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Antifagruppen kündigen Demonstration in Duisburg-Neumühl an

PRO NRW-Demo gegen eine Asylbewerberunterkunft in Neumühl am 9. November 2013.

Antifaschistische Gruppen aus Duisburg wollen am kommenden Samstag in Neumühl protestieren. Die kurzfristig geplante Demo ist eine Reaktion auf die erneute Welle von Anwohnerprotesten gegen die gepante Notunterkunft für Asylsuchende im ehemaligen Barbara-Hospital. 

Am Freitag war eine Bürgerinfo zu dem Thema eskaliert. Es kam zu Attacken auf Kritiker, Oberbürgerbeister Link und Co wurden immer wieder niedergebrüllt. Bereits am Tag davor begann eine Welle von hunderten Postings in sozialen Netzwerken, die zu Gewalt gegen Asylbewerber und „Zigeuner“ aufriefen. Schon vor einem Jahr hatten ausländerfeindliche Anwohnerproteste, angeführt von PRO NRW, dazu geführt das eine geplante Unterkunft vorerst verworfen wurde – in der Folge war sogar ein Zeltlager in Walsum errichtet worden.

Entsprechend zornig reagieren antirassistische Gruppen in der Stadt. Neben dem Flüchtlingsrat melden sich nun auch antifaschistische Gruppen zu Wort. Sie wollen am Samstag in Neumühl demonstrieren und dabei keineswegs Überzeugungsarbeit leisten. Im Aufruf heißt es: „Wir kommen nicht um zu diskutieren. Neumühl halt’s Maul! Lasst die Geflüchteten in Ruhe – sonst lassen wir euch keine Ruhe!“.

Dabei gehe es natürlich nicht um eine Verurteilung aller 16.000 Neumühlerinnen und Neumühler, wie Johanna Haldemann betont. Die Sprecherin der Initiative gegen Duisburger Zustände sieht aber die Nachbarn der Rassisten in der Pflicht: „Die Hetze kommt aus der Mitte der Gesellschaft. In Neumühl leben 15 Stadtratskandidaten von PRO NRW. 10 Prozent haben bei der Kommunalwahl für PRO gestimmt. Rassistische Anwohnerproteste finden unwidersprochen statt. Liebe Neumühler, wenn sie nicht wollen das ihr Viertel ein rechtsradikales Image hat, dann wäre jetzt ein guter Zeitpunkt bei ihren Nachbarn anzuklopfen und ihnen die Meinung zu geigen.“

Die Demonstration beginnt am kommenden Samstag um 16.30 an der Haltestelle Hamborn Feuerwache. Mehr Infos hier.

Update: Die Rechtspopulisten von PRO NRW kündigen eine Kundgebung für Freitag um 17 Uhr an. Sie soll auf dem Hohenzollernmarkt in Neumühl stattfinden.

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23 Kommentare zu “Antifagruppen kündigen Demonstration in Duisburg-Neumühl an

  • #1
    Hamburger

    Der Ruhrpott ist ein hässliches Stück, unglaublich. Kann Duisburg nicht einfach abgerissen werden?

  • #2
    der, der auszog

    @Hamburger

    Vom Stadtbild gesehen hast Du natürlich recht. Das Ruhrgebiet ist extrem hässlich im Vergleich zu Hamburg, was ich meine beurteilen zu können, weil ich mal drei Jahre in Eimsbüttel gewohnt habe. Aber als reichste Großstadt Deutschlands ist es auch nicht schwer, sich optisch besser in Schale zu werfen, mal ganz davon abgesehen, dass sich Hamburger Stadtbezirke wie Billstedt oder Moorfeld von ihrer Hässlichkeit her durchaus mit Duisburg Neumühl messen können.

    Und wenn ich mir den linksautonomen Scheiß anschaue, der regelmäßig in Hamburg veranstaltet wird, wo Mülltonnen und Autos angezündet werden, haufenweise Schaufensterscheiben zu Bruch gehen und die Polizei oftmals nur mit schwerem Gerät, wie Wasserwerfern, der Situation wieder Herr werden kann, dann ist Hamburg sicherlich die hässlichere Stadt. Aber sollte man sie deshalb abreißen?

  • #3
  • #4
    Gerd

    Falsches Stadtviertel? Flüchtlinge sollten bevorzugt in Gegenden einquartiert werden, deren Bewohner überdurchschnittlich die Grünen wählen, denn da ist die Bevölkerung aufgeschlossener. Alternativ auch wohlhabendere Gebiete, die zur SPD tendieren.

  • #5
    Wolfram Obermanns

    „Neumühl halt’s Maul!“ „Dabei gehe es natürlich nicht um eine Verurteilung aller 16.000 Neumühlerinnen und Neumühler…“
    Ob das jeder Antifagrobmotoriker auch so verstehen kann?
    Und ob das in Neumühl in der Form gut ankommen kann? An der Publikumsansprache muß diese Antifa noch etwas arbeiten, wenn sie verstanden werden will. Wenn sie das will.

  • #6
    Wolle

    @ Wolfram: Hats du dir mal die FB kommentare angeguckt die von den menschen aus Neumühl abgegeben werden?
    Die verstehen das ganz gut! Und muss „die Antifa“ da hoffen neue Freunde zu finden? Mmn. nicht! Es gaht darum diesem Kartoffelhaufen aufzuzeigen, dass scheinbar noch nicht genug geläutert ist, um es mal überspitzt auszudrücken!
    Nicht das da noch die Polizei mit schweren Gerät auffahren muss um die Flüchtlinge vor den anständigen Deutschen zu schützen…

    Was die Grünen und SPD angeht, bzw. deren Wählerpotential, brauch man wohl nicht mal bis nach Berlin zu gucken um zu wissen das der kommentar von Gerd hoffentlich sarkastisch gemeint ist!

  • #7
    Klaus Lohmann

    @Wolfram Obermanns: Bei der dumpfbackigen Nazi-Ansage während der Bürgerinfo haben die Neumühler doch auch artig das Maul gehalte, wieso sollte das jetzt nicht klappen??

  • #8
    Toph

    Wie wäre es, wenn die ach so tapfere Antifa einfach mal mit den Vorständen der örtlichen Vereine und Institutionen spricht. Von der katholischen Jugend, über den Fußballverein bis hin zur Feuerwehr? Vielleicht sogar die Heimatvereine? Vielleicht könnten die ja was erreichen. Aber ich weiß ja, das ist Realpolitik der blöden neoliberalen Verräter. Muss ich mir in der Kommunalpolitik regelmäßig anhören: Echte Linke organisieren keine Hilfsstrukturen vor Ort oder arbeiten mit den Menschen und ihren Sorgen, seien die auch noch so unbegründet. Vielmehr machen wir lieber einen auf kindische Revolution und kommen mit dem Slogan „Neumühl halt’s Maul! Lasst die Geflüchteten in Ruhe – sonst lassen wir euch keine Ruhe!” und drohen den Leuten. Glaubt ihr das ist konstruktiv und hilft den Flüchtlingen vor Ort? Rassismus wird nicht besser, wenn die Leute ihn versteckt ausüben. Ihr seid da einen Tag da und macht Krawall, die müssen da mit den Menschen gemeinsam leben! Überhaupt sind Flüchtlinge auch nicht eine starre Gruppe, sondern Menschen mit ganz individuellen Sorgen. Warum bildet ihr euch eigentlich ein für die zu sprechen? Schöner Rassismus von oben, gelle. Ich hoffe ihr lasst wenigstens diesmal die Gewalt stecken und spielt den Nazis nicht noch in die Hände, damit die sich als Märtyrer präsentieren können *schüttelt angewidert den Kopf*

  • #9
    paule t.

    Trotzdem sollte man sich fragen, ob der Aufruf so formuliert ist, dass Leute aus Neumühl, die die Veranstaltung auch furchtbar fanden und Flüchtlinge willkommen heißen wollen, sich eingeladen fühlen, bei der Demo mitzugehen.
    Wenn ich da wohnen würde, wäre ich mir nicht sicher, ob ich hingehen würde – vielleicht müsste ich ja damit rechnen, als nicht ersichtlich zur Antifa-Szene gehörender Mensch ähnlich aggressiv empfangen zu werden, wie der Aufruf formuliert ist?

  • #10
    Helmut Junge

    Früher war Neumühl ein gefährlicher Stadtteil, in den freiwillig so leicht keiner reingegangen ist.
    Ob das heute noch so ist, weiß ich nicht. schließlich haben in den Siebzigern etliche Sozialarbeiter dort ihr Tätigkeitsfeld gefunden, und haben den Leuten in den Obdachlosenvierteln, in die die Polizei nur mit Mannschaftswagen reinfuhr, gesagt welche Ansprüche sie geltend machen dürfen, und haben ihnen sogar die notwendigen Formulare ausgefüllt. Dafür konnten sie darüber dann Bücher schreiben und einige sind sogar ziemlich bekannt geworden. Der Stadt war das dann schließlich zu teuer und sie hat den Leuten vernünftige Wohnungen angeboten. Aber die lagen weit auseinander, so daß die Sozialstruktur anders wurde.. In der neuen Umgebung sind die Leute dann ruhiger geworden. So ganz ruhig war es aber nie. Witzig ist, daß die Enkel dieser Sozialarbeiter heutzutage wieder in den Stadtteil kommen, um dort die Leute aufzumischen. Ob das n dieser umgekehrten Richtung funktioniert, weiß ich nun wirklich nicht. Das werden wir dann ab nächste Woche analysieren können.
    Ich muß aber gar nicht viel darüber schreiben, denn wenn man mal jemand kompetent darüber sprechen hören möchte, kann sich ja mal den Herbert Knebel anhören, der absolut glaubwürdig über seine Kindheitserlebnisse berichtet. Er ist nämlich in Neumühl groß geworden. Unter anderem Namen natürlich.

  • #11
    Klaus Lohmann

    @Toph: Und warum kommen die von Ihnen genannten sozialen Gruppierungen nicht selber auf die Idee, sich *zusammen* gegen Ausländerhass und faschistoiden Populismus zu organisieren? Muss man erst auf den öffentlichen Gedanken kommen, dass es diesen Gruppierungen mindestens egal, wenn nicht sogar ganz recht ist, wenn Asylsuchende stigmatisiert und als Stimmungsmache der Nazis missbraucht werden?

  • #12
    Klaus Lohmann

    @#10 Helmut Junge: Ich werde es trotz meiner über 50 Jahre Ruhrgebiets-„Mitgliedschaft“ – Kader Dortmund – nie verstehen, wieso einem Menschen, dessen einzige Erfolgsidee es ist, äußerst banale, überall vorkommende und nur für absolute Humor-Jungfrauen irgendwie „lustig“ anmutende Texte mittels eines vollkommen übertriebenden Idioms zu einer langweiligen, abgeschmackten Comedy-Nummer zu verwursten, derart viele „Fans“ zufliegen. Mein einziger und wirklich ernstgemeinter Erklärungsversuch ist bislang, dass diese „Fans“ noch viel banaler gestrickt sind, als es sich Lyko mal erhofft hatte.

    Wie auch immer – diese Lyko-Nummer über damals fast überall antreffbare, asoziale Randgruppen aus den 60/70ern will mir gezz abba so garnix zum Artikel und den Kommentaren beitragen. Ihnen vielleicht?

  • #13
    Helmut Junge

    @Klaus Lohmann, neu schien mir zunächst, daß junge Akademiker in solche Stadtteile ziehen, um die dortige, meist nichtakademische Bevölkerung zu missionieren. Dann fiel mir ein, daß das gar nicht neu ist. Nur damals waren es wortgewaltige Randgruppenstrategen, und heute kommen sie wortlos, und wollen nicht mal diskutieren, wie sie schreiben, sondern irgendwie aufmischen, was auch immer.
    Das ist dann doch ein neues Experiment, wenn ich auch nicht verstehe, was dabei herauskommen soll. Aber das werde ich ja dann nachlesen können. Wenn das Experiment nämlich erfolgreich verlaufen sollte, gibt es noch viele solcher Stadtteile in Deutschland, wo die Antifas weitermachen könnten.
    Lyko fiel mir nur ein, weil er so plastisch schildert, welche Typen möglicherweise auftauchen könnten und wie schwierig das wird, die zu überzeugen.
    Lykos Humor ist dabei unwichtig.

  • #14
    AusBochum

    Dass es auch anders geht, zeigt das Beispiel Bochum Linden.
    Dort wurde z.B. die Bürgerversammlung am letzten Donnerstag politisch bzw. antifaschistisch begleitet und eine positive Stimmung geschaffen werden.

    Über das Wochenende wurden fleißig Spenden gesammelt und ein superschönes Spielzimmer für die Kinder eingerichtet werden.

    Die Akzeptanz in der Bevölkerung ist da, Vereine und Verbände haben spontan mitgeholfen und der örtliche Kindergarten war auch schon mit einer Gruppe Kindern dort, um die „neuen Kinder“, auch wenn sie nicht lange bleiben, kennen zu lernen.

    So kann es auch auch laufen.

  • #15
    Helmut Junge

    @AusBochum (14), Bürgerversammlungen gegen Rechts sind eine gute Idee. Und meiner Meinung nach das Beste, was man machen kann.
    Ein Problem dabei. In Neumühl gibt es bereits eine solche Bürgerversammlung. Ich gehöre zu den Erstunterzeichnern und habe im November 2013 über eine Aktion dieser Gruppe berichtet.
    http://www.ruhrbarone.de/gegengewicht-zu-menschenverachtenden-einfluesterungen/70243
    Und die Veranstaltung letzten Freitag war eigentlich eine kurzfristig einberufene Sitzung genau dieser Bürgerversammlung, auf der der Duisburger OB Link seine Pläne den Bürgern vorstellen wollte.
    Diese Bürgerversmmlung ist von den Rechten quasi überrannt worden.
    Das ist eine traurige Angelegenheit, aber wie es überhaupt dazu kommen konnte, kann ich nur ahnen, denn bisher habe ich keine Antwort der Organisatoren dieser Bürgerversammlung erhalten.
    Die Einladung, die für ursprünglich den 2. Oktober verschickt wurde, und einen Tag später, kurzfristig auf Wunsch der Stadtverwaltung, auf den 19. September geändert worden ist, wird zum Chaos beigetragen haben. Ich vermute, daß manch ein Mitglied, bzw. Unterzeichner den neuen Termin gar nicht zur Kenntnis genommen hat, und überhaupt nicht da war, Die Geschäftsleute, die hinter der Bürgerversammlung stehen, und diese mittragen, können vermutlich um 17.30 Uhr auch gar nicht kommen.
    Da die Aktion durch die Medien als Infoveranstaltung des OB bekannt gemacht wurde, habe ich noch nicht einmal richtig kapiert, daß es eigentlich unsere Veranstaltung war. Die Rechten haben durch die Pressemitteilungen davon erfahren. So waren sie zahlreich angeist und saßen im Saal. Aber ich kam nicht mehr in den Saal, weil der um 17.30Uhr bereits überfüllt war. Draußen bleiben mußten sehr viele Leute, die eigentlich nur hören wollten, was der OB so zu erzählen hatte, aber auch zuspätgekommene Rechte. Was im Saal geschah, weiß ich bisher selbst nur aus dürftigen Hinweisen.
    Daß sich jetzt außenstehende Gruppen „um den Stadtteil kümmern wollen“, hat eine eigene Logik, die ich ohne Schwierigkeiten nachvollziehen kann.

  • #16
    Klaus Lohmann

    @#13 Helmut Junge: Ich persönlich würde dieses linksgrünautonomalternatives Antifa-Heuschreckentum niemals auf Sozialgebilde wie Lykos Gonska-Sippe abbilden wollen, da das doch viel mehr gewachsene Strukturen dokumentiert als eben den schnelllebigen Missionarseifer von o.g. Gruppen.

    Mich erinnert das viel mehr an z.B. die im Dortmunder Westen, speziell im Ortsteil Dorstfeld in den 70ern/80ern sehr aktive Hausbesetzerszene, die zurecht den Sanierungs-/Modernisierungswahn völlig unterbemittelter Planungshirsche der Stadt stoppen und für billigen Wohnraum kämpfen wollte – übrigens für Häuser, für die man sich heute wg. der fast unkaputtbaren Bausubstanz die Finger lecken würde. Das waren halt im betroffenen Stadtteil Neulinge mit viel Aktion/Reaktion.

    Fast alle Besetzungen wurden durch die Staatsmacht gewaltsam beendet, viele alte Häuser zugunsten wohnarchitektonischer Alpträume plattgemacht. Dass die großflächig geplante Sanierung eines ganzen Stadtbezirks völliger Unsinn war, ist den Verantwortlichen erst in den Neunzigern aufgefallen, als noch bestehende Zechensiedlungen zum Renner auch für den Zuzug von Bürgern wurden.

    Das, was mich dabei alarmiert, ist der nach den Räumungen relativ schnelle Abzug der Besetzerszene und ihrer linksstrammen Kader aus Dorstfeld und die danach langsam voranschreitende „Füllung“ dieses Vakuums durch die mittlerweile „berühmte“ Dortmunder Neonazi-Szene rund um SS-Siggi/Borussenfront, „Nationaler Widerstand Dortmund“ (der man ja auch aktive NSU-Kontakte nachsagt) und deren Nachfolgetruppe „Die Rechte“ als Partei. Das ist etwas, was man in anderen Städten unbedingt verhindern muss.

  • #17
    der, der auszog

    Gab es in der jüngsten Vergangenheit eigentlich auch Proteste aus den Reihen der Antifagruppen, die da demnächst in Neumühl gegen die „liebe(n) Neumühler“ demonstrieren wollen, wenn Duisburgs bekanntester Antisemit Hermann Dierckes seinen volksverhetzenden Müll unters Volk brachte?

    Falls ja, würde mich interessieren wann und wo.
    Falls nein, würde mich interessieren, warum nicht?

    Ich frage deshalb, weil Duisburg immer wieder als eine der Städte auffällt, in der nicht nur die Rechten durch Ausländerhass von sich reden machen, sondern auch die Linken durch ihren Hass auf Amerikaner und vor allem Israelis.

  • #18
    Felix Christians Beitragsautor

    @der, der auszog: Ein Blick auf die Page der aufrufenden Gruppe „Emanzipatorische Antifa Duisburg“ (http://emadu.noblogs.org/) genügt um zu sehen das diese Leute sehr wahrscheinlich keinerlei Sympathie für Dierkes und Co haben.

  • #19
    Helmut Junge

    Wie ich lesen konnte, plant ProNRW für Freitag 26.9. eine Versammlung in Neumühl, und das Duisburger Netzwerk gegen Rechts ebenso am Freitag eine Gegenkundgebung am gleichen Ort.

  • #20
    der, der auszog

    @Felix

    es ging mir mit meinen Fragen nicht darum herauszufinden, ob eine Gruppe Israel-Fahnen auf ihrer Homepage hat und sich gegen Antisemitismus ausspricht. Mich interessiert vielmehr, wie diese Gruppen mit dem speziell in der Duisburger Linken ausgeprägten Antisemitismus umgeht, der ja genauso regelmäßig für nationale Schlagzeilen sorgt, wie der Fremdenhass rechter politischer Parteien und Gruppierungen dort. Es hätte ja in der Vergangenheit durchaus sein können, dass die emanzipatorische Antifa Duisburg zu Demos vor dem Parteibüro der Linken aufgerufen hat unter dem Motto: „Wir kommen nicht um zu diskutieren. Dierkes halt’s Maul! Lasst die Israelis in Ruhe – sonst lassen wir der Linken Duisburg keine Ruhe.“, und mir diese als Gelsenkirchener nur nicht aufgefallen sind.

    Dierkes und seine Parteifreunde halten sich auch für Antifaschisten, insofern ist es in Duisburg nicht immer einfach zu unterscheiden, um welche Antifaschisten es sich handelt.

    Was mich bei der Gruppe, die zu der Demo in Neumühl aufruft irritiert, ist deren agressive Wortwahl. Zum einen werden alle Neumühler von dieser Gruppe in eine Schublade gesteckt und für die Entgleisungen der Rechtspopulisten verantwortlich gemacht, zum anderen zeigen die Veranstalter, dass sie nicht bereit sind, mit den Neumühlern in einen Dialog zu treten. (Neumühl halt’s Maul. Wir kommen nicht um zu diskutieren). Besonders vertrauenserweckend wirkt das nicht und Demokratie sieht eigentlich anders aus.

  • #21
    WALTER Stach

    Der, Der…….

    Deine Einwendungen erinnern mich an die schon des öfteren gestellte rhetorische Frage:
    „Wie wäre unsere Gesellschaft beschaffen, wie wäre der Zustand unseres demokratischen Rechtstaates, wenn die sich selbst so nennenden Antifaschisten über die politische Macht verfügen würden, das von ihnen in der Politik für richtig Erachtete kompromislos umzusetzen“?

    Daß Demonstrationen gegen Rechtsextreme/gegen Rechtsextrimismus stattfinden, ist für mich eine Selbstverständlichkeit, die ich insofern unkommentiert zur Kenntnis nehme.

    Über das Wie der geplanten Demo in Duisburg-Neumühl ist offensichtlich nach den vorangegangen Beiträgen hier bei den Ruhrbaronen kritisch zu diskutieren.
    Ist die „Antifa“ bereit/in der Lage, sich mit den kritischen Stimmen zum Wie -nicht zum OB- der von ihr geplanten Demo auseinanderzusetzen? Ich habe meine Zweifel.

    Ich erlaube mir allerdings dazu kein „abschließendes“ Urteil,
    weil ich bezüglich des Wirkungs-Zieles der Demo, weil ich bezüglich des WIE der Demo Fragen zu stellen udn auf Antworten zu warten hätte, weil ich zudem bezüglich einiger Akteure und deren Glaubwürdigkeit, wenn es um Menschenrechte geht -für alle und überall-, Zweifel habe, denen ich nicht jedoch nicht näher nachgehen kann und will.

  • #22
    Gerd

    #6

    Wolle, die Politik einer massenhaften Aufnahme von politisch nicht Verfolgten unterstützt, der sollte mit gutem Beispiel in Sachen Aufnahme und Unterbringung vorangehen, und nicht die Lasten auf die Unterschicht abwälzen.
    In Bremen wurde das mal getan. Hat den weltoffenen Bewohnern nicht wirklich gefallen, dass sie Farbe bekennen mussten.

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