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Debatten rund um den Schulstart in NRW: Sind viele Lehrer schlicht zu weinerlich und egoistisch?

Eine Grundschule in Waltrop. Archiv-Foto: Robin Patzwaldt

Klar, es gibt deutlich schöneres als mit einer Mund/-Nasenbedeckung gemeinsam mit mehreren Dutzend Kindern und Jugendlichen in einem Raum zu sitzen und diese zu unterrichten. Insbesondere in Corona-Zeiten.

Dass viele der Lehrer in diesem Lande darüber nicht glücklich sind, dass seit ein paar Tagen der Präsenzunterricht in Nordrhein-Westfalen wieder angedacht ist, verwundert daher nicht.

Es gibt tatsächlich gute Gründe dies abzulehnen und Verbesserungen zu fordern. Diese können und sollten dann auch ernsthaft diskutiert werden. Eigentlich hätte dies sogar längst schon passieren müssen. Doch die vielen Wochen der Sommerferien vergingen, zumindest von außen betrachtet, etwas überraschend weitestgehend ungenutzt.

Lehrer und Schüler genossen mehrheitlich ihre übliche Ferienzeit. Jetzt, wo der Unterricht in NRW wieder anläuft, ist das Erschrecken bei einigen plötzlich groß, dass Corona noch immer unser aller Alltag bestimmt. Eben auch den der Lehrer, die jetzt Großteils wieder täglich in die Schulen müssen.

Und so entzündet sich am Thema Schule gerade eine emotionale Debatte, die vor den eben geschilderten Hintergründen doch etwas überrascht. Schließlich gab es das Problem und die dazugehörigen Bedenken ja schon seit März. Mindestens. Passiert ist noch immer viel zu wenig, wie es scheint.

Es verwundert daher, was und wie da gerade lautstark diskutiert wird. Auf der Facebookseite der Tagesschau äußerte zum Beispiel Ilka Hoffmann von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft: „An keinem anderen Arbeitsplatz in Deutschland müssen Mitarbeiter mit 30 Menschen ohne Abstand im Raum sitzen“ und erntete dafür massiven Widerstand und sogar Spott in den Kommentaren.

Dies überrascht nicht, denn die Lehrer sind in den Augen vieler eben am Ende doch eine der wenigen Berufsgruppen, die von Corona überwiegend profitiert zu haben scheinen. Zumindest bisher. Volle Fortzahlung der ohnehin vergleichsweise guten Bezüge bei Heim- bzw. Kurzarbeit, wer hatte das seit März sonst schon? Hier erwies es sich als Gnade ein Staatsdiener zu sein.

Und auch die Behauptung, dass man derzeit in einer negativen Ausnahmestellung arbeiten würde, stimmt ja so nicht. Flugbegleiter befinden sich da im Vergleich noch in einer deutlich unangenehmeren Lage, mussten/müssen zuletzt vielfach mit Kurzarbeitergeld etc. auskommen und um ihre berufliche Zukunft zittern.

Auch mit Arzthelferinnen, Pflegern und Krankenhauspersonal möchte man als Bürger im Normalfall gerade nicht unbedingt tauschen. Sie alle sind tagtäglich großen Risiken ausgesetzt und werden im Regelfall auch noch schlecht dafür bezahlt.

Lehrer befinden sich als Staatsdiener aktuell immer noch in einer vergleichsweise guten Lage, auch wenn es sicherlich schöneres gibt als die aktuelle Situation im Unterricht.

Die entscheidende Frage ist im konkreten Fall doch auch, warum scheinbar über den Sommer so wenig passiert ist rund um die Schulen, was die Lage für das neue Schuljahr zu verbessern half? Warum wird das erst jetzt von so vielen als dermaßen problematisch entdeckt?

War es nicht schon lange klar, dass die Zeit zwischen März und August, als die Lehrer ein im Gegensatz zu großen Teilen der restlichen Bevölkerung vergleichsweise entspanntes und abgesichertes Leben hatten, nicht endlos sein würde?

Manchmal wundert man sich schon sehr über die Einstellung und die passive Erwartungshaltung gewisser Bevölkerungskreise und Berufsgruppen.

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14 Kommentare zu “Debatten rund um den Schulstart in NRW: Sind viele Lehrer schlicht zu weinerlich und egoistisch?

  • #1
    Christiane Schlangen

    Der Artikel ist eine Unverschämtheit! „Die Lehrer haben von Corona profitiert“, also ich würde mir wünschen, Corona wäre bei ausgebrochen. Wir haben in den Osterferien und am Wochenende die Notbetreuung gesichert, neue Vorgaben vom Ministerium kamen am Wochenende und mussten montags umgesetzt werden. Da hatten es tausend Leute im Homeoffice sicher besser. Typisch, dass wieder über die Lehrer gemotzt wird, dabei hatte jeder die Chance diesen Beruf zu ergreifen!

  • #2
    Robin Patzwaldt Beitragsautor

    @Christiane Schlangen: Ah, ich habe mich schon gewundert, dass so lange kein Lehrer hier entschieden protestiert hat. 😉 Haben Sie mal mit Leuten gesprochen, die Corona deutlich mehr gebeutelt und in große Zukunfstsängste versetzt hat? Anscheinend nicht….

  • #3
    ke

    Die Flexibilität ist bei einigen Lehrern sicherlich vorhanden, die Lehrervertreter in den Medien wirken wenig fordernd bei einem Job, der durch Akademiker ausgeführt wird. Eigenständiges Lernen, neue Situationen, evtl. zusätzliche Unterrichtsfächer, keine Ferien und Samstagsunterricht etc. müssen endlich in die Diskussion eingebracht werden. Sonst wirkt die Schule wie das letzte Reservat. Das wird auch für viele motivierte und kreative Lehrer demotivierend sein.

    Dass die Schulträger endlich die Ausstattung mit Computern für ihre akademischen Angestellten angehen, ist ein weiteres Totalversagen der Strukturen. Was wurde da in den letzten 30 Jahren verschlafen? Wollte man Lehrer vor der Gegenwart schützen? Wo blieben die Forderungen?

    Mit diesen Einstellungen und der in den letzten Jahren aufgekommenen "Schule zu bei allen Gelegenheiten" Haltung zeigen wir nur, wie wenig uns die Bildung bedeutet. Regen, Sturm, Schnee, Eis, Streik am Freitag, Brückentag, …. Wie sind wir da nur früher zur SChule gekommen?

    Insgesamt zahlen wir den Lehrern im OECD Vergleich viel, erreichen aber keine Spitzenplätze im Output. Die Produktivität ist also schlecht.

    Insgesamt muss sich dringend etwas tun. Lasst die jungen und motivierten Lehrer machen und bezieht alle Lehrer, notfalls mit Videounterricht, in die Schule ein. Es war genügend Zeit, sich über Fernunterricht weiterzubilden. Das eigenständige Lernen ist von Akademikern zu erwarten.

  • #4
    AM

    Ja; die Antwort auf die Artikelüberschrift lautet: Ja. Zumindest aus meiner persönlichen Empirie. 😉

    Wie sich auf Lebenszeit verbeamtete und von der Allgemeinheit in beeindruckender Höhe alimentierte Menschen weigern, tatsächlich einer Vollzeittätigkeit nachzugehen, ist mal erstaunlich, mal schockierend. Wie sich gewunden wurde, in den Ferien Arbeit zu leisten (Erinnerung: Der Dienstherr ist weisungsbefugt, voilà die "dunkle Seite" der Verbeamtung!) und stattdessen versucht wurde, Referendare oder angestellte/befristet beschäftigte Lehrer dazu zu "motivieren" – dazu fehlen mir schlicht die Worte.

    Ausnahmen bestätigen die Regel.

  • #5
    Sarah F.

    Ja, ja, die Lehrer. Letzlich noch mit einer gesprochen, 29 Jahre jung, direkt von der Uni in die Verbeamtung, nach Abzug der privaten Krankenversicherung bleiben ihr 3250 EUR netto. Und sie jammerte, wie schlimm das doch jetzt alles sei mit Corona, und die daraus resultierenden Arbeitsbedingungen etc. pp. Woraufhin ich mir einen Verweis auf ihr gutes Einstiegsgehalt nicht verkneifen konnte, das allein müsse doch schon motivierend sein, im Vergleich zu vielen anderen Berufen. Woraufhin ich mir den Konter einfing, dass sie "bitte schön" ja wohl definitv nicht für weniger arbeiten gehen würde. Da frage ich mich schon, wo die Bodenhaftung geblieben ist oder ob sie jemals vorhanden war.

  • #6
    Chris Schibulsky

    Ich höre immer nur, das es ja auch engagierte Lehrer gäbe – persönlich habe ich sie nicht erlebt.
    Die 35jährige Lehrerin meiner Tochter hat sich, so lange es keine Pflicht zur Einreichung von Attesten gab, als Risikoperson aus allem herausgezogen. Über Wochen haben wir Sonntags lediglich eine Email an alle Eltern bekommen, an die 20 bis 30 PDF-Seiten zum Selbstausdrucken angehängt waren.
    Die Aufgabe von uns Eltern war es dann, diesen Lernstoff in der Folgewoche den Kindern beizubringen. Rückmeldungen der Lehrerin, persönliche Ansprache der Kinder – Fehlanzeige
    Die Rektorin hat dieses Verhalten gerechtfertigt und auf die Frage, warum es die Lehrer über Wochen nicht geschafft hätten, digitale Konzepte aufzubauen, lediglich gesagt, dass ginge nicht, da die Schule kein WLAN hätte…
    Bekannte Lehrer weiterführender Schulen haben sich im Gespräch beklagt, dass sie die freie Zeit gar nicht richtig nutzen könnten, da sie mit ihrem Wohnmobil nicht nach Frankreich hätten einreisen dürfen.
    Nach diesen Erfahrungen bin ich dafür das Beamtentum abzuschaffen. Das Dienst- und Treueverhältnis ist doch keine Einbahnstraße. Gerade in solch einer Situation hätte ich von einem Beamten ein besonderes Engagement erwartet.

  • #7
    GMS

    Auf Lehrer einzudreschen ist wohlfeil, Anekdokten kennt ja schließlich jeder. Wie in jedem anderen Beruf gibt es auch bei Lehrern solche und solche. Und slebstverständlich haben die meisten Lehrer kein Interesse daran vorzupreschen und Innovativ zu sein. Das kann nämlich, wie in anderen Jobs auch, derbe nach hinten losgehen.
    Ohne Frage liegt in der Bildung vielen im Argen, die meisten Akteure haben unterschiedliche Ziele: die Länder, die Eltern, die Lehrer(gewerkschaften). Jeder dort hat eine Meinung und keine weicht auch nur einen Iota von dieser ab. Und es ist kein Versehen, dass ich Kinder und Ärzte nicht erwähne, Auf die wird nämlich nicht gehört (zum Beispiel Unterrichtsbeginn). Dieses Zerren führt dazu dass wir dort sind wo wir sind.
    Grundsätzlich bin ich sehr dafür das man es Lehrern die in dem Beruf nicht arbeiten sollten/wollen einen Weg daraus zu ermöglichen, und mehr Leuten einen Weg hinein. Deswegen gehört der Beamtenstatus für Lehrer, eingeführt um den Haushalt kurzfristig zu entlasten, abgeschafft. Auch mehr und verpflichtende Weiterbildungen sind notwendig.
    Viele Länder machen es in Teilbereichen besser als Deutschland, LEIDER ist über den Tellerand zu schauen nicht üblich.

  • #8
    Wolfram Obermanns

    "Sind viele Lehrer schlicht zu weinerlich und egoistisch?"
    Ja.
    Und das ist kein Lehrerbashing.
    Denn auf der anderen Seite stehen nämlich die Lehrer, die mit enormen persönlichen Einsatz die Defizite der weinerlichen Egomanen, die selbst von sich sagen "Schmerzensgeld und keine Besoldung" zu erhalten, auszugleichen versuchen. Die Beobachtung von Chris Schibulsky kann ich jedenfall nicht bestätigen. Für die Lehrerschaft bringen die Ausgleichsbemühungen der engagierten Lehrer einen zusätzichen Nachteil. Zeit für Repräsentation haben die nicht, in dieses Metier flüchtet das Personal, daß für das individuelle Scheitern "Strukturen" veratnwortlich machen.
    Das für zu elenden bildungspolitischen Diskussionen, einem elenden Bild der Verteter (GEW) und zu einem elenden Image des Berufsstandes.

    Sachlich ist jedoch ergänzend anzumerken, das strukturelle Konzept einer Gesamtschule ist epidemiologisch natürlich der worst-case und darum in den Schulen, die ich kenne, auch ausgesetzt. Daß an diesem Schultyp ein erhöhter Diskussionbedarf besteht und bestand, kann nicht verwundern.

  • #9
    Hollis Brown

    Habe den Artikel von Robin Patzwald und die Kommentare hier leider erst verspätet gelesen. Vor mehr als 20 Jahren habe ich dummerweise auch mal "auf Lehramt" studiert, die "Zweite Staatsprüfung für das Lehramt für die Sekundarstufe II und I" absolviert, das sogenannte Referendariat durchlitten (rund 30 % meines Jahrgangs haben in dieser Phase der "Ausbildung" bereits aufgegeben) und dann sogar fast ein Jahr lang als "Lehrer" gearbeitet (nein, nicht an einer Gesamt- oder Hauptschule; und nein, "Ganztagsunterricht" gab es damals noch nicht). Dann wollte ich mir das Elend nicht mehr länger antun und konnte zum Glück in meinen ursprünglich erlernten Beruf zurückkehren. Die beste Entscheidung meines ganzen Lebens! Wenn es mir heute mal so richtig dreckig geht, dann schaue ich mir gelegentlich meine Entlassungsurkunde aus dem "Dienst des Landes NRW" an; und sofort steigt meine Laune wieder. @Wolfram Obermanns: "Schmerzensgeld" ist exakt die korrekte Bezeichnung für die Bezahlung, die man für eine Tätigkeit in den nordrhein-westfälischen Kinderabwurfstellen bekommt. @Sarah F.: Keine Ahnung, ob man heute 3250 EUR netto als Berufseinsteiger verdient. Ich persönlich verdiene nach 20 Jahren in meinem aktuellen Beruf viel weniger netto. Für mich aber kein Grund, neidisch zu sein; mit den aktuellen "Corona-Lehrern" möchte ich für kein Geld auf dieser Welt tauschen. Liebe Grüße von einem weinerlichen Egomanen.

  • #10
    Wolfram Obermanns

    @#9 Hollis Brown
    "weinerliche Egomane" sind die, die sich an ihre Pensionsberechtigung klammern, einen Scheißjob machen und anderen (insbesondere den Kollegen) die Ohren voll heulen.
    Zu erkennen, der Beruf (welcher im Einzelfall auch immer) ist nichts für mich, und die Konsequenzen zu ziehen, hat damit rein gar nichts zu tun.

  • #11
    Berthold Grabe

    Der Lehrerberuf erfordert wie wenige andere Berufe echte Berufung um ihm gewachsen zu sein und ihn auszufüllen.
    Ein großer Prozentsatz derjenigen, die den Beruf anstreben ist von vorne herein völlig ungeeignet für den Beruf aufgrund falscher Vorstellungen oder nicht vorhandener Persönlichkeitsvoraussetzungen.
    Wer das nicht hat, für ist die Vergütung tatsächlich "Schmerzensgeld", versagt aber bei der Aufgabe einen für sich geeigneten Beruf zu finden und auch, weil das gute Saläre für einen schwierigen Job dann doch nicht aufgegeben werden will, selbst wenn man nicht in der Lage ist die Anforderungen zu erfüllen. Was in der Anspruchshaltung einer hier zitierten jungen Lehrerin deutlich wurde.
    Zu allem Überfluss kommt dann noch hinzu das Schulverwaltungen eher gegen Lehrer als für sie arbeiten und im Ganzen völlig unfähig sind Schule anders als bürokratisch oder poltisch opportun zu verwalten.so gibt es immer wieder herausragende beispiele, wie den Corona Beispielen erfolgreicher begegnet wird, als man sich vorstellen konnte, so ist mir ein Lehrer bekannt, bei dem
    der Online unterricht so erfolgreich ist, wie der Frontalunterricht und keinerlei Defizite zu verzeichnen sind.
    Ein, zwei Kollegen haben sich da angeschlossen, der Rest hat sich verweigert bzw. gibt es keinerlei Initiative das Verfahren aufzugreifen, auf keiner Ebene.
    Das hat wieder mit Lehrern zu tun, die ihrer pädagogischen Aufgabe nie gerecht werden, ebenso mit Verwaltungsstrukturen die schon von solchen ungeeigneten Personal vollständig durchdrungen sind,weil sie schon seit Jahrzehnten der Ausweg für ungeeignetes Personal sind.
    Ob jemand als Lehrer geeignet ist, ist letztlich nur im praktischen Versuch sicher feststellbar, und nicht völlig objektivierbar. Wir wissen zwar, wann eine Lehrer gut ist, aber sämtliche Messmethoden sind ungeeignet die weniger guten rechtssicher auszuschließen.
    Was der Illusion und dem Anspruch objektiver Bewertung geschuldet ist.
    Die kann es auf solchen Feldern leider schlicht nicht geben und der Versuch dazu hält mehr ungeeignetes Personal im Amt als die alten persönlichen Beurteilungen.

  • #12
    thomas weigle

    Als ehemals angestellter Sonderschullehrer möchte ich doch darauf hingewiesen haben,dass mittlerweile etwa 205 der Lehrer in NRW NICHT verbeamtet sind. es werden mehr, im Osten sind es nochmal deutlich mehr. Ich meine mich daran zu erinnern,dass zu D-Mark-Zeiten der Unterschied 500 DM pro Monat betragen hat plus die bessere Altersversorgung.

  • #13
    sneaking_beauty

    Wenn ich einige Kommentare hier lese, frage ich mich manchmal ob man nicht ca. 75% der Erwachsenen nochmal zurück in die Schule schicken sollte… oder zumindest zu ‘ner Hospitation vor einer Klasse mit 30 Kindern stellen. Der blasierte Unterton des Artikels zeigt doch auch, dass in Deutschland der Lehrerberuf gesellschaftlich nicht besonders hoch angesehen ist (anders als zB. in Finnland). Die meisten Leute – sieht man auch hier wieder an den Kommentaren – hatten vermutlich in der Schule entweder schlechte Lehrerinnen und Lehrer, oder generell einfach keinen Bock auf Schule. Das ist nun für einen Teenager nicht verwerflich, aber irgendwann muss man diese pubertäre Phase auch mal überwunden haben. Leute, die mit 40 immer noch so reden wie mit 14, sind nunmal schwer ernstzunehmen.

    Fakt ist nunmal, dass man räumliche Distanz in gut durchlüfteten Großraumbüros leichter angehen kann als als in der Schule. Das Problem ist, wenn man etwas vorsichtiger ist, muss man sich inzwischen den Vorwurf des Drückebergers anhören (und die Unbeliebtheit von LehrerInnen im gesellschaftlichen Debatten kommt da erschwerend hinzu). Es tut gut, sich mal in die andere Lage zu versetzen: Will sich in ein paar Wochen ernsthaft jemand vorwerfen lassen, dass er oder sie ein potentieller Superspreader an einer großen Schule in NRW ist? Hinterher sagen die gleichen Leute, die jetzt über Masken jammern, dass man doch bitte rechtzeitig alle Schulen hätte schließen sollen.

    Da muss man andere Lösungen finden. Eine Kombination aus Maskenpflicht, kleinen Klassen bzw. wöchentlich wechselnden Unterricht, erstmal mehr Unterricht im Freien, Nutzen von zur Zeit nicht genutzten Veranstaltungsgebäuden als zusätzliche Schulgebäude, unterstützt mit Homeschooling via Skype, das tut es doch auch erstmal. Ich würde erst wieder auf "normal" zurückgehen, wenn die Corona-Zahlen absolut auf Null sind, sonst haben wir im nächsten Winter wieder das gleiche Problem.

    Und "profitiert" haben von Covid-19 allerhöchstens die IT-Industrie und die Porno-Plattformen, sonst niemand.

  • #14
    Helmut Junge

    @sneaking_beauty, Hüttenarbeiter, Friseusen, Chemiearbeiter usw. arbeiten ebenso wie Postboten und andere Industriearbeiter und Angestellte.
    Also ehemalige Schüler arbeiten bereits. Ob da immer der Mindestabstand eingehalten wird?
    Warum sollten also ihre ehemaligen Lehrer eigentlich nicht arbeiten?
    Versuchen Sie mal mir das zu erklären.

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