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Amnesty für Pussy Riot

Wahrscheinlich hält nur Gerhard Schröder (SPD) Vladimir Putin für einen lupenreinen Demokraten. Für die meisten anderen ist er einfach nur der Chef der russischen Mafia, ein Gangster, der sein Geld mit Gas- und Ölhandel verdient und seine Gegner umbringen oder verschwinden lässt. Auf Sizilien nennt man den Boss der Bande “Pate”, in Russland “Präsident”.

Und der ist sauer auf Pussy Riot, eine russische Punk-Band die gegen ihn protestierte. Im Westen wären die Aktionen von Pussy Riot als Polit-Performance durchgegangen, in Russland drohen den drei Musikerinnen wegen einer Protestaktion nun bis zu sieben Jahre Arbeitslager.

Amnesty-International hat pünktlich zum gestrigen Prozessbeginn eine Aktion für Pussy Riot gestartet. Mehr Infos gibt es hier.

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4 Kommentare zu “Amnesty für Pussy Riot

  • #1
    68er

    Es ist gut und richtig, dass die Ruhrbarone sich für Pussy Riot einsetzt.

    Zu ergänzen sei vielleicht noch, dass es auch bei uns in der BRD Gesetze gibt, die bei einem gleichen Auftritt in einer deutschen Kirche die hiesiegen Strafjustizorgane ebenfalls aktiv lassen werden würden.

    Nach § 167 I Nr. 2 StGB wird in Deutschland mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft, der an einem Ort, der dem Gottesdienst einer solchen Religionsgesellschaft gewidmet ist, beschimpfenden Unfug verübt.

    Eine vergleichbare Aktion, die sich gegen die Schließung katholischer Kindergärten richten sollte, war einmal für das Essener Münster geplant und genau wegen dieses – nach meiner Meinung abzuschaffenden – § 167 I Nr. 2 StGB wieder verworfen worden.

  • #2
    der, der auszog

    @68er
    Deinen Vergleich mit den Gesetzen der Bundesrepublik verstehe ich nicht ganz. Zumindest ist mir nicht bekannt, dass jemals jemand in der BRD ins Gefängnis gesteckt und in einem Käfig der Öffentlichkeit präsentiert wurde, weil er in einer Kirche lautstark gegen das hiesige politische System protestiert hat. Arbeitslager gibt es in der Bundesrepublik auch nicht.

  • #3
    68er

    @ der, der Auszog

    Dann ziehen Sie doch mal aus und protestieren in ähnlicher Weise in einer katholischen Kirche gegen die Missbrauchsfälle.

    Dann droht zwar kein Arbeitslager, aber der hausherrende Pfarrer wird Sie genauso schnell durch bundesrepublikanischen Ordnungshüter aus der Kirche entfernen lassen, und der bundesrepublikanische Staatsanwalt wird Sie dann wohl auch nach den von mir zitierten Paragraphen anklagen. Dass dabei dann wohl nur eine Geldstrafe rauskommen wird, ist natürlich ein unterschied, aber mir geht es um die Frage, ob solche Proteste gegen Herrn Putin oder die katholische Amtskirche legal sein sollten.

    Ich würde sagen JA!

    Was ist Ihre Meinung?

  • #4
    der, der auszog

    Gegen Proteste habe ich nichts, schon gar nicht, wenn sie gegen die Katholische Kirche gerichtet sind. Ich bin froh, in einem Land zu leben, wo man dem Papst beispielsweise ohne weiteres Inkontinenz unterstellen darf, in dem man ihn mit einer voll geschissenen und voll urinierten Soutane zeigt. Das schlimmste, was einem hier passieren kann, ist ein Gericht, das sagt: so nicht.

    In Russland drohen bei wesentlich kleineren Protesten bis zu 7 Jahren Arbeitslager. Das hat mit Demokratie nichts mehr zu tun und ist reine Willkür.

    Traurig ist in diesem Zusammenhang, dass es in unserem Land einflussreiche Menschen gibt, die es nicht lassen können, dem Verbrecher Putin in regelmäßigen Abständen einen Persilschein auszustellen. Allen voran Gazpromgerd.

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