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Bierhoff macht drei Fehler in einem Satz

Oliver Bierhoff Manager der deutschen Fußballnationalmannschaft Foto: Steindy (talk) Lizenz: CC BY-SA 3.0


Im Rahmen der Bekanntgabe des vorläufigen WM-Kaders wurde auch die Vertragsverlängerung von Jogi Löw und Oliver Bierhoff verkündet. Bierhoff, seines Zeichens Team-Manager beim DFB, erhält sogar einen Vertrag bis 2024, obwohl bis heute niemand so recht weiß, was er in dieser Funktion eigentlich macht oder was ihn dafür qualifiziert.

Es gibt im Fußball das Phänomen, dass viele Vereine (und offenbar auch der DFB) davon ausgehen, aus einem guten Spieler würde automatisch auch ein guter Funktionär. Bierhoffs Arbeit ist natürlich schwer zu bewerten, da er der erste und bisher einzige ist, der den Posten als Team-Manager des DFB ausfüllt. Das einzige, was man wirklich bewerten kann, sind seine Auftritte bei Pressekonferenzen und Interviews. Falls Öffentlichkeitsarbeit zu seinen primären Aufgaben zählt, macht der ehemalige Stürmer seinen Job zurzeit allerdings nicht sonderlich gut.

Ein Thema, das in den letzten Tagen beim DFB für Furore sorgte, war das gemeinsame Foto der Nationalspieler Mesut Özil und Ilkay Gündogan mit dem türkischen Präsidenten Erdogan. Darauf angesprochen, sagte Bierhoff u.a.: „Man muss natürlich auch verstehen, wie Türken dann auch ticken in solchen Bereichen.“

Es lohnt sich durchaus, diesen Satz mal etwas genauer zu analysieren, denn Bierhoff hat das Kunststück vollbracht, gleich drei Fehler in diesem Satz zu machen: Der erste Fehler ist, dass er Gündogan und Özil als Türken bezeichnet. Der DFB schmückt sich gerne damit, den Integrationsgedanken voranzutreiben und nun ist es ausgerechnet ein Vertreter des DFB, der das Gegenteil dessen bewirkt. Nach dieser Logik ist ein Deutscher mit türkischem Migrationshintergrund auch dann Türke, wenn er ausschließlich die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt und sogar für die deutsche Nationalmannschaft spielt.

Nun mag man einwenden, wer Erdogan als seinen Präsidenten bezeichnet, sieht sich selbst als Türke. Als Vertreter des Verbandes, für den Özil und Gündogan auch bei der WM auflaufen werden, sollte man das allerdings nicht so sehen.

Der zweite Fehler ist, dass Bierhoff um Verständnis für die Foto-Aktion wirbt. Man muss kein Verständnis dafür haben, dass jemand sich mit einem autokratischen Herrscher gemein macht, der willkürlich Journalisten wegsperrt und einen völkerrechtswidrigen Krieg gegen die syrischen Kurden führt – ganz gleich, welcher Nationalität derjenige angehört.

Der dritte Fehler ist, dass Bierhoff mit diesem Satz ein pauschales Urteil über die Menschen eines Landes fällt, in dem die Hälfte der Wähler eben nicht für Erdogan gestimmt hat. Es stellt sich die Frage, wie der Team-Manager die Nationalspieler für politische Zusammenhänge der WM in Russland sensibilisieren will.

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9 Kommentare zu “Bierhoff macht drei Fehler in einem Satz

  • #1
    ke

    Herr Bierhoff war über viele Jahre als Student der Fernuni Hagen in der Presse.
    Fußballer mit BWL Abschluss = Fußball Manager passt doch.

    http://www.spiegel.de/lebenundlernen/uni/langzeitstudent-oliver-bierhoff-diplom-nach-25-semestern-a-197108.html

    Was macht er wohl den ganzen Tag. Das frage ich mich auch schon seit Jahren.
    Alle Reaktionen des DFBs zu dem Erdogan Auftritt waren aus meiner Sicht sehr schwach und nicht für mich nicht nachvollziehbar.

    Der DFB sollte sich sein ganzes "Mas integratcon" sparen. Er schafft es sowieso nicht, konsistent Integration zu leben und die Fußballstadien zu einem Miteinander zu bringen.

    Dann das Projekt "Die Mannschaft". Was für eine Katastrophe, die zur Entfremdung der Fans führte.

    Die Vertragsverlängerungen sind für mich auch nicht nachvollziehbar. Früher hatte ich bei jedem DFB-Spiel gezittert, dass BvB Trainer Richtung DfB verschwinden, um die amtierenden Trainer zu ersetzen. Das hat sich aktuell erledigt.

  • #2
    Jürgen

    Tja, Hr. Bierhoff hätte einfach offen und ehrlich sagen können: Keine Ahnung, was diese Aktion sollte. Das muss ich mit den beiden erst mal in den nächsten vier Wochen bei ’nem Bier besprechen.

    Diese *vom Moderator editiert*. Und zur Frage was macht der überhaupt? Sind die Einkünfte von Bierhoff vielleicht ein Beispiel für ein bedingungsloses Luxuseinkommen? Oder weiß er etwas, was andere nicht wissen?

  • #3
    Walter Stach

    1-Ke
    2-Jürgen,

    voll und ganz einverstanden.
    Bierhoff war und ist für mich in seiner Funktion beim DFB eine Zumutung der besonderen Art. So auch jetzt bezogen auf seine hier kritisierten Aussagen. Seine Sprüche, auch die jetzigen, sind regelmäßig " so blöd" -sorry-, das sie mir ungeeignet für eine kritischen Stellungnahme meinerseits erscheinen.

    Was mich regelmäßig, so auch jetzt, wundert ist, daß die meisten Journalisten das offenkundig ganz anders sehen. Ich kann mich jedenfalls nicht an eine vergleichbare Kommentierung wie der von Yannik Stracke und an vergleichbare Meinungsbekundungen wie die unter -1- und -2- erinnern.
    Gründe…????

  • #4
    discipulussenecae

    Ilkay Gündogan ist Türke und Deutscher, weil er beide Staatsbürgerschaften hat. Und Herr Bierhoff bucht die Hotels, verabredet Freundschaftsspiele, schaut vielleicht mal über das Vertragsangebot für Herrn Löw und ist der jüngere Bruder von Nicole Bierhoff. Wenn die noch jemand kennt …

  • #5
    Emscher-Lippizianer

    Der Herr Bierhoff hat sich 1996 zum richtigen Zeitpunkt mal anschießen lassen. Und damit war der Grundstein für eine DFB-Vollkasko gelegt.
    Ansonsten fällt mir zu ihm nur ein, was Kloppo über Sammer bei den Bayern gesagt hat. Das kann man hier 1:1 übernehmen. Die Frechheit der Erpressung bei der letzten Vertragsverlängerung hätte man zum Anlaß nehmen sollen diese furchtbaren Gestalten Bierhoff/Löw mit brennenden Fackeln und Mistforken vom Hof des DFB zu jagen.

  • #6
    Aquii

    Nicht zu Vergessen, der Freundeskreis der Nationalmannschaft, da sind so um die 250 Edelfans dabei, die sich den Luxus erlauben können, zu jedem Spiel zu reisen, die müssen natürlich auch gebaupinselt werden. Und durch sein golden Goal ist er sowieso unvergesslich und befindet sich auf den Weg zum Kaisernachfolger.

    Und wer war nun Nicole Bierhoff?

  • #7
  • #8
    Ines C.

    Gute Frage! Point for: WM-Boykott. Als Protest gegen Diktatoren und Diktatoren-Fans. Für mich ein echt schwerer Entschluss, aber sonst lernen sie’s ja nicht. F*ck FiFa and watch Mamma Mia 🙂

  • #9
    discipulussenecae

    Aquii:
    Nicole Bierhoff: https://de.wikipedia.org/wiki/Nicole_Bierhoffhttps://de.wikipedia.org/wiki/Nicole_Bierhoff
    https://www.youtube.com/watch?v=VUosAGDM8Sg

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