3

Auch die AHA-Regeln bieten keinen 100%-igen Schutz vor einer Infektion, ihr Dumpfbacken!

Nichts ist 100%ig sicher. Aber Masken können helfen. Quelle: Wikipedia, Lizenz: Gemeinfrei

Das Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin vermeldet für Deutschland einmal wieder einen neuen Rekordwert. Über 11.200 Neuninfektionen mit dem Corona-Virus gab es alleine am gestrigen Mittwoch. Darunter war mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn diesmal auch ein sehr prominenter Mitbürger.

Spahn begab sich direkt in eine 14-tägige Quarantäne. Diese Nachricht bestimmte naturgemäß die bundesdeutsche Medienlandschaft, war am Abend sogar die Top-Meldung in der ‚Tagesschau‘.

Nun löst so eine Meldung ja gerne sehr unterschiedliche Reaktionen aus. So auch Gestern. Die Leute sind halt verschieden. Es gibt ängstliche, forsche, empathische und weniger sensible Zeitgenossen. Doch was man in den vergangenen Stunden rund um die Erkrankung von Spahn lesen musste, der sich bislang zum Glück nach eigener Aussage offenbar nur mit Erkältungssymptomen herumschlagen muss, das war kaum zu ertragen.

Das Spektrum der Kommentare reichte von den in einem solchen Falle zu erwartenden Genesungswünschen bis hin zu Aussagen, dass ihm das recht geschehe. Unglaublich! Wer bitteschön erfreut sich an einer Krankheit eines Mitmenschen?

Doch das Ganz war sogar noch bedenklicher. Das gab es doch tatsächlich Leute, die in der Tatsache, dass Spahn sich mit dem Virus infizierte, einen Regelverstoß gegen die vom Minister selber beworbenen Schutzmaßnahmen sehen wollten. Spahn müsse dann ja wohl selber gegen die Abstands- und/oder Hygieneregeln verstoßen haben, da er sich ja nun selber das Virus eingefangen habe.

Diese Mitbürger scheinen nun wahrlich nicht die hellsten Kerzen auf der Torte unserer Gesellschaft zu sein. Wer bitteschön hat denn jemals behauptet, dass das Einhalten der AHA-Regeln einen 100%igen Schutz bieten würde?

Noch einmal zur Erinnerung:

“Die AHA-Formel, auch AHA-Regel, bezeichnet in Deutschland die 2020 zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie eingeführte bzw. empfohlene Kombination der Vorsorge-Maßnahmen.

– „Abstand halten!“: Mindestens 1,5 Meter Abstand zu Mitmenschen halten (siehe Räumliche Distanzierung)

– „Hygiene-Maßnahmen beachten!“: Husten und Niesen in die Armbeuge oder ein Taschentuch sowie das regelmäßige Waschen bzw. Desinfizieren der Hände

 – „Alltagsmaske tragen!“: Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes”

Eine Garantie bieten auch diese Regeln natürlich nicht. Sie reduzieren lediglich in verschiedenen Wahrscheinlichkeiten eine Infektion mit dem Virus.

Dass Menschen wie Spahn, die zwangläufig in ihrem Job deutlich mehr Leute treffen als der Durchschnittsbürger dazu zudem ein höheres Risiko tragen, sollte auch jedermann klar sein.

Wie man dann auf die selten dämliche Idee kommen kann in der Erkrankung von Spahn nicht nur ein erfreuliches Ereignis zu sehen, sondern sogar direkt einen Verstoß gegen die von ihm selbst beworbenen Aha-Regeln, wird jedem vernunftbegabten Menschen wohl ein völliges Rätsel bleiben.

Aufgeregt hat mich diese massive Konfrontation mit so viel Blödheit am gestrigen Nachmittag und Abend trotzdem.

Statt Schadenfreude und üble Unterstellungen haben alle die, die sich tagtäglich unter Einsatz ihrer eigenen Gesundheit um die Bekämpfung der Pandemie bemühen, unseren vollsten Respekt und unseren Dank verdient. Stattdessen werden sie aber von Tausenden verhöhnt und übler Dinge bezichtigt.

Es ist nicht zu glauben und leider doch wahr!

RuhrBarone-Logo

3 Kommentare zu “Auch die AHA-Regeln bieten keinen 100%-igen Schutz vor einer Infektion, ihr Dumpfbacken!

  • #1
    Berthold Grabe

    Dem autor kann ich nur voll und ganz zustimmen.
    Auch wenn ich Spahn niemals wählen würde mangels bestimmter Kompetenzen, sollte sich doch niemand dazu hinreissen lassen derartiges zu verbreiten.
    Denn gerade seine Fehlleistungen zeugen doch von einer Grundehrlichkeit, die sich ein abgezockter Sarkast oder zynisch eitler Machtpolitiker niemals leisten würde.

  • #2
    ccarlton

    Fachlich ist der Mann ein Fehlbesetzung, wie wir dieses Jahr wieder und wieder erleben durften. Deswegen kann man ihm Unglück in seiner weiteren politischen Karriere wünschen, aber kein persönliches.

  • #3
    thomas weigle

    Auch bei Trump wurde hier nicht frohlockt. Warum sollte das bei Jens Spahn anders sein?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.