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Angemessen ’50 Jahre Woodstock‘ zu feiern ist auf Facebook gar nicht so einfach

Facebook-Screenshot: Dirk Krogull

Heute vor 50 Jahren begann das legendäre Festival von Woodstock. Ein Ereignis, welches seinerzeit nicht nur musikalisch, sondern auch politisch Maßstäbe setzte, so dass über die Tage der Veranstaltung in den USA noch heute weltweit gesprochen wird. Der runde Jahrestag stellt also zweifelsohne eine schöne Gelegenheit dar einmal wieder daran zu erinnern.

Das fand auch unser Ruhrbarone-Kollege Dirk Krogull. Doch da hatte er die Rechnung leider einmal mehr ohne Facebook gemacht. Dirks Erinnerung auf dem sozialen Netzwerk von Mark Zuckerberg sucht ihr nämlich heute leider vergeblich (siehe Screenshot oben) in seiner Timeline. Sie wurden nicht nur entfernt, Dirk wurde für 24 Stunden auf Facebook gesperrt.

Es ist bekanntlich längst nicht das erste Mal, dass die Gemeinschaftsstandards von Facebook die Öffentlichkeit zu Diskussionen einladen. Doch während ich selber es beispielsweise bisher ’nur‘ erlebt habe, dass das Netzwerk ein von mir gepostetes Plattencover der Pixies ‚zensierte‘, für mit mit verknüpfte Freunde zur Ansicht sperrte, da dort mikroskopisch kleine Brustwarzen zu sehen waren, muss Dirk sich heute den ganzen Tag lang in ungewohnter Geduld üben, darf Facebook aktuell nicht mehr nutzen.

Warum dieses unterschiedliche Strafmaß in zwei durchaus vergleichbaren ‚Fällen‘? Es wird wohl für immer ein Geheimnis von Facebook bleiben. Ist ein Kuss in deren Augen denn als ’schlimmer‘ zu bewerten als eine nackte Frau? Wer weiß das schon…

Fakt ist aber eben auch, dass es in Anbetracht viel zu vieler ekelhafter, vor Hass und Gewalt geradezu triefender Postings in den sozialen Netzwerken immer unlogischer erscheint, dass die Regeln in Sachen Nacktheit und Sexualität so unglaublich streng sind, wie sie es eben aktuell offenkundig sind.

Wird man bei Facebook in naher Zukunft einmal in sich gehen und über diese wenig plausibel erscheinende Verhältnismäßigkeit nachdenken? Ich würde aktuell nicht darauf wetten. Zumal es von diesen merkwürdigen Fällen leider tausende gibt…

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7 Kommentare zu “Angemessen ’50 Jahre Woodstock‘ zu feiern ist auf Facebook gar nicht so einfach

  • #1
    UIrich

    Wie kann man auch nur ein Bild posten, auf dem man, wäre es aus einer anderen Perspektive aufgenommen worden, eventuell Brustwarzen erkennen könnte. Wie hieß es noch einmal sinngemäß im Film "Eins, zwei, drei"? "Wir sind so prüde, wir ziehen sogar unseren Brathähnchen Unterhöschen an!".

    Hätte Dirk Krogull etwas latent rechtsradikales, fremdenfeindliches, etc. gepostet, dann wäre sein Account auch nicht gesperrt worden. Selbst schuld.

  • #2
  • #3
  • #4
    Thorsten Stumm

    Ich weiss ja nicht was daran so legendär sein soll….Middleclas Kids die sich halbnackt im Schlamm und eigenen Exkrementen wälzen, die sanitäre Situation war prekär, das Wetter war scheisse, dabei Rockmusic hören sollen die Welt verändert haben……lächerlich….Hippiemythen sind so langweilig….da ist Wacken echt geiler….

  • #5
    Gerd

    Stand unlängst in der Presse: Software zur Gesichtserkennung funktioniert mehr schlecht als recht.

    Das scheint voll und ganz zu stimmen.

  • #6
    Helmut Junge

    @Thorsten Stumm, meiner Generation hat es was gebracht. Viel sogar. Daß das schon einer Generation nicht mehr vermittelbar zu sein scheint, ist wohl der Lauf der Welt. Ich mochte die Musik meiner Eltern auch nie. Zumindest war man nach Woodstock plötzlich nicht mehr prüde. Vorher schon. Sehr sogar. Vorher habensie auch mehr Leute totgeschossen. Schade wäre es, wenn die Leute jetzt wieder prüde und wieder mehr Kriege führen würden. Spaß macht die neue Prüderie vor alem den religiösen Sektierern aller Richtungen.
    Es geht nicht allein um Bilder von Woodstock, versuch mal deine Fotos in einer Rathaus oder anderen städtischen Galerie auszustellen. In Duisburg oder Oberhausen hätten die keine Chance. Ich weiß das, weil ich es jeweils unter strengsten Vorgaben geschafft habe.

  • #7
    thomas weigle

    Jau, Wacken über alles. Nur weil ein schlecht gelaunter Ruhrgebietsbewohner Woodstock den Mythenstatus aberkennt, verliert ihn W. nicht. Jedenfalls so lange nicht wie unzählige Millionen diesen Mythos befeuern. Da kommt Wacken lange nicht mit, da kann man da im Norden noch so viel und vor allem ruhestörend rumlärmen, kicher.
    Übrigens, sind nicht die Besucher da in SH heuer vor dem schlechten Wetter geflüchtet bzw. wurden evakuiert? Das hätte bei den Hippies wohl nicht funktioniert. Die haben brav ausgehalten, tw. sogar ohne Nahrung und Getränke.

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