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Auf Solidarität aus Deutschland kann die iranischer Freiheitsbewegung nicht hoffen

Proteste im Iran im Januar 2020 Foto: MojNews Lizenz: CC BY 4.0

Seit Monaten gehen die Menschen im Nahen Oste auf die Straße. Tausende haben dabei ihr Leben gelassen. Vor allem die Iraner sind einem brutalen und grausamen Regime ausgeliefert, das seine Unmenschlichkeit seit Jahrzehnten ständig unter Beweis stellt. Über 1000 Demonstranten starben seit Beginn der Proteste im Herbst, tausende sitzen in den Gefängnissen der Mullahs. Von der Bundesregierung können sie keine Solidarität erwarten. Während die Gymnasiasten und Waldorfschüler, die, in immer geringerer Zahl, Freitags hierzulande für das Klima auf die Straße gehen, wie Ikonen behandelt werden, sind die mutigen Männer und Frauen, die im Iran für die Freiheit ihr Leben riskieren, weder dem Außenminister noch der Bundesregierung in den vergangenen Tagen irgendeine Geste der Unterstützung wert. Aber Deutschland war noch nie Land, in dem die Freiheit hoch im Kurs stand. Man bejubelt diejenigen, die ohne jedes Risiko Einschränkungen und Verbote im eigenen Land fordern und zeigt allen, die im Nahen Osten und vor allem im Iran für die Demokratie, für die Freiheit des Individuums unter Lebensgefahr demonstrieren, nichts als die blanke Verachtung.Es gibt oft gute Gründe, sich für dieses Land und seine Regierung zu schämen – im Moment möchte man vor Scham im Boden versinken.

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23 Kommentare zu “Auf Solidarität aus Deutschland kann die iranischer Freiheitsbewegung nicht hoffen

  • #1
    Berthold Hülk

    Mein lieber Herr Gesangverein, geht’s auch eine Nummer kleiner, Herr Laurin?
    Man nehme einen großen Topf, werfe ein paar haltlose Behauptungen und alles, was Sie so sehr hassen hinein, mit Spucke bis zum Rand auffüllen, einmal aufkochen, umrühren – und fertig ist der Montagsartikel a la Stefan Laurin. Guten Appetit.
    Bei allem Respekt, den Sie sich bei einigen anderen Themen verdient haben: Soll das hier Journalismus sein?

  • #2
    Bochumer

    Das Schweigens seitens der "Zivilgesellschaft" ist übel und Folge einer verkürzten Weltsicht. Die Regierung würde meiner Ansicht nach dem Protesten mit einer Unterstützung schaden. Das Regime würde dies nutzen, um sie zu diskreditieren.

  • #3
    Gerd

    #1:

    Wenn, dann untertreibt er. Auf dem Weg von der Arbeit hörte ich im Radio, was der Vorsitzende der Münchner Sicherheitskonferenz dazu von sich gab. Er betrachtet eine Unterstützung der Demostranten als Eskalation, die man zu unterlassen habe.

  • #4
    Michael

    Dem Artikel ist inur zustimmen. So läuft es in diesem Land. Sei es die Regierung oder die Einwohner, wenn die Mullahs des Irans bellen kuschen sie wie verängstigte Schafe. Die Kommentare #1 & #2 unterstreichen das deutlich.

  • #5
    Chris

    Keine Ahnung was an diesem Artikel falsch sein sollte. In aller Kürze voll auf den Punk gebracht Herr Laurin!

  • #6
    mikefromffm

    Immer gruselig: Wenn unserer Westentaschenstrategen der Regierung mangelnde Unterstützung der Opposition eines ausländischen Staates vorwerfen. Erstens wissen diese nicht, ob es sich tatsächlich so verhält. Diplomatie wird nur in den seltensten Fällen über die Bildzeitung betrieben. Aber vielleicht hat der GröStradeRuBa (Größter Stratege der Ruhrbarone) ja eine Idee, wie eine solche "Unterstützung" aussehen könnte. Und vielleicht lässt er uns auch an seinen Gedanken teilhaben, wie er denn dann auf welche Reaktion der Regierung Irans seinerseite wieder reagieren würde. Denn auch das ist wesentlicher Bestandteil jeder Strategie: Die Konsequenzen seiner Entscheidung mitzudenken. Wie man das gerade nicht machen sollte, zeigt uns ja wohl in aller Konsequenz der Präsident der USA.

  • #7
    Gerd

    "Wie man das gerade nicht machen sollte, zeigt uns ja wohl in aller Konsequenz der Präsident der USA."

    Wenn man mal davon absieht, dass er dem Iran soviel Angst einjagt, dass der sich nicht traut, die lauthals angekündigkte Vergeltung für die Ausschaltung von Sol-dingsbums auch durchzuziehen. Oder wenn man ignoriert, dass er dem Iran die finanziellen Mittel zur noch stärkeren Verbreitung seines Machtbereichs entzieht.

    Worüber man leicht hinweg sehen kann, wenn man nach der Devise "alles was Trump macht ist falsch, weil es von Trump kommt" handelt.

  • #8
    mikefromffm

    @Gerd: Wenn ich mich recht erinnere, hat Iran Vergeltungsangriffe auf US-Stützpunkte im Irak begangen, sie können mich da aber gerne korrigieren, wenn ich etwas verwechsle.

  • #9
    Gerd

    Ja und dabei räumlich sehr große Ziele mit eher weniger präzisen Waffen angegriffen und nicht ohne die Regierung des Irak vorher zu unterrichten. Ob deswegen null Amerikaner umgekommen sind und nicht die 80 von denen das Regime schwafelt?

    M.A der Versuch einer Gesichtswahrung und ein klares Zeichen von Angst(vor Trump).

  • #10
    Helmut Junge

    Wenn sie es konnten, haben sie es nicht gemacht. Dann stellt sich wirklich die Frage nach dem "warum". Wenn es tatsächlich Angst war, sind sie verloren. Aber es könnte auch eine Absicht dahinter stecken. Nur welche? Vielleicht sind es Flügelkämpfe. Die könnte es geben, und die wären die wahrscheinlichste Erklärung aus meiner Sicht. An Angst glaube ich nämlich bei denen nicht, auch wenn der Abschuß der Zivilmaschine in diese Richtung weist. Ich warte auf das Ergebnis der Untersuchung durch das Parlament, bevor ich mir eine Meinung bilde. Was dann passiert ist aufschlußreich.
    Und was deinen heißgeliebten Trump betrifft @Gerd, ist der lt. Umfragen nicht einmal in Deutschland beliebt, geschweige denn im Iran bei der Bevölkerung. Aber das wirst du nicht wissen. Seine Ich konnte den Vorsitzenden der Münchner Sicherheitskonferenz Ischinger nie ausstehen, weil er ein absoluter Falke ist, aber diesmal schätzt er die Situation genauso ein wie ich. Was soll ich da machen? Mögen werd ich ihn nie. Aber die Bundesregierung hört immer auf diesen Mann.

  • #11
    paule t.

    @#6, Zitat: " Aber vielleicht hat der GröStradeRuBa (Größter Stratege der Ruhrbarone) ja eine Idee, wie eine solche "Unterstützung" aussehen könnte. Und vielleicht lässt er uns auch an seinen Gedanken teilhaben, wie er denn dann auf welche Reaktion der Regierung Irans seinerseite wieder reagieren würde."

    Das würde ich auch gerne wissen. Jemand, der so starke Worte macht, sollte vielleicht, ein, zwei Belege für die "Verachtung", die hiesige Politiker für die iranische Demokratiebewegung angeblich hegen, nennen können – außer einem angeblichen Schweigen.

    Und vielleicht sollte so jemand auch noch einen Vorschlag haben, wie Unterstützung denn aussehen könnte und wie sie sich auswirken würde. Der Punkt, dass eine explizite Unterstützung der Opposition aus dem Ausland für diese uU gar nicht unterstützend wirkt, ist ja so abwegig nicht.

    Kurz: Wieder mal große Lippe, nix dahinter.

  • #12
    mikefromffm

    @paule t.: Danke für den Hinweis auf die angebliche "Verachtung", das habe ich glatt überlesen. Dadurch wird der Kommentar noch peinlicher, als er ohnehin schon ist.
    @Gerd: Du glaubst also wirklich, die Witzfigur im Weißen Haus hat eine militärische Reaktion Irans ohne tote us-amerikanische Soldaten vorhergesehen? Dein Vertrauen in einen politischen Volldilettanten ist … verblüffend.

  • #13
    Gerd

    #10:

    Daß Donald Trump in Deutschland unbeliebt ist, ist weder überraschend, noch inhaltlich relevant. Ob er es im Iran ist, kann man erstens nicht sagen, da das Land eine totalitäre Diktatur ist* und es ist auch nicht inhaltlich relevant für die Beantwortung der Frage warum der Iran so halbherzig auf die Tötung einer seiner wichtigsten Führungsfiguren reagiert hat.

    *Was auch jedes Untersuchungsergebnis des sog. Parlaments wertlos macht.

    Und #12 ist ein gutes Beispiel für TDS.

  • #14
    Helmut Junge

    Du hast den Aufstand gegen den Schah nicht bewußt mitgekriegt. Es muß Personen mit politischem Gewicht geben, die einen Aufstand anführen. Darum erwähne ich das Parlament.

  • #15
    Arnold Voss

    Was die Vertreter und Vetreterinnen des iranischen Widerstandes in Deutschland sagen:

    https://hpd.de/artikel/mina-ahadi-iran-politik-linkspartei-heuchlerisch-17609?fbclid=IwAR1NpxyYufRjfzunUGmHPJJCrzIv97DjEIolQwiSnMAJ7NTOYkJfMvZbKKY

  • #16
    Gerd

    #14:

    Ach so war das gemeint. Wenn der veröffentlichte Untersuchungsbericht zu sehr vom der Realität abweicht, wird das Unmut auslösen. Nur ob das mehr oder minder handverlesene Parlament des Regimes ein Hort des Widerstands sein kann bezweifle ich. Wenn auch nicht so sehr wie die Darstellung von Präsident Rohani als gemäßigt.

  • #17
    Helmut Junge

    So wie jetzt hat sich die Linkspartei im Fall des Iran schon immer verhalten.
    z.B. 2009. Damals habe ich mich mit Vertretern dieser Partei gestritten.
    Der Artikel aus dem Spiegel gibt gut wieder, wie sich diese Partei damals verhalten hat. Und heute ist es wieder so, als wäre ein Mullah-Regime das Ziel dieser Partei auch hier.
    https://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/deutsche-linke-und-iran-ein-slibowitz-auf-ahmadinedschad-a-632499.html

  • #18
  • #19
    paule t.

    @#5 Arnold Voss:

    Mina Ahadi ist "Vertreterinnen und Vertreter"? Äh, wie macht sie das?

  • #20
    Helmut Junge

    https://www.spiegel.de/politik/ausland/iran-rohani-fordert-radikalen-wandel-in-teherans-politik-a-d2e5a725-f007-4648-b9e1-83f6bc53b4a8

  • #21
    Arnold Voss

    @ Paule t

    Sie spricht sicher nicht nur für iranische Frauen. Insofern ist sie selbst zwar eine Vetreterin, der Inhalt ihres Briefes spricht aber auch für die Vetreter des iranischen Widerstandes.

  • #22
    Arnold Voss

    @ paule t.
    https://www.tagesspiegel.de/themen/reportage/was-berlins-exiliraner-jetzt-wollen-der-mutausbruch-der-mullahgegner/25428548.html?fbclid=IwAR048UzI__zoWTaWZEp0IyVusKZDBvTzcDNiECC5S2JCn5KcLqRe7XJ3FWo

  • #23

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