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AZ Mülheim berichtet von brutalem Polizeieinsatz

Beurkundungsseite der Verfassungsurkunde Foto: Andreas Praefcke Lizenz: Gemeinfrei

Das AZ Mülheim. Foto: RalfHuels, Wikipedia, CC

Stefan Gassner, Vorsitzender des Trägervereins des Jugend- und Kulturzentrums AZ, berichtet über einen Polizeieinsatz am Morgen des vergangenen Samstags – und erhebt schwere Vorwürfe gegen die Beamten. Es soll zu rechten Äußerungen und Straftaten durch die Beamten gekommen sein. 

Auslöser des Einsatzes an der Mülheimer Auerstraße sei der 110-Ruf eines aggressiven Gastes gewesen, der zuvor des Geländes verwiesen worden sei. Die eintreffenden Polizisten hätten dann von zwei Mitarbeitern des Jugendzentrums verlangt, alle Anwesenden zur Personalienkontrolle hinauszuschicken. Als die Mitarbeiter widersprachen, seien sie umgehend auf brutale Weise zu Boden gebracht worden. Ein Mitarbeiter habe dabei diverse Prellungen, Schürfwunden und eine Platzwunde im Gesicht davongetragen, die demnach anschließend im Krankenhaus genäht werden musste. Die Verletzungen seien ärztlich dokumentiert, so das AZ in seiner Mitteilung. Auch bei der anschließenden Fahrt zur Essener Wache sei der Mitarbeiter „Herr O.“ – nun gefesselt – geschlagen und mit rechten Äußerungen provoziert worden. Die ebenfalls in Gewahrsam genommene Mitarbeiterin, „Frau L.“, habe sich im Gewahrsam vor den Augen männlicher Polizisten ausziehen müssen und sich während der gesamten Haft nicht mehr komplett bekleiden dürfen.

„Ich verurteile die Polizeigewalt gegen unsere Mitarbeiter aufs Schärfste und fordere dienstrechtliche Konsequenzen für die gewalttätigen Beamten.“, so Stefan Gassner. „Es kann nicht sein, dass rechtsgerichtete Polizisten ungestraft ein Exempel an Andersdenkenden statuieren können. Eine öffentliche Diskussion über die demokratiefeindlichen Strukturen innerhalb der Polizei, sowie immer härtere und grundgesetzfeindlichere Polizeigesetze, ist längst überfällig.“ Der Einsatz sei eine gezielte Schikane gegen das linke Jugendkulturprojekt gewesen und der Vorfall „beispielhaft für die immer offener zutage tretenden rechten Gesinnungen innerhalb der Polizei.“

Sobald eine Stellungnahme zum Einsatz vorliegt, werden wir natürlich auch über die Sichtweise der Polizei berichten.

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23 Kommentare zu “AZ Mülheim berichtet von brutalem Polizeieinsatz

  • #1
    Daniel

    Mimimimi. Gesetze, die „grundgesetzfeindlich“ sind, Polizisten, die „rechte“ Äußerungen machen und die Klärung einer Straftat ist Schikane? Naja, wer die Durchsetzung von Gesetzen fordert, wird von der FES ja auch als rechtspopulist und demokratiefeind bezeichnet. 😀 trotzdem hätte man evtl seinen Rausch ausschlafen sollen, bevor man hier eine Darstellung veröffentlicht, die nur auf Aussagen mutmaßlicher Krimineller beruht. Ich bin gespannt auf die Richtigstellung! 😉

    ANMERKUNG DES AUTORS: Bitte diskutieren Sie sachlich. Niemand hat die Aufklärung von Straftaten als Schikane bezeichnet.

  • #2
    Nina

    Anhand dieser Stellungnahme kann man wenig zu dem Vorfall sagen, bin gespannt, wie die Polizei ihn darstellt.
    Dass das AZ und die Polizei in diesem Leben keine Freunde mehr werden, weiß jeder. Wäre es da nicht klug gewesen, der Aufforderung der Polizei nach Personalienkontrolle der Anwesenden, nachzukommen? Warum an dem Punkt "widersprechen"? Da gibt es meiner Meinung nach nichts zu diskutieren.

  • #3
    Andreas

    Mimimi, ich bin zum kotzen, habe keine Freunde und schreibe deshalb Trollkomentare im ruhrbaron

  • #4
    Torsten

    Tja die demokratiefeindlichen Trolls sind ja wieder bestens hier unterwegs. Warum sollte ein Polizeieinsatz mit unverhältnismäßigen Maßnahmen gegen alle Besucher damit gerechtfertigt werden können, das ein Gast des AZ verwiesen wird? Das erschließt sich mir nicht und ob das klug gewesen wäre?

  • #5
    Günther

    @Daniel Was macht die Mitarbeiter bzw Leiter des Jugendzentrums denn zu "mutmaßlichen Kriminellen"? Das ist ein reiner Hasskommentar.

    @Nina Keiner verlangt Freundschaft. Es geht darum, das hier mutmaßlich Straftaten (im Amt) begangen wurden.

  • #6
    Daniel Abendtot

    Komisch das sowas immer nur im AZ Mülheim passiert meiner Meinung und auch aus meiner eigenen Erfahrung sind die meisten Leute die das AZ leiten sehr ungerecht und kassieren erst Leute ab wenn Konzerte sind um sie dann grundlos mit aller Gewalt rauszuschmeißen nur weil denen die Nase von irgendjemanden nicht passt,und ganz ehrlich ich kann das verstehen das Leute ausrasten wenn wenn man von manchen AZ’tis dauernd diskrimiert und wie Dreck behandelt wird!!

    ANMERKUNG DES AUTORS: Bitte diskutieren Sie sachlich. Es ist abwegig, zu behaupten, „solche Sachen“ würden nur in einer bestimmten Einrichtung vorkommen.

  • #7
    Nina

    @Günther: Das wissen wir nicht, wir waren nicht dabei. Das müssen andere Stellen klären. Aber Fakt ist, dass das AZ sich in der Vergangenheit häufig genug lauthals und diskussionsreich gegen polizeiliche Maßnahmen gestellt hat, wo ich denke: Einfach mal machen, es nützt eh nichts. Damit meine ich Maßnahmen wie Feststellung von Personalien etc. Muss man da mit der Polizei diskutieren? Bringt das etwas? Nein. Also einfach machen. Punkt. Das Verhältnis zwischen AZ und Polizei ist mehr als belastet und dies ist vielleicht gewollt-von beiden Seiten. Das AZ hat seine autonomen Wurzeln behalten (anders bspw. als das Druckluft) und die Polizei ist in der Szene per se der Gegner. Dadurch entstehen Eigentore, die sind vielleicht auch so genau gewollt, denn dann kann man auf den bösen Staat und seine Handlanger zeigen.
    Ganz ehrlich-bei all den Geschehnissen in der Vergangenheit, all den Erfahrungen…die Polizei möchte die Personalien aufnehmen? Dann lasse ich das zu. Punkt.

  • #8
    Udo Füllenkamper

    Also ich möchte auch nicht im polizeilichen Dienstcomputer landen, nur weil ein pöbelnder Besoffener gemäß Hausrecht rausgeworfen wird und die 110 wählt, weil er sich gefrustet fühlt. Ich stelle mir das gerade in der 11 Freunde Bar, in Essen, bei einem Dortmund-Spiel vor. Wer von Ihnen, Nina und Daniel, wäre dem denn gerne nachgekommen? Sie und ihre 20 Freunde, die das Spiel lieber zuende geschaut hätten? Ich glaube nicht.
    Und als Wirt möchten Sie so versuchen ihre Stammgäste zu vergraulen? Dann können sie aber bald schließen, wenn sich bei Ihnen bald keiner mehr zuhause fühlen wird.

  • #9
    der Nico

    @Daniel:

    hier ein (wirklich gefallenes) Zitat aus einem Partygespräch mit einem mir unbekannten (vielleicht waren das ja sie?):
    "joa, doofes az. ich hab da auf so ner transparty schwulenwitze gemacht, dann haben die mich sofort rausgeschmissen…mimimi"
    Wenn man das so sieht ist klar das einem die Menschen dort ungerecht vorkommen.
    Es kann nicht sein als Polizei von allen anwesenden die Personalien zu wollen, auf welcher Grundlage denn?

    ich sehe das wie Udo über mir und hoffe das diese Politik von den AZ Menschen beibehalten wird.

  • #10
    Nina

    @Udo Füllenkamper: Zum jetzigen Zeitpunkt lässt sich die Situation schwer nachvollziehen, dafür fehlen sachliche Informationen. Daher kann ich dazu wenig sagen. Was ich aber wohl sagen kann und da gebe ich auch Daniel Abendtot in Kommentar 6 Recht-das AZ ist in gewisser Weise dafür bekannt, dass es Gäste auch ungerechtfertigter Weise rauswirft oder des Hauses verweist.
    Die Einstellung gegenüber der Polizei ist an sich negativ. Damit sage ich nicht, dass es nicht auch tatsächlich sein kann, dass die Polizei sich fehlverhält. Aber ich sage, dass manche Probleme hausgemacht sind. Ob der aktuelle Fall dazu gehört, kann ich wie gesagt nicht beurteilen.
    Der Vergleich mit der 11 Freunde Bar hinkt sehr, denn das AZ ist kein Wirt, keine Bar, kein Kulturzentrum sondern nach wie vor sehr stark politisch autonom verwurzelt. Da kann die Polizei auch mit Seifenblasen und Kuchen am Sonntag vorbeischauen, man lehnt die einfach per se ab. Da haben sich mit den Jahren die Fronten verhärtet. Daher würde so etwas in der 11 Freunde Bar auch nicht passieren.

  • #11
    Flo

    Euch ist klar das dass AZ eine PRIVATE Einrichtung ist?

    Laut Gesetzt hat das AZ dass Recht dazu die Mitarbeit zu verweigern.

    Und die Polizei darf diese Räumlichkeiten nur mit einem Durchsuchungsbeschluss betreten oder wenn Gefahr in Verzug ist.

    Da ich in dem Bericht nichts der gleichen erkennen kann hat die Polizei hier gegen ihre Dienstvorschriften Verstoßen.

    Das muss Konsequenzen geben, den wie ich immer öfter Feststelle sind unbeteiligte immer die jenigen die das größte "sorry" Maul haben bis sie selber mal in der Situation sind.

    Und ich muss dazu sagen im AZ fliegt man nur raus wenn man sich dementsprechend daneben benimmt. Oder es in der Vergangenheit schonmal Ärger gab. Grundlos fliegt dort keiner raus.

    Und die Besucher im AZ sind schon nicht ohne!

    Also liebe Leute erst nachdenken dann eure Unwissenheit hier kundtun.

    DANKE!

    Edit: dazu kommt das die AZ Mitarbeiter das HAUSRECHT haben also wenn ein Gast davon ne Schiefe Nase hat und den Mitarbeiter das aus Gründen nicht passt dann hat der Gast halt Pech gehabt. Würde ich zwar nicht sonderlich ok finden.
    [da es hier angedeutet wird]
    Und muss sich ne andere Location suchen, das Polizei Aufgebot inkl. Der Gewalt finde ich wie schon erwähnt mehr als unangebracht.

  • #12
    thomad weigle

    Ein Gast wird entfern, das nennt man Hausrecht, oder gilt das in Mülheim nicht. Deshalb müssen alle anderen Gäste kontrolliert werden? Verstehe ich nicht.

  • #13
    ke

    Weshalb wurde denn jetzt die 110 gewählt. Der Notruf war doch – wenn ich den Ablauf richtig verstanden habe – die Basis für den Polizeieinsatz.

  • #14
    Nina

    Ach Gottchen…viel Lärm um nichts. Natürlich ist die Polizei IMMER böse und das arme, gebeutelte AZ immer im Recht. *hüstel
    Ich habe von einem Fall gehört, wo ein Gast scharf angegangen wurde, weil er Fleisch aß. Soviel dazu…
    Ich war früher regelmäßig Gast und Besucher dort…und habe es regelmäßig erlebt, wie manche AZler der ersten Stunde (die sind teilweise heute noch da) immer schon der Meinung waren, sie kennen den rechten (ach nee, nennt sich linksradikal) und einzigen Weg. Es gibt Leute, die fühlen sich moralisch so sauber und so erhaben, die müssen gar nicht mehr duschen.
    Einen Konflikt befeuern machen natürlich immer nur die anderen (Polizei, Staat, …), man selbst natürlich nie.

  • #15
    Daniel

    Dass meine letzten drei Kommentare, bzw. Antwoten auf andere Kommentare seit ca. Zwei Stunden nicht veröffentlicht wurden, ist wahrscheinlich ein technisches Problem. Alles andere wäre schließlich ein Armutszeugnis…

  • #16
    nussknacker56

    Diese Stellungnahme ist in einem Vokabular abgefasst, das einen mindestens skeptisch stimmen kann bezüglich des Wahrheitsgehaltes.

    Ein Mitarbeiter sei mit „rechten Äußerungen“ provoziert worden. Wenn da was Konkretes gewesen wäre, würde dies sicher ausführlicher „dokumentiert“ werden. „Rechte Äußerungen“, das kann alles oder nichts sein, dient aber in der Regel dazu, ein paar „starke Argumente“ vorweisen zu können.

    Genauso die Aussage, eine Frau habe sich im Gewahrsam vor den Augen männlicher Polizisten ausziehen(!) müssen und sich während der gesamten Haft nicht mehr komplett bekleiden dürfen. Es soll suggeriert werden, sie hätte die ganze Zeit quasi nackt vor den Augen glubschäugiger Polizisten stehen müssen. Wieso und warum sie sich überhaupt „ausziehen“ musste, kein Wort. Vielleicht sollte sie aber auch nur mal die Jacke ausziehen?

    Es bleibt ein Rätsel, was der Skandal an diesem Einsatz war. Wahrscheinlich einfach nur der, dass man beim AZ meint, in den eigenen Räumlichkeiten die Hoheitsrechte innezuhaben und die Polizei bei der Aufklärung einer möglichen Straftat (Notruf) via Alternativrecht behindern zu dürfen, was diese skandalöser Weise nicht anerkennt.

    Auf das Statement der Polizei darf man gespannt sein. Ein unberechtigt abgesetzter Notruf dürfte den Urheber übrigens teuer zu stehen kommen.

  • #17
    Aline

    "Hallo wir machen jetzt eine Personenkontrolle vom ganzen Laden"
    "Das wollen wir nicht!"
    "Ja gut, dann prügeln wir euch jetzt nieder."
    Ist bestimmt genau so gewesen. Bin auf eine Gegendarstellung gespannt.

  • #18
    Philipp

    Gewalt ist immer die Lösung einer nicht mehr handlungsfähigen Person. Die Polizei sollte sich um ihre Qualifikation kümmern. Deren Ausbildungszustand ist mehr als nicht mehr ausreichend. Wahrheit hat immer zwei Seiten. In diesem Fall ist es die Perspektive der Personen, die eine Gewalterfahrung machen mussten -traurig genug.

  • #19
    Udo Füllenkamper

    Liebe Mitinteressierte,
    "Dem Westen" nach, kam es bereits zu einer Äußerung der Polizei. Diese weist die Anschuldigungen zurück und drehen den Spieß um und beschreiben ihr Verhalten als sachgemäß und angbracht.
    Die Schuld liege einzig und allein beim AZ MH und "deren Betreibern". Somit stehen sich zwei gegensätzig Aussagen gegenüber.
    Das salomonisches Urteil lehrte uns Bereits, dass die Wahrheit irgendwo in der Mitte zu finden ist.

    Der Artikel des Westens mit weitergehenden Informationen zum Hergang der Sache ist auf der HP zu finden. Ich weiß nicht, ob externe Links gestattet sind. Wenn nicht, möge der Moderator ihn bitte entfernen. Ansonsten findet er sich hier: https://www.derwesten.de/staedte/muelheim/muelheim-schwere-vorwuerfe-polizisten-sollen-voellig-ausgerastet-sein-az-id226139307.html

    Desweiteren habe ich eben erfahren, dass am morgigen Samstag eine Demonstration geplant ist.

    Viele Grüße,
    Ihr U.Füllenkamper

  • #20
    Nina

    Ich verstehe nach wie vor nicht, warum man den Perso bei Aufforderung nicht einfach zeigt und kooperiert. Allen Erfahrungen aus der Vergangenheit nach sollten AZ-Menschen das nun auch langsam begriffen haben. Aber nein-man eskaliert. Sowas kommt von sowas.
    Mir tun die Einsatzkräfte Leid, die sich nun auch noch solche Unterstellungen anhören müssen. Unverschämt.

  • #21
    paule t.

    @ #19 Udo Füllenkamper, Zitat:
    "Das salomonisches Urteil lehrte uns Bereits, dass die Wahrheit irgendwo in der Mitte zu finden ist."

    Das ist zwar OT, aber: Nein, das lehrt das salomonische Urteil nicht. Es zeigt im Gegenteil einen Fall, in dem völlig eindeutig eine Seite lügen muss, während die andere die Wahrheit sagt, wobei etwas in der Mitzte logisch gar nicht möglich ist. Und es zeigt für diesen Fall eine pfiffige Lösung, wem das Recht zugesprochen wird.

  • #22
    Udo Füllenkamper

    An Paule T.: Sehr schön, da haben Sie meinen Sarkasmus bestens erkannt. Das freut mich.

    An Nina: Dürfte ich bitte einmal Ihren Ausweis sehen? Gemacht haben Sie zwar nichts, aber wenn Sie nichts zu verbergen haben..
    Und ich bin auch von einem Amt. Sogar. Also können wir es "von Amtswegen" nennen. Dann wird es ja schon seine Richtigkeit alles haben. Amtswege müssen unfehlbare Wege sein. Ob Richter, oder Scherge.
    Schönen Abend noch allen gemeinsam. Immerhin "juckt" das Thema die Leute. Desinteresse ist das größere Übel, verschiedene Meinungen sind (waren einmal?) der demokratische Grundgedanke.

  • #23
    Nina

    @Udo Füllenkämper: Das AZ hat das Verhältnis zur Polizei selbst zerstört in der Vergangenheit, dennoch macht es gern laut MiMiMi, wenn es dann die provozierten Konsequenzen zu tragen hat. Das ist einfach nur dumm. Doch das Feindbild Staat und Polizei hat nunmal in gewissen Kreisen nach wie vor Hochkonjunktur.
    Es gibt Regeln, an die wir uns alle zu halten haben. Wer damit nicht zurecht kommt, sollte kein Zentrum betreiben.

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