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Bayernpartei fordert Orden für Hannelore Kraft

Nordrhein-Westfalens charmante Ministerpräsidentin Hannelore Kraft hat nun auch die Herzen der Bayern erobert. Die Bayernpartei fordert sogar, ihr den Bayerischen Verdienstorden zu verleihen.

Sie liest sich wie ein Masskrug voller Liebe – die Pressemitteilung der Bayernpartei, in der die Verleihung des Bayerischen Verdienstordens an Hannelore Kraft, der Schuldenqueen aller Regierungschefs, gefordert wird. Der Grund: Kraft hatte Bayern mit der Aufkündigung aller Ausgleichsvereinbarungen der Länder gedroht, falls das Land beim Bundesverfassungsgericht gegen den Länderfinanzausgleich  klagt. Da Bayern in den vergangenen Jahrzehnten über 38 Milliarden Euro gezahlt, aber nur gut drei Milliarden  erhalten hat, wirkt diese Drohung auf die Bayern eher erheiternd:

Frau Ministerpräsidentin Kraft hat damit bewiesen, dass sie den bei politischen Entscheidungen so wichtigen Blick für das große Ganze besitzt. Wenngleich der Wortmeldung noch keine konkreten Taten gefolgt sind, hat sie doch eine bedeutsame Diskussion für die Zukunft unserer Heimat angestoßen. Frau Kraft hat sich damit hervorragende Verdienste um den Freistaat Bayern und das bayerische Volk erworben.

Die Bayernpartei schlägt Frau Hannelore Kraft aus diesem Grund für den Bayerischen Verdienstorden vor und bittet Sie, Herr Ministerpräsident, um wohlmeinende Berücksichtigung.

Mit weiß-blauen Grüßen

Florian Weber
Landesvorsitzender Bayernpartei

Viel Spaß an der Drohung Krafts dürfte auch Baden-Würtemberg haben: Das Land hat im Gegensatz zu Bayern noch nie Geld aus dem Länderfinanzausgleich erhalten, jedoch fast 50 Milliarden gezahlt – mehr als das Dreifache dessen, was NRW abgedrückt hat.

RuhrBarone-Logo

11 Kommentare zu “Bayernpartei fordert Orden für Hannelore Kraft

  • #1
    Andreas Lichte

    “Grüß Gott”, Herr Laurin.

    Ab jetzt nur noch so, wenn es nach Bayern geht:

    http://www.spiegel.de/schulspiegel/0,1518,813418,00.html

    “Passauer Schulleiterin verbannt »Tschüs«

    (…) Passau – Tschüs, Tschüs! An einer Passauer Schule steht der norddeutsche Gruß auf dem Index – genauso wie das eigentlich recht neutrale »Hallo«. Denn für Rektorin Petra Seibert sind beides Reizwörter, beides empfindet sie als unhöflich und hat daher ab sofort ihre Schule zur »Hallo- und Tschüs-freien Zone« erklärt (…)

    »In Bayern heißt das ‘Grüß Gott!’«

    Bei einem sprachlichen Ausrutscher wiesen die Lehrer den Schüler höflich zurecht, erläutert die Rektorin. Sie wolle ihre Schüler optimal auf den Beruf vorbereiten, sonst habe sie ihren Erziehungsauftrag nicht erfüllt. Und ein flapsiges »Hallo« hörten bayerische Personalchefs nun einmal nicht gern (…)”

  • #2
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Andreas Lichte: Personalchefs? Gibts im Ruhrgebiet nicht! Heissen in Bayern so die Betreuer der ARGE?

  • #3
    Torti

    Hm, so ganz kann ich die Zahlen der Bayerpartei nicht nachvollziehen, wenn ich mir die inflationsbereinigte Aufstellung der Zahlen anschaue, findste hier

    http://de.wikipedia.org/wiki/Länderfinanzausgleich

    Also den Unmut der Bayern verstehe ich da nicht so ganz.
    Da bin ich eher bei den Bawüs und die Hessen. die haben bisher immer bezahlt.

    Allerdings bleibt mir auch ein Rätsel wie Frau Kraft die Schuldenbremse einhalten will. Ok, will Sie nicht aber irgendwann wird Sie müssen

  • #4
    Andreas Lichte

    “Grüß Gott”, Herr Laurin.

    Ich versuche ja Ihnen – meinem Personal-Chef bei den Ruhrbaronen – zu folgen, aber es will mir nicht so recht gelingen. Ich denke, ich schalte Gerd Herholz als Mediator ein – er freut sich bestimmt über das obligatorische “Grüß Gott” …

  • #5
    toddererste

    “Allerdings bleibt mir auch ein Rätsel wie Frau Kraft die Schuldenbremse einhalten will. Ok, will Sie nicht aber irgendwann wird Sie müssen”

    @Torti: Ist das nicht gute alte Tradition in NRW, das die jeweilig amtierende Landesregierung immer die ist, die froh ist, die Partei VOR der Pflicht des Sparens zu sein und immer die Nachfolgepartei eigentlich ausführen müsste, was man selber nicht konnte, weil es ja nicht ging, dies die die nun amtierende Partei aber wegen Unfähigkeit nicht kann, so dass dann, nach einem Regierungswechsel die dann wieder regierende Partei sagen kann: Wir müssen nicht mehr?

    Ein Hoch auf die Diäten!

    Verwirrte Grüße 😉

  • #6
    Torti

    @toddererste
    Schön gesagt, so ist das wohl.
    Allerdings fliegen 2020 so richtig die Löcher aus dem Käse bei den Landesfinanzen von vielen Bundesländern. Da endet der jetzige Finanzausgleich, der Solidarpakt Ost und die Schuldenbremse zieht voll.

    Das wird lustig…..

  • #7
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @all: Besonders groß wird der Spaß dann durch die nicht ausreichenden Pensionsrückstellungen für die Beamten die dann, nach Jahrzehnten, ganz plötzlich entdeckt werden 🙂

  • #8
  • #9
  • #10
  • Pingback: Links anne Ruhr (07.02.2012) » Pottblog

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