabei war wird das anders beurteilen.
    Nicht ohne Grund hatte Duisburg einen riesigen Zulauf!

  35. #85 |     DEMOKRATISCH - LINKS » Blog Archiv » * Blog - Blizz ! sagt am 26. Juli 2010 um 13:19

    [...] Ruhrbarone:  Zombie der Ruhrbürokraten   KLICK [...]

  36. #86 | Loveparade Duisburg 2010 « Thoto's Blog sagt am 26. Juli 2010 um 13:58

    [...] emotionaler Artikel der Ruhrbarone hat mich dazu bewogen diesen Artikel zu schreiben. Die Emotionen sind bei einer [...]

  37. #87 | Frank Weissberg sagt am 26. Juli 2010 um 14:16

    Ich kann mir nicht helfen, aber ohne den Druck von Pleitgen und seinem Adlatus Gorny wäre die Veranstaltung vielleicht nicht so planerisch übers Knie gebrochen worden.
    Es war ja schon fast klar, dass sie nicht stattfinden sollte.
    Dann bliesen die 2010-Macher noch mal so richtig ins Horn.

    Der Eine (Pleitgen) warnte vor einer Absage:
    http://www.rp-online.de/niederrheinnord/duisburg/nachrichten/Pleitgen-warnt-vor-Absage-der-Loveparade_aid_817726.html

    Der Andere (Gorny) sprach von einer Blamage:
    http://www.derwesten.de/staedte/duisburg/Loveparade-Absage-waere-laut-Gorny-eine-Blamage-id2425980.html

    Und es wird sicherlich noch dass Eine oder Andere Gespräch gegeben haben, um sich diese kostenlose Werbung für Ruhr 2010 nicht durch die Lappen gehen zu lassen. Offiziell mitfinanziert wurde es ja nicht, aber wäre nichts passiert, hätten sich die Herren in der Strahlkraft dieses Events eitel gesonnt.

    Nun ist dass Kind in den Brunnen gefallen und der saubere Herr Pleitgen lässt sich wie folgt zitieren:
    “Wir haben weder gefordert noch angeregt, dass die Loveparade stattfinden soll.”
    http://www.rp-online.de/niederrheinnord/duisburg/loveparade/Dunkle-Schatten-ueber-Ruhr-2010_aid_886146.html

    Wen will der eigentlich verarschen?
    Das ist einfach nur noch erbärmlich.

  38. #88 | Arnold Voss sagt am 26. Juli 2010 um 14:43

    @ #83 Bottblog

    Interessanter Artikel. Danke fürs Einbringen in die Diskussion!

  39. #89 | Arnold Voss sagt am 26. Juli 2010 um 14:59

    @ Frank Weissenberg #86

    Genauso schlimm ist, dass der Interviewer von RP-Online nicht einmal nachfragt.

  40. #90 | so, so sagt am 26. Juli 2010 um 15:28

    @arnold voss

    nun ja mich stört an der Überschrift und auch am Inhalt diese alte Leier vom unfähigen Bürokraten, der das Unglück verursacht hat. Immerhin waren es auch Bürokraten, die die Gefahr gesehen und gewarnt haben. Da wäre es doch mal interessant festzustellen, warum deren Einwände übergangen wurden. Außerdem finde ich es sehr einseitig, nicht die Rolle der anderen Beteiligten (Veranstalter etc.) und der Medien zu betrachten. Bochum hat ja einen Vorgeschmack gegeben, mit welchen Kommentaren Sauerland zu rechnen gehabt hätte, falls die Duisburger Loveparade ausgefallen wäre. Also würde ich mal hier eher auf populistische (=politische) als auf bürokratische (darunter verstehe ich so etwas wie “etwas wird gemacht, weil die Regeln so sind”, egal ob das sinnvoll ist oder nicht) Gründe für das Festhalten an der Loveparade tippen. Plus natürlich dem, daß heute noch jedes Kleinkleckersdorf ein Megaevent braucht, um die kreative Klasse dieser Welt auf sich aufmerksam zu machen. Auch dabei
    handelt es sich dann auch hier um ökonomische und nicht bürokratische Gründe. Insofern halte ich es für verkehrt “Bürokratentum” als Grund des Unglücks festzumachen. Sauerland ist zwar Vorgesetzter der städtischen Behörden aber im Wesentlichen ist er nicht Bürokrat sondern Politiker. Und als solcher hat er wohl die Warnungen seiner “Bürokraten” sehr abschätzig beurteilt.

  41. #91 | Emil sagt am 26. Juli 2010 um 16:44

    Liebe Ruhrbarone,

    und vergesst bitte nicht, weiterhin die Zahlen in Eurer Headline zu aktualisieren. Nicht dass Ihr dem Zombie zu wenig Todesopfer in den Mund werft.

    Alles andere zu dieser denkwürdigen Headline haben bereits tausende von Menschen bei Twitter gesagt. Bemerkenswert ist darüber hinaus, wie schnell dieser Artikel online gestellt wurde. Nicht den Hauch von Innehalten haben die Autoren für nötig empfunden, sondern haben, zu einem Zeitpunkt, zu dem nicht einmal alle Angehörigen wussten, ob Ihre Kinder oder Enkel noch am Leben sind, diesen mit obiger Headline einen Schlag in die Magengrube verpasst.

    Und jetzt kommt mir bitte nicht mit: “Setz Dich bitte mit dem Inhalt auseinander”. Warum sollte ich das bei einem Artikel tun, der gegen so gut wie alle journalistischen Prinzipien verstößt.

    Und da ihr es gerne polemisch habt, noch ein kleiner Vorschlag: Ich würde die weitere Berichterstattung über die Loveparade innerhalb dieses Blogs direkt an Eva Hermann übertragen.

    In diesem Sinne,

    Emil

  42. #92 | Thomas sagt am 26. Juli 2010 um 16:53

    >und vergesst bitte nicht, weiterhin die Zahlen in Eurer Headline zu aktualisieren. Nicht dass Ihr dem Zombie zu wenig Todesopfer in den Mund werft.

    Die Zahlen in der Headline sind die des Lagezentrums der Polizei, telefonisch von mir abgefragt am Sonntagmorgen um 0440 Uhr.

  43. #93 | Thomas sagt am 26. Juli 2010 um 17:48

    Nu sind es sogar 20 Tote. Nach Angaben von Radio Duisburg:

    http://twitter.com/radio_duisburg

  44. #94 | Nele sagt am 26. Juli 2010 um 18:01

    “Dabei war schon Berlin die Fratze hinter den Beats für jeden, der es wissen wollte, zu sehen. Drogenfressen, Livepornodrehs im Tiergarten, Hecken knietief in Pisse und Schlamm dazu tonnenweise Müll.

    Berlin hatte keine Lust mehr auf den Scheiß. Den Berlinern war es egal, dass haufenweise Verrückte aus dem ganzen Land kamen, um in ihrer Stadt einen drauf zu machen. Deswegen wurde der Gig da abgesagt. Nicht weil das so schön war. Die Loveparade war da schon tot.”

    Na die Opfer werden sich über Deine Anteilnahme sicherlich sehr freuen… jetzt wo sie tot sind, tun sie Dir leid. Die, die glücklicherweise noch leben, sind aber wohl weiterhin die “Verrückten”.

    Die Darstellung dieser Szene (der ich übrigens selbst nicht angehöre) lässt leider den ganzen Artikel unglaubwürdig erscheinen – egal wie “wahr” manche Teile davon sein mögen.

  45. #95 | Arnold Voß sagt am 26. Juli 2010 um 18:11

    @ Emil # 90

    Lieber Emil,

    was für eine moralisch verbrämte Verkehrung von Ursache und Wirkung. Der Schlag in die Magengrube ist doch nicht durch den Artikel entstanden sondern durch die Katastrophe selbst.

    Diese hat in ihrer emtionalen Wucht den Artikel um ein Mehrfaches übertroffen und tut es, je mehr man über sie weiß, immer noch mehr. Was sollte denn darauf die Reaktion sein? Eine kühle und distanzierte Beschreibung der Vorgänge? Das ist hier keine Tageszeitung sondern ein Blog, Emil.

    Bei Twitter hat sich übrigens, je mehr die Leute über die Katastrophe wussten, die Mehrheitsmeinung gegenüber diesem Posting erheblich verändert.

  46. #96 | Arnold Voss sagt am 26. Juli 2010 um 18:35

    @ so,so #89

    Im Grundsatz gebe ich ihnen recht. Das Bürokratenbashing ist zu pauschal und unterschlägt dabei Widersprüche und Auseinandersetzungen innerhalb der Verwaltungen.

    Das Problem dabei ist aber, dass sie deswegen auch niemand mit bekommt, weil sie in der Regel hinter verschlossenen Türen stattfinden. Oder wie in diesem Fall erst dann im vollen Umfang herauskommen, wenn es zu spät ist.

    Daher kommt ja auch die grundsätzliche skeptische bis abwehrende Haltung des Bürgers gegenüber der Bürokratie. Er fragt sich, wieso denn diese so prächtig abgesicherten Leute nicht den Mut haben, im Ernstfall ihren Vorgesetzten nicht auch öffentlich zu widersprechen. Sich im Falle Duisburg sogar der Presse zu bemächtigen bzw. mit ihr zusammen zu operieren, um das Schlimmste zu verhindern.

    Wenn sie sich politisch und/oder persönlich gegenseitig eins eintüten wollen, machen sie das. Wenn es, wie in diesem Fall um mögliche Verluste von Menschenleben geht, dann berufen sie sich auf ihre Dienstvorschriften und schweigen so lange bis es zu spät ist.

  47. #97 | rolph sagt am 26. Juli 2010 um 18:54

    Wir gedenken der Toten, deren Angehörige und den Familien.

    Zunächst sollte man abwarten, was die Ermittlungen der einzelnen Behörden ergeben.
    Allerdings scheint Eines schon sicher: Die Behörden – Einsatzkräfte der Polizei und auch die Veranstalter der Loveparade – habe hier kläglich versagt.
    Hätte man vor der Veranstaltung mit den dort eingesetzten Kräften von BePo, BuPo und den Veranstaltern eine “Ortsbegehung” durchgeführt, hätte man sicher festgestellt, dass ein Gelände, das für ca. 300tsd Personen nicht für über 1,2 Millionen zugelassen oder geeignet sein kann.

    Weiterhin – meine persönliche Meinung – haben die dort einegesetzten Polizei- u. Einsatzkräfte die Besucher im Tunnel “einegekesselt”, d. h., die Polizei hätte den Zustrom von Besuchern schon vor dem Tunneleingang abfangen und blockieren müssen, nicht erst in den Tunnel hineingehen lassen. Somit wäre gewährleistet worden, dass Besucher, welche die Veranstaltung verlassen wollten, auch einen freien Rückweg haben, nicht mit denen “kollidieren”, die das Fest noch besuchen wollen.
    Man hätte in jeden Fall sich mit den einzelnen, dort eingesetzten Einsatzkräften besser abstimmen und koordinieren müssen. Dann wäre es vllt. zu “kleineren Rangeleien” gekommen, aber nicht zu einem solchen Desaster.
    Die Polizei hat die Besucher über Stunden im Tunnel “festgesetzt”, die konnten nicht vor oder zurück. Dann wurde auch noch, als die erste Panik ausbrach, der Rückweg versperrt.
    Die war, meiner Meinung nach, der grösste Fehler der Behörden.
    Und die anschließende Pressekonferenz: Man konnte deutschlich sehen, dass keiner der dort Anwesenden sich äussern wollte, bzw. etwas zum Hergang oder Details zu sagen hatte. Geschweige denn von dem “herumgetruxe” der Einzelnen. Dies zeigt wieder mal, wie inkompetend die einzelnen Führungskräfte manchmal sind.

  48. #98 | Alexander sagt am 27. Juli 2010 um 20:45

    Ich bin tief betroffen über die Kaltschnäuzigkeit der Ordnungshüter.
    Frage mich nach dem ich ettliche -Videos gesehen habe ….warum Einsatzfahrzeuge in dem Tunnel fahren die nicht was klar zu sehen ist zu Hilfe zu leisten sondern um präsend zu sein den Tunnel durchfahren . Am Geländer lehnen und nicht irgend welche Massnahmen ergreifen .

  49. #99 | Twitter, die Loveparade & Fehlplanungen | Chris87.de sagt am 30. Juli 2010 um 23:48

    [...] Thema und der Loveparade im Allgemeinen: http://mevme.com/lizblog/niemals-geschlossene-schuhe/ http://www.ruhrbarone.de/update-loveparade-der-zombie-der-ruhrburokraten/ Dieser Eintrag gehört zu Allgemein und wurde folgend getaggt: Duisburg, Loveparade, Twitter. [...]

  50. #100 | Alle Wege führten zur Loveparade » Spiegelfechter sagt am 5. August 2010 um 09:35

    [...] wurden den B-Promis dann kostenlose Burger und alkoholische Getränke der Sponsoren offeriert. Man feierte dort bis in die Nacht, obgleich das Argument, man müsse die Party weiterführen, um weitere Tote [...]

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