37

Update II: With Full Force: Frei.Wild sagen Festival-Auftritt ab!

In Dortmund, Umland | Am 15 Februar 2013 | Von Stefan Laurin

Frei.Wild Foto: Pakeha Lizenz: GNI/CC

Frei.Wild Foto: Pakeha Lizenz: GNI/CC

Gestern stieg das Dortmunder Musikmagazin Visions wegen der Teilnahme der  Band Frei.Wild aus der Präsentation des Festivals With Full Force aus. Jägermeister, Festivalguide.de  und das TätowierMagazin zogen nach. Jetzt haben Frei.Wild ihren Auftritt von sich aus abgesagt. (s. Update II)

Visions machte wegen der völkischen Töne von Frei.Wild den Anfang, Jägermeister und Festivalguide.de TätowierMagazin folgten heute. Jägermeister will mit dem  Festival With Full Force nichts zu tun haben, solange Frei.Wild dort auftritt. Auf Facebook kursiert eine Meldung, die uns von Jägermeister bestätigt wurde:

Die Mast-Jägermeister SE hat in ihrem Leitbild Werte wie Weltoffenheit, Toleranz und Respekt fest verankert. Zu diesen Werten stehen wir. Diese Werte leben wir. Jägermeister wird heute in rund 90 Ländern weltweit konsumiert und ist damit nicht nur im niedersächsischen Wolfenbüttel, sondern auf der ganzen Welt in vielfältigen Kulturen zu Hause.

Vor dem Hintergrund unserer Werte werden wir das geplante Sponsoring des Festivals „With Full Force“ zunächst stoppen. Wir erwarten vom Veranstalter zum geplanten Auftritt der umstrittenen Band Frei.Wild auf dem Festival eine klare Stellungnahme. Sollte der Veranstalter weiterhin das Booking der Band bestätigen, werden wir unsere Sponsoring-Aktivitäten einstellen.

festivalguide.de mag so weit noch nicht gehen:

Da wir nicht gezwungen werden möchten, eine Entscheidung der Veranstalter zu erklären, vor der wir selber mit Fassungslosigkeit stehen, haben wir ihnen vier Fragen gestellt, die wir uns selber stellen. Da sich die Veranstalter selber im Moment allerdings nicht in der Lage sehen, unsere Fragen zu beantworten, werden wir ihnen noch Zeit bis Montag geben, um sich zu erklären. Abhängend davon und den weiteren Schritten der Veranstalter werden wir entscheiden, wie wir weiter vorgehen. Das With Full Force und der Festivalguide haben eine gemeinsame Geschichte und das Schicksal und der Charakter der Veranstaltung liegen uns am Herzen. Wir möchten das With Full Force auf gar keinen Fall als Tummelplatz rechtspopulistischen Gedankenguts sehen und bleiben daher bis auf weiteres im Dialog. Bis auf weiteres wird unsere Präsentation allerdings ruhen. Wir stehen zum With Full Force – allerdings nur ohne Frei.Wild.

Vom Veranstalter gibt es bislang keine Reaktion. Mal schauen wie andere Sponsoren und Unterstützer von With Full Force auf die Entscheidung von Visions und Jägermeister reagieren.

Update:

Das TätowierMagazin hat uns gerade eine Erklärung zum Ausstieg aus dem With Full Force Festival geschickt:

With Full Force 2013 ohne das TätowierMagazin:

Wir  wurden gestern und heute wiederholt per Mail gefragt, ob oder wann wir uns aus der Präsentation des diesjährigen With Full Force zurückziehen. Das haben wir jedoch bereits getan, und zwar schon am Mittwoch Vormittag, als wir sahen, dass Frei.Wild im Line Up auftauchen.
Der Grund dafür ist offensichtlich. Die Tattoo-Szene, die wir repräsentieren, zeichnet sich aus durch Toleranz, Respekt und der Aufgeschlossenheit anderer Kulturen gegenüber. Von völkischem Gedankengut distanzieren wir uns und haben uns deswegen aus der Präsentation des Festivals zurückgezogen.
Update II:
Am Freitagabend haben Frei.Wild auf ihrer Facebook-Seite bekanntgegeben, dass sie ihren geplanten Auftritt beim With Full Force abgesagt haben. Dazu Sänger Philipp Burger:

  (…) wir wollen und werden keinesfalls die Existenz des Veranstalters und somit des Festivals aufs Spiel setzen.

Als Ursache für ihre Entscheidung führen Frei.Wild die massiven Proteste gegen das WFF-Booking an:

Einer kleinen, aber effizienten Gruppe von Internet-Freaks ist es gelungen, einen sogenannten “Shitstorm”, ein Phänomen im Rahmen von sozialen Netzwerken, bei dem Emotionalisierung zu Massenentrüstungen führt, zu starten, der eine hektische Medienberichterstattung zur Folge hatte.

Wir sagen dazu nur: Gern geschehen!

Frei.Wild auf den Ruhrbaronen:

Update: Visions-Magazin zieht Festivalpräsentation wegen Freiwild-Auftritt zurück

Frei.wild ganz zahm?

Frei.Wild – Der “unpolitischer” Hass und das Keltenkreuz

Dortmund: Grüne sauer wegen Frei.Wild in der Westfalenhalle

Kein Frei.Wild! – Rechtsrock-Band kommt nach Dortmund

 


37 Kommentare zu »Update II: With Full Force: Frei.Wild sagen Festival-Auftritt ab!«

  1. #2 | Ecki Meier sagt am 15. Februar 2013 um 14:15

    na anscheinend ist es wohl gerade eine absolute Modeerscheinung, so einen Affentanz zu vollführen in Deutschland, schämen sollten sich solche Firmen und Veranstalter, reden uber Toleranz usw, und sind das Intoleranteste was es überhaupt gibt, so viel zum Thema Meinungsfreiheit….

  2. #3 | Tini sagt am 15. Februar 2013 um 14:20

    Rechtspopulistische braune Brühe hat aber nix mit Meinungsfreiheit zu tun, sondern ist verfassungsfeindlich, lieber Ecki Meier ;)
    Stark! Mal sehen, ob noch Bands abspringen. Würde mich freuen. Klar gibt man denen damit ja noch mehr Plattform, aber irgendwo muss man ja mal mit dem Zeichensetzen anfangen.

  3. #4 | JW sagt am 15. Februar 2013 um 14:23

    Gerade zur Meinungsfreiheit gehört doch, dass man die Texte von Frei.Wild kritisieren darf. Das geht nicht nur in eine Richtung, Ecki…

  4. #5 | JoS sagt am 15. Februar 2013 um 14:23

    Ich denke, dass es ein starker Meinungsausdruck ist, wenn man rechtsradikale Meinungsverbreitung nicht finanziell protegiert. Vor allem eine Marke wie Jägermeister kann damit massiv an Kundschaft verlieren. Erstaunlich mutig!

  5. #6 | Siddy sagt am 15. Februar 2013 um 14:26

    Tja, zur Toleranz gehört dann wohl auch, daß man die Entscheidungen der Firmen akzeptieren muß, sich nicht mit dem Sermon der o.g. Band in Verbindung bringen zu lassen. Bringst Du soviel Toleranz auf, Ecki Meier?

  6. #7 | aslak sagt am 15. Februar 2013 um 14:26

    @ Ecki: …die von Dir Angesprochenen haben wenigstens ´ne Meinung. Und stehen auch dazu! Du hast wahrscheinlich auch eine, aber Du versteckst Dich hier hinter ziemlich abstrusen Toleranztheorien… Come on, rück raus, was Du eigentlich denkst…

  7. #8 | Colly sagt am 15. Februar 2013 um 14:35

    @ Ecki ich stimme Dir zu.
    Toleranz.. ahahaha
    Die setzen den Veranstalter unter DRuck anstatt sich selbst erstmal zu informieren.
    Ich stehe hinter Frei.Wild, denn sie sind nicht rechts…..
    aber dieses ganze Theaster kenn wa ja, von den Onkelz. (obwohl es da auch noch nen bissel anders war)

  8. #9 | etten sagt am 15. Februar 2013 um 14:36

    Der Veranstalter sollte sich gut überlegen ob er Frei.Wild wirklich noch da haben will. Abgesehen vom Image des WFF wird ja sicherlich auch die Kasse des Veranstalters massiven Schaden nehmen. Ob Frei.Wild rechts sind oder nicht, ob das ganze jetzt aufgebauscht wird oder nicht ist doch gar nicht die Frage. Vielleicht hat der bekennende Ex-Neonazi und jetzt Frei.Wild-Sänger wirklich dazu gelernt und diese äußerst dumme Attitüde abgelegt, dennoch stellt sich doch die Frage: Will ich mit dem braunen Mob mein Wochenende verbringen? Will ich, dass neben mir eine Gruppe Faschos zeltet und beschissene Parolenmusik hört? Will ich, weil ich vielleicht dunkle Haare habe oder bunte oder sonst nicht in das Weltbild solcher Typen passe, das ganze verdammte Wochenende aufpassen, dass mir keiner ans Leder will? Ich kauf mir doch kein Ticket für teures Geld um mir dann dumme Parolen anhören zu müssen und mir eventuell noch eins auf die Nase geben zu lassen. Das Problem ist nicht wirklich Frei.Wild sondern das Publikum, das diese Band anzieht!

  9. #10 | Gast123 sagt am 15. Februar 2013 um 14:42

    Toleranz heißt das Ertragen und (er)dulden anderer Meinungen. Es ist immer noch erstaunlich, dass es so einfach ist, Menschen, Bands und andere sonstige Organisationen nur durch die Behauptung, sie wären “rechts”, “national” oder “patriotisch” in Verruf zu bringen, sodass sich von ihnen distanziert wird.
    Es wird einfach die Nazikeule geschwungen, der Rest läuft den Schreihälsen hinterher und schon ist die Hexenjagd eröffnet, die unter dem Deckmantel der “Toleranz” abgehalten wird
    @Tini: Rechtspopulismus ist nicht verfassungsfeindlich. Rufen deren Texte etwa zu Hetzjagden, der Abschaffung der BRD oder sonstiger Ungleichbehandlungen auf? Auch ist “rechts sein” nicht per se verfassungsfeindlicher als “links sein”, dass wird nur sehr gerne vergessen.

    Nur weil es Bands und somit Menschen gibt, die sich zu ihrer Heimat verbunden fühlen heißt das nicht, dass diese gleich ein Feind der Demokratie sind. Es ist schon sehr weit gekommen, dass man sich in Deutschland für Heimatgefühle rechtfertigen muss, nur weil das politische Koordinatensystem so vieler Leute viel zu weit nach links gerutscht ist!

  10. #11 | Gast123 sagt am 15. Februar 2013 um 14:47

    PS: Natürlich liegt Südtirol nicht in Deutschland. Umso absurder ist die Diskussion…

  11. #12 | Three Monkeys sagt am 15. Februar 2013 um 14:51

    Das Three Monkeys in Hamburg hat noch vor dem VISIONS Magazin die Zusammenarbeit für dieses Jahr gestoppt. Nur die Popularität einer Kneipe ist natürlich entsprechend niedriger. Immerhin wurde sie in der LVZ in einem Artikel dazu erwähnt. ;-)

  12. #13 | JoS sagt am 15. Februar 2013 um 14:53

    Es gibt aufgeklärte und nicht-aufgeklärte Demokratien. Wir leben in letzterer.

  13. #14 | chris sagt am 15. Februar 2013 um 14:59

    einmal rechtes Gedankengut, immer rechtes Gedankengut…das hat nichts mit Tolleranz zu tun!!!

  14. #15 | Sören sagt am 15. Februar 2013 um 15:02

    Jeder der sich mit Frei:Wild auseinandersetzt kann sie ohne Frage als rechtspopulistien Einordnen. Auch wenn das ganze etwas vercoded daher kommt überschreiten sie klare Grenzen:
    Der Sänger war in einer rechten Partei und hat betont er ist nicht ausgetreten weil er die Inhalte nicht mehr teile. Sie sind Südtiroler und verstehen sich als deutsch/österreichische Patrioten was nur über einen extrem rechten historischen Bezug möglich ist. Kaiserreich und NS. Auf diese Bezüge spielen sie auch immer wieder an. Inhaltlich vertreten sie eine Blut und Boden Ideologie verpackt als “harmlose Liebe zur Heimat”. In älteren Liedern geht es auch mal um das zusammenschlagen politischer Gegener. NPD und Kameradschaften jubeln ihnen zu und sehen sie als super Agitatoren für ihre Sache. Da wo es ihre Popularität nötig macht distanzieren sie sich von Nazis. Das kostet sie auch nicht viel und sogar die organisierten Nazis äußern dafür Verständnis. Schliesslich könnten sie ohne diese Lippenbekenntnisse nicht mehr in den großen Hallen den Kampf fürs Vaterland bis zum Tode propagieren. Ja, das bedingungslose “einstehen” für “Heimat” und “Volk” “bis zum Schluß” sind zentrale Figuren ihrer Texte. Diese für Nazis völlig anschlussfähige (wo nicht deckungsgleiche) Ideologie wird von ihnen durch ihre Lippenbekenntnisse nie überdacht oder geändert.

    Die Vision hat das gut zusammengafsst. Jeder der noch behauptet es wäre keine Rechte Band und dafür gäbe es keine Belege hat sich ganz offensichtlich einfach nicht damit beschäftigt.

    Und nochmal: Zu sagen man sei nichts rechts und sogar gegen Nazis ist für rechte Bands völlig normal wenn sie kommerziellen Erfolg haben. Entscheidend sind die transportierten Inhalte und Hintergründe der jeweiligen Band.

    http://www.visions.de/news/17976/With-Full-Force-Mit-Frei-Wild-ohne-uns

  15. #16 | Ecki Meier sagt am 15. Februar 2013 um 15:09

    ich bin schon der Ansicht, das es eine Ein´nschränkung de meinungsfreiheit ist, wenn man eine Gruppe bzw eine Band Ausschleissen will, die von den Medien in die Rechte ecke gedrängt wird, ausserdem war ich auch im Jahr 2011 auf dem WFF, und da waren Frei. Wild auch dort, aber da war von keinem die frede ihr Zusagen bzw ihr Teoílnahme abzusagen, achja es gab ja zu dieser zeit auch noch nicht diese Medienhetzt, ich vergass diesen achso unwichtigen Bestandteil dieser Diskussion….. und ja ich Akzeptier die Meinung der Anderen natürlich…

  16. #17 | Tilo sagt am 15. Februar 2013 um 15:20

    Die NSDAP verbot damals z.B die KPD und andere Organistationen die nicht in Ihr Bild passten, genau so macht es unsere Bundesregierung. Wenn Die Demokratie in unserem Land mehr gelebt würde (siehe z.B. Wahlbeteiligung) dann bräuchte sich eine Regierung auch nicht vor kleinen Bands oder kleinen Parteien fürchten. Aber es wird einfach verboten oder dagegen gehetzt wie damals…

  17. #18 | Diana sagt am 15. Februar 2013 um 15:37

    Ach…. wenn eine demokratische Gesellschaft sagt: ” Nein, Ihr vertretet Werte in Eurem Schaffen und Wirken, die unseren Grundlagen zuwiderlaufen, ja sogar diese untergraben und aushöhlen, ist sofort von Intoleranz und Zensur die Rede!
    Aber meine Damen und Herren, SO sieht es nun mal aus, wenn seine Werte schützt und für sie eintritt! Es kann nicht sein, dass man diese schleichenden Angriffe widerspruchslos hinnimmt. Ja, wir haben gelernt! Ja, wir erkennen, wer sich zur Vielfalt, zur Toleranz, zur Demokratie tatsächlich bekennt und diese lebt! Und ja, wir erkennen auch, wer diese Werte nur ausnutzen will!

  18. #19 | JoS sagt am 15. Februar 2013 um 16:04

    Im Anschluss an Sören gilt vielleicht noch hinzuzufügen, dass diese “Codierung” ja nicht nur den Musiksektor betrifft. Bewegungen wie die Identitären arbeiten ja auch mit diesen Aussagen. Und das Phänomen kennen wir auch schon im musikalischen Sektor seit den 90ern – nur haben Störkraft sich damals noch ins Kreufeuer der Debatte getraut…

  19. #20 | Edgar Wollust sagt am 15. Februar 2013 um 17:21

    “Ich denke, dass es ein starker Meinungsausdruck ist, wenn man rechtsradikale Meinungsverbreitung nicht finanziell protegiert. Vor allem eine Marke wie Jägermeister kann damit massiv an Kundschaft verlieren. Erstaunlich mutig!”

    Naja Jägermeister hat Kunden in 90 Staaten. Ich nehm an die können auf jodelnde Bauernprolls verzichten.

  20. #21 | Sebastian sagt am 15. Februar 2013 um 17:39

    Oh man ich komme mir vor wie damals bei den Onkelz ;)

    Das hatten wir doch alles schonmal. Kindergarten.

    Ein Freiwild und Onkelz-Fan

  21. #22 | Sebastian sagt am 15. Februar 2013 um 17:42

    @

    Sören

    Wenn du in Geschichte aufgepasst hättest müsstest du wissen das Südtiroler nicht unbedingt gut auf die Nat.-Sozialisten oder die Faschisten in Italien zu sprechen sind.

  22. #23 | Christian Wee sagt am 15. Februar 2013 um 18:20

    Gast123 schreibt:

    “Es wird einfach die Nazikeule geschwungen, der Rest läuft den Schreihälsen hinterher und schon ist die Hexenjagd eröffnet, die unter dem Deckmantel der “Toleranz” abgehalten wird”
    ———
    Ich leide auch mit den armen Italienern mit, die ständig unter der Nazikeule zu leiden haben. Wie viele Opfer der Nazikeule muss es noch geben, wie viel Leid müssen debile nationalistische Arschlöcher noch ertragen?

    Mal davon ab, hat niemand behauptet, dass Freiwild Neonazis wären. Der einzige Vergleich in dieser Richtung kam von Kamerad Tilo

    “Die NSDAP verbot damals z.B die KPD und andere Organistationen die nicht in Ihr Bild passten, genau so macht es unsere Bundesregierung. Wenn Die Demokratie in unserem Land mehr gelebt würde (siehe z.B. Wahlbeteiligung) dann bräuchte sich eine Regierung auch nicht vor kleinen Bands oder kleinen Parteien fürchten. Aber es wird einfach verboten oder dagegen gehetzt wie damals…”
    ——
    NSDAP, Demokratie, KPD, hauptsache Italien- und die Bundesregierung hat natürlich Angst vor FreiWild, oder machen sie doch gemeinsame Sache? Stehen schon Horden von FreiWild-Fans bereit, der komische Junkie-Sänger als Führer, um Südtirol zu annektieren und dem deutschen Reich zuzuführen? Man weiß es nicht.

  23. #24 | Sabrina sagt am 15. Februar 2013 um 21:15

    Ich bin jetzt zwar nicht wirklich ein Fan von Freiwild aber die Diskussion hier ist absurd… wären einige hier schonmal auf einem Deutschrockfestival gewesen wüssten sie das Nazis da alles andere als gern gesehen sind! Und wer sich den Großteil der Freiwildfans mal angesehen hat wird merken (sorry Jungs) dass dieser hauptsächlich aus Teeniemädels als aus Gewaltbereiten Prolls besteht! Da muss wohl keiner Angst haben dass die einem gleich ans Leder wollen, wie hier behauptet wird. Wie sollen denn bitte die anderen Deutschrockbands aus dieser Ecke rauskommen die die sie hier gerade gedrängt werden???

  24. #25 | Michael sagt am 16. Februar 2013 um 00:12

    Es gibt unzählige Metalbands, die mehr als fragwürdige Texte haben; Texte, deren Inhalte von menschenverachtend bis nationalistisch gehen. Das scheint aber uninteressant zu sein, solange sich keine Front gegen diese Bands gebildet hat. Gegen Freiwild wird gehetzt, also, zeigen gewisse Leute hier Flagge, aufgrund des sozialen Drucks.
    Ich halte von Freiwild nichts, weil Freiwild mich nicht interessieren und ich mehr als nur links bin. Würde mir sehr wünschen, dass die Schablonen, die nun angewendet wurden, um Freiwild zu boykottieren, auf jede Band angewendet würden: Konsequenz. Ansonsten empfinde ich sowohl Visions als auch Jägermeister mehr als nur unglaubwürdig und profilneurotisch.

  25. #26 | Novinky Schleich sagt am 16. Februar 2013 um 07:37

    Interessant, wie borniert die Organisatoren vom WFF argumentieren.

    Der alte Witz “Man darf ja nicht mehr sagen was man denkt” erfährt eine peinliche Neuauflage und alle, die sich schon immer verarscht gefühlt haben, weil sie ja – ach so kläglich – an der Toleranz der Gesellschaft leiden, stimmen heiter ein;

    “Wir wollen ja, aber wir dürfen nicht”

    Als Anwalt dieser armen Ausgestoßenen fungiert dieses Mal dann auch eine Trümmerkapelle aus Südtirol

    Frei nach dem Motto, “was dann noch zu sagen wäre” spricht sie den Unverstandenen aus dem kleinen Herzchen, wenn sie bierselig mit der Freundin am Samstagabend im Opel zum Frei-Wild Konzert schunkeln.

    Man hat ja versucht, ihnen zu erklären, warum die Texte scheisse sind, aber sie wollen nicht hören. Jetzt muss man immer wieder erklären und erklären und erklären, aber die Fangemeinde zeigt sich beratungsresistent.

    Man solle sich doch mal mit den Texten beschäftigen und man habe – ja klar! – nur die Hälfte verstanden. Da würde eine Band an den rechten Rand gedrängt, die doch ganz harmlos in “Wer nichts weiss wird alles glauben” von Flammen singen, die plötzlich höher schlagen und Häusern, die dann plötzlich anfangen zu brennen.

    Ist alles nicht so gemeint? Die Musik ist so klasse? Man findet sich irgendwie wieder? Ist ja nur Patriotismus?

    Wie auch immer.

    Ich habe gehört, es gibt im Sauerland ganz tolle Parkplätze, da kann man sich verabreden und so richtig die Sau rauslassen. Kofferraum auf, Musik ganz laut. Die Püppi und ein paar Sechserträger machen den Abend perfekt.

    Ansonsten, einfach ganz laut “Südtirol” schreien (vorher aber bitte aufzeigen), wenn der Lehrer fragt, wohin die nächste Klassenfahrt gehen soll.

    Aber bitte, bitte bitte:

    Hört um Gottes Willen auf zu Heulen. Wenn ihr Euch schon in Eurem Randgruppenimage suhlen wollt, dann steht auch gefälligst dazu und erwartet nicht, dass alle anderen Kinder sich den Bockmist auch anhören sollen.

  26. #27 | Philip sagt am 16. Februar 2013 um 11:47

    Sebastian, in welcher Geschichte muss man da aufgepasst haben? Wie stehen die Südtiroler denn zu den deutschen Faschisten, wenn du die italienischen gesondert erwähnen musst?

  27. #28 | Klaus Lohmann sagt am 16. Februar 2013 um 12:22

    @#26 | Philip: Für Manche mit wenig Interesse an geschichtlichen Zusammenhängen ist Faschismus so was Ähnliches wie falscher Fußballverein oder eben wie bei Sebastian ein eher “lokales Identifikationsproblem”, also beliebig austausch- und genauso beliebig als “die Anderen sind schuld!” verwendbar.

    @#23 | Sabrina: Es geht hier doch überhaupt nicht um “die da sehen gut aus, also sind die gut, und die da sehen böse aus, also sind die auch böse”. Es geht auch nicht um irgendwelche Prügeleien unter Teenies. Es geht *nur* um die Frage, ob ich als Sponsor mit einem gewissen Bekanntheitsgrad mein Geld in eine Veranstaltung schießen möchte, auf der eine Band auftreten soll, die verbrämtes, verharmlosendes rechtsnationales Gedankengut als Verkaufsmasche einsetzt.

  28. #29 | Thomas sagt am 16. Februar 2013 um 13:01

    Südtirol?

    Ganz einfach.

    Es gibt halt Deutschsprachige in Südtirol. Die Seltsamen von denen sind undemokratisch bis faschistisch. Die wünschen sich den Anschluss heim ins Reich nach Deutschland. Von Italienern halten die nix. Das ist deren Konsens.

    Das Freiwild kommt aus der Ecke, die sind da geboren, haben ihren Merchladen da, reden ultrakurzhaarig mit den Wichtigen vor Ort. Sind welche von denen. Was ja auch deren Heimattexte hergeben.

    Ein Problem:

    Es hat früher mal Terror gegeben.

    Etwa haben Terroristen der Vätergeneration, sie nannten sich Freiheitskämpfer, rechte Freiheitskämpfer, wie üblich, vor ca 40 Jahren blutige Attentate verübt, um den Anschluss ins Reich zu erreichen.

    In Südtirol entsinnt man sich gelegentlich dessen der Porzeschanze:

    http://www.worldcat.org/title/verkaufte-heimat-teil-3-feuernacht-regie-gernot-friedel-mit-ludwig-dornauer-katharina-welser-bettina-redlich-nina-corradini-tanja-ghetta-johann-j-spiss/oclc/753668261

    Die Geschichte von Südtirol ist ziemlich verwickelt.

    http://de.wikipedia.org/wiki/S%C3%BCdtirol

    Aber eins ist klar. Nämlich, wer wessen Partei ist.

    Das Attentat auf der Porzeschanze steht dabei allegorisch.

    Irgendwann wirste gefragt: Hälste dafür oder dagegen?

    Soweit bekannt hat sich das Freiwild nicht dagegen ausgesprochen.

    Damit ist alles klar.

  29. #30 | Sabrina sagt am 16. Februar 2013 um 13:05

    @Klaus: Es gibt mehr als genug Bands die solches Gedankengut verbreiten. Aber eben nicht in deutscher Sprache. Diese Bands treten auch auf Festivals dieser Sponsoren auf. Aber da ziehen sie die Verträge nicht zurück…Was ist denn das für eine Logik?

  30. #31 | Freiwild vs. Böhse Onkelz - Linksliberale Blogger auf der Suche nach leichter Beute » myBasti sagt am 16. Februar 2013 um 14:09

    [...] – Kein Jägermeister für Frei.Wild Ruhrbarone – Update II: With Full Force: Frei.Wild sagen Festival-Auftritt [...]

  31. #32 | Onkel Emil sagt am 16. Februar 2013 um 23:12

    Na gut, Freiwild hat abgesagt. Aber auf der WFF-Seite grinst mich immer noch die SS-Rune von Slayer an, weiter unten die Band von dem Nazi-Devotionalien-Sammler Lemmy (Der auch gerne mal mit SS-Mütze auftritt), und dann noch Grauzone mit Cocksparrer, Agnostic Front und Unantastbar. Das ganze Festival scheint unterwandert von der braunen oder “unpolitische” Suppe!

  32. #33 | Thomas Auer sagt am 16. Februar 2013 um 23:59

    Ich höre mir einfach weiterhin die Musik/Lieder an, die mir gefällt/gefallen.

    Von daher bleibe ich bei Georg Kreisler und meine: “Schlag sie alle tot”:
    http://www.youtube.com/watch?v=fFnpbJWXpKs

    Beste Grüße
    Thomas

  33. #34 | Klaus Lohmann sagt am 17. Februar 2013 um 11:47

    @#29 | Sabrina: Allein die Tatsache, dass Frei.Wild öffentlich von NPD-Funktionären als willkommene Wahlkampfhilfe vereinnahmt wird und weder Band noch deren Management sich dagegen zur Wehr setzen, unterscheidet sie deutlich von Deinen anderen Bands, die eine ähnliche Sprache in anderen semantischen Zusammenhängen verwenden.

    Wenn es nicht unverhohlene Sympathie mit braunem Gedankengut ist, dann ist es unverhohlene Geschäftemacherei mit einer *Nähe* zu braunem Gedankengut und wenn die Festivalmacher dies als “Gewinn” für ihr Festival bezeichnen, dann hat jeder Sponsor – logisch oder nicht – das Recht (und in meinen Augen die Pflicht), seine Kohle dort schnellstens abzuziehen.

  34. #35 | Jenno sagt am 17. Februar 2013 um 22:32

    Afaik hat sich Frei.Wild doch vernünftig von der rechten Ecke distanziert, was will man denn noch ?!?

  35. #36 | Klaus Lohmann sagt am 18. Februar 2013 um 11:05

    @#35 | Jenno: *Wo und wie* haben sich Frei.Wild von rechtsextrem-nationalistischem Gedankengut “vernünftig” distanziert??? “Vernünftig” soll jetzt aber nicht heißen “Ihr seid doch alle doof, wir sind nich so”, oder?

  36. #37 | Jenno sagt am 18. Februar 2013 um 17:44

    @#36 | Klaus Lohmann:

    http://www.rote-karte-rheinland.de/de/united-against-racism/73-freiwild.html

    FREI.WILD distanzieren sich dabei von jeglichem Rechtsradikalismus, der, wie oftmals im Genre des Deutschrock, auch den Süd-Tirolern bereits unterstellt wurde. Im Stück „Land Der Vollidioten“ bringen sie dabei ganz klar auch diesen Punkt zur Sprache und antworten in Text und Ton auf einige falsche Anschuldigungen, die Gruppe würde sich politisch im rechten Umfeld bewegen.

Hinterlasse eine Antwort

XHTML: Diese Tags sind erlaubt: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>