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„Das Thema ist erledigt.“ – Die Polizei zum Totenkopf-Schlagstock

Auf der Studentendemonstration am 17.11.09 hatte ein Polizist einen Totenkopf-Aufkleber auf seinem Schlagstock. Wir haben Ulrich Faßbender, den Leiter der Pressestelle des Polizeipräsidiums Essen und Tanja Horn, die Pressesprecherin dazu befragt.

Ruhrbarone: Was ist in dieser Angelegenheit bisher passiert?

Horn: Derjenige ist relativ schnell identifiziert worden. Natürlich ist er innendienstlich sehr dazu befragt worden. Es ist ein Verfahren eingeleitet worden. Der Kollege hat glaubhaft erklärt, dass der Totenkopf aus dem Videospiel „Guitar Hero“ stammt. Da ist ein Aufkleber-Set dabei. Mit Rosen, Vögelchen und einem Totenkopf. Den hat er auf seinen Schlagstock geklebt. Mindestens geschmacklos, aber völlig nicht darüber nachgedacht.

Ruhrbarone: Was meinen Sie mit geschmacklos?

Horn: Damit meine ich, dass es nicht mehr und nicht weniger ist. Es ist kein Verstoß gegen irgendwelche gesetzliche Norm. Es macht ein ganz schlechtes Gefühl. Und ich finde es auch nicht in Ordnung. Und deswegen wurde der Kollege innendienstlich zur Rechenschaft gezogen.

Faßbender: Der Kollege hat uns glaubhaft versichern können, dass er die unterstellte Gesinnung in keinster Weise damit verbunden hat. Dieses Fehlverhalten des Beamten hat natürlich das Ansehen der Polizei in Misskredit gebracht. Wir müssen gucken, inwieweit es intern sanktioniert werde muss.

Ruhrbarone: Und inwieweit wird es sanktioniert?

Auf der Studentendemonstration am 17.11.09 hatte ein Polizist einen Totenkopf-Aufkleber auf seinem Schlagstock. Wir haben Ulrich Faßbender, den Leiter der Pressestelle des Polizeipräsidiums Essen und Tanja Horn, die Pressesprecherin dazu befragt.

Ruhrbarone: Was ist in dieser Angelegenheit bisher passiert?

Horn: Derjenige ist relativ schnell identifiziert worden. Natürlich ist er innendienstlich sehr dazu befragt worden. Es ist ein Verfahren eingeleitet worden. Der Kollege hat glaubhaft erklärt, dass der Totenkopf aus dem Videospiel „Guitar Hero“ stammt. Da ist ein Aufkleber-Set dabei. Mit Rosen, Vögelchen und einem Totenkopf. Den hat er auf seinen Schlagstock geklebt. Mindestens geschmacklos, aber völlig nicht darüber nachgedacht.

Ruhrbarone: Was meinen Sie mit geschmacklos?

Horn: Damit meine ich, dass es nicht mehr und nicht weniger ist. Es ist kein Verstoß gegen irgendwelche gesetzliche Norm. Es macht ein ganz schlechtes Gefühl. Und ich finde es auch nicht in Ordnung. Und deswegen wurde der Kollege innendienstlich zur Rechenschaft gezogen.

Faßbender: Der Kollege hat uns glaubhaft versichern können, dass er die unterstellte Gesinnung in keinster Weise damit verbunden hat. Dieses Fehlverhalten des Beamten hat natürlich das Ansehen der Polizei in Misskredit gebracht. Wir müssen gucken, inwieweit es intern sanktioniert werde muss.

Ruhrbarone: Und inwieweit wird es sanktioniert?

Faßbender: Dem Kollegen wurde ordentlich der Kopf gewaschen und damit ist das Ding für die Zukunft erledigt.

Ruhrbarone: Keine dienstrechtlichen Folgen?

Faßbender: Genau.

Ruhrbarone: Keine Strafe?

Faßbender: Keine. Die Konsequenzen wären für ihn drastischer ausgefallen, wenn wir den Eindruck gehabt hätten, dass es Rechtstendenzen bei dem Kollegen gegeben hat. Aber das ist nicht der Fall.

Ruhrbarone: ..weil der Polizist unwissend war? Aber Unwissenheit schützt doch nicht vor Strafe.

Faßbender: Dass das jetzt mit Ahnungslosigkeit erklärt wird, das ist natürlich ein anderes Extrem. Wo sie natürlich zu Recht einhaken und sagen: dann darf ihm das trotzdem nicht passieren. Gut. Aber das sind auch alles nur Menschen, die Fehler machen.

Ruhrbarone: Werden die Polizisten während der Ausbildung denn nicht über die Nazi-Symbolik aufgeklärt?

Horn: Bestandteil der polizeilichen Ausbildung ist auch Staatsbürgerkunde. Da findet auch die deutsche Geschichte ihren Anteil. Da wird darüber geredet.

Ruhrbarone: Reicht ein Gespräch aus, damit das in der Zukunft nicht mehr passiert?

Faßbender: Das ist sehr präventiv. Das ist durch die Diskussion in der Öffentlichkeit nicht nur in Essen, sondern in ganzem Land ein Thema geworden. Dass dieser Kollege aus Gedankenlosigkeit, Gleichgültigkeit, keine Ahnung was, nicht darüber nachgedacht hat, was das bedeutet, bei einer Demo einen Schlagstock mit diesem Symbol zu tragen.

Ruhrbarone: Wie konnten die anderen Kollegen den Aufkleber nicht früher bemerken und melden?

Faßbender: Der Aufkleber ist ja schon in der Demo entfernt worden.

Ruhrbarone: Nachdem ihn einige Demonstranten bemerkt haben und Fotos davon gemacht haben. Warum nicht davor?

Horn: Ich weiß nicht, wie lange der Kollege den Aufkleber hatte. Ich weiß auch nicht, ob das andere Kollegen bemerkt haben. Wir haben auch niemanden aus der Hundertschaft dazu befragt. Das ist nicht gemacht worden. Man hat das mit dem Kollegen entsprechend so bearbeitet, wie wir das besprochen haben. Und wie es aus meiner Sicht auch richtig ist.

Ruhrbarone: Konnten Sie in diesem Gespräch nicht erfahren, wie lange er den Aufkleber schon hatte?

Horn: Ich weiß nicht, wie lange er den schon hatte. Wir haben ja das Gespräch nicht geführt, das haben seine Chefs gemacht. Alles was wir wissen müssen, ist bekannt.

Ruhrbarone: Haben Sie ein Protokoll von diesem Gespräch?

Horn: Nein.

Ruhrbarone: Es ist also nicht auszuschließen, dass Kollegen, die über diese Symbolik wussten, den Aufkleber bei ihrem Kollegen bemerkt haben. Und nichts gemacht haben. Finden Sie das nicht interessant zu hinterfragen?

Horn: Ja doch, das finde ich auch interessant. Aber ich weiß es jetzt einfach nicht.

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34 Kommentare zu “„Das Thema ist erledigt.“ – Die Polizei zum Totenkopf-Schlagstock

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  • #3
    Andi

    Die letzte Frage verstehe ich nicht. Ist die einfach von McCarthy inspiriert, oder gibt es einen konkreten Anlaß zu der Vermutung bzw. dem darin enthaltenen Vorwurf? Weil so sieht es aus, als ob da jemand kräftig über das Ziel hinausschießen würde.

  • #4
    plaque sniffken

    och mädels,
    ist ja schon tragisch, was den studenten da passiert ist, aber glaubt es mir, die welt ist voller ungerechtigkeit,
    und mal ehrlich: wenn ich so n schicken schlagstock an der buchse baumeln hätte, fänd ich n totenkopf auch extrem lässig.
    nicht jeder bulle muss gleich n ss-knüppel schwingen, kann ja auch n piraten-prügel sein.
    in diesem sinne
    lasst euch nicht den wind aus den segeln nehmen. weiter so.

  • #5
  • #6
    Meriem Benslim Beitragsautor

    @ plaque sniffken:
    ich glaube dir gerne, dass die Welt voller Ungerechtigkeiten ist. Stell Dir vor, dass ist auch mir bereits aufgefallen. Aber was hat dieser Umstand mit dem Bericht zu tun? Sollte deshalb nicht über Totenköpfe auf Polizei-Schlagstöcken diskutiert werden?
    Der Zusammenhang ist äußerst unklar.
    Dass Du einen Totenkopf auf einem Schlagstock ?extrem lässig? findest, ist nicht nur eine mir vollkommen unverständliche Bewertung, sondern, zeugt zudem von einer absolut undifferenzierten Denke. Ein Totenkopf, als Symbol für physische Lebensgefahr und den Tod, hat auf einem Polizei-Schlagstock nichts zu suchen.

  • #7
    A.L.

    „… And I went down to the demonstration
    To get my fair share of abuse …“

    Rolling Stones – You Can’t Always Get What You Want

  • #8
    FS

    @Meriem Benslim:

    Dass jemand zuerst einen Guitar-Hero-Sticker als Nazi-Symbolik bezeichnet und dann anderen eine „absolut undifferenzierten Denke“ vorwirft entbehrt nicht einer gewissen Komik.

  • #9
    Decius C.

    …aber wehe ein 15-jähriges Kind hat A.C.A.B. auf seinem T-Shirt stehen. Dann sind Regeln plötzlich ganz eng und da kein Spielraum mehr. Da heisst es nicht „Dem Kollegen wurde ordentlich der Kopf gewaschen und damit ist das Ding für die Zukunft erledigt.“ – nein, da ist es plötzlich kein Shirt, was tausendfach zu kaufen ist, da werden alle Register gezogen…

  • #10
    plaque sniffken

    @meriem

    1. verhältnismässigkeit

    2. du hast ne polizeistaffel, alle grün, alle gleich. ein einziger beweist individualismus, bricht aus der grünen masse aus. vielleicht hat er sich bei der symbolik vergriffen, aber ein zögerlicher sonderling in den truppen der staatsmacht bekommt meinen respekt.

  • #11
    A.L.

    @ plaque sniffken

    du schreibst: „ein einziger beweist individualismus, bricht aus der grünen masse aus. vielleicht hat er sich bei der symbolik vergriffen, aber ein zögerlicher sonderling in den truppen der staatsmacht bekommt meinen respekt“

    du bist ja ein extrem cooler!

    Ob so ein Totenkopf ein passendes „AVD“ („anti-victim-device“, Douglas Coupland) für einen Polizisten ist, möchte ich doch mal bezweifeln.

    http://en.wikiquote.org/wiki/Generation_X:_Tales_for_an_Accelerated_Culture

    „anti-victim device (AVD) – a small fashion accessory worn on an otherwise conservative outfit which announces to the world that one still has a spark of individuality burning inside: 1940s retro ties and earrings (on men), feminist buttons, noserings (on women), and the now almost completely extinct teeny weeny „rattail“ haircut (both sexes). (page 114)“

  • #12
    plaque sniffken

    anmerkung:
    hier wird seit wochen über das recht der freien meinungsäußerung schwadroniert und offensichtlich werden kommentare gelöscht.
    entartete meinungen? keine argumente?

  • #13
    el-flojo

    Stimme Decius C. voll und ganz zu. Der Bengel mit dem ACAB-Shirt ist mir auch sofort eingefallen. Und dem haben sie auch noch in den Arsch gelinst. Melde mich hiermit freiwillig, bei dem Beamten eine Leibesvisitation durchzuführen. Wer weiß, was für Aufkleber der noch gebunkert hat…

  • #14
    Ben

    @Meriem Benslim:

    Seit dem Höhepunkt der Punk-Bewegung ist der Totenkopf in die Popkultur eingegangen und ein allgegenwärtiges Modesymbol geworden. Natürlich ist es fragwürdig, ob man einen Totenkopf auf einen Schlagstock klebt, andererseits ist es mindestens ebenso fragwürdig, dass man jetzt diesen Vorfall so extrem hochspielt. Du schreibst, dass ein Totenkopf als Symbol für physische Lebensgefahr und den Tod auf einem Polizei-Schlagstock nichts zu suchen habe. Hat er dann aber etwas zu suchen auf T-Shirts, Halsketten und ähnlichem oder wird hier dieses Symbol nicht auf fragwürdige Weise seiner Schärfe „beraubt“? Großartig in dem Zusammenhang auch, dass euch nur eine Sichtweise in den Sinn kommt. Das der comic-haft überzeichnete Totenkopf den Schlagstock ironisiert, scheint niemandem in den Sinn zu kommen. Es mag sein, dass hier ein Polizist nicht wirklich drüber nachgedacht hat, was er da eigentlich macht und vielleicht kann es ja auch sein, dass das alles gar nicht so harmlos gemeint war, aber die Art und Weise der Vorverurteilung, mit der ihr hier diesem Beamten gegenübertretet, die ist nicht gerade minder bedenklich. Ein hysterischer Reflex, von dem nicht mehr abgewichen wird.

    @Decius C.:
    Unzulässige Verallgemeinerung, da keine Vergleichbarkeit, da sich dieses harte Durchgreifen auf eine besondere Absprache innerhalb einer einzigen deutschen Stadt bezieht und somit in anderen Städten nicht gegeben ist.

  • #15
    Rodnox

    Ich finde es schon sehr befremdlich das ein Beamter wegen eines Jolly Rogers Aufklebers gleich der Nazi-Szene zugeordnet wird. Vor allem unter dem Hintergrund das auch die St. Pauli Fans (bekennende Linke) unter Totenkopffahne auftreten. Zudem wurden diese Totenkoepfe schon vor Jahrhunderten von Piraten verwendet, wie kann es denn sein, das die Nazis alle diese Symbole fuer sich beanspruchen koennen? Oder Koennen wir deutsche nicht loslassen und WOLLEN hinter jedem zweideutigen Symbol gleich wieder Nazigesinnung erkennen?

    Ich denke es ist Zeit diesen Schwarzen Fleck Geschichte abzuhaken und endlich weiterzuziehen. Ein Totenkopf ist ein Totenkopf und kein Nazisymbol!

  • #16
    Calimero

    Es wird schon kein Zufall sein, daß der Polizist sich nicht für die Rosen oder das Vögelchen entschieden hat… An Nazisymbolik würde ich jetzt gar nicht zuerst denken – für mich sagt der Totenschädel auf dem Schlagstock eher so etwas aus, wie „Yo, wie geil, ich bin ’ne coole Sau und darf lizensiert prügeln, immer her mit den kleinen bunthaarigen Mädchen!“ zum Kotzen, so was – und nichts, was ohne Folgen bleiben sollte!

  • #17
    Mit-Leser

    Ich vermute hinter dem Totenschädel auch keine Nazi-Symbolik. Trotzdem kann ich die relativierenden Aussagen einiger Kommentatoren hier überhaupt nicht verstehen: ein mit einem Totenschädel verzierter Schlagstock hat in unserem Land nichts zu suchen. Punkt.

    Denn ganz gleich, was der Totenschädel zu bedeuten hat – bei vielen Bürgern löst die Symbolik unwohle Gefühle aus. Sie signalisiert: ich hab Spaß an Gewalt. Und diesen Spaß sollte man dem jungen Beamten schnellstmöglich verderben.

    Gut, dass die Ruhrbarone dem Thema nachgegangen sind.

  • #18
    Klaus

    Lesetip für den Polizisten:

    http://de.wikipedia.org/wiki/SS-Division_Totenkopf

    Die SS-Division Totenkopf, später SS-Panzergrenadier-Division ?Totenkopf? und 3. SS-Panzer-Division ?Totenkopf? war eine Division der Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg. Die Division entstand aus den SS-Totenkopfverbänden und rekrutierte sich aus Wachmannschaften der Konzentrationslager.

    Ich kann wirklich nicht verstehen, warum dieser Polizist nicht entlassen wurde !!!

  • #19
    Sebastian

    Es ist einfach lächerlich, einen Polizisten auf diese Art auch noch zu verteidigen.

    Wofür steht denn der Totenkopf in jedweder Symbolik? Er steht für Tod. Sowohl bei den Piraten, als auch auf Giftfässern. Wenn sich also ein Polizist das Symbol für „Tod“ auf seinen Schlagstock klebt, dann kann ich das oben angegebene Interview nur als lächerlich bezeichnen. „Den Kopf gewaschen“. Geht’s noch?

  • #20
    saibot

    gut, dass es aufgezeigt worden ist und der Aufkleber entfernt uwrde. Gut auch, dass der Beamte über die Symbolk aufgeklärt wurde. Jetzt aber einen Skandal herbeizuschreiben ist mehr als übertrieben. Das gute Ding kam ja nicht aus dem NPD-Shop und sieht auch anders aus, als die typischen NS-Symbole. Eine Rechte gesinnung ist daraus nicht ableitbar, sofern man den gesunden Menschenverstand einschaltet.
    Also: Nicht übertreiben und mit Augenmaß handeln…

  • #21
    Ben

    @Klaus:

    Und in den Jahrhunderten davor war der Totenschädel innerhalb der Vanitas-Tradition in Europa Sinnbild für die Vergänglichkeit des Menschen und sollte diesen zu Demut und Dankbarkeit für sein Leben bringen. Völlig unbeabsichtigt – hoffe ich – erweist ihr Nazis immer dadurch einen Dienst, dass ihr deren Konnotation übernehmt. Statt euch die von denen pervertierten Symbole zurückzuholen und ihnen ihre ursprüngliche Bedeutung wiederzugeben, zieht ihr euch an deren perverser Umdeutung hoch und vergesst dabei völlig, dass ihr ihnen nach dem Mund redet. Ist zwar jetzt reichlich polemisch, aber wer von den Nazis missbrauchte Symbolik nur noch in Nazi-Kontexten denken kann, bei dem waren die braunen Schergen äußerst erfolgreich.

    @Mit-Leser: Nur in unserem Land oder generell in jedem Land?

  • #22
    Nobbi

    Ein Totenkopf hat auf einem Polizeiknüppel nichts zu suchen. Bei der Polizei gibt es augenscheinlich Menschen, die unfähig sind um aus der Geschichte zu lernen.

    An dieser Stelle muss die Polizeiführung aktiv und konsequent einschreiten. Solche Personen sind ungeeignet den Polizeidienst auszuführen und sollten SOFORT entlassen werden.

  • #23
    A.L.

    @ Ben

    vielen Dank für deinen ikonographischen Hinweis: „Und in den Jahrhunderten davor war der Totenschädel innerhalb der Vanitas-Tradition in Europa Sinnbild für die Vergänglichkeit des Menschen und sollte diesen zu Demut und Dankbarkeit für sein Leben bringen.“

    Jetzt solltest du als Beleg noch ein Bild liefern, auf dem der Totenkopf auf einer Waffe ein Vanitas-Symbol ist …

    Die entsprechende Bedeutung wäre: „Sei dankbar und demütig dafür, dass ich dir eins überbrate.“

    Anders gesagt: schon erstaunlich, wie sich die Kommentatoren hier einen abkrampfen, um zu rechtfertigen, was nicht zu rechtfertigen ist: Ein Totenkopf auf einem Polizeiknüppel ist untragbar. Sagt die Polizei ja auch selbst.

  • #24
    Nobbi

    @Ben: Es geht hier doch um die Kombination von Totenkopf UND Uniform.

    Das Hakenkreuz ist z.b. in Indien auch ein Symbol mit anderer Bedeutung, aber möchtest du das jemals nochmal bei einem deutschen Polizisten sehen ?

  • #25
    dot tilde dot

    wer nicht begreift, warum ein totenkopf sich für einen deutschen uniformträger nicht ziehmt, hat entweder einiges an deutscher geschichte verpasst, oder noch nie nach „totenkopf“ und „uniform“ die suchmaschine befragt. (und ich meine nicht die husaren.)

    .~.

  • #26
    Ben

    Ich sag ja auch nicht, dass das nicht untragbar ist. Ich weise bloß darauf hin, dass es bedenklich und fragwürdig ist, wie hier alle nur in die Ecke „rechts“ denken. Es mutet fast an, als sei diese stupide Fixierung gar zum Fetisch der Linken und Alternativen geworden (zu denen ich mich auch zähle). Meine Bitte ist einfach, dass ihr demnächst nicht reflexartig nur in eine Richtung denkt, sondern alle sich ergebenden Möglichkeiten durchspielt. That’s all.

  • #27
    Ben

    @Nobbi: Das nach rechts gerichtete Hakenkreuz (wie es von den Nazis genutzt wurde) hat auch in Indien bzw. generell im Buddhismus die Konnotation „Untergang, Verderben“. Siehe dazu auch das buch von Andreas Koop „NSCI“.

  • #28
    Andi

    @Ben (26): Ja, ich habe auch den starken Eindruck, dass man hier Polizisten sowieso pauschal für Nazis hält (siehe auch die letzte Frage) und jetzt bloss noch ganz stolz einen „Beweis“ dafür herumzeigt. Das ist so ein Punkt, wo ich nicht mehr mitkomme.

    Unabhängig davon ist ein Totenkopf auf Polizei-Ausrüstung grundsätzlich ein Skandal und sollte eine disziplinarische Nachwirkung haben. (Allein schon der Umstand, dass der Polizist einfach so Aufkleber auf fremdem Eigentum – hier Staatseigentum – anbringt, ist allemal Grund für einen heftigen Anschiss.)

  • #29
    Ben

    So und mein nun wirklich letzter Comment zu diesem Thema: Erstaunlich, wie man jetzt von der Verbindung „Totenkopf“ + „Schlagstock“ zu „Totenkopf“ + „Uniform“ wechselt. Obwohl das nichts mit dem Thema zu tun hat (denn der Totenkopf war ja nicht AUF der Uniform), wird jetzt trotzdem diese Kombination aufgemacht, weil sie einfach mehr populistische Schlagkraft hat. Interessant zu beobachten, wie jetzt händeringend versucht wird weiterhin an der rechten Schiene festzuhalten. Ich bleib‘ deshalb dabei, dass das inzwischen zum Fetisch geworden ist.

  • #30
    A.L.

    @ Ben und alle

    hab jetzt mal geschaut, was das internet noch so zum Thema hergibt:

    Kann mir irgendjemand sagen, ob das echt ist (ich glaube nicht alles …):

    http://at2.indymedia.org/newswire/display/38503/index.html

    „G8: Genfer Polizei mit Waffen-SS-Totenkopf auf Uniform !!!“

  • #31
    Achso

    Dieser Polizist ist übrigens türkischer Migrant, vermutlich ist er nur deswegen nicht entlassen worden ?

  • #32
    Mario

    Also ich finde die Reaktion von einigen hier sehr überzogen.
    Hätte ich den Polizisten mit Totenkopfsticker auf dem Schlagstock gesehen, hätte ich ihm vielleicht Geschmacklosigkeit unterstellt, aber ich wäre im Traum nicht darauf gekommen daraus eine Verbindung zur SS und eine rechtsradikale Haltung abzuleiten.
    Und einigen scheint auch nicht ganz klar zu sein was sie hier eigentlich fordern und was eine Entlassung für einen Menschen überhaupt für Auswirkungen haben kann… und nur ein Leben zu zerstören, weil ein kleiner Fehler begangen wurde aber nichtmal ein Gesetzesbruch vorliegt…

    Nur weil ihr gleich vom schlimmsten ausgeht und aus jeder Symbolik irgend einen rechtsradikalen Zusammenhang herleiten könnt… was ich eigentlich sehr bedenklich finde…

    Auf jeden Fall freue ich mich für den Polizisten, dass er immer noch Polizist ist und mit keinen schlimmeren Konsequenzen rechnen muss… zumal es in Zukunft sicher keine Aufkleber mehr auf Schlagstöcken geben wird, und so jetzt eigentlich jedem geholfen sein sollte.

  • #33
    Christoph

    Ich empfinde Marios Kommentar durchaus vernünftig da ich auch denke, dass Gedankenlosigkeit, insofern sie niemandem geschadet hat, nicht gleich das ganze Leben zerstören sollte. Interessant wäre in diesem Zusammenhang aber noch wie das Kopfwaschen aussah. Sprich ging es um die Sache an sich oder nur um die dadurch negative Außenwirkung.
    Die Nazisymbolik herbeizudichten ist echt mal an den Haaren herbeigezogen. Natürlich gab es den Totenkopf als Symbol der SS, aber er ist viel viel weiter
    in anderen Kontexten von Gebrauch. Auf nen Schlagstock darf es dennoch in keinster Weise, weil es einfach Geschmacklos ist ein Symbol
    des Todes so einzusetzen!

  • #34
    germanweb

    jetzt mal unabhängig von eventuellen Zusammenhängen zu einer Nazi-Symbolik, interessant wäre es doch auch zu wissen, was das für ein Mensch ist, der da im Polizeidienst ist, der aus welchem Grund auch immer seine Waffe mit einem Totenschädel-Aufkleber „verziert“. Ist es vieleicht einer, dem der Job als Polizist ein bisschen zu viel Spaß macht? der sich schon auf die nächste Demo freut wo er seinen Knüppel benutzen kann? ich finde fast, das die in diesem Land sattsam bekannte Nazi-disskussion mal wieder vom eigentlichen thema ablenkt.

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