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Bochum: Streit im Bermudadreieck

Ausgehmeile in Bochum: Das Bermuda-Dreieck (Foto: Roland W. Waniek)


Seit den 70er Jahren ist das Bermudadreick in Bochum das Zentrum der Club- und Kneipenszene im Ruhrgebiet. Nun ist unter den Betreibern der Kneipen von Clubs, Kneipen und Burgerbratereien Streit ausgebrochen.

Seit Mitte Februar haben die Betreiber der über 60 Bars, Kneipen, Clubs und Restaurants des Bermudadreiecks ein Problem. Je präsenter damals das noch neue Coronavirus in den Medien wurde, umso mehr gingen die Umsätze zurück. Dann, Mitte März, wurden im Rahmen des Lockdowns alle Lokale geschlossen. Harte Zeiten brachen an und das änderte sich auch nicht, als die Regelungen Mitte Mai wieder gelockert wurden und bis auf die Clubs die meisten Läden unter strengen Auflagen wieder öffnen durften. Auch an schönen Sommertagen war es im Bermudadreieck unter der Woche ruhig, nur am Wochenende drängelten sich die Gäste auf der Brüder- und Kortumstraße. Ein junges und eher studentisches Publikum traf sich vermehrt auf dem Platz vor dem Schauspielhaus, eine Entwicklung, die schon in den vergangenen Jahren ihren Anfang nahm und wohl eine Reaktion auf die vergleichsweise hohen Preise und eine zunehmende Ballermannatmosphäre auf der Kneipenmeile war. Dass sich im Bereich der Brüderstraße Clangastronomie niedergelassen hatte, die von der Polizei im Rahmen von Innenminister Reuls Strategie der 1000-Nadelstiche regelmäßig mit Razzien beehrt wurde, trug auch nicht zur der Steigerung der Attraktivität bei.

Die wirtschaftlichen Sorgen einiger Betreiber dürften nun der Anlass für einen Streit unter den Betreibern gewesen sein. Aus dem Vorstand der Interessensgemeinschaft Bermudadreieck (ISG) wurden Vorwürfe vor allem gegen die Betreiber des Mandragoras und des Freibeuters, dem Lokal, in dem dieses Blog 2007 übrigens gegründet und sein Name festgelegt wurde, laut, sie hätten sich unsolidarisch verhalten. Der Grund: Ihre Lokale seien im Sommer größtenteils nicht geöffnet worden. Ronald Gottwald, Vorstandsmitglied des  Betreiber des Wursthäuschens das durch seine Currywurst bekannt wurde, kommentierte in einer gerne auch von Rechtsradikalen frequentierten lokalen Facebook gruppe einen Artikel des Portals Ruhr24: „Doch statt sie den Kollegen zur Verfügung zu stellen, die diese Flächen hätten bespielen können, wurden sie einfach nur abgeschlossen.

Das führte dazu, dass zu viele Bermuda3Eck Besucher auf der Kortumstraße außerhalb der Freisitze standen. Teilweise in langen Warteschlangen, denn die verbleibenden Außenbereiche sind wegen der Corona Regeln zu klein. Einfach gesagt: Es fehlten Sitzplätze.

Somit entstanden unnötige „Staus“, die mehrfach in der Presse und bei Treffen mit dem Ordnungsamt thematisiert worden sind.“

Leo Bauer, Erfinder des Bermudadreiecks und Besitzer des Mandragoras und zahlreicher anderer Lokale, sieht die Sache etwas anders: „Wir haben unsere Flächen den Kollegen angeboten, die sie auch benutzt haben, aber einige, wo wir es verantworten konnten, auch am Wochenende selbst bewirtschaftet. Den großen Biergarten am Konrad Adenauerplatz habe ich allerdings nur begrenzt geöffnet. Mehr konnte ich nicht verantworten und nach den Coronaregeln bewirtschaften.“

Schon vor Wochen sind wegen der Unstimmigkeiten in der ISG zahlreiche Lokale, darunter das Riff, der Freibeuter und das Mandragora aus der Gesellschaft Verein ausgetreten. Ihnen geht auch der Ballermannnisierung des Dreiecks zu weit. In einer Arbeitsgemeinschaft wollen sie nun neue Konzepte Entwickeln und mehr auf Kultur setzen. „80 Prozent aller Kulturangebote im Bermudadreieck kamen ohnehin von uns, den Weg gehen wir jetzt weiter.

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4 Kommentare zu “Bochum: Streit im Bermudadreieck

  • #1
    John Doe

    Ist ja ein Interessanter Virstand.. "kommentierte in einer gerne auch von Rechtsradikalen frequentierten lokalen Facebook gruppe" Kollegen?

  • #2
    yohak

    "kommentierte in einer gerne auch von Rechtsradikalen frequentierten lokalen Facebook gruppe"

    Diese Formulierung erinnert dann doch sehr an McCarthy und Hexenjagd. Man kann sich schon fragen, was die politische Gesinnung des Budenbesitzers mit der Qualität seiner Currywurst zu tun haben sollte. Aber hier geht es ja noch nicht mal um seine Gesinnung, sondern nur um die Gesinnung von Leuten, die schon mal in derselben Facebookgruppe gepostet haben. Geht es noch hysterischer?

  • #3
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @yohak: Über die politische Gesinnung des Bratmaxes habe ich mich nicht geäussert. Ich habe nur die FB-Gruppe beschrieben, in der er kommentiert hat.

  • #4
    Phil

    Also, dass sich in diesen ganzen Stadtgruppen usw. auf Facebook natürlich Rechtsradikale tummeln und munter Propaganda machen ist ein Problem. Hat aber glaube ich mit dem Thema nichts zu tun.
    Sonst ein guter Artikel!

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