Politik

  1

014 Rozmowa niekontrolowana

Wir sprechen polnisch! In dieser Folge sprechen Bartosz T. Wielinski, Redakteur der größten polnischen unabhängigen Zeitung Gazeta Wyborcza, Lydia Benecke, Diplom-Psychologin mit polnischen Wurzeln und Ruhrbaron Sebastian Bartoschek über die polnischen Verhältnisse. Und zwar auf polnisch – zum einen, um die Deutsch-Polen und die Auslandspolen in Deutschland zu erreichen, zum anderen aber auch, um den Polen in Polen klar zu machen: uns interessiert, was bei euch passiert, und was die PiSser aus Polen machen.

RuhrBarone-Logo
  2

Wie Geldroboter unser Geld umverteilen

Unter deutschen Politikerinnen und Politikern wird die Digitalisierung gerne als Industrie 4.0 interpretiert, also als eine weitere technische Modernisierung der industriellen Produktion.

Das dieses Verständnis der Digitalisierung unserer Gesellschaften viel zu kurz greift, verdeutlicht eine neue Publikation des Wiener Promedia Verlags. Dort ist kürzlich der Band „Die Geldroboter“ von Martin Ehrenhauser erschienen. Im Mittelpunkt dieses Bandes steht der so genannte Hochfrenquenzhandel. Was Hochfrenquenzhandel praktisch bedeutet, macht das folgende Zitat aus dem Band von Ehrenhauser deutlich:

„Doch nicht nur die Geschwindigkeit hat sich [durch den Hochfrenquenzhandel, Anm. d.A.] dramatisch erhöht, auch die Anzahl der Aufträge hat sich potenziert. Waren es vor zehn Jahren noch siebzig Orders, die ein Händler täglich an eine einzige Börse sendet, sind es heute eine Million Orders an fünf verschiedenen Handelsplätzen. Die Bedürfnisse der Realwirtschaft spielen dabei keine Rolle. Schnell kaufen und sofort wieder verkaufen ist die Devise. Auch am Aktienmarkt. So betrug die durchschnittliche Haltezeit von Aktien im Jahr 1980 noch knapp zehn Jahre, im Jahre 2000 waren es noch sechs Monate, im Jahr Jahr 2013 lediglich 23 Sekunden.“ (S. 98)

Was Ehrenhauser hier skizziert sind die realen Prozesse hinter dem, was seit Jahren als Turbo-Kapitalismus bezeichnet und kritisiert wird: Die Digitalisierung der Finanzmärkte – also die Verlagerung der Finanztransaktionen vom Börsenparkett mit realen Menschen in komplexe mathematische Formeln, Algorithmen, die auf Computern laufen und automatisiert in Millisekunden nicht nur die Finanzmärkte abscannen, sondern auch Presseagenturen, und aufgrund der gesammelten Informationen entscheiden, ob Wertpapiere gekauft, verkauft oder ob getätigte Aufträge wieder storniert werden. Hier handeln also nicht mehr reale Menschen mit Wertpapieren, sondern Computer. Menschen geben lediglich Parameter ein, nach denen die Computer dann am Markt agieren.

Martin Ehrenhauser gelingt es, in verständlicher Weise in dieses komplexe und bisher nur einer überschaubaren Gruppe von Fachleuten geläufige Themenfeld umfassend einzuführen. Er verknüpft den komplexen Stoff wo immer es geht mit plastischen Beispielen aus der Alltagswelt und macht ihn so greifbar und anschaulich. Und der drögen Welt der Computer und Finanzstatistiken verleiht er Lebendigkeit, in dem er immer wieder die Personen, die er im Rahmen seiner Recherchen interview hat, und die Orte, an denen er sie getroffen hat, kurz beschreibt.

Auch wenn der so genannte Hochfrenquenzhandel erst seit wenigen Jahren zur vollen Entfaltung gekommen ist – rund 90 % des Wertpapierhandels weltweit wird heute durch Geldroboter ausgeführt – so führen seine Ursprünge doch zurück bis in die 1960er Jahre. Wie Ehrenhauser nachzeichnet, kamen wesentliche Impulse für die Entwicklung der dem Hochfrequenzhandel zugrundeliegenden Algorithmen tatsächlich aus realen Spielkasinos.

Ebenso führt Ehrenhauser in die Entwicklung der Unternehmensstrukturen ein, die die Gelbroboter betreiben und stellt eine Reihe der unterschiedlichen Akteure vor und entwickelt so ein anschauliches Bild dieser Branche, in der sich neben gigantisch großen Vermögenswaltungsunternehmen wie z.B. Blackrock und Geldroboter wie Virtu Financial auch Nerds als Einpersonenunternehmen erfolgreich bewegen – die derzeit wichtigsten Betreiber von Geldrobotern sind im Anhang des Bandes aufgelistet. Dazu gehört ebenfalls die Beschreibung des enorm kostspieligen technischen Wettrüstens dieser Firmen, um wenige Millisekunden schneller an Informationen zu gelangen als die Konkurrenz.

Im Zentrum der Beschreibungen und Analysen von Martin Ehrenhauser stehen jedoch die Dynamiken, die durch die Geldroboter auf den Finanzmärkten ausgelöst wurden, sowie die Frage nach dem gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Nutzen der Geldroboter und des Hochfrequenzhandels.

Die Geldroboter und die Geschäftsstrategien ihrer Eigentümer sind so konzipiert, dass sie selbst in Krisen, wie der europäischen Finanzkrise ab 2008, noch enorme Gewinne einfahren konnten und so zu einer weiteren Vermögensumverteilung beitrugen, die unsere Gesellschaft zunehmend spalten.

Als die wohl brisanteste gesellschaftliche Wirkung beschreibt Ehrenhauser die ungleiche Konkurrenz zwischen den Geldrobotern und den klassischen institutionellen Anlegern, also die Versicherungen und Altersvorsorgekassen. Es gelingt ihm nachvollziehbar darzustellen, worin die Assymetrie der Konkurrenz von Geldrobotern und klassischen Versicherungen liegt und aufzuzeigen, dass diese Assymetrie langfristig zu einer substantiellen Gefährdung der Altersvorsorge in unseren Gesellschaften führt.

Ein solcher Befund sollte eigentlich die Politik alarmieren und zu einer strikten Regulierung des Hochfrenqueznhandels, wenn nicht gar zu einem Verbot, führen. Anläufe dazu hat es auch gegeben, wie Ehrenhauser, der von 2009 bis 2014 Mitglied des europäischen Parlaments war, ausführt. Ab 2011 stand im Europäischen Parlament eine Überarbeitung der erst 2007 in Kraft getretenen EU-Finanzmarkt-Richtlinie MiFID I an. In der MiFID I war der Hochfrequenzhandel noch nicht berücksichtig. Die EU-Kommission wollte diese Lücke schließen. Beide Institutionen, die Kommission und auch das Europäische Parlament haben sich ursprünglich für eine sehr strikte Regulierung ausgesprochen und entsprechende Regulierungsvorschläge gemacht. Übrig geblieben ist von dieser hehren Absicht in der endgültigen Fassung der MiFID II, die 2018 in Kraft getreten ist, nicht viel. Letztlich hat die jetzige Fassung der MiFID II die Situation eher verschlimmbessert, so Ehrenhauser. Gescheitert ist eine effiziente Regulierung daran, dass sich der EU-Rat, in dem die Regierungen der EU-Mitgliedsländer vertreten sind, jeder effizienten Regulierung massiv widersetzt hat. Ernüchtert konstatiert Ehrenhauser: „Viele Regierungschefs kämpften offenkundig im Lager der Geldroboter für deren Privilegien.“ (S.157)

Angesichts der Gefährdung der Altersversorgung von Bürgern und Bürgerinnen durch die Geldroboter ist dies nur als Skandal zu bezeichnen. Es ist ein Verdienst dieses Buches, diesen Skandal sichtbar gemacht zu haben. Denn in beispielgebender Weise hat Martin Ehrenhauser das Scheitern dieses EU-Regulierungsversuches nachgezeichnet. Deutlich wird in dem Nachzeichnen dieses Prozesses allerdings auch, vor welchen Herausforderungen Abgeordnete stehen, die ja nicht als Experten, sondern als Repräsentanten der Gesellschaft in das Parlament gewählt wurden. Ehrenhauser verweist damit auf ein grundlegendes Dilemma repräsentativer Demokratien, dass dringend einer öffentlichen Debatte bedarf. Ebenso wird hier deutlich, dass das Institutionengefüge der EU dringend einer Reform bedarf. Eine wirksame Regulierung des Hochfrequenzhandels ist nicht unterhalb der EU-Ebene möglich. Die EU-Mitgliedsländer für sich haben schlicht nicht die nötige Durchsetzungskompetenz für solche Regulierungen. Sie haben lediglich die Kompetenz, wie Ehrenhauser aufzeigt, eine effiziente Regulierung zu blockieren.

Martin Ehrenhauser | Foto: privat

Es mangelt aber nicht nur an einem Bewusstsein unter Politikern für die nötigen Regulierungen, die sich aus der Digitalisierung unserer Gesellschaften ergeben. Ehrenhauser zeigt gerade am Beispiel der Bundesrepublik und am Beispiel des Bundeslandes Hessen, in dem mit der Frankfurter Börse und Eurex zwei wichtige Finanzmarktakteure ihren Hauptsitz haben, nach, dass die Aufsichts- und Kontrollstrukturen für die Finanzmärkte vollkommen unzureichend ausgestattet sind – nicht zuletzt aufgrund der unzureichend ausgestatteten öffentlichen Haushalte. Auch das hat, wie Ehrenhauser darlegt, einen Grund in der mangelnden Bereitschaft der Politik zu einer zeitgemäßen und effektiven Regulierung der Finanzmärkte. Obgleich EU-Kommission und Europäisches Parlament seit Jahren eine Finanztransaktionssteuer fordern, blockieren die Regierungen der EU-Mitgliedsländer ebenso lange die Einführung dieser Steuer im EU-Rat. „Und Vernunft, die zu Einhelligkeit führen könnte [in der Regulierung, Anm. d.A.] ist bekanntlich keine politische Kategorie“, merkt Ehrenhauser bitter dazu an.

Sein Fazit im Blick auf die Geldroboter ist nicht weniger eindeutig: „Sie [die Geldroboter, Anm. d.A.] lindern nicht den Hunger in der Dritten Welt, sie sorgen nicht für mehr Wasser in trockenen Regionen, sie lösen keine Kriege oder reduzieren die Abhängigkeit der westlichen Gesellschaften von fossilen Brennstoffen. ‚Der Hochfrequenzhandel hat nichts mit konkreten Ideen, Plänen und Wünschen konkreter Menschen zu tun, sondern verkündet die Herrschaft des Geldes mit Maschinen‘, kritisierte vor einigen Jahren Horst Köhler, der ehemalige Bundespräsident Deutschlands und vormalige Direktor des Internationalen Währungsfonds (IWF).

Wenn Geldroboter in irgendeiner Weise Fortschritt erzielen, wie das ihre Proponenten behaupten, dann scheint sich dieser Fortschritt lediglich als Vorteil für ihre wenigen Betreiber zu erweisen, außerhalb des gesamtwirtschaftlichen Geschehens. Denn obwohl Unsummen in die Automatisierung und Beschleunigung des Finanzmarktes investiert wurden, und obwohl die Anzahl der Geldroboter in den letzten Jahren immer weiter zunahm, hat sich die Situation für die Realwirtschaft keineswegs verbessert.“ (S. 206)

Martin Ehrenhauser ist mit diesem Band nicht nur eine gut lesbare und umfassende Darstellung der technischen Funktionsweise des Hochfrequenzhandels, seiner Entwicklung und der sie nutzenden Unternehmen gelungen, sondern auch eine gesellschaftliche Einordnung und eine fundierte Kritik an dieser Form des Handels und an der Politik, die sich bisher einer effektiven Regulierung verweigert.

Das Buch

Ehrenhauser, Martin: Die Geldroboter. Wie Hochfrequenzmaschinen unser Erspartes einkassieren und Finanzmärkte destabilisieren. Promedia Verlag Wien, 2018 (240 S.)

ISBN: 978-3-85371-435-5 (Print) | ISBN: 978-3-85371-861-2 (E-Book)

Der Autor

Martin Ehrenhauser, geboren 1978 in Linz, studierte nach seiner abgeschlossenen Kochlehre Betriebswirtschaft und Politikwissenschaften in Österreich und England. Zwischen 2009 und 2014 war er Abgeordneter des Europaparlaments. Danach gründete er ein Unternehmen und vertiefte sich investigativ als Trader in die Welt der Finanzmärkte.

MerkenMerken

MerkenMerken

RuhrBarone-Logo
  0

Der Ruhrpilot

Joachim Stamp Foto. FDP/R. Kowalke Lizenz: CC-BY-SA 4.0


NRW:
 Land  will Abschiebung von Straftätern verbessern…WP
NRW: Probleme bei der Vermittlung von Langzeitarbeitslosen…Welt
NRW: So marode sind die Straßen…General Anzeiger
NRW: Radautobahn macht Probleme…NRZ
NRW: Heimatministerin Scharrenbach über ihre künftigen Aufgaben…General Anzeiger
NRW: So alt werden Frauen und Männer…KStA
Debatte: Nur wenn Integration gelingt, bleibt Deutschland stabil…Welt
Debatte: Eine neue deutsche Tonart in Israel…NZZ 
Debatte: „Spanien ist ein demokratischer Rechtsstaat“…FAZ
Debatte: Wie Feministinnen einem Dichter den Prozess machen…Welt
Debatte: Sozialismus Superstars…taz
Debatte: Wann werden die kritischen Freunde die Gefahr erkennen?…Cicero
Ruhrgebiet: „Ruhrbahn“-Streit um zu hohes Gehalt erreicht die Justiz…WAZ
Ruhrgebiet: „Nach Winterzeit pünktlich“…Der Westen
Bochum: Diskussion über die Innenstädte von…WAZ
Dortmund: Zahl der Ladesäulen soll sich verdoppeln…WAZ
Duisburg: Gebag investierte fast 100 Millionen Euro in Wohnungen…WAZ
Duisburg: Kaum Stress trotz Streckensperrung…RP Online
Essen: Bald freies WLAN in der Innenstadt…WAZ

RuhrBarone-Logo
  0

Der Ruhrpilot

Polizeiensatz in Köön zu Silvester Foto: Sebastian Weiermann


NRW: 
Land stellt für G 20 4,7 Millionen Euro in Rechnung…RP Online
NRW: Land stellt sich gegen Seehofers Grenzkontrollen-Plan…Welt
NRW: Darum macht die große Koalition Laschet das Regieren schwer…RP Online
NRW: Zahl der „Bummel-Studenten“ steigt…NW
NRW: Dienstanweisung zu Datenschutz bremst Lehrer aus…RP Online
Debatte: Hört auf mit dieser Lebenslüge!…Welt
Debatte: Der Kern des Problems…FAZ
Debatte: Stur bleiben!…Jungle World
Debatte: Die AfD hat sich verkalkuliert…taz
Debatte: Nein! Doch! Nein! Doch!…Cicero
Debatte: Neumünster statt Waterloo…Spiegel
Debatte: Spendenjäger statt Essensretter…Novo
Debatte: Rettet den deutschen «Ulysses»…NZZ
Ruhrgebiet: Ersatzverkehr läuft im Berufsverkehr gut an…Welt
Ruhrgebiet: Elektrobusse der Bogestra kommen erst ein Jahr später…WAZ
Ruhrgebiet: Die Redefreiheit verteidigen – überall auf der Welt…t-online
Ruhrgebiet: Verdi hält Vorwürfe gegen Ruhrbahn-Betriebsrat für Komplott…WAZ
Ruhrgebiet: So kam die Kohle vor 300 Millionen Jahren ins Revier…NRZ
Bochum: Zahl der Obdachlosen nimmt massiv zu…WAZ
Dortmund: Taxi Dortmund diskutiert Werbung von MyTaxi und Cabdo…WAZ
Duisburg: Lydia Benecke klärt über Psychopathen und ihre Gedanken auf…WAZ
Duisburg: Sechs Kirchen droht das Aus…RP Online
Essen: Altenessen bekommt eine Stadtwache…WAZ

RuhrBarone-Logo
  10

Erfundener Terroranschlag: Der Orson Welles für Arme aus Mannheim

Falschmeldung des Rheinneckarblogs auf Twitter.

Das Rheinneckarblog machte in der vergangenen Nacht mit einer erfundenen Geschichte auf: 50 Angreifer mit Macheten sollen mindestens 130 Menschen getötet haben, eine blutrünstige Fantasie, die sich im Kopf von Hardy Prothmann, dem Chef des Blogs abspielte, der sich gerne in der Rolle des großen Belehrers anderer Journalisten sieht und einer Kollegin schon einmal Weiterlesen

RuhrBarone-Logo
  10

Der Ruhrpilot

WDR-Inendant Tim Buhrow © Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)


NRW:
 Kein Sockenwechsel…taz
NRW: Land kann islamistischen Gefährder nicht abschieben…RP Online
Debatte: FDP-Chef Lindner spricht Machtwort in der Russland-Frage…Welt
Debatte: Abendländischer als das Abendland…FAZ
Debatte: Kampfzone Kind…NZZ
Debatte: Jung, bildungshungrig, prekär…Jungle World
Debatte: Was der Islam Europa gebracht hat – und was nicht…Die Kolumnisten
Ruhrgebiet: Ersatzverkehr ist angelaufen…WA
Bochum: Am Kemnader See wird am Sonntag die Saison erörffnet…WAZ
Essen: Theater Essen-Süd bringt „Pulp Fiction“ auf die Bühne…WAZ

RuhrBarone-Logo
  0

Der Ruhrpilot

Armin Laschet bei seiner ersten Rede als Ministerpräsident im NRW-Landtag.


NRW: 
Laschet will staatliche Anerkennung des Islams…FAZ
NRW: Heino und Scharrenbach kontern Kritik…RP Online
Debatte: Das Versagen des staatlichen Schulregimes…Welt
Debatte: Die Gefahr könnte größer werden…FAZ
Debatte: Ideologie und Wirklichkeit…Cicero
Debatte: Regieren mit dem Masterplan…Jungle World
Debatte: Die Echokammern des Tugendterrors…Cicero
Bochum: Streit über Raumnot an Grundschulen…WAZ
Dortmund: Zwei weitere Traditionsgeschäfte schließen…WAZ
Duisburg: Uni sucht Teilnehmer für Porno-Studie…WAZ
Essen: Betriebsratschef der Ruhrbahn kassiert mehr als ihm zusteht…WAZ

RuhrBarone-Logo
  5

Terror in Frankreich: Die Opfer des IS sind auch Erdogans Opfer

Der französische Innenminister Gérard Collomb lässt sich in Trèbes von Polizeibeamten informieren.

Seit zwei Monaten kämpft die Armee der Türkei gegen die Kurden in Syrien und im Nordirak. Mittlerweile ist es den türkischen Armee gelungen, die kurdischen Truppen der YPG aus Afrin zu vertreiben und die Stadt gemeinsam mit Jihadisten zu besetzen. Die Kurden haben auf den Angriff der Türkei reagiert und ihre Truppen aus dem Kampf gegen den Islamischen Staat (IS) abgezogen, um ihre Heimat gegen die türkischen Invasoren zu verteidigen. Der Angriff der Türkei gab dem fast geschlagenen IS neuen Luft. Er nutzte sie in den vergangenen Tagen zu neuen Anschlägen in Syrien und heute auch in Frankreich:  Drei Menschen hat ein islamistischer Terrorist, der sich zum Islamischen Staat bekannte heute in der französischen Staat  Trèbes ermordet, bis die Polizei ihn erschießen konnte. Der IS greift wieder an. Die Toten diese Anschläge sind die Toten den IS – sie sind aber auch die Toten Erdogans, der den IS mit seinem Krieg gegen die Kurden unterstützt.

RuhrBarone-Logo
  6

Update: WDR nicht mehr in Sorge um die Israelisierung der Türkei

Kurdische Demonstration vor dem Landtag in Düsseldorf


Update: Der WDR hat den Artikel von Mustafa Alp Dağıstanlı von seiner Homepage entfernt:

„Weil der Beitrag des freien Journalisten zwar in der Ich-Form geschrieben, aber an dieser Stelle nicht eindeutig als Kommentar gekennzeichnet war und in der Sache undifferenziert ist, hat sich die Redaktionsleitung entschieden, die Veröffentlichung zurückzuziehen. Es tut uns leid. Der Artikel ist jetzt offline.“

Der WDR ist ein Kölner Sender, dem es Jahr für Jahr gelingt neue Maßstäbe in der Karnevalsberichterstattung zu setzen. Kommt in einem Beitrag jedoch das Wort „Israel“ vor, zeigen sich die redaktionellen Grenzen.

Gestern erschien auf der Homepage des Westdeutschen Rundfunks (WDR) ein Beitrag von Mustafa Alp Dağıstanlı unter der Überschrift „Wenn das Kurdenproblem langsam aber sicher „palästinisiert“ wird“ und beschäftigt sich mit der Kurdistan-Politik des Erdogan-Regimes,  das gerade gemeinsam mit Jihadisten Krieg gegen die Kurden in Syrien und im Nordirak führt. Keine Frage: Die Türkei führt einen verbrecherischen Krieg und hat sich damit für sehr lange Zeit aus der Wertegemeinschaft des Westens verabschiedet. Über die Konsequenzen die das haben sollte, habe ich hier bereits geschrieben. Weiterlesen

RuhrBarone-Logo
  4

Der Ruhrpilot

Ministerin Scharrenbach mit Heimatbotschafter Heino Fozo: © MHKBG 2018 / F. Berger


NRW:
Heino schenkt Heimatministerin Platte mit SS-Liedern…Süddeutsche
NRW: WDR-Rundfunkrat stimmt über Intendant Buhrows Wiederwahl ab…WN
Debatte: Warum rechte Denker so oft schlechte Denker sind…Welt
Debatte: Horst Seehofer ist ein Sicherheitsrisiko…FAZ
Debatte: Lasst uns unsere Geheimnisse! …NZZ
Debatte: Keine Angst vor Streit…taz
Debatte: Das Versagen des staatlichen Schulregimes…Welt
Debatte: Deutscher Anstand…Jungle World
Ruhrgebiet: Deutsche Bahn sperrt Hauptstrecke…Welt
Ruhrgebiet: Vive la France – Klavier-Festival Ruhr 2018…Coolibri
Bochum: Architektur-Wettbewerb zum Bau des Schulzentrums ist beendet…WAZ
Dortmund: Polizei warnt in Elternbrief vor Waffen…WAZ
Duisburg: Abiturienten randalieren…RP Online
Duisburg: Max-Planck-Gymnasiasten lernen tierisch mit den Axolotln…WAZ
Essen: Umwelthilfe misst Stickoxide und findet wenig…WAZ
Essen: Behörden wollen aufrüsten gegen Clan-Kriminalität…WAZ

RuhrBarone-Logo