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CDU und Merkel – wie lange geht das gut?

Angela Merkel Foto: CDU/Laurence Chaperon

Günter Bannas kenne ich seit Ende der 70er Jahre. Damals stand er bei den Gründungsparteitagen der Grünen immer mitten in den kungelnden Menschentrauben und hörte zu. Danach wunderten sich viele, warum die FAZ so wohl informiert, abgewogen und ohne Schaum vorm Mund über Grüne, Friedensbewegung etc. berichten konnte. Ideologisch passte das nicht zusammen, aber es war so. Seit langem schon ist Bannas Hauptstadtbüroleiter der FAZ, und was heute versteckt auf Seite 5 und unter einer nichtssagenden Überschrift „Im koalitionären Kreisverkehr“ steht, das finde ich spektakulär.
Eingeleitet wird mit Herrn Rösler, und was der in der Koalition so treibt. Weniger interessant. Gelinde gesagt. Dann ist von Schäubles „Angewidertsein“ die Rede – auch das ist ja eher gewöhnlich. Doch wenn geschrieben wird, die „offene Kritik“ innerhalb der CDU an Merkel stütze „sich auf eine sich verbreiternde Stimmung …. noch selten, doch getragen wie Pilze von einem ungewiß großen Geflecht“, dann denke ich: hallo!
Mit der Auswahl seiner namentlichen Belastungszeugen Langguth und Biedenkopf greift Bannas noch eher in die unteren Schubladen. Das sind Namen, die im Kanzleramt, jede Wette, mit Augenrollen und sonst garnichts kommentiert würden.
Doch die beiden Schlußabsätze, die gänzlich ohne Namensnennung auskommen, haben es in sich. „Die Arbeit von Regierung und Koalition werde bloß noch mit Entsetzen betrachtet.“
Man mag denken: schön, dass ihr das auch so seht! Ich wage allerdings auch Zweifel, ob eine Regierung mit solchem „Anhang“ es bis zum nächsten Wahltermin schafft.

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11 Kommentare zu “CDU und Merkel – wie lange geht das gut?

  • #1
    Barbara Underberg

    Super Foto. Wie aus ner Dash-Werbung in den 70ern. Nicht nur sauber, sondern rein.

  • #2
    Werner Jurga

    “ … ob eine Regierung mit solchem “Anhang” es bis zum nächsten Wahltermin schafft“, ist auch für mich keine ausgemachte Sache. Wir wissen es nicht, und ich mag nicht drauf wetten.

  • #3
    daweed

    http://feynsinn.org/?p=9068

    „Da steht dann nicht mehr von wem, in welcher Höhe oder was damit geschieht, wie die Wirklichkeit der Arbeitslosen, der Rentner und Kranken aussieht. “Mit der Einführung des Zusatzbeitrags in der Krankenversicherung wurden die Gesundheitskosten von den Lohnnebenkosten entkoppelt“, heißt es an anderer Stelle und doktrinär: “Mehrausgaben der Kassen führen damit künftig nicht zu weniger Beschäftigung“. Na Gottseidank, wegen der Krankenversicherung hatten Millionen ja ihre Jobs verloren.“

  • #4
    Rainer Lang

    ich denke, das die Verantwortlichen der CDU Merkel gestatten, den Maximalschaden anzurichten und das Ende Merkels wird erst nach der ersten verlorenen Bundestagswahl kommen.

  • #5
    Georg K.

    Das deckt sich mit dem, was ich mitkriegen, Martin. Es herrscht sehr SEHR viel Unmut.

    Ob es zum Sturz reicht? Weiß nicht. Rüttgers hat auch bis zum Ende durchgemacht. Und die CDU in NRW damit ganz schön runtergerissen.

    Das wird auch mit Merkel wohl passieren.

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass Merkel gestützt wird. Das macht die CDU nicht. Stürzen.

  • #6
  • #7
  • Pingback: zoom » Umleitung: zu Vieles, um alle Themen in die Überschrift zu packen. «

  • #9
    Katharina

    an 1 Barbara

    Ich glaube, das war ARIEL, ein Waschmittel aus AMERIKA (Proper)

  • #10
    Kosinsky

    In Umbruchzeiten werden eventuell auch Parteien der Stabilität (in Deutschland am Intensivsten: Die Union) „beweglich“. Gesellschaftsphysikalisch könnte man sagen: Vielleicht lässt sich auch die Trägheitspartei CDU von der (mehr oder weniger großen) Dynamik der (mehr oder weniger lang dauernden) Veränderungszeit anstecken.
    Aber selbst, wenn das so ist: Bis 2013 wird die CDU vermutlich noch mit inhaltlichen Kursswechseln probieren, die diffuse Umbruchsstimmung irgendwie in die (gesellschaftsphysikalisch) Mitte zu integrieren/zu binden. Das Personal für nach 2013 muss erst positionieren. Und das ist in der heutigen Phase, in der die gesamte Gesellschaft noch im diffusen Umbruchnebel stochert, schwierig. Dieser Nebel wird sich wieder lichten. Aber eben vermutlich eher nach 2013.

  • #11
    Rächer

    Diese Bundesregierung hält viel länger als die vielen Auguren orakeln. Warum? Weder CDU noch FDP haben auf Bundesebene eine Alternative an der Macht zu bleiben. Und die Macht hält beide zusammen – trotz aller Zerwürfnisse und ideologischen Zerrüttungen. Denn „Opposition ist Mist!“. Das weiß niemand besser als Merkel, Rösler, Brüderle und Co. Aber 2013 ist Bundestagswahl.

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