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BVB: Watzke kündigt beim ‚Doppelpass‘ eine Transferoffensive der Borussia an

bvbEinen entspannt und souverän wirkenden Geschäftsführer Hans-Joachim ‚Aki‘ Watzke konnten die Fußballfans der Republik heute Mittag bei den Kollegen von Sport1 in deren Sendung ‚Doppelpass‘ erleben.

Dort nahm der Borussen-Chef in aller Ausführlichkeit, ca. 90 Minuten lang, zu allen aktuellen Themen rund um den BVB Stellung.

Etwas überraschend kündigte er dabei auch eine Transferoffensive des BVB zur nächsten Saison an. Man wolle das in der Champions League verdiente Geld in die ‚Breite und in die Tiefe‘ des Kaders investieren, erklärte der Sauerländer. Während die Schwarzgelben in der Vergangenheit lediglich jeweils wieder das Geld in die Mannschaft investiert hätten, welches durch aktuelle Transfererlöse (Spielerabgänge) zur Verfügung gestanden habe, werde sich das nun in naher Zukunft ändern. Die Einnahmen durch das internationale Geschäft sollen wieder in den Kader investiert werden, jedoch ohne dafür neue Schulden zu produzieren.

Beim Thema Robert Lewandowski zeigte sich Watzke leicht genervt. Er deutete aber an, dass die Borussia durchaus gewillt sei den Polen bis Sommer 2014 zu behalten, und dann keine Ablöse für ihn zu erzielen, wenn nun bis zum Sommer 2013 kein Angebot von ausreichender Höhe für einen vorzeitigen Transfer des Stürmers vorliegen würde. Die Borussia sei auf Einnahmen aus einem Lewandowski-Transfer nicht angewiesen und würde ihn nur dann vorzeitig ziehen lassen, wenn die zu erwartende Ablösesumme eine Höhe hätte, welche den sportlichen Wert Lewandowskis für den Kader der Borussia für die kommende Saison übersteigen würde. Dies wolle man im konkreten Fall dann ganz genau abwägen. Die Borussia verspüre dahingehend gar keinen Druck, so Watzke heute Mittag in der Talkrunde. Damit spielte er den Ball souverän wieder in die Spielhälfte der sich um die Dienste von Robert Lewandowski bemühenden Teams.

Die jüngsten Äußerungen von Jürgen Klopp in Richtung der Bayern bzw. Jupp Heynckes (für die sich Jürgen Klopp gestern zumindest bei Jupp Heynckes über den WDR-Hörfunk bereits entschuldigt hatte) versuchte Watzke am Sonntag weiter zu relativieren. Niemand habe die Arbeit von Bayern bzw. Heynckes herabwürdigen wollen. Die Aussagen von Klopp seien in der Sache richtig, der Ton und der Zeitpunkt jedoch vielleicht nicht ganz so glücklich gewesen, bemühte sich der 53-jährige um eine Beruhigung der Diskussionen der letzten Tage.

Auch in Punkto der jüngst von Watzke kritisierten ‚Werksclubs‘, von denen das System keine weiteren Drei mehr vertragen würde, so die Aussage auf einer Diskussionsveranstaltung in der Vorwoche, sei er übertrieben ‚reißerisch‘ in den Medien zitiert worden. Ihm ginge es lediglich um eine grundsätzliche Aussage, er habe nicht konkret die Teams aus Hoffenheim, Wolfsburg, oder Leverkusen kritisieren wollen, deren Arbeit er teilweise sogar sehr schätzen würde. Es könne nur keine größere Anzahl weiterer solcher Clubs in das System Bundesliga integriert werden, wenn die Bundesliga auch zukünftig damit werben wolle, dass sie volle Stadien, eine super Stimmung in den Arenen und die beste Zuschauerauslastung im internationalen Vergleich habe. Traditionsteams brächten eben deutlich mehr Fans auch mit zu ihren Auswärtsspielen als die ‚Werksclubs‘, so der Clubchef.

Hans-Joachim Watzke warb im Doppelpass zudem um eine andere Verteilung der TV-Gelder unter den Clubs. Die bisherige Regelung, wonach weitestgehend der Tabellenstand finanziell honoriert wird, sei so nicht gerecht. Es solle, ginge es nach ihm, in Zukunft hierbei stärker die Anzahl der Fans, welche ein Team auch vor den Fernseher mobilisieren könne, mit honoriert werden.

Dies hätte dann zur Folge das Teams wie Frankfurt, Köln, Kaiserslautern oder Berlin, die zwar wirtschaftlich derzeit schwächer dastehen, aber eben immer viele Anhänger mobilisieren, vermutlich profitieren würden, während Teams von relativ geringem Faninteresse wie Wolfsburg, Hoffenheim oder Leverkusen dann vermutlich langfristig im Vergleich schlechter abschneiden würden, bei der Verteilung der Fernsehgelder.

Alles in Allem brachte der Auftritt in Sport 1 aus Sicht der Fans der Borussia einiges an Klarheit. Interessanteste Neuigkeit aus BVB-Fan-Sicht wohl die angekündigte Transferoffensive der Dortmunder zur neuen Saison.

Ich persönlich bin jetzt schon gespannt, welche Hochkaräter wir dann demnächst zusätzlich im schwarzgelben Dress begrüßen dürfen.

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3 Kommentare zu “BVB: Watzke kündigt beim ‚Doppelpass‘ eine Transferoffensive der Borussia an

  • #1
    Frank

    @Robin: Danke für die ausführliche Berichterstattung!

    Der BvB ist denn wohl auch finanziell wieder auf dem aufsteigenden Ast. Das Lewandowski-Getöse haben doch die Bayern in die Mannschaft getragen. So wie sie vor dem Neuer-Wechsel Schalke aus dem Konzept bringen wollten, versuchten sie es jetzt mit Dortmund. Ist einfach ne miese Art von Hoeneß.

  • #2
    Robin Patzwaldt Beitragsautor

    @Frank: Freut mich immer, wenn es auf Interesse trifft.

    Solange ich zurückdenken kann, haben die Bayern das so gemacht. Der aktuell ernsthafteste Konkurrent wurde von der ‚Abteilung-Attacke‘ der Bayern mit allen Mitteln zu verunsichern versucht. War schon früher bei Werder Bremen so. Daher auch das tolle Verhältnis von Lemke/Hoeneß.
    So gesehen ist es eigentlch das höchstmögliche Kompliment für die Borussen, wenn sich die Bayern aktuell so sehr mit dem BVB und seinem Personal befassen. 😉

  • #3
    Rolf Lemke

    Wir haben in Deutschland genug Fans für zumindest 3 europäische deutsche Spitzenclubs
    Rolf Lemke
    Mülheim an der Ruhr

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